By Horváth István | Juni 15, 2017 | Last update on Juni 15, 2017

Asics Gel Noosa FF

Der Asics Gel Noosa FF ist ein leichter, für Wettbewerbe oder schnelles Training gemachter Schuh.

Wir wie Jahr für Jahr beobachten können, entwickelt Asics regelmäßig seine Produkte weiter, die Neuerungen werden stets mit Spannung erwartet. Auch heuer hat der große Liebling wieder eine neue Technologie auf dem Markt eingeführt, diese hat man in den getesteten Asics Gel Noosa FF, einen Spross der schon wohlbekannten Gel Noosa Tri-Familie, und noch in zwei weitere Schuhe mit Erscheinungsjahr 2017, gesteckt. Ich habe den Gel Noosa FF getestet.

Die neue Technologie nennt sich FlyteFoam. Sie ist die neueste und spektakulärste Neuerung im Schuh, doch darüber hinaus gibt es noch einige erwähnenswerte Details, mit denen ich während des Tests Bekanntschaft schloss.

Der Asics Gel Noosa FF ist ein leichter, für Wettbewerbe oder schnelles Training gemachter Schuh, der, abgesehen davon, dass er in vielem an die alte Noosa Tri(athlon)-Linie erinnert, mit seiner Ausgestaltung und Erscheinung sich nicht nur in die Herzen der Triathlon-Gemeinde stehlen soll.

Asics Gel Noosa FF Quelle: ASICS

Gewicht:

250 Gramm, das ist die offizielle Gewichtsangabe auf der Homepage des Herstellers für die mittlere Größe. Ich habe diesmal nicht nachgewogen, doch glaube ich, dass diese Info im Großen und Ganzen stimmt und der Noosa FF somit in die Kategorie „leichte Laufschuhe“ eingereiht werden kann. Es ist hervorzuheben, dass der „berühmte“ Gel DS Trainer, ein Asics-Schuh, der für hohe Qualität steht und für ähnlich schnelles Laufen entwickelt wurde, auch noch um einige Gramm schwerer als der Noosa FF ist.

Polsterung, Tragekomfort

Wie ich es von Asics gewöhnt bin, konnte ich schon beim allerersten Mal maximalen Komfort beim Tragen der Schuhe fühlen. Er drückte und scheuerte nicht im Geringsten. Das ist der Tatsache zu verdanken, dass man den Gel Noosa FF – der Noosa Tri-Linie entsprechend – so entworfen hat, dass man ihn auf kürzeren Strecken – 5 km bis maximal 10 km – auch ohne Socken tragen kann. (Das ist natürlich auch geländeabhängig.) Es gibt keine hervorstehenden Nähte, alles innen ist mit feinen Übergängen gefertigt.

Nachdem der Schuh jedoch im Geiste der Triathlon-Idee geboren wurde, empfehle ich, für die Halbstrecke und für die ganze, also 21 bzw. 42 km auf jeden Fall Socken anzuziehen. Das bedeutet natürlich, dass der Schuh auch für „einfache“ Halbmarathon- oder Marathonläufer verwendbar ist, die Socken sind aber auch hier Pflicht.

Flexibilität, Biegsamkeit

Das Wesentliche der erwähnten FlyteFoam-Technologie ist kurzgefasst die Tatsache, dass Asics mit ihr die Haltbarkeit der Sohle und die Dämpfung gut lösen konnte, was bei Schuhen, die für längere Strecken gemacht sind, wichtig ist. Trotzdem bleibt der Laufschuh überaus leicht (250g). Der Test überzeugte mich, dass es sich bei diesem Schuh um einen Wettbewerbsschuh für die Halbmarathon-, Marathondistanz handelt.

Die Flexibilität der FlyteFoam-Technologie, die im mittleren Teil des Schuhs zu finden ist, wirkt dank des hier verarbeiteten Kevlargewebes jedem Schrittfehler entgegen. Die Sohle ist zwar auf den ersten Blick überaus dick, man erhält fast den Eindruck eines robusten Trainingsschuhs, die Biegsamkeit deutet aber eindeutig auf die Eigenschaften eines Langstreckenschuhs (leichterer Trainingsschuhs) hin.

Ein Schuh für schnelleres Laufen ist gut, wenn wir während des Laufens eigentlich nicht spüren, dass wir Schuhe tragen. Der Noosa FF ist so ein Schuh. Sowohl an längeren Tagen mit Läufen über anderthalb Stunden sowie bei schnellerem Lauf – unter 4 min/km – fühlte sich der Schuh an, als würde man nur Socken tragen.

Asics Gel Noosa FF Quelle: ASICS

Fersenstütze

Die Fersenstütze ist ein sehr wichtiges Element der Ausgestaltung des Schuhoberteils, besonders im Hinblick auf Stabilität und Komfort. Der Noosa FF folgt mit der gewohnt perfekten Fersenausgestaltung seinen Vorgängern, dem Gel Noosa Tri bzw. dem DS Trainer.

Belüftung, Atmungsaktivität

Die Schnürsenkel sind entsprechend lang, was wichtig ist, wenn jemand beim Zuschnüren auf Sicherheit geht und laut Hersteller garantieren Lage und Form der Schnürsenkellöcher dem Fuß gleichmäßigen „Halt“. Ich denke, die Schnürung ist bei diesem Schuh wie bei allen anderen, ich war aber vollkommen zufrieden damit.

Die Zunge fühlt sich sehr gut an und ist außerdem mit weichem Gummimaterial versehen, das beim Anziehen die Finger nicht abrutschen lässt. Letztere Eigenschaft ist natürlich beim Wechsel vom Rad zum Laufen beim Triathlon ein besonderer Vorteil. Außerdem – und auch hier hat man an den Triathleten gedacht – hat der Fersenteil des Noosa FF eine genial einziehbare, mit Gummi versehene Anziehschlaufe. Auch sie dient zum schnellen Wechseln beim Triathlon.

Das Oberteil, das vielleicht das schwächste Glied in der Kette ist, lüftet gut. Nachdem ich meinen Test im April durchgeführt habe, konnte ich den Schuh nicht wirklich in unter hitzigen Verhältnissen, doch garantieren die verwendeten Materialen und die Ausgestaltung eine hervorragende Atmungsaktivität des Schuhs. Leider muss der Hersteller in diesem Fall den Kompromiss eingehen, dass das Oberteil nicht ewig halten wird. Man kann nicht alles haben.

Stützung des Fußgewölbes, Stabilität

Der Hersteller des Noosa FF reiht diesen Schuh in die neutrale Kategorie. Hier muss ich erwähnen, dass ich immer eine innere Stütze benötige, die ich von vielen Asics-Schuhen auch erhielt, und obwohl der Noosa FF ein ausgesprochen neutraler Schuh ist, habe ich auch hier die Stützung meines Fußes erhalten. Selbst nach mehreren 20 km Läufen fühlte ich an meinem Fuß nichts Außergewöhnliches, was wahrscheinlich dem äußerst anpassungsfähigen FlyteFoam zu verdanken ist. Mit anderen, nicht gestützten Schuhen hatte ich bisher immer Probleme. Natürlich zeigt ein Test, der rund 50 km Laufen umfasst, nicht, inwiefern und wann die Sohle weicher wird, doch die Beschreibung der FlyteFoam-Technologie lässt darauf schließen, dass die Struktur der Sohle für lange Zeit erhalten bleibt.

Dämpfung

Über die Technologie, die man in der Sohle verbaut hat, habe ich schon gesprochen. Was noch hervorzuheben ist, ist der Drop zwischen Spitze und Ferse – 10 mm, die dabei helfen, dass der Schwerpunkt des Läufers eher vorne liegt und dadurch der dynamische Lauf unterstützt wird. Diese Eigenschaft gefällt nicht jedem, doch mir hat sie zufälligerweise gutgetan. Ich setzte meine Füße eher mit der gesamten Sohle auf, für aktivere Läufer, die eher auf Zehenspitzen laufen, ist diese Eigenschaft der Sohle nicht unbedingt vorteilhaft. Nachdem sich jedoch die meisten von uns nicht in dieser Geschwindigkeitskategorie bewegen, auch bei den Triathlonwettbewerben nicht, kann diese Eigenschaft sehr vielen zugutekommen.

Das Material eines Teils der Laufoberfläche ist – ganz in der Tradition der Gel Noosa Tri-Familie und nicht nur für die Triathleten nützlich – mit einer WetGrip-Schicht versehen, die in der eventuell nassen Wechselzone oder auf regennassem Asphalt ein rutschloses Vorankommen sicherstellt. Mir hat diese Schicht bei Nieselregen gute Dienste geleistet.

Asics Gel Noosa FF Quelle: ASICS

Gesamtpunktezahl:

Der Asics Gel Noosa FF ist ein sehr leichter Laufschuh für schnelles Tempo. Was das Gelände betrifft, ist er am ehesten unter den Straßenlaufschuhen einzureihen. Die neuen Entwicklungen, die man in den Schuh integriert hat, sind überaus nützlich und wäre das Oberteil haltbarer, könnte man dem Schuh durchaus die maximale Punktezahl geben. Der Verschleiß hat sich natürlich während meines relativ kurzen Tests noch nicht gezeigt, doch wer ihn regelmäßig benützt, muss durchaus damit rechnen, dass wir es hier nicht mit einem Schuh zu tun haben, der – wenn man ihn regelmäßig benützt – für 8-12 Monate gute Dienste leistet. Doch in Folge seiner Eigenheiten wird ein leichter Schuh wie dieser auch nicht für jedes Training verwendet.

Ich kann den Schuh allen wärmstens empfehlen, die ihre Bestzeiten auf Asphalt zwischen 10 km und Marathon heuer unbedingt verbessern wollen.

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