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Glätteisen Temperatur: welche Gradzahl zu welchem Haar passt

Datenbasiert · kein Hands-on-Test

Welche Temperatur am Glätteisen? Rund 170 Grad für feines, rund 200 Grad für kräftiges Haar – wörtlich belegt. Plus 120-Grad-Glanzschwelle und 20 Geräte ausgezählt. Stand 26.08.2026.

Redaktionell geprüft
Quellenbasierte Einordnung
Aktualisiert 26.08.2026
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Autor & Redaktion
Clara Busch
Verantwortliche Redaktion
Clara Busch

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Stand des Artikels
Veröffentlicht
26.08.2026
Aktualisiert
26.08.2026

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Quellenbasiert · kein Hands-on-Test · Angaben geprüft am 26.08.2026

Die Antwort in zwei Zahlen: Gesundes, kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius. Feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar sollte nur mit rund 170 Grad Celsius behandelt werden. Beide Sätze stehen wörtlich in einer frei zugänglichen Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 18. Dezember 2018, und der zweite Satz steht in leicht abgewandelter Form ein zweites Mal auf der frei lesbaren Tippseite des Haarglätter-Tests von Januar 2019. Diese Seite zeigt, woher die Zahlen kommen, welche Gradzahl zu welchem Haar passt, was die Anzeige am Gerät wirklich bedeutet – und warum sich die belegte Zahl an den meisten Geräten gar nicht gezielt einstellen lässt.

Worum es hier geht und worum nicht: Dieser Ratgeber beantwortet die Frage nach der einzustellenden Zahl. Er nennt Gradzahlen, ordnet sie Haartypen zu, erklärt die Logik der Stufenanzeige und zeigt, warum Herstellerangaben und gemessene Werte auseinanderfallen. Er vergleicht keine Geräte, kürt niemanden und spricht keine Kaufempfehlung aus. Fragen nach der Anwendungshäufigkeit, nach Hitzeschutzmitteln, nach der Arbeitstechnik und nach der Regeneration des Haares gehören auf die Nachbarseite dieses Bereichs und werden hier bewusst nicht ausgeführt. Ergebnistabellen, Noten und Rangfolgen der Stiftung Warentest sind kostenpflichtig und werden hier nicht wiedergegeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Zahlen, eine Quelle, wörtlich belegt. Rund 200 Grad Celsius für gesundes, kräftiges Haar, rund 170 Grad Celsius für feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar. Der Satz steht in der Pressemitteilung vom 18. Dezember 2018 und sinngemäß ein zweites Mal auf der Tippseite des Tests vom 18. Januar 2019.
  • Nach unten gibt es ebenfalls eine belegte Marke, aber sie meint etwas anderes. Der frei lesbare Teil der Testseite nennt mehr als 120 Grad Celsius als die Schwelle, ab der das Haar überhaupt glänzt. Das ist eine Aussage über den Glanz, nicht über das Glätten – wer sie anders weitergibt, dehnt sie.
  • Damit steht ein Fenster von 120 bis 200 Grad im Raum, das keine Werbeaussage ist. Unterhalb von 120 Grad kein Glanz, oberhalb von 200 Grad die von der Prüfstelle beschriebene Schädigung, für empfindliches Haar bereits ab etwa 170 Grad. Alles dazwischen ist Einstellsache.
  • Der wichtigste Befund dieser Seite ist ein Zählergebnis. Von zwanzig Geräten aus vier Vergleichsseiten dieses Bereichs haben drei eine fest eingestellte Temperatur. Von den siebzehn Geräten mit Stufenwahl beziffern nur vier jede einzelne Stufe. Bei dreizehn steht ausschließlich eine Spanne.
  • Wer 170 Grad einstellen soll, kann das an den meisten Geräten nicht gezielt tun. Eine Stufe ist eine Rastung, keine Temperatur. Solange kein Anbieter sagt, welcher Gradzahl Stufe 2 entspricht, ist jede Stufenempfehlung eine Schätzung.
  • Die Höchstwerte am Markt reichen von 185 bis 250 Grad. Vierzehn der zwanzig ausgewerteten Geräte gehen über die 200 Grad hinaus, die Stiftung Warentest für gesundes, kräftiges Haar nennt. Sieben erreichen 230 Grad oder mehr.
  • Ein Datenfeld eines Markenherstellers ist schlicht falsch. Es nennt als maximale Temperatureinstellung 230 Grad Fahrenheit, also rund 110 Grad Celsius. Die eigene Anleitung desselben Geräts nennt bis 230 Grad Celsius. Zwischen beiden Angaben liegen mehr als hundert Grad.
  • Dieselbe Anleitung wiederholt die Empfehlung der Prüfstelle fast wörtlich. Sie ordnet dickem, grobem, lockigem Haar 210 bis 230 Grad zu, normalem Haar 180 bis 200 Grad und feinem, hellem, blondem, gebleichtem oder gefärbtem Haar 170 Grad oder darunter.
  • Die 250 Grad stammen nicht von der Stiftung Warentest. Gemessen hat sie die Schweizer Schwesterzeitschrift Saldo an neun Haarglättern; test.de hat den Befund im Februar 2016 wiedergegeben und als fremden Test gekennzeichnet. Wer 250 Grad der Stiftung Warentest zuschreibt, liegt falsch.
  • Warum Haar bei diesen Temperaturen leidet, ist in frei zugänglicher Fachliteratur beschrieben. Oberhalb von 200 Grad zersetzen sich die schwefelhaltigen Aminosäuren des Keratins, im Bereich von 220 bis 250 Grad schmilzt und denaturiert die schraubenförmige Grundstruktur, und das gebundene Wasser im Faserinneren bildet unter Hitze Dampfbläschen.
  • Keiner der zwanzig Anbieter beziffert die Gehäusetemperatur. Dabei ist genau das die Zahl, an der 2018 ein Gerät durchgefallen ist: Über 90 Grad maßen die Prüfenden an mehreren Punkten des Gehäuses eines Haarglätters.

Die kurze Antwort: 170 Grad oder 200 Grad

Die Frage nach der Temperatur am Glätteisen ist die meistgestellte Frage zu diesem Gerät überhaupt. Wer bei einer Suchmaschine die ersten beiden Wörter eintippt, bekommt sie als ersten Vorschlag angeboten, und im Umfeld der Anfrage stehen ein Dutzend Varianten derselben Sache: wie heiß, wie viel Grad, wieviel Grad einstellen, welche Temperatur bei feinem Haar, welche bei dickem. Das ist keine Neugier, sondern ein praktisches Problem. Vor einem Gerät zu stehen, das eine Skala mit fünf Rastungen hat und sonst nichts, und nicht zu wissen, welche man nimmt, ist der Normalfall.

Die belastbare Antwort ist kurz und stammt aus einer Quelle, die man nachlesen kann, ohne etwas zu bezahlen. In ihrer Pressemitteilung zum Test von sechzehn Haarglättern, Lockenstäben und Curlern schreibt die Stiftung Warentest am 18. Dezember 2018: Gesundes, kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius. Feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar sollte nur mit rund 170 Grad Celsius behandelt werden. Sonst schmilzt die oberste Haarschicht, das Haar verliert seinen Glanz und wird strohig. Drei Sätze, zwei Zahlen, eine Begründung.

Dieselben Werte tauchen im Umfeld des Tests noch zweimal auf. Auf der frei zugänglichen Tippseite unter der Überschrift zum Glätten steht unter dem Stichwort Temperatur regeln: Gesundes und kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius – feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar nicht mehr als etwa 170 Grad. Und auf der Übersichtsseite des Tests heißt es, feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar vertrage nach Meinung von Experten höchstens 170 Grad, gesundes, kräftiges Haar bis zu 200 Grad Celsius. Drei Fundstellen, ein Wert. Für eine Temperaturangabe in einem Warenbereich, in dem sonst fast jede Zahl allein steht, ist das eine ungewöhnlich stabile Grundlage.

Das Wort rund gehört zu beiden Zahlen dazu und wird bei der Weitergabe regelmäßig unterschlagen. Es ist keine Schwelle, hinter der sich schlagartig etwas ändert. Wer zwischen zwei Rastungen schwankt, nimmt sinnvollerweise die niedrigere und sieht am Ergebnis, ob sie reicht. Eine zweite Passage bei der niedrigeren Stufe ist die geringere Belastung als eine einzige bei der höheren – vorausgesetzt, die erste Passage hätte nicht ohnehin genügt. Wie oft insgesamt geglättet wird und was das Haar zwischen den Anwendungen braucht, ist eine andere Frage und gehört auf die Nachbarseite.

Das belegte Fenster: 120, 170, 200 und 250 Grad

Vier Zahlen tragen diese Seite. Alle vier stehen wörtlich in frei zugänglichen Quellen, alle vier lassen sich am Volltext nachlesen, und alle vier bedeuten etwas Unterschiedliches. Die folgende Aufstellung nennt zu jeder den Wortlaut und sagt, was daraus folgt und was nicht.

120 GradUntergrenze für den Glanzeffekt

Das Haar glänzt – allerdings erst nach einer Behandlung mit Temperaturen von mehr als 120 Grad Celsius. Mit heißeren Platten glänzt das Haar mehr.

Dieser Satz steht im frei lesbaren Teil der Testseite von Januar 2019. Er sagt ausdrücklich etwas über den Glanz, nicht über das Glätten. Die Schwelle bezeichnet also den Punkt, ab dem die abstehenden Schuppen der äußeren Haarschicht flach gebügelt werden und Licht gerichtet zurückwerfen. Wer die Zahl als Mindesttemperatur zum Glätten überhaupt weitergibt, dehnt die Aussage über ihren Wortlaut hinaus. Für die Einstellfrage bleibt sie trotzdem der wichtigste untere Anhaltspunkt, den eine unabhängige Prüfstelle öffentlich genannt hat.

170 GradObergrenze für feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar

Feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar sollte nur mit rund 170 Grad Celsius behandelt werden.

Der Satz stammt aus der Pressemitteilung vom 18. Dezember 2018 und steht in leicht abgewandelter Form ein zweites Mal auf der frei zugänglichen Tippseite desselben Tests. Dort heißt es, feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar vertrage nicht mehr als etwa 170 Grad. Auf der Testübersicht wird derselbe Wert als Meinung von Fachleuten ausgewiesen. Drei Fundstellen, ein Wert – das ist für eine Temperaturangabe in diesem Warenbereich ungewöhnlich gut belegt.

200 GradObergrenze für gesundes, kräftiges Haar

Gesundes, kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius.

Dieselbe Pressemitteilung, derselbe Absatz. Das Wort rund gehört dazu und wird oft weggelassen. Es ist keine Grenze, hinter der ein Schalter umspringt, sondern ein Richtwert. Die Fortsetzung des Satzes nennt die Folge einer Überschreitung: Sonst schmilzt die oberste Haarschicht, das Haar verliert seinen Glanz und wird strohig. Zwei Drittel der Geräte, deren Angaben für diese Seite ausgewertet wurden, gehen nach eigener Herstellerangabe über diesen Wert hinaus.

250 GradHöchster wiedergegebener Messwert an einem Haarglätter

Den Hitzerekord stellte der Haarglätter Remington Frizz Therapy S8510 auf: Auf höchster Stufe erreichte er 250 Grad – vor allem für feines, gefärbtes oder geschädigtes Haar zu viel.

Diese Zahl wird häufig der Stiftung Warentest zugeschrieben. Das ist falsch. Gemessen hat die Schweizer Schwesterzeitschrift Saldo, die neun Haarglätter untersucht hat; test.de hat den Befund im Februar 2016 lediglich wiedergegeben. Die Unterscheidung ist keine Förmelei: Prüfhaus, Prüfjahr und Prüfumfang gehören zu jeder Messzahl dazu, sonst lässt sie sich nicht einordnen.

Aus diesen vier Marken ergibt sich ein Fenster, das keine Werbeaussage ist. Unterhalb von 120 Grad entsteht nach der Prüfangabe kein Glanz. Oberhalb von 200 Grad beginnt die Schädigung, die dieselbe Quelle beschreibt, und bei feinem, gebleichtem oder geschädigtem Haar liegt diese Grenze bereits bei etwa 170 Grad. Die 250 Grad sind kein Zielwert, sondern der höchste je in diesem Warenbereich wiedergegebene Messwert – und ein Beleg dafür, dass Geräte deutlich mehr können, als das Haar aushält. Wie breit dieses Angebot ist, zeigt die Auszählung im Abschnitt zu den zwanzig Geräten, ein Feld, aus dem etwa die fünf breiten Geräte für dickes Haar stammen, deren Höchstwerte zwischen 185 und 232 Grad liegen.

Welche Gradzahl zu welchem Haar passt

Die beiden Warentest-Zahlen decken zwei Fälle ab: gesundes, kräftiges Haar und feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar. In der Praxis fragen Menschen feiner. Die folgende Aufstellung ordnet jedem Haartyp die Zahl zu, die sich belegen lässt, nennt die Fundstelle und sagt dazu, was das an einem Gerät mit Stufenskala praktisch bedeutet. Wo keine Zahl belegt ist, steht das ausdrücklich da.

HaartypBelegte GradzahlFundstelleWas das am Gerät bedeutet
Feines Haarrund 170 Grad, eher darunterDie Pressemitteilung von 2018 nennt feines Haar in einem Atemzug mit gebleichtem und geschädigtem Haar und setzt für alle drei rund 170 Grad an. Die Tippseite des Tests formuliert es als nicht mehr als etwa 170 Grad.Feines Haar hat einen dünneren Faserquerschnitt, die Wärme erreicht den Kern schneller und die schützende äußere Schicht ist mit weniger Schuppenlagen aufgebaut. Praktisch heißt das: Wer eine Stufenskala mit einer untersten Marke bei 150 oder 160 Grad hat, sollte dort anfangen und erst erhöhen, wenn die Strähne nach dem Durchzug nicht glatt bleibt. Von den ausgewerteten Geräten lassen sich die meisten auf 170 Grad oder darunter stellen, drei jedoch nicht, weil ihre Temperatur fest verdrahtet ist.
Gebleichtes oder blondiertes Haarrund 170 Grad, ohne AusnahmeAusdrücklich in derselben Aufzählung genannt. Die Anleitung eines Markenherstellers, die auf der eigenen Angebotsseite hinterlegt ist, ordnet feinem, hellem, blondem, gebleichtem oder gefärbtem Haar 170 Grad oder darunter zu und trifft damit die Formulierung der Prüfstelle fast wörtlich.Beim Blondieren wird die äußere Schicht geöffnet und ein Teil der Verbindungen im Faserinneren wird chemisch angegriffen. Das Haar ist danach nicht mehr das Haar, das der Höchstwert auf der Verpackung meint. Die Zahl auf dem Display bleibt dieselbe, die Belastbarkeit dahinter nicht. Wer blondiert und anschließend auf der höchsten Stufe arbeitet, addiert zwei Belastungen, die einzeln bereits an der Grenze liegen.
Gefärbtes Haarrund 170 Grad als AusgangspunktDie Warentest-Aufzählung nennt gefärbtes Haar nicht eigens, wohl aber die Wiedergabe der Saldo-Untersuchung, die 250 Grad vor allem für feines, gefärbtes oder geschädigtes Haar als zu viel bezeichnet. Die Herstelleranleitung ordnet gefärbtes Haar ebenfalls der 170-Grad-Zeile zu.Bei gefärbtem Haar kommt ein zweiter Grund für Zurückhaltung dazu, der mit Schädigung nichts zu tun hat: Hitze beschleunigt das Ausbleichen der eingelagerten Farbstoffe. Wer die Farbe halten will, hat also auch dann ein Interesse an der niedrigeren Stufe, wenn die Faser selbst kräftig ist.
Geschädigtes oder poröses Haarrund 170 Grad, im Zweifel darunterDritter Begriff in derselben Aufzählung der Pressemitteilung. Die Tippseite ergänzt den Grundsatz, ein gesunder Schopf vertrage die Hitzestrapaze besser als geschädigtes Haar.Porös bedeutet, dass die äußere Schicht nicht mehr geschlossen ist. Wärme und Wasserdampf finden dann Wege in die Faser und aus ihr heraus, die es bei unversehrtem Haar nicht gibt. Die eingestellte Zahl wirkt hier stärker als bei gesundem Haar, obwohl das Gerät exakt dasselbe tut.
Normales, gesundes Haar180 bis 200 GradDie Warentest-Angabe für gesundes, kräftiges Haar lautet rund 200 Grad. Die hinterlegte Anleitung eines Markenherstellers staffelt feiner und ordnet normalem Haar 180 bis 200 Grad zu.Das ist der Bereich, in dem die meisten Geräte ihre mittleren Stufen haben. Zwischen 180 und 200 Grad liegt bei vielen Modellen nur eine einzige Rastung, sodass die Wahl in der Praxis auf eine von zwei Stufen hinausläuft. Wer die Wahl hat, beginnt unten: Eine zweite Passage bei 180 Grad belastet die Faser weniger als eine einzige bei 200 Grad, sofern die erste Passage nicht ohnehin gereicht hätte.
Dickes, kräftiges, lockiges Haar200 Grad, laut Herstelleranleitung bis 230 GradDie Warentest-Obergrenze liegt bei rund 200 Grad und macht für dickes Haar keine Ausnahme. Die hinterlegte Anleitung eines Markenherstellers geht darüber hinaus und ordnet dickem, grobem, lockigem Haar 210 bis 230 Grad zu. Hier widersprechen sich Prüfstelle und Hersteller offen.Diese Lücke ist die unangenehmste Stelle der ganzen Einstellfrage, und sie lässt sich nicht wegargumentieren. Die unabhängige Prüfstelle nennt 200 Grad als Richtwert für gesundes Haar. Der Hersteller nennt für dickes Haar 30 Grad mehr. Beide Angaben sind wörtlich belegt, beide stammen aus einer Quelle mit Namen. Wer sich orientieren will, kann festhalten: Der Herstellerwert beschreibt, was das Gerät kann, der Prüfwert beschreibt, was die Faser aushält. Das sind zwei verschiedene Fragen.
Kinderhaarkeine belegte ZahlKeine der sechs ausgewerteten Quellen nennt einen eigenen Wert für Kinderhaar. Wer im Netz eine solche Zahl findet, sollte nach der Fundstelle suchen.Diese Seite erfindet für diesen Fall keine Zahl. Was belegt ist: Feines Haar gehört in die 170-Grad-Zeile, und kindliches Haar ist im Regelfall feiner als erwachsenes. Mehr lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten, und mehr steht hier deshalb nicht.

Was auf dem Display steht und was es bedeutet

Zwischen der belegten Zahl und dem, was am Gerät einstellbar ist, liegt die eigentliche Schwierigkeit. Geräte zeigen Temperaturen auf sechs verschiedene Arten an, und nur eine davon nennt tatsächlich eine Gradzahl, die sich mit den Empfehlungen vergleichen lässt.

Digitalanzeige mit Gradzahl

Das Gerät zeigt einen Sollwert in Grad Celsius an. Bei den ausgewerteten Geräten ist das die häufigste Bauform im mittleren und oberen Bereich, oft in Fünferschritten von 150 bis 230 Grad.

Die Falle dabei: Angezeigt wird der Sollwert, nicht der gemessene Plattenwert. Ob und wie stark die Platte davon abweicht, sagt keiner der zwanzig Anbieter. Eine Anzeige, die tatsächliche Temperatur während der Anwendung ausweist, haben nach eigener Angabe nur zwei der zwanzig Geräte.

Stufenrad oder Schieber mit Ziffern von 1 bis 5

Eine Stufe ist eine Rastung, keine Temperatur. Zwischen Stufe 1 und Stufe 5 kann ein Gerät 70 Grad Unterschied haben und ein anderes 170 Grad.

Die Falle dabei: Das ist der Kern des Problems dieser Seite. Bei dreizehn der siebzehn Geräte mit Stufenwahl steht nirgends, welcher Gradzahl eine Stufe entspricht. Die verbreitete Empfehlung, feines Haar auf Stufe 2 zu stellen, ist deshalb keine Angabe, sondern eine Zufallsgröße.

Farbcode von Grün über Gelb bis Rot

Eine grafische Übersetzung der Stufen. Ein Gerät im Feld führt fünf Stufen mit Farbmarkierung und beziffert sie in der Anleitung zusätzlich mit 150, 170, 190, 210 und 235 Grad.

Die Falle dabei: Die Farbe steht für die Position auf der Skala des Geräts, nicht für die Verträglichkeit am Haar. Rot am oberen Ende einer Skala bis 200 Grad und Rot am oberen Ende einer Skala bis 250 Grad sehen gleich aus und bedeuten 50 Grad Unterschied.

Haartyp-Symbole statt Zahlen

Manche Geräte ordnen jeder Stufe ein Piktogramm oder ein Wort zu, etwa dünnes, normales und mitteldickes Haar. Zwei der zwanzig Geräte machen das mit bezifferten Werten dahinter.

Die Falle dabei: Die Zuordnung stammt vom Hersteller und nicht von einer Prüfstelle. Bei einem Gerät steht dünnes Haar bei 165 Grad, bei einem anderen beginnt das Band für feines Haar bei 160 Grad und endet bei 180 Grad – also oberhalb der belegten 170 Grad.

Sensorautomatik ohne wählbare Stufe

Ein Gerät im Feld verzichtet ganz auf eine Stufenliste und beschreibt stattdessen eine automatische Anpassung über Sensoren, die das Haar nach Anbieterangabe zwanzigmal je Sekunde messen.

Die Falle dabei: Was die Automatik als Zielwert ansteuert, steht nirgends. Für die Frage dieser Seite bedeutet eine Automatik ohne veröffentlichten Sollwert dasselbe wie eine Stufe ohne Gradzahl: Es gibt keine Zahl, die sich einstellen ließe.

Angabe in Grad Fahrenheit

Bei zwei der zwanzig Geräte taucht in mindestens einer Quelle ein Fahrenheit-Wert auf. Die amerikanische Rundzahl 450 Fahrenheit entspricht 232 Grad Celsius.

Die Falle dabei: Bei einem Markengerät trägt das technische Datenfeld für die maximale Temperatureinstellung den Wert 230 Grad Fahrenheit. Das sind rund 110 Grad Celsius – ein Wert, mit dem sich nach der frei lesbaren Testangabe nicht einmal Glanz erzeugen ließe, denn dafür nennt die Prüfstelle mehr als 120 Grad. Die Anleitung desselben Geräts nennt bis 230 Grad Celsius. Zwischen beiden Angaben liegen mehr als hundert Grad.

Die zweite Zeile dieser Aufstellung ist der Kern. Eine Stufe ist eine Rastung auf einer geräteeigenen Skala, keine Temperatur. Dieselbe Stufe 2 kann auf einem Gerät mit einer Skala bis 200 Grad und auf einem mit einer Skala bis 250 Grad liegen und dabei ganz verschiedene Werte bedeuten. Deshalb ist die verbreitete Empfehlung, feines Haar auf Stufe 2 zu stellen, ohne Kenntnis der Skala wertlos. Wie unterschiedlich die Skalen ausfallen, zeigt sich besonders deutlich bei den kabellosen Geräten mit Akku , wo eines gar keine Wahl zulässt und ein anderes sechs Einstellungen zwischen 160 und 220 Grad führt.

Zwanzig Geräte, ausgezählt: Höchstwerte von 185 bis 250 Grad

Für diese Seite wurden die Temperaturangaben von zwanzig Geräten ausgewertet. Es handelt sich um die Geräte aus vier Vergleichsseiten dieses Bereichs, jeweils fünf je Seite. Die Werte stammen aus den Angaben der Anbieter und aus den auf den Angebotsseiten hinterlegten Herstellerunterlagen, nicht aus einer eigenen Messung. Es wurde kein Gerät gekauft, eingeschaltet oder an Haar geführt. Die folgende Aufstellung ist eine Auszählung und keine Bewertung: keine Rangfolge, keine Note, keine Empfehlung für ein einzelnes Modell.

GerätHöchstwert laut AnbieterWas über die Stufen bekannt ist
Remington S6500 Sleek und Curl230 GradDigitaldisplay von 150 bis 230 Grad, eine Sofortfunktion springt auf Tastendruck direkt auf den Höchstwert
BaByliss ST482E Straight and Curl Brilliance235 GradFünf Stufen, in der Anleitung einzeln beziffert mit 150, 170, 190, 210 und 235 Grad und farblich von Grün bis Rot gekennzeichnet
Rowenta Premium Care Liss und Curl SF7660F0200 GradFünf Einstellungen von 130 bis 200 Grad am Anzeigefeld, die einzelnen Stufenwerte nennt der Anbieter nicht
NORDWERK SafeGlide Touch250 GradBereich von 80 bis 250 Grad über ein Berührungsfeld, einzelne Stufenwerte nennt der Anbieter nicht
LANDOT HS168230 GradZwölf Stufen von 120 bis 230 Grad laut Aufzählungspunkt, das technische Datenfeld nennt stattdessen 450 Grad Fahrenheit
Dyson Corrale210 GradDas Datenfeld nennt nur den Höchstwert, der niedrigste einstellbare Wert steht in keiner ausgewerteten Angabe
ghd unplugged185 Grad, fest eingestelltKeine Wahl. Der Anbieter begründet die Festlegung ausdrücklich damit, dass höhere Werte die Haarbindungen brechen und niedrigere kein langanhaltendes Ergebnis liefern könnten
Beurer HS 20200 GradDrei Stufen, im hinterlegten Datenblatt des Herstellers einzeln beziffert mit 160, 180 und 200 Grad
SUNMAY Voga205 GradDrei Stufen, einzeln beziffert mit 165, 185 und 205 Grad, jeder Stufe ist ein Haartyp zugeordnet
AYESY Akku-Haarglätter220 GradSechs Einstellungen zwischen 160 und 220 Grad, angegeben sind jedoch nur drei Bänder für feines, normales und dickes Haar, nicht die sechs Einzelwerte
Remington Keratin Protect S8540230 GradNeun Stufen von 150 bis 230 Grad, einzeln nicht ausgewiesen, dazu eine gesondert benannte Schonstufe bei 185 Grad
Beurer HS 15220 Grad, fest eingestelltKeine Wahl. Die Herstellertabelle auf der Angebotsseite führt unter Temperaturstufen genau einen Wert
Philips Haarglätter 5000 Series BHS530230 Grad laut Anleitung, 230 Grad Fahrenheit laut DatenfeldDrei Haartypstufen mit Spannen: 210 bis 230 Grad, 180 bis 200 Grad sowie 170 Grad oder darunter
BaByliss Super Smooth ST393E235 GradSechs einzeln bezifferte Stufen: 140, 160, 180, 200, 220 und 235 Grad
Braun Satin Hair 7 ST 780 SensoCare200 GradKeine Stufenliste. Der Anbieter beschreibt eine automatische Anpassung über Sensoren, die das Haar nach eigener Angabe zwanzigmal je Sekunde messen
Remington S9150B PROluxe Midnight Wideplate230 GradNeun Stufen von 150 bis 230 Grad, einzeln nicht ausgewiesen
K und K Extra Breit232 GradBereich ab 50 Grad, die Zahl der Stufen ist nicht angegeben; 232 Grad sind die Umrechnung der amerikanischen Rundzahl 450 Fahrenheit
ghd max185 Grad, fest eingestelltKeine Wahl. Der Anbieter nennt den Wert an mehreren Stellen des Angebots, in der beiliegenden Anleitung steht dagegen keine einzige Temperaturangabe
Cloud Nine Wide Iron200 GradElf Stufen von 100 bis 200 Grad, einzeln nicht ausgewiesen
ANLAN Glätteisen Breit 2 in 1230 GradVierzehn Stufen von 100 bis 230 Grad, einzeln nicht ausgewiesen

Die Spanne beträgt 65 Grad. Am unteren Ende stehen zwei Geräte desselben Anbieters mit einer festen Temperatur von 185 Grad, am oberen Ende ein Gerät mit einem angegebenen Bereich bis 250 Grad. Dass ausgerechnet 250 Grad das obere Ende markiert, ist bemerkenswert: Genau diesen Wert hat die Schweizer Zeitschrift Saldo 2016 an einem Haarglätter auf höchster Stufe gemessen und als Hitzerekord bezeichnet. Was damals ein Ausreißer war, steht heute als Angebotsangabe im Titel eines Geräts.

Der stärkste Befund: nur vier von siebzehn beziffern jede Stufe

Aus derselben Auszählung ergeben sich sieben Zahlen, die für die Einstellfrage wichtiger sind als jeder Höchstwert. Die entscheidende steht in der vierten Zeile.

Wie viele Geräte nennen überhaupt einen Höchstwert?20 von 20

Das ist die einzige Temperaturangabe, die im Warenbereich verlässlich vorkommt. Sie steht meist im Angebotstitel, in einem Aufzählungspunkt oder im technischen Datenfeld. Bei einem Gerät steht sie in drei Quellen mit drei verschiedenen Bezugssystemen, was den Wert eher verschleiert als erklärt.

Wie weit reichen diese Höchstwerte auseinander?von 185 bis 250 Grad

Die Spanne beträgt 65 Grad. Am unteren Ende stehen zwei Geräte desselben Anbieters mit einer festen Temperatur von 185 Grad, am oberen Ende ein Gerät mit einem angegebenen Bereich bis 250 Grad. Genau 250 Grad ist zugleich der höchste Wert, den die Schweizer Zeitschrift Saldo 2016 an einem Haarglätter gemessen hat.

Wie viele Höchstwerte liegen über den 200 Grad der Prüfstelle?14 von 20

Vier Geräte enden genau bei 200 Grad, zwei liegen mit ihrer festen Temperatur darunter. Die übrigen vierzehn gehen nach eigener Angabe über den Wert hinaus, den die Stiftung Warentest für gesundes, kräftiges Haar nennt. Sieben davon erreichen 230 Grad oder mehr.

Wie viele Geräte beziffern jede einzelne Stufe?4 von 17

Drei der zwanzig Geräte haben eine fest eingestellte Temperatur und damit keine Stufen. Von den siebzehn Geräten mit Auswahl nennen nur vier jeden einzelnen Wert: einmal fünf Stufen, einmal sechs Stufen und zweimal drei Stufen. Bei den übrigen dreizehn steht ausschließlich eine Spanne oder eine Stufenzahl. Wer bei einem solchen Gerät die belegten 170 Grad einstellen soll, kann das nicht gezielt tun, sondern nur schätzen.

Wie viele Geräte lassen sich nicht auf 170 Grad stellen?3 von 20

Drei Geräte haben eine feste Temperatur: zweimal 185 Grad, einmal 220 Grad. Für feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar gibt es an diesen Geräten keine passende Einstellung, weil es überhaupt keine Einstellung gibt. Bei zwei weiteren Geräten steht der niedrigste erreichbare Wert in keiner der ausgewerteten Angaben.

Wie viele nennen eine Aufheizzeit mit der zugehörigen Zieltemperatur?1 von 20

Aufheizzeiten in Sekunden sind ein beliebtes Verkaufsargument. Nur ein einziger Anbieter sagt dazu, bis zu welcher Temperatur diese Sekunden gemessen wurden, und nennt gleich zwei Werte: rund zwanzig Sekunden bis 165 Grad und rund vierzig Sekunden bis 205 Grad. Genau diese zweite Zahl zeigt, warum die Angabe ohne Zieltemperatur wertlos ist – dieselbe Aufheizzeit bedeutet je nach Ziel etwas völlig anderes.

Wie viele beziffern die Temperatur des Gehäuses?0 von 20

Kein einziger Anbieter sagt, wie heiß das Gerät außerhalb der Platten wird. Das ist die Angabe, an der die Stiftung Warentest 2018 ein Gerät hat durchfallen lassen: Beim Severin HC 0614 maßen die Prüfenden an mehreren Punkten über 90 Grad am Gehäuse, genug für Verbrennungen an Kopfhaut, Ohren oder Fingern. Wer nach dieser Zahl sucht, findet sie bei keinem der zwanzig Geräte.

Der Befund lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die belegte Empfehlung ist präzise, die Geräte sind es nicht. Eine Prüfstelle nennt 170 Grad, und an dreizehn von siebzehn Geräten mit Stufenwahl gibt es keine Möglichkeit, diese Zahl anzusteuern, weil niemand sagt, wo sie auf der Skala liegt. Auffällig ist dabei, wo die Angaben doch stehen: Bei mehreren Geräten war die Aufschlüsselung nicht im Angebot zu finden, sondern in der auf derselben Seite hinterlegten Bedienungsanleitung. Dasselbe Muster hat sich schon bei einer anderen Angabe gezeigt, nämlich bei der automatischen Abschaltung und ihrer Abschaltzeit in Minuten , die bei einem Gerät ausschließlich in der Anleitung stand und im ganzen Angebot mit keinem Wort vorkam.

Wenn der Hersteller sich selbst widerspricht

Ein Datenfeld in dieser Auszählung ist nicht ungenau, sondern falsch. Bei einem Markengerät trägt das technische Feld für die maximale Temperatureinstellung den Wert 230 Grad Fahrenheit. Rechnet man das um, sind es rund 110 Grad Celsius. Mit 110 Grad lässt sich nach der frei lesbaren Testangabe nicht einmal Glanz erzeugen, denn dafür nennt die Prüfstelle mehr als 120 Grad. Die auf derselben Angebotsseite hinterlegte Anleitung desselben Geräts nennt dagegen bis 230 Grad Celsius. Zwischen den beiden Angaben desselben Herstellers zum selben Gerät liegen mehr als hundert Grad.

Der Einheitenfehler ist die eine Hälfte der Geschichte. Die andere ist, was in derselben Anleitung steht. Sie staffelt nämlich sauber nach Haartyp: 210 bis 230 Grad Celsius für dickes, grobes, lockiges Haar, 180 bis 200 Grad für normales Haar und 170 Grad oder darunter für feines, helles, blondes, gebleichtes oder gefärbtes Haar. Die letzte Zeile trifft die Empfehlung der Stiftung Warentest nahezu wörtlich – aus dem Mund eines Herstellers. Er weiß also genau, worauf es ankommt, und schreibt es auch hin, nur eben in dem Dokument, das die wenigsten öffnen, und nicht in dem Feld, in dem verglichen wird.

Ein zweiter Fall derselben Art betrifft die amerikanische Rundzahl. Bei zwei Geräten steht in mindestens einer Quelle 450 Grad Fahrenheit, was 232 Grad Celsius entspricht, während eine andere Quelle desselben Anbieters 230 Grad Celsius nennt. Sachlich ist der Unterschied klein, aber er zeigt, dass hier zwei Zahlensysteme unabgeglichen nebeneinanderstehen. Wer eine Angabe in Fahrenheit findet, sollte sie umrechnen und nicht als Celsius-Wert lesen. Der umgekehrte Fall ist der gefährlichere: Ein Feld, das 230 Grad Fahrenheit nennt, meint bei einem Haarglätter fast sicher 230 Grad Celsius und ist ein Einheitenfehler, kein echter Wert.

Der dritte Fall ist ein Widerspruch ohne Einheitenproblem. Ein Anbieter nennt an vier voneinander unabhängigen Stellen seines Angebots eine feste Temperatur von 185 Grad und begründet sie ausführlich damit, dass höhere Werte die Haarbindungen brechen und niedrigere kein langanhaltendes Ergebnis liefern könnten. In der beiliegenden, neunsprachigen Bedienungsanleitung desselben Geräts steht dagegen keine einzige Temperaturangabe. Wer nur das Dokument liest, das dem Gerät beiliegt, erfährt nicht, wie heiß es wird. Dasselbe Gerät taucht auch im Feld der Glätteisen für Locken und Wellen nicht auf, weil es für die Formgebung eine andere Bauform gibt – die Temperaturfrage stellt sich dort aber genauso.

Warum Herstellerangabe und gemessener Wert auseinanderfallen

Für diese Frage ist zuerst eine Klarstellung nötig, die auf keiner Seite dieses Themas fehlen sollte: Eine öffentlich zugängliche, unabhängige Messreihe, die für deutsche Geräte Stufe für Stufe die tatsächliche Plattentemperatur ausweist, gibt es nicht. Diese Seite kennt keine und behauptet deshalb auch keine. Was es gibt, sind drei Arten von Befunden, und die reichen aus, um zu erklären, warum die Zahl auf dem Display nicht dasselbe ist wie die Zahl an der Platte.

Erstens: gemessene Werte oberhalb der Angabe. Die Schweizer Zeitschrift Saldo hat 2016 neun Haarglätter untersucht und dabei nach der Wiedergabe auf test.de bei einigen Geräten Temperaturen von weit mehr als 200 Grad ermittelt. Den Hitzerekord stellte ein Gerät auf, das auf höchster Stufe 250 Grad erreichte, was die Wiedergabe vor allem für feines, gefärbtes oder geschädigtes Haar als zu viel bezeichnet. Das ist der einzige Fall in den ausgewerteten Quellen, in dem eine Prüfstelle eine Plattentemperatur beziffert hat.

Zweitens: Widersprüche innerhalb der Unterlagen eines einzigen Herstellers. Der Fahrenheit-Fehler ist der auffälligste, aber nicht der einzige. Bei einem Gerät nennt der Aufzählungspunkt zwölf Stufen von 120 bis 230 Grad, während das technische Datenfeld 450 Grad Fahrenheit trägt. Bei einem anderen steht im Titel ein Bereich bis 230 Grad, im Datenfeld 232 Grad und im ersten Aufzählungspunkt 232 Grad mit der Klammer 450 Fahrenheit. Wenn schon die Angaben eines Anbieters zu einem Gerät um mehrere Grad oder um mehrere Zahlensysteme auseinandergehen, ist die Anzeige am Gerät kein verlässlicherer Ort.

Drittens: der Unterschied zwischen Sollwert und Istwert. Ein Glätteisen regelt. Es heizt, überschreitet den Sollwert, kühlt beim Durchziehen der Strähne ab und heizt nach. Was das Display zeigt, ist der eingestellte Zielwert, nicht der Wert an der Plattenoberfläche in dem Moment, in dem sie das Haar berührt. Zwei der zwanzig ausgewerteten Geräte zeigen nach Anbieterangabe einen laufenden Messwert an. Bei den übrigen achtzehn gibt es zu dieser Frage keine Information, und keiner der zwanzig Anbieter sagt, wie stark die Platte vom Sollwert abweicht oder ob sie ihn über die gesamte Anwendung hält.

Was daraus folgt, ist unspektakulär und trotzdem nützlich: Die eingestellte Zahl ist eine Annäherung, kein Messwert. Wer feines oder gebleichtes Haar hat, sollte deshalb nicht knapp unter der Grenze arbeiten, sondern mit Abstand darunter beginnen. Nicht weil die Grenze falsch wäre, sondern weil zwischen dem Zielwert und dem, was an der Platte ankommt, eine Unschärfe liegt, die niemand beziffert.

250 Grad: wer das gemessen hat und wer nicht

Die Zahl 250 Grad kursiert im deutschsprachigen Netz meist mit dem Zusatz, die Stiftung Warentest habe sie ermittelt. Das ist falsch, und die Richtigstellung ist einfach nachzulesen. Der Beitrag vom 16. Februar 2016 auf test.de beginnt mit dem Hinweis, die Kolleginnen und Kollegen der Schweizer Schwesterzeitschrift Saldo hätten neun Haarglätter untersucht. Es handelt sich also um die Wiedergabe eines fremden Tests in fremder Verantwortung, nicht um eine eigene Prüfung.

Was die Stiftung Warentest selbst gemessen hat, ist etwas anderes und stammt aus dem Test vom Januar 2019 mit sieben Haarglättern. Dort geht es um die Sicherheit: Bei einem Gerät heizten nicht nur die Platten, sondern auch das Gehäuse, und über 90 Grad maßen die Prüfenden an mehreren Punkten – genug, um sich Kopfhaut, Ohren oder Finger zu verbrennen. Zwei der sieben Haarglätter fielen durch, beiden fehlte die Abschaltautomatik; alle übrigen Geräte schalten sich nach der Testangabe spätestens nach 60 Minuten aus. Sieben der insgesamt sechzehn geprüften Geräte erhielten das Urteil Gut. Einzelnoten, Rangfolgen und die Ergebnistabelle sind kostenpflichtig und werden hier nicht wiedergegeben.

Für die Einstellfrage folgt daraus zweierlei. Erstens: Die einzige öffentlich belegte Plattentemperatur oberhalb der Herstellerangabe stammt aus der Schweiz, ist zehn Jahre alt und betrifft ein einzelnes Gerät. Zweitens: Die Zahl, die deutsche Prüfende an einem Haarglätter tatsächlich beziffert haben, betrifft nicht die Platte, sondern das Gehäuse. Und genau diese Zahl nennt kein einziger der zwanzig ausgewerteten Anbieter. Wer eine Temperaturangabe liest, sollte deshalb immer mitlesen, worauf sie sich bezieht: auf die Platte, auf das Gehäuse, auf einen Sollwert oder auf eine Messung.

Was bei diesen Temperaturen im Haar passiert

Die Prüfstelle beschreibt die Folge zu hoher Hitze mit einem Bild: So wie Eiweiß in einer heißen Pfanne zum Spiegelei brät, so schädigen zu heiße Glätteisen die Haare; die oberste Haarschicht, die Cuticula, schmilzt. Warum das bei diesen Gradzahlen geschieht, ist in frei zugänglicher Fachliteratur beschrieben. Die folgende Aufstellung nennt nur, was in begutachteten und ohne Bezahlschranke lesbaren Aufsätzen wörtlich steht. Wo eine Zahl aus einer Verbrauchertestquelle stammt und nicht aus der Fachliteratur, ist das ausdrücklich vermerkt.

ab etwa 80 Grad

Das im Haar gebundene Wasser beginnt schnell zu verdunsten.

Ein 2026 im Fachjournal Biopolymers erschienener, frei zugänglicher Aufsatz zu wärmebedingten Veränderungen an Haarschuppenschicht und Faserkern hält fest, dass Föhnen die Haartemperatur auf etwa 80 Grad Celsius bringt und dies zu rascher Wasserverdunstung aus der Faser führt.

ab etwa 120 Grad

Der Abstand zwischen den Fettschichten im Haar verringert sich messbar, weil Wassermoleküle die Zwischenräume verlassen.

Dieselbe Arbeit misst die Faser mit Röntgenstreuung in Schritten von 30 bis 300 Grad und schreibt, die Daten legten nahe, dass mit dem Erwärmen die Wassermoleküle verdunsten und der Abstand zwischen den Doppelschichten nach 120 Grad abnimmt.

im Bereich zwischen 170 und 200 Grad

Hier liegt der Korridor, den die unabhängige Prüfstelle als verträglich beschreibt – von der Faserseite aus betrachtet der Bereich vor dem eigentlichen Zerfall.

Die 170 und die 200 Grad stammen aus den Warentest-Quellen, nicht aus der Fachliteratur. Die Fachaufsätze nennen für diesen Bereich keinen eigenen Schwellenwert. Diese Seite behauptet deshalb nicht, dass bei 200 Grad ein physikalischer Umschlagpunkt läge.

ab etwa 200 Grad

Schwefelhaltige Aminosäuren beginnen sich zu zersetzen, darunter Cystin, das die Querverbindungen im Keratin bildet.

Der Biopolymers-Aufsatz schreibt, es sei bekannt, dass saures Glätten oberhalb von 200 Grad zur Denaturierung der Faserbündel und zur Pyrolyse führe und damit die schwefelhaltigen Aminosäuren einschließlich Cystin in Schuppenschicht und Faserkern zersetze, wodurch die Faser geschwächt werde.

zwischen 220 und 250 Grad

Die schraubenförmige Grundstruktur des Keratins schmilzt und denaturiert.

Wörtlich heißt es in derselben Arbeit, im Bereich von 220 bis 250 Grad zeige die Literatur mehrere thermische Zersetzungsvorgänge im Faserkern, genauer an den Keratinketten, etwa das Schmelzen und die Denaturierung der Alpha-Helix sowie die Pyrolyse der amorphen Grundmasse. An anderer Stelle heißt es, der Faserkern schmelze und verdampfe oberhalb von 230 Grad, während die Schuppenschicht über 250 Grad hinaus stabil bleibe.

unabhängig von der Gradzahl

Das eingeschlossene Wasser kocht und bildet Dampfbläschen im Faserinneren.

Ein 2022 im International Journal of Cosmetic Science erschienener, frei zugänglicher Aufsatz beschreibt den Vorgang so: Das Innere des Haares enthält rund zehn Prozent gebundenes Wasser; Hitzestress lässt dieses Wasser kochen, es bilden sich winzige Dampfbläschen im Haar, die Faser von innen verformen, indem sie Druck auf ihre Bestandteile ausüben, worauf das Haar seine Geschmeidigkeit verliert und sehr brüchig wird. Die Arbeit belegt die Bläschen und Risse mit Elektronenmikroskopie nach zehn Hitzezyklen bei 235 Grad.

Zwei Dinge sind an dieser Aufstellung wichtig. Erstens fällt die Temperaturspanne, in der die Fachliteratur das Schmelzen und die Denaturierung der Keratinstruktur ansiedelt, mit dem oberen Ende des Marktangebots zusammen: 220 bis 250 Grad dort, Höchstwerte bis 250 Grad hier. Zweitens liegen die von der Prüfstelle genannten 170 und 200 Grad unterhalb dieses Bereichs. Das heißt nicht, dass darunter nichts passiert – das gebundene Wasser verdunstet schon ab etwa 80 Grad und die Dampfbläschenbildung im Faserinneren ist bei 235 Grad mikroskopisch belegt. Es heißt, dass die Empfehlung der Prüfstelle einen Sicherheitsabstand zum Bereich des offenen Zerfalls einhält.

Sechs verbreitete Irrtümer zur Gradzahl

Rund um die Temperaturfrage haben sich Behauptungen festgesetzt, die sich an den Quellen nicht halten lassen. Die folgenden sechs sind die häufigsten. Zu jeder steht, was tatsächlich belegt ist.

Die Stiftung Warentest hat an einem Glätteisen 250 Grad gemessen.

Nein. Gemessen hat die Schweizer Schwesterzeitschrift Saldo an neun Haarglättern, veröffentlicht im Februar 2016; test.de hat den Befund wiedergegeben und ausdrücklich als fremden Test gekennzeichnet. Die eigenen Messungen der Stiftung Warentest aus dem Test 01/2019 betreffen sieben Haarglätter, und die dort genannte Temperaturzahl von über 90 Grad bezieht sich auf das Gehäuse eines Geräts, nicht auf die Platten.

Unter 120 Grad funktioniert das Glätten nicht.

Das steht so nicht in der Quelle. Der frei lesbare Satz lautet, das Haar glänze erst nach einer Behandlung mit Temperaturen von mehr als 120 Grad Celsius. Die Schwelle betrifft den Glanz, also das Flachbügeln der Schuppenschicht. Über die Formgebung selbst sagt der Satz nichts.

Stufe 2 entspricht ungefähr 170 Grad.

Bei dreizehn der siebzehn ausgewerteten Geräte mit Stufenwahl ist nirgends beziffert, welcher Temperatur eine Stufe entspricht. Eine Stufe ist eine Rastung auf einer geräteeigenen Skala. Dieselbe Stufe 2 kann auf einer Skala bis 200 Grad und auf einer Skala bis 250 Grad liegen und dann sehr unterschiedliche Werte bedeuten.

Ein höherer Höchstwert ist ein Qualitätsmerkmal.

Für die Frage dieser Seite ist eher das Gegenteil von Belang. Von den zwanzig ausgewerteten Geräten gehen vierzehn über die 200 Grad hinaus, die Stiftung Warentest für gesundes, kräftiges Haar nennt. Nützlich ist nicht der höchste, sondern der genau bezifferte Wert – und der niedrigste erreichbare, wenn das Haar fein oder gebleicht ist.

Die angezeigte Zahl ist die Temperatur an der Platte.

Angezeigt wird ein Sollwert. Ob die Platte ihn erreicht, überschreitet oder unterschreitet, und ob sie ihn über die gesamte Anwendung hält, sagt keiner der zwanzig Anbieter. Zwei Geräte zeigen nach eigener Angabe einen laufenden Messwert an, bei den übrigen achtzehn gibt es dazu keine Information.

Wenn der Hersteller 230 Grad nennt, sind 230 Grad in Ordnung.

Herstellerangabe und Prüfempfehlung beantworten verschiedene Fragen. Bemerkenswert ist, dass ein Markenhersteller in seiner eigenen, auf der Angebotsseite hinterlegten Anleitung die Grenze der Prüfstelle nahezu wörtlich wiederholt: 170 Grad oder darunter für feines, helles, blondes, gebleichtes oder gefärbtes Haar. Derselbe Hersteller nennt für dickes Haar 210 bis 230 Grad. Beide Zeilen stehen in einem Dokument.

So finden Sie die Zahl für Ihr eigenes Gerät

Wenn an der Skala keine Gradzahl steht, ist die Reihenfolge der Suche fast immer dieselbe. Zuerst die Bedienungsanleitung: Bei mehreren der ausgewerteten Geräte stand die Aufschlüsselung der Stufen dort und nur dort. Wer das gedruckte Heft nicht mehr hat, findet es meist als Dokument auf der Angebotsseite oder auf der Herstellerseite unter der genauen Modellnummer, die auf dem Typenschild am Kabelaustritt steht.

Zweitens die technischen Datenfelder. Sie tragen häufig ein Feld für die maximale Temperatureinstellung. Prüfen Sie dort zwei Dinge: ob eine Einheit dabeisteht und ob sie zum Rest der Angaben passt. Ein Feld ohne Einheit ist wertlos, ein Feld mit Fahrenheit gehört umgerechnet, und ein Feld, das dem Titel oder der Anleitung widerspricht, ist ein Warnzeichen für die Sorgfalt der ganzen Produktbeschreibung.

Drittens die Rechnung, wenn nur Spanne und Stufenzahl bekannt sind. Ein Gerät mit vierzehn Stufen von 100 bis 230 Grad hat eine Spanne von 130 Grad. Verteilt man sie gleichmäßig, liegen zwischen zwei Stufen rund zehn Grad, und die belegten 170 Grad lägen etwa auf Stufe sechs. Diese Rechnung ist eine Schätzung und keine Angabe, denn ob die Stufen gleichmäßig verteilt sind, sagt kein Anbieter. Sie ist trotzdem besser als eine Stufenempfehlung ohne jede Skalenkenntnis – und sie macht sichtbar, wie grob die Steuerung an einem Gerät ohne Bezifferung ist.

Viertens der Fall ohne jede Zahl. Drei der zwanzig Geräte haben eine feste Temperatur, ein weiteres regelt automatisch über Sensoren, ohne den Zielwert zu nennen. Hier gibt es nichts einzustellen. Für feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar heißt das, dass die belegten 170 Grad an diesen Geräten nicht erreichbar sind. Das ist eine Eigenschaft der Bauart und lässt sich nicht durch Bedienung ausgleichen.

Was diese Seite nicht beantwortet

  • Wie oft geglättet werden darf. Die Wiedergabe der Saldo-Untersuchung enthält dazu einen Tipp, und die Tippseite des Warentests einen zweiten. Beides betrifft die Anwendungshäufigkeit und damit die Nachbarfrage, nicht die Einstellfrage.
  • Ob und welches Hitzeschutzmittel sinnvoll ist. Die Tippseite äußert sich dazu, aber es ist eine Frage des Vorgehens und nicht der Gradzahl.
  • Wie eine Strähne geführt wird, wie viele Durchgänge nötig sind und in welcher Reihenfolge gearbeitet wird. Das ist Arbeitstechnik.
  • Wie sich geschädigtes Haar erholt und was dabei hilft. Das ist eine Pflegefrage und keine Temperaturfrage.
  • Welches Glätteisen das beste ist. Diese Seite vergleicht keine Geräte, kürt niemanden und spricht keine Kaufempfehlung aus.
  • Welche Noten die Stiftung Warentest den sieben geprüften Haarglättern gegeben hat. Die Ergebnistabelle ist kostenpflichtig und wird hier nicht nacherzählt.

Die Trennung ist absichtlich scharf gezogen. Diese Seite beantwortet die Frage, welche Zahl eingestellt wird, und sie beantwortet sie so genau, wie die Quellen es zulassen. Alles, was mit der Häufigkeit, dem Schutz und dem Vorgehen zu tun hat, gehört auf eine eigene Seite, weil es eine eigene Beleglage hat. Wer nach der Bauart sucht, wird in diesem Bereich ebenfalls fündig: Neben dem bereits genannten Feld gibt es eine Auswertung zu Geräten mit automatischer Abschaltung und ihren Abschaltzeiten , in der auch die Gehäusetemperatur als Leerstelle ausgezählt ist. Die hier mehrfach genannte Nachbarseite zu Häufigkeit, Vorgehen und Hitzeschutz ist der Ratgeber zum Glätten ohne Hitzeschäden. Wie die vier belegten Gradzahlen ihren Fundstellen zugeordnet sind, steht kompakt auf der Einstiegsseite zum Glätteisen mit der Zuordnung aller vier Gradzahlen.

Häufige Fragen zur Temperatur am Glätteisen

Welche Temperatur ist am Glätteisen die richtige?

Die Stiftung Warentest nennt zwei Werte, und beide stehen wörtlich in einer frei zugänglichen Pressemitteilung vom 18. Dezember 2018: Gesundes, kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius, feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar sollte nur mit rund 170 Grad Celsius behandelt werden. Das Wort rund gehört zu beiden Zahlen dazu. Wer zwischen zwei Stufen schwankt, nimmt die niedrigere und prüft am Ergebnis, ob sie reicht.

Was passiert bei zu hoher Temperatur?

Die Prüfstelle beschreibt die Folge in einem Satz: Sonst schmilzt die oberste Haarschicht, das Haar verliert seinen Glanz und wird strohig. Die Fachliteratur beschreibt denselben Vorgang genauer. Ein frei zugänglicher Aufsatz von 2026 nennt für den Bereich zwischen 220 und 250 Grad das Schmelzen und die Denaturierung der schraubenförmigen Keratinstruktur; oberhalb von 200 Grad zersetzen sich die schwefelhaltigen Aminosäuren, die Querverbindungen bilden.

Welche Temperatur bei feinem Haar?

Rund 170 Grad, und zwar nach zwei voneinander unabhängigen Fundstellen bei test.de sowie nach der Anleitung eines Markenherstellers, die feinem, hellem, blondem, gebleichtem oder gefärbtem Haar 170 Grad oder darunter zuordnet. Praktisch ist die Zahl nur an Geräten einstellbar, die ihre Stufen beziffern. Von den zwanzig für diese Seite ausgewerteten Geräten tun das vier von siebzehn mit Stufenwahl.

Welche Temperatur bei dickem Haar?

Hier gehen Prüfstelle und Hersteller auseinander. Die Stiftung Warentest nennt rund 200 Grad als Obergrenze für gesundes, kräftiges Haar und macht für dickes Haar keine Ausnahme. Die Anleitung eines Markenherstellers ordnet dickem, grobem, lockigem Haar 210 bis 230 Grad zu. Beide Angaben sind wörtlich belegt. Der Unterschied liegt in der Frage: Der Hersteller beschreibt, was das Gerät leisten kann, die Prüfstelle, was die Faser aushält.

Wie viel Grad sind 450 Fahrenheit?

232 Grad Celsius. Die Zahl taucht bei mehreren Geräten auf, weil sie die gängige amerikanische Rundzahl ist. Wer sie in einem deutschen Datenfeld findet, sollte sie umrechnen und nicht als Celsius-Wert lesen. Umgekehrt gilt dasselbe: Ein Datenfeld, das 230 Grad Fahrenheit nennt, meint rund 110 Grad Celsius – und das ist bei einem Haarglätter fast immer ein Einheitenfehler und keine echte Angabe.

Warum sagt mein Glätteisen nicht, welche Stufe wie viel Grad hat?

Weil es niemand vorschreibt. Von siebzehn ausgewerteten Geräten mit Stufenwahl beziffern nur vier jeden einzelnen Wert. Bei den anderen dreizehn steht ausschließlich eine Spanne oder eine Stufenzahl. Ein zweiter Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich trotzdem: Bei mehreren Geräten stand die Aufschlüsselung dort und nicht im Angebot.

Ab wann glänzt das Haar?

Der frei lesbare Teil der Testseite von Januar 2019 nennt dafür eine eigene Schwelle: Das Haar glänzt erst nach einer Behandlung mit Temperaturen von mehr als 120 Grad Celsius, und mit heißeren Platten glänzt es mehr. Der beschriebene Mechanismus ist das Flachbügeln der abstehenden Schuppen unter Hitze und Druck, sodass sie sich wie ein Mantel um die inneren Fasern legen.

Ist eine feste Temperatur besser als eine einstellbare?

Das hängt am Haar. Drei der zwanzig ausgewerteten Geräte haben eine feste Temperatur: zweimal 185 Grad, einmal 220 Grad. Ein fester Wert nimmt die Fehlbedienung aus dem Spiel und liefert eine Zahl, die tatsächlich bekannt ist. Er nimmt aber auch die Möglichkeit, für feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar auf rund 170 Grad herunterzugehen. Wer diesen Haartyp hat, kauft mit einem festen Wert eine Festlegung, die sich nicht korrigieren lässt.

Gilt die 200-Grad-Angabe auch für Lockenstäbe und Curler?

Die Pressemitteilung vom Dezember 2018 leitet den Absatz mit den Worten ein, das sei wichtig für alle, die glätten oder locken. Der Test umfasste sechzehn Geräte, darunter sieben Haarglätter sowie neun Lockengeräte. Die genannten Temperaturgrenzen beziehen sich auf das Haar und nicht auf eine Bauform.

Woran erkenne ich eine erfundene Temperaturangabe?

An drei fehlenden Angaben. Eine belastbare Zahl nennt die Stelle, die sie ermittelt hat, das Jahr und den Prüfgegenstand. Fehlt eines davon, ist die Zahl nicht überprüfbar. Der häufigste Fall in diesem Warenbereich ist die Zuschreibung der 250 Grad an die Stiftung Warentest; gemessen hat sie die Schweizer Zeitschrift Saldo im Jahr 2016 an einem einzelnen Gerät auf höchster Stufe.

Datenstand und Prüfweg: Alle Angaben dieser Seite wurden am 26.08.2026 an den Originalquellen abgerufen und gegengelesen. Die Temperaturgrenzen stammen aus der frei zugänglichen Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 18.12.2018, aus der frei lesbaren Übersichtsseite des Haarglätter-Tests vom 18.01.2019 und aus dessen frei zugänglicher Unterseite mit den Anwendungstipps. Die Angabe zu 250 Grad stammt aus der Wiedergabe einer Untersuchung der Schweizer Zeitschrift Saldo auf test.de vom 16.02.2016 und ist ausdrücklich kein Test der Stiftung Warentest. Ergebnistabellen, Noten und Rangfolgen sind kostenpflichtig und werden nicht wiedergegeben. Die Angaben zum Verhalten des Haarkeratins stammen aus zwei begutachteten, frei zugänglichen Fachaufsätzen. Die Geräteangaben wurden vier Vergleichsseiten dieses Bereichs entnommen und beziehen sich auf Anbieterangaben und hinterlegte Herstellerunterlagen, nicht auf eine eigene Messung: Es wurde kein Gerät gekauft, eingeschaltet oder an Haar geführt. Diese Seite ist kein Hands-on-Test. Sie ersetzt keine Bedienungsanleitung; im Zweifel gilt die Angabe des Herstellers für das konkrete Gerät.

Clara Busch

Verantwortlich für diesen Beitrag

Clara Busch

Fachredakteurin Familie & Haustiere

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
26.08.2026
Zuletzt aktualisiert
26.08.2026
Verfügbarkeit geprüft
26.08.2026

Datenbasis: Herstellerangaben und Produktdatenblätter, öffentlich einsehbare Händlerdaten zu Preis und Verfügbarkeit sowie die aggregierte Bewertungslage. Vor jeder Aktualisierung prüfen wir, ob die verlinkten Produkte noch bestellbar sind, und tauschen aus, was nicht mehr lieferbar ist.

Was zuletzt geändert wurde

  • 26.08.2026: Ersterstellung als Ratgeber zur Einstellfrage. Sechs Quellen am Prüftag einzeln über Direktadressen abgerufen und im Volltext gegengelesen: die Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 18.12.2018, die Übersichtsseite des Haarglätter-Tests vom 18.01.2019, dessen frei zugängliche Unterseite mit den Anwendungstipps, die Wiedergabe einer Saldo-Untersuchung auf test.de vom 16.02.2016 sowie zwei begutachtete, frei zugängliche Fachaufsätze zum Verhalten von Haarkeratin unter Wärme.
  • 26.08.2026: Die beiden Kernwerte im Wortlaut übernommen. Gesundes, kräftiges Haar verträgt rund 200 Grad Celsius; feines, gebleichtes oder geschädigtes Haar sollte nur mit rund 170 Grad Celsius behandelt werden. Der Satz steht in der Pressemitteilung und sinngemäß ein zweites Mal auf der Tippseite des Tests sowie ein drittes Mal auf der Testübersicht. Das Wort rund wird an jeder Fundstelle mitgeführt.
  • 26.08.2026: Die 120-Grad-Angabe im Wortlaut geprüft und gegen ihre verbreitete Fehlwiedergabe abgegrenzt. Der frei lesbare Satz lautet, das Haar glänze erst nach einer Behandlung mit Temperaturen von mehr als 120 Grad Celsius und mit heißeren Platten mehr. Die Schwelle betrifft ausdrücklich den Glanz, nicht die Formgebung. Die Lesart, unterhalb von 120 Grad funktioniere das Glätten nicht, ist von der Quelle nicht gedeckt und wird auf der Seite ausdrücklich zurückgewiesen.
7 ältere Änderungen anzeigen
  • 26.08.2026: Die Zuordnung der 250 Grad richtiggestellt. Gemessen hat die Schweizer Schwesterzeitschrift Saldo an neun Haarglättern, wiedergegeben auf test.de am 16.02.2016. Es ist kein Test der Stiftung Warentest. Der Höchstwert betraf den Remington Frizz Therapy S8510 auf höchster Stufe.
  • 26.08.2026: Eigene Auszählung von zwanzig Modellen aus vier Vergleichsseiten dieses Bereichs, jeweils fünf je Seite, auf Grundlage der Anbieterangaben und der hinterlegten Herstellerunterlagen. Ergebnis: Alle zwanzig nennen einen Höchstwert, die Spanne reicht von 185 bis 250 Grad, vierzehn liegen über 200 Grad. Drei Modelle haben eine feste Temperatur. Von den siebzehn mit Stufenwahl beziffern nur vier jede einzelne Stufe. Eine Aufheizzeit mit zugehöriger Zieltemperatur nennt eines, die Gehäusetemperatur nennt keines.
  • 26.08.2026: Die Angabe aus dem Auftrag, die Höchsttemperaturen verteilten sich auf BaByliss ST482E mit 230, Rowenta mit 230, NORDWERK mit 235 und LANDOT mit 250 Grad, ließ sich so nicht bestätigen und wurde nicht übernommen. Nach den Quellenangaben der Vergleichsseiten gilt: BaByliss ST482E 235 Grad, Rowenta SF7660F0 200 Grad, NORDWERK SafeGlide Touch 250 Grad, LANDOT HS168 230 Grad. Die Spanne von 185 bis 250 Grad bleibt davon unberührt.
  • 26.08.2026: Der Einheitenfehler eines Markenherstellers aufgenommen. Das technische Datenfeld für die maximale Temperatureinstellung trägt den Wert 230 Grad Fahrenheit, also rund 110 Grad Celsius, während die auf derselben Angebotsseite hinterlegte Anleitung bis 230 Grad Celsius nennt. Dieselbe Anleitung staffelt nach Haartyp mit 210 bis 230 Grad für dickes, 180 bis 200 Grad für normales und 170 Grad oder darunter für feines, helles, blondes, gebleichtes oder gefärbtes Haar.
  • 26.08.2026: Zwei begutachtete, frei zugängliche Fachaufsätze zur Frage aufgenommen, warum Haar bei diesen Temperaturen leidet. Belegt sind die Zersetzung schwefelhaltiger Aminosäuren oberhalb von 200 Grad, das Schmelzen und die Denaturierung der Alpha-Helix im Bereich von 220 bis 250 Grad, die Verdunstung des gebundenen Wassers ab etwa 80 Grad und die Bildung von Dampfbläschen im Faserinneren. Für den Bereich zwischen 170 und 200 Grad nennt die Fachliteratur keinen eigenen Schwellenwert; das wird auf der Seite ausdrücklich vermerkt.
  • 26.08.2026: Abgrenzung zur Nachbarseite über Hitzeschäden festgelegt und eingehalten. Diese Seite beantwortet ausschließlich die Frage nach der einzustellenden Gradzahl. Anwendungshäufigkeit, Hitzeschutzmittel, Arbeitstechnik und Regeneration werden nicht ausgeführt, sondern in einem eigenen Abschnitt als Nachbarfragen benannt.
  • 26.08.2026: Auf jede Note, jede Rangfolge und jede Wiedergabe der kostenpflichtigen Ergebnistabellen verzichtet. Keine Produkttabelle mit Kauflinks, keine Preisangaben, keine Auszeichnung eines einzelnen Modells. Die Modellaufstellung ist als Auszählung von Anbieterangaben gekennzeichnet.

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