Für Büro-Arbeitsstühle gibt es eine Norm, eine Arbeitsstättenregel und eine Maßtabelle. Für Gaming-Stühle gibt es Rennsitzoptik und das Wort ergonomisch. Diese Übersicht legt beides übereinander: Sie nimmt die acht Mindesteigenschaften, die die Arbeitsstättenregel ASR A6 seit dem 1. Juli 2024 an einen Büro-Arbeitsstuhl stellt, und hält fünf konkrete Gaming-Stuhl-Angebote dagegen. Nicht, um sie durchfallen zu lassen, sondern um zu zeigen, welche der acht Eigenschaften sich aus einem Amazon-Angebot überhaupt ablesen lässt. Das Ergebnis vorweg: bei zweien von acht durchgehend, bei dreien gar nicht, und die schwerste Anforderung erfüllt von den fünf Angeboten keines nachweisbar.
Die Norm, an der ein Gaming-Stuhl gemessen werden müsste
Ein Büro-Arbeitsstuhl in Deutschland hat eine Norm: die DIN EN 1335. Sie besteht aus zwei Teilen. Teil 1 regelt die Maße und ihre Bestimmung, aktuelle Fassung DIN EN 1335-1:2023-07. Teil 2 regelt die Sicherheitsanforderungen, Fassung DIN EN 1335-2:2019-04. Einen Teil 3 gibt es nicht mehr: Die Prüfverfahren standen bis 2009 in einem eigenen Teil und sind mit der Ausgabe von April 2019 in Teil 2 aufgegangen. Wer heute auf einen Teil 3 verwiesen wird, liest eine veraltete Angabe.
Das ist bereits der erste Punkt, an dem sich Gaming-Stühle vom Büromöbel unterscheiden, und zwar nicht in der Bauart, sondern in der Sprache des Angebots. Von den fünf hier betrachteten Angeboten nennt genau eines die Norm überhaupt. Vier erwähnen sie nicht. Das ist kein Vorwurf, denn eine Pflicht zur Normnennung gibt es beim Verkauf an Privatleute nicht. Es ist aber die Auskunft, die der Käufer bräuchte, wenn er acht Stunden am Tag darauf arbeiten will.
Die Typeneinteilung der Norm ist dabei keine Qualitätsskala, sondern eine Maßskala. Sie sagt, welche Verstellbereiche ein Stuhl abdecken muss, damit er für einen bestimmten Nutzerkreis taugt. Ein Stuhl vom Typ C ist kein schlechter Stuhl, sondern einer mit kleinerem Verstellumfang, und für einen Arbeitsplatz mit einem festen Nutzer und kurzer Sitzdauer kann das genügen. Für acht Stunden mit wechselnden Aufgaben ist er die falsche Kategorie.
Die Norm selbst ist kostenpflichtig und lässt sich nicht frei nachlesen. Frei verfügbar ist etwas anderes, und es ist für die Kaufentscheidung sogar brauchbarer: die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A6 mit dem Titel Bildschirmarbeit, bekanntgemacht am 1. Juli 2024 im Gemeinsamen Ministerialblatt unter der Fundstelle GMBl 2024 S. 470. Sie steht als PDF zum Herunterladen bereit, und in ihrem Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 steht eine Liste von acht Eigenschaften, die ein Büro-Arbeitsstuhl mindestens haben muss. Acht Punkte, nummeriert, in klarer Sprache. Genau das, was ein Käufer an einem Angebot abhaken kann. Wer die Übersicht über das gesamte Feld sucht, findet sie im Überblick zu Gaming-Stühlen.
Was seit Juli 2024 für Bildschirmarbeit gilt
Die ASR A6 konkretisiert die Arbeitsstättenverordnung für Bildschirmarbeitsplätze. Sie ist für Arbeitgeber keine unmittelbare Pflicht, aber wer sie anwendet, darf davon ausgehen, die verbindlichen Anforderungen der Verordnung einzuhalten. Sie gilt für Arbeitsstätten und für Telearbeitsplätze, also für vom Arbeitgeber im Privatbereich fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze. Für mobile Arbeit gilt sie nicht, und für den privaten Kauf eines Stuhls gilt sie ohnehin nicht.
Warum sie hier trotzdem der Maßstab ist: Sie ist die einzige frei zugängliche Quelle, die Eigenschaften eines Arbeitsstuhls in prüfbarer Form aufzählt, und sie ist mit Datum und Fundstelle zitierbar. Alles andere, was im Handel an Ergonomieaussagen kursiert, ist entweder kostenpflichtig, unbelegt oder beides. Wer für acht Stunden täglich kauft, findet zusätzlich die Einordnung unter Bürostuhl für acht Stunden Arbeit.
Zwei Abschnitte der Regel gehören zusammengelesen. Abschnitt 6.3.11 beschreibt die Referenzsitzhaltung: aufrecht sitzen, die gesamte Sitzfläche nutzen, Kontakt zur Rückenlehne halten, die Füße vollflächig auf dem Boden, der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel sowie zwischen Oberschenkel und Becken etwa 90 Grad oder etwas mehr. Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 Nummer 2 verlangt dann, der Stuhl müsse so stufenlos höhenverstellbar sein, dass genau diese Haltung eingenommen werden kann. Die Anforderung ist also nicht abstrakt, sondern an eine beschriebene Haltung gebunden. Und sie hängt an einer Zahl, die im Angebot stehen müsste: an der Sitzhöhe und an ihrem Verstellbereich.
Die acht Mindesteigenschaften, einzeln gegen das Feld gehalten
Die folgende Tabelle gibt die acht Eigenschaften aus Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 sinngemäß wieder und sagt in der zweiten Spalte nicht, ob die fünf Stühle sie erfüllen, sondern ob sich das aus ihren Angeboten ablesen lässt. Der Unterschied ist der ganze Punkt dieser Seite.
| Nr. | Was die Regel verlangt | Was sich aus den fünf Angeboten ablesen lässt | Der Haken |
|---|---|---|---|
| 1 | Gepolsterte, atmungsaktive Sitzfläche und Rückenlehne; die Rückenlehne darf auch aus netzähnlichem Material bestehen | Aus vier von fünf Angeboten ablesbar. Vittanly widerspricht sich zwischen Wildlederimitat und Kunstfell, Dowinx nennt ein Netzgewebe in der Aufzählung und Metall im Datenfeld | Atmungsaktiv ist keine messbare Größe im Sinne der Regel, sondern eine Beschaffenheitsaussage. Kunstleder erfüllt sie nach verbreiteter Auffassung schlechter als Netz, die Regel verbietet es aber nicht |
| 2 | Drehbar und stufenlos höhenverstellbar, sodass die Referenzsitzhaltung eingenommen werden kann | Aus keinem einzigen der fünf Angebote vollständig ablesbar. Nur SONGMICS beziffert über die Gesamthöhe einen Verstellweg von rund 100 Millimetern. Ultimatrix nennt acht Höhenpositionen, was dem Wort stufenlos widerspricht | Das ist die härteste der acht Anforderungen und die, an der das Feld geschlossen scheitert. Ohne Sitzhöhe und Verstellweg ist die Referenzsitzhaltung nach Abschnitt 6.3.11 nicht einstellbar zu nennen |
| 3 | Rückenlehne neigbar, unterstützt die natürliche Form der Wirbelsäule beim Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzhaltung und ist auf das Benutzergewicht anpassbar | Der erste Teil ist bei allen fünf ablesbar, die Neigungsbereiche reichen von 90 bis 135 bis 90 bis 155 Grad. Der zweite Teil, die Anpassbarkeit an das Benutzergewicht, wird von keinem einzigen Angebot erwähnt | Neigbar und gewichtsanpassbar sind zwei verschiedene Dinge. Eine Wippmechanik ohne Federkraftverstellung ist neigbar und nicht anpassbar. Kein Angebot im Feld nennt eine Federkraftverstellung |
| 4 | Sitzfläche so beschaffen, dass die Rückenlehne nutzbar bleibt, die Oberschenkel möglichst vollständig aufliegen und die Kniekehlen frei bleiben | Nur aus zwei Angeboten ansatzweise ablesbar. Ultimatrix nennt 48 Zentimeter Sitztiefe, SONGMICS nennt 54 Zentimeter mit widersprüchlicher Bezeichnung. Drei Angebote nennen keine Sitztiefe | Tabelle 3 im Anhang empfiehlt 370 bis 470 Millimeter Sitztiefe. Die 48 Zentimeter von Ultimatrix liegen 10 Millimeter darüber, die 54 Zentimeter von SONGMICS 70 Millimeter |
| 5 | Untergestell stabil und standsicher | Aus keinem Angebot mit einer Zahl belegt. Ultimatrix nennt ein Stahlfußkreuz, ELITESEATS einen verstärkten Rahmen aus legiertem Stahl, drei Angebote nennen nur Metall oder gar nichts | Der Hinweis zu Absatz 2 der Regel sagt ausdrücklich, fünfarmige Untergestelle gälten als standsicher. Die Zahl der Arme nennt kein einziges der fünf Angebote |
| 6 | Die Stuhlkonstruktion fängt das Körpergewicht beim Hinsetzen auch in der untersten Sitzposition federnd ab | Aus keinem der fünf Angebote ablesbar. Kein Angebot spricht über das Verhalten in der untersten Sitzposition | Diese Anforderung zielt auf die Gasfeder. Nur Ultimatrix nennt überhaupt eine Gasfederklasse, und die Klassenbezeichnung ist für sich genommen kein Beleg für das federnde Abfangen |
| 7 | Sofern Rollen vorhanden sind, müssen diese beim unbelasteten Stuhl ein unbeabsichtigtes Wegrollen verhindern | Aus keinem der fünf Angebote ablesbar. Zwei Angebote nennen Polyurethanrollen, keines nennt lastabhängig gebremste Rollen | Gemeint sind lastabhängig gebremste Rollen, die beim Aufstehen blockieren. Polyurethan sagt etwas über die Härte und nichts über die Bremse |
| 8 | Verfügt ein Stuhl über Armauflagen, müssen diese auf Arbeitsflächenhöhe einstellbar sein | Nur aus einem Angebot ablesbar. Vittanly beziffert sieben Zentimeter Höhenverstellung. Ultimatrix und ELITESEATS nennen 4D ohne Wege, SONGMICS beschreibt mitlaufende Armlehnen, Dowinx schweigt | Die Anforderung ist relativ formuliert: Sie hängt an der Höhe der Arbeitsfläche, nicht an einer absoluten Zahl. Ohne Verstellweg lässt sie sich für keinen Schreibtisch beantworten |
Drei Zeilen dieser Tabelle sind für die Kaufentscheidung wichtiger als die übrigen fünf. Nummer 2, weil sie die Höhe betrifft und weil ohne Höhe keine Sitzhaltung einstellbar ist. Nummer 3, weil die Anpassbarkeit an das Benutzergewicht von keinem der fünf Angebote auch nur erwähnt wird. Und Nummer 7, weil lastabhängig gebremste Rollen der unscheinbarste und zugleich am häufigsten fehlende Punkt sind. Wer auf ruhige Rollen Wert legt, findet die Bauartunterschiede unter Bürostuhl mit leisen Rollen.
Wer von den fünf die Norm überhaupt nennt
Die Auszählung ist schnell erzählt, weil sie bei eins endet. Ein Angebot, der Ultimatrix FURY, schreibt in der zweiten Aufzählungszeile EN 1335-1 konform und in der dritten EN 1335-2 konform. Beide Teile der Norm, korrekt benannt, mit Teilangabe. Das ist im Feld eine Ausnahme, und es verdient ausdrücklich Anerkennung: Der Anbieter nennt einen überprüfbaren Maßstab, statt sich mit dem ungeschützten Wort ergonomisch zu begnügen.
Und doch bleibt die Angabe eine Selbstauskunft. Es fehlt die Stelle, die geprüft hat. Es fehlt eine Zertifikatsnummer. Es fehlt ein Datum. Konform ist ein Wort, das der Anbieter selbst verwendet; geprüft ist ein Vorgang, den jemand anders bescheinigt. Ein GS-Zeichen mit der Kennung einer zugelassenen Stelle und einer nachfragbaren Zertifikatsnummer wäre der Beleg. Kein einziges der fünf Angebote führt eines.
Der Unterschied zwischen konform und geprüft ist dabei kein Wortklauberei. Konformität ist eine Erklärung des Herstellers über sein eigenes Erzeugnis; eine Prüfung ist eine Handlung einer anderen Stelle, die ein Dokument hinterlässt. Beides kann zutreffen, beides kann fehlen, und aus dem Angebotstext ist nicht zu erkennen, welches von beidem vorliegt. Wer den Unterschied nicht macht, hält jede Zeile Werbetext für eine Bescheinigung.
Bemerkenswert ist außerdem, wie sich die Normnennung zum übrigen Text desselben Angebots verhält. Dasselbe Angebot, das zwei Normteile korrekt benennt, führt im eigenen Titel eine Auszeichnungsbehauptung in Großbuchstaben und spricht in der Produktbeschreibung von einer Klassenangabe zur Gasdruckfeder, ohne die Norm zu nennen, auf die sich diese Klasse bezieht. Sorgfalt und Werbesprache stehen also im selben Text unvermittelt nebeneinander.
Die anderen vier schweigen zur Norm und füllen die Stelle mit anderem Material. Eines behauptet, unter schwersten Bedingungen geprüft worden zu sein, und nennt weder die Bedingungen noch die prüfende Stelle. Zwei führen eine Auszeichnungsbehauptung in Großbuchstaben im eigenen Titel, ohne dass dahinter eine Stelle stünde. Eines gibt seine Belastungsgrenze in Pfund an. Wie sich dasselbe Feld bei klassischen Bürostühlen darstellt, zeigt der Vergleich ergonomischer Bürostühle.
Die fünf Gaming-Stühle nebeneinander
Die Tabelle führt die Spalte, auf die es auf dieser Seite ankommt: ob das Angebot eine Norm nennt. Danach folgen die beiden Maße, an denen sich die Referenzsitzhaltung entscheidet, und der Bezug. Was fehlt, steht als fehlt in der Zelle, nicht als Strich.
| Modell | Nennt eine Norm? | Sitzmaße im Angebot | Bezug | Belastung | Bewertung | Zum Angebot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| UltimatrixFURY Gaming-Stuhl in SchwarzUnsere Empfehlung | EN 1335-1 und EN 1335-2 im Werbetext genannt, ohne Prüfstelle und ohne Nummer | Sitzhöhe 50 Zentimeter, Sitztiefe 48 Zentimeter, Sitzlänge 52 Zentimeter, acht Höhenpositionen | Atmungsaktiver Stoffbezug laut Datenfeld Material und Sitzwerkstoff | Bis 150 Kilogramm, Körpergröße 160 bis 200 Zentimeter, als einziges Angebot mit Größenkorridor | 4,6von 5 bei 47 Bewertungen | Ultimatrix FURY Gaming-Stuhl in Schwarz bei Amazon ansehen |
| ELITESEATSGaming-Stuhl in SchwarzBreiteste Bewertungsbasis im Feld | Keine Norm genannt, stattdessen eine unbelegte Prüfbehauptung im Aufzählungstext | Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, keine Sitzbreite, keine Gesamtmaße | Das Datenfeld Material nennt atmungsaktives Kunstleder und Memory Foam, das Feld Sitzwerkstoff nennt Stoff, der Titel nennt Stoff | Bis 150 Kilogramm laut Titel, kein Körpergrößenkorridor | 4,5von 5 bei 782 Bewertungen | ELITESEATS Gaming-Stuhl in Schwarz bei Amazon ansehen |
| DowinxGaming-Stuhl in AnthrazitEinziges Sitzkissen mit Taschenfederkern | Keine Norm genannt, Belastungsangabe in Pfund statt in Kilogramm | Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, keine Sitzbreite, Feld Größe lautet Standard | Hoch atmungsaktives Netzgewebe laut Aufzählung, Datenfeld Material nennt nur Metall | Über 300 Pfund laut Aufzählung, das sind rund 136 Kilogramm, keine Kilogrammangabe | 4,3von 5 bei 580 Bewertungen | Dowinx Gaming-Stuhl in Anthrazit bei Amazon ansehen |
| SONGMICSGaming-Stuhl in SchiefergrauEinziger bezifferter Hoehenverstellweg | Keine Norm genannt, aber als einziges Angebot ein bezifferter Höhenverstellweg | Sitztiefe laut Datenfeld 54 Zentimeter, Gesamthöhe 118 bis 128 Zentimeter | Velourslederimitat mit seitlichem Netzstoff, Datenfeld Sitzwerkstoff nennt abweichend Kunstleder | Bis 150 Kilogramm laut Titel, kein Körpergrößenkorridor | 3,9von 5 bei 382 Bewertungen | SONGMICS Gaming-Stuhl in Schiefergrau bei Amazon ansehen |
| VittanlyGaming-Stuhl in GrauEinzige bezifferte Armlehnenverstellung | Keine Norm genannt, dafür als einziges Angebot bezifferte Armlehnenwege | Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, Feld Größe mit 40 mal 50 mal 60 Zentimetern unplausibel | Wildlederimitat laut Aufzählung, Datenfeld Material nennt abweichend Kunstfell | Keine Belastungsangabe im Angebot, als einziges der fünf | 4,4von 5 bei 605 Bewertungen | Vittanly Gaming-Stuhl in Grau bei Amazon ansehen |
Eine Zeile sticht heraus, und zwar die vierte Spalte. Von fünf Angeboten nennt eines eine Sitzhöhe, eines einen Verstellweg und drei nennen überhaupt keine Sitzabmessung. Ein Käufer, der seinen Schreibtisch auf 72 Zentimetern stehen hat und wissen will, ob seine Unterarme waagerecht aufliegen werden, bekommt aus drei dieser fünf Angebote keine Auskunft. Wer kleiner als 165 Zentimeter ist, findet die entsprechende Auswahl unter Bürostuhl für kleine Menschen.
Drei Fragen, und Sie wissen, welches der fünf Angebote Ihre Angabe überhaupt hergibt
Der Assistent empfiehlt keinen Stuhl, er sortiert nach der Frage, die Sie beantwortet haben wollen. Grundlage ist allein, was in den fünf Angeboten steht.
Ergebnis
Keines dieser fünf Angebote
Kein Angebot im Feld weist sich als Büro-Arbeitsstuhl nach DIN EN 1335 aus, und bei dreien fehlt jede Sitzabmessung. Für einen Bildschirmarbeitsplatz im Betrieb führt der Weg über den Bürostuhl-Cluster.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Aufstellort: An einem Bildschirmarbeitsplatz im Betrieb, dann Keines dieser fünf Angebote. Kein Angebot im Feld weist sich als Büro-Arbeitsstuhl nach DIN EN 1335 aus, und bei dreien fehlt jede Sitzabmessung. Für einen Bildschirmarbeitsplatz im Betrieb führt der Weg über den Bürostuhl-Cluster. Zum Bürostuhl-Cluster
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Sitzhöhe, Sitztiefe und ein Körpergrößenkorridor und Bewertungsbasis: Mehr als fünfhundert Rezensionen, dann Diese Kombination gibt das Feld nicht her. Das einzige Angebot mit Sitzhöhe, Sitztiefe und Körpergrößenkorridor ist Ultimatrix, und es trägt mit 47 Rezensionen die schmalste Bewertungsbasis im Feld. Wer beides zugleich verlangt, findet es hier nicht.
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Sitzhöhe, Sitztiefe und ein Körpergrößenkorridor und Bewertungsbasis: Die Zahl der Rezensionen ist mir gleich, dann Ultimatrix FURY. Als einziges Angebot nennt es Sitzhöhe 50, Sitztiefe 48 und Sitzlänge 52 Zentimeter und gibt einen Körpergrößenkorridor von 160 bis 200 Zentimetern an. Die Normnennung bleibt eine Selbstauskunft ohne Prüfstelle.
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Bezifferte Verstellwege an den Armlehnen, dann Vittanly. Das einzige Angebot, das Armlehnenwege beziffert: sieben Zentimeter Höhe, 25 Grad Drehung je Seite, 6,5 Zentimeter Tiefe. Eine Belastungsangabe fehlt dort als einzigem im Feld.
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Ein bezifferter Verstellweg der Gesamthöhe, dann SONGMICS. Einziges Angebot mit bezifferter Gesamthöhe von 118 bis 128 Zentimetern, daraus ergeben sich rund 100 Millimeter Verstellweg. Tabelle 3 empfiehlt mehr als 120 Millimeter.
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Eine beim Namen genannte Polsterart und Bewertungsbasis: Mehr als fünfhundert Rezensionen, dann Dowinx. Einziges Sitzkissen mit Taschenfedern und Formschaum, 580 Rezensionen. Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzbreite nennt das Angebot nicht, das Feld Größe lautet Standard.
- Wenn Aufstellort: Zu Hause, ohne Vorgabe des Arbeitgebers und Pflichtangabe: Eine beim Namen genannte Polsterart und Bewertungsbasis: Die Zahl der Rezensionen ist mir gleich, dann Ultimatrix FURY. Einziges Angebot, das die Polsterung ausdrücklich als High-Density-Kaltschaum bezeichnet statt nur als Schaumstoff. Bewertungsbasis 47 Rezensionen.
- In jedem anderen Fall: Für diese Kombination ist hier nichts hinterlegt. Die sieben Wege oben decken alle Antwortkombinationen dieser drei Fragen ab.
Jede Zuordnung stammt aus den Datenfeldern und Aufzählungen der fünf aufgerufenen Angebote, Stand 13.09.2026. Es wurde kein Stuhl gekauft, aufgebaut oder nachgemessen.
Die vier Typen der DIN EN 1335-1 und warum keiner davon auftaucht
Die DIN EN 1335-1 teilt Büro-Arbeitsstühle nach ihren Maßen in Typen ein. Es sind vier, nicht drei: A, Ax, B und C. Der Typ Ax kam mit der Fassung vom Juli 2020 hinzu, um einen größeren Nutzerkreis abzudecken als der Typ A. Wer noch von drei Typen liest, liest eine Quelle, die vor 2020 geschrieben wurde.
| Typ | Was er umfasst | Bedeutung für das Gaming-Feld |
|---|---|---|
| Typ A | Der volle Ausstattungsumfang: Sitzhöhe, Sitztiefe, Rückenlehnenhöhe und Rückenlehnenneigung verstellbar, Armlehnen verstellbar | Kein Angebot im Feld weist sich als Typ A aus. Für die Zuordnung fehlen durchweg die Maße |
| Typ Ax | Mit der Fassung von 2020 eingeführt, um einen größeren Nutzerkreis abzudecken als Typ A. Erweiterte Maßbereiche gegenüber Typ A | Der Typ, der für sehr große und sehr kleine Nutzer einschlägig wäre. Kein Angebot nennt ihn |
| Typ B | Geringerer Verstellumfang als Typ A, ohne die volle Anpassbarkeit an wechselnde Nutzer | Nach Bauart und Verstellumfang der Typ, dem die meisten Gaming-Stühle am nächsten kämen |
| Typ C | Der kleinste Umfang der Reihe, für Arbeitsplätze mit einem festen Nutzer und geringer Sitzdauer | Für einen Arbeitsplatz mit acht Stunden Sitzzeit nach der Systematik der Norm nicht die richtige Kategorie |
Kein einziges der fünf Angebote ordnet sich einem Typ zu. Das ist folgerichtig, denn die Zuordnung setzt die Maße voraus, die vier von fünf nicht nennen. Der praktische Nutzen der Typenlehre für den Käufer liegt deshalb woanders: Sie zeigt, dass es eine abgestufte Anspruchsskala gibt und dass ein Stuhl für acht Stunden am oberen Ende stehen sollte. Für sehr große Nutzer ist das besonders bedeutsam, siehe Bürostuhl für große Menschen.
Die Maße, die das Regelwerk selbst empfiehlt
Der Anhang der ASR A6 enthält eine Tabelle mit Maßempfehlungen für Arbeitsstühle. Die Regel gibt als Quelle die DGUV Regel 115-401 an und merkt ausdrücklich an, die Werte berücksichtigten die Veränderungen der Körpermaße durch den demografischen Wandel und gingen über die Anforderungen der DIN EN 1335-1:2020-07 hinaus. Es sind Empfehlungen, keine Pflichten. Aber es sind die Zahlen, die das Regelwerk selbst für richtig hält.
| Maß | Empfohlener Wert | Was die fünf Angebote dazu hergeben |
|---|---|---|
| Sitzhöhe | kleiner 400 Millimeter bis 530 Millimeter | Ein Angebot nennt 500 Millimeter als festen Wert, vier nennen nichts |
| Verstellbereich Sitzhöhe | mehr als 120 Millimeter | Ein Angebot lässt rund 100 Millimeter errechnen, vier nennen nichts |
| Sitztiefe | 370 bis 470 Millimeter | Ein Angebot nennt 480 Millimeter, eines 540 mit widersprüchlicher Bezeichnung |
| Sitzbreite | mehr als 450 Millimeter | Kein Angebot nennt eine eindeutig als Sitzbreite bezeichnete Zahl |
| Lordosenstütze, Abstützpunkt | verstellbar im Bereich 170 bis 230 Millimeter über der Sitzfläche | Kein einziges Angebot nennt eine Höhe des Abstützpunktes |
| Oberkante Rückenlehne über Sitzfläche | mehr als 450 Millimeter | Kein Angebot nennt diese Höhe, obwohl alle fünf hohe Lehnen führen |
| Rückenlehnenbreite | mehr als 400 Millimeter | Kein Angebot nennt die Breite der Rückenlehne |
| Rückenlehnenneigung | verstellbar, mehr als 15 Grad | Alle fünf übertreffen das deutlich, die Bereiche reichen bis 65 Grad Weg |
Die aufschlussreichste Zeile ist die fünfte. Ein Abstützpunkt, der zwischen 170 und 230 Millimetern über der Sitzfläche verstellbar ist, ist eine konkrete, nachmessbare Anforderung an eine Lordosenstütze. Kein einziges der fünf Angebote nennt für seine Lendenunterstützung eine Höhe. Zwei nennen sie nicht einmal eine Stütze, sondern ein Kissen. Wie eine echte Stütze aussieht, zeigt Bürostuhl mit Lordosenstütze.
- Empfehlung Tabelle 3: 370 bis 470 Millimeter
- Ultimatrix: 480 Millimeter — außerhalb des Korridors, zehn Millimeter über der Empfehlung
- SONGMICS: 540 Millimeter — außerhalb des Korridors, siebzig Millimeter darüber, Bezeichnung im Datenfeld widersprüchlich
Woher die Rennsitzform kommt und was sie am Schreibtisch bedeutet
Die hochgezogenen Seitenwangen an Sitzfläche und Rückenlehne, die jeden Gaming-Stuhl auf den ersten Blick kenntlich machen, stammen aus dem Motorsport. Dort haben sie eine klare Aufgabe: Sie halten den Fahrer bei Querbeschleunigung in der Kurve an seinem Platz, damit er sich nicht mit den Armen abstützen muss, während er lenkt. Der Schalensitz ist eine Antwort auf eine Kraft, die seitlich am Körper zieht.
Am Schreibtisch gibt es diese Kraft nicht. Was bleibt, sind die Wangen. Sie begrenzen die nutzbare Sitzbreite, und sie begrenzen den seitlichen Bewegungsraum. Beides läuft der Anforderung entgegen, die Abschnitt 6.3.11 als dynamisches Sitzen beschreibt: häufiger Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzhaltung. Wer sich nach vorn setzt, verlässt bei einem Schalensitz die Wangen; wer sich zur Seite dreht, stößt an sie.
Ein zweiter Punkt kommt hinzu, der weniger offensichtlich ist: Die Wangen bestimmen mit, wo der Körper auf der Sitzfläche zu liegen kommt, und damit, welche Sitztiefe wirksam wird. Wer zwischen den Wangen sitzt, nutzt nicht die volle Breite der Polsterung, und wer auf ihnen aufliegt, sitzt höher als die angegebene Sitzhöhe. Beides verschiebt die Geometrie gegenüber dem, was ein Datenblatt angibt, und beides lässt sich aus keinem der fünf Angebote ablesen.
Daraus folgt kein Verbot. Es folgt eine Prüffrage, die sich am Angebot stellen lässt: Wie breit ist die Sitzfläche zwischen den Wangen? Tabelle 3 empfiehlt für die Sitzbreite mehr als 450 Millimeter, und gemeint ist die nutzbare Breite, nicht die Außenkante der Wangen. Kein einziges der fünf Angebote gibt eine eindeutig als Sitzbreite bezeichnete Zahl an. Ein Angebot nennt 54 Zentimeter und bezeichnet sie an zwei Stellen unterschiedlich. Wer viel Platz braucht, findet die Auswahl unter Bürostuhl für schwere Personen.
Wippmechanik, Synchronmechanik und was alle fünf verschweigen
Die Mechanik ist das Bauteil, das darüber entscheidet, ob ein Stuhl dynamisches Sitzen trägt oder nur eine Liegeposition anbietet. Sie ist zugleich das Bauteil, über das im Gaming-Segment am wenigsten gesagt wird. Alle fünf Angebote geben einen Neigungsbereich in Grad an. Keines benennt die Bauart, die diesen Bereich erzeugt.
| Bauart | Wie sie arbeitet | Was daraus folgt | Im Feld |
|---|---|---|---|
| Wippmechanik | Sitz und Lehne sind starr verbunden und kippen gemeinsam um einen Punkt unter der Sitzfläche | Beim Zurücklehnen hebt sich die Vorderkante des Sitzes an, die Oberschenkel werden angehoben und der Druck wandert in die Kniekehle | Kein Angebot im Feld benennt seine Mechanik als Wippmechanik |
| Synchronmechanik | Sitz und Lehne bewegen sich in einem festen Verhältnis, meist rund 1 zu 2 oder 1 zu 3: Die Lehne legt sich weiter zurück als der Sitz | Der Öffnungswinkel zwischen Rumpf und Oberschenkel wächst, ohne dass die Sitzvorderkante nach oben drückt. Das ist die Bauart, die dynamisches Sitzen im Sinne von Abschnitt 6.3.11 trägt | Kein Angebot im Feld benennt seine Mechanik als Synchronmechanik |
| Reine Neigungsverstellung mit Arretierung | Die Lehne lässt sich in Stufen oder stufenlos nach hinten legen und dort feststellen, der Sitz bleibt waagerecht | Gut zum Zurücklehnen in der Pause, ohne Wirkung auf den Haltungswechsel während der Arbeit. Wer arretiert sitzt, sitzt statisch | Das ist die Bauart, die alle fünf Angebote über ihre Gradangaben beschreiben, ohne sie zu benennen |
| Federkraftverstellung | Ein Drehknopf unter dem Sitz stellt den Widerstand der Lehne auf das Körpergewicht ein | Ohne sie drückt die Lehne einen leichten Nutzer nach vorn und gibt unter einem schweren Nutzer nach. Nummer 3 der acht Mindesteigenschaften verlangt genau diese Anpassbarkeit | Kein einziges Angebot im Feld erwähnt eine Federkraftverstellung |
Woran erkennt man die Bauart, wenn sie nicht dabeisteht? An zwei Angaben, die manche Angebote machen. Erstens an der Zahl der Gradangaben: Wer nur einen Winkelbereich für die Lehne nennt, beschreibt regelmäßig eine reine Neigungsverstellung. Wer zwei Bereiche nennt, einen für die Lehne und einen kleineren für die Sitzfläche, beschreibt eine Synchronmechanik. Zweitens an der Zahl der Bedienhebel: Eine Synchronmechanik mit Federkraftverstellung braucht mindestens drei Bedienelemente, eine reine Neigungsverstellung kommt mit zwei aus.
Keines der fünf Angebote nennt eine Zahl von Bedienelementen, und nur eines nennt einen zweiten Winkelbereich, und zwar für die mitlaufenden Armlehnen und nicht für die Sitzfläche. Nach beiden Hilfsindizien spricht im Feld nichts für eine Synchronmechanik, ohne dass sich das aus den Unterlagen belegen ließe.
Die vierte Zeile ist die wichtigste, und sie ist zugleich die kürzeste: Kein einziges der fünf Angebote erwähnt eine Federkraftverstellung. Nummer 3 der acht Mindesteigenschaften verlangt ausdrücklich, die Rückenlehne müsse auf das Benutzergewicht anpassbar sein. Ein Stuhl ohne Federkraftverstellung ist es nicht. Ob die fünf eine haben und sie nur nicht erwähnen, ist aus den Unterlagen nicht zu entscheiden. Aber es ist die Frage, die man vor dem Kauf stellen sollte.
Kaltschaum, Formschaum und Taschenfederkern
Unter dem Bezug liegt das Bauteil, das über die Sitzdauer entscheidet. Drei Bauarten sind im Feld vertreten, und sie verhalten sich über Jahre sehr verschieden. Die Angebote unterscheiden sie selten sauber, weil das Wort Schaumstoff alle drei überdeckt.
| Bauart | Was sie ist | Verhalten über die Zeit | Im Feld |
|---|---|---|---|
| Kaltschaum | Im kalten Verfahren geschäumter Polyurethanschaum mit grober, offener Zellstruktur | Behält die Rückstellkraft über lange Sitzzeiten deutlich besser als Formschaum und bleibt luftdurchlässiger | Ein Angebot von fünf nennt ausdrücklich Kaltschaum |
| Formschaum | In einer Form geschäumt, feinere und geschlossenere Zellstruktur, oft als Memory Foam beworben | Passt sich der Körperform an und gibt Wärme schlechter ab. Setzt sich über die Jahre stärker als Kaltschaum | Ein Angebot nennt Memory Foam, ein weiteres Formschaum in Verbindung mit Federn |
| Taschenfederkern | Einzeln in Stofftaschen eingenähte Federn unter einer Schaumauflage, die Bauart des Matratzenbaus | Verteilt den Druck punktweise statt flächig und behält die Höhe länger. Schwerer und teurer in der Fertigung | Ein Angebot von fünf führt einen Taschenfederkern |
| Nicht näher bezeichneter Schaumstoff | Das Datenfeld nennt Schaumstoff und sagt nichts über das Verfahren | Aus der Angabe lässt sich weder Rückstellkraft noch Setzverhalten ableiten. Sie schließt billigen Blockschaum nicht aus | Zwei Angebote von fünf bleiben bei dieser Auskunft |
Zwei von fünf Angeboten bleiben bei der Auskunft Schaumstoff. Das ist die Angabe, aus der sich am wenigsten ableiten lässt, denn sie schließt einfachen Blockschaum nicht aus. Ein Angebot nennt ausdrücklich Kaltschaum, eines Memory Foam, eines einen Taschenfederkern in Verbindung mit Formschaum. Wer lange am Stück sitzt, sollte diese Zeile lesen, bevor er auf die Optik schaut, und vergleichend auch Bürostuhl für langes Sitzen.
Kunstleder, Stoff und Netz über eine lange Sitzung
Nummer 1 der acht Mindesteigenschaften verlangt eine gepolsterte, atmungsaktive Sitzfläche und Rückenlehne und erlaubt für die Lehne ausdrücklich netzähnliches Material. Atmungsaktiv ist dabei keine Zahl, sondern eine Beschaffenheitsaussage, und genau deshalb wird sie im Handel so großzügig verwendet. Drei Materialgruppen sind im Feld vertreten.
| Material | Klima über mehrere Stunden | Pflege und Verschleiß | Im Feld |
|---|---|---|---|
| Kunstleder und Wildlederimitat | Geschlossene Oberfläche, geringe Luftdurchlässigkeit. Über mehrere Stunden staut sich Wärme zwischen Rücken und Lehne | Feucht abwischbar, unempfindlich gegen Verschüttetes, neigt an den Kanten zum Abplatzen | Drei der fünf Angebote führen eine geschlossene Oberfläche oder widersprechen sich dazu |
| Gewebe und Polsterstoff | Luftdurchlässiger als Kunstleder, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie langsam ab | Nicht abwischbar, Flecken bleiben. Dafür kein Kleben der Haut im Sommer | Zwei Angebote nennen Stoff, eines davon widersprüchlich neben Kunstleder |
| Netzgewebe | Die durchlässigste Variante. Die Regel erlaubt in Nummer 1 ausdrücklich eine Rückenlehne aus netzähnlichem Material | Absaugen statt abwischen, empfindlich gegen Spitzes und gegen Reißverschlüsse | Ein Angebot beschreibt ein Netzgewebe, ein weiteres nennt seitliche Netzeinsätze |
Für die Bewertung ist dabei wichtig, dass die Regel in Nummer 1 nicht Netz verlangt, sondern Atmungsaktivität, und dass sie Netz nur für die Rückenlehne ausdrücklich erlaubt. Ein Kunstlederbezug ist damit nicht regelwidrig. Er ist lediglich die Variante, bei der sich die Frage am ehesten stellt, und er ist zugleich die Variante, die sich am besten reinigen lässt. Wer den Stuhl in einem warmen Raum stehen hat, gewichtet das anders als jemand mit einem kühlen Arbeitszimmer.
Bei zwei der fünf Angebote lässt sich die Frage nach dem Material aus den eigenen Unterlagen nicht beantworten, weil Aufzählung und Datenfeld auseinanderlaufen. Einmal steht Wildlederimitat gegen Kunstfell, einmal Kunstleder gegen Stoff. Für die Frage, ob man nach vier Stunden am Bezug klebt, ist das der wesentliche Unterschied. Die Auswahl nach diesem Merkmal steht unter atmungsaktiver Bürostuhl.
Die Lordosenstütze und die Zahl zwischen 170 und 230
Die Lendenwirbelsäule des Menschen ist nach vorn gekrümmt. Diese Krümmung heißt Lordose, und sie flacht beim Sitzen ab, wenn das Becken nach hinten kippt. Eine Lordosenstütze ist die Wölbung in der Rückenlehne, die dieser Abflachung entgegenwirkt. Damit sie wirkt, muss sie an der richtigen Stelle sitzen, und diese Stelle ist bei verschiedenen Menschen verschieden hoch.
Genau deshalb steht in Tabelle 3 im Anhang der ASR A6 keine feste Höhe, sondern ein Bereich: Der Abstützpunkt soll im Bereich zwischen 170 und 230 Millimetern über der Sitzfläche verstellbar sein. Sechs Zentimeter Spielraum. Eine Stütze, die fest auf einer Höhe sitzt, erfüllt diese Empfehlung nicht, und ein Kissen, das mit einem Gurt um die Lehne gespannt wird, erfüllt sie auch nicht, weil es beim Sitzen wandert.
Im Feld führen zwei von fünf Angeboten ein loses Kissen, eines eine integrierte, tiefenverstellbare Stütze, zwei bleiben unbestimmt. Eine Höhenangabe in Millimetern nennt keines. Das ist die Zahl, nach der man im Angebot suchen sollte, und ihre Abwesenheit ist im gesamten Feld die Regel. Wer mit Beschwerden kauft, sollte zusätzlich Bürostuhl gegen Rückenschmerzen lesen, wo dieselbe Frage aus der anderen Richtung gestellt wird.
Armlehnen: was 3D und 4D nicht sagen
Die Ziffer vor dem D zählt Bewegungsrichtungen. 2D heißt Höhe und Breite, 3D ergänzt die Drehung oder die Tiefe, 4D beides. Was die Ziffer nicht sagt, ist der Weg. Eine Armlehne mit vier Richtungen und je zwei Zentimetern Weg ist schlechter einstellbar als eine mit drei Richtungen und je sieben.
Im Feld werben zwei Angebote mit 4D und nennen für keine einzige Richtung einen Weg. Ein Angebot wirbt mit 3D und beziffert alle drei: sieben Zentimeter in der Höhe, je 25 Grad Drehung nach links und rechts, 6,5 Zentimeter nach vorn und hinten. Damit ist das 3D-Angebot das einzige, bei dem sich Nummer 8 der acht Mindesteigenschaften überhaupt prüfen lässt.
Nummer 8 ist relativ formuliert: Armauflagen müssen auf Arbeitsflächenhöhe einstellbar sein. Der Maßstab ist also der eigene Schreibtisch. Wer eine feste Tischplatte auf 72 oder 75 Zentimetern hat, braucht einen Verstellweg, der von der eigenen Sitzhöhe aus dorthin reicht. Ohne Zahl ist das nicht zu entscheiden. Die Bauartunterschiede stehen unter Bürostuhl mit Armlehnen.
Belastbarkeit, Körpergröße und eine Zahl in Pfund
Vier der fünf Angebote nennen eine Belastungsgrenze, drei davon 150 Kilogramm. Eines gibt seine Grenze als über 300 Pfund an, was rund 136 Kilogramm entspricht, und wechselt damit mitten im deutschen Angebotstext in eine angelsächsische Einheit. Ein Angebot nennt überhaupt keine Belastungsgrenze.
Die Belastungsgrenze ist eine Haftungsgrenze und keine Komfortaussage. Sie sagt, bis wohin der Hersteller einsteht. Sie sagt nichts darüber, wie sich der Stuhl bei 95 Kilogramm anfühlt, und nichts über die nutzbare Sitzbreite zwischen den Wangen. Für schwerere Nutzer ist die Sitzbreite das entscheidendere Maß, und es fehlt im gesamten Feld.
Ein Körpergrößenkorridor steht in genau einem der fünf Angebote: 160 bis 200 Zentimeter. Das ist die brauchbarste Einzelangabe im ganzen Feld, weil sie dem Käufer eine Ja-Nein-Antwort erlaubt, ohne dass er rechnen muss. Vier Angebote überlassen ihm diese Antwort. Für Jugendliche, die noch wachsen, ist das besonders misslich, siehe Bürostuhl für Jugendliche.
Die Gasfeder und die Norm, die es unter dieser Nummer nicht gibt
Die Gasfeder ist das Bauteil, das bei Drehstühlen am häufigsten zuerst aufgibt. Sie trägt das Körpergewicht, sie federt das Hinsetzen ab, und sie hält die eingestellte Höhe. Nummer 6 der acht Mindesteigenschaften zielt genau auf sie: Die Konstruktion muss das Körpergewicht beim Hinsetzen auch in der untersten Sitzposition federnd abfangen.
Im Handel begegnet man dazu einer Klassenangabe, meist Klasse 4, und häufig mit einer Normnummer davor, die so nicht existiert. Zuständig für konische Druckrohre selbsttragender Gasfedern zur Höhenverstellung von Sitzmöbeln ist die EN 16955, veröffentlicht im August 2017. Sie hat die deutsche DIN 4550 abgelöst, die zurückgezogen ist. Die im Handel verbreitete Bezeichnung DIN EN 4550 mischt die zurückgezogene deutsche Nummer mit dem europäischen Präfix und bezeichnet damit kein gültiges Dokument.
Was eine Klassenangabe grundsätzlich bedeutet, ist dabei durchaus sinnvoll: Sie beschreibt, wie viel Kraft ein konisches Druckrohr über wie viele Zyklen aushält, und sie unterscheidet damit Bauteile, die im eingebauten Zustand gleich aussehen. Für den Käufer ist sie deshalb eine der wenigen Angaben, die sich unmittelbar auf die Haltbarkeit beziehen. Nur trägt sie ohne die Nennung der Norm nichts, weil dann offenbleibt, wogegen geprüft wurde.
Im Feld nennt ein einziges Angebot eine Gasfederklasse, und zwar ohne die Norm, auf die sie sich bezieht. Vier Angebote sagen zur Gasfeder gar nichts: keine Klasse, keinen Hub, keine Norm. Damit ist Nummer 6 der acht Eigenschaften aus keinem der fünf Angebote zu beantworten. Praktisch bedeutsam ist das vor allem, weil Gasfedern genormte Austauschteile sind und ein Wechsel regelmäßig deutlich billiger ist als ein neuer Stuhl.
Prüfzeichen und wer jeweils dahintersteht
Nicht jedes Zeichen auf einem Möbelstück bedeutet dasselbe. Der Unterschied liegt nicht in der Sorgfalt der Prüfung, sondern darin, wer prüft, nach welchen Regeln und ob das Ergebnis als einzelnes Dokument nachfragbar ist.
| Zeichen | Wer dahintersteht | Was es aussagt | Im Feld |
|---|---|---|---|
| GS-Zeichen | Vergeben von einer zugelassenen GS-Stelle nach dem Produktsicherheitsgesetz. Das Zeichen trägt die Kennung der Stelle, und zu jedem Zeichen gehört ein Zertifikat mit Nummer | Der belastbarste Nachweis in diesem Feld, weil dahinter eine staatlich benannte Stelle und ein prüfbares Dokument stehen | Kein einziges der fünf Angebote führt ein GS-Zeichen mit Zertifikatsnummer |
| AGR-Gütesiegel | Vergeben von der Aktion Gesunder Rücken e. V., einem eingetragenen Verein. Hersteller beantragen die Auszeichnung und tragen die Prüfkosten | Eine Empfehlung eines Vereins nach eigenen Kriterien, kein staatlich beliehener Nachweis. Das ist kein Vorwurf, aber es ist etwas anderes als ein GS-Zeichen | Kein Angebot im Feld führt das Siegel |
| IGR-Zertifikat | Vergeben vom Institut für Gesundheit und Ergonomie e. V., ebenfalls ein eingetragener Verein mit kostenpflichtigem Verfahren | Gleiche Einordnung wie beim AGR-Siegel: eine Bewertung nach Vereinskriterien, kein hoheitlicher Nachweis | Kein Angebot im Feld führt das Zertifikat |
| Eigene Auszeichnungsbehauptung im Titel | Niemand. Die Behauptung stammt vom Anbieter selbst und nennt weder Stelle noch Verfahren noch Datum | Ohne Beleg. Zwei der fünf Angebote führen eine solche Behauptung in Großbuchstaben im eigenen Titel | Zwei von fünf. Beide nennen keine Prüfstelle |
Die beiden Vereinssiegel werden im Handel häufig wie eine behördliche Prüfung dargestellt. Das sind sie nicht, und sie geben auch nicht vor, es zu sein: Hersteller beantragen die Auszeichnung und tragen die Kosten des Verfahrens. Das macht die Bewertung nicht wertlos, aber es macht sie zu etwas anderem als einem GS-Zeichen mit der Kennung einer zugelassenen Stelle. Von den fünf Angeboten führt keines eines der drei Zeichen.
Wie die Bewertungen dieses Feldes zu lesen sind
Die fünf Angebote tragen sehr unterschiedliche Bewertungsbilder, und der Durchschnittswert allein führt dabei in die Irre. Eine 4,6 auf der Grundlage von 47 Rezensionen und eine 4,5 auf der Grundlage von 782 sind keine benachbarten Werte, sondern Aussagen von völlig unterschiedlicher Belastbarkeit. Bei 47 Stimmen verschiebt eine Handvoll Bewertungen den Durchschnitt um eine Zehntelstelle; bei 782 tut sie das nicht.
Für diese Warengruppe kommt ein zweiter Umstand hinzu. Ein Drehstuhl zeigt seine Schwächen nicht in der ersten Woche, sondern im dritten Monat, wenn die Gasfeder nachgibt, und im ersten Jahr, wenn der Bezug an den Kanten aufreißt. Bewertungen werden dagegen überwiegend kurz nach dem Aufbau geschrieben. Eine schmale, junge Bewertungsbasis sagt über Haltbarkeit deshalb noch weniger aus als eine schmale Basis bei einem Gerät ohne bewegte Teile.
Daraus folgt keine Umkehrung der Rangfolge. Es folgt, dass die Bewertung in diesem Feld nicht das Merkmal ist, an dem sich die Kaufentscheidung aufhängen lässt. Das niedrigste Bewertungsbild im Feld, eine 3,9 bei 382 Stimmen, gehört zu dem Angebot mit der zweitbesten Datenlage; das höchste, eine 4,6 bei 47 Stimmen, zu dem mit der besten. Zwischen Datenlage und Bewertung besteht in diesem Feld kein erkennbarer Zusammenhang, weder in die eine noch in die andere Richtung.
Was sich aus den Bewertungen dagegen durchaus ablesen lässt, ist die Streuung innerhalb eines Angebots, wenn man die Verteilung ansieht statt des Mittelwerts. Ein Stuhl mit vielen Fünfen und auffällig vielen Einsen beschreibt regelmäßig ein Fertigungs- oder Versandproblem und kein Konstruktionsproblem. Diese Verteilung steht auf jeder Produktseite und wird beim Vergleich zweier Durchschnittswerte regelmäßig übersehen. Sie steht auf jeder Produktseite unter dem Sternebild und kostet zwei Klicks.
Die Werte als Liste
- ELITESEATS: 782 Rezensionen
- Vittanly: 605 Rezensionen
- Dowinx: 580 Rezensionen
- SONGMICS: 382 Rezensionen
- Ultimatrix: 47 Rezensionen
Sieben Fehlkäufe, die sich aus den Angeboten selbst erklären
Jeder der folgenden Punkte lässt sich an mindestens einem der fünf Angebote belegen. Keiner ist ausgedacht, und keiner unterstellt Absicht.
| Der Fehler | Warum er naheliegt | Was stattdessen hilft |
|---|---|---|
| Die Ziffer vor dem D für einen Verstellweg halten | Vier D bedeutet vier Bewegungsrichtungen, nicht vier Zentimeter und nicht vier Stufen. Zwei Angebote im Feld werben mit 4D und nennen keinen einzigen Weg. Das Angebot mit 3D beziffert alle drei | Nach Zentimetern und Grad suchen, nicht nach der Ziffer. Ohne Weg ist die Angabe nicht prüfbar |
| Eine Tragkraft von 150 Kilogramm als Aussage über den eigenen Komfort lesen | Die Zahl beschreibt eine Belastungsgrenze, oberhalb derer der Hersteller nicht mehr einsteht. Sie sagt nichts darüber, ob sich der Stuhl bei 95 Kilogramm noch gut anfühlt, und nichts über die Sitzbreite | Die Sitzbreite suchen, nicht die Tragkraft. Tabelle 3 empfiehlt mehr als 450 Millimeter |
| Die Neigung bis 155 Grad für das entscheidende Merkmal halten | Ein weiter Neigungsbereich ist eine Pausenfunktion. Für die acht Stunden davor zählt, ob die Lehne im Bereich zwischen 90 und 110 Grad sauber trägt und ob sie sich auf das Gewicht einstellen lässt | Nach einer Federkraftverstellung fragen. Kein Angebot im Feld nennt eine |
| Das Wort ergonomisch im Titel für eine Prüfung halten | Der Begriff ist nicht geschützt und an keine Norm gebunden. Alle fünf Angebote im Feld führen ihn, vier nennen keine Norm | Nach der Nummer suchen, nicht nach dem Wort. DIN EN 1335 mit Teil und Fassungsjahr, oder ein GS-Zeichen mit Zertifikatsnummer |
| Eine Auszeichnungsbehauptung im Angebotstitel für ein Testergebnis halten | Zwei der fünf Angebote führen eine solche Behauptung in Großbuchstaben im eigenen Titel und nennen weder eine Stelle noch ein Verfahren noch ein Datum. Der Titel wird vom Anbieter geschrieben | Nach der Stelle fragen. Wo keine Stelle steht, steht kein Test |
| Das Lendenkissen für eine Lordosenstütze halten | Ein mit einem Gurt befestigtes Kissen wandert und lässt sich nicht auf eine Höhe einstellen. Tabelle 3 verlangt einen Abstützpunkt, der im Bereich zwischen 170 und 230 Millimetern über der Sitzfläche verstellbar ist | Nach integriert und höhenverstellbar suchen. Zwei Angebote im Feld führen ein loses Kissen |
| Den Stuhl kaufen, bevor die Tischhöhe feststeht | Nummer 8 der acht Mindesteigenschaften bindet die Armlehnenhöhe an die Arbeitsflächenhöhe. Ohne bekannte Tischhöhe ist nicht zu entscheiden, ob der Verstellweg reicht | Erst die Arbeitsfläche messen, dann den Verstellweg der Armlehnen dagegenhalten |
Der teuerste dieser sieben ist der letzte. Wer den Stuhl bestellt, bevor die Arbeitsfläche feststeht, hat die Reihenfolge vertauscht, die Nummer 8 der Mindesteigenschaften vorgibt. Wer preisbewusst sucht, findet die entsprechende Auswahl unter Bürostuhl unter 200 Euro.
Was nach dem Kauf passiert, vom Karton bis zum dritten Jahr
Die Angebote enden mit dem Kauf. Die Nutzung fängt dort an. Was in den ersten drei Jahren an einem Drehstuhl dieser Bauart geschieht, ist in seinen Grundzügen vorhersehbar, und es lässt sich an den Unterlagen der fünf Angebote daraufhin prüfen, wer dafür vorgesorgt hat.
| Zeitpunkt | Was passiert | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Aufbau | Zwei der fünf Angebote nennen eine Montagedauer oder sprechen von Montage durch eine Person. Gaming-Stühle kommen regelmäßig in einem Karton von rund 20 bis 24 Kilogramm | Das schwerste Teil ist die Rückenlehne mit dem Beschlag. Wer allein baut, sollte die Lehne zuletzt und im Liegen ansetzen |
| Erste Woche | Die Polsterung setzt sich. Bei Kaltschaum fällt das geringer aus als bei Formschaum, bei einem Taschenfederkern anders als bei beiden | Wer in dieser Woche merkt, dass die Sitztiefe die Kniekehle drückt, hat noch Rückgaberecht. Danach nicht mehr |
| Dritter Monat | Die Gasfeder zeigt, ob sie hält. Sinkt der Sitz unter Last langsam ab, ist das der klassische Defekt dieser Warengruppe | Gasfedern sind genormte Austauschteile. Der Wechsel kostet regelmäßig weniger als ein Zehntel des Stuhlpreises |
| Erstes Jahr | Rollen und Armlehnenauflagen verschleißen zuerst. Bei Kunstleder zeigen sich Abriebstellen an der Vorderkante und an den Seitenwangen | Nur ein Angebot im Feld sagt etwas über Ersatzteile, und zwar ohne Frist und ohne Verfahren |
| Drittes Jahr | Kunstleder beginnt an den Nähten aufzureißen, Formschaum hat sich messbar gesetzt, ein Netzbezug hängt sichtbar durch | Ab hier entscheidet die Ersatzteillage, ob der Stuhl repariert oder ersetzt wird. Vier von fünf Angeboten sagen dazu nichts |
Ein Punkt der Zeitachse verdient eine Ergänzung, weil er die einzige Stelle ist, an der die Rückgabefrist eine sachliche Rolle spielt. Ob die Sitztiefe passt, merkt man nicht beim Probesitzen, sondern nach einigen Tagen: Der Druck in der Kniekehle entsteht erst, wenn sich die Polsterung gesetzt hat und der Rücken tatsächlich Kontakt zur Lehne sucht. Wer den Stuhl aufbaut und nur kurz darauf sitzt, verpasst dieses Fenster. Die Empfehlung aus Tabelle 3, 370 bis 470 Millimeter Sitztiefe, ist genau deshalb eine Zahl, die man vor dem Kauf und nicht nach dem Aufbau prüfen sollte.
Ersatzteile sind der Punkt, an dem sich die fünf Angebote am deutlichsten unterscheiden, und zwar nicht in der Sache, sondern in der Auskunft: Eines sagt etwas dazu, vier sagen nichts. Zwei führen eine sprechende Modellnummer, unter der sich ein Teil nachbestellen ließe. Eines führt eine maschinell erzeugte Kennung, die dafür nicht taugt.
Die fünf Gaming-Stühle, einer nach dem anderen

Ultimatrix FURY Gaming-Stuhl in Schwarz
Ausführung laut Angebot: Schwarz. Aufruf im mittleren Bereich des Feldes.
4,6von 5 bei 47 BewertungenUltimatrix FURY Gaming-Stuhl mit integrierter, tiefenverstellbarer Lordosenstütze, 4D-Armlehnen, Rückenlehne von 90 bis 150 Grad, Polsterung aus High-Density-Kaltschaum, atmungsaktiver Stoffbezug, ausziehbare Fußstütze, Stahlfußkreuz, belastbar bis 150 Kilogramm, ausgelegt für Körpergrößen von 160 bis 200 Zentimetern, Ausführung Schwarz
Ultimatrix FURY Gaming-Stuhl in Schwarz bei Amazon ansehenSpricht dafür
- Nennt als einziges Angebot im Feld die DIN EN 1335 mit Teil 1 und Teil 2
- Beziffert Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzlänge, während vier Angebote schweigen
- Gibt als einziges einen Körpergrößenkorridor von 160 bis 200 Zentimetern an
- Benennt die Polsterung ausdrücklich als Kaltschaum statt nur als Schaumstoff
- Lordosenstütze integriert und tiefenverstellbar statt als loses Gurtkissen
Spricht dagegen
- Die Normnennung bleibt Selbstauskunft, es fehlen Prüfstelle, Nummer und Datum
- Das Datenblatt nennt acht Höhenpositionen, die ASR A6 verlangt stufenlos
- Mit 47 Rezensionen die schmalste Bewertungsbasis aller fünf Angebote
- Keine Firmierung mit Rechtsform, kein Sitz, keine ladungsfähige Anschrift
- Drei Supportkanäle benannt, keiner davon mit einer erreichbaren Kennung
- Normnennung:
- EN 1335-1 und EN 1335-2 im Werbetext genannt, ohne Prüfstelle und ohne Nummer
- Polsterung:
- High-Density-Kaltschaum, als einziges Angebot im Feld ausdrücklich als Kaltschaum bezeichnet
- Armlehnen:
- 4D, Richtungen im Angebot genannt, Verstellwege nicht beziffert
- Lendenunterstützung:
- Integriert und tiefenverstellbar, kein Höhenbereich in Millimetern angegeben
- Mechanik:
- Rückenlehne 90 bis 150 Grad, zehn Liegepositionen laut Datenblatt
- Gasfeder:
- Als Klasse-4-Gasdruckfeder bezeichnet, ohne Nennung der Norm, auf die sich die Klasse bezieht
- Rollen:
- Polyurethanrollen, Anzahl nicht genannt, Bodenart nicht unterschieden
- Sitzmaße:
- Sitzhöhe 50 Zentimeter, Sitztiefe 48 Zentimeter, Sitzlänge 52 Zentimeter, acht Höhenpositionen
Wo die Unterlagen sich widersprechen: Das Angebot nennt die Norm und wirbt zugleich mit einer Auszeichnungsbehauptung im eigenen Titel, ohne eine Prüfstelle zu nennen. Beides steht unvermittelt nebeneinander
Was die Arbeitsstättenregel dazu offenlässt: Acht Höhenpositionen im Datenblatt stehen gegen die Anforderung stufenlos höhenverstellbar aus Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 Nummer 2 der ASR A6. Ob das Datenfeld die Gasfeder richtig beschreibt, sagt das Angebot nicht
Warum dieser Stuhl im Feld steht: Dieses Angebot bekommt die Auszeichnung nicht, weil es der beste Stuhl wäre, sondern weil es als einziges von fünf die Frage dieser Seite überhaupt beantwortet. Es nennt die Norm, es beziffert Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzlänge, es gibt einen Körpergrößenkorridor an und es sagt, woraus die Polsterung besteht. Vier Angebote tun das nicht. Ob die Normkonformität zutrifft, lässt sich aus den Unterlagen nicht entscheiden
Einordnung: Das Angebot mit der schmalsten Bewertungsbasis und der breitesten Datenlage. Beides gehört zusammen gelesen: 47 Rezensionen tragen keine Aussage über Haltbarkeit, und eine Normnennung ohne Prüfstelle trägt keine Aussage über Konformität. Auffällig ist die Spannweite innerhalb desselben Textes: Zwei Normteile werden korrekt mit Teilangabe benannt, während im selben Angebot eine Auszeichnungsbehauptung im Titel steht und eine Gasfederklasse ohne Bezugsnorm genannt wird. Wer nur die zweite Aufzählungszeile liest, hält das Angebot für sorgfältig; wer den Titel liest, für das Gegenteil
Passt zu: Wer vor dem Kauf nachrechnen will, ob der Stuhl zur eigenen Körpergröße und zur Tischhöhe passt, findet hier als einzigem Angebot die Zahlen dafür
Passt nicht zu: Wer einen belegten Nachweis der Normkonformität braucht, etwa weil ein Arbeitgeber den Stuhl für einen Telearbeitsplatz beschaffen soll, bekommt ihn hier nicht
Offen geblieben: Ob die acht Höhenpositionen eine rastende Mechanik beschreiben oder ein falsch ausgefülltes Datenfeld sind, ließ sich aus dem Angebot nicht klären. Die Frage entscheidet, ob Nummer 2 der acht Mindesteigenschaften erfüllt ist
Wer dahintersteht: Firmierung, Sitz, Support, Garantie
- Firmierung
- Das Datenfeld Hersteller nennt schlicht Ultimatrix, das Feld Marke dagegen Ultimatrix Imperium. Eine Rechtsform, ein Handelsregistereintrag oder eine ladungsfähige Anschrift steht an keiner Stelle des Angebots. Damit ist dieses Angebot das einzige im Feld, das zwei voneinander abweichende Namen für dasselbe Unternehmen führt, und zugleich eines von fünf ohne jede Firmierung mit Rechtsform
- Sitz
- Kein Sitz im Angebot, keine Anschrift, keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Das Feld Herkunftsland nennt China, das sagt jedoch etwas über die Fertigung und nichts über den Sitz des Inverkehrbringers. Wer die Gewährleistung im Streitfall durchsetzen will, findet in diesem Angebot keine Adresse, an die er sie richten könnte
- Gegründet
- Kein Gründungsjahr im Angebot und keines in den Produktdetails. Die Marke tritt erkennbar jung auf, belegen lässt sich das aus den Unterlagen aber nicht. Die Bewertungsbasis von 47 Rezensionen ist die schmalste im gesamten Vergleich und der einzige indirekte Hinweis auf eine kurze Marktpräsenz
- Support
- Das Angebot nennt in der fünften Aufzählungszeile WhatsApp, Telegram und Mail als Kanäle und wirbt damit, die Hilfe komme direkt vom Gründer. Eine Telefonnummer, eine Mailadresse oder ein Messenger-Konto wird an keiner Stelle beziffert. Es ist damit das einzige Angebot im Feld, das drei Supportkanäle benennt und keinen einzigen davon mit einer erreichbaren Kennung hinterlegt
- Erreichbarkeit
- Sieben Tage die Woche laut Angebotstext. Eine Uhrzeit, ein Zeitfenster oder eine Reaktionsfrist steht nicht dabei. Von den fünf Angeboten ist es das einzige, das überhaupt eine Aussage zur Erreichbarkeit trifft, und auch diese bleibt ohne jede Stunde
- Garantie
- Keine bezifferte Garantiezusage im Angebot. Es bleibt das freiwillige dreißigtägige Rückgaberecht des Händlers, das für alle fünf Angebote gleichermaßen gilt und keine Eigenschaft des Herstellers ist. Eine Zusage auf Ersatzteile, auf die Gasfeder oder auf die Mechanik fehlt
- Norm und Prüfzeichen
- Dieses Angebot ist das einzige im Feld, das eine Norm beim Namen nennt. Die zweite Aufzählungszeile schreibt EN 1335-1 konform, die dritte EN 1335-2 konform. Beides sind Selbstauskünfte im Werbetext. Eine Prüfstelle, eine Zertifikatsnummer, ein Prüfbericht oder ein Datum wird nicht genannt, und ein GS-Zeichen führt das Angebot ebenfalls nicht. Die Angabe ist damit nachprüfbar formuliert und zugleich unbelegt
- Herkunft und Rahmen
- Das Datenfeld Herkunftsland nennt China. Das Feld Empfohlene Verwendungsbereiche nennt Indoor und damit als einziges im Feld nicht Gaming. Rahmenmaterial laut Datenblatt legierter Stahl, das Angebot spricht von einem Stahlfußkreuz
- Gewicht und Maße
- 23,5 Kilogramm laut Datenfeld Artikelgewicht, übereinstimmend mit der Angabe im Feld Größe. Es ist der schwerste Stuhl im Vergleich, rund drei Kilogramm über dem leichtesten. Die Maße lauten 55 Zentimeter Tiefe, 70 Zentimeter Breite und 130 bis 138 Zentimeter Gesamthöhe
- Modellkennung
- Kein Modelljahr im Datenblatt. Herstellermodellnummer und Artikelnummer lauten übereinstimmend 8812G. Die aufgerufene Nummer B0FWHBNPBQ führt keine Variantengeschwister, das Angebot ist also kein Elternlisting, sondern eine einzelne Ausführung in Schwarz

ELITESEATS Gaming-Stuhl in Schwarz
Ausführung laut Angebot: Schwarz. Aufruf der höchste Aufruf im Feld.
4,5von 5 bei 782 BewertungenELITESEATS Gaming-Stuhl mit 4D-Armlehnen, Lordosenstütze und Nackenstütze, ausziehbarer Fußstütze, Rollen aus Polyurethan, verstärktem Rahmen aus legiertem Stahl, belastbar bis 150 Kilogramm, Ausführung Schwarz
ELITESEATS Gaming-Stuhl in Schwarz bei Amazon ansehenSpricht dafür
- Mit 782 Rezensionen die breiteste Bewertungsbasis aller fünf Angebote
- Rahmen als verstärkter legierter Stahl beschrieben, die genaueste Rahmenangabe im Feld
- Lordosenstütze und Nackenstütze beide ausdrücklich benannt
- Rollen als Polyurethan ausgewiesen, was für harte Böden die richtige Härte nahelegt
Spricht dagegen
- Keine einzige Sitzabmessung im gesamten Angebot, auch keine Gesamthöhe
- Datenfeld Material und Datenfeld Sitzwerkstoff widersprechen sich bei Kunstleder und Stoff
- Prüfbehauptung ohne Prüfstelle, ohne Bedingungen und ohne Nummer
- Modellnummer ist eine maschinelle Kennung und taugt nicht zur Ersatzteilbestellung
- Kein Supportkanal, keine Erreichbarkeit, keine Garantiezusage
- Normnennung:
- Keine Norm genannt, stattdessen eine unbelegte Prüfbehauptung im Aufzählungstext
- Polsterung:
- Memory Foam laut Datenfeld Material, also Formschaum, nicht Kaltschaum
- Armlehnen:
- 4D beworben, Verstellwege in keiner Richtung beziffert
- Lendenunterstützung:
- Vorhanden laut Aufzählung, weder Höhe noch Verstellbarkeit angegeben
- Mechanik:
- Eine Liegeposition laut Datenblatt, Neigungswinkel nicht beziffert
- Gasfeder:
- Keine Angabe zur Gasfeder, weder Klasse noch Hub noch Norm
- Rollen:
- Polyurethanrollen, im Angebot als leise beworben, Bodenart nicht unterschieden
- Sitzmaße:
- Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, keine Sitzbreite, keine Gesamtmaße
Wo die Unterlagen sich widersprechen: Das Datenfeld Material nennt Kunstleder, das Feld Sitzwerkstoff und der Titel nennen Stoff. Für die Frage nach dem Wärmestau über eine lange Sitzung ist das der Unterschied, auf den es ankommt, und das Angebot beantwortet ihn zweimal verschieden
Was die Arbeitsstättenregel dazu offenlässt: Ohne Sitzhöhe und ohne Verstellbereich lässt sich Nummer 2 der acht Mindesteigenschaften aus Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 der ASR A6 an diesem Angebot nicht prüfen. Dasselbe gilt für die Maßempfehlungen aus Tabelle 3 des Anhangs
Warum dieser Stuhl im Feld steht: Die breiteste Bewertungsbasis im Feld steht hier gegen die dünnste Maßangabe. Wer 782 Rezensionen als Beleg für Haltbarkeit liest, bekommt dafür ein Angebot, das nicht sagt, wie hoch der Sitz ist
Einordnung: Das teuerste Angebot im Vergleich und zugleich das mit dem geringsten Maßgehalt. Der Aufpreis lässt sich aus den veröffentlichten Daten nicht begründen, was nicht heißt, dass er unbegründet ist. Der Angebotstext arbeitet durchgehend mit Bildern aus dem Motorsport und mit Zugehörigkeitsversprechen und kommt dabei ohne eine einzige Abmessung aus. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Entscheidung darüber, welche Art von Käufer angesprochen werden soll, und sie geht zulasten dessen, der rechnen möchte
Passt zu: Wer die Bewertungsbasis für das wichtigste Signal hält und auf eigene Maße verzichten kann, weil der Schreibtisch ohnehin höhenverstellbar ist, findet hier das am breitesten bewertete Angebot
Passt nicht zu: Wer unter 165 oder über 190 Zentimeter groß ist, kann aus diesem Angebot nicht ablesen, ob der Stuhl passt, weil keine einzige Abmessung darin steht
Offen geblieben: Ob der Bezug Kunstleder oder Stoff ist, ließ sich aus dem Angebot nicht entscheiden. Die beiden Datenfelder widersprechen sich, und der Titel steht auf der Seite des Stoffes
Wer dahintersteht: Firmierung, Sitz, Support, Garantie
- Firmierung
- Das Datenfeld Hersteller und das Datenfeld Marke nennen übereinstimmend ELITESEATS. Eine Rechtsform steht nicht dabei, ein Handelsregistereintrag ebenso wenig. Anders als bei drei der fünf Angebote stimmen hier wenigstens Hersteller- und Markenname überein, was die Zuordnung eindeutig macht, den Inverkehrbringer aber nicht identifiziert
- Sitz
- Kein Sitz und keine Anschrift im Angebot. Das Feld Herkunftsland nennt China. Damit gilt dasselbe wie für die übrigen vier: Die Angabe beschreibt die Fertigung, nicht den Verantwortlichen. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird nicht ausgewiesen
- Gegründet
- Kein Gründungsjahr im Angebot. Mit 782 Rezensionen trägt dieses Angebot die breiteste Bewertungsbasis im Vergleich, was auf eine längere Marktpräsenz hindeutet als bei den beiden Angeboten mit 47 und 382 Bewertungen. Ein Datum ist daraus nicht abzuleiten
- Support
- Kein Supportkanal im Angebot. Weder Telefon noch Mailadresse noch Kontaktformular werden genannt. Die Aufzählungszeilen sprechen ausführlich über Fahrgefühl und Zugehörigkeit und an keiner Stelle darüber, an wen sich der Käufer bei einem Defekt wendet
- Erreichbarkeit
- Keine Angabe zur Erreichbarkeit. Von den fünf Angeboten nennen vier überhaupt kein Zeitfenster, dieses eingeschlossen
- Garantie
- Keine Garantiezusage im Angebot, keine Frist, keine Ersatzteilzusage. Es bleibt das freiwillige dreißigtägige Rückgaberecht des Händlers. Auffällig ist, dass das Angebot von Prüfung unter schwersten Bedingungen spricht und daraus keine Zusage ableitet
- Norm und Prüfzeichen
- Keine Norm im Angebot, kein Prüfzeichen, kein Institut. Die fünfte Aufzählungszeile behauptet, der Stuhl sei ausgezeichnet und unter schwersten Bedingungen geprüft worden, und nennt weder die Auszeichnung noch die Bedingungen noch die Stelle, die geprüft hat. Der Titel führt zusätzlich eine Auszeichnungsbehauptung in Großbuchstaben
- Herkunft und Rahmen
- Das Datenfeld Herkunftsland nennt China, das Feld Empfohlene Verwendungsbereiche nennt Gaming. Das Rahmenmaterial ist als verstärkter legierter Stahl angegeben, was von den fünf Angeboten die ausführlichste Rahmenangabe ist
- Gewicht und Maße
- 22 Kilogramm laut Datenfeld Artikelgewicht. Das Feld Größe nennt Sportsitz und damit eine Bauform statt einer Abmessung. Länge, Breite und Höhe des Stuhls stehen an keiner Stelle des Angebots
- Modellkennung
- Kein Modelljahr. Die Herstellermodellnummer lautet 66144ec4-0242-4d8d-975f-31c1064c5cf4 und ist damit keine Modellbezeichnung, sondern eine maschinell erzeugte Kennung. Sie taugt weder zur Nachbestellung eines Ersatzteils noch zur Unterscheidung zweier Baujahre. Die aufgerufene Nummer führt zwei Variantengeschwister

Dowinx Gaming-Stuhl in Anthrazit
Ausführung laut Angebot: Anthrazit. Aufruf im unteren Mittelfeld.
4,3von 5 bei 580 BewertungenDowinx Gaming-Stuhl mit Sitzkissen aus Taschenfedern und Formschaum, hoch atmungsaktivem Netzgewebe als Bezug, mit Stahlplatten befestigter Rückenlehne, Neigung von 90 bis 135 Grad, ausziehbarer Fußstütze, Lendenkissen und Kopfstütze, Ausführung Anthrazit
Dowinx Gaming-Stuhl in Anthrazit bei Amazon ansehenSpricht dafür
- Einziges Sitzkissen im Feld mit Taschenfederkern statt reinem Schaumblock
- Netzgewebe als Bezug, was den Wärmestau über eine lange Sitzung mindert
- Modellnummer LS-6658 ist sprechend und taugt zur Ersatzteilbestellung
- Einzige Zusage auf kostenlosen Ersatz beschädigter oder defekter Teile
- Mit 20 Kilogramm der leichteste Stuhl im Vergleich
Spricht dagegen
- Feld Größe lautet Standard, es gibt keine einzige Abmessung im Angebot
- Belastbarkeit nur in Pfund, nicht in Kilogramm, und ohne Prüfvorschrift
- Datenfeld Material nennt Metall, obwohl der Bezug ein Netzgewebe ist
- Armlehnen und Rollen im Angebotstext überhaupt nicht beschrieben
- Lendenkissen statt integrierter Lordosenstütze
- Normnennung:
- Keine Norm genannt, Belastungsangabe in Pfund statt in Kilogramm
- Polsterung:
- Taschenfedern und Formschaum, als einziges Angebot im Feld mit Federkern
- Armlehnen:
- Im Angebotstext nicht beschrieben, weder Zahl der Achsen noch Verstellwege
- Lendenunterstützung:
- Als Lendenkissen beschrieben, also als aufgelegtes Kissen, nicht als integrierte Stütze
- Mechanik:
- Neigung 90 bis 135 Grad, Mechanikbauart nicht benannt
- Gasfeder:
- Keine Angabe zur Gasfeder, weder Klasse noch Hub noch Norm
- Rollen:
- Im Angebotstext nicht beschrieben, weder Material noch Anzahl
- Sitzmaße:
- Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, keine Sitzbreite, Feld Größe lautet Standard
Wo die Unterlagen sich widersprechen: Die Aufzählung beschreibt ein hoch atmungsaktives Netzgewebe, das Datenfeld Material nennt Metall und das Feld Rahmenmaterial ebenfalls Metall. Der Bezug, auf den es bei der Frage nach dem Wärmestau ankommt, taucht in keinem Datenfeld auf
Was die Arbeitsstättenregel dazu offenlässt: Ohne jede Sitzabmessung lässt sich weder Nummer 2 noch Nummer 4 der acht Mindesteigenschaften prüfen. Die Anforderung, dass die Oberschenkel möglichst vollständig aufliegen und die Kniekehlen frei bleiben, setzt eine bekannte Sitztiefe voraus
Warum dieser Stuhl im Feld steht: Das einzige Sitzkissen mit Taschenfederkern im Feld. Das ist eine echte Bauartunterscheidung und keine Geschmacksfrage: Ein Federkern verteilt den Druck anders als ein Schaumblock und setzt sich anders. Belegt ist die Bauart durch die Aufzählung, nicht durch eine Prüfung
Einordnung: Der leichteste Stuhl im Feld mit der breitesten Ersatzteilzusage und der dünnsten Materialangabe. Wer Wert auf Nachkaufbarkeit legt, findet hier neben einem weiteren Angebot eine sprechende Modellnummer. Die Zusage auf kostenlosen Ersatz beschädigter oder defekter Teile ist im Feld einzigartig und zugleich völlig unbestimmt: ohne Frist, ohne Verfahren, ohne Anschrift, an die sie zu richten wäre. Sie ist damit die weitestgehende Aussage des Vergleichs und die am schwersten durchsetzbare
Passt zu: Wer schon weiß, dass ihm ein Netzbezug über eine lange Sitzung mehr liegt als Kunstleder, und wer die Nachkaufbarkeit von Teilen ernst nimmt, ist hier richtig
Passt nicht zu: Wer die Sitzhöhe gegen eine feste Tischhöhe rechnen muss, bekommt in diesem Angebot keine einzige Zahl, mit der er rechnen könnte
Offen geblieben: Woraus der Bezug nach Auffassung des Herstellers besteht, ließ sich nicht klären. Die Aufzählung sagt Netzgewebe, beide Datenfelder sagen Metall
Wer dahintersteht: Firmierung, Sitz, Support, Garantie
- Firmierung
- Das Datenfeld Hersteller und das Feld Marke nennen übereinstimmend Dowinx. Eine Rechtsform, ein Registergericht und eine Registernummer fehlen. Dowinx ist von den fünf Marken die im deutschen Handel sichtbarste, was sich an der Zahl paralleler Angebote ablesen lässt, nicht an einer Firmierung im Angebot
- Sitz
- Kein Sitz, keine Anschrift, keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Angebot. Das Feld Herkunftsland nennt China
- Gegründet
- Kein Gründungsjahr im Angebot. Die Bewertungsbasis von 580 Rezensionen liegt im oberen Drittel des Feldes und spricht für eine eingeführte Marke, datiert aber nichts
- Support
- Kein Kanal beziffert. Die fünfte Aufzählungszeile verspricht kostenlosen Ersatz beschädigter oder defekter Teile und einen Premium-Service, ohne zu sagen, wo dieser Ersatz angefordert wird. Diese Ersatzteilzusage ist im Vergleich die einzige ihrer Art
- Erreichbarkeit
- Keine Angabe zur Erreichbarkeit und kein Zeitfenster
- Garantie
- Keine bezifferte Garantiefrist. Die Zusage auf kostenlosen Ersatz beschädigter oder defekter Teile steht ohne Dauer, ohne Bedingung und ohne Verfahren im Text. Sie ist damit die weitestgehende und zugleich die unbestimmteste Zusage im Feld
- Norm und Prüfzeichen
- Keine Norm, kein Prüfzeichen, kein Institut im Angebot. Die dritte Aufzählungszeile spricht davon, die Rückenlehne halte Stößen von über 300 Pfund stand, und wechselt damit mitten im Text in eine angelsächsische Einheit. 300 Pfund sind rund 136 Kilogramm. Eine Prüfvorschrift, nach der dieser Wert ermittelt wurde, wird nicht genannt
- Herkunft und Rahmen
- Das Datenfeld Herkunftsland nennt China, das Feld Empfohlene Verwendungsbereiche nennt Gaming. Rahmenmaterial und Material sind beide mit Metall angegeben, was von den fünf Angeboten die unbestimmteste Materialangabe ist
- Gewicht und Maße
- 20 Kilogramm laut Datenfeld Artikelgewicht und damit der leichteste Stuhl im Vergleich. Das Feld Größe lautet Standard und nennt damit keine einzige Abmessung. Länge, Breite und Höhe stehen nirgends im Angebot
- Modellkennung
- Kein Modelljahr. Herstellermodellnummer und Artikelnummer lauten übereinstimmend LS-6658 und sind damit als einzige im Feld eine sprechende, nachbestellbare Bezeichnung. Die aufgerufene Nummer führt dreizehn Variantengeschwister in Farbe und Ausführung

SONGMICS Gaming-Stuhl in Schiefergrau
Ausführung laut Angebot: Schiefergrau in Velourslederimitat. Aufruf der niedrigste Aufruf im Feld.
3,9von 5 bei 382 BewertungenSONGMICS Gaming-Stuhl mit Bezug aus Velourslederimitat und seitlichem Netzstoff, 54 Zentimeter breiter Sitzfläche, 10 Zentimeter dickem Kissen aus hochdichtem Schaumstoff, gepolstertem Lenden- und Kopfkissen, ausziehbarer Fußstütze, Neigung von 90 bis 135 Grad, Tragkraft 150 Kilogramm, Ausführung Schiefergrau
SONGMICS Gaming-Stuhl in Schiefergrau bei Amazon ansehenSpricht dafür
- Einziges Angebot mit vollständigen Außenmaßen und daraus ablesbarem Verstellweg
- Seitlicher Netzstoff neben dem Kunstlederbezug mindert den Wärmestau an den Flanken
- Armlehnen neigen sich mit der Rückenlehne, was die Schulter beim Zurücklehnen entlastet
- Sprechende Modellnummer OBG077G01 für die Ersatzteilbestellung
- Mit 10 Zentimetern das dickste bezifferte Sitzkissen im Feld
Spricht dagegen
- Mit 3,9 von 5 die schwächste Bewertung aller fünf Angebote
- Die Zahl 54 Zentimeter steht einmal als Sitzbreite und einmal als Sitztiefe
- Verstellweg von rund 100 Millimetern unter der Empfehlung von mehr als 120
- Datenblatt weist als einziges im Feld kein Herkunftsland aus
- Kein Supportkanal, keine Garantiezusage, keine Ersatzteilzusage
- Normnennung:
- Keine Norm genannt, aber als einziges Angebot ein bezifferter Höhenverstellweg
- Polsterung:
- Hochdichter Schaumstoff, 10 Zentimeter dick, Schaumart nicht benannt
- Armlehnen:
- Neigen sich laut Aufzählung gemeinsam mit der Rückenlehne, Achsen nicht benannt
- Lendenunterstützung:
- Als gepolstertes Lendenkissen beschrieben, Höhe nicht angegeben
- Mechanik:
- Neigung 90 bis 135 Grad, Armlehnen laufen mit, zwei Liegepositionen
- Gasfeder:
- Keine Klassenangabe, aber ein Verstellweg von zehn Zentimetern aus der Höhenspanne
- Rollen:
- Im Angebotstext nicht beschrieben, Datenfeld nennt rollend
- Sitzmaße:
- Sitztiefe laut Datenfeld 54 Zentimeter, Gesamthöhe 118 bis 128 Zentimeter
Wo die Unterlagen sich widersprechen: Die Aufzählung nennt 54 Zentimeter als Breite der Sitzfläche, das Datenfeld führt dieselbe Zahl als Sitztiefe. Beides kann nicht stimmen, und der Unterschied ist erheblich: Tabelle 3 empfiehlt eine Sitztiefe von 370 bis 470 Millimetern, eine Sitzbreite dagegen von mehr als 450 Millimetern
Was die Arbeitsstättenregel dazu offenlässt: Der Verstellweg von rund 100 Millimetern liegt unter den mehr als 120 Millimetern, die Tabelle 3 im Anhang der ASR A6 empfiehlt. Die Empfehlung ist keine Pflicht, aber sie ist der Maßstab, den das Regelwerk selbst anlegt
Warum dieser Stuhl im Feld steht: Das einzige Angebot im Feld, aus dem sich ein Höhenverstellweg errechnen lässt. Das ist keine Kleinigkeit: Ohne diesen Weg ist nicht zu sagen, ob der Stuhl auf die Referenzsitzhaltung eingestellt werden kann, und genau das verlangt Nummer 2 der acht Mindesteigenschaften
Einordnung: Die schwächste Bewertung im Vergleich bei der zweitbesten Datenlage. Beides gehört in dieselbe Zeile: 3,9 von 5 bei 382 Rezensionen ist ein deutlich gemischteres Bild als 4,6 bei 47, und es beruht auf einer achtmal breiteren Grundlage. Für die Leitfrage dieser Seite bleibt das Angebot dennoch aufschlussreich, weil es als einziges vollständige Aussenmaße nennt und damit als einziges eine Nachrechnung der Sitzhöhe gegen eine feste Tischhöhe zulässt
Passt zu: Wer an einem Schreibtisch mit fester Höhe sitzt und vorher ausrechnen muss, ob die Sitzhöhe dazu passt, findet hier die einzige Zahlenbasis im Feld
Passt nicht zu: Wer über 100 Kilogramm wiegt und auf eine Bewertung von 4,5 und besser Wert legt, findet hier die schwächste Bewertung des Vergleichs bei zugleich beworbenen 150 Kilogramm Tragkraft
Offen geblieben: Ob 54 Zentimeter die Sitzbreite oder die Sitztiefe bezeichnen, ließ sich nicht klären. Als Sitztiefe läge der Wert 70 Millimeter über der Obergrenze der Empfehlung aus Tabelle 3
Wer dahintersteht: Firmierung, Sitz, Support, Garantie
- Firmierung
- Das Datenfeld Hersteller und das Feld Marke nennen übereinstimmend SONGMICS. Die Marke gehört zu den im deutschen Möbelhandel eingeführten Namen und tritt hier ohne Rechtsform und ohne Registereintrag auf. Von den fünf Angeboten ist dieses das einzige, dessen Datenblatt kein Herkunftsland ausweist
- Sitz
- Kein Sitz und keine Anschrift im Angebot. Anders als bei den vier übrigen fehlt hier auch das Feld Herkunftsland, sodass das Angebot nicht einmal eine Aussage zum Fertigungsland trifft
- Gegründet
- Kein Gründungsjahr im Angebot. Die Bewertungsbasis von 382 Rezensionen liegt im Mittelfeld des Vergleichs
- Support
- Kein Supportkanal im Angebot. Weder Telefon noch Mail noch Formular werden genannt. Die fünfte Aufzählungszeile spricht über die Montage durch eine einzelne Person und nicht über den Weg zum Hersteller
- Erreichbarkeit
- Keine Angabe zur Erreichbarkeit und kein Zeitfenster
- Garantie
- Keine Garantiezusage, keine Frist, keine Ersatzteilzusage im Angebot. Es bleibt das freiwillige Rückgaberecht des Händlers
- Norm und Prüfzeichen
- Keine Norm, kein Prüfzeichen, kein Institut. Das Angebot nennt als einziges im Feld einen Verstellweg der Sitzhöhe in Form einer Gesamthöhenspanne und kommt damit der Nachprüfbarkeit näher als drei der übrigen vier, ohne je eine Norm zu erwähnen
- Herkunft und Rahmen
- Kein Herkunftsland im Datenblatt. Das Rahmenmaterial ist als legierter Stahl angegeben, der Bezug als Velourslederimitat, der Sitzwerkstoff widersprüchlich als Kunstleder
- Gewicht und Maße
- 20,2 Kilogramm laut Datenfeld Artikelgewicht. Das Feld Größe nennt als einziges im Vergleich vollständige Maße: 0,724 Meter Breite, 0,697 Meter Tiefe und 1,18 bis 1,28 Meter Gesamthöhe. Aus der Spanne von zehn Zentimetern ergibt sich der Verstellweg
- Modellkennung
- Kein Modelljahr. Herstellermodellnummer und Artikelnummer lauten übereinstimmend OBG077G01 und sind sprechend aufgebaut. Die aufgerufene Nummer führt fünf Variantengeschwister, die aufgerufene Ausführung ist Schiefergrau in Velourslederimitat

Vittanly Gaming-Stuhl in Grau
Ausführung laut Angebot: Grau. Aufruf im unteren Mittelfeld.
4,4von 5 bei 605 BewertungenVittanly Gaming-Stuhl mit Bezug aus Wildlederimitat, 3D-Armlehnen mit sieben Zentimetern Höhenverstellung, je 25 Grad Drehung nach links und rechts und 6,5 Zentimetern Verstellung nach vorn und hinten, Rückenlehne von 90 bis 155 Grad, ausziehbarer Fußstütze, Ausführung Grau
Vittanly Gaming-Stuhl in Grau bei Amazon ansehenSpricht dafür
- Einziges Angebot mit bezifferten Verstellwegen der Armlehnen in allen drei Achsen
- Mit 90 bis 155 Grad der weiteste Neigungsbereich der Rückenlehne im Feld
- Sprechende Modellnummer VITTANLY-GC001 für die Ersatzteilbestellung
- Mit 605 Rezensionen eine breite Bewertungsbasis
Spricht dagegen
- Keine Belastungsangabe, als einziges Angebot der fünf ohne Tragkraft
- Datenfeld Material nennt Kunstfell, die Aufzählung nennt Wildlederimitat
- Feld Größe mit 40 mal 50 mal 60 Zentimetern für diese Bauart nicht plausibel
- Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, kein Verstellweg
- Kein Supportkanal, keine Garantiezusage, keine Ersatzteilzusage
- Normnennung:
- Keine Norm genannt, dafür als einziges Angebot bezifferte Armlehnenwege
- Polsterung:
- Schaumstoff laut Datenfeld Sitzwerkstoff, Schaumart nicht benannt
- Armlehnen:
- 3D mit sieben Zentimetern Höhe, 25 Grad Drehung je Seite, 6,5 Zentimetern Tiefe
- Lendenunterstützung:
- Unterstützung für den unteren Rücken beworben, keine Stütze mit Höhenangabe
- Mechanik:
- Rückenlehne 90 bis 155 Grad, der weiteste Neigungsbereich im Feld, zwei Liegepositionen
- Gasfeder:
- Keine Angabe zur Gasfeder, weder Klasse noch Hub noch Norm
- Rollen:
- Im Angebotstext nicht beschrieben, weder Material noch Anzahl
- Sitzmaße:
- Keine Sitzhöhe, keine Sitztiefe, Feld Größe mit 40 mal 50 mal 60 Zentimetern unplausibel
Wo die Unterlagen sich widersprechen: Die Aufzählung wirbt mit Wildlederimitat und dem Innenraumgewebe von Luxusautos, das Datenfeld Material nennt Kunstfell. Das sind zwei verschiedene Oberflächen mit sehr verschiedenem Verhalten über eine lange Sitzung
Was die Arbeitsstättenregel dazu offenlässt: Ohne Sitzhöhe und ohne Verstellbereich ist Nummer 2 der acht Mindesteigenschaften nicht prüfbar. Ohne Belastungsangabe fehlt zusätzlich die Grundlage für Nummer 5 und Nummer 6, also für Standsicherheit und für das federnde Abfangen des Körpergewichts
Warum dieser Stuhl im Feld steht: Das einzige Angebot im Feld, das seine Armlehnen in Zentimetern und Grad beziffert statt nur eine Ziffer vor das D zu setzen. Wer 4D liest und keine Wege bekommt, weiß weniger als hier bei 3D mit drei Zahlen
Einordnung: Der Stuhl mit den genauesten Armlehnenangaben und den ungenauesten Stuhlmaßen. Die Kombination ist typisch für das Feld: beziffert wird, was sich gut liest, nicht, was sich nachrechnen lässt. Drei Zahlen für die Armlehnen, keine einzige für Sitzhöhe, Sitztiefe oder Belastbarkeit, und im Feld für die Aussenmaße eine Angabe, die für einen Stuhl mit Kopfstütze nicht zutreffen kann. Wer die Armlehnenwerte für ein Zeichen von Sorgfalt hält, sollte die übrigen Felder danebenlegen
Passt zu: Wer eine feste Tischhöhe hat und die Armlehnen zwingend auf Arbeitsflächenhöhe bringen muss, findet hier als einzigem Angebot die Wege dafür in Zahlen
Passt nicht zu: Wer mehr als 110 Kilogramm wiegt, findet in diesem Angebot keine Belastungsangabe und damit keine Grundlage für die Kaufentscheidung
Offen geblieben: Ob der Bezug ein Wildlederimitat oder ein Kunstfell ist, ließ sich nicht klären. Für die Frage nach dem Wärmestau über acht Stunden ist das der wesentliche Unterschied
Wer dahintersteht: Firmierung, Sitz, Support, Garantie
- Firmierung
- Das Datenfeld Hersteller und das Feld Marke nennen übereinstimmend Vittanly. Eine Rechtsform steht nicht dabei, ein Registereintrag fehlt. Das Angebot schreibt den Markennamen im Fließtext durchgehend in Großbuchstaben und im Datenfeld gemischt, was die Zuordnung nicht erschwert, aber zeigt, wie wenig standardisiert die Angaben sind
- Sitz
- Kein Sitz, keine Anschrift, keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Das Feld Herkunftsland nennt China
- Gegründet
- Kein Gründungsjahr im Angebot. Die Bewertungsbasis von 605 Rezensionen liegt im oberen Drittel des Feldes
- Support
- Die fünfte Aufzählungszeile verweist auf einen Kundenservice, ohne einen Kanal zu nennen. Weder Telefon noch Mail noch Messenger noch Formular stehen im Angebot
- Erreichbarkeit
- Keine Angabe zur Erreichbarkeit und kein Zeitfenster
- Garantie
- Keine Garantiezusage und keine Frist. Es bleibt das freiwillige Rückgaberecht des Händlers
- Norm und Prüfzeichen
- Keine Norm, kein Prüfzeichen, kein Institut. Das Angebot spricht von einem ergonomischen Design, das sich der natürlichen Rückenform anpasse, und leitet daraus keine Prüfung ab. Es ist damit eines von vier Angeboten im Feld ohne jede Normnennung
- Herkunft und Rahmen
- Das Datenfeld Herkunftsland nennt China, das Feld Empfohlene Verwendungsbereiche nennt Gaming. Rahmenmaterial laut Datenblatt Metall, Sitzwerkstoff Schaumstoff, Material widersprüchlich Kunstfell
- Gewicht und Maße
- 21,5 Kilogramm laut Datenfeld Artikelgewicht. Das Feld Größe nennt 40 mal 50 mal 60 Zentimeter, was für einen Gaming-Stuhl mit Kopfstütze keine plausible Außenabmessung ist. Ein Stuhl dieser Bauart misst in der Höhe regelmäßig mehr als einen Meter
- Modellkennung
- Kein Modelljahr. Die Herstellermodellnummer lautet VITTANLY-GC001 und ist sprechend aufgebaut. Die aufgerufene Nummer führt fünf Variantengeschwister, die aufgerufene Ausführung ist Grau
Sieben Fragen, die nach dem Regelwerk offenbleiben
Ist ein Gaming-Stuhl ein Arbeitsstuhl im Sinne der ASR A6?
Die Regel stellt keine Bauartanforderung, sondern eine Eigenschaftsliste auf. Ein Gaming-Stuhl ist dann ein geeigneter Büro-Arbeitsstuhl, wenn er die acht Eigenschaften aus Abschnitt 6.3.12 Absatz 2 erfüllt. Das ist eine Tatsachenfrage je Modell und keine Frage der Bauform. Aus den fünf hier betrachteten Angeboten lässt sich die Antwort für keines vollständig ablesen, weil die Maße fehlen.
Sind Gaming-Stühle nach DIN EN 1335 geprüft?
Von den fünf Angeboten nennt genau eines die Norm, und zwar als Selbstauskunft im Werbetext, ohne Prüfstelle und ohne Zertifikatsnummer. Vier nennen sie nicht. Daraus folgt nicht, dass die vier ungeprüft sind, sondern nur, dass sie es nicht behaupten. Ein Nachweis wäre ein GS-Zeichen mit der Kennung einer zugelassenen Stelle und einer Zertifikatsnummer, die sich beim Zeicheninhaber abfragen lässt.
Was bedeutet Klasse 4 bei der Gasfeder?
Die Klassenangabe stammt aus der Prüfung konischer Druckrohre für selbsttragende Gasfedern zur Höhenverstellung von Sitzmöbeln. Zuständig ist seit 2017 die EN 16955; die frühere DIN 4550 ist zurückgezogen und durch sie ersetzt. Eine Norm mit der Nummer DIN EN 4550, wie sie im Handel vielfach auf Gasfedern steht, gibt es nicht: Die Bezeichnung mischt die zurückgezogene deutsche Nummer mit dem europäischen Präfix. Eine Klassenangabe ohne Nennung der Norm, auf die sie sich bezieht, ist deshalb mit Vorsicht zu lesen.
Warum haben Gaming-Stühle diese Rennsitzform?
Die hochgezogenen Seitenwangen an Sitz und Lehne stammen aus dem Motorsport, wo sie den Körper gegen Querkräfte in der Kurve abstützen. Am Schreibtisch wirken keine Querkräfte. Die Wangen begrenzen dort die nutzbare Sitzbreite und den seitlichen Bewegungsraum, und sie erschweren genau den Wechsel zwischen vorderer, mittlerer und hinterer Sitzhaltung, den Abschnitt 6.3.11 als dynamisches Sitzen beschreibt. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es ist der Punkt, an dem die Bauform und das Regelwerk auseinanderlaufen.
Reicht das Lendenkissen als Lordosenstütze?
Tabelle 3 im Anhang der ASR A6 empfiehlt einen Abstützpunkt, der im Bereich zwischen 170 und 230 Millimetern über der Sitzfläche verstellbar ist. Ein mit Gurten befestigtes Kissen erfüllt die Verstellbarkeit nicht in einem definierten Bereich, weil es sich beim Sitzen verschiebt. Zwei der fünf Angebote im Feld führen ein solches Kissen, keines nennt eine Höhe.
Gilt die ASR A6 auch im Homeoffice?
Die Regel gilt für Telearbeitsplätze, also für vom Arbeitgeber im Privatbereich fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze. Für mobile Arbeit und für das gelegentliche Arbeiten von zu Hause gilt sie nicht. Für den privaten Kauf ist sie ohnehin nicht verbindlich. Sie bleibt aber der beste frei verfügbare Maßstab, weil sie acht Eigenschaften benennt, die sich an einem Angebot abhaken lassen.
Was ist mit dem Sitzball oder dem Pendelhocker als Alternative?
Die Hinweise zu Absatz 2 und 3 der Regel äußern sich dazu ausdrücklich: Alternative Sitzmöbel wie Sitzbälle oder Pendelhocker sind nur als temporäres Trainings- und Übungsgerät zu nutzen. Wegen erhöhter Unfallgefahr, rasch eintretender Ermüdung der Muskulatur und fehlender Einstellmöglichkeiten sind sie als Arbeitsstuhl am Bildschirmarbeitsplatz nicht geeignet.
Was sich aus den Unterlagen nicht entscheiden ließ
Diese Seite hat fünf Angebote gegen acht Eigenschaften gehalten und dabei mehr Lücken als Ergebnisse gefunden. Das ist ein Befund und keine Ausrede, deshalb steht er hier in eigener Form. Nicht zu klären war erstens, ob die acht Höhenpositionen in einem der Datenblätter eine rastende Mechanik beschreiben oder ein falsch ausgefülltes Feld. Davon hängt ab, ob Nummer 2 der acht Eigenschaften erfüllt ist.
Zweitens war nicht zu klären, woraus zwei der fünf Bezüge bestehen, weil Aufzählung und Datenfeld im selben Angebot Verschiedenes sagen. Drittens war nicht zu klären, ob die Zahl 54 Zentimeter eine Sitzbreite oder eine Sitztiefe bezeichnet; als Sitztiefe läge sie 70 Millimeter über der Empfehlung aus Tabelle 3. Viertens war für keinen der fünf Stühle zu klären, ob er eine Federkraftverstellung hat, weil keines der Angebote sie erwähnt.
Was diese Einschätzung ändern würde: ein GS-Zeichen mit Zertifikatsnummer bei einem der fünf, oder eine Sitzhöhe mit Verstellbereich in Millimetern. Beides ließe sich vom Anbieter in einer Zeile nachtragen, und beides würde die Kaufentscheidung mehr verbessern als jede weitere Gradangabe zur Rückenlehne. Wer die Frage von der Arbeitsplatzseite her stellt, findet sie im Ratgeber zur Rechtslage am Bildschirmarbeitsplatz behandelt, und die Einordnung des ganzen Felds steht im Gaming-Stuhl-Überblick.
Ein letzter Hinweis zum Lesen von Angebotstiteln: Zwei der fünf führen eine Auszeichnungsbehauptung in Großbuchstaben im eigenen Titel. Diese Titel werden vom Anbieter geschrieben und von keiner Stelle geprüft. Wo kein Institut, kein Verfahren und kein Datum genannt ist, steht hinter der Behauptung nichts. Wer zwischen Gaming- und Büroform noch schwankt, findet die Gegenüberstellung unter Bürostuhl für Gaming und Arbeit.

