By Kakuk András | Oktober 13, 2016 | Last update on Oktober 13, 2016

SealLine „Urban Shoulder Bag” – Kuriertaschentest

Ist dir Regenfestigkeit wichtig, dann brauchst du nicht weiter zu suchen... Ein echter Biker lässt sich doch von ein wenig Regen nichts anhaben.

Ich auf keinen Fall. Ich lebe in Budapest und habe schon vor langem festgestellt, dass mit dem Auto in dieser Stadt zu verkehren, einem Selbstmord gleichkommt. In den meisten Städten ist man mit dem Rad viel schneller unterwegs, außerdem ist es „cooler“ und man hat auch noch Freude dabei. Selbst wenn man, so wie ich, relativ oft nass wird. Gute Regenbekleidung ist deshalb überaus wichtig, doch noch viel wichtiger ist eine Tasche, die der Sintflut standhält. Ich schleppe allerlei Dinge in meiner Tasche herum und der Großteil von diesen wäre zutiefst unglücklich, würde er nass werden. Seit Jahren schon benütze ich eine TNF-Kuriertasche, die fast nicht umzubringen ist. Aber nur fast. Während des jahrelangen Gebrauchs ist das Material an ein, zwei Stellen gebrochen und die wasserfeste Schicht ist abgegangen.

Ich hab mich also ausgesprochen gefreut, dass ich über die Firma SealLine stolperte, die ausschließlich regendichte Taschen, wasserfeste Kurierrucksäcke für den städtischen Gebrauch herstellt. An meinem ersten Arbeitstag im Herbst gab es gleich hervorragende Testbedingungen, denn sintflutartige Regenfälle signalisierten unmissverständlich, dass die Sommersaison vorbei war.

Man kann ihr nicht das Wasser reichen

Während langer Jahre stellte ich fest, dass ich, wenn es stark regnet, eine trockene Hose und Socken im Sack mitführen muss. Oben bleibe ich, dank der hervorragenden Überbekleidung, trocken. Dementsprechend voll ist meine Tasche immer.

Der Schnitt der SealLine-Taschen ist schön, kompakt. Das Material ist steif und strapazierfähig. Der Verschluss besteht aus einer Metallklammer, die in eine Schiene mit verschiedenen Öffnungen eingehängt wird. Diese Schiene hat 3 Öffnungen, in eine dieser wird, abhängig davon, wie fest wir die Tasche verschließen wollen oder wie sehr wir sie angestopft haben, der Haken eingehängt. Diesen Verschluss taufte man auf den Namen Quickclip, sein Vorteil ist, dass man ihn auch mit nur einer Hand leicht bedienen kann. Es sei angemerkt, dass diese Behauptung beim Öffnen unbedingt zutrifft, beim Schließen jedoch nur, wenn wenig Zeug in der Tasche ist.

Einpacken – Wieviel hat Platz?

Die nächstliegende Öffnung für den Verschlusshaken ist leider so weit entfernt, dass man die Tasche, wenn sie anständig bepackt ist, nur unter großer Anstrengung mit einer Hand schließen kann. Dann braucht man auch die zweite Hand dazu. Der Schnitt der Tasche, das Material und der Schließmechanismus sind alle perfekt in ihrer Regenbeständigkeit, doch lässt sich die Tasche nur schwer verschließen, wenn wir ihr gesamtes Fassungsvermögen ausnützen wollen.

Auf der Rückseite der Tasche befindet sich ein Belüftungssystem mit Löchern, das von einem starken Netz geschützt wird. Die Belüftung ist ein großer Pluspunkt, das Netz ist jedoch so widerstandsfähig geraten, dass es beim Radeln unangenehm am Rücken reibt, wenn man nur in einem T-Shirt unterwegs ist. Ist man wärmer angezogen, stört das nicht.

Viel Luft auch hintenrum

An der Tasche befindet sich auch ein Griff, was bei Kuriertaschen ziemlich unüblich ist; er ist aber durchaus ein Pluspunkt. Der Tragekomfort wird durch die Tatsache, dass sich der Griff nicht oben befindet, sondern ein wenig zur Hinterseite hin verschoben ist, negativ beeinflusst. Aus diesem Grund gerät der Griff während des Fahrens oft zwischen Tasche und Rücken und drückt unangenehm.

Die Tasche kann beidseitig getragen werden, der Gurt, der verhindert, dass sie seitlich verrutscht, kann nämlich an beiden Seiten angebracht werden.

Der Schultergurt ist mit dem gleichen Belüftungssystem gefüttert, wie der Hinterteil der Tasche. Der Gurt kann an einem Ende verstellt werden. Das hat den Nachteil, dass der Gurt während des Fahrens (wenn man die Tasche über die rechte Schulter wirft, befindet sich die Stellspange hinten), nur verstellt werden kann, wenn die Spange vorne ist. Ich stelle meine Tasche öfters während des Fahrens ein, weil ich da erst bemerke, dass sie sich unangenehm trägt. Wenn sie voll ist, ist der Gurt anders eingestellt, als wenn sie fast leer ist. Wenn unterwegs etwas aus der Tasche kommt, muss neu eingestellt werden; wenn die Schnalle verrutscht, muss neu eingestellt werden; oder, wenn einfach nur ein Tag ist, an dem einen alles ärgert, muss neu eingestellt werden. Einstellen kann ich also nur an einem Ende, habe ich sie andersrum umgehängt, muss ich die Tasche abnehmen.

Hier hamwa eine, dort nicht.

Regenfestigkeit

Da kommen keine Zweifel auf. Schon beim Draufschauen kann man feststellen, dass der Inhalt unmöglich nass werden kann. Das erste Mal, als ich mit dieser Tasche unterwegs war, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, in einen Regen vom Typ Weltuntergang zu geraten und die Tasche hielt stand. Außen an der Tasche ist, wie sich das gehört, keine Naht zu sehen, alles ist verschweißt, geklebt. Selbst die Außentasche hat einen regenfesten Reißverschluss. Das wasserfeste, strapazierfähige Material ist auch auf der Rückseite zu finden. Bei steifen Materialien wie diesen habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie bei längerem Gebrauch irgendwo springen oder brechen. Die SealLine ist so geschnitten, dass sei nur an zwei Stellen brechen kann und diese befinden sich an den zwei Seiten.

SealLine Kuriertasche – Innenleben

In dieser Tasche gibt es so viele Fächer, dass selbst die Unordentlichen Ordnung schaffen werden. Besonders liebenswürdig sind die Flaschenfächer an beiden Enden! Da kann man sich mit einem halb ausgetrunkenen Bier auf den Weg machen, ohne es zu verschütten!

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass den Designern die Regenfestigkeit das höchste Gut gewesen ist. Die Fehler bezüglich Bequemlichkeit sind leicht zu beheben, ich würde die Verschlussschiene weiter nach außen versetzen und weiter oben eine weitere anbringen, dass man die Tasche auch schließen kann, wenn sie voll ist.

Erst kommt der Herbst und dann der Winter. Ich habe das Gefühl, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

 

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