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Kaffeevollautomat Wasserhärte einstellen: drei Bereiche, vier Skalen

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Wasserhärte am Kaffeevollautomaten richtig einstellen: § 9 WRMG kennt drei Bereiche, die Hersteller vier bis fünf Stufen. Umrechnung, Teststreifen, Filterpatrone.

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Aktualisiert 19.09.2026
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Autor & Redaktion
Tobias Meier
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Tobias Meier

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Stand des Artikels
Veröffentlicht
19.09.2026
Aktualisiert
19.09.2026

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Soweit im Beitrag nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, handelt es sich um eine redaktionelle Einordnung und nicht automatisch um einen eigenen Praxistest jedes Produkts.

Weich, mittel, hart: dieselben drei Wörter, drei verschiedene Grenzen

Im deutschen Recht sind die Wörter weich, mittel und hart für Leitungswasser festgelegt. Sie stehen in § 9 Absatz 2 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes, und sie tragen dort Zahlen: weich bedeutet weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter, mittel bedeutet 1,5 bis 2,5 Millimol, hart bedeutet mehr als 2,5 Millimol. Drei Bereiche, eine Einheit, eine Fundstelle.

In den Unterlagen der Gerätehersteller stehen dieselben drei Wörter und andere Grenzen. Krups nennt in der Anleitung der Serie EA81 fünf Härtegrade von sehr weich bis sehr hart und beziffert sie in Grad deutscher Härte. Philips führt in der Pflegebroschüre Auflage 11 fünf Messergebnisse, vier Geräteeinstellungen und nur drei Wörter, die an ganz anderen Stellen der Skala sitzen. De’Longhi kennt in der Anleitung der Magnifica Evo vier Stufen mit den Namen niedrig, mittel, mittel-hoch und hoch — und nennt dazu keine einzige Zahl.

Praktisch bedeutet das Folgende. Leitungswasser mit 16 Grad deutscher Härte ist nach § 9 Absatz 2 hart und bei Krups ebenfalls hart. Bei Philips ist dasselbe Wasser mittel. Wasser mit 10 Grad ist nach dem Gesetz mittel, bei Krups mittelhart und bei Philips trägt die Zeile, in die es fällt, überhaupt keinen Namen. Die drei Wörter sind also nicht vergleichbar, obwohl sie gleich lauten.

Diese Seite arbeitet sich deshalb an den Dokumenten entlang: zuerst an den beiden Vorschriften, die für das Wasser gelten, danach an den drei Herstellerunterlagen, die für das Gerät gelten, und zuletzt an der Frage, die am Regal entschieden wird — Filterpatrone oder Entkalker. Wer die Modelle vergleichen und nicht die Skalen verstehen will, ist in der Modellübersicht mit Rechtsabgleichbesser aufgehoben.

Eine Vorbemerkung zur Bedeutung: Die Wasserhärte ist die einzige Größe an einem Kaffeevollautomaten, für die es in Deutschland einen gesetzlich definierten Bereich gibt. Weder für das Mahlwerk noch für die Brühgruppe noch für das Milchsystem existiert etwas Vergleichbares. Umso auffälliger ist, dass gerade hier vier verschiedene Einteilungen nebeneinanderstehen.

Ein Wort zur Abgrenzung gehört an den Anfang. Diese Seite erklärt nicht, wie entkalkt wird, und sie bewertet keine Entkalkungsmittel. Sie klärt die Zahl, die vor dem Entkalken steht: welche Härte das Wasser hat, wie sie gemessen und benannt wird und was daraus für die Einstellung am Gerät und für die Frage nach der Filterpatrone folgt.

Diese Seite wertet zwei deutsche Rechtstexte, drei Herstellerunterlagen und zehn Angebotstexte aus. Es wurde kein Wasser analysiert, kein Filter geprüft und kein Gerät geöffnet. Wo eine Zahl von einem Hersteller stammt, steht das ausdrücklich dabei; wo diese Seite umrechnet, ist die Umrechnung genannt. Stand der Angaben: 19.09.2026. Die Anleitung zum Entkalkungsvorgang selbst steht im Beitrag zum Entkalken, nicht hier.

Was § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes festlegt

Die Vorschrift ist kurz und hat zwei Absätze. Absatz 1 verpflichtet die Wasserversorgungsunternehmen, dem Verbraucher den Härtebereich des von ihnen abgegebenen Trinkwassers mindestens einmal jährlich mitzuteilen, ferner bei jeder nicht nur vorübergehenden Änderung des Härtebereichs, und zwar in Form von Aufklebern oder in ähnlich wirksamer Weise. Absatz 2 legt die drei Bereiche fest.

Diese Pflicht ist älter als jeder Kaffeevollautomat im Haushalt und stammt aus einem anderen Zusammenhang: Sie soll die richtige Dosierung von Waschmitteln ermöglichen. Dass sie heute als Grundlage für die Einstellung eines Kaffeegeräts dient, ist ein Nebeneffekt. Der Gesetzgeber hatte die Waschmaschine im Blick, nicht die Brühgruppe.

Das erklärt auch die Grobheit der Einteilung. Für die Waschmitteldosierung genügen drei Bereiche, weil die Dosierempfehlungen auf den Packungen ebenfalls dreistufig sind. Für ein Gerät, das Kalk über Jahre ansammelt, ist derselbe Raster zu grob: Zwischen 8,5 und 14 Grad deutscher Härte liegt fast eine Verdopplung des Kalkeintrags, und beides heißt mittel.

Interessant ist auch, was § 9 nicht regelt. Er schreibt keine Messmethode vor, keine Häufigkeit der Messung und keine Form der Zahl jenseits des Bereichsnamens. Die Pflicht endet bei der Mitteilung des Bereichs. Alles Genauere kommt erst über die Trinkwasserverordnung hinzu, und sie stammt aus einem anderen Regelungszweck.

Wichtig für die Praxis ist der Adressat. Verpflichtet ist das Versorgungsunternehmen, nicht der Gerätehersteller. Ein Käufer hat damit einen Anspruch auf die Auskunft, aber niemanden, der ihm sagt, was er mit ihr am Gerät anfangen soll.

In der Praxis kommt die Auskunft auf drei Wegen. Sie steht auf der jährlichen Trinkwasseranalyse, die viele Versorger dem Verbrauch beilegen. Sie steht auf der Internetseite des Versorgers. Und sie steht bei manchen Stadtwerken in einer Suchmaske, in die man die Straße eingibt, weil das Netz aus mehreren Wasserwerken gespeist wird.

Der dritte Fall ist der, den die meisten unterschätzen. In einer Stadt mit zwei Gewinnungsgebieten kann die Härte zwischen zwei Stadtteilen um mehrere Grad auseinanderliegen. Wer nach dem Umzug die alte Einstellung behält, hat unter Umständen zwei Jahre lang das falsche Intervall gefahren. Ein Umzug ist deshalb der zweite Anlass, an dem diese Zahl nachzuschlagen ist — der erste ist der Kauf.

Was das Wasserwerk veröffentlichen muss und in welcher Einheit

Die zweite Vorschrift ist die Trinkwasserverordnung, und sie wird an dieser Stelle ungewöhnlich genau. § 46 Absatz 1 Nummer 3 verlangt vom Betreiber einer zentralen Wasserversorgungsanlage, auf einer Internetseite über „die Wasserhärte nach § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes sowie den Calcium-, Magnesium- und Kaliumgehalt“ zu informieren, „wobei diese Gehalte in den Einheiten Millimol pro Liter und Milligramm pro Liter auszuweisen sind“.

Damit ist die Auskunft im Netz abrufbar, kostenlos und amtlich vorgeschrieben. Sie besteht aus einem Bereichsnamen und aus Gehalten in zwei metrischen Einheiten. Daneben verlangt § 45 mindestens jährlich Informationsmaterial in Textform über die Beschaffenheit des Trinkwassers, das der Anschlussnehmer unverzüglich an die Verbraucher weiterzugeben hat.

Diese zweite Pflicht ist für Mieter die wichtigere. Adressat von § 45 ist der Anschlussnehmer, also in aller Regel der Eigentümer des Hauses, und er hat das Material unverzüglich an die von ihm versorgten Verbraucher weiterzugeben. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und noch nie eine Trinkwasseranalyse gesehen hat, kann sie bei der Verwaltung anfordern.

Wer also die Härte seines Wassers wissen will, braucht keinen Teststreifen. Er braucht die Internetseite seines Versorgers, und dort findet er eine Angabe, die genauer ist als jedes Reaktionsfeld. Der Streifen bleibt trotzdem nützlich, und warum, steht weiter unten.

Es gibt noch einen zweiten Grund, die Auskunft des Versorgers zu holen. Sie nennt neben dem Härtebereich auch den Calciumgehalt in Milligramm je Liter, und diese Zahl ist die eigentlich aussagekräftige: Sie sagt, wie viel Kalk je Liter durch das Gerät läuft. Bei zwei Litern Tankinhalt und einer Tankfüllung am Tag lässt sich daraus überschlagen, wie viel Material sich im Jahr niederschlägt.

Dieselbe Angabe hilft bei einer zweiten Entscheidung, die häufig zusammen mit dem Kaffeegerät getroffen wird. Wer im selben Haushalt eine Siebträgermaschine betreibt, steht vor derselben Frage mit anderen Intervallen; die Einordnung dazu steht in der Anleitung zum Entkalken von Siebträgermaschinen. Die Härtezahl ist für beide Geräte dieselbe, die Folgen sind es nicht.

Grad deutscher Härte steht in keiner der beiden Vorschriften

Hier liegt die Lücke, um die es auf dieser Seite geht. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz rechnet in Millimol Calciumcarbonat je Liter. Die Trinkwasserverordnung verlangt Millimol pro Liter und Milligramm pro Liter. Die Bedienungsanleitungen von Krups und die Pflegebroschüre von Philips rechnen dagegen in Grad deutscher Härte — einer Einheit, die in keinem der beiden Rechtstexte vorkommt.

Die Folge trifft jeden Nutzer, der es richtig machen will. Er holt die vorgeschriebene Auskunft und bekommt eine Zahl in Millimol. Er öffnet die Anleitung und findet eine Tabelle in Grad. Zwischen beiden steht eine Umrechnung, und sie steht weder im Gesetz noch in der Verordnung noch in einer der drei geöffneten Herstellerunterlagen.

Das ist der Befund dieser Seite, und er lässt sich in einem Satz sagen: Die Einheit, in der die Auskunft kommen muss, ist nicht die Einheit, in der die Geräte fragen. Keine der beiden Seiten liefert die Brücke. Wer nicht umrechnet, stellt das Gerät nach Gefühl ein.

Dass die Umrechnung nicht trivial ist, zeigt ein Blick auf die Einheiten selbst. Grad deutscher Härte ist historisch über Calciumoxid definiert, das Gesetz rechnet in Calciumcarbonat, und die Trinkwasserverordnung verlangt zusätzlich Milligramm je Liter für Calcium, Magnesium und Kalium getrennt. Drei Bezugsgrößen, drei Zahlen, und nur eine davon passt in die Gerätetabelle.

Erschwerend kommt hinzu, dass mindestens zwei weitere nationale Härtegrade im Umlauf sind. Die Krups-Anleitung druckt neben dem deutschen Grad auch den französischen und den englischen ab. Wer eine Anleitung aus einem anderen Markt in der Hand hält, kann mit derselben Zahl eine andere Stufe treffen.

Die Umrechnung, die niemand mitliefert

Rechnerisch ist der Weg kurz. Ein Grad deutscher Härte entspricht 10 Milligramm Calciumoxid je Liter, und über die molaren Massen ergibt sich daraus: Ein Millimol Calciumcarbonat je Liter entspricht rund 5,6 Grad deutscher Härte. Aus den drei gesetzlichen Bereichen werden damit: weich unter etwa 8,4 Grad, mittel zwischen etwa 8,4 und 14,0 Grad, hart über etwa 14,0 Grad.

Diese Umrechnung ist eine Annahme dieser Seite. Sie folgt aus den molaren Massen und ist in der Wasserwirtschaft gebräuchlich, sie steht jedoch weder im Wasch- und Reinigungsmittelgesetz noch in der Trinkwasserverordnung noch in einer der drei Herstellerunterlagen. Wer sie verwendet, sollte wissen, dass er dabei eine Brücke benutzt, die keine Vorschrift gebaut hat.

Der Rechner unten nimmt diese Brücke ab. Er wandelt eine Angabe in Grad deutscher Härte in Millimol Calciumcarbonat je Liter um und nennt dazu den Bereich aus § 9 Absatz 2 sowie die Stufen, die Krups und Philips für diesen Wert vorsehen. Der Startwert 16 Grad ist bewusst gewählt: Er liegt in dem Bereich, in dem die Skalen auseinandergehen.

Zwei Zahlen sollte man sich aus dieser Umrechnung merken, weil sie im Folgenden immer wieder auftauchen. Die erste ist 8,4 Grad deutscher Härte: Dort endet der gesetzliche Bereich weich. Die zweite ist 14,0 Grad: Dort beginnt der gesetzliche Bereich hart. Alles dazwischen ist mittel, und dieses Fenster ist mit 5,6 Grad schmaler, als die meisten erwarten.

Grad deutscher Härte in Millimol Calciumcarbonat je Liter

Die Geräteunterlagen rechnen in Grad, die beiden Rechtstexte in Millimol. Dieser Rechner setzt beide Einheiten ineinander um und nennt den gesetzlichen Härtebereich dazu.

Calciumcarbonat: 2,85 bis 2,85 Millimol je Liter

Grundlage: Wasserhärte 16,00 Grad deutscher Härte.

Die hinterlegte Staffel vollständig
Wasserhärte (Grad deutscher Härte)Calciumcarbonat (Millimol je Liter)Anmerkung
0,00 bis 8,000,00 bis 1,43Härtebereich weich nach § 9 Absatz 2; Krups Stufe 0 oder 1, Philips Stufe 1
9,00 bis 14,001,60 bis 2,50Härtebereich mittel nach § 9 Absatz 2; Krups Stufe 2, Philips Stufe 2
15,00 bis 21,002,67 bis 3,74Härtebereich hart nach § 9 Absatz 2; Krups Stufe 3, Philips Stufe 3 mit dem Namen mittel
22,00 bis 40,003,92 bis 7,13Härtebereich hart; Krups Stufe 4, Philips Stufe 4 und der ausdrückliche Sonderhinweis

Bereiche aus § 9 Absatz 2 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, Stufen aus Krups Serie EA81 Abschnitt 2.1 und Philips Pflegetipps Auflage 11 Seite 4. Der Faktor 0,1783 ist die Umrechnung aus den molaren Massen und eine Annahme dieser Seite, keine Angabe aus einem der Dokumente.

Wo die drei Herstellerskalen auseinanderlaufen

Legt man die Skalen übereinander, zeigt sich ein klares Muster: Bei weichem Wasser sind sich alle einig, bei hartem nicht. Unterhalb von 7 Grad deutscher Härte sagen Gesetz, Krups und Philips dasselbe Wort. Oberhalb von 14 Grad geht es auseinander, und zwar um volle sieben Grad.

Die Ursache dafür liegt vermutlich in der Zielsetzung. Das Gesetz teilt so ein, dass eine Waschmitteldosierung daraus folgt. Ein Gerätehersteller teilt so ein, dass ein Entkalkungsintervall daraus folgt, und dieses Intervall soll den Nutzer nicht zu oft stören. Beide Einteilungen sind für sich sinnvoll; ihr Nebeneinander ist es nicht.

Für die Geräteeinstellung folgt daraus eine klare Regel: Maßgeblich ist immer die Tabelle der eigenen Anleitung, nicht das Wort vom Wasserwerk. Wer die Zahl in Grad hat, sucht die Zeile, in die sie fällt, und trägt die dort genannte Ziffer ein. Das Wort daneben ist Beiwerk und stiftet mehr Verwirrung, als es hilft.

Es gibt eine Ausnahme von dieser Regel, und sie betrifft De’Longhi. Dort gibt es keine Zeile mit einer Zahl, in die man fallen könnte, sondern nur vier Felder auf einem Streifen. Wer dort eine Zahl vom Wasserwerk hat und den Streifen verloren hat, muss über die Tabelle eines anderen Herstellers gehen und hoffen, dass die Stufen deckungsgleich sind. Belegt ist das nicht.

Härtebereich mittel nach § 9 Abs. 2 WRMG: 8,4 bis 14 Grad deutscher Härte078,4142130Angaben in Grad deutscher Härte✗ Krups Stufe 2 7✗ Philips Stufe 2 8✓ Krups Stufe 3 14✗ Philips Stufe 3 15✗ Philips Stufe 4 21
Der gesetzliche Bereich mittel und die Stufengrenzen der Hersteller. Der schraffierte Korridor ist der Härtebereich mittel nach § 9 Absatz 2 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes, umgerechnet in Grad deutscher Härte. Die Marken zeigen, ab welchem Wert die Hersteller ihre Stufen wechseln.
  • Härtebereich mittel nach § 9 Abs. 2 WRMG: 8,4 bis 14 Grad deutscher Härte
  • Krups Stufe 2: 7 Grad deutscher Härte außerhalb des Korridors, ab hier heißt es bei Krups mittelhart, das Gesetz nennt es noch weich
  • Philips Stufe 2: 8 Grad deutscher Härte außerhalb des Korridors, diese Zeile trägt bei Philips keinen Namen
  • Krups Stufe 3: 14 Grad deutscher Härte im Korridor, ab hier heißt es bei Krups hart, deckungsgleich mit dem Gesetz
  • Philips Stufe 3: 15 Grad deutscher Härte außerhalb des Korridors, ab hier heißt es bei Philips mittel, das Gesetz sagt hart
  • Philips Stufe 4: 21 Grad deutscher Härte außerhalb des Korridors, erst ab hier heißt es bei Philips hart
§ 9 Absatz 2 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz; Krups Serie EA81, Abschnitt 2.1; Philips Pflegetipps Auflage 11, Seite 4. Umrechnung der Millimolwerte in Grad deutscher Härte durch diese Seite.

Was Krups in seiner Tabelle festlegt

Die Anleitung der Serie EA81 führt eine Tabelle mit fünf Spalten und vier Zeilen. Die Härtegrade heißen 0 bis 4 und tragen die Namen sehr weich, weich, mittelhart, hart und sehr hart. Darunter stehen drei Einheiten nebeneinander: französische Härte, Grad deutscher Härte und englische Härte. In Grad deutscher Härte lauten die Grenzen unter 3, über 4, über 7, über 14 und über 21.

Krups ist damit der einzige der drei Hersteller, der eine Umrechnungstabelle zwischen Härteeinheiten überhaupt abdruckt — allerdings zwischen drei nationalen Härtegraden und nicht zu Millimol. Die Einheit, die das Wasserwerk nach § 46 der Trinkwasserverordnung ausweisen muss, fehlt auch hier.

Bemerkenswert an der Krups-Tabelle ist der Platz, den sie einnimmt. Sie steht im Abschnitt vor der ersten Bedienung, also noch vor der ersten Tasse, und damit an der richtigen Stelle. Die Anleitung verlangt ausdrücklich, das Gerät vor dem ersten Gebrauch oder bei einer festgestellten Änderung der Wasserhärte auf den ermittelten Wert abzustimmen, und nennt dabei beide Wege: das mitgelieferte Teststäbchen oder die Auskunft des Wasserversorgungsunternehmens.

Eine Besonderheit dieser Tabelle fällt beim Nachrechnen auf. Zwischen unter 3 und über 4 Grad liegt eine Lücke: Wasser mit genau 3,5 Grad deutscher Härte findet in der Tabelle keine Zeile. Das ist keine Kleinigkeit für jemanden, der eine Zahl vom Wasserwerk hat und sie zuordnen will.

Dieselbe Tabelle enthält noch eine zweite Unschärfe. Die Grenzwerte sind als Größer-als-Angaben formuliert, also über 4, über 7, über 14 und über 21. Eine Kleiner-als-Angabe gibt es nur bei Stufe 0. Wer 14,0 Grad hat, findet damit zwei Zeilen, auf die er passen könnte, und muss sich entscheiden. Die sichere Wahl ist in einem solchen Fall immer die härtere Stufe, weil sie zu häufigerem Entkalken führt und nicht zu selteneren Warnungen.

Was Philips in seiner Tabelle festlegt

Die Pflegebroschüre Auflage 11 führt auf Seite 4 eine Tabelle mit fünf Zeilen für das Ergebnis auf dem Teststreifen: 0 bis 3, 4 bis 7, 8 bis 14, 15 bis 21 und über 21 Grad deutscher Härte. Daneben stehen die Einstellung am Kaffeevollautomaten von 1 bis 4, die passende Stufe des Brita-Intenza-Filters als A, B oder C und ein Verweis auf die Bedienungsanleitung für den AquaClean-Filter.

Drei Zeilen tragen einen Namen, zwei nicht. Weich steht an der Zeile 4 bis 7 Grad, mittel an 15 bis 21 Grad, hart an über 21 Grad. Die Zeilen 0 bis 3 und 8 bis 14 bleiben unbenannt. Genau in der zweiten davon liegt der gesamte gesetzliche Bereich mittel, und genau dort schweigt die Tabelle.

Für die Einstellung am Gerät ist das folgenlos, denn dort zählt die Ziffer und nicht das Wort. Für die Verständigung zwischen Wasserwerk und Nutzer ist es folgenreich: Wer vom Versorger den Bereich mittel gemeldet bekommt und in der Philips-Tabelle nach dem Wort mittel sucht, landet bei Stufe 3 statt bei Stufe 2. Er stellt das Gerät damit auf härteres Wasser ein, als er hat, und wird zu selten zum Entkalken aufgefordert.

Dieser Fehler ist nicht theoretisch, er folgt aus der Formulierung der amtlichen Auskunft. Das Wasserwerk meldet nach § 9 Absatz 2 einen Bereichsnamen, und das ist bei sehr vielen deutschen Versorgungsgebieten der Name hart. Wer diesen Namen in die Philips-Tabelle trägt, landet bei Stufe 4, die erst über 21 Grad gilt — und stellt sein Gerät damit womöglich zu hart ein. In dieser Richtung ist der Fehler harmlos, in der anderen nicht.

Was De’Longhi festlegt: vier Felder ohne Zahl

Die Anleitung der Magnifica Evo beschreibt in Abschnitt 4 die Messung der Wasserhärte und arbeitet ausschließlich mit dem beiliegenden Reaktionsstreifen. Der Streifen wird eine Sekunde in ein Glas Wasser getaucht, herausgenommen und leicht geschüttelt; nach etwa einer Minute bilden sich je nach Wasserhärte ein, zwei, drei oder vier kleine rote Quadrate, und jedes Quadrat entspricht einer Stufe.

Die zugehörige Tabelle nennt die Härtegrade 1 bis 4 mit den Namen niedrig, mittel, mittel-hoch und hoch. Eine Zahl steht dort nicht. Weder Grad deutscher Härte noch Millimol noch Milligramm je Liter kommen vor. Wer die Auskunft seines Wasserwerks hat und sie in dieses Gerät eintragen will, hat keine Zuordnungsmöglichkeit — er muss den Streifen benutzen.

Das ist insofern folgerichtig, als De’Longhi den Streifen jedem Gerät beilegt und ihn in der Teileliste als Zubehörteil C1 führt. Die Anleitung beschreibt den Weg über den Streifen vollständig und erwähnt die Auskunft des Versorgers an keiner Stelle. Wer den Streifen verloren hat, steht damit ohne dokumentierten Weg da.

Ein Ersatzstreifen ist im Zubehörhandel erhältlich, und Streifen anderer Hersteller messen dieselbe Größe. Ob die Felderzahl eines fremden Streifens zur Stufenskala des Geräts passt, steht allerdings nirgends. Wer sich behelfen muss, rechnet besser aus der Auskunft des Wasserwerks in Grad um und ordnet über eine der bezifferten Tabellen zu.

Das ist der dritte Fall in derselben Warengruppe: eine Skala mit vier Stufen, die sich weder mit der dreistufigen des Gesetzes noch mit der fünfstufigen von Krups noch mit der vierstufigen von Philips in Beziehung setzen lässt. Und es kommt eine fünfte Einteilung hinzu.

Siemens führt in der Gebrauchsanleitung der Baureihe TE65 im Menüpunkt Wasserhärte die Auswahl „Stufe 1, 2, 3, 4 oder Enthärtungsanlage“. Das sind vier Stufen plus ein fünfter Eintrag, der gar keine Härte bezeichnet, sondern eine Anlage im Haus. Eine Zahl in Grad deutscher Härte oder in Millimol steht auch hier nicht; die Anleitung nennt stattdessen beide Wege zur Ermittlung, den beiliegenden Teststreifen und die Nachfrage bei der örtlichen Wasserversorgung.

Ein Detail dieser Anleitung ist praktisch bedeutsam und steht bei keinem der anderen Hersteller so deutlich: „Ab Werk ist die Wasserhärte 4 eingestellt.“ Das Gerät rechnet also im Auslieferungszustand mit der härtesten Stufe und fordert damit eher zu früh als zu spät zum Entkalken auf. Wer nie etwas einstellt, liegt bei Siemens auf der sicheren Seite — und entkalkt in einer weichen Region häufiger als nötig.

Fünf Unterlagen, fünf Einteilungen, keine gemeinsame Einheit. Das Gesetz teilt in drei Bereiche, Krups in fünf Stufen mit Grad-Angabe, Philips in vier Stufen mit Grad-Angabe, De’Longhi in vier Stufen ohne Zahl und Siemens in vier Stufen plus einen Eintrag für die Enthärtungsanlage, ebenfalls ohne Zahl.

Für die Kaufentscheidung hat das eine unerwartete Folge. Wer ein Gerät sucht, das sich nachvollziehbar einstellen lässt, sollte vor dem Kauf einen Blick in die Anleitung werfen und nachsehen, ob die Härtetabelle Zahlen trägt. Diese Prüfung kostet zwei Minuten und sagt mehr über die Sorgfalt der Dokumentation als jede Merkmalszeile im Angebot. Welche Geräte dieses Themenbereichs wie ausführlich dokumentiert sind, zeigt die Kaufberatung des Themenbereichs.

Der Teststreifen und seine drei Fehlerquellen

Beide Hersteller, die den Streifen beschreiben, nennen dieselben zwei kritischen Größen: die Eintauchzeit und die Ablesezeit. De’Longhi nennt etwa eine Sekunde eintauchen und etwa eine Minute warten. Philips wird deutlicher und schreibt, das Ergebnis müsse „nach exakt einer Minute abgelesen“ werden; werde es zu früh oder zu spät abgelesen, könne das Ergebnis verfälscht sein.

Die dritte Fehlerquelle nennt Philips ebenfalls, und sie wird fast immer übersehen: Es muss Leitungswasser sein. Mineralwasser und destilliertes Wasser sind ausdrücklich ausgeschlossen, und vorgefiltertes Wasser ist nach derselben Quelle nicht frei von Kalk. Wer den Streifen in bereits gefiltertes Wasser taucht, misst den Filter und nicht das Netz.

Eine vierte Fehlerquelle nennt keine der beiden Unterlagen, und sie ist die häufigste: Zeitpunkt der Entnahme. Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, hat andere Werte als frisch nachgelaufenes. Für eine Härtemessung ist der Unterschied klein, für eine sinnvolle Probe genügt es, das Wasser kurz laufen zu lassen.

Aus alldem folgt eine Rangfolge, die in keiner der Unterlagen so steht. Die Auskunft des Wasserwerks ist genauer als der Streifen, weil sie aus einer Laboranalyse stammt und nicht aus einer Farbreaktion mit Ablesefenster. Der Streifen ist der zweite Weg, nicht der erste. Philips selbst weist in dieselbe Richtung: Bei einem Ergebnis von vier roten Feldern solle man sich beim Wasserwerk nach dem lokalen Härtegrad erkundigen.

Damit sagt der Hersteller im Grunde selbst, wo die Grenze seines Streifens liegt. Vier Felder bedeuten über 21 Grad und damit einen offenen Bereich ohne Obergrenze; ob es 22 oder 35 Grad sind, macht für die Kalkmenge einen erheblichen Unterschied und für den Streifen keinen. Wer hart wohnt, kommt um die Auskunft des Versorgers nicht herum.

Der Streifen bleibt trotzdem der schnellere Weg für eine Gegenprobe. Wer nach einem Umzug oder nach dem Einbau eines hausinternen Enthärters wissen will, ob sich etwas geändert hat, bekommt binnen einer Minute eine Antwort. Für die Einstellung des Geräts ist die amtliche Zahl vorzuziehen, für den Verdacht genügt der Streifen.

Warum die Einstellung am Gerät überhaupt etwas bewirkt

Ein Vollautomat kann Kalk nicht messen. Er zählt, und zwar Liter oder Bezüge, und multipliziert diese Zahl mit dem hinterlegten Härtewert. Erreicht das Produkt eine Schwelle, erscheint die Aufforderung zum Entkalken. Die eingestellte Stufe ist damit der einzige Parameter, über den der Nutzer das Intervall beeinflusst.

Welche Schwelle dahintersteht, nennt keine der drei Unterlagen. Bekannt ist nur die Wirkungsrichtung: höhere Stufe bedeutet kürzeres Intervall. Um wie viel kürzer, steht nirgends, und damit lässt sich auch nicht ausrechnen, wie viele Entkalkungen im Jahr bei einer bestimmten Härte anfallen. Diese Zahl bleibt dem Gerät vorbehalten.

Ein zweiter Zähler läuft parallel und wird oft verwechselt. Die Aufforderung zur Reinigung der Brühgruppe und des Milchwegs hängt an der Zahl der Bezüge und nicht an der Härte. Wer beide Meldungen durcheinanderbringt, entkalkt, wo gereinigt werden müsste; der Unterschied zwischen beiden Vorgängen steht in der Reinigungsübersicht.

De’Longhi beschreibt genau diesen Mechanismus: Wenn die Wasserhärte sofort eingestellt werde, müsse der Vollautomat nicht so häufig entkalkt werden, und die Kontrolllampe schalte sich ein, wenn es anhand der in den verschiedenen Wohnregionen vorhandenen Wasserhärte angefordert werde. Philips formuliert dieselbe Abhängigkeit von der anderen Seite: Die Einstellung bestimme den Zeitpunkt für die Entkalkung, andernfalls könne die Aufforderung zu spät erscheinen und der Durchlauferhitzer sei möglicherweise bereits verkalkt.

Daraus folgt die wichtigste praktische Regel dieser Seite. Eine zu niedrig eingestellte Härtestufe ist gefährlicher als eine zu hoch eingestellte. Zu hoch bedeutet, man entkalkt öfter als nötig und verbraucht mehr Entkalker. Zu niedrig bedeutet, das Gerät meldet sich zu spät, und der Schaden entsteht, bevor die Meldung kommt.

Die Asymmetrie hat einen technischen Grund. Kalk fällt dort aus, wo das Wasser am heißesten ist, also im Durchlauferhitzer, und er baut sich dort als Schicht auf. Eine Schicht wirkt wie eine Dämmung: Das Heizelement muss heißer werden, um dieselbe Wassertemperatur zu liefern, und die Überhitzung ist der eigentliche Ausfallmechanismus. Einmal entstandene Schäden verschwinden durch spätere Entkalkung nicht mehr.

Es gibt eine zweite Stelle, an der sich Kalk bemerkbar macht, und sie liegt vor dem Heizelement. Das Magnetventil und die engen Kanäle zur Brühgruppe setzen sich ebenfalls zu, und dort äußert sich der Belag als langsamer werdender Durchlauf. Weil derselbe Effekt auch von einem zu fein eingestellten Mahlgrad kommt, wird er häufig dem falschen Bauteil zugeschrieben.

Die Unterscheidung ist einfacher, als sie klingt. Ein zu feiner Mahlgrad wirkt sofort und bei jedem Bezug gleich. Ein Kalkproblem entwickelt sich über Wochen und betrifft auch die Heißwasserausgabe, in der gar kein Kaffeemehl vorkommt. Wer den Heißwasserbezug misst, hat den Mahlgrad damit ausgeschlossen.

Diese Probe dauert eine Minute und braucht nichts weiter als ein Messgefäß. Man bezieht zweimal dieselbe Menge Heißwasser und stoppt die Zeit; wird sie über Wochen länger, verengt sich der Weg. Die Zahl selbst ist dabei unwichtig, der Vergleich mit der Vorwoche ist der Messwert.

◆ weich0 bis 8,4● mittel8,4 bis 14■ hart14 bis 30Beispielwert 16 Grad: 16 Grad deutscher HärteSkala von 0 bis 30 Grad deutscher HärteEingeordnet: hart
Wo 16 Grad deutscher Härte im gesetzlichen Schema liegen. Die drei Abschnitte sind die Härtebereiche aus § 9 Absatz 2 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes, umgerechnet in Grad deutscher Härte. Der Beispielwert 16 Grad liegt im Bereich hart; Philips ordnet ihn der Stufe mit dem Namen mittel zu. Beispielwert 16 Grad liegt bei 16 Grad deutscher Härte und damit im Abschnitt hart.§ 9 Absatz 2 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, umgerechnet mit dem Faktor 5,6 Grad je Millimol. Die Umrechnung ist eine Annahme dieser Seite.

Die Filterpatrone: zwei Hersteller, zwei Maßeinheiten

Wer die Härte nicht am Gerät regeln, sondern aus dem Wasser holen will, kauft eine Filterpatrone. Auch hier fehlt die gemeinsame Einheit, und diesmal fällt es schwerer auf, weil beide Angaben plausibel klingen. De’Longhi misst die Lebensdauer in Monaten, Philips misst sie in Tassen.

Beide Maße sind für sich plausibel und beschreiben verschiedene Erschöpfungswege. Ein Kalenderintervall unterstellt, dass die Patrone altert, also biologisch oder chemisch verbraucht. Ein Tassenintervall unterstellt, dass sie durch Durchsatz erschöpft wird. Beides trifft vermutlich zu, aber keine der beiden Unterlagen nennt beide Grenzen.

Für die Praxis bedeutet das, dass man beide Grenzen selbst zusammensetzen muss. Wer viel bezieht, richtet sich nach der Tassenzahl und wechselt früher als der Kalender verlangt. Wer wenig bezieht, richtet sich nach dem Kalender und wechselt früher als die Tassenzahl verlangt. Es gilt jeweils die zuerst erreichte Grenze, und diese Regel steht in keiner der drei Unterlagen — sie folgt aus ihrem Nebeneinander.

Die Anleitung der Magnifica Evo schreibt: Nach Ablauf der zwei Monate Lebensdauer oder wenn das Gerät drei Wochen lang nicht benutzt wird, muss der Wasserfilter ausgewechselt werden, auch wenn das Gerät dies noch nicht anzeigt. Krups verlangt für die Claris-Patrone dasselbe Intervall von zwei Monaten. Philips dagegen nennt für den AquaClean-Filter bis zu 625 Tassen je Patrone und bis zu 5.000 Tassen bei achtmaligem Filtertausch.

Umrechnen lässt sich das nur mit einer eigenen Annahme über den Verbrauch. Bei vier Bezügen am Tag sind 625 Tassen etwa fünf Monate, bei zwei Bezügen etwa zehn. Die Patrone von De’Longhi wäre in beiden Fällen längst fällig. Welche der beiden Logiken richtig ist, hängt davon ab, ob eine Patrone durch Durchsatz erschöpft wird oder durch Alterung — und dazu sagt keine der beiden Unterlagen etwas.

Einen Hinweis liefert die Ausnahmeregel bei De’Longhi: Wird das Gerät drei Wochen lang nicht benutzt, ist der Filter zu wechseln, auch wenn die zwei Monate noch nicht um sind. Das ist eine Aussage über Stillstand, nicht über Durchsatz, und sie spricht für eine hygienische Begründung. Eine Patrone mit Aktivkohle und feuchtem Granulat ist ein Ort, an dem sich bei Stillstand etwas ansiedeln kann.

Krups beschreibt seine Claris-Patrone als kalkreduzierende Substanz mit Aktivkohle, die Chlor, Verunreinigungen, Blei und Kupfer zurückhält, und verlangt ebenfalls einen Wechsel mindestens alle zwei Monate. Zusätzlich verlangt die Anleitung, den Filter vor jeder Entkalkung zu entnehmen — ein Schritt, den man leicht vergisst und der die Patrone kostet, wenn man ihn vergisst.

Was die 5.000 Tassen wirklich versprechen

Die Zahl steht groß auf der Verpackung und in der Produktbroschüre zum AquaClean-Filter CA6903. Der vollständige Satz lautet dort: „Kein Entkalken für bis zu 5.000 Tassen“, und daneben steht in derselben Broschüre die Erläuterung „bei 8-maligem Filtertausch“. Mit jedem Filter seien bis zu 625 Tassen möglich.

Rechnerisch gehört damit zu den 5.000 Tassen ein Materialeinsatz von acht Wechseln, also neun Patronen einschließlich der ersten. Die Broschüre sagt das offen; sie versteckt es nicht. Was sie nicht sagt, ist, wie viele Entkalkungen in derselben Zeit ohne Filter angefallen wären. Ohne diese Gegenzahl bleibt das Versprechen unvergleichbar.

Zum Vergleich fehlt außerdem die Tassengröße. Die Broschüre nennt an einer Stelle als Basis Tassen mit 0,1 Liter Füllmenge. Wer überwiegend große Becher bezieht, kommt bei derselben Wassermenge auf deutlich weniger Tassen und erreicht die 5.000 nie. Wer Espresso trinkt, erreicht sie früher, als die Wassermenge vermuten lässt.

Rechnet man mit 0,1 Liter je Tasse, entsprechen 5.000 Tassen etwa 500 Litern Wasser. Das ist die Zahl, die sich mit einer Kapazitätsangabe vergleichen ließe, wenn es eine gäbe. Bei neun Patronen sind es rund 56 Liter je Patrone. Ob dieser Wert für weiches und für hartes Wasser derselbe ist, geht aus der Broschüre nicht hervor.

Dieselbe Broschüre nennt eine zweite Bedingung, die den Vorgang beschreibt: Durch Aktivieren des AquaClean-Filters werde die Entkalkungsbenachrichtigung automatisch deaktiviert, und die Maschine aktiviere die Entkalkungsanzeige erst wieder nach achtmaligem Filteraustausch. Das Gerät entkalkt also nicht seltener, weil weniger Kalk ankommt — es fragt schlicht nicht mehr danach.

Das ist kein Vorwurf, sondern die Beschreibung eines Tauschgeschäfts. Der Nutzer tauscht eine Geräteanzeige gegen einen eigenen Wechselrhythmus. Solange er den einhält, funktioniert der Schutz. Genau an dieser Stelle unterscheiden sich Haushalte stärker als Geräte.

Eine Zwischenbemerkung zur Sprache lohnt sich hier. Die Broschüre schreibt „kein Entkalken für bis zu 5.000 Tassen" und nicht „keine Entkalkung nötig". Der Unterschied ist juristisch und technisch bedeutsam: Beschrieben wird, was das Gerät verlangt, nicht, was im Gerät passiert. Kalk gelangt weiterhin hinein, nur eben weniger.

Für einen Haushalt, in dem das Gerät ohnehin eine feste Rolle hat und regelmäßig gepflegt wird, ist das eine Erleichterung. Für einen Haushalt, in dem der Vollautomat nebenher läuft, ist es ein Risiko. Wer wissen will, welcher Typ er ist, findet eine ehrliche Selbstprüfung in der Einordnung für den Einpersonenhaushalt.

Die Fußnote unter dem Versprechen

Unter der Zahl steht ein Sternchen, und der zugehörige Text ist der interessanteste Satz der ganzen Broschüre: „Basierend auf 8-maligem Filtertausch, wie von der Kaffeemaschine angegeben. Die tatsächliche Anzahl der Tassen ist abhängig von der Getränkewahl sowie von der Anzahl der Reinigungs- und Spülvorgänge.“

Genannt werden damit zwei Einflussgrößen: die Getränkewahl und die Zahl der Spülungen. Nicht genannt wird die Wasserhärte. Das ist bemerkenswert, weil die Härte die einzige Größe ist, die darüber entscheidet, wie viel Kalk überhaupt ins Gerät gelangt. Eine Patrone mit Ionenaustauscher hat eine begrenzte Kapazität; bei härterem Wasser ist sie früher erschöpft.

Belegen lässt sich diese Abhängigkeit aus den geöffneten Philips-Unterlagen nicht, und deshalb steht sie hier als Frage und nicht als Behauptung. Festhalten lässt sich nur, was dasteht: Die Fußnote nennt zwei Faktoren und lässt den dritten aus. Wer in einer Region mit 20 Grad deutscher Härte wohnt, sollte die 625 Tassen deshalb als obere Grenze lesen.

Gegen diese Lesart spricht nichts in den Unterlagen, und für sie spricht die Funktionsweise des Ionenaustauschers. Er tauscht Calcium- und Magnesiumionen gegen andere Ionen und ist erschöpft, wenn seine Kapazität aufgebraucht ist. Wie viel Kapazität eine Patrone hat, wird in keiner der geöffneten Unterlagen beziffert — weder in Litern noch in Millimol.

Der Fall über 21 Grad, den Philips ausdrücklich ausnimmt

In derselben Broschüre steht ein Absatz, der das Filterversprechen für einen Teil der Haushalte zurücknimmt. Bei extrem hartem Wasser über 21 Grad deutscher Härte, heißt es dort, müsse die Entkalkung häufiger durchgeführt werden, als das Gerät es anzeige. Empfohlen wird, vorgefiltertes Wasser oder einen Wasserfilter zu verwenden, ohne diesen zu aktivieren, um Schäden am Gerät zu vermeiden.

Die Begründung steht gleich dahinter und ist technisch schlüssig: Wäre der Wasserfilter bei einer so hohen Wasserhärte aktiviert, könne es zu verfälschten Messergebnissen kommen, und in der Folge zeige das Gerät die Meldung zur Entkalkung noch später an. Der Filter würde in diesem Fall also nicht schützen, sondern die Warnung verzögern.

Dieser Absatz ist die schärfste Einschränkung, die sich in den drei Herstellerunterlagen findet. Er stammt vom Hersteller des Filters selbst und betrifft genau die Haushalte, die einen Filter am dringendsten brauchen würden. Wer über 21 Grad wohnt, bekommt vom Anbieter die Auskunft, dass das beworbene Verfahren für ihn nicht gilt.

Wie viele Haushalte das betrifft, lässt sich aus den geprüften Quellen nicht sagen. Über 21 Grad deutscher Härte kommen in Deutschland regional vor, vor allem dort, wo Grundwasser aus Kalk- und Gipsschichten gefördert wird. Eine bundesweite Zahl steht in keiner der ausgewerteten Unterlagen, und diese Seite nennt deshalb keine.

Für den Nutzer bedeutet das eine ungewöhnliche Anweisung: Filter einsetzen, aber nicht anmelden. Das Gerät rechnet dann weiter mit der eingestellten Härte, die Patrone nimmt trotzdem Kalk auf, und die Entkalkungsaufforderung kommt eher zu früh als zu spät. Wie der Vorgang selbst abläuft, steht in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Entkalken.

Die Ausnahme bei Krups: Filter bedeutet Härtestufe null

Krups löst dieselbe Frage anders und schreibt es in die Sicherheitshinweise der Anleitung: Bei Verwendung einer Claris-Aqua-Filter-System-Kartusche muss die Wasserhärte auf 0 eingestellt werden. Die Stufe 0 heißt in derselben Anleitung sehr weich und steht für unter 3 Grad deutscher Härte.

Das Gerät bekommt damit gesagt, es werde mit sehr weichem Wasser betrieben, unabhängig davon, was aus der Leitung kommt. Die Rechnung des Zählers verschiebt sich entsprechend, und die Entkalkungsaufforderung wandert nach hinten. Solange die Patrone tatsächlich arbeitet, ist das richtig. Sobald sie erschöpft ist, ist es falsch.

Hier liegt der Grund für die Kalenderregel in den Anleitungen. Wer die Patrone nach zwei Monaten wechselt, hält die Annahme aufrecht, auf der die Einstellung beruht. Wer sie vergisst, betreibt ein Gerät, das auf sehr weiches Wasser eingestellt ist, mit hartem Wasser und ohne funktionierenden Filter — die ungünstigste aller Kombinationen.

Für den Alltag heißt das: Der Patronenwechsel gehört in den Kalender, nicht ins Gedächtnis. Zwei Monate sind ein Intervall, das sich nicht von selbst meldet, und bei Krups meldet es sich auch nicht, weil die Härtestufe auf 0 steht. Ein Aufkleber mit dem Datum am Tank ist die einfachste Abhilfe und kostet nichts.

Dieselbe Logik gilt für den umgekehrten Fall. Wer den Filter entfernt und nicht ersetzt, muss die Härtestufe zurückstellen, sonst rechnet das Gerät dauerhaft mit sehr weichem Wasser. Diesen Schritt nennt die Krups-Anleitung nicht ausdrücklich; er folgt aus der Vorgabe, bei eingesetzter Patrone auf 0 zu stellen.

Beide Wege, der von Philips und der von Krups, führen dazu, dass die Entkalkungsaufforderung später oder gar nicht kommt. Das ist ihr Zweck. Der Preis dafür ist, dass der Schutz vollständig am Wechselrhythmus der Patrone hängt und nicht mehr an einer Meldung des Geräts. Wer zu Terminen neigt, die verrutschen, fährt mit der Entkalkungsanzeige sicherer als mit dem Filter.

Was der Filter kostet, gerechnet in Patronen je Jahr

WegVorgabe laut UnterlageVerbrauch im JahrWas zusätzlich anfällt
De’Longhi, Filter nach KalenderWechsel nach zwei Monaten, unabhängig vom Verbrauchsechs PatronenEntkalkung weiterhin nach Anzeige
Krups, Claris nach KalenderWechsel mindestens alle zwei Monate, Härte auf Stufe 0sechs PatronenFilter vor jeder Entkalkung entnehmen
Philips, AquaClean nach Tassenbis zu 625 Tassen je Patrone, Anzeige durch das Gerätzwei bis drei Patronen bei vier Bezügen am Tagnach acht Wechseln kehrt die Entkalkungsanzeige zurück
ohne FilterEntkalken nach Anzeige des Gerätskeine PatroneEntkalker nach Herstellerangabe, Häufigkeit je nach Härtestufe

Die Jahreszahlen in der dritten Spalte sind gerechnet, nicht abgeschrieben. Sechs Patronen folgen unmittelbar aus dem Zwei-Monats-Intervall. Die zwei bis drei Patronen bei Philips folgen aus 625 Tassen und vier Bezügen am Tag, also rund 1.460 Bezügen im Jahr; die Zahl der täglichen Bezüge ist eine Annahme dieser Seite.

Die Tabelle nennt bewusst keine Eurobeträge. Patronenpreise schwanken zwischen Einzel- und Mehrfachpackungen erheblich, Entkalkerpreise ebenso, und beide ändern sich schneller, als eine Seite aktualisiert wird. Wer rechnen will, setzt seine eigenen Preise in die Spalte Verbrauch ein; die Stückzahlen ändern sich dadurch nicht.

Eine Größe fehlt in der Tabelle und sei genannt: der Wasserverbrauch der Spülvorgänge. Ein Vollautomat spült beim Einschalten und beim Ausschalten, und dieses Wasser läuft in die Abtropfschale. Es zählt bei Philips ausdrücklich gegen die Tassenzahl der Patrone, ohne jemals in einer Tasse zu landen. Wer das Gerät mehrmals täglich ein- und ausschaltet, verbraucht seine Patrone schneller als jemand, der es durchlaufen lässt — und mehr Strom ohnehin, wie die Einordnung der oberen Preisklassefür die Abschaltautomatik beschreibt.

Wie groß dieser Anteil ist, lässt sich aus den Unterlagen nicht beziffern. Keine der drei Anleitungen nennt die Wassermenge eines Spülvorgangs, und die Broschüre nennt die Zahl der Spülungen nur als Einflussgröße. Wer es genau wissen will, fängt das Spülwasser einmal auf und misst es — das ist die einzige Messung, die diese Seite empfiehlt.

Was Kalk mit der Garantie zu tun hat

Die Philips-Pflegebroschüre enthält einen Satz, der die ganze Frage aus dem Bereich der Bequemlichkeit herausholt: „Fehler, die durch eine Verkalkung oder ein nicht zugelassenes Entkalkungsmittel hervorgerufen werden, sind nicht durch die Garantie abgedeckt.“ Das betrifft beide Hälften der Entscheidung — die Häufigkeit und das Mittel.

Zu unterscheiden ist dabei zwischen Garantie und gesetzlicher Mängelhaftung. Die Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers, und er darf ihren Umfang bestimmen. Die gesetzliche Mängelhaftung des Verkäufers besteht daneben und knüpft an einen Mangel bei Übergabe an; ein nach zwei Jahren verkalkter Durchlauferhitzer ist kein solcher Mangel. Wer diese Unterscheidung genauer braucht, findet sie im Beitrag zum Betrieb im Büro, der die Garantiebedingungen mehrerer Hersteller nebeneinanderlegt.

Praktisch folgt daraus eine Dokumentationsempfehlung, die nichts kostet. Wer die Entkalkungen mit Datum notiert und die Verpackung des verwendeten Mittels aufhebt, kann im Streitfall zeigen, dass er die Vorgabe eingehalten hat. Ohne Beleg steht Aussage gegen Aussage, und der Hersteller hat den Durchlauferhitzer vor sich.

Ein zweiter Punkt aus derselben Zeile wird selten beachtet: das nicht zugelassene Entkalkungsmittel. Hersteller benennen in ihren Anleitungen ein eigenes Mittel und schließen Schäden durch andere aus. Ob ein Hausmittel technisch taugt, ist damit gar nicht die Frage — die Frage ist, wer den Schaden trägt, wenn danach etwas ausfällt. Welche Mittel die Hersteller nennen und welche Wirkung sie haben, steht in der Übersicht der Entkalkungsmittel.

Zwischen beiden Regeln besteht ein Zusammenhang, der selten ausgesprochen wird. Wer den Filter aktiviert und die Entkalkungsanzeige damit stilllegt, hat im Schadensfall zwei Belege zu führen statt einem: dass er die Patronen fristgerecht gewechselt hat und dass er nach Ablauf der acht Wechsel wieder entkalkt hat. Die Entkalkung nach Anzeige hinterlässt dagegen eine Spur im Gerät selbst.

Was sich nicht belegen ließ

Vier Punkte sind offengeblieben. Erstens: Ob die Kapazität einer Filterpatrone linear mit der Wasserhärte abnimmt, ließ sich aus den geöffneten Unterlagen nicht belegen. Weder Philips noch De’Longhi noch Krups nennen eine Kapazität in Litern oder in Millimol Calcium, und ohne diese Angabe ist jede Umrechnung von Tassen auf Härte eine Vermutung.

Zweitens: Die Modellanleitungen von Philips waren nicht abrufbar. Der Dokumentenserver unter download.p4c.philips.com antwortete mit HTTP 530, und zwar auch bei einer frei erfundenen Modellnummer — die Störung liegt am Server, nicht am Suchweg. Für Philips liegt deshalb die Pflegebroschüre Auflage 11 zugrunde. Die Siemens-Anleitung der Baureihe TE65 war unter dem deutschen Länderpfad ebenfalls nicht erreichbar (HTTP 404), unter dem luxemburgischen derselben Domain dagegen schon; sie ist deshalb oben mit Fundstelle im Text belegt und steht nicht im Quellenblock, der bei sechs Einträgen endet.

Drittens: Keines der zehn am 19.09.2026 abgerufenen Angebote für Kaffeevollautomaten nennt die Wasserhärte überhaupt. Null von zehn. Zwei nennen einen Wasserfilter beim Namen, drei sprechen vom Entkalken. Die Einstellung, ohne die das Entkalkungsintervall nicht stimmt, taucht im Verkaufstext nicht auf.

Das passt zu einer Beobachtung aus derselben Abfrage. Neun der zehn Kennungen gehören zu einer Variantenfamilie mit mehreren Ausführungen; die Achsen heißen Farbe, Zahl der Kaffeespezialitäten und Funktionsumfang. Keine Familie unterscheidet ihre Ausführungen nach Wasserfilter oder Wasserhärte. Wer eine andere Farbe wählt, ändert an dieser Frage nichts.

Viertens, und das ist die größte Leerstelle: Es gibt keine Vorschrift, die einen Gerätehersteller verpflichtet, seine Härtestufen an die gesetzlichen Härtebereiche anzulehnen. Die Verordnung (EU) 2023/826 regelt für Haushaltskaffeemaschinen die Abschaltzeit und nichts sonst. Solange das so bleibt, darf jeder Hersteller weich und hart weiterhin so verwenden, wie es ihm passt.

Fünftens, und das ist eine Leerstelle eigener Art: Diese Seite hat die Anleitungen dreier Hersteller geöffnet und daraus vier Skalen verglichen. Ob die übrigen Anbieter am Markt weitere Einteilungen verwenden, ist damit nicht geklärt. Der Befund gilt für die geprüften Unterlagen und nicht für den ganzen Markt.

Sechstens: Nicht geklärt ist, ob die Härtestufe bei allen Geräten dieselbe Rechenlogik auslöst. Belegt ist nur, dass De’Longhi und Philips die Einstellung als Steuergröße für den Entkalkungszeitpunkt beschreiben. Ob die Schwelle bei beiden gleich weit springt, steht nirgends, und damit lässt sich auch nicht sagen, ob eine Stufe Unterschied bei Philips dasselbe bedeutet wie bei Krups.

Was es kostet, keinen Filter zu kaufen

Der häufigste Anlass, diese Seite zu lesen, ist nicht die Rechtslage, sondern die Frage an der Kasse: Patrone dazu oder nicht? Die ehrliche Antwort für einen Teil der Haushalte lautet nein, und sie lässt sich an einer einzigen Zahl festmachen — an der Härte des eigenen Leitungswassers.

Unterhalb des gesetzlichen Bereichs weich, also unter etwa 8,4 Grad deutscher Härte, ist die Patrone eine Ausgabe ohne erkennbaren Gegenwert. Das Gerät wird bei richtig eingestellter Stufe ohnehin selten zum Entkalken auffordern, und der Ionenaustauscher hat wenig zu tun. Wer in einer solchen Region wohnt, spart sechs Patronen im Jahr und stellt stattdessen die Härtestufe korrekt ein. Das ist kostenlos und dauert zwei Minuten.

Dasselbe gilt für Haushalte, die ohnehin wenig beziehen. Zwei Tassen am Tag bedeuten bei Philips rechnerisch rund zehn Monate je Patrone, und eine Patrone, die zehn Monate im Tank liegt, widerspricht dem Kalenderintervall der anderen beiden Hersteller. In dieser Konstellation ist die Entkalkung nach Anzeige der sauberere Weg; die Geräte, die für solche Haushalte gebaut sind, stehen in der Übersicht der kompakten Geräte.

Im Bereich mittel ist es eine Abwägung zwischen Bequemlichkeit und Materialverbrauch. Der Filter spart Entkalkungsvorgänge und kostet Patronen; die Entkalkung spart Patronen und kostet Zeit sowie Entkalker. Beide Wege schützen das Gerät, wenn sie eingehalten werden. Nur einer von beiden verzeiht Nachlässigkeit, und das ist die Entkalkung nach Anzeige, weil das Gerät von selbst daran erinnert.

Wer beides kombinieren will, kann das, und zwar ohne Widerspruch zu den Unterlagen: Filter einsetzen, ohne ihn am Gerät anzumelden. Dann bleibt die Entkalkungsanzeige aktiv und erinnert weiterhin, die Patrone nimmt trotzdem einen Teil des Kalks auf, und der Zeitpunkt der Meldung liegt eher zu früh als zu spät. Philips empfiehlt genau dieses Vorgehen für sehr hartes Wasser; für weicheres Wasser spricht nichts dagegen, es ebenfalls so zu halten.

Ein dritter Punkt gehört in diese Abwägung, und er wird selten genannt: der Geschmack. Keiner der drei Hersteller behauptet in den geöffneten Unterlagen, dass gefiltertes Wasser anders schmeckenden Kaffee ergibt; Philips beschreibt den Filter über Kalkschutz und Partikelrückhalt, Krups über Chlor, Blei und Kupfer. Wer den Filter wegen des Geschmacks kauft, kauft ihn auf eine Zusage hin, die in diesen Unterlagen nicht steht.

Bleibt die Zusammenfassung in einer Zahl. Wer seine Härte nicht kennt, hat das Gerät nach Werkseinstellung laufen — und die ist nicht auf sein Wasser abgestimmt. Wer sie kennt und einträgt, hat das Intervall in der Hand. Alles Weitere, Filter oder kein Filter, ist eine Abwägung zwischen Patronen und Terminen, und beide Wege funktionieren. Nur der dritte Weg, nichts zu tun, funktioniert nicht.

Dazu zwei praktische Hinweise zum Schluss. Der erste betrifft den Zeitpunkt: Die Härtestufe wird bei der ersten Inbetriebnahme abgefragt, und viele bestätigen dort eine Voreinstellung, um zur ersten Tasse zu kommen. Sie lässt sich jederzeit im Menü ändern, und die Anleitungen beschreiben diesen Weg.

Der zweite betrifft die Wiedervorlage. Eine Härte ändert sich, wenn der Versorger sein Netz umstellt, und § 9 Absatz 1 verpflichtet ihn, das mitzuteilen — nicht nur einmal jährlich, sondern bei jeder nicht nur vorübergehenden Änderung. Wer einen solchen Aufkleber oder eine solche Mitteilung bekommt, hat einen Anlass, das Gerät nachzustellen. Es ist der einzige Fall, in dem ein Kaffeevollautomat Post bekommt.

Und ein letzter Hinweis für alle, die mehrere Geräte betreiben. Die Härte ist eine Eigenschaft des Wassers und nicht des Geräts; sie gilt für den Wasserkocher, für die Spülmaschine und für den Vollautomaten gleichermaßen. Wer die Zahl einmal geholt hat, sollte sie an einer Stelle notieren, an der sie beim nächsten Gerätekauf wieder auftaucht. Ein Eintrag im Haushaltsordner reicht, und er erspart die Suche beim Versorger jedes Mal von Neuem.

Über 21 Grad deutscher Härte kippt die Empfehlung, und zwar auf beide Arten. Philips rät dort selbst davon ab, den Filter zu aktivieren, und verlangt häufigeres Entkalken als angezeigt. Wer dort wohnt, hat drei Möglichkeiten: den Filter passiv einsetzen, ohne ihn anzumelden, das Entkalkungsintervall von Hand verkürzen oder die Entscheidung vorziehen und ein Gerät mit herausnehmbarer Brühgruppe wählen, das sich besser warten lässt — die Bauartfrage dazu steht im Beitrag zur herausnehmbaren Brühgruppe.

Und es gibt den Fall, in dem gar kein Kauf ansteht. Wer bereits ein Gerät besitzt und es nie auf die richtige Härtestufe eingestellt hat, hat den größten Hebel noch ungenutzt vor sich. Er kostet nichts: Auskunft des Wasserwerks holen, umrechnen, Stufe eintragen. Diese drei Schritte wirken stärker als jede Patrone, und sie sind der einzige Teil dieser Seite, der für jedes Gerät gilt.

Weiter im Cluster

Die zweite Stellschraube, die ab Werk feststeht und über die Angebote kaum etwas sagen, sitzt im Bohnenfach. Wer wissen will, was sich am Mahlwerk einstellen lässt und was nicht, findet die Auszählung dazu im Beitrag über Mahlwerk und Mahlgrad. Die laufende Pflege des Milchwegs steht in der Anleitung zum Milchsystem, die tägliche und wöchentliche Routine in der Reinigungsübersicht, und wer noch vor der Geräteauswahl steht, beginnt bei der Übersicht des Themenbereichs.

Stand der Angaben: 19.09.2026. Grundlage sind § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes und § 46 der Trinkwasserverordnung in ihrer veröffentlichten Fassung, die Bedienungsanleitungen von De’Longhi und Krups, die Philips-Pflegebroschüre Auflage 11 und die Produktbroschüre zum AquaClean-Filter CA6903. Es wurde kein Wasser analysiert. Redaktion: Tobias Meier.
Hinweis zur Einordnung: Rechtstexte werden hier sinngemäß wiedergegeben und in den entscheidenden Sätzen wörtlich zitiert. Für eine rechtsverbindliche Auskunft ist die jeweils geltende Fassung maßgeblich.
Tobias Meier

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Tobias Meier

Fachredakteur Kaffee & Espresso

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
19.09.2026
Zuletzt aktualisiert
19.09.2026
Verfügbarkeit geprüft
19.09.2026

Datenbasis: Herstellerangaben und Produktdatenblätter, öffentlich einsehbare Händlerdaten zu Preis und Verfügbarkeit sowie die aggregierte Bewertungslage. Vor jeder Aktualisierung prüfen wir, ob die verlinkten Produkte noch bestellbar sind, und tauschen aus, was nicht mehr lieferbar ist.

Quellen dieser Einordnung

  1. 1. Paragraf 9 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz — Angabe der Wasserhärtebereichegesetze-im-internet.de

    Absatz 1 belegt die mindestens jährliche Mitteilungspflicht der Wasserversorgungsunternehmen, Absatz 2 die drei Härtebereiche weich, mittel und hart in Millimol Calciumcarbonat je Liter.

  2. 2. Paragraf 46 Trinkwasserverordnung — Regelmäßige internetbasierte Information der Verbrauchergesetze-im-internet.de

    Absatz 1 Nummer 3 belegt, dass die Wasserhärte nach Paragraf 9 WRMG sowie der Calcium-, Magnesium- und Kaliumgehalt in Millimol und Milligramm je Liter zu veröffentlichen sind — Grad deutscher Härte kommt nicht vor.

  3. 3. Philips Pflegetipps für Kaffeevollautomaten, Auflage 11philips.de

    Seite 4 belegt die Zuordnungstabelle mit fünf Messergebnissen, vier Geräteeinstellungen und nur drei Namen, den Sonderhinweis für Wasser über 21 Grad deutscher Härte und den Garantieausschluss bei Verkalkung.

  4. 4. Philips AquaClean Kalk- und Wasserfilter CA6903, Produktbroschüredocuments.philips.com

    Belegt die 5.000 Tassen bei achtmaligem Filtertausch, die 625 Tassen je Filter, die Deaktivierung der Entkalkungsanzeige und die Fußnote, die Getränkewahl und Spülvorgänge nennt, die Wasserhärte aber nicht.

  5. 5. De'Longhi Magnifica Evo ECAM290.22.B, Bedienungsanleitungkaffee24.de

    Abschnitt 4 belegt die vier Härtegrade niedrig bis hoch ohne Zahlenangabe und den Ablauf der Streifenmessung; Kapitel 10 belegt den Filterwechsel nach zwei Monaten oder nach drei Wochen Stillstand.

  6. 6. Krups Serie EA81, Bedienungsanleitunggzhls.at

    Abschnitt 2.1 belegt die fünf Härtegrade mit Grenzen in französischer, deutscher und englischer Härte; die Sicherheitshinweise belegen, dass bei eingesetzter Claris-Kartusche die Wasserhärte auf 0 zu stellen ist.

Was zuletzt geändert wurde

  • 19.09.2026: Ersterstellung im Rahmen der Kaffeevollautomat-Erweiterung. Die drei gesetzlichen Härtebereiche gegen die Stufenskalen von Krups, Philips und De'Longhi gestellt und die Angaben zur Filterpatrone aus vier Herstellerunterlagen nebeneinandergelegt.

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