By Pintér László | August 4, 2016 | Last update on August 4, 2016

Lizard an die Füße!

Wir haben das Modell Lizard Creek III für Männer getestet.

Bei dieser Sommerhitze würde man am liebsten den ganzen Tag barfuß herumlaufen. In unserer, mit Beton bebauter Welt hat es aber viele Schranken: unsere Füße sind an bequeme Schuhe gewöhnt und die Gesellschaft würde wahrscheinlich auch ein bisschen verachtend reagieren. Eine Spur näher zum Barfußgefühl bringen uns Sandalen: die perfekten Alternativen.

Da wir ein Outdoor-Magazin editieren, wollten wir selbstverständlich nicht die schickste Sandale für Shopping-Touren, sondern die strapazierfähige, für Outdoor-Ziele geeignete Sandale untersuchen.
Unsere Wahl fiel auf ein populäres italienisches Modell von Lizard, auf den Creek III. Die Marke ist zur Zeit in Ungarn weniger bekannt, nur bei manchen Verkäufer erhältlich – nicht wie die Modelle von der den Markt fast alleinbeherrschenden Marke Teva. Auf einer internationalen Outdoor-Messe wurden wir auf den Creek III aufmerksam, haben die Firma aus Trento in Italien kennengelernt und uns ein Testexemplar besorgt.

Aussehen

Wenn wir die Sandale nur mit einem Wort beschreiben sollten, würden wir ihn gefällig ansprechend nennen. Wenn es um Design geht sind die Italiener selbstverständlich unschlagbar. Was das Sortiment anbetrifft, können wir sagen, dass sie die Farben großzügig variieren – sogar bei den Männermodellen.

Das hat aber zum Ergebnis, dass es keinen riesengroßen Unterschied zwischen den Mustern der Männer-und Frauenmodellen der Kollektion gibt. Liebe weibliche Leserinnen, seid jetzt bitte nicht böse, vielleicht sollte ich mich korrigieren: Es gibt keinen wesentlichen Unterschied -zumindest nicht aus der Perspektive eines Mannes. Der Creek III ist eher ein Modell für den Alltag (aber dabei auf keinem Fall eintönig oder gar langweilig!) und trägt alle Stil-Merkmale der Marke Lizard mit sich..

Die Sandalen sind in Italien hergestellt (echt!) und das zeigt sich an der feinen Bearbeitung. Die Qualität der verwendeten Materialien und die Ausführung sind sehr gut und können nicht beanstandet werden.

Sohle

Das Modell Creek III hat eine ausgesprochen massive und dicke Sohle bekommen, dies zeigt sich auch im Gewicht der Sandale. Die Sohle vorne ist ein bisschen eckig (ungefähr die Hälfte der Lizard Sandalen Kollektion wurde ähnlich gestaltet), und die Form ähnelt den klassischen ostdeutschen Latschen.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht auffällt, da sich das gewohnte kleine gelbe Zeichen nicht in der Mitte der Sohle befindet, ist der untere Teil der Sohle Vibram. Es ist grau gefärbt, ähnelt einer Raspel, ist geriffelt und hat eine herausragende Haftung.

Dank der kleinen Muster an der Fußsohle sammeln sich dort keine kleinen Kieselsteine und größere Schotterstücke, so können wir ruhig die asphaltierte Strecke verlassen, ohne uns wie Fakire fühlen zu müssen.

Die Innensohle ist anatomisch geformt, und ist deshalb besonders bequem. Durch Biegung an der Seite der Sohle und eine kleine Rippe, die unter dem Zehenballen läuft, sorgt sie für einen perfekten Sitz. Wenn wir sie anfassen, ähnelt sie Gummi, aber sie schafft einen tollen Tragekomfort, da sie viel weicher und atmungsaktiver ist. Die Haftung der Sohle wird durch unterschiedlich großen Schuppen erhöht. Wer ein bisschen mehr schwitzt, wird die tolle Atmungsaktivität der Sohle schätzen. Eine angenehme Überraschung im Vergleich zu der früher getesteten Teva Hurricane Sandale, die kleine Löcher auf der Innensohle hatte. Die Löcher bei Teva verliehen nach dem ersten Schwitzen ein komisches Schwimmgefühl und dienten als hervorragendes Nest für Bakterien und Verschmutzungen.

Die Creek III Sandale von Lizard sammelt nach einiger Zeit auch den Schmutz, ist aber einfach zu reinigen.
Die Creek III hat ein mit Microfiber gefüttertes Fußbett, was theoretisch Fußpilz und unangenehmen Geruch entgegen wirkt- in der Realität ist es nur ein bewährter Marketingslogan. Bisher bin ich keinem Produkt begegnet, das dieses Kriterium erfüllen konnte. So war es auch bei diesem. Natürlich könnten wir es mit individuellen Eigenschaften erklären, aber das wäre nur teilweise richtig. Das Problem ist, dass man es auch mit Waschen nur teilweise lösen kann (glaubt mir, ich habe es selbst gerochen unter der Losung „Alles für die Leser!“). Also zusammenfassend, wenn deine Füße nicht immer nach Armani-Parfüme riechen, musst du auf die totale Geruchlosigkeit verzichten – diese Sohle kann auch kein Wunder bewirken. Das liegt aber nicht an der Sandalen.

Bänder

Creek III besitzt die für Trekkingsandalen charakteristischen, gewohnten Riemen. Ein Gewebeband ist über der Mittelsohle durchgezogen, hinten umfaßt ein doppeltes Band den Knöchel und sichert dadurch einen festen Sitz. Die beiden Bänder sind durch ein drittes Band zusammengebunden, das als Einziges unverstellbar ist. Die anderen Bänder, hinter der Ferse, vor dem Knöchel und am Fuß haben auch Klettverschlüsse. Sie lassen sich verstellen und ermöglichen eine individuelle Passform.

Zuerst schienen die Bänder zu schmal und nicht strapazierbar im Vergleich zu der relativ harten Sohle, besonders nach den gewohnten robusten Riemen von Teva. Aber man gewöhnt sich schnell daran. Man muss allerdings damit rechnen, dass anfangs an den Verbindungsstellen der Bänder (Außenkante des Fußes) die kleinen Plastikringe reiben und drücken. Die Verbraucherrückmeldungen bestätigen, dass im Allgemeinen die Lizard-Sandalen Zeit zum Einlaufen brauchen. Ich habe ausgesprochen breite Füße, und ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Nach der Einlaufzeit saßen die Sandalen perfekt. Nach etwa dreimonatige Benutzung der Sandalen merkt man keine Abnutzung der Riemen.

Komfort

Die anatomisch geformte Oberfläche der Sohle sichert einen komfortablen Sitz. Die Sandale ist nach der Einlaufzeit besonders bequem. Obwohl die Sohle dick ist, ist sie ziemlich straff, und deshalb ist die Dämpfung der Ferse nicht perfekt. Wer an Skateschuhe gewöhnt ist, fühlt sich wie barfuß zu laufen. Kleine Kiesel drücken nicht durch die harte Sohle und deshalb kann man sie gut auf unterschiedlichem und steinigem Untergrund benutzen.

Sind wir froh, Vincent?

Eindeutig ja. Ich habe die Sandale nur unter städtische Verhältnisse getestet, extremen Bedingungen war sie noch nicht ausgesetzt. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich keinen Sandalfetisch habe, auf Touren ziehe ich immer Wanderschuhen oder -stiefel an. Ich meine aber, dass die Sandale ihre Fähigkeiten auch im Gelände beweisen würde. Für den Alltag ist sie einfach eine perfekte Wahl. Mit der Sandale kommen auch Breitfüßler voll und ganz auf ihre Kosten.

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