Auf einen Blick: Die Zahl auf dem Karton lautet fast immer vier bar, manchmal dreieinhalb. Sie wirkt wie eine harte technische Kennzahl, und sie ist auch keine Erfindung: In den Betriebsanleitungen der großen Anbieter steht sie als maximaler Betriebsdruck in Megapascal. Nur misst niemand sie nach einer gemeinsamen Vorschrift. Eine Sicherheitsnorm setzt eine Obergrenze von 2,5 Megapascal, also 25 bar, damit der Kessel hält. Eine Mess- oder Leistungsnorm für den beworbenen Wert existiert nicht, und deshalb heißt das Feld bei jedem Anbieter anders: Dampfdruck, Druck, Hochdruckboiler, maximaler Kesseldruck. Dieser Ratgeber legt neun Angaben nebeneinander, rechnet den Druck über die Sattdampfkurve in Temperatur um, erklärt, warum Kesselgeräte einen bar-Wert führen und Dampfbesen keinen, und zeigt anhand der Betriebsanleitungen, welche Zahl im Alltag mehr aussagt als bar. Alle technischen Dokumente wurden am Datenstand einzeln aufgerufen. Herstellerangaben sind hier Gegenstand der Analyse und kein Beleg dafür, dass eine behauptete Eigenschaft zutrifft.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keine Messnorm für die beworbene bar-Angabe. Was es gibt, ist eine Sicherheitsnorm mit einer Obergrenze von 2,5 Megapascal. Sie regelt, dass der Kessel hält, nicht wie der Wert ermittelt oder an welcher Stelle er gemessen wird.
- Fünf Bezeichnungen für dieselbe Größenordnung. Kärcher schreibt Dampfdruck oder gar nichts dazu, Polti schreibt Druck, Hochdruckboiler oder maximaler Kesseldruck, ein weiterer Anbieter nennt psi und bar nebeneinander. Nur drei dieser Formulierungen nennen überhaupt einen Messort.
- Der bar-Wert ist ein Umschaltpunkt, kein Dauerzustand. Die Betriebsanleitung beschreibt es selbst: Der Druckregler schaltet die Heizung bei Erreichen des maximalen Betriebsdrucks ab und bei Druckabfall durch Dampfentnahme wieder zu.
- Die belegte Spanne im Haushalt ist schmal. Zwischen 0,30 und 0,42 Megapascal, also drei bis 4,2 bar, liegt der gesamte Markt. Das entspricht einem Unterschied von weniger als zehn Grad in der Siedetemperatur des Kesselwassers.
- Der Kesseldruck kommt an der Fläche nicht an. Derselbe Hersteller beziffert rund 160 Grad im Kessel, 100 Grad an der Düse und rund 84 Grad am Reinigungsobjekt. Der Dampf entspannt auf dem Weg nach draußen auf Umgebungsdruck.
- Wer bar sucht, sucht eine Bauform. Nur Druckkessel mit Sicherheitsverschluss führen einen Wert. Sie brauchen Minuten statt Sekunden zum Aufheizen und lassen sich nur drucklos nachfüllen. Dieselbe Konstruktion erzeugt die Zahl und den Nachteil.
- Die aussagekräftigere Zahl steht nicht auf der Verkaufsseite. Die Dampfmenge liegt bei 35 bis 60 Gramm je Minute im Dauerbetrieb. Auf der deutschen Übersichtsseite des größten Anbieters kam diese Einheit am Datenstand kein einziges Mal vor.
Was der bar-Wert bezeichnet und was er nicht bezeichnet
Ein Dampfreiniger mit Kessel arbeitet nach einem einfachen Prinzip. Wasser steht in einem geschlossenen Behälter, eine Heizung erwärmt es, und weil der entstehende Dampf nicht entweichen kann, steigt der Druck im Behälter. Mit dem Druck steigt die Temperatur, bei der das Wasser siedet. Diese Kopplung ist der eigentliche Zweck der Konstruktion: Der Kessel ist kein Drucksystem, sondern ein Temperatursystem, das über den Druck geregelt wird.
Der beworbene Wert beschreibt den Punkt, an dem dieser Aufbau endet. Die Betriebsanleitung zum Kärcher SC 5 EasyFix formuliert das ungewöhnlich klar. Der Druckregler, heißt es dort, halte den Druck im Dampfkessel während des Betriebs möglichst konstant; die Heizung werde bei Erreichen des maximalen Betriebsdrucks abgeschaltet und bei einem Druckabfall infolge von Dampfentnahme wieder zugeschaltet. Der bar-Wert ist damit eine Schaltschwelle. Er ist der höchste Druck, der im Kessel auftritt, und nicht der Druck, der während des Arbeitens dauerhaft anliegt.
Was er ausdrücklich nicht beschreibt, ist der Zustand an der Fläche. Sobald der Dampfhebel gedrückt wird, strömt der Dampf durch Schlauch und Düse ins Freie und entspannt dabei auf den Umgebungsdruck. Am Austritt liegt kein nennenswerter Überdruck mehr an, sonst würde der Dampf nicht strömen. Was ankommt, ist heißer Wasserdampf bei Atmosphärendruck, und wie heiß er ist, hängt vom Weg dorthin ab und nicht vom Kesselwert.
Aus dieser Trennung folgt der Rest dieses Beitrags. Der Kesseldruck ist eine reale, in Herstellerdokumenten nachlesbare Größe. Er beschreibt die Bauart, die Aufheizzeit, die Handhabung und indirekt die Kesseltemperatur. Er beschreibt nicht die Reinigungsleistung, und er lässt sich zwischen zwei Anbietern nur dann vergleichen, wenn beide dieselbe Größe meinen. Ob sie das tun, ist die erste Frage, die dieser Beitrag untersucht.
Dieselbe Größenordnung, fünf Bezeichnungen
Wer die Angaben nebeneinanderlegt, sieht zuerst, wie eng das Feld beieinanderliegt. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten beworbenen Wert im Haushaltssegment liegt gut ein bar. Was auseinandergeht, ist nicht die Zahl, sondern das Wort davor. Die folgende Übersicht enthält neun Angaben aus der Kommunikation von vier Anbietern sowie aus den technischen Dokumenten, die dazu öffentlich abrufbar sind.
| Gerät | Wortlaut der Angabe | Welcher Begriff verwendet wird | Bauform | Fundort |
|---|---|---|---|---|
| Kärcher SC 5 Deluxe | 4 Bar | Die Zahl steht ohne erklärendes Wort. Weder Kessel noch Düse noch Betriebszustand sind genannt | Kesselgerät mit Wartungsverschluss und Zwei-Tank-System | Produktkommunikation des Herstellers |
| Kärcher SC 3 Deluxe | Dampfdruck: 3,5 bar | Dampfdruck. Der Begriff beschreibt den Druck des Dampfes, sagt aber nicht, an welcher Stelle er anliegt | Kesselgerät mit permanent nachfüllbarem Wassertank | Produktkommunikation des Herstellers |
| Kärcher SC 1 | Dampfdruck: 3 bar | Dampfdruck im Verkaufstext, Betriebsdruck im Herstellerdokument. Zwei Begriffe für denselben Wert | Handgerät mit Druckkessel und Sicherheitsverschluss | Verkaufstext, dazu Betriebsanleitung 59668050 mit 0,3 Megapascal |
| Polti Vaporetto Smart 120 | 4 bar Druck | Druck. Die allgemeinste denkbare Formulierung, ohne jede Ortsangabe | Kesselgerät mit abnehmbarem Zwei-Liter-Tank | Produktkommunikation des Herstellers |
| Polti Vaporetto Smart 100 T | Hochdruckboiler 4 Bar | Boilerdruck. Hier ist der Ort genannt, nämlich der Boiler, also der Kessel | Kesselgerät mit abnehmbarem Zwei-Liter-Tank | Produktkommunikation des Herstellers |
| Polti Vaporetto Lecoaspira FAV30 | Maximaler Kesseldruck 4 Bar | Kesseldruck, ausdrücklich als Maximalwert. Die genaueste Formulierung im ganzen Feld | Kesselgerät mit Saugfunktion | Produktkommunikation des Herstellers |
| Dupray Neat | 50 psi beziehungsweise 3,5 bar | Zwei Einheiten für einen Wert auf derselben Seite. 50 psi sind rund 3,45 bar | Kesselgerät mit Schlauch | Produktkommunikation des Herstellers |
| Kärcher SC 1 Multi und Up | kein Wert | Weder bar noch Megapascal. Eine Druckzeile fehlt in der technischen Tabelle vollständig | Handgerät ohne Druckkessel | Betriebsanleitung 59512800, im Rahmen dieses Bereichs geprüft |
| Kärcher SC 2 Upright, Vileda Steam, Shark, BLACK und DECKER | kein Wert | Kein Druckfeld in Tabelle oder Anleitung. Bei einem Anbieter kommt das Wort Druck null Mal vor | Aufrecht geführte Bodengeräte | Betriebsanleitungen und technische Tabellen, im Rahmen dieses Bereichs geprüft |
Drei Beobachtungen springen ins Auge. Erstens: Nur drei der Formulierungen nennen den Messort. Kesseldruck, Hochdruckboiler und Boiler benennen den Behälter. Dampfdruck und Druck tun das nicht, und ein Anbieter setzt die Zahl ganz ohne erklärendes Wort neben den Modellnamen. Für den Vergleich zweier Geräte ist das der entscheidende Punkt, denn ein Kesselwert und ein Wert am Austritt wären zwei völlig verschiedene Größen.
Zweitens: Ausgerechnet der Anbieter mit der ungenauesten Formulierung liefert die genauesten Zahlen, nur an anderer Stelle. Kärcher schreibt in der Produktkommunikation Dampfdruck und in der Betriebsanleitung desselben Geräts maximaler Betriebsdruck in Megapascal. Der Verkaufstext rundet, das technische Dokument nicht. Zwischen vier bar im Text und 0,42 Megapascal in der Anleitung liegen zwei Zehntel bar, die niemand erwähnt.
Drittens: Zwei Zeilen der Tabelle enthalten gar keinen Wert, und das ist kein Versäumnis. Wo kein Kessel eingebaut ist, gibt es keinen Kesseldruck. Genau daran hängt die ganze Systematik dieses Themas, und sie wird weiter unten aufgelöst. Welche Kesselgeräte am Markt überhaupt in Frage kommen und wie sich Tank, Zubehör und Reichweite dabei unterscheiden, ordnet der Vergleich der Kesselgeräte mit Zubehörsatz anhand von fünf aktuell erhältlichen Modellen.
Die Norm deckelt den Druck, sie schreibt keine Messung vor
Es gibt eine Norm, und sie wird gelegentlich als Beleg für die bar-Angabe angeführt. Das ist ein Missverständnis, das sich am Anwendungsbereich der Norm selbst auflösen lässt. DIN EN 60335-2-79, in der deutschen Fassung als VDE 0700-79 geführt, trägt den Titel Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke, Teil 2-79: Besondere Anforderungen für Hochdruckreiniger und Dampfreiniger. Die Ausgabe von Februar 2015 umfasst 67 Seiten; zuständig ist das Fachgremium DKE/UK 511.14 mit dem Namen Gewerbliche Bodenreinigungsmaschinen.
Der Anwendungsbereich ist im Katalogeintrag öffentlich einsehbar und ausgesprochen präzise. Für Dampfreiniger und für jene Teile von Heißwasser-Hochdruckreinigern mit eingebauter Dampfstufe gilt die Norm, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: ein Fassungsvermögen von nicht mehr als 100 Litern, ein Bemessungsdruck nicht über 2,5 Megapascal und ein Produkt aus Fassungsvermögen und Bemessungsdruck, das fünf Megapascal mal Liter nicht überschreitet. Zweieinhalb Megapascal sind 25 bar. Für ein Haushaltsgerät mit einem halben Liter Kesselvolumen und 0,42 Megapascal ergibt das dritte Kriterium einen Wert von etwa 0,21, also weit unterhalb der Grenze.
Damit ist klar, was die Norm leistet. Sie sorgt dafür, dass ein Behälter, in dem Dampf unter Druck steht, nicht bersten kann, und sie staffelt diese Anforderung nach Größe und Druck. Das ist Produktsicherheit, und die Norm ist ausdrücklich an die grundlegenden Anforderungen der Maschinenrichtlinie angepasst worden. Was im öffentlich einsehbaren Anwendungsbereich nicht steht, ist eine Vorschrift zur Messung: kein Messort, kein Durchfluss, keine Düse, kein Betriebszustand, kein Bezug zur Reinigungsleistung. Der vollständige Normtext ist kostenpflichtig und wurde für diesen Beitrag nicht gelesen; zitiert ist ausschließlich, was im Katalogeintrag steht.
Ein zweites Detail derselben Norm ist für die Einordnung wichtiger als alles andere. Ihr erster Absatz erfasst Hochdruckreiniger ohne Fahrantrieb mit einem Bemessungsdruck von mindestens 2,5 Megapascal und nicht mehr als 35 Megapascal. Dieselbe Norm zieht die Trennlinie zwischen den beiden Gerätearten also exakt bei 25 bar: Darunter ist es ein Dampfreiniger, darüber bis 350 bar ein Hochdruckreiniger. Ein Haushaltsgerät mit vier bar liegt damit bei einem Sechstel dessen, was dieselbe Norm als untersten Hochdruck definiert.
Zwei Normen für ein Wort: welche für welches Gerät gilt
Die verbreitete Formulierung, es gebe die Norm für Dampfreiniger, ist noch aus einem zweiten Grund zu einfach. Es gibt nicht eine, sondern mehrere, und welche gilt, hängt an der Bauform. Neben der eben beschriebenen 60335-2-79 steht DIN EN 60335-2-54, in der deutschen Fassung als VDE 0700-54 geführt, mit dem Titel Besondere Anforderungen für Geräte zur Oberflächenreinigung mit Flüssigkeiten oder Dampf. Die aktuelle Ausgabe stammt aus Juni 2023 und ersetzt die Fassung von November 2017.
Der Katalogeintrag dieser Norm enthält eine Ausschlussliste, und in ihr steht ein Punkt, der die Sache entscheidet: Die Norm gilt nicht für Reinigungsgeräte nach IEC 60335-2-79. Ausgeschlossen sind außerdem Bodenbehandlungs- und Nassschrubbmaschinen, dauerhaft an einem Gebäude befestigte Reinigungsgeräte, Geräte für gewerbliche oder industrielle Zwecke und Dampfgeräte für Stoffe. Übrig bleiben elektrische Reinigungsgeräte für den Hausgebrauch mit einer Bemessungsspannung von nicht mehr als 250 Volt, die Oberflächen mit Flüssigkeiten oder Dampf reinigen. Auch Tapetenablöser fallen darunter.
Beide Normen tragen dieselbe Zahlenfamilie und behandeln beide Dampf, aber sie werden von verschiedenen Gremien betreut. Für die 60335-2-79 ist der Unterausschuss mit dem Namen Gewerbliche Bodenreinigungsmaschinen zuständig, für die 60335-2-54 der Unterausschuss Motorische Geräte. Zwei Gremien, zwei Anwendungsbereiche, ein Alltagsbegriff. Wer sagt, die Norm für Dampfreiniger schreibe dies oder jenes vor, muss zuerst sagen, von welchem Gerät er spricht.
Praktisch heißt das: Für ein Gerät mit Druckkessel im Sinne der 2-79 ist diese einschlägig, für ein handgeführtes Haushaltsgerät außerhalb ihres Anwendungsbereichs die 60335-2-54. Beide sind Sicherheitsnormen, keine von beiden enthält im öffentlich einsehbaren Teil eine Messvorschrift für einen beworbenen bar-Wert. Welche Handgeräte am Markt überhaupt eine Druckangabe führen und welche keine, ist im Vergleich der handgeführten Kompaktgeräte Gerät für Gerät aufgeschlüsselt.
Wo eine Messvorschrift tatsächlich steht und warum sie erst bei 25 bar beginnt
Die Aussage, es gebe überhaupt keine Definition des Betriebsdrucks, wäre falsch. Es gibt eine, und sie ist erstaunlich genau. Sie steht in der DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.36, Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern. Das ist eine Regel der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für den Arbeitsschutz, also für Beschäftigte im Betrieb und nicht für den Privathaushalt. Sie ist trotzdem aufschlussreich, weil sie zeigt, wie die Größe aussieht, um die es geht, wenn jemand sie verbindlich festlegt.
Die Begriffsbestimmungen des Kapitels definieren den Betriebsüberdruck als den Überdruck, der sich bei einem Volumenstrom mit der dazugehörigen Düse am Druckerzeuger einstellt. Drei Bedingungen in einem Satz: eine bestimmte Düse, ein laufender Volumenstrom und ein festgelegter Messort. Der zulässige Betriebsüberdruck ist davon getrennt definiert als der Überdruck, bis zu dem die Maschine funktionsfähig ist und aus sicherheitstechnischen Gründen betrieben werden darf. Dazu kommt eine dritte Größe, das Druckförderprodukt, gebildet aus dem zulässigen Betriebsüberdruck in bar und dem Volumenstrom in Litern je Minute.
Genau diese Präzision fehlt der Angabe auf dem Karton. Kein Anbieter im Haushaltssegment nennt eine Düse, keiner einen Volumenstrom, keiner einen Messort in diesem Sinne. Der Grund ist banal: Die Regel gilt für Flüssigkeitsstrahler, deren zulässiger Betriebsüberdruck 25 bar und mehr beträgt oder deren Druckförderprodukt die Zahl 10000 erreicht oder übersteigt. Ein Haushaltsdampfreiniger mit vier bar erfüllt weder das eine noch das andere Kriterium.
Die Pointe liegt in einem Detail des Anwendungsbereichs. In der Aufzählung der erfassten Maschinen stehen Heißwasser-Hochdruckreiniger, Hochdruckreiniger mit Dampfstufe und ausdrücklich auch Dampfreiniger. Die Regel kennt das Gerät also, sie beginnt nur oberhalb der Druckklasse, in der sich der Haushalt bewegt. Damit ergibt sich ein klares Bild: Eine belastbare Definition des Betriebsdrucks existiert in Deutschland, und sie setzt exakt dort ein, wo die Produktnorm die Obergrenze für Dampfreiniger zieht. Unterhalb dieser Linie liegt die Angabe im Ermessen des Anbieters.
Was der Druck physikalisch bewirkt: die Sattdampfkurve
Physikalisch ist der Zusammenhang eindeutig, und er ist der einzige Teil dieses Themas, der sich ohne Herstellerangabe belegen lässt. In einem geschlossenen Behälter, in dem flüssiges Wasser und Dampf nebeneinander stehen, gehören Druck und Temperatur untrennbar zusammen. Jedem Druck entspricht genau eine Siedetemperatur. Die Wertepaare stehen in der Wasserdampftafel, die in jedem Thermodynamik-Kurs behandelt wird; die hier verwendeten Zahlen stammen aus dem Tafelwerk eines Hochschulskripts und beruhen auf dem internationalen Standard IAPWS95.
Ein Hinweis zur Lesart ist nötig, und er ist zugleich eine weitere Lücke in den Produktangaben. Ein bar kann Überdruck gegenüber der Atmosphäre bedeuten oder Absolutdruck. Bei technischen Angaben zu Kesseln ist üblicherweise Überdruck gemeint, und die Arbeitsschutzregel spricht ausdrücklich vom Betriebsüberdruck. Kein Hersteller im Haushaltssegment sagt es dazu. Für die folgende Übersicht ist Überdruck angenommen, weil das der Konvention entspricht; wären die Werte absolut gemeint, lägen die Temperaturen jeweils rund neun Grad niedriger.
| Überdruck im Kessel | Absolutdruck | Siedetemperatur des Wassers | Wo dieser Wert vorkommt |
|---|---|---|---|
| kein Überdruck, offener Topf | 1,013 bar | 100 Grad Celsius | Der Bezugspunkt. Wasser siedet bei Normaldruck bei 100 Grad, und genau diese Temperatur nennt Kärcher für den Dampfaustritt an der Düse. |
| 3,0 bar | rund 4,0 bar | rund 144 Grad Celsius | Der Wert aus der Betriebsanleitung des Kärcher SC 1, dort als maximaler Betriebsdruck von 0,3 Megapascal beziffert. |
| 3,2 bar | rund 4,2 bar | rund 145 Grad Celsius | Der niedrigste Wert, der sich in einer aktuellen Betriebsanleitung dieser Marke findet: 0,32 Megapascal beim SC 2 EasyFix. |
| 3,5 bar | rund 4,5 bar | rund 148 Grad Celsius | Die meistgenannte Angabe im Kesselgerätesegment, in der Anleitung zum SC 3 Deluxe als 0,35 Megapascal geführt. |
| 4,0 bar | rund 5,0 bar | rund 152 Grad Celsius | Die Zahl, mit der Polti bei drei Modellen wirbt und die auch bei Kärcher an der Spitze der Baureihe steht. |
| 4,2 bar | rund 5,2 bar | rund 153 Grad Celsius | Der höchste Wert, der in einer Haushaltsanleitung dieser Marke steht: 0,42 Megapascal beim SC 5 EasyFix. |
| 25 bar | rund 26 bar | rund 226 Grad Celsius | Die Obergrenze, die Produktnorm für Dampfreiniger zieht. Oberhalb davon beginnt in derselben Norm der Hochdruckreiniger. |
Die Übersicht erklärt, warum ein Dampfreiniger überhaupt mit Druck arbeitet. Ohne Überdruck siedet Wasser bei 100 Grad, und mehr geht nicht. Mit vier bar Überdruck steht im Kessel Wasser von rund 152 Grad, ohne zu verdampfen, und der Dampf darüber hat dieselbe Temperatur. Dieses Temperaturreservoir ist der eigentliche Zweck des Kessels. Der Druck ist Mittel, die Temperatur ist Zweck.
Zugleich zeigt sie, wie wenig zwischen den Marktangeboten liegt. Von drei auf 4,2 bar Überdruck steigt die Siedetemperatur um rund neun Grad. Vom kleinsten zum größten Haushaltsgerät eines Anbieters ändert sich der Zustand im Kessel also spürbar weniger, als die Zahlen auf der Verpackung nahelegen. Bei 25 bar, der Obergrenze der Produktnorm, wären es dagegen rund 226 Grad, und das ist eine ganz andere Maschine.
160 Grad im Kessel, 84 Grad am Reinigungsobjekt
Die entscheidende Frage lautet, wie viel von der Kesseltemperatur an der Fläche ankommt. Dazu liefert ausgerechnet ein Gerätehersteller die offensten Zahlen im ganzen Feld. In seiner allgemeinen Fragenliste zu Dampfreinigern beantwortet Kärcher die Frage nach der Dampftemperatur dreistufig: im Kessel etwa 160 Grad Celsius, direkt an der Düse 100 Grad, am Reinigungsobjekt je nach Entfernung noch etwa 84 Grad.
Diese Staffelung ist physikalisch plausibel und erklärt sich mit der Entspannung. Solange der Dampf im Kessel eingeschlossen ist, hält der Druck ihn auf hoher Temperatur. Sobald das Ventil öffnet, strömt er nach außen, entspannt auf Atmosphärendruck und kann dabei nicht heißer bleiben als der Zustand, den dieser Druck zulässt. Der Rest ist Weg: Schlauch, Rohr und Düse geben Wärme ab, und zwischen Düse und Fläche liegt Luft.
Aufschlussreich ist eine Rechnung, die diese Angaben mit der Sattdampftafel zusammenbringt. Für gesättigten Dampf von 160 Grad wäre ein Absolutdruck von rund 6,2 bar nötig, also gut fünf bar Überdruck. Beworben werden aber vier. Beide Angaben desselben Anbieters lassen sich nur zusammenbringen, wenn entweder der Dampf im Kessel überhitzt ist, was der Hersteller mit dem Begriff Trockendampf andeutet, oder wenn die Temperaturangabe eine gerundete Größenordnung meint. Aufgelöst wird der Punkt nirgends, und er ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wenig belastbar Einzelzahlen aus der Produktkommunikation sind.
Für die Praxis bleibt die Konsequenz einfach. Was auf einer Fläche wirkt, ist der Wärmeeintrag je Fläche und Zeit, und der hängt an der Dampfmenge, am Abstand, an der Führungsgeschwindigkeit und am Tuch. Die Herstellerangaben zur Keimreduktion sind an genau diese Bedingungen gebunden und nicht an den Kesseldruck; welche Zahlen dort mit welcher Belegtiefe stehen, arbeitet der Ratgeber zur 99,9-Prozent-Angabe im Wortlaut auf.
Druckkessel oder offener Tank: die Bauform hinter dem bar-Wert
Hier liegt der Befund, der im ganzen Feld selten ausgesprochen wird. Unter dem Wort Dampfreiniger werden zwei grundverschiedene Konstruktionen verkauft, und die bar-Angabe ist das zuverlässigste Merkmal, an dem sich beide unterscheiden lassen. Die eine hat einen geschlossenen Druckkessel mit Sicherheitsverschluss, die andere einen offenen Tank mit Durchlauferhitzer. Was aus dieser Zweiteilung für Aufheizzeit, Nachfüllen und die Gerätewahl folgt, führt der Hauptartikel zu Dampfreinigern und ihren zwei Konstruktionen aus.
| Merkmal | Druckkessel mit Sicherheitsverschluss | Offener Tank mit Durchlauferhitzer |
|---|---|---|
| Wie der Dampf entsteht | Ein geschlossener Kessel wird gefüllt und aufgeheizt. Der entstehende Dampf kann nicht entweichen, deshalb steigt der Druck im Kessel, bis der Druckregler die Heizung abschaltet. | Ein offener Tank gibt Wasser portionsweise an einen Durchlauferhitzer ab. Verdampft wird nur die Menge, die gerade durchläuft, und der Dampf tritt sofort aus. |
| Ob ein bar-Wert existiert | Ja. Er ist die Konsequenz der Bauart und steht in der Betriebsanleitung als maximaler Betriebsdruck in Megapascal. | Nein. Es gibt keinen geschlossenen Raum, in dem sich Druck aufbauen könnte, und deshalb auch keine Zeile dafür im Datenblatt. |
| Aufheizzeit | Minuten. Die Betriebsanleitungen nennen drei Minuten für den SC 1 und den SC 5 EasyFix und 6,5 Minuten für den SC 2 EasyFix. | Sekunden. Für Geräte dieser Bauart werden zehn bis dreißig Sekunden angegeben, weil nur eine kleine Wassermenge erhitzt werden muss. |
| Nachfüllen im Betrieb | Nicht möglich. Der Verschluss lässt sich erst öffnen, wenn kein Druck mehr ansteht. Die Anleitung verlangt ausdrücklich, das Gerät vorher abkühlen zu lassen. | Möglich. Der Tank ist drucklos und kann während der Arbeit nachgefüllt werden, was die Anbieter dieser Bauart auch ausdrücklich bewerben. |
| Verschluss | Sicherheits- oder Wartungsverschluss. Er verschließt den Kessel gegen den anstehenden Druck und ist laut Anleitung zugleich ein Überdruckventil. | Einfacher Deckel oder Einfüllöffnung ohne Druckfunktion. Ein Überdruckventil ist nicht nötig, weil kein Überdruck entsteht. |
| Dampfmenge je Minute | In den Anleitungen beziffert: 35 bis 60 Gramm je Minute im Dauerbetrieb, bis zu 150 Gramm beim Dampfstoß. | Meist nicht beziffert. Wo eine Angabe existiert, steht sie im Verkaufstext und nicht in einem technischen Dokument. |
| Typische Geräte | Bodenstehende Kesselgeräte mit Schlauch, dazu ein Teil der Handgeräte, etwa der klassische Kärcher SC 1. | Dampfbesen und Dampfmopps, dazu die neueren Handgeräte mit Sekunden-Aufheizzeit und nachfüllbarem Tank. |
| Was der Käufer mitkauft | Den bar-Wert, die längere Aufheizzeit, das drucklose Nachfüllen und einen Kessel, der im Betrieb unter Druck steht. | Den schnellen Start und das Nachfüllen im Betrieb, dafür keine Druckangabe und in der Regel eine kürzere Reichweite je Füllung. |
Der Beleg für diese Zuordnung steckt in den Dokumenten desselben Herstellers. Die Betriebsanleitung des klassischen Kärcher SC 1 nennt einen maximalen Betriebsdruck von 0,3 Megapascal, also genau die drei bar aus dem Verkaufstitel. Die gemeinsame Anleitung der neueren Multi-Baureihe führt weder bar noch Megapascal. Bei den aufrecht geführten Bodengeräten fehlt die Zeile durchgängig, und an fünf geprüften Primärquellen aus dem Dampfbesen-Segment kam das Wort Druck teilweise überhaupt nicht vor.
Noch deutlicher wird es an einer Stelle, an der Hersteller die Bauformen selbst auseinanderhält. In den Sicherheitshinweisen der SC-Reihe steht der Satz, es bestehe Verbrühungsgefahr bei heißem Dampfkessel und man solle den Kessel vor dem Einfüllen von Wasser abkühlen lassen. Direkt dahinter folgt eine Einschränkung: Der Hinweis betrifft die Geräte der Baureihe SC 3 nicht. Genau diese Modelle arbeiten mit einem permanent nachfüllbaren Wassertank, und genau deshalb gilt die Warnung für sie nicht.
Sachlich, nicht dramatisch: Bei einem Kesselgerät steht der Kessel im Betrieb unter Druck. Die Betriebsanleitungen verlangen deshalb, den Wartungs- oder Sicherheitsverschluss niemals während des Betriebs zu öffnen und das Gerät vor dem Nachfüllen abkühlen zu lassen. Bei einem Modell ist derselbe Verschluss zugleich ein Überdruckventil: Fällt der Druckregler aus und steigt der Dampfdruck, öffnet das Ventil und Dampf tritt kontrolliert nach außen aus. Ergänzend nennen die Hinweise Verbrühungsgefahr durch den Strahl aus kurzer Entfernung, durch heiße Bodentücher und Handüberzüge sowie das Verbot, Druckbehälter zu bedampfen, weil Berst- und Explosionsgefahr besteht. Nichts davon ist exotisch, alles davon ist vermeidbar.
Damit ist die Kernaussage dieses Ratgebers ausgesprochen: Dieselbe Konstruktion, die den bar-Wert erzeugt, verursacht auch den am häufigsten kritisierten Nachteil. Wer gezielt nach bar sucht, sucht implizit ein Kesselgerät und nimmt die längere Aufheizzeit und das drucklose Nachfüllen in Kauf, ohne dass ihm das jemand sagt. Wer stattdessen den Sekundenstart und das Nachfüllen im Betrieb will, findet die passenden Bodengeräte im Vergleich der aufrecht geführten Dampfbesen nach genau diesen Arbeitsmerkmalen sortiert.
Was die Betriebsanleitungen hergeben: 0,30 bis 0,42 Megapascal
Die belastbarste Datenquelle zu diesem Thema ist frei zugänglich und wird selten benutzt. Betriebsanleitungen sind technische Dokumente mit einer vollständigen Tabelle am Ende, und sie stehen bei den großen Anbietern als Datei im Netz. Die folgende Übersicht enthält sechs Dampfreiniger einer Marke und zum Vergleich einen Hochdruckreiniger desselben Hauses, jeweils mit der Dokumentnummer, unter der sich die Angaben nachschlagen lassen.
| Gerät | Technisches Dokument | Angabe im Dokument | Umgerechnet | Aufheizzeit | Dampfmenge |
|---|---|---|---|---|---|
| Kärcher SC 1 | Betriebsanleitung 59668050 | 0,30 Megapascal | 3,0 bar | 3 Minuten | 35 Gramm je Minute im Dauerbetrieb, 80 Gramm beim Dampfstoß |
| Kärcher SC 2 EasyFix | Betriebsanleitung 59511420 | 0,32 Megapascal | 3,2 bar | 6,5 Minuten | 40 Gramm je Minute im Dauerbetrieb, 100 Gramm beim Dampfstoß |
| Kärcher SC 3 Deluxe | Betriebsanleitung 97699910 | 0,35 Megapascal | 3,5 bar | 30 Sekunden | 40 Gramm je Minute im Dauerbetrieb, 100 Gramm beim Dampfstoß |
| Kärcher SC 5 EasyFix | Betriebsanleitung 59511470 | 0,42 Megapascal | 4,2 bar | 3 Minuten | 60 Gramm je Minute im Dauerbetrieb, 150 Gramm beim Dampfstoß, 250 Gramm in der Vapohydro-Stufe |
| Kärcher SC 1 Multi und Up | Betriebsanleitung 59512800 | keine Angabe im Dokument | keine Angabe im Dokument | 30 Sekunden laut Herstellerangabe | keine Angabe im Dokument |
| Kärcher SC 2 Upright | Betriebsanleitung 97740570 | keine Angabe im Dokument | keine Angabe im Dokument | die technische Tabelle führt keine Druckzeile | keine Angabe im Dokument |
| Kärcher K 5 Full Control, ein Hochdruckreiniger | Betriebsanleitung 59671450 | 12,5 Megapascal Arbeitsdruck, 14,5 Megapascal maximal zulässig | 125 bar, maximal 145 bar | entfällt, das Gerät heizt nicht | 7,5 Liter Wasser je Minute, maximal 8,3 Liter |
Der erste Befund ist die Einheit. In keinem einzigen dieser Dokumente steht bar. Die technische Tabelle nennt durchgängig Megapascal, weil das die im internationalen Normenwerk übliche Einheit für Druck ist. Ein Megapascal sind zehn bar. Die bar-Angabe auf der Verpackung ist damit eine Umrechnung für den Handel und nicht der Wert, mit dem der Hersteller in seinen technischen Unterlagen arbeitet.
Der zweite Befund widerlegt die naheliegendste Erwartung. Der Druck sagt die Aufheizzeit nicht voraus. Das Gerät mit 0,35 Megapascal ist nach 30 Sekunden bereit, das Gerät mit dem niedrigeren Wert von 0,32 Megapascal braucht 6,5 Minuten, also das Dreizehnfache. Der Unterschied liegt nicht am Druck, sondern daran, wie viel Wasser aufgeheizt werden muss und wie das Nachfüllsystem gebaut ist. Wer nach dem höchsten bar-Wert filtert, filtert damit weder nach Schnelligkeit noch nach Komfort.
Der dritte Befund betrifft die Spannbreite. Zwischen dem kleinsten und dem größten Haushaltsgerät der Reihe liegen 0,12 Megapascal, also 1,2 bar. Zwischen dem größten Dampfreiniger und dem Hochdruckreiniger derselben Marke liegen dagegen zwölf Megapascal. Das ist der Maßstab, in dem die Zahl gelesen werden sollte: Innerhalb des Dampfreinigermarkts ist bar eine sehr feine Skala, zwischen den Gerätearten eine sehr grobe.
Dampfmenge in Gramm je Minute: die brauchbarere Zahl
Wenn der Druck die Reinigungswirkung nicht beschreibt, welche Zahl tut es dann? Die naheliegende Antwort steht in denselben Betriebsanleitungen, nur eine Zeile tiefer. Sie heißt Dauerdampfen und wird in Gramm je Minute angegeben. Die belegten Werte liegen bei 35 Gramm für das kleine Handgerät, 40 Gramm für zwei mittlere Modelle und 60 Gramm für das größte Kesselgerät der Reihe. Beim Dampfstoß, also beim kurzen Maximalausstoß, stehen 80, 100 und 150 Gramm je Minute; ein Gerät nennt für seine höchste Stufe sogar 250 Gramm.
Diese Größe hat mehrere Vorteile gegenüber dem Druck. Sie beschreibt, was das Gerät tatsächlich abgibt, und nicht einen Zustand im Inneren. Sie ist eine Rate und lässt sich deshalb direkt auf Fläche und Zeit beziehen: Wer eine Bodendüse in gleichmäßigem Tempo führt, verteilt eine bestimmte Menge Dampf je Quadratmeter, und diese Menge entscheidet über den Wärmeeintrag. Und sie spreizt sich deutlicher als der Druck. Zwischen 35 und 60 Gramm je Minute liegt ein Faktor von rund 1,7; zwischen drei und 4,2 bar liegt ein Faktor von 1,4, der sich in der Kesseltemperatur zudem stark abflacht.
Umso bemerkenswerter ist, wo diese Zahl nicht steht. Auf der deutschen Übersichtsseite für Dampfreiniger desselben Herstellers kam die Einheit Gramm je Minute am Datenstand kein einziges Mal vor. Auch ein bar-Wert war im sichtbaren Text dieser Übersicht nicht zu finden. Hervorgehoben wurden dort stattdessen andere Merkmale: die Art des Tanks, die Aufheizzeit und je nach Modell der Bügeleisenanschluss oder die Entkalkungskartusche. Der Hersteller, den der Handel mit vier bar bewirbt, führt den Druck auf seiner eigenen Übersichtsseite also gar nicht.
Das ist kein Vorwurf, sondern ein Hinweis auf die Arbeitsteilung im Markt. Der bar-Wert lebt vor allem in Verkaufstiteln, Filterlisten und Vergleichstabellen des Handels, weil er sich sortieren lässt. Die Größen, die der Hersteller selbst nach vorn stellt, sind andere. Wer eine Kaufentscheidung treffen will, ist besser bedient, wenn er die technische Tabelle der Betriebsanleitung liest, denn dort stehen Heizleistung, Betriebsdruck, Aufheizzeit, Dampfmenge, Füllmengen und Gewicht auf einer einzigen Seite nebeneinander.
Vier bar gegen 125 bar: warum der Hochdruckreiniger ein anderes Gerät ist
Die Verwechslung liegt nahe, weil beide Geräte im Elektromarkt nebeneinanderstehen, beide von denselben Marken kommen und beide mit bar beworben werden. Tatsächlich sind es zwei verschiedene Wirkprinzipien, und das lässt sich an den Zahlen zeigen. Die Betriebsanleitung eines verbreiteten Haushalts-Hochdruckreinigers nennt einen Arbeitsdruck von 12,5 Megapascal und einen maximal zulässigen Druck von 14,5 Megapascal, also 125 und 145 bar, dazu eine Fördermenge von 7,5 Litern Wasser je Minute.
Beim Hochdruckreiniger leistet der Druck die Arbeit. Der Wasserstrahl trifft mit hoher Geschwindigkeit auf die Fläche und löst mechanisch, was dort haftet. Deshalb ist der Druck dort die zentrale Kenngröße, deshalb nennt die Anleitung zwei getrennte Druckangaben, und deshalb gibt es eine Sicherheitseinrichtung, die genau diese Größe überwacht: Ein Überströmventil mit Druckschalter verhindert laut Anleitung eine Überschreitung des zulässigen Arbeitsdrucks. Der Vergleich zum Dampfreiniger fällt eindeutig aus: 125 bar sind rund das Einunddreißigfache von vier bar.
Beim Dampfreiniger leistet dagegen die Wärme die Arbeit. Der Druck ist nur das Mittel, mit dem sich Wasser über 100 Grad hinaus erhitzen lässt, ohne zu verdampfen. Entsprechend nennt die Anleitung dort nur eine einzige Druckangabe, nämlich den maximalen Betriebsdruck, und keinen Arbeitsdruck. Es gibt keinen Wert für den Zustand während der Arbeit, weil er für die Wirkung nicht maßgeblich ist.
Wer diesen Unterschied verinnerlicht hat, liest die Suchbegriffe anders. Anfragen nach acht, neun oder zehn bar zielen auf eine Vorstellung von Kraft, die zum Hochdruckreiniger gehört und nicht zum Dampfgerät. Geräte in dieser Druckklasse gibt es tatsächlich, sie stehen aber im Gewerbe- und Werkstattsegment und sind anders gebaut, anders bedient und anders bepreist. Im Haushalt endet die belegbare Skala bei 0,42 Megapascal. Ob der eigene Bodenbelag Dampf überhaupt verträgt, ist für die Kaufentscheidung ohnehin wichtiger als jede Druckzahl; welche Bodenhersteller was erlauben und was untersagen, steht im Ratgeber zu Dampf auf Laminat, Vinyl und Parkett im Wortlaut.
Eine bar-Angabe in sechs Schritten selbst einordnen
Die Belastbarkeit einer Druckangabe lässt sich in wenigen Minuten prüfen, und zwar bei jeder Marke. Die folgende Reihenfolge hat sich bei der Auswertung für diesen Beitrag bewährt; sie führt bei allen untersuchten Geräten zu einem eindeutigen Ergebnis.
- 1Nachsehen, ob der Wert überhaupt einen Ort nennt. Kesseldruck, Boilerdruck und Betriebsdruck benennen die Stelle, an der gemessen wird. Dampfdruck und der blanke Zahlenwert tun das nicht. Ohne Ortsangabe ist die Zahl mit der eines anderen Anbieters nicht vergleichbar.
- 2Die Betriebsanleitung des Geräts suchen und die technische Tabelle aufschlagen. Bei den großen Anbietern steht dort maximaler Betriebsdruck in Megapascal. Ein Megapascal sind zehn bar, 0,35 Megapascal also 3,5 bar. Fehlt die Zeile, hat das Gerät konstruktiv keinen Kesseldruck.
- 3Prüfen, ob dieselbe Anleitung eine Dampfmenge in Gramm je Minute führt. Diese Zahl beschreibt, wie viel Dampf tatsächlich austritt, und sie unterscheidet die Geräte deutlicher als der Druck. Die belegten Werte reichen im Haushalt von 35 bis 60 Gramm je Minute.
- 4Die Aufheizzeit danebenlegen. Minuten deuten auf einen Druckkessel, Sekunden auf einen Durchlauferhitzer. Wer einen bar-Wert findet und trotzdem Sekunden liest, sollte genauer hinsehen, denn dann stammt eine der beiden Angaben vermutlich nicht aus einem technischen Dokument.
- 5Klären, wie nachgefüllt wird. Steht in der Anleitung, dass das Gerät vor dem Einfüllen abkühlen muss und der Verschluss nicht unter Druck geöffnet werden darf, ist es ein Kesselgerät. Lässt sich der Tank im Betrieb füllen, ist es keines.
- 6Zum Schluss die Zahl ins Verhältnis setzen. Vier bar Überdruck heben die Siedetemperatur des Kesselwassers auf rund 152 Grad. An der Düse tritt der Dampf laut Hersteller mit 100 Grad aus, am Reinigungsobjekt kommen je nach Abstand rund 84 Grad an. Der Kesseldruck bleibt im Kessel.
Ein Wort zur Grenze dieses Verfahrens: Es prüft die Nachvollziehbarkeit einer Angabe, nicht ihre Richtigkeit. Ein Wert, der in einer Betriebsanleitung steht, ist nachschlagbar und damit belastbarer als eine Zahl im Verkaufstitel. Ob der Kessel den angegebenen Druck im Betrieb tatsächlich erreicht, lässt sich ohne Messtechnik nicht feststellen, und ohne gemeinsame Messvorschrift wäre selbst eine eigene Messung mit der Herstellerangabe nicht vergleichbar.
Die zweite Grenze betrifft die Marken ohne Dokumentation. Bei mehreren Anbietern aus dem Handelssegment existiert außerhalb der Verkaufsseite kein einziges technisches Dokument. Dort stehen bar-Werte im Titel, gelegentlich in zwei Einheiten nebeneinander, und niemand kann sie prüfen. Aus dem Fehlen einer Anleitung folgt nicht, dass die Zahl falsch ist. Es folgt nur, dass sie sich nicht bestätigen lässt.
Die häufigsten Beobachtungen im Alltag und ihre wahrscheinlichen Ursachen sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst. Sie beschreibt technische Zusammenhänge und ersetzt in keinem Fall die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Das Gerät hat vier bar, reinigt aber nicht besser als das alte mit dreieinhalb. | Ein halbes bar Unterschied im Kessel entspricht rund vier Grad Unterschied in der Siedetemperatur des Kesselwassers. An der Fläche kommt davon nichts an, weil der Dampf auf dem Weg über Schlauch und Düse ohnehin auf Umgebungsdruck entspannt und dabei abkühlt. | Die Erwartung an der richtigen Größe festmachen. Was den Unterschied macht, sind Dampfmenge je Minute, Düsenform, Abstand und Führungsgeschwindigkeit. Die ersten beiden stehen im Datenblatt, die letzten beiden liegen in der Hand des Anwenders. |
| Der Dampf wird nach kurzer Zeit schwächer und kommt dann wieder. | Genau so ist die Bauart beschrieben. Der Druckregler schaltet die Heizung bei Erreichen des maximalen Betriebsdrucks ab und bei einem Druckabfall infolge von Dampfentnahme wieder zu. Der beworbene bar-Wert ist der obere Umschaltpunkt und nicht der Wert, der dauerhaft anliegt. | Das Nachlassen ist kein Defekt, sondern der Regelkreis. Wer durchgehend Dampf braucht, achtet nicht auf den bar-Wert, sondern auf die Heizleistung in Watt und auf die angegebene Dampfmenge im Dauerbetrieb. |
| Der Verschluss lässt sich nicht öffnen, obwohl der Tank leer ist. | Im Kessel steht noch Druck. Der Sicherheitsverschluss ist konstruktiv so ausgelegt, dass er sich unter Restdruck nicht lösen lässt. Das ist keine Störung, sondern die Sicherheitsfunktion, die den bar-Wert überhaupt erst zulässig macht. | Gerät ausschalten, Netzstecker ziehen, den Dampfhebel betätigen, bis kein Dampf mehr austritt, und abkühlen lassen. Erst danach öffnen. Die Betriebsanleitung schreibt genau diese Reihenfolge vor. |
| Zwei Angaben zum selben Gerät nennen unterschiedliche Werte. | Verkaufstext und Betriebsanleitung entstehen an verschiedenen Stellen. Der Verkaufstext rundet gern auf eine glatte Zahl, das technische Dokument nennt den berechneten Wert in Megapascal. Vier bar im Text und 0,42 Megapascal in der Anleitung sind kein Widerspruch, aber auch nicht dasselbe. | Im Zweifel gilt das technische Dokument. Die Betriebsanleitungen der großen Anbieter stehen kostenlos im Netz und enthalten eine vollständige Tabelle mit Heizleistung, Betriebsdruck, Aufheizzeit, Dampfmenge und Füllmengen. |
| Die Suche nach einem Gerät mit acht oder zehn bar führt zu nichts Passendem. | Im Haushaltssegment existieren solche Werte praktisch nicht. Die höchste Zahl, die sich in einer Haushaltsanleitung dieses Marktes belegen lässt, sind 0,42 Megapascal. Werte von acht bis zehn bar gehören zu Geräten für Gewerbe und Werkstatt, die anders gebaut, anders bedient und anders bepreist sind. | Prüfen, ob wirklich der Druck gesucht ist oder die Wirkung, die man sich davon verspricht. Für heiße Flächenreinigung entscheidet die Dampfmenge, für die Fuge die Düsenform, für die Reichweite der Tank. |
| Das Handgerät im Angebot nennt drei bar, das Bodengerät gar keinen Wert. | Das liegt nicht am Preis, sondern an der Konstruktion. Handgeräte gibt es in beiden Bauformen, aufrecht geführte Bodengeräte praktisch nur mit Durchlauferhitzer. Wo kein Kessel ist, gibt es keinen Kesseldruck und folglich keine Zahl. | Den bar-Wert als Hinweis auf die Bauart lesen und nicht als Qualitätsmerkmal. Wer Sekundenstart und Nachfüllen im Betrieb will, sucht bewusst ein Gerät ohne bar-Angabe. |
Wer diese Punkte durchgeht, kommt regelmäßig zu demselben Ergebnis: Der bar-Wert ist ein brauchbarer Hinweis auf die Bauart und ein schlechter Maßstab für die Leistung. Er beantwortet die Frage, ob ein Druckkessel eingebaut ist. Er beantwortet nicht die Frage, wie sauber die Fläche danach ist.
Häufige Fragen zur bar-Angabe beim Dampfreiniger
Was bedeuten 4 bar bei einem Dampfreiniger?
Sie bedeuten, dass im geschlossenen Dampfkessel des Geräts ein Überdruck von vier bar aufgebaut wird, bevor der Druckregler die Heizung abschaltet. Vier bar Überdruck heben die Siedetemperatur des Wassers im Kessel auf rund 152 Grad Celsius; ohne Überdruck läge sie bei 100 Grad. Der Wert beschreibt damit einen Zustand im Inneren des Geräts. Er sagt nichts darüber, mit welchem Druck oder welcher Temperatur der Dampf an der zu reinigenden Fläche ankommt, denn auf dem Weg über Schlauch und Düse entspannt der Dampf auf Umgebungsdruck. Der Hersteller mit den offensten Temperaturangaben beziffert die Düsentemperatur mit 100 Grad und die Temperatur am Reinigungsobjekt je nach Abstand mit rund 84 Grad. Zwischen Kesselwert und Wirkort liegen also mehrere Schritte, die keine Produktangabe abbildet.
Gibt es eine Norm, die vorschreibt, wie der beworbene bar-Wert gemessen wird?
Nein. Es gibt eine Sicherheitsnorm, die eine Obergrenze setzt, und das ist etwas anderes. DIN EN 60335-2-79, in der deutschen Fassung auch als VDE 0700-79 geführt, trägt den Titel Besondere Anforderungen für Hochdruckreiniger und Dampfreiniger. Ihr Anwendungsbereich erfasst Dampfreiniger mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr als 100 Litern, einem Bemessungsdruck nicht über 2,5 Megapascal und einem Produkt aus Fassungsvermögen und Bemessungsdruck von höchstens fünf Megapascal mal Liter. Damit ist geregelt, wie groß und wie stark ein Kessel sein darf, damit er sicher ist. Nicht geregelt ist, an welcher Stelle der Druck gemessen wird, bei welchem Durchfluss, mit welcher Düse und in welchem Betriebszustand. Ein Bezug zur Reinigungsleistung wird an keiner Stelle hergestellt. Der vollständige Normtext ist kostenpflichtig und lag für diesen Beitrag nicht vor; zitiert sind ausschließlich Titel und Anwendungsbereich aus dem öffentlich einsehbaren Katalogeintrag.
Warum nennt Kärcher es Dampfdruck und Polti Kesseldruck, wenn beide vier bar meinen?
Weil kein Regelwerk vorschreibt, wie das Feld heißen muss. Ohne Messnorm gibt es auch keine verbindliche Bezeichnung, und jeder Anbieter wählt die Formulierung, die zu seiner Produktsprache passt. In der Auswertung dieses Beitrags stehen fünf Varianten nebeneinander: der blanke Zahlenwert, Dampfdruck, Druck, Hochdruckboiler und maximaler Kesseldruck. Ein weiterer Anbieter nennt 50 psi neben 3,5 bar auf derselben Seite. Nur die Formulierungen mit Kessel oder Boiler benennen überhaupt den Ort. Aus Sicht des Käufers ist das entscheidend, denn ein Kesselwert und ein Wert am Austritt wären zwei völlig verschiedene Größen. Solange nicht dabeisteht, wo gemessen wurde, lassen sich zwei gleich aussehende Zahlen nicht als gleich behandeln.
Warum haben Dampfbesen und viele Handgeräte gar keinen bar-Wert?
Weil sie konstruktiv keinen Kessel haben, in dem sich Druck aufbauen könnte. Bei einem offenen Tank mit Durchlauferhitzer wird nur die Wassermenge verdampft, die gerade durch das Heizelement läuft, und der Dampf tritt sofort aus. Es gibt keinen geschlossenen Raum und damit keinen Kesseldruck. Genau daran hängen die übrigen Eigenschaften dieser Bauform: Aufheizzeiten von zehn bis dreißig Sekunden statt mehrerer Minuten und die Möglichkeit, während der Arbeit nachzufüllen. Belegen lässt sich das an derselben Marke. Die Betriebsanleitung des klassischen Kärcher SC 1 nennt einen maximalen Betriebsdruck von 0,3 Megapascal, die gemeinsame Anleitung der neueren Multi-Baureihe nennt weder bar noch Megapascal. Wer nach bar sucht, sucht also unausgesprochen ein Kesselgerät und nimmt dessen Nachteile in Kauf.
Ist mehr bar automatisch besser?
Nein, und die Datenlage spricht dagegen, den Wert als Rangfolge zu lesen. Die belegten Werte im Haushaltssegment liegen zwischen 0,30 und 0,42 Megapascal, also zwischen drei und 4,2 bar. Über diese ganze Spanne verändert sich die Siedetemperatur im Kessel um weniger als zehn Grad. Zugleich zeigt der Vergleich der Betriebsanleitungen, dass der bar-Wert nicht einmal die Aufheizzeit vorhersagt: Ein Gerät mit 0,35 Megapascal ist nach 30 Sekunden bereit, eines mit 0,32 Megapascal braucht 6,5 Minuten. Was sich im Alltag stärker auswirkt, sind die Dampfmenge je Minute, die Heizleistung, die Form der Düse und die Frage, ob im Betrieb nachgefüllt werden kann. Alle diese Größen stehen in denselben Dokumenten wie der Druck, nur eben nicht auf der Verpackung.
Wie unterscheidet sich das von einem Hochdruckreiniger, wo bar tatsächlich zählt?
Der Unterschied ist eine Größenordnung und ein Wirkprinzip. Die Betriebsanleitung eines verbreiteten Haushalts-Hochdruckreinigers nennt einen Arbeitsdruck von 12,5 Megapascal und einen maximal zulässigen Druck von 14,5 Megapascal, also 125 und 145 bar. Dieselbe Produktnorm, die für Dampfreiniger bei 2,5 Megapascal eine Obergrenze zieht, erfasst Hochdruckreiniger von 2,5 bis 35 Megapascal, also von 25 bis 350 bar. Das ist derselbe Text mit zwei sauber getrennten Anwendungsbereichen. Beim Hochdruckreiniger leistet der Druck die eigentliche Arbeit, weil der Wasserstrahl mechanisch löst; entsprechend nennt die Anleitung dort zwei getrennte Druckangaben und eine Fördermenge in Litern je Minute. Beim Dampfreiniger leistet die Wärme die Arbeit, und der Druck ist nur das Mittel, mit dem sie im Kessel gehalten wird.
Es gibt doch Dampfreiniger mit acht oder zehn bar. Warum finde ich die nicht im Handel?
Weil sie nicht ins Haushaltssegment gehören. Die Produktnorm erlaubt Dampfreinigern bis zu 2,5 Megapascal, also 25 bar; technisch ist zwischen vier und 25 bar reichlich Platz. Genutzt wird dieser Bereich von Geräten für Werkstatt, Fahrzeugaufbereitung, Gastronomie und Gebäudereinigung. Sie sind größer, schwerer, deutlich teurer und auf Dauerbetrieb ausgelegt. Im Haushaltsregal endet die Skala dagegen bei den Werten, die sich in den Betriebsanleitungen belegen lassen, und der höchste davon sind 0,42 Megapascal. Die Suchanfragen nach fünf, sechs, sieben, acht, neun und zehn bar existieren also real, ein passendes Haushaltsangebot dazu weitgehend nicht. Wer nach diesen Zahlen sucht, landet fast zwangsläufig entweder bei Profigeräten oder bei Verkaufstexten, deren Zahl in keinem technischen Dokument steht.
Wie gefährlich ist der Druck im Kessel?
Beherrschbar, solange die Bedienhinweise eingehalten werden, und er ist der Grund für mehrere davon. Die Sicherheitshinweise der Hersteller nennen ausdrücklich Verbrühungsgefahr bei heißem Dampfkessel und verlangen, den Kessel vor dem Einfüllen von Wasser abkühlen zu lassen. Der Wartungs- oder Sicherheitsverschluss darf niemals während des Betriebs geöffnet werden. Bei einem Gerät ist derselbe Verschluss laut Anleitung zugleich ein Überdruckventil: Fällt der Druckregler aus und steigt der Dampfdruck, öffnet das Ventil und Dampf tritt kontrolliert nach außen aus. Dazu kommen Hinweise, die nicht am Kessel hängen, sondern an der Temperatur: den Dampfstrahl nicht aus kurzer Entfernung mit der Hand berühren, Bodentuch und Handüberzug vor dem Anfassen abkühlen lassen und Druckbehälter nicht bedampfen, weil Berst- und Explosionsgefahr besteht. Das sind sachliche Vorgaben und kein Grund, die Bauform zu meiden.
Was dieser Ratgeber nicht beantwortet
- Ob die beworbenen Druckwerte im Einzelfall zutreffen. Geprüft wurde, was die Anbieter angeben und was in ihren technischen Dokumenten steht. Eine eigene Druckmessung hat nicht stattgefunden und wäre ohne gemeinsame Messvorschrift auch nicht vergleichbar. Ein Wert, der in einer Betriebsanleitung steht, ist nachvollziehbar; das ist etwas anderes als bestätigt.
- Was im vollständigen Text der zitierten Normen steht. Beide Normen sind kostenpflichtig und wurden für diesen Beitrag nicht gelesen. Zitiert sind ausschließlich Titel, Anwendungsbereich, Ausschlussliste und Zuständigkeit, wie sie in den öffentlich einsehbaren Katalogeinträgen stehen. Ob im Normtext an anderer Stelle Prüfbedingungen für Druckangaben stehen, ist damit nicht beantwortet.
- Ob eine der Angaben wettbewerbsrechtlich zu beanstanden wäre. Das ist eine juristische Bewertung und braucht Unterlagen, die nicht öffentlich sind. Dokumentiert ist hier ausschließlich, welche Formulierungen verwendet werden, wo sie stehen und welche technischen Dokumente dazu existieren.
- Welche Werte im Gewerbe- und Profisegment üblich sind. Dieser Beitrag betrachtet Geräte für den Privathaushalt. Dass es Dampfgeräte mit acht bis zehn bar gibt, ist naheliegend, weil die Produktnorm bis 25 bar reicht; belegt sind hier aber ausschließlich die Werte aus den ausgewerteten Haushaltsdokumenten.
- Ob die genannten bar-Werte als Überdruck oder als Absolutdruck gemeint sind. Kein geprüfter Anbieter sagt es dazu. Die Rechnungen in diesem Beitrag nehmen Überdruck an, weil das der technischen Konvention entspricht; wären die Angaben absolut gemeint, lägen die zugehörigen Siedetemperaturen jeweils rund neun Grad niedriger.
Autorin: Lena Moritz · Stand: 19.08.2026 · Datenbasiert, kein Hands-on-Test. Die zitierten Werbeaussagen, Datenfelder und Formulierungen stammen aus der Produktkommunikation der jeweiligen Geräteanbieter und wurden am Datenstand aufgerufen. Sie sind Gegenstand der Analyse und kein Beleg dafür, dass eine behauptete Eigenschaft zutrifft. Die technischen Werte zu Betriebsdruck, Aufheizzeit und Dampfmenge stammen aus Betriebsanleitungen, die als technische Dokumente gekennzeichnet und in den Quellen einzeln ausgewiesen sind. Angaben zu Normen beruhen ausschließlich auf öffentlich einsehbaren Katalogeinträgen.
Dieser Ratgeber enthält keine Produktempfehlungen und keine Affiliate-Links. Verweise auf die Vergleichsartikel dieses Bereichs führen zu Seiten, die solche Links enthalten. Er ersetzt nicht die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts. Bei Kesselgeräten steht der Dampfkessel im Betrieb unter Druck; die Hinweise des Herstellers zum Nachfüllen, zum Verschluss und zum Abkühlen sind einzuhalten.

