Welche Speicherkarte braucht eine Dashcam, und warum ist die Frage schwerer, als sie klingt?
Eine Dashcam braucht eine microSD-Karte, die groß genug, schnell genug und dauerhaft genug ist. So weit ist die Antwort einfach. Schwer wird sie, sobald man wissen will, was „groß genug“, „schnell genug“ und „dauerhaft genug“ für die eigene Kamera bedeutet. Denn genau diese drei Angaben fehlen in den meisten Angeboten, und wo sie stehen, widersprechen sie sich manchmal innerhalb desselben Angebots.
Diese Seite beantwortet die Frage in Teilfragen, in der Reihenfolge, in der sie sich beim Kauf und im Betrieb stellen: wie groß die Karte sein darf und sein sollte, wie viele Stunden auf sie passen, welche Geschwindigkeitsklasse nötig ist, was die Schleife und der Parkmodus mit ihr machen, wie oft sie formatiert werden muss und woran man erkennt, dass sie aufgibt. Am Ende steht ein Assistent, der aus drei Angaben zur eigenen Kamera die passende Karte ableitet.
Die Teilfragen sind so gefasst, dass jede für sich gelesen werden kann. Wer nur wissen will, ob die beigelegte Karte reicht, springt zu diesem Abschnitt; wer eine Fehlermeldung der Kamera hat, zu den Anzeichen einer Karte, die aufgibt. Wer die Karte zum ersten Mal auswählt, liest von oben, denn Größe, Geschwindigkeit und Haltbarkeit hängen zusammen: Eine große Karte, die zu langsam ist, nützt so wenig wie eine schnelle, die nach wenigen Monaten aufgibt.
Wer noch keine Kamera hat, findet die Modelle in den Vergleichen dieses Bereichs, etwa im Vergleich Dashcam vorne und hinten, der für Front-Heck-Kameras die meisten Daten erzeugt und damit die größten Anforderungen an die Karte stellt. Diese Seite setzt voraus, dass die Kamera feststeht, und kümmert sich nur um das, was in ihren Kartenschacht kommt.
Eine Vorbemerkung zur Größe der Karte, bevor es um Technik geht: Mehr Speicher heißt bei einer Dashcam nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr gespeicherte Fahrten. Wer die Kamera so betreiben will, wie es Bundesgerichtshof und Datenschutzbehörden für zulässig halten, achtet auf eine kurze Vorhaltezeit. Was das für die Einstellung bedeutet, steht im Ratgeber Ist eine Dashcam erlaubt?; hier geht es um die Karte, die diese Einstellung zuverlässig trägt.
Diese Seite gehört zum Bereich Dashcams, der sechs Fragen auf sechs Seiten beantwortet und sie in einer Übersicht ordnet. Wer nach dem Lesen weiterfragt, findet die Antworten dort, etwa in Dashcam einbauen, Dashcam mit Parküberwachung und Ist eine Dashcam erlaubt?.
Was sagen 83 Angebote über die Karte?
Gelesen wurden am 26.10.2026 die Detailseiten von 83 Dashcams aus den Suchen der drei Vergleiche dieses Bereichs. Gezählt wurde, was sie zur Speicherkarte angeben: im Datenblatt, in den Aufzählungspunkten, in der Beschreibung und auf den Herstellerseiten des Angebots.
Die Werte als Liste
- nennen eine größte unterstützte Karte (57 von 83): 69 Prozent
- legen eine Karte bei (50 von 83): 60 Prozent
- sagen etwas zum Formatieren (5 von 83): 6 Prozent
- widersprechen sich bei der Kartengröße (4 von 83): 5 Prozent
- nennen eine Aufnahmezeit je Karte (3 von 83): 4 Prozent
- nennen eine Geschwindigkeitsklasse (3 von 83): 4 Prozent
- nennen eine Karte für Dauerbetrieb, „Endurance“ (0 von 83): 0 Prozent
57 der 83 Angebote nennen, wie groß die Karte höchstens sein darf; 26 sagen es nicht. 50 legen eine Karte bei. Damit endet die Auskunft bei den meisten. Eine Geschwindigkeitsklasse, also die Angabe, wie schnell die Karte mindestens schreiben muss, nennen 3, zwei Angebote von GKU und eines von 70mai, jeweils mit „U3 oder höher“ oder „U3/V30“. Eine Aufnahmezeit je Karte nennen 3, und diese drei Angaben passen nicht zueinander, wie weiter unten zu sehen ist.
Am auffälligsten ist die Lücke beim Dauerbetrieb. Eine Dashcam schreibt bei jeder Fahrt ununterbrochen auf die Karte und überschreibt die ältesten Dateien. Für diese Belastung gibt es Karten, die ausdrücklich dafür gebaut sind, meist mit „Endurance“ im Namen. Kein einziges der 83 Angebote, 0 von 83, erwähnt eine solche Karte oder den Begriff. Der Hersteller VIOFO tut es dagegen auf seiner eigenen Seite deutlich, und sein Hinweis ist einer der wichtigsten auf dieser Seite.
Die 4 Angebote, die sich bei der Kartengröße widersprechen, verdienen einen eigenen Abschnitt, weil sie zeigen, wie wenig man sich auf ein einzelnes Feld im Datenblatt verlassen kann. Zuerst aber die Frage, die sich jeder Käufer zuerst stellt: Wie groß darf die Karte sein?
Zur Einordnung der Zählung: Gezählt ist, was ein Käufer vor dem Kauf im Angebot lesen kann. Viele Anleitungen und Supportseiten der Hersteller enthalten mehr, etwa eine Liste geprüfter Karten oder eine Empfehlung zur Klasse. Die Zählung beschreibt also nicht, was die Hersteller wissen, sondern was sie im Angebot sagen. Und dort steht zur Karte, von der Größe abgesehen, fast nichts.
Wie groß darf die Karte höchstens sein?
Jede Dashcam unterstützt Karten bis zu einer bestimmten Größe. Eine größere Karte erkennt sie nicht, formatiert sie nicht oder zeichnet auf ihr nicht zuverlässig auf. Diese Grenze steht im Datenblatt meist im Feld „Maximale unterstützte Speichergröße der Flash-Speicherkarte“ oder im Text als „bis zu“ mit einer Zahl. Unter den 57 Angeboten mit Angabe verteilen sich die Grenzen so: 23 nennen 512 GB, 18 nennen 256 GB, 6 nennen 1 TB, 4 nennen 128 GB, 4 nennen 32 GB und je eines 64 GB und 16 GB.
Die meisten aktuellen Kameras vertragen also große Karten, 256 GB und mehr. Die Grenzen von 32 und 16 GB finden sich vor allem bei älteren oder einfacheren Modellen, darunter bei einer Kamera von Garmin, deren Datenblatt 16 GB als Grenze und als beigelegte Karte nennt. Wer eine solche Kamera hat, kauft keine größere Karte, auch wenn eine größere in den Schacht passt.
Die Grenze steht nicht immer dort, wo man sie sucht, und manchmal steht sie falsch. Bei einem Angebot von REDTIGER nennt das Datenblatt 32 GB als größte unterstützte Karte, legt aber eine Karte mit 128 GB bei, und ein drittes Feld nennt 256 GB Speicherkapazität. Bei einem zweiten Angebot derselben Marke steht 64 GB als Grenze, beigelegt sind 128 GB. Bei einem Angebot von KAWA nennt ein Feld 128 GB, ein anderes „max. 256 GB“, und bei einem Angebot von VANTRUE steht im Datenblatt 1 TB, in einem Hinweis desselben Angebots „bis 512 GB“.
Was davon stimmt, lässt sich aus dem Angebot nicht klären. In den beiden Fällen, in denen die beigelegte Karte größer ist als die angebliche Grenze, spricht viel dafür, dass das Feld falsch ausgefüllt ist, denn ein Hersteller legt kaum eine Karte bei, die seine Kamera nicht liest. Sicher ist das nicht. Die verlässliche Quelle ist die Anleitung oder die Supportseite des Herstellers, nicht das Datenblatt des Händlers.
Die Widersprüche haben eine einfache Ursache: Das Datenblatt eines Angebots füllt der Händler in vorgegebene Felder, die Aufzählungspunkte schreibt oft jemand anderes, und die Inhalte des Herstellers kommen von einer dritten Stelle. Ein Feld wie „Speicherkapazität“ ist für eine Kamera ohne eingebauten Speicher ohnehin missverständlich; manche Angebote tragen dort die beigelegte Karte ein, andere die Grenze, wieder andere einen dritten Wert.
Daraus folgt eine einfache Regel: Die Grenze aus der Anleitung der Kamera hat Vorrang vor jedem Feld im Angebot. Wer die Anleitung nicht hat, findet sie bei den meisten Herstellern zum Herunterladen. Und wer unsicher ist, wählt eine Karte, die nicht größer ist als die beigelegte, denn die hat der Hersteller mit seiner Kamera ausgeliefert.
Eine zweite Regel betrifft Karten, die größer sind als die Grenze der Kamera. Manche Kameras erkennen eine solche Karte trotzdem, zeigen aber nur einen Teil des Speichers an oder melden nach einer Weile Fehler. Was im Einzelfall passiert, lässt sich aus den Angeboten nicht ablesen, und ein Versuch lohnt sich nicht: Die Karte, die die Kamera offiziell unterstützt, ist für die Schleife ohnehin groß genug.
Was bedeuten SDHC, SDXC und das Dateisystem?
Hinter den Grenzen stehen die Kartenformate, die die SD Association festgelegt hat, der Verband, der den SD-Standard pflegt. Nach seiner Übersicht reicht SDHC von über 2 bis 32 GB und nutzt das Dateisystem FAT32. SDXC reicht von über 32 GB bis 2 TB und nutzt exFAT. Darüber beginnt SDUC mit bis zu 128 TB, das in Dashcams keine Rolle spielt.
Die Grenze von 32 GB, die bei manchen älteren Kameras steht, ist deshalb kein Zufall: Es ist die Grenze zwischen SDHC und SDXC. Eine Kamera, die nur SDHC kennt, kann mit einer SDXC-Karte nichts anfangen, auch wenn diese in den Schacht passt. Die Karten sehen gleich aus, unterscheiden sich aber im Aufdruck: „HC“ oder „XC“ neben dem SD-Logo.
Beim Dateisystem gibt es eine Besonderheit. Viele Dashcams formatieren auch große Karten in FAT32, nicht in exFAT, obwohl der Standard für SDXC exFAT vorsieht. VIOFO etwa rät Mac-Nutzern, die Karte im Festplattendienstprogramm als „MS-DOS (FAT)“ zu formatieren, also als FAT32, und bietet für Windows ein eigenes Werkzeug zum Formatieren an. Welches Dateisystem die eigene Kamera erwartet, steht in ihrer Anleitung.
Für den Alltag heißt das: Die Karte am besten in der Kamera formatieren, nicht am Rechner. Dann wählt die Kamera selbst das Dateisystem, das sie braucht, und man muss es nicht kennen. Keines der 83 Angebote nennt übrigens ein Dateisystem, weder FAT32 noch exFAT. Das ist ein weiterer Grund, die Formatierung der Kamera zu überlassen.
Eine weitere Angabe auf der Karte ist für die Dashcam ohne Bedeutung: die Bauform. Fast alle Dashcams nehmen microSD-Karten, und viele Karten werden mit einem Adapter auf die größere SD-Bauform verkauft. Der Adapter dient nur zum Auslesen am Rechner. In der Kamera steckt die kleine Karte allein, und der Adapter bleibt im Handschuhfach oder am Schreibtisch.
Wie groß sollte die Karte sein?
Die Grenze sagt, wie groß die Karte sein darf. Wie groß sie sein sollte, ist eine andere Frage. VIOFO nennt auf seiner Seite zu Dashcam-Karten 64 GB als kleinste empfohlene Größe für eine Dashcam, genug für einige Stunden Aufnahme. Für lange Reisen oder gewerbliche Nutzung rät der Hersteller zu 128 oder 256 GB, die die meisten seiner Kameras unterstützen; einige unterstützen 512 GB.
Legt man diese Empfehlung an die beigelegten Karten an, liegen 9 der 50 darunter: sieben mit 32 GB, eine mit 16 GB und eine mit 8 GB. 25 Angebote legen 64 GB bei, 16 legen 128 GB bei. Größere Karten legt keines der 83 Angebote bei. Die beigelegte Karte ist also in den meisten Fällen ein brauchbarer Anfang, bei einem Fünftel der Angebote mit Karte aber kleiner, als ein Hersteller selbst empfiehlt.
Größer ist nicht automatisch besser. Eine größere Karte hält mehr Stunden vor, bevor die Schleife die ältesten Dateien überschreibt. Für den Fall eines Unfalls ist das kein Vorteil, denn das wichtige Video wird vom G-Sensor ohnehin geschützt. Für den Datenschutz ist es ein Nachteil, denn die Karte speichert dann Fahrten, die niemand braucht. Wer die Schleife kurz einstellen kann, braucht keine riesige Karte; wer sie nicht einstellen kann, ist mit einer kleineren Karte sogar besser bedient.
Ein Grund für mehr Speicher bleibt: der Parkmodus und Kameras mit zwei oder drei Kanälen. Beide füllen die Karte schneller, der eine durch zusätzliche Aufnahmen im Stand, die anderen durch mehrere Videoströme gleichzeitig. Wie stark, zeigt die Tabelle im nächsten Abschnitt.
Wer mit der Kamera auch Fahrten festhalten will, etwa eine schöne Strecke im Urlaub, braucht ebenfalls mehr Speicher, aber nicht auf Dauer. Für solche Fahrten ist es sinnvoller, die gewünschten Dateien rechtzeitig zu sichern, als die Schleife durch eine riesige Karte zu verlängern. Wer Fahrten filmen will, um sie zu zeigen, ist ohnehin mit einer Action-Cam besser bedient, die für diesen Zweck gebaut ist; am Motorrad etwa zeigt der Vergleich Action-Cams für das Motorrad, welche Kameras dort taugen.
Wie viele Stunden passen auf eine Karte?
Wie viel Video auf eine Karte passt, hängt an der Datenrate, mit der die Kamera aufzeichnet, und die hängt an Auflösung, Bildrate, Zahl der Kanäle und der eingestellten Qualitätsstufe. VIOFO veröffentlicht dazu eine Tabelle mit geschätzten Aufnahmezeiten für mehrere Modelle und Stufen. Die folgende Auswahl zeigt die Spanne, von einer einfachen Frontkamera bis zu einer Kamera mit drei Kanälen.
| Modell und Aufnahme | Stufe | 64 GB | 128 GB | 256 GB | 512 GB |
|---|---|---|---|---|---|
| A119 MINI 2, vorn 2K 30 fps | niedrig | 7 h 6 min | 14 h 12 min | 28 h 24 min | 56 h 48 min |
| A119 MINI 2, vorn 2K 30 fps | hoch | 4 h 20 min | 8 h 40 min | 17 h 20 min | 34 h 40 min |
| A119M PRO, vorn 4K 30 fps | hoch | 3 h 35 min | 7 h 24 min | 14 h 23 min | 28 h 46 min |
| A229 Pro 2CH, 4K vorn und 2K hinten | normal | 2 h 38 min | 5 h 16 min | 10 h 32 min | 21 h 4 min |
| A229 Pro 3CH, dazu 1080p innen | normal | 2 h 6 min | 4 h 12 min | 8 h 24 min | 16 h 48 min |
| A329S 3CH, 4K und zweimal 2K | maximal | 1 h 6 min | 2 h 12 min | 4 h 24 min | 8 h 48 min |
Die Spanne ist groß. Auf dieselbe Karte mit 128 GB passen bei der einfachen Frontkamera in der niedrigsten Stufe gut 14 Stunden, bei der Kamera mit drei Kanälen in der höchsten Stufe gut 2 Stunden, ein Faktor von mehr als sechs. Eine Angabe wie „128 GB reichen für X Stunden“ ist ohne Modell und Einstellung deshalb wertlos. VIOFO schreibt selbst dazu, dass die Zeiten je nach Dateigröße, Auflösung, Datenrate und weiteren Einstellungen abweichen.
Für die Wahl der Karte bedeutet das, die eigene Einstellung zu kennen. Wer die Qualitätsstufe nie geändert hat, nutzt die Werkseinstellung, und die steht in der Anleitung oder im Menü der Kamera. Wer eine höhere Stufe wählt, bekommt ein schärferes Bild und eine kürzere Schleife, und wer eine niedrigere wählt, das Umgekehrte. Für die Beweissicherung entscheidet meist, ob Kennzeichen lesbar sind, nicht die höchste Stufe.
Für die Wahl der Karte genügt eine grobe Rechnung. Eine Frontkamera in mittlerer Qualität füllt grob 12 bis 16 GB in der Stunde, eine Kamera mit zwei oder drei Kanälen 20 bis 40 GB, wenn man die Werte der Tabelle zurückrechnet. Wer täglich eine Stunde fährt und die Schleife ein paar Fahrten vorhalten lassen will, kommt mit 64 GB bei einer Frontkamera und mit 128 GB bei einer Front-Heck-Kamera aus.
Wichtig ist dabei, dass die Zeit in der Tabelle die gesamte Karte meint. Ein Teil davon ist bei vielen Kameras für geschützte Dateien reserviert, und der Parkmodus nimmt weiteren Platz. Die Zeit, die die Schleife tatsächlich vorhält, ist deshalb kürzer als der Tabellenwert.
Bemerkenswert an der Tabelle ist auch, wie wenig die Auflösung allein aussagt. Die A119M PRO in 4K füllt die Karte in der hohen Stufe kaum schneller als die A119 MINI 2 in 2K in derselben Stufe, 7 Stunden 24 Minuten gegen 8 Stunden 40 Minuten auf 128 GB. Entscheidend ist die Datenrate, die der Hersteller für jede Stufe festlegt, und die steht nicht auf dem Karton. Wer sie kennen will, findet sie in der Anleitung oder ermittelt sie selbst, indem er die Größe einer Datei durch ihre Länge teilt.
Warum passen die Stundenangaben der Angebote nicht zusammen?
Nur 3 der 83 Angebote nennen, wie viele Stunden auf eine Karte passen. Die Grafik setzt die beiden Angaben, die sich auf 128 GB beziehen, neben die Spanne aus der Tabelle von VIOFO.
- Spanne der VIOFO-Tabelle: 2,2 bis 14,2 Stunden
- 70mai A800SE, nur Frontkamera, Full HD: 8 Stunden — im Korridor, „ca. 8 Stunden (mit 128 GB bei FHD/30fps)“
- REDTIGER F7NP, 4K: 20 Stunden — außerhalb des Korridors, „über 20 Stunden kontinuierliche 4K-Aufnahme“
70mai nennt für die A800SE ungefähr 8 Stunden auf 128 GB, ausdrücklich nur für die Frontkamera allein und in Full HD. Das liegt mitten in der Spanne von VIOFO. REDTIGER nennt für die F7NP „über 20 Stunden“ in 4K auf der beigelegten Karte mit 128 GB, mehr als jede Zeit, die VIOFO selbst für eine einfache Frontkamera in 2K und niedrigster Stufe nennt. Möglich ist das nur mit einer deutlich niedrigeren Datenrate, und die nennt das Angebot nicht.
Die dritte Angabe stammt von einer Kamera der Marke DaoWhisper, deren beigelegte Karte mit 32 GB „bis zu 48 Stunden“ speichern soll. Auf 128 GB umgerechnet wären das 192 Stunden, weit außerhalb der Achse dieser Grafik. Eine Auflösung oder Datenrate nennt das Angebot dazu nicht. Ob die Zahl eine Zeitraffer- oder Parkaufnahme meint, bleibt offen.
Was die Angaben gemeinsam haben: Keine nennt die Datenrate, aus der sie folgt. Nur ein einziges der 83 Angebote, von BOTSLAB, nennt überhaupt eine Datenrate als Zahl, 25 Megabit pro Sekunde. Daraus lässt sich rechnen, und zwar so: 25 Megabit pro Sekunde sind gut 11 GB in der Stunde, auf 128 GB passen damit rund 11 Stunden. Mit dieser Rechnung kann man jede Kamera einordnen, deren Datenrate man kennt, und jede Stundenangabe prüfen.
Die Rechnung lässt sich mit jeder eigenen Datei nachvollziehen. Eine Datei von einer Minute Länge, die 150 Megabyte groß ist, entspricht 9 GB in der Stunde, und eine Karte mit 128 GB fasst dann gut 14 Stunden. Wer nach dem Einbau eine solche Datei auf den Rechner lädt und ihre Größe abliest, kennt die Aufnahmezeit seiner Kamera besser als jedes Angebot. Für Kameras mit zwei Kanälen rechnet man die Dateien beider Kanäle zusammen.
Was bedeuten C10, U3 und V30 auf der Karte?
Die Symbole auf der Karte geben an, wie schnell sie mindestens schreibt, und zwar dauerhaft, nicht nur in der Spitze. Die SD Association unterscheidet dafür vier Arten von Klassen: die Speed Class mit C2 bis C10, die UHS Speed Class mit U1 und U3, die Video Speed Class mit V6 bis V90 und die SD Express Speed Class, die für Dashcams keine Rolle spielt. Die Zahl im Symbol ist die Mindestschreibgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde, außer bei U1 und U3.
Nach der Übersicht des Verbands entsprechen C10, U1 und V10 derselben Mindestschreibrate von 10 Megabyte pro Sekunde, U3 und V30 derselben von 30 Megabyte pro Sekunde. V6 steht für 6, V60 und V90 für 60 und 90 Megabyte pro Sekunde, die letzten beiden nur bei Karten mit der schnelleren UHS-II-Schnittstelle. Eine Karte mit U3 und V30 auf dem Aufdruck verspricht also dasselbe, nur in zwei Schreibweisen.
Der Verband begründet die Klassen mit der Videoaufnahme: Aufnahmen brauchen eine gleichbleibende Mindestschreibrate, damit keine Bilder verloren gehen. Er weist auch darauf hin, dass die zugesagte Rate nur erreicht wird, wenn Gerät und Karte dieselbe Art von Klasse nutzen. Die große Zahl auf der Verpackung ist dagegen eine Höchstrate, keine Mindestrate; VIOFO etwa nennt für seine Karten „bis zu 100 MB/s“ beim Lesen und „bis zu 80 MB/s“ beim Schreiben.
Für die Dashcam heißt das: Maßgeblich ist das Klassensymbol, nicht die große Zahl auf der Verpackung. Die drei Angebote, die eine Klasse nennen, verlangen U3 oder V30. VIOFO bewirbt seine eigenen Karten ebenfalls mit U3, A2 und V30. Das A2 auf manchen Karten gehört zu einer eigenen Klasse des Verbands, der Application Performance Class, und sagt über die Schreibrate beim Video nichts.
Ein Hinweis zur Lesart des Aufdrucks: Auf vielen Karten stehen mehrere Symbole nebeneinander, etwa C10, U3 und V30. Das ist kein Widerspruch, sondern die Angabe für mehrere Schnittstellen. Für die Dashcam zählt das höchste Symbol, das die Kamera unterstützt. Steht nur C10 auf der Karte, sagt sie 10 Megabyte pro Sekunde zu, und das ist nach der Rechnung dieser Seite für Kameras mit mehreren Kanälen in hoher Qualität zu wenig.
Wie schnell muss die Karte für die eigene Kamera sein?
Wie schnell die Karte schreiben muss, lässt sich aus der Aufnahmezeit zurückrechnen. Die Kamera mit drei Kanälen aus der Tabelle, die A329S 3CH, füllt in der höchsten Stufe 128 GB in 2 Stunden und 12 Minuten. Das sind rechnerisch rund 16 Megabyte pro Sekunde. Eine Karte der Klasse C10, U1 oder V10, die 10 Megabyte pro Sekunde zusagt, reicht dafür nicht; eine mit U3 oder V30 reicht mit Abstand.
Am anderen Ende steht die einfache Frontkamera in der niedrigsten Stufe, die 128 GB in gut 14 Stunden füllt, rechnerisch etwa 2,5 Megabyte pro Sekunde. Dafür würde nach der Rechnung sogar eine Karte der Klasse V6 genügen. Die Frontkamera in 4K in der höchsten Stufe liegt mit rund 5 Megabyte pro Sekunde dazwischen. Die BOTSLAB-Kamera mit ihren 25 Megabit pro Sekunde schreibt gut 3 Megabyte pro Sekunde.
Die Rechnung erklärt auch, warum die Klassen für Dashcams so wichtig sind, obwohl die Datenraten im Vergleich zu Kinokameras klein sind. Die Karte muss die Rate nicht nur erreichen, sondern über Stunden halten, während sie gleichzeitig alte Dateien löscht und neue anlegt. Die Mindestrate der Klasse ist genau die Zusage, dass sie das unter festgelegten Bedingungen schafft, und nicht nur für einige Sekunden in der Spitze.
Die Rechnung zeigt den Durchschnitt, nicht die Spitzen. Kameras schreiben nicht völlig gleichmäßig, sie speichern geschützte Dateien zusätzlich, und manche schreiben gleichzeitig ein Vorschaubild oder GPS-Daten. Eine Karte, die nur knapp die durchschnittliche Rate erreicht, kann in solchen Momenten zu langsam sein. Deshalb ist U3 oder V30 auch für Kameras sinnvoll, die rechnerisch mit weniger auskämen.
Dazu kommt, dass die Schreibrate einer Karte mit der Zeit sinken kann. Die SD Association beschreibt, dass wiederholtes Löschen und Schreiben die Karte fragmentiert und dass das Schreiben in fragmentierte Bereiche langsamer ist als in freie. Die Klassen gelten für das Schreiben in freie Bereiche; wird die Karte zu stark fragmentiert, kann eine Neuformatierung nötig sein. Für eine Dashcam, die ständig überschreibt, ist das der Normalfall.
Die Kamera selbst bemerkt eine zu langsame Karte oft, bevor der Fahrer es tut. Manche Modelle melden beim Start, dass die Karte zu langsam ist, andere verlieren einzelne Bilder oder brechen Dateien vorzeitig ab. Wer solche Meldungen sieht, prüft zuerst die Klasse auf der Karte und formatiert sie dann in der Kamera. Hilft das nicht, ist eine schnellere Karte die Lösung, nicht eine größere.
Was heißt „High Endurance“, und warum schweigen die Angebote dazu?
Neben der Geschwindigkeit gibt es eine zweite Eigenschaft, die bei einer Dashcam wichtiger ist als bei fast jedem anderen Gerät: die Haltbarkeit unter Dauerbelastung. Eine Fotokamera schreibt ein paar Bilder und ruht dann. Eine Dashcam schreibt bei jeder Fahrt ohne Pause und überschreibt die Karte in der Schleife immer wieder. Speicherzellen halten aber nur eine begrenzte Zahl von Schreibvorgängen aus.
Für diese Belastung bieten mehrere Kartenhersteller eigene Serien an, meist mit „Endurance“ oder „High Endurance“ im Namen. VIOFO schreibt auf seiner Seite zu Dashcam-Karten, Dashcams bräuchten eine Karte, die viele Schreibzyklen aushält, eine Karte mit hoher Ausdauer sei für die Aufnahme in der Dashcam „extremely critical“, und billige Karten seien die Hauptursache der meisten unerklärlichen Aufnahmeprobleme.
Keines der 83 Kameraangebote erwähnt eine solche Karte, auch nicht die Angebote von VIOFO. Warum, lässt sich nur vermuten: Eine Kamera, die eine bestimmte Karte voraussetzt, wirkt teurer, und eine beigelegte Karte, die nicht für den Dauerbetrieb gebaut ist, würde der Hinweis infrage stellen. Ob die beigelegten Karten für den Dauerbetrieb gebaut sind, sagen die Angebote ebenfalls nicht.
Für den Kauf heißt das: Bei der Karte auf zwei Angaben achten, auf das Klassensymbol U3 oder V30 und auf die Bezeichnung für den Dauerbetrieb. Wer eine Kamera mit Parkmodus betreibt, bei der die Karte auch im Stand beschrieben wird, sollte auf die zweite Angabe besonders achten. Wie viele Schreibvorgänge eine bestimmte Karte aushält, nennen die Kartenhersteller unterschiedlich, teils als Stundenzahl, teils als geschriebene Datenmenge; vergleichen lässt sich das nur innerhalb einer Angabeform.
Wer Karten vergleicht, stößt bei Karten für den Dauerbetrieb oft auf Angaben in Stunden Videoaufnahme oder in Terabyte geschriebener Daten, die die Karte aushalten soll. Solche Werte stammen vom Kartenhersteller selbst, und sie gelten unter seinen Prüfbedingungen. Für den Vergleich zweier Karten sind sie trotzdem nützlich, solange beide Werte in derselben Form angegeben sind. Eine Garantie, dass die Karte in der eigenen Kamera so lange hält, sind sie nicht.
Die Frage stellt sich bei Action-Cams anders, weil sie kurze Clips aufnehmen und selten im Dauerbetrieb laufen. Was die Klassen dort bedeuten und welche Karten sich bewährt haben, beschreibt der Ratgeber Speicherkarte für die Action-Cam. Die Symbole sind dieselben, die Belastung ist eine andere.
Was macht die Schleife mit der Karte?
Fast jede Dashcam zeichnet in einer Schleife auf: Sie teilt die Aufnahme in kurze Dateien, meist von einer bis fünf Minuten, und löscht die älteste Datei, sobald die Karte voll ist. 58 der 83 Angebote nennen diese Funktion als Loop-Aufnahme, Schleifenaufnahme oder Endlosaufnahme. Für den Fahrer heißt das, dass die Karte nie voll wird und er nie löschen muss.
Für die Karte heißt es, dass sie ständig beschrieben wird. Jeder Bereich der Karte wird bei jeder Runde der Schleife einmal überschrieben. Eine kleine Karte wird häufiger überschrieben als eine große, weil die Schleife schneller herum ist. Bei gleicher Fahrleistung verteilt eine größere Karte die Schreibvorgänge auf mehr Speicherzellen und wird dadurch weniger belastet.
Das ist der eine echte Vorteil einer großen Karte, und er steht dem Datenschutz entgegen. Eine große Karte hält mehr alte Fahrten vor. Den Konflikt löst bei manchen Kameras ein eigener Modus, der nur wenige Minuten vorhält; bei anderen bleibt nur, eine mittlere Karte zu wählen und sie regelmäßig zu formatieren. Was die Behörden unter einer kurzen, anlassbezogenen Aufzeichnung verstehen, steht im Ratgeber zur Rechtslage.
Die Länge der einzelnen Dateien lässt sich bei vielen Kameras einstellen. Kürzere Dateien machen das Finden eines Moments leichter und verlieren bei einem Fehler weniger Aufnahme; längere Dateien erzeugen weniger Verwaltungsaufwand auf der Karte. Für die Karte macht die Länge wenig Unterschied, für die Auswertung viel: Wer nach einem Rempler eine bestimmte Minute sucht, findet sie in Dateien von einer Minute schneller als in solchen von fünf.
Bei Kameras mit zwei oder drei Kanälen schreibt jede Kamera ihre eigenen Dateien, und die Schleife löscht sie gemeinsam. Für die Karte bedeutet das mehr gleichzeitige Schreibvorgänge, und das ist ein weiterer Grund für eine Karte mit U3 oder V30. Bei der Auswertung muss man die Dateien von vorn und hinten nach der Uhrzeit zusammensuchen; die meisten Apps zeigen sie nebeneinander an.
Was passiert mit den gesperrten Dateien?
Der G-Sensor der Kamera erkennt starke Beschleunigungen, etwa einen Aufprall oder eine Vollbremsung, und sperrt die laufende Datei gegen das Überschreiben. 61 der 83 Angebote nennen einen G-Sensor. Die gesperrte Datei kommt in einen eigenen Ordner und bleibt dort, bis man sie löscht. Das ist die Funktion, die eine Dashcam im Schadensfall nützlich macht.
Der Ordner hat eine Kehrseite. Bei vielen Kameras ist er auf einen Teil der Karte begrenzt, und ist er voll, gibt es zwei Möglichkeiten, je nach Kamera: Entweder überschreibt sie die ältesten gesperrten Dateien, oder sie meldet einen vollen Speicher. Im ersten Fall geht unter Umständen ein wichtiges Video verloren, im zweiten nimmt die Kamera im schlimmsten Fall nicht mehr auf.
Ein zu empfindlich eingestellter G-Sensor beschleunigt beides, weil er bei jedem Schlagloch eine Datei sperrt. Wer nach einigen Wochen in den Ordner schaut und dort Dutzende gesperrte Dateien von gewöhnlichen Fahrten findet, stellt den Sensor eine Stufe unempfindlicher ein und leert den Ordner. Wie man den Sensor nach dem Einbau einstellt, steht im Ratgeber Dashcam einbauen.
Die gesperrten Dateien werden beim Formatieren gelöscht, auch die wichtigen. Bevor man eine Karte formatiert, sichert man deshalb den Inhalt dieses Ordners, wenn etwas Wichtiges darin sein könnte. Mehr dazu im Abschnitt über das Sichern eines Videos.
Wie wirkt sich der Parkmodus auf die Karte aus?
Im Parkmodus nimmt die Kamera auch im Stand auf, entweder bei einem Stoß, bei einer Bewegung vor der Linse, im Zeitraffer oder in einer niedrigen Datenrate ohne Unterbrechung. Jede dieser Arten beschreibt die Karte, und manche tun es stundenlang. Ein Auto, das 22 Stunden am Tag steht und nur zwei fährt, belastet die Karte im Parkmodus unter Umständen stärker als beim Fahren.
Wie stark, hängt an der Art des Parkmodus. Eine Aufnahme nur bei einem Stoß schreibt wenig. Ein Zeitraffer schreibt wenig, aber ständig; 70mai etwa beschreibt für eine seiner Kameras einen Zeitraffer, der 24 Stunden in 2 Minuten zusammenfasst. Eine Aufnahme in niedriger Datenrate ohne Unterbrechung schreibt am meisten. VIOFO bewirbt bei einer seiner Kameras einen solchen Modus, der kontinuierlich aufzeichnet.
Für die Karte heißt das: Wer den Parkmodus nutzt, braucht eher eine größere Karte und unbedingt eine für den Dauerbetrieb. Welche Kameras welchen Parkmodus bieten, welche Stromversorgung sie dafür brauchen und welche Kits die Batterie schützen, steht im Vergleich der Dashcams mit Parküberwachung.
Der Parkmodus füllt außerdem den Ordner für gesperrte Dateien, wenn die Kamera Ereignisse im Stand dort ablegt. Wer in einer belebten Straße parkt, an der ständig Menschen und Autos vorbeikommen, findet dort schnell viele Dateien. Auch hier hilft ein Blick in den Ordner nach den ersten Wochen, bevor er voll ist.
Wer den Parkmodus vor allem gegen Rempler auf dem Parkplatz nutzt, kann bei vielen Kameras die Empfindlichkeit getrennt vom Fahrbetrieb einstellen. Eine niedrigere Empfindlichkeit im Stand erzeugt weniger Dateien und schont die Karte, verpasst aber einen leichten Stoß. Welche Einstellung richtig ist, hängt am Parkplatz: In einer ruhigen Garage darf sie empfindlicher sein als an einer belebten Straße.
Wie oft muss die Karte formatiert werden?
Hier gehen die Auskünfte am weitesten auseinander. Nur 5 der 83 Angebote sagen überhaupt etwas zum Formatieren. Zwei Angebote von iZEEKER schreiben sinngemäß, man müsse die Karte dank der Schleife in der Regel nicht regelmäßig formatieren, eines sogar, theoretisch nie. Ein Angebot von REDTIGER empfiehlt, die Karte alle zwei bis vier Wochen zu formatieren. Zwei weitere, von Baseus und CARTSDOII, verlangen das Formatieren vor der ersten Verwendung.
VIOFO wird in seinem Supportbereich deutlich. Weil die Kamera in der Schleife ständig schreibt und überschreibt, werde die Karte stark belastet; der Hersteller rät, sie mindestens einmal im Monat zu formatieren, und wer viel fährt, häufiger. Als Folgen eines lange nicht formatierten Speichers nennt er unter anderem Fehlermeldungen, ausgefallene Aufnahmen, Lücken zwischen den Dateien und beschädigte oder nicht abspielbare Dateien.
Der Hinweis passt zu dem, was die SD Association über Fragmentierung schreibt: Wiederholtes Löschen und Schreiben zerteilt den freien Speicher, das Schreiben wird langsamer, und um die zugesagte Rate wieder zu erreichen, kann eine Neuformatierung nötig sein. Die Aussage „theoretisch nie formatieren“ steht damit im Widerspruch zum Standard und zum Rat eines großen Kameraherstellers.
Für den Alltag empfiehlt sich deshalb der vorsichtigere Weg: einmal im Monat formatieren, nach einer Urlaubsreise oder viel Fahrt auch früher, und vor dem Formatieren die gesperrten Dateien prüfen. Viele Kameras mit Display erinnern auf Wunsch daran; VIOFO nennt dafür die Einstellung „Format Warning“.
Wer seine Kamera aus Gründen des Datenschutzes ohnehin kurz vorhalten lässt, gewinnt durch das monatliche Formatieren einen zweiten Vorteil: Alte Fahrten verschwinden zuverlässig von der Karte, auch solche, die die Schleife wegen ungleichmäßiger Fahrten noch nicht überschrieben hat. Das regelmäßige Formatieren dient damit der Karte und der kurzen Speicherung zugleich.
Wie formatiert man die Karte richtig?
Formatieren lässt sich in der Kamera oder am Rechner. In der Kamera ist es am einfachsten: Bei Kameras mit Display gibt es dafür einen Menüpunkt, bei Kameras ohne Display eine Tastenkombination oder einen Punkt in der App. Die Kamera wählt dabei das Dateisystem und die Ordnerstruktur, die sie erwartet, und das schließt Fehler aus, die am Rechner entstehen können.
Am Rechner gibt es zwei Fallen. Die erste ist das Dateisystem: Der Standard sieht für Karten über 32 GB exFAT vor, viele Dashcams erwarten aber FAT32. VIOFO bietet für Windows ein eigenes Werkzeug zum Herunterladen an und rät auf dem Mac zur Formatierung als „MS-DOS (FAT)“. Die zweite ist die Schnellformatierung: VIOFO rät ausdrücklich davon ab und empfiehlt bei Fehlermeldungen eine gründliche Formatierung.
Die erste Formatierung gehört vor die erste Fahrt, auch bei einer neuen und bei der beigelegten Karte. Sie stellt sicher, dass die Karte genau so eingerichtet ist, wie die Kamera sie braucht. Zwei der 5 Angebote, die zum Formatieren etwas sagen, verlangen genau das.
Wer mehrere Karten im Wechsel nutzt, etwa eine im Auto und eine zum Sichern, formatiert jede in der Kamera, bevor sie dort zum Einsatz kommt. Eine Karte, die zuvor in einem anderen Gerät steckte, einem Telefon oder einer Action-Cam, enthält oft dessen Ordnerstruktur, und manche Dashcams reagieren darauf mit Fehlermeldungen.
Nach dem Formatieren lohnt eine kurze Probe: Kamera einschalten, einige Minuten fahren oder im Stand aufnehmen lassen und dann prüfen, ob die Dateien angelegt werden und sich abspielen lassen. Damit ist sichergestellt, dass die Karte nach dem Formatieren wieder so arbeitet, wie sie soll, bevor man sich im Alltag auf sie verlässt. Bei Kameras mit App genügt dafür ein Blick in die Dateiliste.
Taugt die mitgelieferte Karte?
50 der 83 Angebote legen eine Karte bei. Das ist bequem, denn die Kamera ist damit sofort einsatzbereit, und die Karte passt sicher in den Schacht. Ob sie für den Dauerbetrieb taugt, sagt keines der Angebote: Für die beigelegte Karte nennt keines eine Bezeichnung für den Dauerbetrieb, und keines nennt den Hersteller der Karte.
Bei der Größe liegen die meisten im brauchbaren Bereich: 25 legen 64 GB bei und 16 legen 128 GB bei, also die Größen, die VIOFO als Untergrenze und für viel Fahrt empfiehlt. Neun legen weniger als 64 GB bei. Für eine Frontkamera in mittlerer Qualität reicht auch eine Karte mit 32 GB für einige Stunden, für eine Front-Heck-Kamera wird sie knapp.
Ein vernünftiger Umgang mit der beigelegten Karte ist, sie zu nutzen, aber im Blick zu behalten. Wer nach einigen Wochen keine Fehlermeldungen, keine Lücken zwischen den Dateien und keine beschädigten Dateien sieht, kann sie weiter verwenden. Wer solche Fehler sieht, tauscht sie gegen eine Karte mit U3 oder V30 und einer Bezeichnung für den Dauerbetrieb.
Wer gleich eine zweite Karte kauft, hat einen Vorteil: Er kann die beigelegte Karte als Reserve im Auto lassen, falls die erste ausfällt, oder nach einem Vorfall die Karte mit dem wichtigen Video herausnehmen und die Reserve einsetzen. Die Kamera nimmt dann sofort weiter auf, und das Video bleibt unberührt, bis es gesichert ist. Die Reservekarte wird vor dem ersten Einsatz in der Kamera formatiert.
Bei den 4 Angeboten mit widersprüchlichen Größenangaben ist die beigelegte Karte zugleich ein Hinweis auf die tatsächliche Grenze. Wer eine solche Kamera hat, nimmt für einen Ersatz am besten eine Karte derselben Größe, bis die Anleitung die Grenze klärt.
Was macht die Hitze hinter der Scheibe mit der Karte?
Die Karte steckt in einer Kamera, die an der Windschutzscheibe hängt, also an einer der heißesten Stellen im Auto. Der ADAC hat in einem Hitzetest im stehenden Auto ohne Sonnenschutz eine Innentemperatur von 53 Grad gemessen und an Armaturen über 70 Grad. Hinter der Scheibe, in der direkten Sonne, liegt die Kamera näher am oberen Wert als am unteren.
VIOFO bewirbt seine Karten für Dashcams ausdrücklich mit der Eignung für extreme Umgebungen und einer langen Lebensdauer. Welche Temperatur eine bestimmte Karte verträgt, steht auf der Verpackung oder im Datenblatt des Kartenherstellers, nicht im Angebot der Kamera. Keines der 83 Kameraangebote nennt einen Temperaturbereich für die Karte.
Was man selbst tun kann, ist wenig, aber nicht nichts. Ein Sonnenschutz an der Scheibe senkt nach dem ADAC-Test die Temperatur im Innenraum; er verdeckt allerdings auch die Sicht der Kamera im Parkmodus. Wer die Kamera im Sommer nicht im Parkmodus braucht, kann sie bei längerem Parken in der Sonne abnehmen oder wenigstens die Karte herausnehmen. Bei Kameras mit Superkondensator statt Akku, die ihre Angebote als hitzefester beschreiben, bleibt die Karte das Teil, über dessen Hitzefestigkeit das Angebot nichts sagt.
Im Winter ist die Frage weniger drängend. Kälte schadet der Karte selten, kann aber den Start der Kamera verzögern. Wer im Winter Probleme mit der Karte hat, prüft zuerst, ob sie richtig formatiert ist, bevor er die Kälte verdächtigt.
Woran erkennt man, dass die Karte aufgibt?
Speicherkarten geben selten auf einen Schlag auf. Meist kündigt sich der Ausfall an, und VIOFO nennt in seinem Supportbereich die Anzeichen, die auch bei einer nicht formatierten Karte auftreten: Fehlermeldungen zur Karte, ausgefallene Aufnahmen und wiederholte Warntöne, eine Aufnahme, die nicht von selbst startet, ein eingefrorenes Bild, Lücken zwischen den Dateien, beschädigte oder nicht abspielbare Dateien, Probleme beim Ein- und Ausschalten und Tasten, die nicht reagieren.
Die gefährlichste dieser Erscheinungen ist die Lücke. Eine Kamera, die ausfällt und warnt, bemerkt man. Eine Kamera, die weiterläuft, aber zwischen den Dateien Minuten verliert, bemerkt man erst, wenn man ein Video braucht und es fehlt. Deshalb lohnt es, alle paar Wochen die Dateien einer Fahrt auf den Rechner zu laden und zu prüfen, ob sie lückenlos aneinander anschließen.
Ein zweites Warnsignal ist eine Kamera, die die Karte bei jedem Start neu prüft oder lange braucht, bis die Aufnahme beginnt. Auch das kann an einer fragmentierten Karte liegen und verschwindet oft nach dem Formatieren. Kommt es danach wieder, ist die Karte ein Kandidat für den Tausch, bevor sie im entscheidenden Moment ausfällt.
Zeigen sich solche Fehler, kommt zuerst eine gründliche Formatierung in der Kamera. Verschwinden sie danach nicht oder kommen sie nach kurzer Zeit wieder, ist die Karte am Ende ihrer Lebensdauer oder für die Kamera ungeeignet. Dann hilft nur ein Tausch. Eine Karte, die einmal Fehler zeigt, ist für den Ernstfall kein verlässlicher Speicher mehr.
VIOFO verweist in seinem Supportbereich auch auf einen Hinweis, wie man eine Karte testet. Prüfprogramme für Speicherkarten schreiben die Karte einmal vollständig und lesen sie wieder, und dabei zeigt sich, ob sie die angegebene Größe tatsächlich hat und ohne Fehler schreibt. Das lohnt sich besonders bei Karten aus unbekannter Quelle.
Wie sichert man ein wichtiges Video?
Ein Video, das man für einen Schadensfall braucht, gehört so schnell wie möglich von der Karte. Solange es dort liegt, kann es überschrieben, beim Formatieren gelöscht oder durch einen Kartenfehler beschädigt werden. Die gesperrte Datei ist geschützt, aber nur so lange, wie die Karte funktioniert und niemand sie formatiert.
Am Unfallort ist das Sichern oft nicht möglich, und dann hilft ein einfacher Schritt: die Kamera nach dem Vorfall ausschalten oder die Karte herausnehmen, sobald das Auto sicher steht. Damit kann die Schleife das Video nicht mehr überschreiben, auch wenn der G-Sensor den Vorfall nicht als Stoß erkannt hat, etwa bei einem Beinaheunfall ohne Berührung. Bei vielen Kameras lässt sich die laufende Datei zusätzlich per Taste sperren.
Der einfachste Weg ist die App der Kamera, die bei den meisten Modellen über das WLAN der Kamera Videos auf das Telefon lädt. Der sicherste ist die Karte selbst: Kamera ausschalten, Karte herausnehmen, am Rechner die Datei kopieren, dabei nichts auf der Karte ändern. Danach eine zweite Kopie an einem anderen Ort ablegen, etwa auf einer externen Festplatte. Welche sich für solche Archive eignen, zeigt der Vergleich externe SSD und Festplatte.
Wer Videos von mehreren Geräten zu Hause sammelt, auch von Kameras am Haus, kann sie auf einem Netzwerkspeicher ablegen, der automatisch sichert. Wie ein solches Gerät funktioniert und was es im Haushalt sonst leistet, steht im Vergleich NAS für zu Hause. Für die Dashcam genügt meist die Kopie auf dem Rechner und einer zweiten Festplatte.
Einige Kameras bieten eine Cloud, in die Videos automatisch hochgeladen werden, 4 der 83 Angebote erwähnen eine. Das schützt vor dem Verlust der Karte, verlagert die Aufnahmen aber auf einen fremden Server, oft mit einem Abonnement. Die Abwägung zwischen eigenem Speicher und Cloud ist bei Kameras am Haus dieselbe; sie steht ausführlich im Vergleich Überwachungskameras ohne Cloud.
Wer die Cloud trotzdem nutzen will, etwa weil das Auto oft an Orten steht, an denen es beschädigt werden kann, sollte vorher wissen, wohin die Aufnahmen gehen, wie lange sie dort bleiben und was das Abonnement kostet. Die Fragen sind dieselben wie bei Kameras am Haus; sie stehen im Vergleich Überwachungskameras mit Cloud. Die Karte bleibt auch dann der erste Speicher.
Nach dem Sichern bleibt das Video auf der Karte, bis es nicht mehr gebraucht wird, und wird dann gelöscht. Wer ein Video an eine Versicherung oder ein Gericht gibt, gibt nur den Ausschnitt, der den Vorfall zeigt, nicht die ganze Fahrt.
Welche Karte passt zur eigenen Kamera?
Aus den Abschnitten dieser Seite lässt sich die passende Karte in drei Fragen ableiten: wie viele Kanäle die Kamera hat, ob der Parkmodus genutzt wird und welche Grenze die Kamera nennt. Die Größen folgen der Tabelle und der Empfehlung von VIOFO, die Klassen der Übersicht der SD Association.
Welche Karte passt zu Ihrer Dashcam?
Die erste Antwort jeder Frage ist vorausgewählt. Die Grenze aus der Anleitung der Kamera geht jedem Ergebnis vor.
Ergebnis
64 GB, U3 oder V30
Die Untergrenze nach VIOFO; nach der Tabelle drei bis sieben Stunden bei einer Frontkamera, mehr braucht die Schleife nicht.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Grenze: 32 oder 64 GB, dann Karte in der Größe der Grenze, U3 oder V30. Nicht größer als die Anleitung erlaubt; eine Karte für Dauerbetrieb und monatliches Formatieren gleichen die kleine Größe aus. Zum Ratgeber Einbau und Einstellungen
- Wenn Grenze: 128 GB oder mehr und Kanäle: Zwei oder drei und Parkmodus: Ja, dann 128 bis 256 GB, U3 oder V30, für Dauerbetrieb. Mehrere Videoströme und Aufnahmen im Stand belasten die Karte am stärksten; die Bezeichnung für Dauerbetrieb ist hier Pflicht. Zum Vergleich Parküberwachung
- Wenn Grenze: 128 GB oder mehr und Kanäle: Zwei oder drei und Parkmodus: Nein, dann 128 GB, U3 oder V30. Nach der VIOFO-Tabelle drei bis acht Stunden bei zwei oder drei Kanälen; genug für mehrere Fahrten in der Schleife. Zum Vergleich vorne und hinten
- Wenn Grenze: 128 GB oder mehr und Kanäle: Eine, nur vorn und Parkmodus: Ja, dann 64 bis 128 GB, U3 oder V30, für Dauerbetrieb. Eine Frontkamera schreibt wenig, der Parkmodus aber ständig; die Bezeichnung für Dauerbetrieb ist wichtiger als die Größe. Zum Vergleich Parküberwachung
- Wenn Grenze: 128 GB oder mehr und Kanäle: Eine, nur vorn und Parkmodus: Nein, dann 64 GB, U3 oder V30. Die Untergrenze nach VIOFO; nach der Tabelle drei bis sieben Stunden bei einer Frontkamera, mehr braucht die Schleife nicht. Zum Ratgeber Rechtslage
- In jedem anderen Fall: 64 GB, U3 oder V30. Die Größe, die für die meisten Frontkameras genügt.
Größen nach der Aufnahmezeiten-Tabelle und der Kartenempfehlung von VIOFO, Klassen nach der Übersicht der SD Association, Stand 26.10.2026.
Der Assistent fragt nicht nach der Marke der Karte, weil die Angaben, auf die es ankommt, auf jeder Karte stehen: das Klassensymbol, die Größe und die Bezeichnung für den Dauerbetrieb. Wer diese drei findet und die Grenze der Kamera beachtet, hat die passende Karte.
Wer eine Kamera ohne Kabel sucht, die mit Akku läuft und deshalb weniger aufnimmt, braucht meist eine kleinere Karte. Warum solche Kameras selten sind und was „kabellos“ in den Angeboten meint, steht im Vergleich kabellose Dashcams.
Woher stammen die Angaben?
Die Auszählung stammt aus den Detailseiten von 83 Dashcams, die am 26.10.2026 für die drei Vergleiche dieses Bereichs gelesen wurden; gezählt wurde, was in Datenblatt, Aufzählungspunkten, Beschreibung und Herstellerinhalten zur Speicherkarte steht. Die Kartenformate und Geschwindigkeitsklassen stammen aus den Übersichten der SD Association, die Aufnahmezeiten und die Größenempfehlung von der Kartenseite von VIOFO, der Rat zum Formatieren aus dem Supportbereich von VIOFO und die Temperaturen aus dem Hitzetest des ADAC.
Die Rechnungen zur Schreibrate sind eigene Rechnungen aus den Aufnahmezeiten und rechnen mit 1 GB als einer Milliarde Byte; sie zeigen den Durchschnitt, nicht die Spitzen. Keine Karte wurde für diese Seite getestet, und keine Kartenmarke wird empfohlen.
Die Zahlen der VIOFO-Tabelle sind Schätzungen des Herstellers für seine eigenen Kameras. Sie dienen hier als Maßstab, weil kein anderer Hersteller im Feld eine vergleichbare Tabelle veröffentlicht, und nicht als Aussage über andere Marken.
Welche Frage bleibt offen?
Eine Frage ließ sich nicht beantworten, und sie ist die wichtigste: Wie lange hält eine Karte in einer Dashcam? Die Kartenhersteller nennen für ihre Serien für den Dauerbetrieb Werte in unterschiedlicher Form, als Stundenzahl oder als Datenmenge, und die Kamerahersteller nennen gar keine. Eine unabhängige Messung, wie viele Monate eine bestimmte Karte in einer bestimmten Kamera durchhält, war nicht zu finden.
Dazu kommt, dass keines der 83 Angebote sagt, welche Karte es beilegt, außer der Größe. Ob die beigelegten Karten für den Dauerbetrieb gebaut sind, bleibt deshalb ebenso offen wie die Frage, ob sich die Stundenangaben der drei Angebote mit Zeitangabe nachrechnen lassen, denn ihnen fehlt die Datenrate.
Solange es diese Angaben nicht gibt, bleibt dem Käufer die Prüfung im Betrieb: regelmäßig formatieren, die Dateien gelegentlich auf Lücken prüfen und die Karte tauschen, sobald sie Fehler zeigt. Die offene Frage an die Hersteller lautet: Warum nennt keine Dashcam, welche Karte sie für den Dauerbetrieb braucht, wenn ein Hersteller selbst schreibt, dass genau daran die meisten Aufnahmeprobleme hängen?
Für den Käufer heißt das nicht, dass die Karte ein Glücksspiel ist. Wer eine Karte mit U3 oder V30 und einer Bezeichnung für den Dauerbetrieb wählt, die Grenze der Kamera beachtet und die Karte jeden Monat in der Kamera formatiert, hat das getan, was sich nach dem Standard und den Herstellerhinweisen tun lässt. Was bleibt, ist die Prüfung im Betrieb, und sie kostet alle paar Wochen ein paar Minuten.

