By Andras Kakuk | Juni 29, 2015 | Last update on Juli 3, 2015

Shimano X-alp Radrucksack

Für die Trans Slovenia Tour passte ein größerer Radrucksack (32 Liter), der genau für diesen Zweck entwickelt schien, sehr gut. Die brandneue Shimano-Entwicklung wurde von zweien von uns getestet, und wir kamen nicht zum gleichen Schluss. 

Shimano Radrucksack für längere MTB-Touren

Technische Details

Shimano bemüht sich, auch den Zubehörmarkt zu revolutionieren. Bei den Rucksäcken ist die Hauptattraktion das Gurtsystem, das man X-Harness taufte. Damit ist folgendes gemeint: Über der Brust werden die zwei Tragegurte nicht mit einem Brustgurt verbunden, sondern miteinander, deshalb verlaufen sie nicht in einer Linie mit den Schultern, sondern werden ungefähr am Brustbein miteinander verbunden und setzen sich im Halbrund zu den Aufhängepunkten fort. 
Obwohl der Radrucksack innerhalb eines weiten Bereichs verstellbar und an die verschiedenen Oberkörper anpassbar ist, haben ich (in Größe M – 176 cm) und Paraferee (188 cm) eine völlig unterschiedliche Meinung vom innovativen Gurtsystem. 

Erfahrungen

Ich fand das X-Harness-System besonders gut. Es war bequem, die obere Verbindung kann nicht nach unten rutschen, deshalb würgt es nicht und hält die Last so gut, dass der Bauchgürtel gar nicht geschlossen werden muss. Es gibt einen Nachteil: Wenn wir keine Radlerjacke tragen, sondern eine Tourenjacke mit Brusttaschen, dann können diese Taschen nicht benützt werden, weil sie der Gurt verdeckt. 
Eine besondere Überraschung war, dass die Reißverschlüsse der zwei großen Taschen, die sich am Bauchgürtel befinden, auch ohne Verbindung des Gurtes, mit einer Hand zu benützen waren. 
Als Neuigkeit kann betrachtet werden, dass der Helmhalter kein Netz ist, sondern eine große Tasche und die Haltegurte gleichzeitig auch die Kompressionsgurte sind, die dazu dienen, den Radrucksack niederzudrücken, damit der Schwerpunkt so nahe wie möglich am Rücken liegt bzw. die Sachen im Sack nicht allzu sehr durchgeschüttelt werden. Das hat aber zur Folge, dass die Kompression nur dann gut funktioniert, wenn der Radrucksack richtig vollgestopft ist. 
Die paar Nachteile, wegen denen Paraferee hier ein Schnütchen zieht, kann ich voll und ganz bestätigen.

Shimano X-alps Radrucksack

 

Weitere Dinge, die + Punkte verdienen:

große Taschen
brutal klasse Design
Regenhülle
ergonomische Formgebung

Minus

Einstellung des Bauchgurts und Unterbringung der Trinkflasche ärgerlich
Die Regenhülle bedeckt nicht den gesamten Sack, entlang des Bauchgurts kann Wasser eindringen

Paraferee meint:
Als ich den neuen 32-Liter-Radrucksack von Shimano sah, war ich sofort von der Neugier gepackt, weil ich ja einen lässigen Bag vor mir liegen hatte. Am Ende des vierten Tages gab ich ihn jedoch, ohne einen Moment nachzudenken, zurück. Der Giga-Ersatzteilhersteller öffnet sich seit ein paar Jahren auch in Richtung Zubehör. Aber es wäre ja kein Beinbruch, würde man zuerst mit schon erfahrenen Produzenten arbeiten, die ersten Serien herstellen lassen und langsam, mit immer mehr Erfahrung, Entwurf und Produktion übernehmen. In diesem Fall hatte ich aber das Gefühl, dass in der Shimano-Fabrik jemand eine spontane Idee hatte, die dann gleich auch noch mit viel Elan ausgeführt wurde.

Also, wo liegt nun das Problem?

Wir kommen gleich dazu, aber zuerst jene Teile, die gut funktionieren: der Sack ist voller Taschen. Wir können unser Zeug innen und außen an zahlreichen Orten verstauen. Sehr sympathisch waren die zwei ungewöhnlich großen Seitentaschen, die bei Rucksäcken dieser Größe unüblich sind, unüblich war auch die Tasche mit Reißverschluss am Bauchgurt. Der Radrucksack hat einen Helmhalter, der aber genauso gut zur Aufbewahrung unserer Jacke verwendet werden kann. Und auch eine Regenhülle, die mit Klettverschluss (sie rutscht während der Fahrt nicht herunter) oben am Sack befestigt werden kann… auf den vollen Radrucksack passt sie dann aber nicht mehr ganz drauf, umsonst ist der Klettverschluss oben auf dem Sack, es bleiben zwei große Öffnungen am Ende der Tragegurte, wodurch der Regen zwischen die Rückenstütze und den Sack hineinfallen kann. Doch warum entstehen dort zwei Öffnungen?
Weil man für den Rucksack ein besonderes System zur Einstellung der Tragegurte und der Taillenhöhe entwickelt hat, wodurch der gepolsterte Teil des Gurts, der aus dem Hinterteil des Sackes entspringt, ungefähr zweimal länger als üblich ist. Die Hülle wird am hinteren Teil mit einem Klettverschluss befestigt. Diesen können wir durch eine mit Reißverschluss versehene Öffnung, die seitlich am Rucksack entlanggeht, verstellen… (wenn wir über ein winziges Patschhändchen verfügen und ein wenig Praxis bei Magenoperationen gesammelt haben) denn auch hier versuchen wir mit zwei Händen in der Tasche herumzuwühlen und die Klettverschlüsse an den richtigen Ort zu bringen. Auch die Wasserflasche kann hier untergebracht werden, was bei einer größeren Ausführung schon sehr nervenaufreibend sein kann. Die Schultergurte können über der Brust direkt miteinander verbunden werden, damit erreicht man eine außergewöhnliche Stabilität (auch bei holprigeren Abfahrten rührte sich der Radrucksack nicht), doch auf längeren Fahrten entsteht bei Personen mit dickerem Hals (wie auch bei mir) ein würgendes Gefühl. 

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