By Héjja Peti | November 4, 2016 | Last update on November 4, 2016

CAMP Trail Vest Light

Leichter, atmungsaktiver Laufrucksack im Test.

Der Bursche hört gerade mit dem Joggen auf. Ganz offensichtlich ist es ein neuer Laufrucksack, der an seinen Schultern hin- und herbaumelt. Entweder hat er den weiten Weg vom Ende der Welt hierher zurückgelegt oder aber hat sich völlig dem um sich greifenden Trend unterworfen und selbst für die halbe Stunde Dauerlauf einen supercoolen Sack umgeschnallt.

Ich behaupte ja nicht, dass er ihn vielleicht nicht brauchen würde – Schlüssel, Dokumente, ein bisschen Wasser, ein T-Shirt zum Umziehen – dennoch sieht dieses Behältnis doch ein wenig übertrieben aus.

Ich war neugierig, wie gut denn diese Rucksäcke funktionieren. Ich selbst laufe nie mehr als 15-20 km, was äußerst angenehm ist, weil man keine zusätzliche Ausrüstung mit sich herumschleppen muss. Ohne Wasser, super Energieriegel und von der NASA entwickeltem Regenmantel schaffe ich meine Strecke allemal.

Läuft man länger als 2-3 Stunden, kann ein Rucksack wie dieser schon ganz geschickt sein. Auf den immer hipperen Ultramarathons ist er geradezu ein Muss.

Ich war also neugierig, wie es sich mit einem solchen Sack so läuft. Kann man sich damit überhaupt normal fortbewegen? Im ersten Moment glaubte ich nicht daran.

Ich schnappte mir dann auch ein CAMP Trail Vest Light Produkt, um auf meine Fragen Antworten zu erhalten. Nachdem es sich um ein wirklich ernst zu nehmendes Produkt handelt, ersuchte ich meinen Freund, der öfter mal einen Ultra wagt, mir beim Test behilflich zu sein.

Es folgt also die Meinung eines Laufrucksackgreenhorns:

Ich habe auch mehrere erfahrene Läufer gefragt und sie haben angeblich noch keinen Rucksack gesehen, der mit einem so luftigen, atmungsaktiven, technisch durchdachten Rückenteil ausgestattet ist. Ich habe dann auch nicht lange überlegt und ihn im Juli, in Griechenland, ausprobiert.

Die Julitage kennen in Griechenland keine Gnade. Vergeblich sind die Berge von Chalkidike von Pinien bedeckt, an Trinkwasser braucht man doch einiges. Und einige Fotos schaden dann auch nicht, die ich während der Arbeit für meine Family mache, die am Campingplatz herumlungert. Der atmungsaktive Rücken der Trail Vest Light erhielt also die perfekte Testumgebung, diese war auch um 7 in der Früh schon gegeben. Ich wusste bald, dass man sich keinen falschen Hoffnungen hingeben darf, in der Hitze spürt man alles, was man auf dem Leib trägt und es bringt einen auch auf jeden Fall zum Schwitzen. Die Tasche bzw. Weste hat meine Atmungsaktivität spürbar beeinträchtigt, aber, wenn man was mitnehmen muss, ist sie die beste Wahl.

Das Gewicht der Trail Vest beträgt 295 gr – das ist eigentlich kein Gewicht. Die als sehr gut beurteilten Laufoberteile sind ebenfalls so schwer. Deshalb störte mich das Gewicht, obwohl ich das erste Mal mit dieser Trail Vest lief, überhaupt nicht.

Camp Trail Vest Light

Man sagt, am wichtigsten seien genügend Taschen und diese sollten an entsprechender Stelle und leicht erreichbar sein. CAMP ist der Gipfel aller Möglichkeiten. Vorne sind insgesamt 4 Taschen zu finden, jede ist leicht zu erreichen und auch mit einer Hand zu bedienen. Aber eine Sache haben die Italiener nicht beachtet. Die ständig wachsenden Größen der Telefone. Die Taschen nehmen ein iPhone 5 ohne Probleme auf, doch beim 6er gibt es schon ernste Probleme.

Meine erfahrenen Freunde haben auch gemeint, dass neben der Trinktasche noch ein leicht erreichbarer Platz für die Schlüssel sein sollte. Das ist eine grundsätzlich wichtige Funktion, doch wird die richtige Stelle selten getroffen, auch ist es schwierig, mit den Schlüsseln während des Laufens umzugehen.

In meinem Fall sieht die Frage ganz anders aus: Stören mich zwei Trinkflaschen, die immer unter der Achsel sind?

Ich dachte, dass ich dem Problem vorbaue und weiche Flaschen verwende. Bald hatte ich jedoch festgestellt: Wenn ich sie herausnehmen und wieder zurückstecken will, sind die weichen Trinkflaschen nicht wirklich geeignet, da man sie wegen des knappen Platzes nur schwer wieder zurückstecken kann, besonders, wenn nur mehr wenig Flüssigkeit drinnen ist. (Die Lösung in diesem Fall ist die mit Saugröhrchen.) Also bleibt wiederum das harte Ende, das mich sehr störte. Natürlich gewöhnt man sich daran, wenn man denn muss. Bis dahin verwende ich sie eben nicht.

Camp Trail Vest Light

Vielleicht ist das Produkt beleidigt, wenn ich das jetzt sage, doch mir gefielen die Multi-Sport-Möglichkeiten am besten. Zum Radfahren nehme ich ohnehin öfter einen Rucksack mit, der in seinen verschiedenen Varianten immer zu groß ist. Die 10 Liter große Trail Vest Light ist gerade ausreichend. Die Taschen in Reichweite garantieren, dass man den Rucksack so wenig wie möglich abnehmen muss.

Im Zusammenhang mit jeder Sportart stellt sich die Frage, inwiefern der Sack am Rücken hin und herschlenkert. Die Trail Vest Light ist in mehreren Größen erhältlich, deshalb soll man mit Bedacht wählen. Meine „Weste“ hat die Größe M, die Personen mit 170-180 cm empfohlen wird. Das scheint bei meiner Größe von 176 cm perfekt zu sein. Dennoch gelang es mir beim ersten Mal, in relativ leerem Zustand, nicht, die Weste so einzustellen, sodass diese nicht schlapp herunterhing.

Tatsache ist weiters, dass ich als Greenhorn nicht daran gewöhnt bin, dass irgendwas auf meinem Rücken hin und herhüpft. Über den Clou hat mich Peti Héjja in Kenntnis gesetzt. Péter ist kräftiger von der Statur, aber auch ihn störte die Weite der Laufweste. Sobald der Sack gefüllt war, benahm sich auch das Produkt ganz anders. In diesem Zustand schmiegte es sich perfekt an den Rücken. Ein kleines Problemchen ist, dass während eines langen Laufs der Inhalt der Tasche immer weniger wird (Wasser, warme Kleidung usw.) und dann stellt sich das Problem des Herumrutschens wiederum.

Die Jacke verhält sich bei unterschiedlicher Statur unterschiedlich und die wenigen Möglichkeiten zum Einstellen der Weste machen die Situation nicht wirklich einfacher.

Die weiteren technischen Neuerungen sind z.B. der Stockhalter, der, ohne abzulegen, benutzt werden kann. Ich hatte aber leider keine Möglichkeit, ihn zu testen. Ich habe ihn auch einem erfahrenen Kollegen weitergegeben, der in enger Freundschaft mit Laufrucksäcken ist.

Peti Héjja hat mehrere Male am Ultrabalaton, Spartathlon usw. teilgenommen.

Die Parameter der Weste sind 10 l und insgesamt 295 gr an Gewicht. Auf den ersten Blick und nachdem ich sie das erste Mal in der Hand hatte, war ich positiv vom innovativen Design überrascht. Es gibt einige ganz gute Lösungen, zuerst möchte ich dazu ein paar Worte sagen.

Die erste und auffälligste Eigenschaft für mich ist, weil ich sowas noch nicht gesehen habe, der Mechanismus, mit dem die Verschlüsse des Brustgurtes mit einer Bewegung geöffnet werden können. Wenn es kalt ist und die Finger steif sind oder im Dunkeln, ist es sicher eine große Hilfe, dass man nicht lange an den Verschlüssen herumfummeln muss. Reißt man an dem großen Gummiknopf, ist die Weste innerhalb einer Sekunde ausgezogen. Die Brustgürtel bestehen aus gummiertem Material, mit den Verschlüssen kann man alles individuell genau einstellen.

Camp Trail Vest Light

Das zweite praktische Feature ist die Möglichkeit zur Befestigung der zusammenklappbaren Tourenstöcke. Die Stöcke finden in einem kleinen, elastischen Körbchen am unteren Teil des Sackes Platz. Diese verhindern, dass die Stöcke während des Gehens hinausfallen. Oben, am Rückenteil, kann man durch das Ziehen eines Gummibandes innerhalb von Sekunden die hineingeschobenen Stöcke befestigen. Wollen wir sie, ohne anzuhalten, entnehmen, ist das kein Problem, wir brauchen nur über unsere Schultern zu greifen.

Am unteren Teil des Tragegurtes wurden vorne zwei große Taschen angebracht, in denen 2 bis zu 750 ml fassende Trinkflaschen Platz finden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Taschen am besten mit Softflaschen benützt werden können. Leider passen die traditionellen Plastiktrinkflaschen nicht so gut. Der Grund dafür ist, dass die Taschen sich am unteren Teil der Träger befinden. Mir haben sie gehörig auf die Rippen gedrückt.

An den unteren Teil der Flaschenfächer schließen zwei große Fächer mit Reißverschluss an. Diese sind leicht zu erreichen, man kann sie auch während des Laufens füllen. Mir fehlen die Einstellmöglichkeiten an jenem Punkt ein wenig, an dem die Brustgurte an den Sack anschließen, mit dieser Option wäre ein Rucksack noch individueller einstellbar. In unserem Fall schließen wir uns mit einem Gummiband an den Sack an, was zwar eine gewisse Elastizität ins Spiel bringt, doch so kann man die gewünschte Größe nur an einem Punkt, bei den Brustgurten, einstellen. An den Brustgurten ist noch je eine Tasche mit Reißverschluss für verschiedene Kleinigkeiten angebracht.

Der Rucksack besteht aus zwei gesonderten Teilen. Das Fach hinter dem Rücken ist von oben offen und es befindet sich ein Klettverschluss darin, mit dem man den Wasserbehälter befestigen kann. Das ist, so denke ich, großartig, da man nicht das ganze Zeug auspacken muss, wenn man ihn befüllen will. Ich entnehme nur den Behälter und dann stecke ich ihn wieder zurück. Das wär‘s. (Wenn wir einen Behälter verwenden, können wir die Flaschenhalter auch mit Schokoriegeln anfüllen – wir haben also um eine Tasche mehr.)

Das große Fach in der Mitte ist mit einem längs verlaufenden Reißverschluss versehen. Im Inneren befinden sich nur zwei kleine Taschen mit Klettverschluss. In diesen finden ein zusätzliches Paar Socken, ein Schlauchschal, ein Amulett oder Handschuhe oder irgendwelche wichtigen Kleinigkeiten bequem Platz. Wenn ich diese Dinge benötige, muss ich jedoch den ganzen Sack ausräumen. Es ist schade, dass es nur ein großes Fach gibt. Es wäre aber ebenso wenig gut, wenn es eine Million kleiner Taschen geben würde. Denn während des Laufens würde ich mich nur unheimlich aufregen, dass ich schon wieder einen falschen Reißverschluss aufgemacht habe. Ich denke, es wäre am idealsten, würde ein solcher Rucksack über mindestens 2-3 voneinander unabhängige Fächer verfügen. Ich vermisse die einstellbaren Gummibänder, mit denen die „Ladung“ gesichert werden kann, sollte nicht das volle Fassungsvermögen des Sackes ausgenützt werden.

Ich denke, wenn ich den Sack nur mit den Augen eines Geländeläufers betrachte, finde ich kleinere Fehler. Die individuellen Lösungen, die vielen kleinen Fächer, der gut befüllbare Rucksackteil machen es jedoch möglich, dass man ihn für kürzere, mitunter ganztägige Touren verwenden kann. Das Material ist leicht, strapazierfähig und ist gut durchlüftet. Der Laufrucksack ist ideal für leidenschaftliche Wanderer und auch Läufer.

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ÜBER TEST UND TIPPS

Hier findest du wahre Meinungen von Outdoor Freaks, die nicht nur das Positive erzählen. Wenn wir aber sagen, dass ein Produkt cool ist, kannst du es ruhig glauben.

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