By András Kakuk | Dezember 16, 2015 | Last update on April 1, 2016

CT Alpine Up Sicherungsgerät und Abseilhilfe

Leicht und sicher auch beim Alpinklettern

Alpine Up, ein Produkt von Climbing Technology, ist ein innovatives Abseil- und Sicherungsgerät. Man könnte es als großen Bruder des Sicherungsgeräts Click-Up, das ähnlich aussieht, bezeichnen, denn Alpine Up ist die weiterentwickelte Variante des kleineren Geschwisterchens.

Das Gerät in orangerot wird mit einem zugehörigen Concept SGL HC-Karabiner geliefert. Der Karabiner ist verdrehungssicher, d. h. eine kleine Metallfeder stellt sicher, dass sich der Karabiner nicht querstellt und dann am Schnapper belastet wird. Das Mehr, das der zusätzliche Karabiner dem Gerät verleiht, ist in der Praxis überaus notwendig. Die Form des Alpine Up ist derart ausgestaltet, dass es mit vielen Karabinern nicht kompatibel ist. Ein wenig dickere oder nicht entsprechend geformte Karabiner kann man ins Gerät einfach nicht einhängen. Deshalb muss man wohl oder übel akzeptieren, dass das Gerät mit eigenen Karabinern daherkommt.
In meinem Fall war das ein ausdrücklicher Vorteil, denn ich habe wenige, doch kann ich mir durchaus vorstellen, dass jemand genügend Karabiner zuhause hat und nicht noch weitere benötigt. C’est la vie, was soll‘s; halten wir uns nicht mit Kleinigkeiten auf!

Ein professionelles Gerät gehört in die Hände von Profis.

Deshalb habe ich es den Händen von András Monstori, Geschäftsführer von Mountex Adventure, überantwortet. Er ist seit 18 Jahren Kletter- und Bergsteiglehrer sowie Tourenführer. Nach ein paar Abstechern nach Kroatien kam er mit einem breiten Grinsen in unsere Redaktion und schilderte die Vorteile, die er sich in der Praxis zunutze machen konnte.
Alpineprofil

Alpine Up hat mehrere Funktionen, befassen wir uns zuerst mit den besten.

Sicherung/Ablassen des Seilzweiten

András kommt bei von ihm geführten Klettertouren regelmäßig in die Situation, dass er den Seilzweiten ablassen muss. Das ist an sich kein sonderliches Problem, doch wenn dieser an die 90-100 Kilo schwer ist, hat es der Sichernde doch nicht ganz so leicht. Normalerweise werden ein Reverso oder ähnlich funktionierende Geräte verwendet wie z. B. Ocún Ferry, Cassin Piú 2, an denen man weitere Karabiner anhängen kann, um den Krafthebel zu vergrößern und den Nachsteiger kontrolliert ablassen zu können. Hierbei handelt es sich jedoch eher um eine theoretische Möglichkeit als um eine in der Praxis leicht durchführbare Angelegenheit, welche effektiv nur durchgeführt werden kann, wenn der Standplatz ein wenig unter dir liegt und du das Gerät von oben lenken kannst. Meistens lässt sich das mit dem Stand aber so nicht durchführen. Wegen der Möglichkeiten und anderer Gesichtspunkte befindet sich der Standplatz öfter in Brusthöhe, vor den Händen, also auch das Gerät, was zur Folge hat, dass diese Bewegung (das Ankippen des Geräts) vom Kletterer großen Kraftaufwand erfordert.

Einer der großen Vorteile von CT Alpine Up ist die Tatsache, dass wir diesen Bewegungsablauf leicht durchführen können. Um mit den Worten von András zu sprechen:

„Mit dem Alpine Up ist das alles ein Kinderspiel und das macht den riesigen Unterschied.“

Durch die Ausgestaltung des Geräts erhalten wir einen viel größeren Krafthebel, durch den wir unseren Kletterpartner ganz einfach ablassen können. Sollte das Gerät an sich dafür noch nicht ausreichen, haben wir die Möglichkeit, mit einem zusätzlichen Karabiner den Krafthebel zu vergrößern. Diese Möglichkeit wurde ebenfalls sorgfältig geplant und von den Ingenieuren des CT auch souverän umgesetzt. Das Gerät wurde so entworfen, dass der zusätzliche Karabiner bei Verwendung am Gerät anliegt, dadurch wird der vergrößerte Krafthebel wirksam. (Bei einigen Geräten z. B. Reverso liegt der zusätzliche Karabiner nicht am Gerät an, dadurch ist das Ablassen nicht sonderlich effektiv.) Die Einlage (welches Seil nun zum Klettern und welches zum Sichern ist) ist genau gekennzeichnet und darauf sollten wir auch besonders achten!

Bei der Sicherung des Nachsteigers gibt es aber auch einen kleinen Nachteil. Das Seileinlegen konnten wir, wenn das Gerät am Stand hing, überhaupt nicht oder nur unter Mühen durchführen. Ein dickeres Halbseil oder ein ganzes Seil (9-9,5 mm) passt nicht hinein und auch ein dünneres konnten wir nur mit viel Gefummel einlegen, nachdem das Design (die Lage des Lochs) und das Gewicht des hängenden Seils ständig gegen uns arbeiten. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als das Gerät vom Karabiner und in die Hand zu nehmen, um das Seil einzulegen. Und dabei gilt es natürlich besonders gut aufzupassen, damit das Gerät nicht aus der Hand rutscht. Dieses Problem gibt es auch bei anderen Geräten, doch sind wir der Ansicht, dass man dieses Problem im Fall von Alpine Up mit einer minimalen Veränderung aus der Welt schaffen könnte.

Abseilen – einfach, sicher – auch ohne Prusikknoten

Mit Alpine Up kann man sich automatisch abseilen, man braucht keine Prusikschlinge zur zusätzlichen Sicherung!

Zum Abseilen müssen die zwei Seilhälften im Click-Up-Modus verwendet werden. Indem wir den Griff am Gerät herunterklappen, stellt sich das Gerät schräg und wir können mit dem Abseilen beginnen. Während sich eine Hand am Griff befindet, hält man mit der anderen das andere Ende des Seils, somit können Geschwindigkeit und Dynamik des Abseilens gesteuert werden.
Und damit kommen wir auf ein Detail zu sprechen. Es kann nämlich vorkommen, dass – selbstblockierender Mechanismus hin oder her – es dennoch besser ist, eine Prusikschlinge zu verwenden. Beim Abseilen haben wir beide Hände voll zu tun, ja das Seil unter dem Gerät ist auf jeden Fall zu halten. Da kann es unangenehm werden, wenn wir in eine Situation geraten, in der es von Vorteil wäre, beide Hände für etwas anderes zu verwenden. Um z. B. einen Strauch, der im Weg ist, Zweige… irgendetwas aus dem Weg zu schaffen. In solchen Fällen muss man dann halt mir einer Hand herumwursteln oder eben doch eine Prusikschlinge benutzen.

Click-Up und Dynamic mode – Sichern ist ein Kinderspiel

Die zweite Funktion von Alpine Up ist die Sicherung. Und diese kann man gleich auf zweierlei Art durchführen. Wenn man das Gerät im Click-Up-Modus verwendet, d. h. das Seil durch die Click-Up-Öffnung führt, funktioniert das Gerät wie – Trommelwirbel – das Click-Up. Man erhält ein halbautomatisches Sicherungsgerät, bei dem, sollte man fallen, der Karabiner – in Begleitung eines Klickgeräusches – in den oberen Teil der Öffnung rutscht, ein Weiterrutschen des Seils verhindert und den Fall aufhält. In diesem Zustand hält das Gerät das Seil ganz anständig. Wenn unser Partner ins Seil gefallen ist und das Seil sowie das Gerät unter Dauerbelastung steht, kann man dementsprechend nur Seil geben, wenn man die Belastung vollständig vom Gerät nimmt.

Das kann im dynamischen Modus bewerkstelligt werden, der jedoch genauso funktioniert wie ein traditionelles Sicherungsgerät, d. h. man muss auch auf die Vorteile des halbautomatischen Modus verzichten.

 

 

Während des Kletterns ist es mit diesem Gerät viel einfacher, Seil zu geben, sei es nun im dynamischen oder im Click-Up-Modus, wie z. B. mit einem GriGri. Ein GriGri wird sich viel schneller schließen, wenn man Seil geben will und mit ihm es ist viel umständlicher, dem Vorsteiger zu folgen. Mit dem GriGri kann man jedoch auch unter Belastung viel leichter Seil geben. Über Geschmack lässt sich aber bekanntlich nicht streiten…

Alpineinuse2

Das Gerät hat jedoch gegenüber allen anderen einen riesigen Vorteil, weshalb die Sicherung mit Click-Up auch Anfängern empfohlen sei: Sollten wir das Seil falsch einlegen, haben wir immer noch die Möglichkeit, unseren Kletterpartner sicher abzulassen. Was bei allen anderen Geräten fast sicher in einem Unfall endet, ist hier eine Aufgabe, die man lösen kann. Oben auf dem Gerät gibt es nämlich eine Einkerbung. Legt man das Seil in diese Einkerbung, kann man seinen Kletterpartner sicher ablassen.

Natürlich ist es besser, niemals in solch eine Situation zu geraten, weshalb man auch die Anleitung, die man zum Produkt erhält, genau durchlesen und auch seine Benutzung üben muss!

Das Gewicht des Produkts beträgt laut Hersteller 175 Gramm, auf meiner Küchenwaage wog es 190 Gramm. 

Das Gerät wurde uns vom Hersteller der CT-Produkte, dem Unternehmen ALU Design s.p.a., zur Verfügung gestellt.
Dankeschön.

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