By Benecz Ferenc | März 21, 2017 | Last update on März 22, 2017

Radfahren im Winter? Alles nur eine Frage der entsprechenden Kleidung

Eine Teufelei? Ach was!

Huh, das ist Extremsport! Du bist ein harter Bursch! Du radelst im Winter? Erkältest du dich nicht?

Das sind die typischen Fragen von Menschen, die im Winter noch nie Rad gefahren sind – oder überhaupt niemals Rad fahren –, wenn sie sehen, wie ich begeistert bei Minusgraden herumflitze. Eine Teufelei? Ach was!

Zuallererst ist es wichtig festzustellen, dass man sich für das Radfahren im Winter – wie auch für andere Outdoor-Aktivitäten – nicht dick, sondern warm anziehen muss. Das ist deshalb wichtig, weil sich sicher schon viele am Sporteln in Winter versuchten, aber falsch anzogen und sich dann wie ein „Michelin-Männchen” fühlten. Mit guter Kleidung und entsprechend angezogen, können wir uns frei und leicht bewegen, auch wenn es Temperaturen im tiefen Minusbereich hat. Und Gelenke und innere Organe erleiden, ist man entsprechend angezogen, beim Radfahren im Winter keinen Schaden.

Auf welchen Körperteil müssen wir besonders achten?

Beginnen wir damit, welche Körperteile wir nun vor der Kälte am besten schützen müssen. Das sind Knie, Taille, Schulter, Hals, Gesicht und Hände. Natürlich kann es, abhängig von der eigenen Sensibilität, vorkommen, dass du auch deine Augen oder Oberschenkel besser schützen musst. Doch die vorher Erwähnten sind die wichtigsten Punkte beim Radfahren im Winter. Warum? In diesen Körperbereichen sind die Gelenke und inneren Organe besonders stark der Kälte ausgesetzt. Um einer Entzündung oder Erkältung vorzubeugen oder dem Risiko einer späteren rheumatischen Erkrankung, müssen wir bei der Kleiderwahl sehr aufmerksam sein!

Was sollen wir also anziehen?

Wir wissen schon, welche Körperteile wir warmhalten müssen, und wir wissen auch, dass wir das mit so dünnen Kleidungsstücken wie möglich bewerkstelligen sollten. Was ziehen wir also zum Radfahren im Winter an?

Unser Ziel erreichen wir mit mehreren dünnen Schichten. Einerseits brauchen wir eine oder mehrere Schichten, die warmhalten, und eine weitere, die verhindert, dass diese Wärme einfach entweicht. Zu den empfohlenen Kleidungsstücken gehören weder Jeans, noch andere Baumwollkleidung. Diese Materialen trocknen langsam, nehmen Feuchtigkeit schnell auf, sind schwer und halten die Wärme nicht zurück. Es ist fast unmöglich, sich mit Baumwollkleidung bequem und warm genug anzuziehen. Technische Kleidungsstücke hingegen trocknen schnell, lassen die Feuchtigkeit, die unser Körper während der Bewegung abgibt, entweichen, sie sind leicht und warm… und äußerst dünn!

Na, dann ziehen wir uns mal an…

Erste Schicht

Als unterste Schicht ziehen wir uns Unterwäsche an, die unsere Taille warmhält, die Schultern, die Brust bzw. Knie und Oberschenkel. Wie dick die Unterwäsche sein soll, bestimmt die Temperatur bzw. die beabsichtigte Intensität des Radelns – wenn wir in der Stadt zum Arbeitsplatz unterwegs sind, ziehen wir uns wärmer an, als wenn wir bei der gleichen Temperatur sportliche Runden drehen. Die Unterwäsche besteht meist aus Kunstfaser oder Merinowolle, diese führen die Feuchtigkeit, die unsere Körper abgibt von der Haut ab, folglich haben wir ein trockeneres Gefühl.

Äußere Schicht

Danach ziehen wir – abhängig von der Temperatur – ein schnell trocknendes Oberteil an (z. B. ein Wintertrikot oder langärmeliges Trikot) oder gleich die Windjacke und Hose. Davon gibt es Softshell-Ausführungen, die neben der Windundurchlässigkeit auch extra warm sind und eben wind- und regenfest.

Die Hände

Unsere Hände schützen wir am besten mit Winterradhandschuhen. Diese Produkte sind wind- und regenfest, deshalb ist es auch kein Problem, wenn wir uns mal im Schnee abstützen oder ein Polarsturm über uns hereinbricht! Wählen wir Handschuhe, die für die Temperatur, bei der wir uns noch aufs Rad trauen, geeignet sind, denn Handschuhe, die unsere Patschhändchen auch bei -10 °C warmhalten, verwandeln sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Schmelzöfen. Wir können die Handschuhe auch kombinieren, wir können dann auf intensiveren Streckenabschnitten (bei Aufstiegen z. B.) eine Schicht ablegen und wenn es bergab geht, wieder eine anziehen.

Der Hals und was darüber ist

Zum Schutz unseres Halses ist zumeist ein dickerer Schlauchschal wunderbar geeignet. Wenn wir uns in extremer Kälte auf den Weg machen, sollten wir jedoch eine Schimaske verwenden, die auch unser Gesicht vor der Kälte schützt. Rechnen wir auf jeden Fall damit, dass die warme Luft, die wir ausatmen, vor allem nach oben, in Richtung Inneres unserer Brille entweicht, diese in Folge anlaufen kann und sich unsere Sicht einschränkt. Eine Lösung dafür ist, sich eine Maske zu besorgen, die unsere Atemluft ableitet oder wir können auch eine Schibrille aufsetzen, die beschlägt nicht und bietet unseren Augen außerdem zusätzlichen Schutz.

Die Füße

Wir dürfen auch unsere Füße nicht vergessen, denn im Winter werden sie leichter nass. Entweder ziehen wir Winterschuhe an, die wasserfest und warm sind oder wir verwenden Gamaschen.

Und noch etwas. Viele achten zu wenig auf den Schutz ihres Kopfes, obwohl einer Hirnhautentzündung oder frühem Haarverlust mit einer dünnen Mütze, die unter dem Helm getragen wird, vorgebeugt werden kann. Wir finden leicht auch windundurchlässige Ausführungen und die Kosten nicht mehr als 20-30 Euro.

Ich mache es wie folgt:

Ich ziehe zum Beispiel bis -5-7 °C dünnere, langärmelige Unterwäsche aus Kunstfaser an, ein langärmeliges Trikot und eine wind- und regenfeste Jacke sowie eine Fahrradkniehose und eine windfeste Überhose. Um meinen Hals wickle ich einen Schlauchschal, unter den Helm kommt eine windfeste Mütze. Wenn die Sonne scheint, ziehe ich dünne Stoffhandschuhe an und darüber Übergangshandschuhe.

Sollte es kälter als -5 °C werden, setze ich eine Maske auf und statt dem Trikot ziehe ich ein Polaroberteil über sowie Winterhandschuhe statt den Übergangsdingern.

Gutes Anziehen und erlebnisreiches Radfahren im Winter!

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Hier findest du wahre Meinungen von Outdoor Freaks, die nicht nur das Positive erzählen. Wenn wir aber sagen, dass ein Produkt cool ist, kannst du es ruhig glauben.

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