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Mikrowelle reinigen 2026: Dampfmethode und Glimmerplatte

Datenbasiert · kein Hands-on-Test

Dampfmethode nach Herstellerangabe: 300 ml Wasser, eine halbe Zitrone, 10 Minuten bei voller Leistung. Dazu Geruch, Glimmerplatte und was verboten ist.

Redaktionell geprüft
Quellenbasierte Einordnung
Aktualisiert 22.08.2026
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Autor & Redaktion
Sarah Leitner
Verantwortliche Redaktion
Sarah Leitner

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Stand des Artikels
Veröffentlicht
22.08.2026
Aktualisiert
22.08.2026

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Datenbasiert · kein Hands-on-Test · Datenstand 22.08.2026

Zuerst die Zahl, die im Netz fehlt: Von elf Original-Bedienungsanleitungen aus acht Marken nennt genau eine Wassermenge in Millilitern. Es sind 300, zusammen mit einer halben Zitrone, 10 Minuten Laufzeit und 100 Prozent Leistung. Alle anderen schreiben eine Tasse. Und für die Glimmerplatte, das Bauteil, das nach dem Reinigen am häufigsten Funken schlägt, steht in keiner einzigen Anleitung eine Reinigungsanweisung.

Worum es hier geht: Dieser Ratgeber beschreibt das Reinigen einer Mikrowelle nicht aus Erfahrung, sondern aus den Bedienungsanleitungen der Geräte selbst. Ausgewertet wurden am 22.08.2026 elf Handbücher von acht Marken, die in diesem Bereich verbreitet sind: Severin, Panasonic, Bauknecht, Samsung, Bomann, Respekta, Exquisit und PKM. Jede Mengen-, Zeit- und Leistungsangabe im Text steht so in einem dieser Dokumente und ist der jeweiligen Marke zugeordnet. Wo die Hersteller schweigen oder sich widersprechen, steht das ebenfalls da, statt durch eine glatte Faustregel ersetzt zu werden. Dazu kommen das Bundesamt für Strahlenschutz für die Sicherheitsfragen, das Umweltbundesamt und die Verbraucherzentrale für die Hausmittel und eine Arbeit aus dem Journal of Chemical Education für den Siedeverzug. Dieser Text enthält keine Produktempfehlungen und keine Affiliate-Links.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dampfmethode ist die einzige, die Hersteller überhaupt beschreiben. Sechs der elf ausgewerteten Anleitungen nennen sie, immer mit Wasser und in vier Fällen mit Zitrone. Essig, Natron und Zitronensäure kommen in keiner einzigen vor.
  • 300 ml Wasser, eine halbe Zitrone, 10 Minuten bei 100 Prozent. Das ist die genaueste Angabe im Feld und stammt aus der Anleitung der Respekta MW 800. Samsung nennt dieselbe Laufzeit auf höchster Stufe, gibt aber nur eine Tasse an.
  • Die kurze Variante sind 5 Minuten. PKM, Bomann und die Respekta MW 700 nennen jeweils rund 5 Minuten, Respekta ausdrücklich bei mittlerer Leistungsstufe. Zwischen den Extremen liegt der Faktor vier bei der Zeit.
  • Eine Einwirkzeit nennt keine der elf Anleitungen. Vier sagen sinngemäß anschließend auswischen, Samsung als einzige: warten, bis das Gerät abgekühlt ist. Wer sofort wischt, arbeitet mit heißem Dampf im Garraum.
  • Die Glimmerplatte ist der teuerste Fehler. Nur Bomann und PKM benennen das Bauteil, beide ausschließlich mit dem Verbot, es zu entfernen. Eine Reinigungsanweisung dafür gibt es nirgends. Feuchtes Schrubben weicht die Platte auf, und das ist der häufigste Grund für Funken nach dem Reinigen.
  • Sieben von acht Marken verbieten den Dampfreiniger. Sechs verbieten außerdem Wasser in den Lüftungsöffnungen, Samsung in Großbuchstaben. Scheuermittel, Stahlwolle und Metallschaber schließen alle acht aus.
  • Sauberkeit ist hier eine Sicherheitsfrage. Exquisit und PKM schreiben fast wörtlich gleich, mangelhafte Sauberkeit könne die Oberfläche zerstören, die Lebensdauer verkürzen und zu gefährlichen Situationen führen. Bauknecht rät, den Grill monatlich zehn Minuten laufen zu lassen, um Spritzer abzubrennen und die Brandgefahr zu mindern.
  • Siedeverzug ist real und beim Dampfreinigen der Normalfall. Vier Marken warnen ausdrücklich davor, eine Arbeit im Journal of Chemical Education beschreibt und misst den Effekt. Die Gegenmaßnahme ist ein hitzebeständiger Glasstab im Gefäß.
  • Beim Drehteller widersprechen sich die Hersteller offen. Bomann, Panasonic und Bauknecht erlauben die Spülmaschine, Severin verbietet sie für Glasdrehteller, Antrieb und Grillrost ausdrücklich. Hier entscheidet die eigene Anleitung, nicht die Regel.
  • Ein Reinigungsintervall in Tagen nennt niemand. Drei Marken schreiben nach jedem Gebrauch, fünf schreiben regelmäßig. Wer eine feste Wochenregel sucht, findet sie in keiner Anleitung, sondern nur in Ratgebern.

Warum Sauberkeit hier funktional ist und nicht nur ästhetisch

Bei den meisten Küchengeräten ist Putzen eine Frage des Anspruchs. Bei der Mikrowelle ist es eine Frage der Physik. Mikrowellen werden von Wasser und von organischem Material absorbiert, und genau das ist eine eingebrannte Kruste an der Garraumdecke. Sie nimmt bei jedem Betrieb Energie auf, die nicht ins Essen geht, erhitzt sich lokal deutlich stärker als die Metallwand daneben und verkohlt mit der Zeit. Verkohltes Material verhält sich elektrisch anders als frisches Fett. An scharfen Kanten einer solchen Kruste kann es zu Überschlägen kommen, und das sieht man dann als kurzes Blitzen im Garraum.

Zwei Hersteller schreiben den Zusammenhang direkt in ihre Anleitungen, und sie tun es in fast identischer Formulierung. Exquisit: Mangelhafte Sauberkeit des Kochgerätes kann zu einer Zerstörung der Oberfläche führen, die ihrerseits die Gebrauchsdauer beeinflusst und möglicherweise zu gefährlichen Situationen führt. PKM: Wenn Sie das Gerät nicht in einem sauberen Zustand halten, können die Oberflächen des Gerätes abnutzen, was die Lebensdauer des Gerätes verringert und ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen kann. Das ist die Standardformulierung aus der Gerätenorm, aber sie steht nicht ohne Grund dort.

Bauknecht wird in der Anleitung der MW 39 WSL konkreter und nennt das Wort, das die anderen umschreiben. Dort steht, der Grillstab müsse nicht gereinigt werden, weil die intensive Hitze jeden Spritzer verbrenne, die darüberliegende Garraumwand dagegen schon. Und wer den Grill selten benutzt, soll ihn einmal im Monat zehn Minuten einschalten, um Spritzer abzubrennen und somit eine Brandgefahr zu mindern. Bei Kombigeräten mit Grill oder Heißluft ist die Decke deshalb die kritischste Fläche im ganzen Garraum. Welche Bauarten es überhaupt gibt und worin sie sich unterscheiden, ordnet der Überblick über Mikrowellen und ihre Bauformen ein.

Der zweite funktionale Punkt sitzt an der Tür. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt, dass trotz guter Abschirmung in der Umgebung von Sichtblende und Tür eine geringe Leckstrahlung auftritt, für die ein Emissionsgrenzwert von 5 Milliwatt pro Quadratzentimeter in 5 Zentimeter Abstand von der Geräteoberfläche gilt. Bei den Messungen der Behörde lag sie im Mittel bei 1 Prozent dieses Wertes, und bei technisch einwandfreien Geräten besteht danach keine gesundheitliche Gefahr. Der entscheidende Halbsatz ist technisch einwandfrei. Bei sichtbaren mechanischen Veränderungen an der Tür oder Verschleiß durch intensive Benutzung empfiehlt das Amt eine Überprüfung durch den Kundendienst. Speisereste, die auf der Dichtfläche antrocknen und die Tür einen Bruchteil eines Millimeters aufhalten, sind genau die Art von Veränderung, die niemand bemerkt. Deshalb steht in vier Anleitungen die Türdichtung als eigener Punkt und nicht als Nebensatz.

Die Dampfmethode Schritt für Schritt

Die folgende Abfolge ist aus den Anleitungen zusammengesetzt, nicht aus Erfahrung. Jede Zahl darin steht wörtlich in einem der elf Handbücher, und wo sich zwei Hersteller widersprechen, sind beide Varianten genannt. Der Grundgedanke ist immer derselbe: Dampf weicht angetrocknete Spritzer auf, damit sie sich ohne Scheuern abwischen lassen. Bauknecht formuliert das in einem Satz, der die ganze Methode erklärt: Der Dampf weicht die Schmutzflecken auf.

  1. Netzstecker stecken lassen und das Gerät leer räumen, Drehteller und Rollring bleiben drin. Samsung beschreibt die Tasse ausdrücklich mittig auf dem Drehteller.
  2. Eine tiefe, mikrowellengeeignete Schüssel wählen. Respekta und PKM nennen genau das: mikrowellenfest und tief. Kein Metall, kein verschlossener Behälter. Severin verbietet das Erwärmen in verschlossenen Behältern ausdrücklich, weil sie platzen können.
  3. 300 ml Wasser einfüllen und eine halbe Zitrone hineingeben. Das ist die einzige Millilitermenge, die in den elf ausgewerteten Anleitungen überhaupt steht; sie stammt aus der Respekta MW 800. Alle anderen sagen eine Tasse.
  4. Einen hitzebeständigen Glasstab mit in die Schüssel stellen. Severin, Panasonic und Bomann nennen das als Mittel gegen Siedeverzug, Bomann mit dem Zusatz: nicht metallisch.
  5. 10 Minuten bei voller Leistung starten. Respekta MW 800 schreibt 100 Prozent, Samsung höchste Leistungsstufe. Wer ein kleines Solo-Gerät hat, kann auch die kürzere Variante nehmen: 5 Minuten bei mittlerer Leistungsstufe, so steht es in der Respekta MW 700.
  6. Die Tür während des gesamten Laufs geschlossen lassen. Das Wasser braucht laut Bauknecht 2 bis 3 Minuten bis zum Kochen; die restlichen Minuten sind Dampfzeit, nicht Aufheizzeit.
  7. Nach dem Signalton warten. Samsung nennt als einziger Hersteller einen Zeitpunkt für den nächsten Schritt und beschreibt ihn als Zustand statt als Minutenzahl: warten, bis das Gerät abgekühlt ist, dann die Tür öffnen und den Garraum reinigen.
  8. Die Schüssel ohne Ruck herausnehmen. Sie enthält kochend heißes Wasser, und Siedeverzug tritt gerade beim Herausnehmen auf.
  9. Jetzt erst den Netzstecker ziehen. Alle acht Marken verlangen das vor dem eigentlichen Reinigen, PKM und Bomann mit ausdrücklichem Hinweis auf Stromschlaggefahr.
  10. Decke, Seitenwände und Boden mit einem weichen, feuchten Tuch auswischen. Bei hartnäckigen Stellen ein mildes Spülmittel, kein Scheuermittel, kein Backofenspray, kein Metallschaber.
  11. Türinnenseite, Türrahmen und Dichtflächen getrennt abwischen. Samsung, PKM, Respekta und Severin nennen diese Stelle jeweils in einem eigenen Punkt, weil dort Reste die Türverriegelung stören.
  12. Drehteller und Rollring abnehmen, die Vertiefung im Geräteboden auswischen und beide Teile abwaschen. Danach richtig wieder einsetzen.
  13. Alles trocken nachwischen. Panasonic begründet das mit Korrosion: Um das Gerät vor Korrosion im Garraum oder an der Tür durch Kondenswasser zu schützen, nach jedem Gebrauch gründlich trockenwischen. Severin ergänzt, die Tür danach noch einige Zeit offen stehen zu lassen.

Zwei Punkte darin werden regelmäßig falsch gemacht. Der erste ist das Gefäß. Respekta und PKM verlangen ausdrücklich eine tiefe, mikrowellenfeste Schüssel, und Severin verbietet das Erwärmen in verschlossenen Behältern, weil sie platzen können. Ein Schraubglas mit lose aufgelegtem Deckel ist damit die schlechteste aller Möglichkeiten. Welche Materialien im Garraum überhaupt zulässig sind und woran sich das erkennen lässt, klärt der Ratgeber zu mikrowellengeeignetem Geschirr und seinen Kennzeichnungen an den Kennzeichen der Hersteller.

Der zweite Punkt ist die Reihenfolge von Stecker und Tuch. Alle acht Marken verlangen, das Gerät vor dem Reinigen vom Netz zu trennen, PKM und Bomann mit ausdrücklichem Hinweis auf Stromschlaggefahr. Wer den Stecker vor dem Dampfgang zieht, kann den Dampfgang nicht starten; wer ihn nie zieht, wischt an einem Gerät unter Spannung. Deshalb steht der Netzstecker in dieser Anleitung an Position neun und nicht an Position eins. Und noch ein Detail aus den Anleitungen, das sonst niemand nennt: Bomann und PKM raten, die Tür beim Reinigen des Bedienfelds offen zu lassen, damit sich das Gerät nicht versehentlich einschalten lässt.

Zitrone, Essig, Natron oder Zitronensäure

Die Autovervollständigung der Suchmaschinen kennt vier Hausmittel für diese Aufgabe. Die Bedienungsanleitungen kennen eines. In elf ausgewerteten Handbüchern kommt Zitrone beziehungsweise Zitronensaft viermal namentlich vor, jeweils in Verbindung mit Wasser. Essig, Zitronensäure und Natron kommen als Reinigungsmittel kein einziges Mal vor. Das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht funktionieren, aber es ist der Grund, warum die folgende Tabelle für drei der vier Mittel in den Spalten Menge und Dauer leer bleibt.

MittelWas es tatsächlich löstBelegte MengeBelegte DauerVorsicht bei
Wasser purDer Dampf weicht angetrocknete Spritzer auf. Er löst nichts chemisch, er quillt sie. Genau so steht es in der Anleitung der Bauknecht MW 39 WSL: Der Dampf weicht die Schmutzflecken auf.eine Tasse, bei Bauknecht ohne jeden Zusatz2 bis 3 Minuten, bis das Wasser kochtWirkt gegen Antrocknung, nicht gegen Geruch. Wer nur Flecken lösen will, braucht nichts anderes als das.
Zitrone und ZitronensaftDas einzige Mittel, das in den ausgewerteten Anleitungen überhaupt vorkommt. Vier von acht Marken nennen es namentlich, immer zusammen mit Wasser und immer auch gegen Geruch. Die Säure wirkt schwach, der Duft überlagert Altgerüche.300 ml Wasser plus eine halbe Zitrone laut Respekta MW 800, eine Tasse Wasser mit Saft und Schale einer Zitrone laut PKM5 Minuten bei Bomann, PKM und Respekta MW 700, 10 Minuten bei Respekta MW 800 und SamsungZitronensaft ist eine Säure. Für den Garraum geben vier Hersteller ihn in dieser Verdünnung ausdrücklich frei, für die Türdichtung tut das keiner von ihnen.
Essig und EssigreinigerLöst Kalk. Gegen eingebrannte Speisereste arbeitet er über denselben Dampf wie reines Wasser, nicht über eine Zusatzwirkung. In keiner der elf Anleitungen wird Essig als Reinigungsmittel erwähnt.keine Herstellerangabe vorhandenkeine Herstellerangabe vorhandenDas Umweltbundesamt rät von Essigessenz in selbst gemischten Reinigern ab: Sie ist ätzend und kann Armaturen und andere verchromte Teile schädigen. Die Verbraucherzentrale schließt säureempfindliche Materialien wie Marmor aus. Panasonic verlangt für Türdichtungen ausdrücklich milde Mittel.
ZitronensäureEntkalkt stärker als Speiseessig und riecht praktisch nicht. Verbraucherzentrale und Umweltbundesamt führen sie als das saure Basismittel des Haushalts, das einen Essigreiniger ersetzen kann.keine Herstellerangabe für Mikrowellenkeine Herstellerangabe für MikrowellenIm Garraum sitzt selten Kalk, sondern Fett und Eiweiß. Dagegen richtet Zitronensäure nichts aus. Sie ist das Mittel für Wasserkocher und Armaturen, nicht für die Mikrowelle.
Natron und BackpulverIn keiner der elf Anleitungen erwähnt und auch in der Vier-Mittel-Liste der Verbraucherzentrale nicht enthalten. Als Paste angerührt wirkt es vor allem mechanisch, also scheuernd.keine belastbare Angabekeine belastbare AngabeGenau die mechanische Wirkung ist hier das Problem. Alle acht Marken verbieten Scheuermittel im Garraum. Wer Natronpaste aufreibt, tut das, was die Anleitung ausschließt.

Zur Ehrlichkeit gehört, was die Zitrone im Garraum wirklich tut. Sie löst kaum etwas chemisch. Zitronensaft hat einen pH-Wert im sauren Bereich, aber gegen polymerisiertes Fett an der Garraumdecke richtet eine so schwache Säure in zehn Minuten wenig aus. Die Arbeit macht der Dampf, und den erzeugt reines Wasser genauso. Was die Zitrone zusätzlich leistet, ist der Geruch, und genau deshalb steht sie in drei der vier Anleitungen im Abschnitt über Gerüche und nicht im Abschnitt über Flecken. Bauknecht trennt das als einziger Hersteller sauber: Wasser gegen Flecken, Wasser mit Zitronensaft gegen Geruch.

Beim Essig ist die Materialfrage die interessantere. Belegt ist eine Warnung, und sie betrifft die konzentrierte Form. Das Umweltbundesamt schreibt, beliebte Bestandteile von selbst gemischten Reinigern wie Orangenöl oder Essigessenz seien nicht zu empfehlen, und begründet das für die Essigessenz damit, dass sie ätzend ist und Armaturen sowie andere verchromte Teile schädigen kann. Die Verbraucherzentrale führt Essigreiniger und Zitronensäure zwar als eines von vier Basismitteln des Haushalts, schließt aber säureempfindliche Materialien wie Marmor ausdrücklich aus. Für die Mikrowelle kommt die Türdichtung dazu: Panasonic verlangt für Türdichtungen und Dichtungsflächen milde Reinigungsmittel, weil diese sonst angegriffen und beschädigt werden könnten.

Was daraus nicht folgt, ist der oft gelesene Satz, Essig zerstöre die Dichtung. Eine Messung, die das für fünfprozentigen Speiseessig zeigt, ließ sich am Datenstand nicht finden. Was sich sagen lässt, ist zweierlei: Die konzentrierte Essigessenz ist nach Behördenangabe ätzend und materialschädigend, und der Hersteller selbst verlangt für die Dichtung milde Mittel. Wer beides zusammennimmt, hält Säure jeder Art von der Dichtung fern und arbeitet dort mit klarem Wasser. Das ist eine Vorsichtsregel aus zwei belegten Aussagen und keine Materialprüfung, und so sollte sie auch gelesen werden. Für Natron gilt etwas anderes: Es wirkt als Paste vor allem mechanisch, und mechanisches Scheuern ist im Garraum von allen acht Marken ausgeschlossen.

Was die acht Hersteller schreiben und wo sie sich widersprechen

Für diesen Text wurden am 22.08.2026 elf Original-Bedienungsanleitungen aus acht Marken einzeln als PDF geöffnet und auf ihre Reinigungskapitel ausgewertet. Sieben der acht Marken stellen mindestens ein Handbuch auf einer eigenen Adresse zum Download bereit, also auf der Herstellerseite selbst oder auf dem eigenen Dokumentenserver. Bei PKM war am Datenstand auf der Unternehmensseite kein Handbuch zu finden; das Dokument selbst kursiert über Händler- und Anleitungsportale. Die folgende Tabelle zeigt, was in den Reinigungskapiteln steht.

MarkeModellWas in der Anleitung stehtMengeDauerLeistung
RespektaMW 800 (Einbau)halbe Zitrone in einer Schüssel, als Reinigungstipp für die Innenwände300 ml Wasser10 Minuten100 Prozent Mikrowellenleistung
RespektaMW 700 (Unterbau)Saft oder Schale einer Zitrone, ausdrücklich gegen Gerücheeine Tasse Wasser5 Minutenmittlere Leistungsstufe
SamsungMG23K3513AWverdünnter Zitronensaft, mittig auf dem Drehteller, gegen hartnäckige Verschmutzungen und Gerucheine Tasse10 Minutenhöchste Leistungsstufe
PKMMW 800-20B EBSaft und Schale einer Zitrone in einer tiefen mikrowellengeeigneten Schüssel, gegen Gerücheeine Tasse Wasser5 Minutenkeine Angabe
BomannMWG 6015 CBWasser mit Zitronensaft in einer mikrowellengeeigneten Schale, gegen unangenehme Gerüchekeine Angabeetwa 5 Minutenkeine Angabe
BauknechtMW 39 WSLeine Tasse Wasser zum Kochen bringen, damit der Dampf die Flecken aufweicht; mit Zitronensaft zusätzlich gegen Gerucheine Tasse Wasser2 bis 3 Minuten für Flecken, ein paar Minuten für Geruchkeine Angabe
PanasonicNN-A524 und NN-GD87keine Dampfmethode. Nur feuchtes Tuch, mildes Mittel, Türdichtung ausdrücklich mildentfälltentfälltentfällt
SeverinMW 7893 und MW 7781keine Dampfmethode. Ausdrücklich: Das Gerät darf nicht mit Flüssigkeiten behandelt werdenentfälltentfälltentfällt
ExquisitMW 9025H-3keine Dampfmethode. Feuchtes Tuch, bei starker Verschmutzung mildes Mittelentfälltentfälltentfällt

Der auffälligste Widerspruch steht innerhalb einer einzigen Marke. Respekta beschreibt in der Anleitung der MW 800 einen Reinigungstipp mit 300 ml Wasser, einer halben Zitrone, 10 Minuten und 100 Prozent Mikrowellenleistung. In der Anleitung der MW 700 desselben Hauses steht für dieselbe Methode eine Tasse Wasser, 5 Minuten und mittlere Leistungsstufe. Beide Geräte sind Mikrowellen mit ähnlicher Leistungsklasse. Wer beide Anleitungen liest, erhält für dieselbe Aufgabe zwei Anweisungen, die sich in Zeit und Leistung um jeweils den Faktor zwei unterscheiden.

Der zweite Widerspruch betrifft die Spülmaschine und ist praktisch relevanter. Bomann schreibt, den Glasteller in einem warmen Spülbad oder in der Geschirrspülmaschine zu reinigen. Panasonic erlaubt lauwarmes Seifenwasser oder die Spülmaschine ebenfalls. Bauknecht schreibt, alle Zubehörteile außer der Crisp-Platte seien spülmaschinenfest. Severin dagegen schreibt in der Anleitung der MW 7781 wörtlich, Glasdrehteller, Antrieb und Grillrost seien im Spülwasser zu reinigen und nicht in der Spülmaschine. Exquisit hält den Rollenring für spülmaschinengeeignet, sagt zum Drehteller aber nur, er lasse sich mit handelsüblichen Reinigungsmitteln säubern. Vier Marken, vier Formulierungen, zwei gegensätzliche Antworten auf eine Ja-Nein-Frage.

Einig sind sich die acht dagegen an drei Stellen, und diese drei sind deshalb die belastbarsten Aussagen des ganzen Themas. Erstens: kein Scheuermittel, keine Stahlwolle, keine Drahtbürste, kein Metallschaber. Zweitens: kein Dampfreiniger, ausdrücklich bei sieben der acht Marken. Drittens: kein Wasser in die Lüftungs- oder Belüftungsöffnungen, genannt von sechs Marken. Alles andere in diesem Themenfeld ist Auslegung; diese drei sind Herstellervorgabe.

Die Glimmerplatte: der häufigste Fehler

An der rechten Seitenwand oder unter der Decke fast jeder Mikrowelle sitzt ein kleines, hellbraunes Plättchen, das aussieht wie ein Stück dünner Karton oder Pappe. Es ist weder Karton noch Schmutz, sondern die Abdeckung des Hohlleiters, also der Öffnung, durch die Mikrowellen aus dem Magnetron in den Garraum eintreten. Das Material heißt Glimmer, in englischsprachigen Anleitungen mica. Es ist hitzebeständig, es ist für Mikrowellen durchlässig, und es ist ausgesprochen weich, sobald es feucht wird.

Von den acht ausgewerteten Marken benennen genau zwei dieses Teil. Bomann führt es als Teil 10 der Geräteübersicht unter dem Namen Glimmerscheibe und schreibt an zwei verschiedenen Stellen der Anleitung denselben Satz: Auch die Glimmerscheibe im Garraum ist Bestandteil des Gerätes und darf nicht entfernt werden. Sie schützt das dahinter befindliche elektronische Bauteil vor Verschmutzungen. Direkt daneben steht im Übersichtsbild der Aufdruck, den viele schon einmal auf der Platte selbst gesehen haben: Mikrowellenenergie, diese Abdeckung nicht entfernen. PKM formuliert es zweimal als ausdrückliches Verbot: Entfernen Sie niemals die Mica-Platte, die den Wellenleiter in der Backröhre abdeckt.

Was in keiner der elf Anleitungen steht, ist eine Reinigungsanweisung für dieses Teil. Nicht bei Bomann, nicht bei PKM, und bei den übrigen sechs Marken kommt es nicht einmal vor. Das ist der eigentliche Befund dieses Abschnitts: Ausgerechnet für das Bauteil, das nach einer Reinigung am häufigsten Ärger macht, gibt es keine Herstellervorgabe. Wer die Anleitung korrekt befolgt, wischt Wände, Decke, Boden, Tür und Dichtung und erhält für die Platte keine Aussage.

Praktisch heißt das: Die Platte wird nicht geschrubbt, nicht eingeweicht, nicht mit Reinigungsmittel behandelt und auf keinen Fall abgenommen. Wenn überhaupt, wird sie trocken und ohne Druck abgetupft. Der Grund ist die Struktur des Materials. Glimmer besteht aus dünnen, aufeinanderliegenden Schichten. Wird die Platte feucht bearbeitet, quellen die Ränder auf, die Oberfläche raut auf, und in genau diesen Rauigkeiten setzt sich beim nächsten Aufwärmen Fett fest. Beim übernächsten Betrieb verkohlt das Fett, und dann blitzt es. Dass dieser Ablauf so stattfindet, ist Erfahrungswissen aus der Gerätereparatur und steht in keinem Handbuch. Belegt ist nur die Funktion, die Bomann beschreibt: Die Platte schützt das Bauteil dahinter vor Verschmutzung.

Wenn die Platte bereits verfärbt, wellig, angekokelt oder eingerissen ist, hilft kein Putzen mehr. Dann ist sie ein Ersatzteil, und der Wechsel gehört in Fachhände, weil dabei eine Abdeckung entfernt wird, die den Schutz gegen Mikrowellenenergie sicherstellt. Severin schreibt genau dazu, es sei für alle außer den Fachmann gefährlich, Arbeiten auszuführen, die Entfernung einer solchen Abdeckung erfordern. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt bei erkennbaren Mängeln oder Verschleiß ohnehin die Überprüfung durch den Kundendienst.

Siedeverzug: die Gefahr der Methode selbst

Die Dampfmethode besteht darin, Wasser in einem glatten Gefäß in der Mikrowelle zu kochen. Das ist genau der Aufbau, vor dem dieselben Anleitungen an anderer Stelle warnen. Der Fachbegriff dafür ist Siedeverzug, und er beschreibt einen Zustand, in dem Wasser über seinen Siedepunkt hinaus erhitzt wird, ohne zu sprudeln. Es fehlen die Keimstellen, an denen sich Dampfblasen bilden könnten. Kommt dann eine Erschütterung dazu, etwa beim Herausnehmen oder beim Hineingeben eines Löffels, entstehen die Blasen alle auf einmal, und die Flüssigkeit schießt schlagartig aus dem Gefäß.

Physikalisch ist das gut beschrieben. Erné und Snetsinger stellen im Journal of Chemical Education eine Demonstration vor, bei der Wasser in einer Glaskanne in der Mikrowelle bequem über seinen normalen Siedepunkt hinaus erhitzt wird. Das Sieden hört kurz nach dem Ende der Erwärmung auf, aber nachträglich zugegebene raue Partikel wirken weiterhin als Keimstellen für einen kurzen, heftigen Ausbruch von Dampfblasen. Die Wärme dafür stammt aus dem Wasser selbst, woraus die Autoren schließen, dass es überhitzt war; bestätigt wurde das mit dem Thermometer. Die Arbeit ist eine Demonstration für den Chemieunterricht und keine Risikostudie, aber sie zeigt den Effekt reproduzierbar und benennt ausdrücklich, dass im Labor genau deshalb Vorkehrungen gegen Überhitzung getroffen werden.

In der Praxis warnen vier der acht Marken davor, teils mit eigener Überschrift. Bomann schreibt unter der Warnung Siedeverzug, beim Nacherhitzen von Flüssigkeiten könne die Siedetemperatur erreicht sein, ohne dass die typischen Dampfblasen aufsteigen; beim Entnehmen des Gefäßes könne eine leichte Erschütterung zu plötzlicher Dampfblasenbildung und damit zum Überkochen führen. Severin spricht vom verzögert ausbrechenden Kochen und rät zu besonderer Vorsicht beim Hantieren mit dem Behälter. Panasonic beschreibt, die Flüssigkeit könne schlagartig verdampfen und explosionsartig aus dem Gefäß geschleudert werden, was zu Verbrennungen führen kann. Exquisit formuliert es als spontanes, explosionsartiges Verspritzen im Garraum.

Bei der Gegenmaßnahme gehen die vier auseinander, und der Unterschied ist wichtig. Severin nennt einen temperaturbeständigen Glasstab, der während des Erwärmens in der Flüssigkeit steht. Panasonic verlangt ein hitzebeständiges Glasstäbchen und bietet als zweite Möglichkeit an, größere Gefäße mit einem Deckel oder Teller abzudecken. Bomann schreibt, einen Glasstab oder etwas Ähnliches, nicht Metallisches, in das Gefäß zu stellen. Exquisit dagegen schreibt lediglich, beim Erhitzen von Flüssigkeiten immer einen Löffel mit in das Gefäß zu geben, und lässt das Material offen, obwohl Metall im Garraum ansonsten überall eingeschränkt ist. Wer sich an die strengste der vier Formulierungen hält und einen hitzebeständigen Glasstab nimmt, folgt allen vier Anleitungen gleichzeitig. Und wer den Dampfgang beendet hat, lässt die Tür einen Moment zu und hebt die Schüssel danach ohne Ruck heraus.

Geruch entfernen

Geruch ist die Anfrage, bei der die Hersteller am eindeutigsten liefern. Vier der acht Marken beschreiben dafür dieselbe Methode, und alle vier stellen sie unter eine eigene Überschrift. Bomann führt den Abschnitt schlicht unter Geruch und schreibt: Um unangenehme Gerüche aus der Mikrowelle zu beseitigen, eine mit Wasser und Zitronensaft gefüllte mikrowellengeeignete Schale in den Ofen stellen und für etwa 5 Minuten erhitzen, danach mit einem weichen Tuch auswischen. PKM verlangt eine Tasse Wasser mit dem Saft und der Schale einer Zitrone in einer tiefen mikrowellengeeigneten Schüssel, 5 Minuten Laufzeit und anschließend sorgfältiges Trockenwischen. Respekta nennt für die MW 700 dieselbe Mischung bei mittlerer Leistungsstufe. Samsung fasst Geruch und hartnäckige Verschmutzung in einem Punkt zusammen und schreibt eine Tasse verdünnten Zitronensaft, 10 Minuten auf höchster Stufe und danach abkühlen lassen.

Interessant ist, was Samsung zusätzlich anmerkt. Rauch und unangenehme Gerüche bei der ersten Inbetriebnahme seien vorübergehend und auf das erste Erwärmen neuer Komponenten zurückzuführen; nach etwa zehn Minuten Betrieb sollten sie verschwinden. Wer sie schneller loswerden will, soll ein Stück Zitrone oder einen Behälter mit Zitronensaft in den Garraum stellen und das Gerät starten. Ein neues Gerät, das nach Kunststoff riecht, ist damit kein Reklamationsfall, sondern ein Einlaufeffekt. Dasselbe beschreibt Bomann für Fertigungs- und Ölrückstände am Gehäuse oder am Heizelement.

Bleibt der Geruch nach dem Dampfgang, sitzt die Quelle nicht an den Wänden. Drei Stellen kommen dann infrage, und alle drei stehen in den Anleitungen, nur nicht im Kapitel über Geruch. Erstens die Vertiefung im Geräteboden unter dem Rollring, die Panasonic und PKM jeweils als eigenen Punkt aufführen; Panasonic begründet die Reinigung dort mit der Ansammlung von Lebensmittelresten. Zweitens die Rille am Türrahmen und die Dichtung, die vier Marken getrennt vom Garraum behandeln. Drittens Restfeuchte: Severin rät, die Tür nach der Reinigung noch einige Zeit offen stehen zu lassen, damit eventuelle Feuchtigkeit entweichen kann, und Panasonic verlangt nach jedem Gebrauch gründliches Trockenwischen, ausdrücklich zum Schutz vor Korrosion im Garraum und an der Tür.

Was in keiner Anleitung steht, sind die verbreiteten Tipps mit Kaffeepulver, Natron im offenen Schälchen oder aufgeschnittener Zwiebel über Nacht. Sie mögen im Einzelfall helfen, aber sie sind Erfahrungswissen ohne Beleg, und sie lösen das Grundproblem nicht: Ein Geruch, der aus einer Fuge kommt, verschwindet nicht dadurch, dass daneben etwas anderes riecht. Der belegte Weg ist Dampf, dann die drei genannten Stellen, dann trocknen.

Drehteller, Rollring und Flachboden

Unter dem Glasdrehteller liegen zwei Teile, die getrennt behandelt werden wollen: der Rollring, je nach Marke auch Gleitring oder Rollenring genannt, und die Vertiefung im Geräteboden, in der die Antriebsachse sitzt. Panasonic beschreibt beide zusammen und nennt einen Grund, den man selten liest: Rollenring und Vertiefung im Geräteboden sollten regelmäßig gereinigt werden, damit unnötige Betriebsgeräusche vermieden und die Ansammlung von Lebensmittelresten verhindert wird. Wer sich über ein schleifendes Geräusch wundert, findet die Ursache also fast immer dort.

Beim Glasdrehteller selbst widersprechen sich die Hersteller offen, und hier hilft nur die eigene Anleitung. Bomann schreibt, den Glasteller in einem warmen Spülbad oder in der Geschirrspülmaschine zu reinigen und ihn abzutrocknen, bevor er wieder eingesetzt wird. Panasonic verlangt, den Teller herauszunehmen und abkühlen zu lassen, bevor er in lauwarmem Seifenwasser oder in der Spülmaschine gereinigt wird. Bauknecht erklärt alle Zubehörteile mit Ausnahme der Crisp-Platte für spülmaschinenfest. Severin dagegen schreibt in der aktuellen Anleitung der MW 7781, Glasdrehteller, Antrieb und Grillrost seien im Spülwasser zu reinigen, nicht in der Spülmaschine. Der Hinweis von Panasonic, den heißen Teller vorher abkühlen zu lassen, ist dabei kein Komfortthema: Glas, das heiß in kaltes Wasser kommt, springt.

Ein Flachbodengerät ohne Drehteller hat diese Baugruppe gar nicht, und das verändert die Reinigung an drei Stellen. Es gibt keine Antriebsvertiefung, in der sich Reste sammeln, es gibt keinen Rollring, der wieder mittig eingesetzt werden muss, und die Bodenfläche lässt sich in einem Zug auswischen, ohne vorher etwas herauszunehmen. Dafür fehlt die Bewegung, die beim Dampfgang die Feuchtigkeit im Garraum verteilt, und der Boden ist beim Erhitzen direkter belastet. Welche Geräte ohne Drehteller arbeiten und welche Kompromisse damit verbunden sind, ordnet der Vergleich der Mikrowellen ohne Drehteller an den Daten der einzelnen Modelle ein.

Ein Detail, das in mehreren Anleitungen auftaucht und regelmäßig übersehen wird: Rollring und Teller müssen nach dem Reinigen wieder richtig eingesetzt werden. Panasonic, Bomann und Exquisit schreiben das jeweils als eigenen Satz. Ein leicht versetzter Ring läuft exzentrisch, schlägt an die Wand und kann auf Dauer die Antriebsachse beschädigen. Bomann führt genau dieses Symptom in der eigenen Störungstabelle unter dem Punkt, dass der Drehteller ein kratzendes oder schleifendes Geräusch von sich gibt.

Was man auf keinen Fall tut

Die Verbote sind der Teil des Themas, bei dem die Hersteller sich fast vollständig einig sind, und sie sind deshalb belastbarer als jede Empfehlung. An erster Stelle steht der Dampfreiniger. Sieben der acht Marken schließen ihn ausdrücklich aus, meist mit dem Wort Warnung davor: Severin, Panasonic, Bomann, PKM, Respekta, Samsung und Bauknecht. Der Grund ergibt sich aus dem zweiten Verbot. Sechs Marken schreiben, dass kein Wasser in die Lüftungs- oder Belüftungsöffnungen gelangen darf. Samsung formuliert es in Großbuchstaben: niemals Wasser in die Belüftungsschlitze spritzen. PKM begründet es damit, dass sonst die Betriebsbestandteile im Inneren beschädigt werden können. Ein Dampfreiniger presst Feuchtigkeit unter Druck genau dorthin.

Das dritte Verbot betrifft alles Scheuernde. Bomann verbietet Drahtbürste und andere scheuernde Gegenstände sowie den Metallschaber am Sichtfenster mit der Begründung, die Oberfläche könne zerkratzt werden und das Glas möglicherweise zerbrechen. Panasonic warnt vor aggressiven, scheuernden Reinigungsmitteln und scharfen Metallspachteln an der Glastür, weil Kratzer zum Zerspringen des Glases führen können. Bauknecht schließt Stahlwolle, Scheuermittel und aggressive oder ätzende Reiniger aus. Exquisit nennt zusätzlich raue Schwämme und Topfreiniger als ungeeignet. Severin und Exquisit verbieten außerdem ausdrücklich Backofenreinigungsspray, Panasonic handelsübliche Backofenreinigungsmittel.

Dazu kommt die Glimmerplatte, die im eigenen Abschnitt weiter oben behandelt ist: nicht schrubben, nicht einweichen, nicht entfernen. Und ein Punkt, den nur Respekta so deutlich macht: Es dürfen sich weder Verschmutzungen noch Reste von Reinigungsmittel auf der Türdichtung sammeln. Wer mit Spülmittel arbeitet und nicht mit klarem Wasser nachwischt, hinterlässt genau das. Bei einem Gerät, das unter einem Hängeschrank montiert ist, kommt erschwerend hinzu, dass über Kopf gearbeitet wird und Tropfwasser den Weg nach hinten nimmt; worauf bei dieser Bauform zu achten ist, zeigt der Vergleich unterbaufähiger Mikrowellen an den Montagevorgaben der Hersteller.

Zwei weitere Punkte gehören in dieselbe Liste, auch wenn sie nicht das Reinigen betreffen, sondern den Betrieb danach. Erstens: Der Garraum ist kein Stauraum. Exquisit schreibt ausdrücklich, er sei zur Aufbewahrung jeglicher Gegenstände nicht vorgesehen, und Panasonic warnt vor Gegenständen, die bei unbeabsichtigtem Einschalten eine Gefahr darstellen. Zweitens: Das Gerät wird nie leer betrieben. Wer nach dem Reinigen kurz einschalten will, um zu trocknen, betreibt es ohne Last, und das belastet das Magnetron. Die Tür offen stehen zu lassen, wie Severin es rät, kostet nichts und erreicht dasselbe.

Wie oft die Mikrowelle gereinigt werden muss

Die ehrliche Antwort lautet: Ein Intervall in Tagen oder Wochen nennt keine der elf Anleitungen. Was es gibt, ist eine Zweiteilung. Drei der acht Marken verlangen eine Reinigung nach jedem Gebrauch. Severin schreibt, die Mikrowelle müsse regelmäßig gereinigt und eventuelle Lebensmittelreste nach jedem Gebrauch entfernt werden. Samsung verlangt, den Garraum nach jeder Nutzung mit einem milden Reinigungsmittel zu reinigen, und zwar erst nach dem Abkühlen, um Verletzungen zu vermeiden. Panasonic fordert nach jedem Gebrauch gründliches Trockenwischen, allerdings mit einer eigenen Begründung: Schutz vor Korrosion im Garraum und an der Tür durch Kondenswasser. Die übrigen fünf Marken bleiben bei regelmäßig und lassen offen, was das bedeutet.

Statt eine Zahl zu erfinden, lässt sich aus den Quellen ein Zwei-Stufen-Rhythmus ableiten, der jeden Schritt belegt hat. Stufe eins ist das Sofortige. Das Umweltbundesamt schreibt in seinen Tipps zur Reinigung im Haushalt, frischer Schmutz lasse sich leichter entfernen als eingetrockneter, und rät deshalb, Schmutz sofort zu beseitigen; ausdrücklich genannt wird Angebranntes vor der nächsten Nutzung zu entfernen, damit es nicht stärker einbrennt. Für die Mikrowelle heißt das: Ein Spritzer, der nach dem Aufwärmen mit einem feuchten Tuch weggeht, ist in fünf Sekunden erledigt. Derselbe Spritzer, dreimal nacherhitzt, braucht einen Dampfgang.

Stufe zwei ist der Dampfgang, und er richtet sich nach dem Zustand, nicht nach dem Kalender. Zwei Anlässe sind sinnvoll und beide aus den Quellen ableitbar: sichtbare Krusten an Decke oder Wänden, weil die Verbraucherzentrale für Verkrustungen ohnehin Einweichen statt Chemie empfiehlt, und Geruch, weil vier Hersteller den Dampfgang genau dafür beschreiben. Bei einem Gerät, das täglich mehrfach läuft, landet man damit in der Praxis bei etwa einem Dampfgang pro Monat, bei seltener Nutzung entsprechend seltener. Diese Ableitung ist eine Faustregel und keine Herstellerangabe, und sie ist als solche gekennzeichnet.

Ein technischer Zusatzpunkt betrifft Geräte mit Inverter. Sie halten bei reduzierter Leistung eine gleichmäßige Abgabe, statt zwischen voller Leistung und Pause zu takten, und erzeugen damit im Auftauen und beim Warmhalten weniger lokale Überhitzung an einzelnen Stellen der Speise. Weniger Überkochen heißt weniger Spritzer, und weniger Spritzer heißt seltener Dampfgang. Wie diese Technik funktioniert und was sie im Alltag wirklich ändert, ordnet der Vergleich der Mikrowellen mit Inverter an den Herstellerangaben ein.

Wenn es hakt: Symptom, Ursache, Lösung

Sieben Beobachtungen, die rund um das Reinigen einer Mikrowelle am häufigsten auftauchen, mit der wahrscheinlichen Ursache und dem sinnvollen Vorgehen. Die Tabelle beschreibt Technik. Wo ein Gerät raucht, funkt oder ungewöhnlich heiß wird, gehört es ausgeschaltet, vom Netz getrennt und in den Kundendienst, und nicht in eine Symptomtabelle.

Was zu beobachten istWahrscheinliche UrsacheSinnvolles Vorgehen
Nach dem Reinigen schlägt das Gerät Funken, obwohl kein Metall im Garraum ist.Der häufigste Verdacht ist die Glimmerplatte, das kleine hellbraune Plättchen an der Seitenwand oder unter der Decke. Bomann führt sie als Teil 10 der Geräteübersicht und schreibt, sie sei Bestandteil des Gerätes und dürfe nicht entfernt werden; sie schütze das dahinter liegende elektronische Bauteil vor Verschmutzung. PKM formuliert es als Verbot: Entfernen Sie niemals die Mica-Platte, die den Wellenleiter abdeckt. Ist die Platte aufgeweicht, aufgeraut oder eingerissen, kann sich Fett darin festsetzen und beim nächsten Betrieb verkohlen.Gerät sofort ausschalten und den Netzstecker ziehen. Die Platte trocken und ohne Druck ansehen, nicht schrubben und keinesfalls herausnehmen. Verfärbte, wellige oder gerissene Platten sind ein Fall für den Kundendienst. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt bei sichtbaren mechanischen Veränderungen oder Verschleiß eine Überprüfung durch den Kundendienst.
Der Geruch kommt nach ein paar Stunden zurück.Ausgewischt wurde der Garraum, nicht die Stellen, an denen die Reste tatsächlich sitzen: der Spalt am Türrahmen, die Rille unter der Türdichtung und die Vertiefung im Geräteboden unter dem Rollring. PKM und Panasonic nennen diese Bodenvertiefung getrennt und verlangen, sie regelmäßig auszuwischen.Drehteller und Rollring herausnehmen, die Bodenvertiefung mit einem feuchten Tuch auswischen und trocknen. Türinnenseite, Türrahmen und Dichtung nach Samsung und PKM separat mit einem feuchten Tuch reinigen und trocken nachwischen. Danach die Tür nach der Anweisung von Severin noch einige Zeit offen stehen lassen, damit Restfeuchte entweicht.
Die Flecken an der Garraumdecke gehen auch nach dem Dampfgang nicht ab.Eingebrannte Spritzer an der Decke sind kein Antrocknungsproblem, sondern polymerisiertes Fett. Dampf weicht Antrocknung auf, nicht Verkohlung. Bei Kombigeräten sitzt darüber zusätzlich das Heizelement, das die Spritzer bei jedem Grillgang weiter einbrennt.Den Dampfgang wiederholen und dabei nach Angabe von Bauknecht mit reinem Wasser arbeiten. Danach mit einem weichen, feuchten Tuch und einem milden Spülmittel nacharbeiten, ohne Druck. Bei Geräten mit klappbarem Heizelement lässt sich dieses laut Samsung um 45 Grad nach unten klappen, damit die Decke erreichbar wird. Kein Backofenspray: Severin und Exquisit schließen es ausdrücklich aus.
Der Drehteller kratzt oder schleift, seit der Garraum sauber ist.Bomann führt genau diesen Punkt in der eigenen Störungstabelle und nennt als Ursache Schmutz oder Fremdkörper im Bereich des Drehtellerantriebs. Nach einer Reinigung kommt eine zweite Ursache dazu: Rollring oder Teller wurden nicht wieder richtig eingesetzt. Panasonic und Exquisit weisen beide getrennt darauf hin.Teller und Rollring abnehmen, die Bodenvertiefung und die Antriebsachse auswischen, beide Teile trocknen und wieder mittig einsetzen. Panasonic nennt das regelmäßige Reinigen von Rollring und Bodenvertiefung ausdrücklich als Mittel gegen unnötige Betriebsgeräusche.
Die Tür schließt schwer oder das Gerät startet nicht mehr.Samsung schreibt: Wenn sich die Gerätetür nicht reibungslos öffnen und schließen lässt, sollte geprüft werden, ob sich an den Türdichtungen Verschmutzungen abgelagert haben. Respekta warnt zusätzlich vor Resten von Reinigungsmitteln auf der Dichtung. Beides hält die Tür minimal auf Abstand, und die Sicherheitsverriegelung gibt das Gerät dann nicht frei.Dichtung und Dichtflächen mit einem feuchten Tuch ohne Zusatz abwischen, danach trocken nachwischen, damit keine Mittelreste zurückbleiben. Verbogene Türen, lockere Scharniere oder beschädigte Dichtflächen gehören nach der Aufzählung von Samsung und der Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz in die Hand des Kundendienstes.
Beim Herausnehmen der Schüssel kocht das Wasser plötzlich über.Das ist Siedeverzug, und er ist bei genau dieser Methode wahrscheinlicher als beim Kochen auf dem Herd. Bomann beschreibt ihn als eigene Warnung: Die Siedetemperatur ist erreicht, die typischen Dampfblasen steigen aber nicht auf, und bei leichter Erschütterung bilden sie sich schlagartig. Severin, Panasonic und Exquisit warnen mit fast demselben Wortlaut.Beim nächsten Mal einen hitzebeständigen Glasstab in die Flüssigkeit stellen. Severin und Panasonic nennen ihn wörtlich, Bomann ergänzt: einen Glasstab oder etwas Ähnliches, nicht Metallisches. Panasonic bietet als zweite Möglichkeit an, größere Gefäße mit einem Deckel oder Teller abzudecken. Nach dem Ende der Laufzeit die Tür einen Moment geschlossen lassen und die Schüssel ohne Ruck herausnehmen.
Nach dem Reinigen riecht es beim nächsten Betrieb verbrannt.Entweder ist Reinigungsmittel im Garraum geblieben, oder Wasser ist in die Lüftungsschlitze gelaufen. Samsung schreibt dazu unmissverständlich, niemals Wasser in die Belüftungsschlitze zu spritzen. PKM begründet es: Dadurch können die Betriebsbestandteile im Inneren beschädigt werden. Bei Kombigeräten kann auch ein Spritzer auf dem Heizelement die Ursache sein.Garraum mit klarem Wasser nachwischen und gründlich trocknen. Bauknecht rät, den Grill einmal im Monat zehn Minuten laufen zu lassen, um Spritzer abzubrennen und so die Brandgefahr zu mindern. Wenn der Geruch bleibt oder Rauch auftritt, gehört das Gerät ausgeschaltet, vom Netz getrennt und zum Kundendienst.

In fünf der sieben Zeilen liegt die Ursache nicht am Reinigungsmittel, sondern an einer Stelle, die beim Wischen ausgelassen wurde, oder an einem Teil, das falsch wieder eingesetzt wurde. Das ist die Verteilung, die dieses Thema von einer Produktfrage unterscheidet. Der teuerste Fehler ist nicht das falsche Hausmittel, sondern die feucht bearbeitete Glimmerplatte.

Was dieser Ratgeber nicht beantwortet

  • Wie viel Wasser die Dampfmethode tatsächlich braucht. Genau eine der elf Anleitungen nennt eine Millilitermenge, nämlich 300. Alle anderen sagen eine Tasse, und eine Tasse ist kein Maß. Zwischen einer Espressotasse und einem großen Becher liegt der Faktor vier.
  • Wie lange der Dampf einwirken soll, bevor gewischt wird. Keine der elf Anleitungen nennt dafür eine Minutenzahl. Vier sagen sinngemäß anschließend, eine sagt: warten, bis das Gerät abgekühlt ist. Damit stehen zwei Wege nebeneinander, und keiner ist begründet.
  • Ob Zitronensaft die Türdichtung angreift. Belegt ist nur, dass Essigessenz nach Angabe des Umweltbundesamts ätzend ist und verchromte Teile schädigen kann, und dass Panasonic für Türdichtungen milde Mittel verlangt. Eine Messung an einer Mikrowellendichtung mit verdünntem Zitronensaft ließ sich am Datenstand nicht finden.
  • Wie die Glimmerplatte gereinigt werden soll. Zwei der acht Marken benennen das Bauteil überhaupt, beide nur mit dem Verbot, es zu entfernen. Eine Reinigungsanweisung für die Platte steht in keiner der elf Anleitungen. Damit fehlt ausgerechnet für das Teil, das nach dem Reinigen am häufigsten Ärger macht, jede Herstellervorgabe.
  • Wie oft eine Mikrowelle gereinigt werden muss. Drei der acht Marken schreiben nach jedem Gebrauch, die übrigen fünf schreiben regelmäßig. Ein Intervall in Tagen oder Wochen nennt keine einzige.
  • Ob Natron im Garraum überhaupt etwas bringt. Es kommt in keiner der elf Anleitungen vor und steht auch nicht in der Vier-Mittel-Empfehlung der Verbraucherzentrale. Was sich sagen lässt, ist der Widerspruch zur Anleitung, sobald es als Paste gerieben wird.

Häufige Fragen zum Reinigen der Mikrowelle

Wie viel Wasser und wie lange bei der Dampfmethode wirklich?

Die einzige Millilitermenge, die in den ausgewerteten Anleitungen steht, sind 300 ml. Sie stammt aus der Bedienungsanleitung der Respekta MW 800, dort zusammen mit einer halben Zitrone, 10 Minuten Laufzeit und 100 Prozent Mikrowellenleistung. Samsung beschreibt für die MG23K3513AW dieselbe Laufzeit, nämlich 10 Minuten auf höchster Stufe, gibt aber statt einer Menge nur eine Tasse verdünnten Zitronensaft an. Drei weitere Anleitungen kommen mit der Hälfte aus: PKM, Bomann und die Respekta MW 700 nennen jeweils rund 5 Minuten, wobei Respekta dazu ausdrücklich eine mittlere Leistungsstufe angibt. Bauknecht schließlich schreibt für eine Tasse Wasser 2 bis 3 Minuten, allerdings nur bis zum Kochen, nicht als Gesamtlaufzeit. Rechnet man diese Angaben zusammen, ergibt sich ein brauchbares Bild: Nach etwa 3 Minuten kocht das Wasser, alles danach ist reine Dampfzeit. Wer 300 ml und 10 Minuten bei voller Leistung nimmt, liegt an der oberen Kante des Belegten und arbeitet mit der Angabe, die am genauesten formuliert ist. Wer ein kleines 700-Watt-Gerät hat, kommt mit 5 Minuten ebenso weit, weil der Garraum kleiner ist.

Was ist die Glimmerplatte und warum darf sie nicht nass geschrubbt werden?

Die Glimmerplatte ist ein kleines, hellbraunes, papp- oder kartonartig aussehendes Plättchen an der Seitenwand oder unter der Decke des Garraums. Dahinter liegt der Hohlleiter, also die Öffnung, durch die Mikrowellen aus dem Magnetron in den Garraum gelangen. Von den acht ausgewerteten Marken benennen zwei das Bauteil überhaupt. Bomann führt es als Teil 10 der Geräteübersicht und schreibt, die Glimmerscheibe sei Bestandteil des Gerätes und dürfe nicht entfernt werden; sie schütze das dahinter befindliche elektronische Bauteil vor Verschmutzungen. Direkt daneben steht der Aufdruck, diese Abdeckung nicht zu entfernen. PKM formuliert es zweimal als Verbot: Entfernen Sie niemals die Mica-Platte, die den Wellenleiter in der Backröhre abdeckt. Was in keiner der elf Anleitungen steht, ist eine Reinigungsanweisung für dieses Teil. Dass feuchtes Schrubben die Platte aufweicht, aufraut und damit erst recht zum Fettfänger macht, ist Erfahrungswissen aus der Gerätereparatur und keine belegte Herstellerangabe. Belegt ist nur die Richtung: Die Platte ist ein Schutzteil, sie soll das Bauteil dahinter sauber halten, und sie gehört weder entfernt noch beschädigt.

Ist Essig zum Reinigen der Mikrowelle geeignet?

Er funktioniert, weil er wie Wasser Dampf erzeugt, und er löst Kalk. Was er zusätzlich leistet, ist im Garraum begrenzt, weil dort meist Fett und Eiweiß sitzen und kein Kalk. Belegbar problematisch ist die konzentrierte Form: Das Umweltbundesamt nennt Essigessenz als Bestandteil selbst gemischter Reiniger ausdrücklich nicht empfehlenswert, weil sie ätzend ist und Armaturen sowie andere verchromte Teile schädigen kann. Die Verbraucherzentrale führt Essigreiniger und Zitronensäure zwar als eines von vier Basismitteln, schließt aber säureempfindliche Materialien wie Marmor aus. Für Mikrowellen kommt hinzu, dass Essig in keiner der elf ausgewerteten Anleitungen vorkommt, während vier Marken Zitrone namentlich nennen. Und Panasonic schreibt für die Türdichtungen ausdrücklich milde Reinigungsmittel vor, weil diese sonst angegriffen und beschädigt werden könnten. Eine Messung, die zeigt, dass fünfprozentiger Speiseessig eine Mikrowellendichtung schädigt, gibt es nicht. Die Vorsicht bei der Dichtung ist damit eine Ableitung aus der Herstellervorgabe und kein Prüfergebnis. Wer trotzdem Essig nimmt, sollte ihn verdünnen, ihn nicht an die Dichtung bringen und danach mit klarem Wasser nachwischen.

Wie bekomme ich den Geruch aus der Mikrowelle?

Der Geruch ist der Punkt, an dem sich die Hersteller am ehesten einig sind. Vier von acht Marken nennen dafür dieselbe Methode, und zwar Bomann, PKM, Respekta und Samsung, jeweils mit Wasser und Zitrone. Bomann schreibt, eine mit Wasser und Zitronensaft gefüllte mikrowellengeeignete Schale etwa 5 Minuten zu erhitzen und danach mit einem weichen Tuch auszuwischen. PKM verlangt eine Tasse Wasser mit Saft und Schale einer Zitrone, ebenfalls 5 Minuten, und anschließendes sorgfältiges Trockenwischen. Wenn der Geruch danach wiederkommt, liegt die Quelle nicht an den Wänden. Dann sind es die Stellen, die beim Auswischen ausgelassen werden: die Vertiefung im Geräteboden unter dem Rollring, die Panasonic und PKM getrennt aufführen, sowie die Rille am Türrahmen und die Dichtung. Ein dritter Punkt ist Restfeuchte. Severin rät, die Tür nach der Reinigung noch einige Zeit offen stehen zu lassen, damit Feuchtigkeit entweichen kann, und Panasonic verlangt gründliches Trockenwischen nach jedem Gebrauch, ausdrücklich als Schutz vor Korrosion. Ein feuchter, geschlossener Garraum riecht nach zwei Tagen wieder.

Warum kann eine schmutzige Mikrowelle Funken schlagen?

Weil Verschmutzung im Garraum kein rein optisches Problem ist. Mikrowellen werden von Wasser und von organischem Material absorbiert, und eine eingebrannte Kruste ist beides. Sie nimmt Energie auf, erhitzt sich lokal stark, verkohlt und wird dabei leitfähiger, als sie es als frischer Spritzer war. Zwei Hersteller schreiben den Zusammenhang in derselben Formulierung in ihre Anleitungen. Exquisit: Mangelhafte Sauberkeit des Kochgerätes kann zu einer Zerstörung der Oberfläche führen, die ihrerseits die Gebrauchsdauer beeinflusst und möglicherweise zu gefährlichen Situationen führt. PKM fast wörtlich gleich: Wenn Sie das Gerät nicht in einem sauberen Zustand halten, können die Oberflächen abnutzen, was die Lebensdauer verringert und ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen kann. Bauknecht wird konkreter und rät, den Grill einmal im Monat zehn Minuten laufen zu lassen, um Spritzer abzubrennen und damit die Brandgefahr zu mindern. Dazu kommt die Tür. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt, dass an Sichtblende und Tür eine geringe Leckstrahlung auftritt, für die ein Grenzwert von 5 Milliwatt pro Quadratzentimeter in 5 Zentimeter Abstand gilt. Bei den Messungen der Behörde lag sie im Mittel bei 1 Prozent dieses Wertes. Voraussetzung ist ein technisch einwandfreies Gerät; bei sichtbaren mechanischen Veränderungen an der Tür oder Verschleiß empfiehlt die Behörde eine Überprüfung durch den Kundendienst. Speisereste auf der Dichtfläche gehören genau in diese Kategorie.

Was ist Siedeverzug und wie verhindere ich ihn beim Dampfreinigen?

Siedeverzug bedeutet, dass Wasser über seinen Siedepunkt hinaus erhitzt wird, ohne zu sprudeln, weil die Keime fehlen, an denen sich Dampfblasen bilden. Beim geringsten Anstoß bilden sich die Blasen dann alle auf einmal, und die Flüssigkeit schießt schlagartig aus dem Gefäß. Das ist keine Küchenlegende, sondern in beiden Richtungen dokumentiert. Physikalisch beschreiben es Erné und Snetsinger im Journal of Chemical Education: Wasser lässt sich in einer Glaskanne in der Mikrowelle bequem über seinen normalen Siedepunkt hinaus erhitzen, das Sieden hört kurz nach dem Ende der Erwärmung auf, und nachträglich zugegebene raue Partikel wirken noch immer als Keimstellen für einen kurzen, spektakulären Ausbruch von Dampfblasen; die Überhitzung wurde mit dem Thermometer bestätigt. Aus der Praxis warnen vier der acht Marken davor. Bomann führt die Warnung unter der eigenen Überschrift Siedeverzug, Severin spricht vom verzögert ausbrechenden Kochen, Panasonic von schlagartigem Verdampfen und explosionsartigem Herausschleudern, Exquisit von explosionsartigem Verspritzen im Garraum. Beim Dampfreinigen wird genau dieser Zustand hergestellt, denn erhitzt wird nichts anderes als Wasser in einem glatten Gefäß. Die Gegenmaßnahme nennen dieselben Anleitungen, und an einer Stelle widersprechen sie sich. Severin und Panasonic verlangen einen hitzebeständigen Glasstab in der Flüssigkeit, Bomann schreibt Glasstab oder etwas Ähnliches, nicht Metallisches. Exquisit dagegen schreibt nur, immer einen Löffel mit in das Gefäß zu geben, ohne das Material einzuschränken. Wer sich an die strengere Formulierung hält und einen Glasstab nimmt, macht in keinem Fall etwas falsch.

Wie oft muss die Mikrowelle gereinigt werden?

Eine belastbare Zahl gibt es nicht, und das ist keine Ausrede, sondern der Befund. Von den acht ausgewerteten Marken schreiben drei nach jedem Gebrauch. Severin: Die Mikrowelle muss regelmäßig gereinigt und eventuelle Lebensmittelreste nach jedem Gebrauch entfernt werden. Samsung: Reinigen Sie den Garraum nach jeder Nutzung mit einem milden Reinigungsmittel. Panasonic verlangt nach jedem Gebrauch gründliches Trockenwischen, allerdings mit einer anderen Begründung, nämlich Korrosionsschutz. Die übrigen fünf Marken schreiben regelmäßig und lassen offen, was das heißt. Ein Intervall in Tagen oder Wochen nennt keine einzige. Praktisch brauchbar ist deshalb ein Zwei-Stufen-Rhythmus, der sich aus den Anleitungen ableiten lässt und nicht erfunden ist: Spritzer sofort auswischen, solange sie frisch sind, weil das Umweltbundesamt genau das als wirksamste Ersparnis an Reinigungsmitteln nennt und frischer Schmutz sich leichter entfernen lässt als eingetrockneter. Und dann in größeren Abständen den Dampfgang, wenn Geruch auftritt oder Krusten sichtbar sind. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für Verkrustungen ohnehin Einweichen statt Chemie, und nichts anderes ist der Dampfgang.

Darf ich einen Dampfreiniger oder einen Metallschwamm benutzen?

Nein, und das ist die eindeutigste Aussage der gesamten Auswertung. Sieben der acht Marken verbieten den Dampfreiniger ausdrücklich, meist mit dem Wort Warnung davor: Severin, Panasonic, Bomann, PKM, Respekta, Samsung und Bauknecht. Der Grund liegt auf der Hand, sobald man die zweite Regel danebenlegt. Sechs Marken schreiben, dass kein Wasser in die Lüftungs- oder Belüftungsöffnungen gelangen darf; Samsung formuliert es in Großbuchstaben, niemals Wasser in die Belüftungsschlitze zu spritzen, PKM begründet es damit, dass sonst die Betriebsbestandteile im Inneren beschädigt werden. Ein Dampfreiniger tut genau das unter Druck. Bei Metallschwämmen und Scheuermitteln ist die Lage ebenso klar. Bomann verbietet Drahtbürste, scheuernde Gegenstände und Metallschaber am Sichtfenster mit der Begründung, die Oberfläche könne zerkratzen und das Glas möglicherweise zerbrechen. Panasonic warnt davor, dass Kratzer an der Glastür zum Zerspringen des Glases führen können. Bauknecht schließt Stahlwolle, Scheuermittel und aggressive oder ätzende Reiniger aus. Severin und Exquisit verbieten zusätzlich Backofenreinigungsspray. Auch die Verbraucherzentrale rät bei glänzenden, polierten oder beschichteten Oberflächen zu weichen Lappen und weist darauf hin, dass selbst manche Mikrofasertücher dort zu hart sind.

Autorin: Sarah Leitner · Stand: 22.08.2026 · Datenbasiert, kein Hands-on-Test. Die Mengen-, Zeit- und Leistungsangaben in diesem Text stammen aus elf Original-Bedienungsanleitungen von acht Marken, die am 22.08.2026 einzeln als PDF abgerufen wurden: Severin MW 7893 und MW 7781, Panasonic NN-A524 und NN-GD87, Bauknecht MW 39 WSL, Samsung MG23K3513AW und MC28H5015, Bomann MWG 6015 CB, Respekta MW 700 und MW 800, Exquisit MW 9025H-3 und PKM MW 800-20B EB. Jede Angabe ist im Text der Marke zugeordnet, aus deren Handbuch sie stammt. Die Angaben zu Leckstrahlung, Türzustand und Kundendienst stammen vom Bundesamt für Strahlenschutz, die Angaben zu Essigessenz und zum Umgang mit frischem Schmutz vom Umweltbundesamt, die Einordnung der Hausmittel von der Verbraucherzentrale. Die Beschreibung des Siedeverzugs stützt sich auf eine Demonstration im Journal of Chemical Education aus dem Jahr 2000 und auf die Warnhinweise von vier Herstellern.

Herstellerangaben sind in diesem Text Gegenstand der Auswertung und keine Belege für die Wirksamkeit eines Mittels. Wo eine Aussage nur Erfahrungswissen ist, steht das im Text; das gilt insbesondere für den Ablauf an der Glimmerplatte und für die abgeleitete Faustregel zum Reinigungsintervall. Dieser Ratgeber ersetzt keine Bedienungsanleitung. Im Zweifel gilt das Handbuch des eigenen Geräts, weil sich die Hersteller in mehreren Punkten nachweislich widersprechen. Arbeiten, die das Entfernen einer Abdeckung erfordern, gehören in Fachhände. Dieser Text enthält keine Produktempfehlungen und keine Affiliate-Links; die verlinkten Vergleichsartikel dieses Bereichs enthalten solche Links.

Sarah Leitner

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Sarah Leitner

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
22.08.2026
Zuletzt aktualisiert
22.08.2026
Verfügbarkeit geprüft
22.08.2026

Datenbasis: Herstellerangaben und Produktdatenblätter, öffentlich einsehbare Händlerdaten zu Preis und Verfügbarkeit sowie die aggregierte Bewertungslage. Vor jeder Aktualisierung prüfen wir, ob die verlinkten Produkte noch bestellbar sind, und tauschen aus, was nicht mehr lieferbar ist.

Was zuletzt geändert wurde

  • 22.08.2026: Ersterstellung. Grundlage sind elf Original-Bedienungsanleitungen von acht Marken, die am 22.08.2026 einzeln als PDF abgerufen und auf ihre Reinigungskapitel ausgewertet wurden: Severin, Panasonic, Bauknecht, Samsung, Bomann, Respekta, Exquisit und PKM.
  • 22.08.2026: Die Dampfmethode mit den Zahlen der Hersteller beschrieben statt mit einer Faustregel. Die einzige Millilitermenge im ganzen Feld stammt aus der Anleitung der Respekta MW 800: 300 ml Wasser, eine halbe Zitrone, 10 Minuten bei 100 Prozent Leistung. Alle anderen Anleitungen schreiben nur eine Tasse.
  • 22.08.2026: Ausgezählt, welche Hausmittel in den Anleitungen überhaupt vorkommen. Zitrone wird von vier Marken namentlich genannt, Essig, Natron und Zitronensäure von keiner einzigen. Diese Leerstellen stehen als solche in der Vergleichstabelle, statt durch Schätzwerte ersetzt zu werden.
4 ältere Änderungen anzeigen
  • 22.08.2026: Eigener Abschnitt zur Glimmerplatte ergänzt. Nur Bomann und PKM benennen das Bauteil, beide ausschließlich mit dem Verbot, es zu entfernen. Eine Reinigungsanweisung dafür steht in keiner der elf Anleitungen, obwohl die Platte der häufigste Grund für Funken nach dem Reinigen ist.
  • 22.08.2026: Widersprüche zwischen den Herstellern benannt statt geglättet. Respekta gibt für zwei eigene Modelle zwei verschiedene Zeiten und Leistungsstufen an, und bei der Frage, ob der Glasdrehteller in die Spülmaschine darf, stehen sich vier Marken mit zwei gegensätzlichen Antworten gegenüber.
  • 22.08.2026: Abschnitt zum Siedeverzug ergänzt, weil die Dampfmethode genau den Zustand herstellt, vor dem vier Hersteller warnen. Belegt über die Warnhinweise der Anleitungen und über eine Demonstration im Journal of Chemical Education.
  • 22.08.2026: Troubleshooting-Tabelle mit sieben Symptomen und eine FAQ mit acht Fragen aufgenommen, dazu eine Liste der Fragen, die sich aus den Quellen nicht beantworten ließen.

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