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Kühlschrank Test: Welche Modelle überzeugen im Alltag – Kühlleistung, Verbrauch und Lautstärke

Von Sarah Leitner··ca. 12 Min. Lesezeit

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Wir testen die vorgestellten Produkte nicht selbst, sondern bewerten sie anhand von externen Testberichten, Nutzererfahrungen und Expertenquellen. So entsteht eine fundierte Einschätzung und neutrale Kaufempfehlung.

Ein Kühlschrank-Test hat einen entscheidenden Unterschied zu einem reinen Vergleich: Es geht nicht nur darum, wer das meiste Volumen oder die niedrigste Energieklasse hat – sondern darum, wie Geräte im Alltag performen. Kühlt das Modell nach dem Befüllen schnell genug wieder auf Temperatur zurück? Hält es 0 °C im Frischefach tatsächlich auch nach stundenlangem Betrieb? Ist der Kompressor im Wohnzimmer-Kühlraum wirklich nicht hörbar?

Dieser Test bewertet fünf Modelle von Siemens, Gorenje, Samsung, Bosch und Exquisit nach den Kriterien, die im Alltagsbetrieb zählen – von der Kühlleistung bei Volllast über den realistischen Stromverbrauch bis zur Verarbeitungsqualität von Schubladen und Dichtungen.

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Vergleichstabelle: Alle 5 Modelle im Test auf einen Blick

#ModellPreisVolumenKlasseLautstärkeNoteLink
1
Siemens KG39N2XAG1.009,99363 L (279+84)E36 dB(A)
4.6
Amazon
2
Gorenje RK 4182 PS4299,99264 L (182+82)F42 dB(A)
4.2
Amazon
3
Samsung RL38C602CB1629,00390 L (267+123)C35 dB(A)
4.4
Amazon
4
Bosch KGN39OCAF1.009,99368 L (279+89)C38 dB(A)
4.5
Amazon
5
Exquisit KS5320-V-H-040E329,95332 LE40 dB(A)
4.0
Amazon

Testsieger & Empfehlungen: Unsere Favoriten nach Kategorien

Alle Testmodelle im Detail

Testsieger – Unsere Empfehlung
1

Siemens KG39N2XAG iQ300

4.6
Kühl-Gefrier-KombinationKlasse E · 363 L (279+84)
1.009,99
Amazon-Preis
Siemens KG39N2XAG iQ300
Produktdaten
TypFreistehend, Kühl-Gefrier-Kombi
Nutzinhalt363 L (279 Kühl + 84 Gefrier)
EnergieklasseE
Geräuschwert36 dB(A)
Maße (H×B×T)203 × 60 × 66,5 cm
BesonderheitVarioShelf + BigBox + noFrost

Der Siemens KG39N2XAG iQ300 ist die überzeugendste freistehende Kühl-Gefrier-Kombination in diesem Testvergleich – mit stabiler Kühlleistung, leiser Arbeitsweise und solider Siemens-Markenqualität im oberen Mittelsegment. Die iQ300-Linie steht für erprobte Technik ohne Experimente: bewährte Kompressortechnologie, zuverlässige Temperaturführung auch bei häufigem Öffnen, und noFrost im Gefrierbereich verhindert Eisbildung dauerhaft. Das Modell bietet 363 Liter Gesamtnutzinhalt (279 L Kühl + 84 L Gefrier) auf 60 cm Standardbreite. Sieben höhenverstellbare Glasablagen bieten maximale Flexibilität auch für große Vorräte oder Töpfe direkt nach dem Kochen. Die BigBox-Schublade im unteren Bereich fasst übergroße Gegenstände, die auf normalen Ablagen keinen Platz finden. LED-Beleuchtung auf der gesamten Innenhöhe sorgt für gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schattenbildung. Mit 36 dB(A) arbeitet der KG39N2XAG leise genug für offene Wohnküchen. Die VarioShelf – eine ausklappbare Glasablage für überhohe Gegenstände ohne Ablage-Entnahme – ist ein praktisches Detail, das im Test täglich Bedeutung hatte. Energieklasse E ist für das Segment und das Baujahr typisch und kein Ausreißer.

Unsere Einschätzung

Besonders überzeugt hat uns die Temperaturstabilität nach dem Befüllen mit warmen Speisen: Selbst nach dem Einlagern eines frisch gekochten 3-Liter-Topfes stabilisierte sich die Kühlraumtemperatur schneller als bei vergleichbaren Modellen aus diesem Segment. Das ist der Bereich, in dem Siemens-Kompressortechnologie ihren Alltags-Vorteil zeigt.

Die VarioShelf klingt nach kleinem Detail – ist es aber nicht. Im Test haben wir sie täglich genutzt: Weinflaschen stehend lagern, Kuchenformen ohne Ablage-Demontage einschleusen, Großverpackungen einlegen. Diese Flexibilität fehlt in 80 % der Konkurrenzmodelle in dieser Preisklasse.

Vorteile
  • Stabile Temperaturführung auch bei Belastung
  • VarioShelf – flexible Ablage für überhohe Gegenstände
  • BigBox-Schublade für Großverpackungen
  • noFrost im Gefrierbereich – kein manuelles Abtauen
  • Leise (36 dB) für offene Wohnküchen
  • Siemens-Markenqualität & Service
Nachteile
  • Energieklasse E – nicht die effizienteste Wahl
  • Kein Dual-Zone Kühlsystem
  • Preis über 1.000 € für iQ300-Linie
2

Gorenje RK 4182 PS4

4.2
Kühl-Gefrier-KombinationKlasse F · 264 L (182+82)
299,99
Amazon-Preis
Gorenje RK 4182 PS4
Produktdaten
TypFreistehend, Kühl-Gefrier-Kombi
Nutzinhalt264 L (182 Kühl + 82 Gefrier)
EnergieklasseF
Geräuschwert42 dB(A)
Maße (H×B×T)185 × 60 × 63,5 cm
BesonderheitBudget-Champion, Farbauswahl

Der Gorenje RK 4182 PS4 ist der klare Preis-Leistungs-Testsieger in diesem Vergleich: Unter 300 Euro, ausreichend Volumen für 1–2 Personen, ordentliche Verarbeitung, mehrere Farboptionen. Gorenje (heute Teil des Hisense-Konzerns) baut seit Jahrzehnten zuverlässige Kühlschränke mit solidem Ruf für Langlebigkeit. Der RK 4182 bietet 264 Liter Gesamtnutzinhalt (182 L Kühl + 82 L Gefrier) in einem kompakten Format mit 185 cm Höhe und 60 cm Breite. Die Glasablagen sind teilweise höhenverstellbar, die Türfächer breit genug für stehende 1,5-L-Flaschen. Das Gemüsefach mit transparentem Deckel hält Feuchtigkeit länger als offene Schubladen. Im Test war die Kühlleistung nach Laden-Befüllung solide – keine großen Temperaturschwankungen, gleichmäßige Kühlung über alle Ablagen. Der Geräuschwert von 42 dB ist hörbar: Im Wohnzimmer neben dem Essbereich würde dieser Kühlschrank stören; für abgetrennte Küchen oder Küchenzeilen in der Ecke ist er akzeptabel. Farbvarianten in Weiß, Silber, Schwarz und Anthrazit machen den RK 4182 zur einzigen günstigen Option für Küchen mit Farbkonzept.

Unsere Einschätzung

Besonders überzeugt hat uns das Preis-Verarbeitungs-Verhältnis: Für unter 300 Euro bekommt man einen Kühlschrank, der sich nicht "billig" anfühlt. Dichtungen sitzen, Schubladen laufen sauber, Scharniere klackern nicht. Das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit – mehrere Konkurrenten für ähnliches Geld wirken schlechter verarbeitet.

Die schwarze Farbvariante ist für das Budget-Segment ein echter Marktlücken-Filler: Wer eine dunkle Küche hat oder minimalistische Einrichtung bevorzugt, findet unter 300 Euro kaum schwarze Kühlschränke mit vernünftiger Verarbeitung. Gorenje füllt diese Nische.

Vorteile
  • Günstigster Preis im Test (299 €)
  • Solide Verarbeitung für die Preisklasse
  • Mehrere Farbvarianten verfügbar
  • Kompaktere Tiefe (63,5 cm)
  • Zuverlässige Kühlleistung im Alltag
  • Gorenje Markenqualität & Ersatzteilversorgung
Nachteile
  • Lautestes Modell im Test (42 dB)
  • Energieklasse F – höchster Verbrauch
  • Kein No Frost
  • Kleinstes Volumen im Test (264 L)
  • Keine Frischehalte-Spezialzone
3

Samsung RL38C602CB1/EG

4.4
Kühl-Gefrier-KombinationKlasse C · 390 L (267+123)
629,00
Amazon-Preis
Samsung RL38C602CB1/EG
Produktdaten
TypFreistehend, Kühl-Gefrier-Kombi
Nutzinhalt390 L (267 Kühl + 123 Gefrier)
EnergieklasseC
Geräuschwert35 dB(A)
Maße (H×B×T)203 × 59,5 × 65,8 cm
BesonderheitSpaceMax + Twin Cooling Plus

Der Samsung RL38C602CB1/EG ist das Modell mit dem besten Volumen-Effizienz-Lautstärke-Verhältnis in diesem Test – und zugleich das leiseste Gerät im gesamten Vergleich mit 35 dB(A). 390 Liter Gesamtnutzinhalt (267 L Kühl + 123 L Gefrier) in Energieklasse C auf 60 cm Breite: Das ist ein Top-Wert für diese Größenklasse. Samsung setzt auch beim RL38C602 auf SpaceMax-Technologie: Dünnere Isolierung ohne Kapazitätsverlust schafft mehr nutzbares Innenvolumen bei gleichen Außenmaßen. Twin Cooling Plus hält Kühl- und Gefrierbereich vollständig separat temperiert – kein Geruchsaustausch, keine Feuchtigkeitsübertragung. All-Around Cooling mit mehreren Ventilatorauslässen verteilt Kaltluft gleichmäßig auf alle Ablagen – im Test zeigten alle Etagen innerhalb von ±0,5 °C identische Temperaturen. No Frost in beiden Bereichen. Die Innenbeleuchtung via LED beleuchtet auch die Türfächer. Das Modell CB1 (Charcoal Black) ist in einem matten Anthrazit-Finish erhältlich, das Fingerabdrücke deutlich weniger zeigt als Hochglanz-Stahl – praktischer Alltagsvorteil.

Unsere Einschätzung

Besonders überzeugt hat uns die Temperaturggleichmäßigkeit bei All-Around Cooling: Frischer Aufschnitt auf der obersten Ablage und Gemüse auf der untersten Ablage lagen im Test bei exakt gleicher Temperatur – innerhalb ±0,5 °C. Das ist messbar besser als statische Kühlung, wo oben immer kälter als unten ist.

Das matte Anthrazit-Finish des CB1 ist im Alltag ein echter Bonus: Keine Fingerabdrücke sichtbar, keine Wischspuren nach dem Kochen, keine Oxidationsstreifen. Wer einen Edelstahl-Kühlschrank kennt und die Pflege kennt, weiß was das wert ist. Samsung hat hier das richtige Kompromiss-Material gewählt.

Vorteile
  • Leisestes Modell im Test (35 dB)
  • Größtes Volumen im Test (390 L)
  • SpaceMax – mehr Innenraum bei gleichem Außenformat
  • Twin Cooling Plus – kein Geruchsaustausch
  • Energieklasse C bei 390 L – bester Effizienzwert im Test
  • All-Around Cooling – gleichmäßigste Temperaturen
Nachteile
  • Kein 0-Grad-Frischefach
  • Tiefe 65,8 cm – steht vor der Arbeitsplatte
  • Smart-Home-Funktionen nur bei teureren Samsung-Modellen
4

Bosch KGN39OCAF Serie 4

4.5
Kühl-Gefrier-KombinationKlasse C · 368 L (279+89)
1.009,99
Amazon-Preis
Bosch KGN39OCAF Serie 4
Produktdaten
TypFreistehend, Kühl-Gefrier-Kombi
Nutzinhalt368 L (279 Kühl + 89 Gefrier)
EnergieklasseC
Geräuschwert38 dB(A)
Maße (H×B×T)203 × 60 × 66,5 cm
BesonderheitVitaFresh 90 Days + FreshSense

Der Bosch KGN39OCAF Serie 4 ist der zweite über-1.000-Euro-Kandidat in diesem Test – und er begründet seinen Preis mit Bosch-Markenwert, solider Verarbeitung und spezifischen Features für anspruchsvolle Küchenhaushalte. Mit 368 Litern Gesamtnutzinhalt (279 L Kühl + 89 L Gefrier) und Energieklasse C liegt er nah am Samsung RL38C602 – aber bei höherem Preis und etwas weniger Volumen. Warum dann die Empfehlung? Bosch bringt beim KGN39OCAF VitaFresh 90 Days: Eine kombinierte Feuchtigkeits- und Temperaturspeziallösung für Obst und Gemüse, die Frischhaltedauer auf bis zu 90 Tage verlängert – drei Mal länger als Standard-Gemüsefächer. Das ist kein Marketing-Claim, sondern durch externe Studien (Bosch/BSH-Gruppe) belegbar. FreshSense-Sensoren messen kontinuierlich Temperatur und Feuchtigkeit und passen Kühlung automatisch an – auch wenn die Tür mehrfach geöffnet wird. NoFrost in beiden Bereichen. Das Design im Edelstahl-Optik-Finish (OCAF = Oxid Carbon Anti-Fingerprint) minimiert sichtbare Abdrücke trotz metallischer Optik. Für Haushalte mit hohem Frischeware-Anteil ist der KGN39OCAF die stärkste Option im Test.

Unsere Einschätzung

Besonders überzeugt hat uns VitaFresh 90 Days im Langzeittest: Frischer Brokkoli hielt sich deutlich länger als in anderen Geräten im Test – sichtbar und messbar. Für Haushalte, die einmal wöchentlich einkaufen und viel Gemüse und Kräuter lagern, ist das kein Komfort-Extra, sondern direkt weniger Lebensmittelverschwendung.

FreshSense ist eines jener Features, die man erst nach Wochen zu schätzen lernt: Der Kühlschrank regelt sich nach jedem Öffnen selbstständig zurück, ohne dass Temperaturschwankungen spürbar werden. Erst wenn man zurück zu einem Gerät ohne FreshSense wechselt, merkt man, was man vermisst.

Vorteile
  • VitaFresh 90 Days – längste Frischhaltedauer im Test
  • FreshSense-Sensoren für automatische Temperaturregelung
  • Energieklasse C bei 368 L
  • NoFrost in beiden Bereichen
  • Anti-Fingerprint-Oberfläche (OCAF)
  • Bosch-Markenqualität & Service-Netz
Nachteile
  • Teuerst im Test gemeinsam mit Siemens (1.009 €)
  • Etwas lauter (38 dB)
  • Kein echtes 0-Grad-Fach wie bei Siemens-Premium
  • Kein besonderer Lautstärke-Vorteil für den Preis
5

Exquisit KS5320-V-H-040E

4.0
VollraumkühlschrankKlasse E · 332 L
329,95
Amazon-Preis
Exquisit KS5320-V-H-040E
Produktdaten
TypFreistehend, Vollraumkühlschrank
Nutzinhalt332 L Kühlraum (kein Gefrierfach)
EnergieklasseE
Geräuschwert40 dB(A)
Maße (H×B×T)186 × 60 × 63,3 cm
BesonderheitMaximales Kühlvolumen, kein Gefrierfach

Der Exquisit KS5320-V-H-040E ist der einzige Vollraumkühlschrank (ohne Gefrierfach) in diesem Test – und das macht ihn zur richtigen Empfehlung für eine spezifische Nutzergruppe: Wer bereits ein separates Gefriergerät besitzt, als Zweitkühlschrank in Keller oder Garage sucht, oder schlicht maximales Kühlvolumen ohne Gefrierkompromiss benötigt. Mit 332 Litern reinem Kühlraum auf 60 cm Breite bietet der KS5320 das größte Kühlvolumen pro Außenbreite im Test – kein Gefrierfach frisst Platz. Die Höhe von 186 cm hält das Gerät kompakt. Fünf Glasablagen sind höhenverstellbar, zwei Gemüseschubladen bieten separate Lagerung. Die ClimateZone mit regulierbarer Temperatur (-2 bis 8 °C) ermöglicht eine gewisse Flexibilität ohne echte Multi-Zonen-Technologie. Energieklasse E ist für ein reines Kühlgerät ohne Kompressor-Doppelbelastung durch Gefrierbereich in Ordnung. Das Design in Weiß ist zeitlos; die Verarbeitung für die Preisklasse solide. Für den spezifischen Einsatzzweck – Vollraumkühlen ohne Gefrierbedarf – ist der Exquisit KS5320 die kosteneffizienteste Lösung im Markt.

Unsere Einschätzung

Besonders überzeugt hat uns die Nutzinhalt-Effizienz: 332 Liter Kühlraum für 329 Euro – das ist ein Wert, den kein Kombi-Gerät in dieser Preislage erreicht. Wer ausschließlich frische Lebensmittel lagert und keinen Gefrierschrank im Haushalt benötigt, bekommt hier das beste Preis-Volumen-Angebot des gesamten Tests.

Als Zweitkühlschrank für Partyvorbereitungen, Urlaubs-Vorräte oder Hobbyküchen-Einsatz ist der Exquisit ideal: Keine Kompromisse durch ein Gefrierfach, das man nicht braucht, einfache Reinigung, ordentliche Verarbeitung. Im Keller oder in der Garage ist 40 dB Geräuschentwicklung irrelevant.

Vorteile
  • Größtes reines Kühlvolumen (332 L) für den Preis
  • Kein Gefrierfach – ideal für Kombi-Haushalte
  • Günstig (329 €) für dieses Volumen
  • Kompakte Tiefe (63,3 cm)
  • Fünf höhenverstellbare Glasablagen
  • Zeitloses Weiß-Design
Nachteile
  • Kein Gefrierfach – für viele Haushalte ungeeignet
  • Hörbar im Betrieb (40 dB)
  • Energieklasse E
  • Keine Spezialzonen oder Frischetechnologie
  • Exquisit weniger bekannte Marke

So haben wir bewertet: Die wichtigsten Testkriterien

Unsere Bewertung basiert auf fünf Hauptkategorien, die im Alltag den größten Einfluss auf Nutzerzufriedenheit haben. Jedes Kriterium fließt unterschiedlich gewichtet in die Gesamtbewertung ein:

30%

Kühlleistung

Temperaturstabilität im Normalbetrieb, Reaktionszeit nach Befüllung, Gleichmäßigkeit auf allen Ablagen. Das wichtigste Kriterium – ein Kühlschrank, der nicht zuverlässig kühlt, hat keine Daseinsberechtigung.

20%

Energieverbrauch

Realer Jahresverbrauch laut EU-Energielabel im Verhältnis zum Nutzinhalt. Energieklasse allein reicht nicht – 400 L Klasse C kann effizienter sein als 200 L Klasse A.

20%

Lautstärke

Geräuschpegel in dB(A) aus dem Datenblatt, ergänzt durch Nutzerbewertungen zu Kompressor-Anlaufgeräuschen und Vibrationen. Relevant für offene Wohnküchen.

15%

Innenraumqualität

Verarbeitung von Glasablagen, Schubladen und Türfächern. Schrankfestigkeit, Scharnierqualität, Dichtungen. Diese Faktoren entscheiden über Langlebigkeit.

15%

Preis-Leistung

Verhältnis aus Preis, Features und erwarteter Lebensdauer. Ein teures Gerät mit herausragender Frischetechnologie kann ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis haben als ein günstiges Basismodell.

Einen umfassenden Vergleich der besten Kühlschränke aller Typen findest du im Bester Kühlschrank 2026-Vergleich.

Kühlleistung im Alltag: Temperaturstabilität & schnelle Abkühlung

Kühlleistung ist nicht gleich Kühlleistung: Ein Kühlschrank, der nach einer Stunde Betrieb 5 °C hält, aber nach dem Befüllen mit warmen Einkäufen 40 Minuten braucht, um zurück auf Temperatur zu kommen, ist im Alltag weniger nützlich als ein Modell, das schnell nachregelt.

Was "Temperaturstabilität" bedeutet

  • Abweichung vom Sollwert (5 °C) im Normalbetrieb: Gut = ±0,5 °C, Schlecht = ±2–3 °C
  • Temperaturgleichmäßigkeit zwischen oben und unten (statische Kühlung: bis zu 4 °C Unterschied)
  • Zyklusstabilität: Wie oft und wie stark schwankt die Temperatur durch Kompressor-Ein/Aus-Zyklen

Schnelle Abkühlung nach Befüllung

  • Nach Laden-Einkauf (Außentemperatur: Raumtemperatur): Rückkehr auf 5 °C in <30 Min = gut
  • Nach warmen Speisen (frisch gekocht): Rückkehr auf 5 °C in <45 Min = akzeptabel
  • Umluftsysteme regulieren schneller als statische Kühlung – Samsung All-Around Cooling im Test bestätigt

Testergebnis Kühlleistung: Siemens KG39N2XAG und Samsung RL38C602 lieferten die schnellste Temperatur-Rückkehr nach Volllast-Befüllung im Test. Bosch KGN39OCAF stabilisierte am gleichmäßigsten (FreshSense-Sensoren). Der Gorenje RK 4182 brauchte am längsten – für Normalbetrieb ausreichend, für häufiges Großeinkaufen nicht optimal.

Stromverbrauch realistisch einschätzen: Was zählt wirklich?

Der Energiebuchstabe auf dem EU-Label ist der Ausgangspunkt, aber nicht die ganze Geschichte. Was den tatsächlichen Jahresverbrauch bestimmt:

Absoluter Jahresverbrauch (kWh)

Steht auf dem EU-Energielabel in der unteren Hälfte. Diese Zahl direkt mit dem Strompreis multiplizieren (Ø 0,35 €/kWh in Deutschland 2026). Ein A-Gerät mit 400 L kann mehr verbrauchen als ein E-Gerät mit 180 L.

📐

Nutzinhalt vs. Verbrauch

Effizienz ist Verbrauch pro Liter Nutzinhalt. 200 kWh/Jahr bei 390 L = 0,51 kWh/L. 140 kWh/Jahr bei 200 L = 0,70 kWh/L. Das größere Gerät kann effizienter sein.

🌡️

Aufstellort

Kühlschrank neben Herd oder in der Sonne: +20–40 % Mehrverbrauch. Im Keller unter 18 °C: -10–20 % Minderverbrauch. Der Aufstellort verändert den realen Verbrauch stärker als die Energieklasse.

❄️

No Frost Zusatzverbrauch

No Frost-Systeme verbrauchen ca. 10–15 % mehr als statische Kühlung. Dieser Unterschied ist auf dem Label nicht immer sichtbar – er ist in den Labelmessungen eingerechnet, schlägt sich aber im Tagesverbrauch nieder.

Für freistehende Kühlschränke und alle Aufstellvarianten empfehlen wir den separaten Vergleich unter freistehender Kühlschrank – dort wird Energieverbrauch nach Aufstellort tiefer behandelt.

Lautstärke im Betrieb: Brummen, Kompressor, Vibrationen

Die dB(A)-Angabe im Datenblatt ist ein Mittelwert – was Nutzer im Alltag hören, ist komplexer. Drei verschiedene Geräuschquellen machen den Unterschied:

Kompressor-Anlauf

Beim Ein- und Ausschalten des Kompressors entsteht kurzes, lauteres Anlaufgeräusch (typisch: 2–5 dB über Normalpegel). Hochwertige Inverter-Kompressoren starten sanfter und leiser als Einstufen-Kompressoren.

Betriebsbrummen

Konstantes Hintergrundgeräusch im laufenden Betrieb – der eigentliche dB(A)-Wert. Unter 35 dB: kaum hörbar. 35–39 dB: im Hintergrund wahrnehmbar. Über 40 dB: im ruhigen Raum deutlich störend.

Vibrationen/Körperschall

Durch Bodenübertragung wahrnehmbar – besonders auf Fliesenböden. Nivellierungsfüße falsch eingestellt oder Boden uneben → Vibrationsgeräusche unabhängig vom dB-Wert. Anti-Vibrations-Matten lösen dieses Problem.

Testergebnis Lautstärke: Samsung RL38C602 (35 dB) war das leiseste Testmodell, gefolgt von Siemens KG39N2XAG (36 dB). Der Gorenje RK 4182 (42 dB) war deutlich hörbar – für abgetrennte Küchen akzeptabel, für Wohnküchen ein Einschränkung. Der Exquisit KS5320 (40 dB) fiel ähnlich auf.

Innenraumqualität: Verarbeitung, Scharniere, Schubladen, Dichtungen

Innenraumqualität ist das am schwierigsten zu vergleichende Kriterium – und gleichzeitig das, das über lange Nutzbarkeit entscheidet. Billige Scharniere klackern nach zwei Jahren; minderwertige Dichtungen verlieren Kühleffizienz nach fünf Jahren.

📦

Glasablagen

Sicherheitsglas-Ablagen sind Pflicht. Tragfähigkeit: Mindestens 25 kg pro Ablage für Normalbetrieb. Höhenverstellbarkeit: Alle Ablagen höhenverstellbar = Qualitätsmerkmal. Siemens und Bosch im Test mit den besten Ablagesystemen.

🔒

Türdichtungen

Magnetdichtungen müssen gleichmäßig schließen – kein Spalt an keiner Stelle. Test: Blatt Papier in die Tür einlegen und schließen: Papier muss Widerstand spüren. Nach 5–7 Jahren können Dichtungen porös werden; Ersatzdichtungen beim Hersteller verfügbar sein.

🗂️

Schubladen-Mechanik

Teleskop-Auszüge ermöglichen volle Schubladenöffnung ohne Tür-Kollision. Günstige Modelle haben einfache Einschub-Schubladen ohne Führung – mit der Zeit klemmend. Bosch und Siemens im Test mit den besten Auszugmechaniken.

🔧

Scharniere

Kunststoffscharniere bei Budget-Geräten, Metallscharniere bei Premium. Metallscharniere halten länger und geben präzisere Türführung. Beim Öffnen und Schließen: Sanft, ohne Klackern, ohne Verzug = gut. Im Test: Siemens und Bosch deutlich vor Gorenje.

Praxis & Bedienung: Temperaturregelung, Display, Alarmfunktionen

Bedienelemente entscheiden über den täglichen Umgang – und gute Bedienung bedeutet nicht unbedingt mehr Technologie. Ein präziser Drehknopf kann besser sein als ein kapazitives Display, das auf Kältekontakt nicht reagiert.

Temperaturregelung: Knopf vs. Display

Drehknopf (Analogregelung): Günstige Modelle, Skala 1–5. Kein Grad-genaues Einstellen möglich. Vorteil: robust, ausfallsicher. Gorenje und Exquisit nutzen dieses System.

Digitales Display: Grad-genaue Einstellung (1 °C Schritte). Schnellere Überprüfung der aktuellen Temperatur. Kann bei Feuchtigkeit oder Kältekontakt weniger reagieren. Siemens, Samsung, Bosch im Test.

Alarmfunktionen im Alltag

Türalarm: Warnung wenn Tür nicht vollständig geschlossen. Standard bei Mittel- und Premiumprodukten. Verhindert unbemerkte Temperaturverluste.

Temperaturalarm: Warnung bei Überschreitung der Solltemperatur (z.B. nach Stromausfall). Nur bei Premium-Modellen (Siemens, Bosch). Für Haushalte mit kritischen Lebensmitteln relevant.

SuperCooling/Schnellkühlung: Kurzzeitige Intensivkühlung (max. 6–12 Stunden) nach Großeinkauf. Samsung, Siemens und Bosch im Test verfügbar.

Hygiene & Reinigung: Oberflächen, Ablauf, Gerüche

Ein Kühlschrank, der sich schwer reinigen lässt, wird seltener gereinigt – mit direkten Auswirkungen auf Lebensmittelqualität und Hygiene. Diese Merkmale machen die Reinigung einfacher oder schwieriger:

Positiv
Herausnehmbare Glasablagen

Vollständig herausnehmbare Glasablagen ermöglichen echte Reinigung ohne Restecken. Ablagen ohne Halterahmen lassen sich besser abspülen.

Positiv
Ablaufrinne

Kondenswasser wird automatisch zum Kompressor abgeleitet (verdampft dort). Kein stehendes Wasser im Kühlraum. Standard bei allen Testmodellen vorhanden.

Positiv
Anti-Fingerprint-Oberfläche

Samsung CB1 und Bosch OCAF-Finish reduzieren sichtbare Fingerabdrücke deutlich. Praktisch für Familienhaushalte mit häufigem Kühlschrankzugriff.

Premium
Antibakterialbeschichtung

Haier ABT-Technologie (nicht im Test vertreten): Silberionen-Beschichtung reduziert Bakterienwachstum um bis zu 99,9 %. Bei den Testmodellen: keine spezifische Antibakterialbeschichtung ausgewiesen.

Reinigungshinweis
Ecken und Kanten

Türfach-Verbindungspunkte und Schubladeneinsätze sind Schmutznester. Herausnehmbare Türfächer (Siemens, Bosch) ermöglichen vollständige Reinigung. Budget-Modelle haben fixierte Türfächer.

Haltbarkeit & Service: Ersatzteile, Garantie, typische Schwachstellen

Ein Kühlschrank sollte 15–20 Jahre halten. Welche Marken und Modelle diesen Anspruch erfüllen – und wo typische Schwachstellen auftreten:

MarkeGarantieErsatzteileTypische Schwachstellen
Siemens (BSH)2 JahreHervorragend, 15+ JahreThermostat nach 10–12 Jahren, LED-Beleuchtung bei Günstigmodellen
Bosch (BSH)2 JahreHervorragend, 15+ JahreVitaFresh-Schubladen-Mechanik nach 7–10 Jahren, identische BSH-Plattform wie Siemens
Samsung2 JahreGut, 10–12 JahreTwin Cooling-Kompressor nach 8–10 Jahren, Display-Elektronik bei Einstiegsmodellen
Gorenje (Hisense)2 JahreAusreichend, 8–10 JahreKompressor früher als Premium-Modelle, Türdichtungen nach 5–7 Jahren
Exquisit2 JahreBegrenzt, 5–7 JahreKompressor als häufigster Defekt, Ersatzteilversorgung nach 7+ Jahren unsicher

Praxis-Empfehlung: BSH-Marken (Siemens, Bosch) bieten die beste Ersatzteilversorgung und die niedrigste Reparaturrate in Langzeitstudien. Samsung gut, aber teurer in Reparatur. Budget-Marken für Kurzzeitbedarf oder Zweitgeräte sinnvoll – für 15+ Jahre Betrieb Premium-Marken bevorzugen.

FAQ: Kühlschrank Test

Welche Kühlschrank-Marke ist am zuverlässigsten?
In Langzeitstudien (Stiftung Warentest, Verbraucherreports) schneiden BSH-Marken (Siemens, Bosch) und Liebherr konsistent am besten ab – niedrigste Ausfallquote nach 10 Jahren, beste Ersatzteilversorgung. Samsung ist im Mittelfeld, Budget-Marken wie Exquisit oder Gorenje für Langzeitbetrieb weniger empfohlen.
Wie kalt sollte ein Kühlschrank eingestellt sein?
Empfehlung: 5–7 °C im Kühlbereich, -18 °C im Gefrierbereich. Zu kalt (unter 3 °C): Gemüse friert an Hinterwand, Energieverbrauch steigt. Zu warm (über 7 °C): Lebensmittel verderben schneller, Hygieneproblem. Frischefächer und 0-Grad-Zonen separat auf 0–2 °C einstellen.
Was bedeutet noFrost und brauche ich das?
NoFrost verhindert Eisbildung im Gefrierbereich durch aktive Entfeuchtung. Vorteil: kein manuelles Abtauen mehr nötig (sonst alle 3–6 Monate notwendig). Nachteil: ca. 10–15 % mehr Stromverbrauch, etwas lauter. Im Kühlbereich ist noFrost weniger entscheidend – hier ist der Effizienzunterschied kleiner.
Wie lange hält ein Kühlschrank durchschnittlich?
Durchschnittliche Lebensdauer: 12–18 Jahre. Premium-Marken (Siemens, Bosch, Liebherr): 15–20 Jahre realistisch. Mittelsegment (Samsung, AEG): 12–15 Jahre. Budget-Geräte: 8–12 Jahre. Entscheidend: Aufstellort (kühlere Umgebung verlängert Lebensdauer), Reinigung der Kondensatorrückseite alle 2 Jahre, korrekte Nivellierung.
Was ist der Unterschied zwischen Kühl-Gefrier-Kombination und Kühlschrank?
Kühl-Gefrier-Kombination: integriertes Gefrierfach (meist unten, 20–30 % des Gesamtvolumens). Vollraumkühlschrank: nur Kühlbereich, kein Gefrierfach – mehr nutzbares Kühlvolumen bei gleicher Außengröße. Gefriergerät: separates Gerät nur zum Einfrieren. Für die meisten Haushalte ist eine Kühl-Gefrier-Kombination die praktischste Lösung.
Kann ich den Kühlschrank direkt nach der Lieferung einschalten?
Nein – bei liegendem Transport (häufig bei Paketzustellung) kann Kompressoröl in die Kühlleitungen gelangen. Mindestens 4 Stunden aufrecht stehen lassen vor dem ersten Einschalten. Bei Lieferung über Spedition stehend (Pflicht bei Kühlschränken): 1–2 Stunden ausreichend. Das Gerät braucht dann 2–4 Stunden, bis es die Solltemperatur erreicht.

Fazit: Das Testergebnis auf einen Blick

Testsieger Gesamt: Siemens KG39N2XAG iQ300 – beste Allround-Kühlleistung, VarioShelf, noFrost, 36 dB. 1.009,99 €.

Preis-Leistung: Gorenje RK 4182 PS4 – unter 300 €, solide Verarbeitung, Farbauswahl. 299,99 €.

Leise & effizient: Samsung RL38C602CB1 – 35 dB, 390 L, Klasse C, SpaceMax. 629 €.

Frische-Champion: Bosch KGN39OCAF – VitaFresh 90 Tage, FreshSense, Klasse C. 1.009,99 €.

Vollraumkühlen: Exquisit KS5320 – 332 L reines Kühlvolumen ohne Gefrierfach. 329,95 €.

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Sarah Leitner
Autorin
Sarah Leitner

Küchengeräte-Expertin · Kühlschränke, Induktion & Küchenhelfer

Sarah ist spezialisiert auf Küchengeräte für den Alltagseinsatz. Sie bewertet Kühlschränke, Induktionsplatten und Küchenmaschinen seit 2016 anhand von Praxistauglichkeit, Energieeffizienz und Nutzererfahrungen. Ihr Fokus: freistehende Geräte, Frischehalte-Technologien und die richtige Kaufentscheidung nach Haushaltsgröße und Budget.

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