Die Antwort in einem Satz: Der Vergleich der drei Beamer-Lichtquellen ist keine reine Geschmacksfrage mehr, weil die klassische Quecksilberlampe in der EU stoffrechtlich befristet ist. Herstellung und Einfuhr quecksilberhaltiger Beamer und Ersatzlampen laufen gestaffelt aus, unterhalb von 2.000 Lumen seit dem 25. Februar 2025 und ab 2.000 Lumen aufwärts zum 25. Februar 2027. Beide Termine hängen allerdings an Ausnahmeregelungen, für die Verlängerungsanträge der Industrie laufen und über die am Prüftag nicht entschieden war. Wer heute kauft, entscheidet damit weniger über Bildqualität als über Ersatzteilverfügbarkeit.
Worum es hier geht: Dieser Ratgeber vergleicht drei Lichtquellen, keine Geräte. Er enthält keine Rangliste, keine Kaufliste und keine Bestelllinks. Er stützt sich auf sechs am Datenstand 26.08.2026 einzeln abgerufene Quellen und auf eine eigene Auszählung von 27 an diesem Tag bestellbaren Beamer-Angeboten, deren Regel und Grundgesamtheit weiter unten offengelegt sind. Die Rechtsdetails werden hier nur so weit ausgeführt, wie sie die Technikentscheidung berühren.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Vergleich ist entschieden, aber nicht durch die Bildqualität. Zwischen Lampe, LED und Laser entscheidet inzwischen vor allem, welche Lichtquelle in fünf Jahren noch als Ersatzteil zu bekommen ist. Alles andere ist eine Frage des Raums und des Budgets.
- Es geht um Quecksilber, nicht um Technikmode. Die klassische Beamerlampe ist eine Hochdruck-Quecksilberdampflampe. Die Stiftung Warentest schreibt dazu, ein Großteil der Modelle nutze genau diese Bauart als Lichtquelle.
- Zwei gestaffelte Fristen, kein Verkaufsverbot. Betroffen sind Herstellung und Einfuhr, unterhalb von 2.000 Lumen seit dem 25. Februar 2025, ab 2.000 Lumen aufwärts zum 25. Februar 2027. Der Abverkauf vorhandener Ware bleibt erlaubt, die Weiternutzung ebenfalls.
- Beide Termine sind am Prüftag nicht endgültig. Für beide zugrunde liegenden Ausnahmen im Anhang III der RoHS-Richtlinie liegen Verlängerungsanträge des Branchenverbands LightingEurope vor. Die Anhörung zur Ausnahme für Projektoren ab 2.000 Lumen lief vom 6. Juni bis zum 1. August 2026. Eine Entscheidung war am Datenstand nicht veröffentlicht.
- Solange nicht entschieden ist, bleibt die Ausnahme in Kraft. Das ist der Mechanismus, den der Hersteller Epson in der eigenen Auskunft ausdrücklich beschreibt: Bestehende Ausnahmen, für die ein Verlängerungsantrag gestellt wurde, bleiben gültig, bis die Kommission entschieden hat.
- Die Norm für Projektor-Datenblätter verlangt die Angabe der Lichtquelle. ISO/IEC 21118 führt den Typ der Lichtquelle als Pflichtangabe und nennt als Beispiel wörtlich eine Hochdruck-Quecksilberlampe mit 300 Watt. Die Lebensdauer der Lichtquelle steht in derselben Tabelle nur als freiwillige Angabe.
- Die Praxis hält sich nicht daran. Von 27 am Datenstand bestellbaren Angeboten nennen 17 überhaupt eine Lichtquelle, 11 eine bezifferte Lebensdauer in Stunden. Zwei füllen dasselbe Feld mit 10.000 Tagen und 20.000 Jahren.
- Und keines nennt den Stoff. In keinem der 27 Angebote kommt das Wort Quecksilber vor, weder im Titel noch in den Stichpunkten noch in der Datentabelle. Wer den Rechtsstand kennen will, erfährt ihn im Angebot nicht.
- Die Norm sagt nichts über ANSI-Lumen. Der Begriff kommt im einsehbaren Text von ISO/IEC 21118 kein einziges Mal vor. Die Norm verlangt eine Lichtleistung in Lumen und verweist für das Messverfahren auf einen kostenpflichtigen Anhang und auf IEC 61947-1.
- Diese Seite prüft keine Geräte. Sie liest Quellen, zählt Angebotsangaben aus und legt offen, was sie belegen kann und was offen bleibt. Eine Note, eine Rangfolge oder eine Auszeichnung steht hier nicht.
Warum diese Frage heute anders ausgeht als vor drei Jahren
Über zwanzig Jahre lang war der Vergleich der Beamer-Lichtquellen eine ruhige Angelegenheit. Die Hochdrucklampe war das Maß, weil sie viel Licht für wenig Geld lieferte. Die LED war das Kompromissangebot für kleine, leise, tragbare Geräte. Der Laser war die teure Option für Menschen, die einen Raum ausschließlich als Kino nutzen. Wer abwägte, wog Anschaffungspreis gegen Wartungsaufwand ab, und beides ließ sich in einer Tabelle darstellen.
Diese Abwägung ist seit gut anderthalb Jahren um einen Faktor reicher, der sich nicht wegrechnen lässt. Die klassische Beamerlampe enthält Quecksilber, und Quecksilber ist in der EU ein regulierter Stoff. Was daraus folgt, ist keine Empfehlung und kein Trend, sondern eine Frist. Die Stiftung Warentest hat den Vorgang am 4. November 2024 in einer eigenen Meldung beschrieben und dabei den Kern in einem Satz festgehalten: Quecksilber sei gefährlich für Gesundheit und Umwelt, daher habe die EU vor einigen Jahren ein Herstellungs- und Verkaufsverbot von quecksilberhaltigen Produkten beschlossen, und davon seien auch Beamer betroffen, denn ein Großteil der Modelle nutze Hochdruck-Quecksilberdampflampen als Lichtquelle.
Für die Kaufentscheidung verschiebt das die Reihenfolge der Fragen. Bis vor Kurzem lautete die erste Frage: Wie hell muss es sein, und was darf es kosten? Heute steht davor eine andere: Wird es die Lichtquelle dieses Geräts in fünf Jahren noch geben? Das ist keine Detailfrage, denn eine Lampe ist ein Verschleißteil. Ein Beamer, dessen Lampe niemand mehr nachliefert, ist nicht halb kaputt, sondern ganz. Genau davor warnt die Stiftung Warentest in derselben Meldung, wenn sie schreibt, wer verhindern wolle, dass der eigene Beamer zu Elektroschrott werde, solle rasch Ersatzlampen kaufen.
Der Vollständigkeit halber gehört dazu, was sich nicht geändert hat. Eine Quecksilberlampe wird nicht unsicher, weil eine Frist verstreicht. Sie leuchtet weiter, sie darf weiter genutzt werden, und ein vorhandenes Gerät zu ersetzen, nur weil es eine Lampe hat, ist ökologisch wie ökonomisch meist die schlechtere Entscheidung. Betroffen ist der Nachschub, nicht der Bestand. Alle weiteren Fragen rund um Geräteklassen, Auflösung und Aufstellung stehen im Überblick des Bereichs, dem Beamer-Hub mit allen Ratgebern und Vergleichen, und werden hier bewusst nicht wiederholt.
Diese Seite bleibt deshalb beim Technikvergleich. Sie erklärt, was die drei Lichtquellen unterscheidet, was davon im Alltag ankommt und was in den Angeboten darüber steht. Der Rechtsstand kommt vor, weil er die Entscheidung trägt, aber er wird hier nur in dem Umfang ausgeführt, den man für die Kaufentscheidung braucht. Die vollständige Chronologie der Fristen, der Anträge und der betroffenen Geräteklassen gehört auf eine eigene Seite und nicht in einen Technikvergleich.
Der Rechtsstand am Prüftag, so weit er belegbar ist
Die beiden Termine sind schnell genannt. Ab dem 25. Februar 2025 sollte es nicht mehr erlaubt sein, quecksilberhaltige Beamer oder Ersatzlampen mit weniger als 2.000 Lumen herzustellen oder zu importieren. Ab dem 25. Februar 2027 soll dasselbe für Geräte und Lampen ab 2.000 Lumen aufwärts gelten. Beide Sätze stehen so in der Meldung der Stiftung Warentest, und beide betreffen ausdrücklich Herstellung und Einfuhr. Ein Abverkauf bereits produzierter oder importierter Beamer und Lampen ist Händlern auch nach diesen Terminen erlaubt, und Besitzerinnen und Besitzer dürfen ihre Geräte weiterhin nutzen.
Weniger schnell erklärt ist, worauf diese Termine beruhen. Die Rechtsgrundlage, die man dabei am häufigsten liest, ist die EU-Quecksilberverordnung. Die Termine selbst stehen jedoch nicht dort, sondern im Anhang III der RoHS-Richtlinie über Stoffbeschränkungen in Elektrogeräten. Dieser Anhang listet befristete Ausnahmen vom allgemeinen Quecksilberverbot, und eine davon gilt genau für Projektorlampen. Die zuständige Fachstelle der EU-Kommission führt die Ausnahme unter der Kennung 4(f)-II mit dem Wortlaut, dass Quecksilber in Hochdruck-Quecksilberdampflampen erlaubt ist, die in Projektoren mit einer geforderten Lichtleistung ab 2.000 Lumen eingesetzt werden. Ihr Ablaufdatum ist dort mit dem 24. Februar 2027 angegeben. Die Nachbarausnahme 4(f)-I, unter die lichtschwächeren Geräte fallen, ist mit dem 24. Februar 2025 datiert.
Damit ist die Lage präziser, aber auch komplizierter. Die Stiftung Warentest hat diese Komplikation bereits 2024 benannt und dafür den Beamer-Fachmann Michael B. Rehders zitiert, der wörtlich erklärte, die Industrie habe einen Antrag bei der EU gestellt, die Deadline über den 24. Februar 2025 hinaus zu verlängern, und über diesen Antrag sei seines Wissens bisher nicht final entschieden worden. Rehders nannte dort auch die beiden möglichen Ausgänge: eine Verlängerung um bis zu fünf Jahre, oder eine Ablehnung mit einer anschließenden Übergangsfrist von zwölf bis achtzehn Monaten.
Am Datenstand dieser Seite lässt sich dazu Folgendes belegen und nichts darüber hinaus. Beide Ausnahmen sind Gegenstand von Verlängerungsanträgen des europäischen Branchenverbands LightingEurope. Der Antrag zur Ausnahme 4(f)-I wurde in einem Prüfvorhaben behandelt, dessen Anhörung im Sommer 2025 lief. Der Antrag zur Ausnahme 4(f)-II trägt als Datum der Einreichung den August 2025; die zugehörige öffentliche Anhörung lief vom 6. Juni bis zum 1. August 2026 und ist seit dem 2. August 2026 geschlossen. Zwölf Stellungnahmen von Herstellern und Lampenlieferanten sind dort veröffentlicht. Eine Entscheidung der Kommission über einen der beiden Anträge war am Datenstand nicht auffindbar.
Der entscheidende Punkt für Kaufende ist deshalb nicht der Termin, sondern die Wirkung des laufenden Antrags. Sie steht am klarsten in der Auskunft eines betroffenen Herstellers. Epson schreibt dazu, eine Entscheidung über eine solche Ausnahme dauere derzeit achtzehn bis vierundzwanzig Monate ab dem Datum des Antrags, und bestehende Ausnahmen, für die ein Verlängerungsantrag gestellt wurde, blieben gültig, bis die Kommission eine Entscheidung getroffen habe. Als möglichen Ausgang nennt dieselbe Auskunft entweder ein neues Ablaufdatum bis 2032 oder, im Fall einer Ablehnung, eine Übergangsfrist, die dort auf Mitte 2028 bis Anfang 2029 geschätzt wird.
Was aus alledem sicher ist: Die Richtung stimmt, die Termine nicht. Der Ausstieg aus der Quecksilberlampe ist beschlossen, aber sein Zeitpunkt ist beweglich, und wer ein Datum als feststehend darstellt, überzeichnet den Befund. Für die Technikentscheidung ändert das erstaunlich wenig, denn die Unsicherheit betrifft nur die Frage, ob der Nachschub zwei Jahre früher oder fünf Jahre später versiegt. Dass er versiegt, steht in keiner der geprüften Quellen infrage.
Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss dieses Abschnitts: Der amtliche Volltext der EU-Quecksilberverordnung war über das offizielle Rechtsportal am Prüftag nicht abrufbar, weder als Seite noch als PDF. Belegbar sind deshalb die Fristen, ihre Zuordnung zu den Ausnahmen des Anhangs III und der Stand der Anträge, nicht aber der Verordnungswortlaut selbst. Bemerkenswert ist zudem, dass die Quellen sich in der Zuordnung uneinig sind: Ein Hersteller vertritt ausdrücklich die Auffassung, Projektorlampen unterlägen keinen Beschränkungen der Quecksilberverordnung und die Ausnahme der RoHS-Richtlinie habe Vorrang. Eine Fachredaktion nennt dagegen beide Regelwerke nebeneinander. Auf das Ergebnis wirkt sich der Streit nicht aus, wohl aber auf die Frage, welche Fundstelle man zitiert.
Die drei Lichtquellen nebeneinander
Diese Übersicht vergleicht Techniken, keine Geräte. Sie enthält keine Modelle, keine Preise und keine Bestelllinks, weil sie eine andere Frage beantwortet als eine Kaufliste: nicht welches Gerät, sondern welches Prinzip. Die Angaben zur Ersatzteillage geben den Stand am Datenstand wieder und sind, wie im vorigen Abschnitt beschrieben, an laufende Verfahren gebunden.
| Merkmal | Quecksilberlampe | LED | Laser |
|---|---|---|---|
| Physikalisches Prinzip | Ein Lichtbogen brennt zwischen zwei Elektroden in einer winzigen Quarzkammer unter sehr hohem Druck. Das Leuchtmedium ist verdampftes Quecksilber. Fachsprachlich heißt das Bauteil Hochdruck-Quecksilberdampflampe, abgekürzt HQL. | Halbleiterdioden geben Licht ab, sobald Strom durch sie fließt. Meist arbeiten drei Farbkanäle nebeneinander, rot, grün und blau, sodass kein rotierendes Farbrad nötig ist. | Eine oder mehrere Laserdioden liefern das Licht. Verbreitet ist der blaue Laser, der auf ein gelbes Leuchtstoffrad trifft und daraus weißes Licht erzeugt. Die aufwendigere Bauart nutzt drei getrennte Laser für die drei Grundfarben. |
| Verschleißteil | Ja, und es ist das teuerste Teil des Geräts. Die Lampe altert vom ersten Betriebstag an, wird dunkler und verschiebt dabei ihre Farbe. Sie ist als Kartusche gebaut und dafür vorgesehen, mehrfach im Geräteleben getauscht zu werden. | Kein Wechselteil vorgesehen. Die Dioden altern zwar ebenfalls, aber so langsam, dass in der Praxis eher Netzteil, Lüfter oder Elektronik das Ende des Geräts bestimmen. | Kein Wechselteil vorgesehen. Bei der Bauart mit Leuchtstoffrad ist das Rad ein bewegtes Bauteil und damit theoretisch verschleißbehaftet, ein Tausch ist im Verbrauchermarkt aber nicht vorgesehen. |
| Ersatzteil-Lage in der EU | Das ist der Punkt, an dem sich die Technik gerade entscheidet. Herstellung und Einfuhr quecksilberhaltiger Beamer und Ersatzlampen sind in der EU befristet. Der Abverkauf vorhandener Ware bleibt erlaubt, die Weiternutzung ebenfalls. | Keine stoffrechtliche Befristung. LED-Lichtquellen sind quecksilberfrei und von den Fristen dieses Themas nicht berührt. | Keine stoffrechtliche Befristung. Laserlichtquellen sind quecksilberfrei und von den Fristen dieses Themas ebenfalls nicht berührt. |
| Startverhalten | Die Lampe braucht Zeit, bis der Druck in der Kammer steht, und danach eine Nachlaufkühlung, bevor der Stecker gezogen werden darf. Ein Ausschalten mitten im Lauf verkürzt die Lebensdauer messbar. | Sofort auf voller Helligkeit, sofort wieder ausschaltbar. Kein Nachlauf, keine Rücksicht auf Schaltzyklen. | Sofort auf voller Helligkeit. Ein kurzer Lüfternachlauf zur Kühlung der Optik kommt vor, ist aber nicht mit der Abkühlpflicht einer Lampe zu vergleichen. |
| Helligkeit | Historisch die günstigste Art, viel Licht zu erzeugen. Genau deshalb steckt sie bis heute in den lichtstarken Geräten für große Räume, Schulen und Sale. | Der Schwachpunkt der Bauart, jedenfalls in der Klasse der kleinen Geräte. Wer einen nicht abgedunkelten Raum bespielen will, stößt hier zuerst an eine Grenze. | Erreicht die Helligkeit der Lampe und übertrifft sie in den oberen Klassen, ohne deren Alterungskurve mitzubringen. Das ist der eigentliche Grund für den Technikwechsel im Markt. |
| Farbwiedergabe | Weißes Licht durch ein rotierendes Farbrad zerlegt oder über drei Flüssigkristall-Panels aufgeteilt. Solide, aber an das Spektrum der Entladung gebunden. | Schmalbandige Grundfarben, die auf dem Papier gut aussehen. In der Praxis begrenzt eher die verfügbare Lichtmenge das Ergebnis als das Spektrum. | Der Dreifachlaser liefert die schmalsten Grundfarben und damit den größten darstellbaren Farbraum. Die Bauart mit Leuchtstoffrad liegt dazwischen. |
| Entsorgung | Die Lampe gehört nicht in den Hausmüll. Sie enthält Quecksilber und ist deshalb getrennt zu erfassen. Das gilt für jede einzelne getauschte Lampe, nicht nur für das Gerät am Ende seines Lebens. | Elektroaltgerät ohne quecksilberhaltiges Bauteil. Die Rücknahme läuft über die übliche Sammlung für Elektrokleingeräte. | Elektroaltgerät ohne quecksilberhaltiges Bauteil. Die Halbleiter sind aufwendiger zurückzugewinnen, aber es fällt kein gesondert zu behandelnder Schadstoff an. |
| Das offene Risiko | Nicht der Preis der nächsten Lampe, sondern die Frage, ob es sie in fünf Jahren noch gibt. Wer heute ein Lampenmodell kauft, kauft eine Ersatzteilfrage mit. | Die Helligkeitsangabe im Angebot. Sie ist der Wert, der am häufigsten ohne Messnorm dasteht und sich im eigenen Raum am deutlichsten rächt. | Der Anschaffungspreis und die Frage, ob die Mehrleistung im eigenen Raum überhaupt sichtbar wird. |
Eine Einschränkung gilt für die gesamte Übersicht. Sie beschreibt Bauprinzipien und nicht die Streuung innerhalb einer Bauart. Zwischen zwei Geräten mit derselben Lichtquelle liegen in Helligkeit, Farbtreue und Geräusch oft größere Unterschiede als zwischen zwei Bauarten. Wer aus dieser Übersicht ableitet, ein Laser sei immer heller als eine Lampe, hat sie überdehnt. Sie sagt nur, welche Eigenschaften der Bauart geschuldet sind und welche nicht.
Die Quecksilberlampe: warum sie zwanzig Jahre lang gewonnen hat
In einer Beamerlampe brennt ein Lichtbogen zwischen zwei Elektroden, die nur wenige Millimeter auseinanderstehen. Das Leuchtmedium ist Quecksilberdampf unter sehr hohem Druck, weshalb die Bauart im Fachjargon Hochdruck-Quecksilberdampflampe heißt und mit dem Kürzel HQL geführt wird. Der kurze Bogen ist der eigentliche technische Trick: Weil er fast punktförmig leuchtet, lässt sich sein Licht mit einfacher Optik sauber sammeln und auf einen kleinen Bildgeber lenken. Genau diese Eigenschaft hat der Lampe ihren jahrzehntelangen Vorsprung verschafft, und genau sie war lange billig zu haben.
Der Preis dafür ist die Alterung. Eine Lampe wird vom ersten Betriebstag an dunkler, und sie verschiebt dabei ihre Farbtemperatur. Herstellerangaben zur Lebensdauer beschreiben deshalb keinen Ausfallzeitpunkt, sondern eine Halbwertszeit. Auch die Norm für Projektor-Datenblätter formuliert es genau so: Anzugeben sei der Zeitpunkt, zu dem sich die Lichtleistung der Lichtquelle halbiert. Wer eine Lampenangabe als Ausfallgarantie liest, liest sie falsch. Praktisch bedeutet das, dass der Helligkeitsverlust lange vor dem genannten Wert sichtbar wird, weil das Auge den Vergleich zum Neuzustand schnell verliert und ihn erst nach einem Lampenwechsel wieder zurückbekommt.
Dazu kommt das Verhalten beim Ein- und Ausschalten. Der Druck in der Brennkammer muss sich erst aufbauen, weshalb ein Lampengerät nicht sofort auf voller Helligkeit steht. Nach dem Ausschalten braucht die Lampe eine Nachlaufkühlung, und ein Trennen vom Netz während dieser Phase kostet Lebensdauer. Wer einen Beamer wie einen Fernseher benutzt, also zwischendurch für zehn Minuten anschaltet, betreibt eine Lampe außerhalb ihres günstigen Arbeitspunkts. Das ist kein Defekt, sondern eine Eigenschaft der Bauart, und es ist einer der Gründe, warum tragbare Geräte diese Technik nie ernsthaft genutzt haben.
Bemerkenswert ist, wie sparsam die Angebote mit dem Stoff umgehen, der in dieser Lampe steckt. Ein Parallelbefund aus dem gleichen Themenbereich beschreibt ein aktuelles Lampengerät, bei dem der Quecksilberhinweis ausschließlich im Entsorgungsabschnitt der Bedienungsanleitung stand, nicht im Angebot und nicht im Datenblatt. Für den Kaufenden heißt das: Die Information ist vorhanden, aber sie steht an der Stelle, die man erst nach dem Kauf liest. Wer vorher wissen will, ob eine Quecksilberlampe im Gerät sitzt, kommt am zuverlässigsten über die Ersatzteilliste des Herstellers dorthin. Ein Gerät, für das eine Wechsellampe geführt wird, hat fast immer eine.
Ein Punkt, der in Diskussionen regelmäßig übertrieben wird, ist die Gefahr. Die Stiftung Warentest ordnet sie nüchtern ein: In Beamerlampen seien nur geringe Mengen Quecksilber enthalten, ein Austritt sei unwahrscheinlicher als etwa bei alten Fieberthermometern, und sollte es doch passieren, ließen sich mögliche gesundheitliche Risiken gut reduzieren, indem der Raum sofort kräftig und mindestens dreißig Minuten lang gelüftet werde. Die Regulierung setzt nicht am Einzelgerät im Wohnzimmer an, sondern am Stoffstrom insgesamt. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil er erklärt, warum die Weiternutzung erlaubt bleibt und trotzdem die Produktion endet.
LED: wartungsfrei, aber die Helligkeit muss zum Raum passen
Die LED löst das Alterungsproblem der Lampe, indem sie es zeitlich weit nach hinten verschiebt. Halbleiterdioden altern zwar ebenfalls, aber so langsam, dass in einem Verbrauchergerät regelmäßig etwas anderes zuerst aufgibt: das Netzteil, ein Lüfter, ein Kondensator oder die Elektronik der Bedienoberfläche. Das ist der Grund, warum LED-Geräte in der Regel ohne vorgesehenen Lichtquellentausch gebaut werden. Es gibt keinen Wechselmechanismus, weil er sich rechnerisch nicht lohnt.
Dazu kommen zwei Eigenschaften, die im Alltag mehr wiegen als jede Datenblattzeile. Ein LED-Gerät steht sofort auf voller Helligkeit und lässt sich sofort wieder ausschalten. Und es kommt in vielen Bauarten ohne rotierendes Farbrad aus, weil drei Farbkanäle nebeneinander arbeiten. Damit entfällt konstruktiv der Regenbogeneffekt, jene kurzen Farbsäume an Kontrastkanten, die bei Geräten mit Mikrospiegeltechnik und Farbrad auftreten können. Die Stiftung Warentest beschreibt diesen Effekt im aktuellen Beamer-Test als Beobachtung an vielen der geprüften Geräte mit Mikrospiegeltechnik und hält zugleich fest, wie unterschiedlich stark er einzelne Zuschauer stört.
Der Schwachpunkt der Bauart ist die Lichtmenge, und zwar vor allem in der Klasse der kleinen Geräte, in der LED am häufigsten vorkommt. Ein Gerät mit wenigen Hundert Lumen erzeugt in einem abgedunkelten Raum ein gutes Bild und in einem Wohnzimmer am Nachmittag ein blasses. Das ist keine Frage der Bauart an sich, sondern der Klasse, in der sie verbaut wird, und genau deshalb ist die Helligkeitsangabe im Angebot der wichtigste und zugleich der unzuverlässigste Wert. Wer sich für ein kompaktes Gerät interessiert, findet die Abwägung zwischen Größe, Akku und Lichtmenge ausführlich im Ratgeber zu Mini-Beamern und ihren Grenzen.
Eine Eigenheit der Angebotssprache verdient hier eine eigene Bemerkung, weil sie beim Vergleich stört. In mehreren der ausgezählten Angebote wird im selben Text eine LED-Technik beworben und zwei Sätze später von der Lampe und ihrer Lebensdauer gesprochen. Gemeint ist dann die LED, nicht eine Entladungslampe. Das Wort Lampe ist im Handel zur allgemeinen Bezeichnung für das leuchtende Bauteil geworden und hat seine technische Trennschärfe verloren. Als Hinweis auf Quecksilber taugt es deshalb nicht, und umgekehrt bedeutet das Fehlen des Wortes LED nicht, dass eine Entladungslampe verbaut wäre.
Unter dem Gesichtspunkt dieser Seite ist die LED die unkomplizierteste der drei Optionen. Sie ist quecksilberfrei, von den Fristen nicht betroffen, hat kein Ersatzteilrisiko bei der Lichtquelle und stellt an die Bedienung keine Ansprüche. Was sie nicht kann, ist einen hellen Raum füllen. Wer das braucht, landet bei Laser oder bei einem der verbliebenen lichtstarken Lampengeräte, und damit wieder bei der Frist.
Laser: Leuchtstoffrad, Dreifachlaser und was den Unterschied macht
Unter dem Wort Laser stecken im Beamermarkt zwei deutlich verschiedene Bauarten, und die Unterscheidung lohnt sich, weil sie erklärt, warum Preise und Farbangaben so weit auseinanderliegen. Die verbreitete Variante nutzt einen blauen Laser, der auf ein rotierendes Rad mit gelbem Leuchtstoff trifft. Aus der Mischung von blauem Restlicht und angeregtem gelbem Licht entsteht Weiß, das anschließend wie bei einem Lampengerät in Farben zerlegt wird. Diese Bauart erbt damit auch das Farbrad und die Möglichkeit des Regenbogeneffekts.
Die aufwendigere Variante verzichtet auf den Umweg über den Leuchtstoff und setzt drei getrennte Laser für Rot, Grün und Blau ein. Weil Laserlicht sehr schmalbandig ist, spannen diese drei Grundfarben einen größeren darstellbaren Farbraum auf als jede andere Lichtquelle im Beamerbau. In Angeboten taucht diese Bauart unter Bezeichnungen wie Dreifachlaser oder RGB-Laser auf. Sie ist der Grund für Farbraumangaben, die deutlich über den früher üblichen Werten liegen, und sie ist zugleich der Grund für die Preisstufe, in der solche Geräte stehen.
Der oft genannte Nachteil von Laserlicht ist die Körnigkeit, im Fachjargon Speckle: ein feines, unruhiges Muster, das entsteht, wenn kohärentes Licht auf eine raue Fläche trifft. Herstellerangaben zu Optiken, die diesen Effekt mindern, gehören inzwischen zum Standardrepertoire der Datenblätter. Belegen lässt sich an dieser Stelle nur, dass die Hersteller den Punkt selbst adressieren; eine unabhängige Messung dazu lag den hier geprüften Quellen nicht bei. Wer eine belastbare Aussage darüber sucht, wie stark der Effekt bei einem bestimmten Gerät ausfällt, findet sie in keinem Angebot und in keiner Herstellerangabe, sondern nur im eigenen Sehen.
Für die Frage dieser Seite ist der Laser die Bauart, die den Ausstieg aus der Lampe technisch überhaupt erst möglich gemacht hat. Er liefert die Lichtmenge, an der die LED scheitert, ohne die Alterungskurve und ohne das Verschleißteil der Lampe. Genau deshalb ist er in den lichtstarken Klassen dabei, den Platz einzunehmen, den zwanzig Jahre lang die Quecksilberlampe hatte. Wie sich das in der Klasse der hochauflösenden Heimkinogeräte auswirkt und was dort an Auflösungsangaben zu prüfen ist, steht im Vergleich zu 4K-Beamern und dem Unterschied zwischen nativem 4K und Bildversatz.
Was der Laser nicht löst, ist die Frage nach dem Raum. Ein sehr helles Gerät in einem kleinen, dunklen Zimmer erzeugt kein besseres Bild, sondern ein zu helles, das man anschließend herunterregelt. Die Mehrleistung wird dann bezahlt und nicht genutzt. Die Bauart der Lichtquelle ersetzt deshalb nicht die Überlegung, wie groß das Bild werden soll, wie hell der Raum ist und wie weit das Gerät von der Fläche entfernt steht.
Was ISO/IEC 21118 verlangt und was ausdrücklich nicht
Für die Frage, was in einem Projektor-Datenblatt stehen muss, gibt es eine Norm. Sie heißt ISO/IEC 21118 und ist eine gemeinsame Norm der Internationalen Organisation für Normung und der Internationalen Elektrotechnischen Kommission, erarbeitet im gemeinsamen Fachausschuss für Informationstechnik. Die Kurzform ISO 21118, die man häufiger liest, ist deshalb ungenau. Die hier geprüfte Ausgabe stammt vom Februar 2020 und begründet die Neufassung im Vorwort unter anderem mit der Entwicklung zu 4K, 8K und der Technik des Bildversatzes.
Die Norm arbeitet mit einer einzigen großen Tabelle, in der jede Angabe entweder als erforderlich oder als freiwillig markiert ist. Für diese Seite ist Punkt 6 einschlägig, und der ist eindeutig: Der Typ der Lichtquelle ist anzugeben. Als zulässige Werte nennt die Tabelle Lampe, Laserdiode, LED oder Sonstiges. Handelt es sich um eine Lampe, sind zusätzlich Lampentyp, Leistung und Stückzahl anzugeben. Das Beispiel, das die Norm selbst dafür abdruckt, lautet wörtlich: high pressure mercury lamp, 300 W. Die Norm hat den Stoff, um den es in diesem Rechtsstand geht, also bereits 2020 als Regelfall im Beispiel stehen.
Direkt darunter, unter Punkt 7, steht die Lebensdauer der Lichtquelle. Diese Angabe ist nach derselben Tabelle nicht erforderlich, sondern freiwillig, und sie ist zudem anders definiert, als die meisten sie lesen: Anzugeben ist der Zeitpunkt, zu dem sich die Lichtleistung halbiert. Das Beispiel der Norm lautet 20.000 Stunden im Normalbetrieb. Für Lampen verweist sie ergänzend auf die Fachnorm IEC 61947-1. Wer also aus einem fehlenden Stundenwert einen Normverstoß ableitet, geht zu weit; wer aus einem fehlenden Lichtquellentyp einen ableitet, hat die Tabelle auf seiner Seite.
Zwei weitere Festlegungen sind für die Einordnung von Datenblättern nützlich. Erstens verlangt die Norm, dass ein Datenblatt eine Erklärung über seine Übereinstimmung mit ihr enthält und die Bezeichnungen der Tabellenspalte übernimmt. Zweitens legt sie für Lichtleistung, Kontrastverhältnis und Randabfall eine Toleranz fest: Die genannten Werte sind Mittelwerte der Serie, und der untere Grenzwert eines Geräts bei Auslieferung muss mindestens achtzig Prozent des im Datenblatt genannten Werts erreichen. Ein Gerät, das zwanzig Prozent unter der Angabe liegt, ist danach normkonform.
Ein weit verbreitetes Missverständnis muss an dieser Stelle ausdrücklich ausgeräumt werden, weil es sonst weitergetragen wird: Diese Norm definiert nicht, wie ANSI-Lumen zu messen sind. Der Begriff ANSI kommt in ihrem einsehbaren Text kein einziges Mal vor. Die Norm spricht von der Lichtleistung in Lumen und verweist für das Messverfahren auf ihren Anhang B und auf IEC 61947-1. Beide sind kostenpflichtig und lagen hier nicht vor. Wer eine Helligkeitsangabe mit dem Hinweis auf ISO/IEC 21118 als normgemäß gemessen ausgibt, stützt sich auf eine Quelle, die dazu schweigt.
Die Auszählung: 27 Angebote gegen eine Pflichtangabe
Eine Pflichtangabe ist nur so viel wert, wie sie eingehalten wird. Deshalb steht hier eine eigene Auszählung statt einer Vermutung. Grundgesamtheit sind 27 am Datenstand 26.08.2026 bestellbare Beamer-Angebote eines großen deutschen Marktplatzes, gewonnen aus der ersten Ergebnisseite zur Suche nach dem Wort Beamer. Geprüft wurde jeweils, was der Anbieter selbst in den Angebotstitel, in die Stichpunkte und in die technische Datentabelle geschrieben hat. Werbetexte in Bildmodulen wurden nicht mitgezählt, weil sie nicht maschinenlesbar sind und in keiner Filterfunktion auftauchen.
Gezählt wurde jede Angabe, die im Angebotstitel, in den Stichpunkten oder in der technischen Datentabelle eine Lampe, eine LED oder einen Laser als Lichtquelle benennt. Zehn Angebote sagen dazu nichts. Bei acht der siebzehn Treffer steht die Angabe ausschließlich im Fließtext der Stichpunkte und nicht im Datenfeld.
Elf Angebote füllen das Datenfeld zur Lebensdauer der Lichtquelle mit einem Stundenwert. Die Spanne reicht von 20.000 bis 100.000 Stunden. Vierzehn Angebote lassen das Feld ganz leer.
Ein Angebot trägt dort 10.000 Tage ein, ein zweites 20.000 Jahre. Beide Werte stehen im selben strukturierten Datenfeld wie die Stundenangaben der anderen und sind damit für jede automatische Auswertung nicht von ihnen zu unterscheiden.
Kein einziges Angebot im Feld enthält das Wort Quecksilber, die Abkürzung HQL, das Wort Hochdruck oder das Wort Ersatzlampe an irgendeiner Stelle der Seite. Das gilt für Titel, Stichpunkte, Datentabelle und die vom Anbieter gestalteten Zusatzmodule gleichermaßen.
Weder die Kennung ISO/IEC 21118 noch die Kurzform 21118 kommt in einem der 27 Angebote vor. Die Norm verlangt ausdrücklich, dass ein Datenblatt eine Erklärung über seine Uebereinstimmung mit ihr enthält.
Zwölf Angebote tragen dort LCD ein, acht LED, drei Laser, eines das Wort Projektor, bei dreien fehlt das Feld. LCD und Laser stehen damit im selben Feld nebeneinander, obwohl das eine den Bildgeber bezeichnet und das andere die Lichtquelle. Wer nach dem Datenfeld filtert, sortiert zwei verschiedene Dinge in eine Liste.
Das Ergebnis in einem Satz: Die einzige Angabe, die nach der Norm zwingend im Datenblatt stehen muss, fehlt in zehn von 27 Angeboten vollständig. Bei weiteren Angeboten steht sie zwar da, aber im Fließtext einer Werbezeile statt in einem Datenfeld. Für einen Menschen ist das lesbar, für eine Filterfunktion nicht. Und in mehreren Fällen widerspricht sich das Angebot selbst, indem es an einer Stelle eine LED-Technik nennt und an anderer von einer Lampe spricht.
Ein zweiter Befund fällt beim Blick in das Datenfeld für die Anzeigetechnik auf. Dort steht zwölfmal LCD, achtmal LED, dreimal Laser, einmal schlicht das Wort Projektor, und dreimal fehlt das Feld. LCD bezeichnet aber den Bildgeber, also das lichtsteuernde Bauteil, während LED und Laser die Lichtquelle bezeichnen. In ein und demselben Feld stehen damit Antworten auf zwei verschiedene Fragen nebeneinander. Wer nach diesem Feld filtert, um LED-Geräte zu finden, sortiert unweigerlich falsch, und zwar in beide Richtungen.
Der für dieses Thema wichtigste Befund ist eine Null. Kein einziges der 27 Angebote nennt Quecksilber, keines nennt das Kürzel HQL, keines das Wort Hochdruck und keines das Wort Ersatzlampe. Damit lässt sich am Angebot allein nicht erkennen, ob ein Gerät von der Frist betroffen ist. Ehrlich dazugehört: In dieser Stichprobe kam ohnehin kein klassisches Lampengerät vor, das erste Ergebnisfeld bestand vollständig aus LED- und Lasergeräten. Das ist ein Hinweis darauf, wohin sich das sichtbare Sortiment bewegt, aber es ist kein Beleg für den Gesamtmarkt: Lichtstarke Lampengeräte für Schulen, Säle und Konferenzräume laufen über andere Vertriebswege.
Lebensdauer: 65.000 Stunden, 10.000 Tage, 20.000 Jahre
Die Lebensdauerangabe ist der Wert, an dem sich der Unterschied zwischen den Lichtquellen im Angebot am ehesten zeigen müsste. In der Auszählung nennen elf der 27 Angebote einen Stundenwert. Die Spanne reicht von 20.000 bis 100.000 Stunden. Vierzehn Angebote lassen das Feld leer. Und zwei füllen es mit einer Einheit, die keine Zeitangabe für eine Lichtquelle ist: einmal 10.000 Tage, einmal 20.000 Jahre. Beide Werte stehen im selben strukturierten Feld wie die Stundenangaben und sind für jede automatische Auswertung nicht von ihnen zu unterscheiden.
Auch die Stundenwerte selbst verlangen einen zweiten Blick. Ein Wert von 100.000 Stunden entspricht bei zwei Betriebsstunden am Tag rund 137 Jahren. Ein Wert von 65.000 Stunden entspricht rund 89 Jahren. Solche Zahlen sind keine Aussagen über ein Gerät, sondern über ein Bauteil unter Laborbedingungen, und sie tragen zur Kaufentscheidung nichts bei, weil kein Beamer sie erlebt. Das begrenzende Bauteil ist bei LED-Geräten regelmäßig nicht die Diode, sondern das Netzteil, der Lüfter oder die Elektronik. Wer eine Lebensdauerangabe liest, liest deshalb die Lebensdauer der Lichtquelle und nicht die des Geräts.
Interessant ist die Gegenprobe an der Lampe. Für Lampengeräte sind Angaben im niedrigen einstelligen Tausenderbereich üblich, und diese Zahlen sind, anders als die Rekordwerte der LED-Angebote, alltagsrelevant: Sie beschreiben einen Zeitraum, den ein Gerät tatsächlich durchläuft, und an dessen Ende ein Ersatzteil steht. Genau daran hängt der Rechtsstand dieser Seite. Bei einem LED- oder Lasergerät ist die Lebensdauerangabe eine Marketingzahl. Bei einem Lampengerät ist sie ein Terminplan für den nächsten Einkauf.
Für den Vergleich der drei Techniken folgt daraus eine einfache Regel. Bei Lampengeräten ist die Lebensdauerangabe wichtig, weil sie sagt, wann der nächste Kauf ansteht. Bei LED- und Lasergeräten ist sie fast bedeutungslos, weil sie außerhalb der Gerätelebensdauer liegt. Wer beim Vergleich zweier Angebote auf die größere Stundenzahl schaut, vergleicht in aller Regel zwei Werte, die beide nie erreicht werden. Aussagekräftiger ist die schlichte Frage, ob überhaupt eine Angabe da ist: Sie sagt etwas darüber, wie sorgfältig ein Anbieter sein Datenblatt pflegt.
Was die Stiftung Warentest im laufenden Beamer-Test dazu erhebt
Der laufend aktualisierte Beamer-Test der Stiftung Warentest trägt als Änderungsdatum den 28. Mai 2026 und umfasst 40 geprüfte Geräte. Zwanzig davon sind im Jahr 2026 neu dazugekommen, darunter sieben Mini-Beamer mit eingebautem Akku. Der Artikelteil ist frei lesbar, die Ergebnistabelle mit Qualitätsurteilen und Rangfolge ist kostenpflichtig. Diese Seite gibt deshalb Befunde und Prüfaufbau wieder und keine einzige Note.
Für das Thema dieser Seite ist eine Nebensache aus dem freien Teil die wichtigste: Die Ergebnisse lassen sich nach der Lichtquelle filtern. Das Haus erhebt diesen Wert also selbst und führt ihn als Merkmal, während er in zehn von 27 Handelsangeboten fehlt. In der Meldung zu den Fristen wird derselbe Datenbestand ausdrücklich als Nachschlagewerk angeboten: Dort sei ausgewiesen, welche Projektoren eine quecksilberhaltige Lampe verwenden, gekennzeichnet mit dem Kürzel HQL. Für Besitzer eines älteren Geräts ist das der schnellste Weg zur Antwort auf die Frage, ob sie betroffen sind.
Zur Preislage nennt der freie Teil zwei Sätze, die hier ausdrücklich als Zitat der Quelle stehen und nicht als Kaufhinweis: Gute Full-HD-Beamer gebe es für unter 500 Euro, gute 4K-Modelle für um die 800 Euro. Beim Preisrahmen des Prüffelds lohnt eine Unterscheidung, die häufig verwischt wird. Genannt wird eine Spanne von 69 bis 5.450 Euro, zugleich aber auch, dass das günstigste Gerät rund 69 Euro kostet und das teuerste noch erhältliche Modell rund 2.140 Euro. Die obere Zahl der Spanne schließt also Geräte ein, die nicht mehr zu kaufen sind. Wer sie als aktuelle Obergrenze zitiert, zitiert falsch.
Zwei technische Befunde aus dem freien Teil ergänzen den Vergleich der Bauarten. Erstens: Die meisten Geräte im Prüffeld arbeiten mit Mikrospiegeltechnik, und viele davon zeigten den Regenbogeneffekt, dessen Störwirkung von Zuschauer zu Zuschauer unterschiedlich ausfällt. Geräte mit drei getrennten Flüssigkristall-Panels zeigen diesen Effekt nicht und liefern nach derselben Darstellung natürlichere Farben und mehr Helligkeit, eignen sich also besser für nicht vollständig abgedunkelte Räume. Zweitens: Der Stromverbrauch wurde eigens erhoben, im Normalbetrieb wie im Sparbetrieb, und unterscheidet sich zwischen den Bauarten deutlich.
Und eine Empfehlung steht im freien Teil der Meldung von 2024 so klar, dass sie hier wörtlich einzuordnen ist: Wer über die Anschaffung eines neuen Beamers nachdenke, wähle am besten gleich eine zukunftsfähige Lichttechnik, also Laser, LED oder Mischformen aus beidem. Laser- und LED-Projektoren seien deutlich energieeffizienter und langlebiger und damit sowohl umwelt- als auch verbraucherfreundlicher als Geräte mit Quecksilberlampen. Wer stattdessen abwägt, ob überhaupt ein Beamer oder besser ein großes Fernsehgerät die richtige Wahl ist, findet die Gegenüberstellung im Ratgeber Beamer oder Fernseher im direkten Vergleich.
Die Rechnung über zehn Jahre und warum sie jetzt anders ausgeht
Die klassische Rechnung zwischen Lampe und wartungsfreier Lichtquelle war eine reine Kostenrechnung. Auf der einen Seite stand ein niedrigerer Anschaffungspreis, auf der anderen die Summe der Ersatzlampen über die Nutzungsdauer. Wer viel schaut, kaufte über zehn Jahre mehrere Lampen nach; wer selten schaut, kam mit einer aus. An diesem Punkt kippte die Entscheidung, und sie kippte je nach Nutzungsprofil in beide Richtungen. Das war eine saubere, nachvollziehbare Abwägung.
Diese Rechnung hat jetzt eine dritte Größe, und sie ist unangenehm, weil sie sich nicht beziffern lässt. Zum Preis der nächsten Lampe kommt die Wahrscheinlichkeit, dass es sie zum Zeitpunkt des Bedarfs noch gibt. Solange Herstellung und Einfuhr laufen, ist das kein Thema. Sobald sie enden, wird aus einem Verbrauchsgut ein Restposten, und Restposten werden teurer, bevor sie verschwinden. Die Stiftung Warentest formuliert genau diesen Mechanismus: Manche Hersteller und Händler füllten ihre Lager bereits mit Ersatzlampen, wie lange die erhältlich sein werden, lasse sich nicht sagen, und je knapper die Anzahl werde, desto mehr dürfte der Preis steigen.
Gegen die Panik spricht eine Herstellerzusage, die man nicht übergehen sollte. Epson erklärt in der eigenen Auskunft, Ersatzlampen würden auch nach Februar 2027 weiterhin geliefert, um die Nutzungsdauer bestehender Produkte zu erhalten, und beruft sich dafür auf die Ersatzteilregel der Richtlinie, die Bereitstellung von Ersatzteilen für Geräte erlaubt, die vor Ablauf der Ausnahme in Verkehr gebracht wurden. Als Begründung nennt derselbe Text eine Marktzahl: Lampengeräte hätten in den letzten fünf Jahren rund vierundsiebzig Prozent aller in Europa verkauften Projektoren ausgemacht. Ein Nachfrageeinbruch ist danach nicht zu erwarten.
Für die Zehnjahresrechnung heißt das: Der Nachschub endet nicht an einem Stichtag, aber er wird enger und teurer, und niemand nennt dafür ein Datum. Wer ein Lampengerät bereits besitzt, fährt am besten damit, ein bis zwei Ersatzlampen zu beschaffen, solange sie regulär im Handel sind. Wer neu kauft, sollte den Aufpreis für eine wartungsfreie Lichtquelle nicht mehr allein gegen ersparte Lampenkäufe rechnen, sondern gegen ein Risiko, das sich nicht versichern lässt. Wer wissen will, welche Anschlüsse ein Gerät über zehn Jahre hinweg tatsächlich braucht, findet die Einordnung im Ratgeber zu Beamer-Anschlüssen und ihren Bezeichnungen.
Ein Nebeneffekt der Übergangszeit gehört ebenfalls in diese Rechnung. Weil manche Hersteller schon jetzt keine Quecksilbermodelle mehr produzieren, aber Restbestände verkaufen wollen, sind lichtstarke Lampengeräte zeitweise auffällig günstig zu haben. Die Stiftung Warentest hat diesen Effekt für die Jahre 2025 und 2026 ausdrücklich vorhergesagt. Ein solches Angebot ist kein Fehler, aber es ist auch kein günstige Option im üblichen Sinne: Der Preisnachlass ist der Gegenwert für das Ersatzteilrisiko, das mitgekauft wird.
Für wen welche Lichtquelle noch die richtige ist
Für den abgedunkelten Raum mit gelegentlicher Nutzung ist die LED unverändert die pragmatische Wahl. Sie ist sofort da, sie verlangt keine Rücksicht beim Ausschalten, sie hat kein Verschleißteil und sie ist von diesem Rechtsstand nicht berührt. Ihre Grenze ist die Lichtmenge, und die ist eine Frage der Geräteklasse, nicht der Bauart. Wer prüfen will, ob ein Gerät für den eigenen Raum reicht, prüft die Helligkeitsangabe und die geplante Bildbreite gemeinsam, nicht getrennt.
Für den hellen Raum, für große Bildbreiten und für tägliche Nutzung über viele Jahre ist der Laser die Bauart, die Vorteile beider Welten zusammenbringt. Er kostet in der Anschaffung mehr, und er sollte nur dann bezahlt werden, wenn die Mehrleistung im eigenen Raum ankommt. Innerhalb der Laserbauarten ist die Unterscheidung zwischen der Variante mit Leuchtstoffrad und dem Dreifachlaser der wichtigste Preisfaktor und zugleich der, über den Angebote am ungenauesten schreiben.
Für ein Lampengerät gibt es weiterhin gute Gründe, aber sie sollten benannt werden. Wer ein funktionierendes Gerät besitzt, behält es und sorgt für Lampennachschub. Wer neu kauft und ein sehr lichtstarkes Gerät braucht, für das es in seiner Preisklasse keine Alternative mit anderer Lichtquelle gibt, kauft mit offenen Augen und beschafft die Ersatzlampe gleich mit. Wer dagegen ein Lampengerät kauft, weil es billiger ist, sollte die drei Fragen vorher beantworten: Wird die passende Lampe als Ersatzteil geführt, was kostet sie, und wie viele Betriebsstunden nennt der Hersteller? Fehlt eine dieser Angaben, ist das Angebot für diese Entscheidung nicht ausreichend beschrieben.
Eine Konstellation verdient eine eigene Erwähnung, weil sie oft übersehen wird. Bei Nutzung im Freien zählt die Lichtmenge doppelt, weil die Umgebung selbst in der Dämmerung noch Restlicht liefert und keine Fläche mit definiertem Reflexionsgrad zur Verfügung steht. Für diese Nutzung ist eine kleine LED regelmäßig zu schwach, während ein Lampengerät zwar hell genug wäre, aber mit Aufwärmzeit, Nachlaufkühlung und einem empfindlichen Bauteil im Gepäck reist. Welche Anforderungen dabei tatsächlich zählen, steht im Ratgeber zu Beamern für den Einsatz im Freien.
Und ein Satz, der über allen dreien steht: Die Lichtquelle ist ein Kriterium von mehreren, und sie ist nicht das wichtigste für die Bildqualität. Bildgeber, Optik, Aufstellung und die Fläche, auf die projiziert wird, entscheiden im Alltag mehr. Was die Lichtquelle heute besonders macht, ist nicht ihr Beitrag zum Bild, sondern ihr Beitrag zur Frage, wie lange das Gerät benutzbar bleibt.
Was Besitzer eines Lampengeräts jetzt konkret tun können
Der erste Schritt ist die Feststellung, ob das eigene Gerät überhaupt betroffen ist. Drei Wege führen dorthin. Der schnellste ist die Beamer-Datenbank der Stiftung Warentest, in der ausgewiesen ist, welche Projektoren eine quecksilberhaltige Lampe verwenden. Der zweite ist die Bedienungsanleitung, in der Hinweis regelmäßig im Entsorgungsabschnitt steht. Der dritte ist die Ersatzteilliste des Herstellers: Wird für das Gerät eine Wechsellampe geführt, ist die Frage meist beantwortet.
Der zweite Schritt ist die Bestandsaufnahme der eigenen Nutzung. Ein Gerät mit wenigen Hundert Betriebsstunden im Jahr überlebt seine aktuelle Lampe noch lange. Ein Gerät, das täglich mehrere Stunden läuft, braucht in überschaubarer Zeit eine neue. Nur im zweiten Fall ist Eile geboten. Die Empfehlung der Stiftung Warentest, rasch Ersatzlampen zu kaufen, richtet sich an Menschen, die ihr Gerät weiter nutzen wollen und deren Lampe absehbar an ihr Ende kommt, nicht an alle Besitzer gleichermaßen.
Der dritte Schritt betrifft den Kauf selbst. Die Stiftung Warentest beschreibt dafür ein einfaches Vorgehen: Namen des Beamers zusammen mit dem Wort Ersatzlampe in eine Suchmaschine eingeben, prüfen, ob die gefundene Lampe zum Gerät passt, und den Links zu vertrauenswürdigen Händlern folgen. Wichtig ist dabei die Passgenauigkeit, denn Lampen sind als Kartusche für ein bestimmtes Gehäuse gebaut und nicht zwischen Modellen austauschbar. Wer zwei Lampen kauft, sollte sie kühl und trocken lagern und die Verpackung ungeöffnet lassen.
Der vierte Schritt ist der Umgang mit der alten Lampe. Sie gehört nicht in den Hausmüll, sondern in die getrennte Erfassung, und sie sollte im Ganzen bleiben. Wer beim Wechsel Handschuhe trägt oder das Glas nur über ein Tuch anfasst, verlängert die Lebensdauer der neuen Lampe messbar, weil Fettspuren auf dem Kolben lokale Überhitzung erzeugen. Und ganz praktisch: Vor dem Wechsel das Gerät vom Netz trennen und ausreichend abkühlen lassen. Eine Hochdrucklampe ist unmittelbar nach dem Betrieb heiß und steht unter Druck.
Was diese Seite belegt und was offen bleibt
Belegt sind die beiden Termine und ihre Wirkungsrichtung, also Herstellung und Einfuhr statt Verkauf und Nutzung. Belegt ist, dass beide Termine an befristeten Ausnahmen im Anhang III der RoHS-Richtlinie hängen, dass für beide Verlängerungsanträge desselben Branchenverbands vorliegen und dass die öffentliche Anhörung zur Ausnahme für Projektoren ab 2.000 Lumen am 1. August 2026 endete. Belegt ist ferner der Mechanismus, dass eine Ausnahme mit laufendem Antrag bis zur Entscheidung in Kraft bleibt.
Nicht belegt ist, wann entschieden wird und wie. Am Datenstand war weder eine Entscheidung noch ein Entscheidungsentwurf zu einem der beiden Anträge auffindbar. Wer eine der beiden Fristen als endgültig darstellt, geht über die Quellenlage hinaus. Diese Seite tut das ausdrücklich nicht, und sie nennt deshalb auch kein Datum, ab dem Ersatzlampen sicher nicht mehr zu bekommen sind.
Nicht erreichbar war der amtliche Volltext der EU-Quecksilberverordnung. Das offizielle Rechtsportal antwortete am Prüftag weder auf die Seitenabfrage noch auf die PDF-Abfrage mit einem nutzbaren Dokument. Die Zuordnung der Termine zu den Ausnahmen 4(f)-I und 4(f)-II stützt sich deshalb auf die Konsultationsseiten der Fachstelle, die Kommission mit der Bewertung dieser Ausnahmen beauftragt hat, und auf eine Herstellerauskunft. Beide nennen dieselben Daten und denselben Wortlaut der Ausnahme.
Zur Norm ist einsehbar, was in der Vorschau des Originaldokuments steht: Anwendungsbereich, Vorwort und die vollständige Tabelle der Datenblattangaben mit ihren Pflicht- und Wahlmarkierungen. Nicht einsehbar sind die Anhänge mit den Messverfahren, weil sie kostenpflichtig sind. Aussagen darüber, wie eine Helligkeit nach dieser Norm zu messen wäre, stehen deshalb hier nicht, und sie sollten anderswo auch nicht ohne Beleg stehen.
Die Auszählung schließlich ist eine Momentaufnahme eines Marktplatzes an einem Tag und kein Marktanteil. Sie sagt, was 27 konkrete Angebote am Datenstand geschrieben haben. Sie sagt nichts über den Anteil von Lampengeräten am Gesamtmarkt, nichts über Fachhandel und Projektgeschäft und nichts über die Angebote anderer Händler. Ihr Wert liegt in der Nachprüfbarkeit der Regel: Wer dieselbe Suche wiederholt und dieselben drei Felder auswertet, kommt zu vergleichbaren Zahlen.
Häufige Fragen zu Lampe, LED und Laser im Beamer
Muss ich meinen vorhandenen Lampenbeamer jetzt entsorgen?
Nein. Die Fristen richten sich an Herstellung und Einfuhr, nicht an die Nutzung. Die Stiftung Warentest schreibt dazu ausdrücklich, dass Besitzerinnen und Besitzer quecksilberhaltiger Projektoren ihre Geräte natürlich weiterhin nutzen dürfen. Auch der Abverkauf bereits produzierter oder importierter Geräte und Lampen bleibt Händlern nach diesen Terminen erlaubt.
Sind Ersatzlampen nach den Fristen noch zu bekommen?
Am Datenstand ja, und ein Hersteller sagt das auch schriftlich zu. Epson erklärt in der eigenen Auskunft, Ersatzlampen mit Quecksilber würden auch nach Februar 2027 weiterhin erhältlich sein, und begründet das mit der Ersatzteilregel der RoHS-Richtlinie. Wie lange der Nachschub reicht, sagt niemand zu. Die Stiftung Warentest rät deshalb, rasch Ersatzlampen zu kaufen.
Gilt das Verbot für alle Lampenbeamer gleichzeitig?
Nein, es ist nach Helligkeit gestaffelt. Für quecksilberhaltige Beamer und Ersatzlampen mit weniger als 2.000 Lumen sollte die Frist am 25. Februar 2025 greifen, für Geräte und Lampen ab 2.000 Lumen aufwärts am 25. Februar 2027. Beide Fristen hängen an Ausnahmen im Anhang III der RoHS-Richtlinie, für die Verlängerungsanträge laufen.
Woran erkenne ich, ob mein Gerät eine Quecksilberlampe hat?
Am zuverlässigsten an der Bedienungsanleitung. Der Hinweis steht dort oft nur im Entsorgungsabschnitt und nicht im Datenblatt. Zwei weitere Wege: Die Stiftung Warentest weist in ihrer Beamer-Datenbank aus, welche Projektoren eine quecksilberhaltige Lampe verwenden, gekennzeichnet mit dem Kürzel HQL. Und ein Gerät, für das der Hersteller eine Wechsellampe als Ersatzteil führt, hat fast immer eine.
Ist LED automatisch die umweltfreundlichere Wahl?
Beim Schadstoff ja, bei der Gesamtbilanz kommt es auf die Nutzung an. LED- und Laserlichtquellen sind quecksilberfrei und damit ohne den Stoff, um den es in diesem Rechtsstand geht. Die Stiftung Warentest nennt Laser- und LED-Projektoren zudem deutlich energieeffizienter und langlebiger. Ein selten genutztes Gerät, das noch funktioniert, vorzeitig zu ersetzen, ist deshalb trotzdem keine gute Rechnung.
Warum steht in vielen Angeboten LED, obwohl gleichzeitig von einer Lampe die Rede ist?
Weil die Wortwahl im Handel nicht der Wortwahl der Norm folgt. In der Auszählung dieser Seite stehen mehrere Angebote, die im selben Text eine LED-Technik bewerben und zwei Sätze weiter von der Lampe und ihrer Lebensdauer sprechen. Gemeint ist dann die LED. Ein Hinweis auf Quecksilber ist das nicht: Kein einziges der 27 Angebote nennt den Stoff.
Sagt die Norm, wie ANSI-Lumen zu messen sind?
Nein, und das ist eine häufige Verwechslung. Der Begriff ANSI kommt im einsehbaren Text von ISO/IEC 21118 kein einziges Mal vor. Die Norm verlangt die Angabe der Lichtleistung in Lumen und verweist für das Messverfahren auf ihren Anhang B und auf IEC 61947-1. Beide sind kostenpflichtig und stehen hier deshalb nicht.
Lohnt sich ein Lampenmodell heute noch?
Nur mit offenen Augen. Der Anschaffungsvorteil ist real, das Ersatzteilrisiko aber ebenfalls. Wer ein Lampengerät kauft, sollte vorher prüfen, ob die passende Lampe als Ersatzteil geführt wird, was sie kostet und wie viele Betriebsstunden der Hersteller nennt. Fehlt eine dieser drei Angaben, ist das Angebot für diese Entscheidung nicht ausreichend beschrieben.

