By Paraferee | August 18, 2015 | Last update on August 18, 2015

Pat‘s Beverages Bierbrau-Set

Instantbier für Wanderer und alle, die gern ein Bierchen zwitschern...

Es gibt doch einige von uns, die sich auf einer längeren Tour nach einem Glas kalten Bier sehnen. Doch kommt man durchaus an Orte, wo es in der Nähe weder Schutz- noch andere Häuser gibt. Den Gerstensaft in Flaschen mitzuschleppen, ist dann doch zu schwer und wer kann keine Geschichte von im Rucksack geplatzten Aludosen erzählen…? Wenn man also keinen Sherpa und/oder guten Freund hat, der einem die Getränke nachträgt, kann man beim Biergusto nur sehnsüchtig in die Ferne blicken. Doch ab jetzt ist alles anders, den Pat‘s hat das Instantbier erfunden.

Pat’s Beverages

Diese amerikanische Firma stellt seit 1997 tragbare Limonadenmacher und entsprechende Sirupe her. Ihre vorrangige Philosophie ist, mithilfe ihrer Produkte die umweltbelastenden Produktionsprozesse zu verringern, sei dies nun direkt oder indirekt. Mit dem Carbonator reduzieren wir den Kauf von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken, die in großindustriellen Verfahren hergestellt werden und dadurch – wenn auch in geringem Maße – die Umweltbelastung durch die Produzenten (weil diese grundsätzlich weniger erzeugen müssen). Außerdem ist das Verfahren, mit dem wir die Bläschen in unser Getränk bekommen, umweltfreundlich.

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Was ist nun mühsamer auf den Berg geschleppt? ©Paraferee

Letztes Jahr war dann endlich der Augenblick gekommen, in dem das breite Limonadenportfolio um etwas für jene, die dann doch ein wenig Alkohol dabei hätten, erweitert wurde. Gleich um zwei verschiedene Produkte. Natürlich war das nicht so einfach, wie es sich hier liest.
Die Sirupe, die aus alkoholhaltigen Getränken gefertigt werden, verlieren bei traditionellen Herstellungsprozessen ihren Alkoholgehalt bzw. ihre Qualität. Deshalb hat Pat‘s die Hybrid Bier-Technologie entwickelt (HBT – Hybrid Brewing Technology). Bei diesem Verfahren erhalten wir einen sehr hohen Alkoholgehalt (rund 60 %) und eine Geschmacksnote ohne Kompromisse. Wir müssen nur mehr Wasser und kleine Bläschen hinzufügen…

Aber wie kriegt man nun die Bläschen in den Saft?

Zuallererst benötigen wir eine Carbonator-Flasche. Das ist sowas wie eine stinknormale Plastikfeldflasche, deren Schraubverschluss ein wenig anders ist als üblich. Wir können Wasser in den Verschluss saugen und ein zusätzlicher kleiner Behälter kann in den inneren Teil eingeschraubt werden. In diesem befindet sich der Stoff, der Kohlendioxid erzeugt, und die entstehenden Gase werden durch den Deckel in den Flascheninhalt abgegeben.

So sieht das Set aus - Carbonatorflasche, Sirup, Indikator ©Paraferee
So sieht das Set aus – Carbonatorflasche, Sirup, Indikator ©Paraferee

Sodann benötigen wir Biersirup. Davon hat Pat‘s zwei Sorten im Angebot: ein helles namens Pail Rail und ein dunkles mit dem Namen Black Hops. Ersteres wir aus aromatischem Malz und Cascade-Hopfen (dies ist der in den USA allgemein verwendete Hopfen, mit intensiver, unverwechselbarer Geschmacksnote) gebraut und ergibt ein Bierchen mit 5,2 % Alkohol. Letzteres ist eine Mischung aus Cascade-Hopfen und dunkel geröstetem Malz, das ergibt ein bitteres Bier mit markantem Geschmack und einem Alkoholgehalt von 6,1 %.
Für echtes Bier mit Schaum brauchen wir dann noch den Indikatorstoff, aus dem wir mithilfe von Wasser Kohlendioxid in unser Getränk bringen… und kaltes, klares Wasser.

Na, dann trauen wir uns brauen! Hier und jetzt!

Der „Brauvorgang“ des Biers ist mehr als einfach: EINFÜLLEN-UMRÜHREN-SCHÜTTELN.
Zuerst entnehmen wir der Flasche den inneren Behälter. Wir füllen die Flasche mit ein wenig Wasser und schrauben den Verschluss – ohne inneren Behälter – wieder auf. Mithilfe des Hebels saugen wir Wasser ins Innere des Verschlusses, dann sichern wir wiederum den Hebel und schrauben die Flasche wieder auseinander.
Wir füllen die Flasche mit rund einem halben Liter kalten Wassers, wählen den gewünschten Biersirup aus und schütten ihn ins Wasser.
In den inneren Behälter füllen wir anschließend den Indikator, der aus zwei Komponenten besteht, und schrauben den inneren Behälter wieder in den Verschluss. Wir setzen der Verschluss auf und los geht‘s!
Wir entsichern dann den Hebel, dadurch kommt das aufgepumpte Wasser mit dem Indikator in Berührung und der Bläschenanreicherungsvorgang (einmal im Leben wollte ich ein solches Wort erfinden…) beginnt. Der Hebel wird wieder gesichert, wir halten die Flasche mit festem Griff und schütteln sie für zwei Sekunden. Nun öffnen wir den Hebel für einen Augenblick, lassen das Gas ab und beginnen alles wieder von neuem. Das wiederholen wir nun eine Minute lang, schließlich lassen wir die Flasche in noch geschlossenem Zustand stehen, damit auch der letzte Rest Gas in die Flüssigkeit übergeht.
Nach der Wartezeit schrauben wir den Verschluss ab, von der Unterseite der Flasche das verborgene Glas, und schon können wir uns dem Genuss von kaltem Bier mit Schaum hingeben, das wir in rund 2,5 Minuten vor Ort „gebraut“ haben. Prosit, meine Herren!

Und wie schmeckt es nun?

Nun, nicht wie Bier aus dem Laden, das eingekühlt war und gerade geöffnet wurde. Es schmeckt aber wirklich nach Bier und es sind auch Blubberbläschen drin. Es schmeckt ein wenig nach Bier, das 2 Stunden lang offen herumgestanden ist. Wenn ich aber irgendwo auf dem Berg bin und es nirgendwo eine Hütte, einen Imbissstand oder andere Lokalitäten gibt, in denen man Bier kaufen kann, verhilft das Bier von Pat‘s Beverages mitunter zu majestätisch-freudigen Augenblicken.

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Die äußerst bittere Note des Black Hop liegt mir irgendwie fern, Pail Rail ist jedoch angenehm im Geschmack – und nur leicht bitter. Beide Biere sind sehr stark, deshalb sollten wir uns gut überlegen, wann wir sie im Laufe unserer Tour vergenusszwergeln… während des Durchkletterns einer Wand wär ich nicht sonderlich scharf darauf, vielleicht danach – als Belohnung.

Ich will auch eins… Ich will auch eins!

Leider sind die Produkte von Pat‘s in Europa bisher nicht erhältlich, ja selbst innerhalb der USA findet man die Erzeugnisse nicht in allen Bundesstaaten. Auch ich erhielt das Set über Stroh- und Mittelsmänner. Das „Starterset“ ist relativ teuer, die Carbonator-Flasche kostet 40 Dollar, der Indikator im 12-er-Pack 6 Dollar, während die Bierkonzentrate im Viererpack um 10 Dollar zu haben sind.
Wenn wir nun den Kauf der Flasche nicht in unsere Kalkulationen miteinbeziehen, kostet ein großes Bier rund 2,3 €, was wirklich nicht billig ist. Doch am dritten oder vierten Tag fern von jeder Zivilisation, ist einem nichts mehr zu teuer…
Auf unserer Herbsttour durchs Slowakische Paradies haben wir von unserem Bierbrauen auch ein Video angefertigt.

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