„Gerät kühlt nicht, Anzeigen und Beleuchtung leuchten."
So steht es wörtlich in der Störungstabelle einer Bosch-Gebrauchsanleitung, Dokumentnummer 9001683020, auf Seite 24. Es ist genau der Fall, nach dem die Suche „Kühlschrank kühlt nicht, aber Licht geht" fragt. Die Antwort des Herstellers steht in der Spalte daneben und lautet nicht Kompressor, nicht Kältemittel, nicht Thermostat. Sie lautet: Der Ausstellungsmodus ist eingeschaltet. Abhilfe: eine bestimmte Taste 9 bis 11 Sekunden gedrückt halten, bis ein Signal ertönt, und nach kurzer Zeit prüfen, ob das Gerät wieder kühlt.
Der Satz zeigt, worum es auf dieser Seite geht. Wer einen Kühlschrank hat, der nicht kühlt, liest in Ratgebern meist eine Liste von acht oder neun Ursachen, in der Kältemittelverlust und ein defekter Kompressor weit oben stehen. Die Hersteller selbst ordnen anders. Ihre Störungstabellen beginnen beim Stecker, gehen über die Einstellung, die Tür und den Aufstellort und enden beim Kundendienst. Kältemittel und Kompressor tauchen darin als Ursache, die der Besitzer prüfen könnte, nicht auf.
Für diese Seite wurden acht Herstellerunterlagen gelesen: die Störungstabellen aus den Gebrauchsanleitungen von Bosch, Amica, Bomann, Comfee, Exquisit und Gorenje und die Supportseiten von Samsung und AEG zu genau diesem Thema. Aus ihnen ist ein Entscheidungsbaum entstanden, der mit der Frage beginnt, was am Gerät noch funktioniert, und der die Prüfschritte nach Aufwand ordnet: zuerst das, was Minuten kostet, dann das, was Stunden Geduld braucht, zuletzt das, wofür jemand kommen muss.
Wer nur wissen will, auf welche Stufe der Regler gehört, findet das auf der Seite zum Einstellen der Kühlschranktemperatur. Diese Seite beginnt dort, wo der Regler richtig steht und es trotzdem warm bleibt.
Acht Unterlagen, fünfzehn Ursachen
Die acht Unterlagen nennen zusammen fünfzehn Arten von Ursachen, wenn ein Kühlschrank nicht oder nicht genug kühlt. Gezählt wurde, in wie vielen Unterlagen eine Ursache als Zeile der Störungstabelle oder als Prüfschritt auf der Supportseite steht. Nicht gezählt wurde, was nur im Kapitel über Aufstellung oder Reinigung vorkommt.
Die Unterlagen sind unterschiedlich gebaut. Die sechs Anleitungen haben eine Störungstabelle, die einem Symptom Ursachen und Maßnahmen zuordnet, mal in zwei, mal in drei Spalten. Die Supportseiten von Samsung und AEG sind Prüflisten zu genau dieser Frage. Eine Ursache wurde einer Unterlage zugerechnet, wenn sie dort als Zeile oder als Prüfschritt für ein Gerät steht, das nicht oder nicht genug kühlt; ein Geräusch, das nur als normal erklärt wird, zählt nicht als Ursache.
Die Werte als Liste
- Kundendienst bei Defekt: 8 Unterlagen
- Strom, Stecker, Sicherung: 7 Unterlagen
- Tür offen oder zu oft geöffnet: 6 Unterlagen
- Umgebungstemperatur: 6 Unterlagen
- Temperatureinstellung: 5 Unterlagen
- warme oder zu viele Lebensmittel: 5 Unterlagen
- Luft und Abstand ums Gerät: 5 Unterlagen
- Türdichtung: 4 Unterlagen
- Wartezeit in Stunden: 4 Unterlagen
- Luftstrom im Innenraum: 3 Unterlagen
- Vereisung, Abtauablauf: 3 Unterlagen
- Kältemittel oder Kompressor: 0 Unterlagen
An der Spitze steht keine Ursache, sondern ein Rat: Alle acht Unterlagen schicken den Besitzer an den Kundendienst, wenn die eigenen Prüfungen nichts ergeben. Gorenje schreibt ausdrücklich, man solle nicht versuchen, das Gerät selbst zu reparieren, Exquisit, dass Reparaturen an elektrischen Geräten ausschließlich vom Kundendienst ausgeführt werden sollen. Dahinter folgen Strom mit sieben Nennungen, die offene Tür und die Umgebungstemperatur mit je sechs.
Am anderen Ende steht eine Null. Keine der acht Unterlagen nennt einen Kältemittelverlust oder einen defekten Kompressor als Ursache, die der Besitzer selbst prüfen könnte. Die beiden obersten Ratgeberseiten in der Suche führen beides als eigene Ursache auf. Der Unterschied hat einen nachvollziehbaren Grund: Ob Kältemittel fehlt oder der Kompressor versagt, lässt sich ohne Werkzeug und Fachkunde nicht feststellen, und die Hersteller schreiben ihre Tabellen für das, was ein Haushalt prüfen kann. Was das für die Fehlersuche bedeutet, steht in einem eigenen Abschnitt weiter unten.
Die folgende Tabelle ordnet die Prüfschritte nach dem Aufwand, den sie kosten. Die Zeilen folgen dem Entscheidungsbaum der nächsten Abschnitte, die letzte Spalte nennt, in welchen Unterlagen der Schritt steht.
| Symptom | Prüfschritt | Fundstelle |
|---|---|---|
| Kein Licht, kein Geräusch | Netzstecker, Sicherung, Steckdose mit einem anderen Gerät prüfen | Amica, Bomann, Comfee, Exquisit, Gorenje, Samsung, AEG |
| Licht an, Gerät kühlt nicht | Regler nicht auf „0", Ausstellungsmodus oder Urlaubsmodus aus | Exquisit S. 23, Bosch S. 24, Samsung |
| Läuft lange, wird nicht kalt genug | Tür geschlossen, nicht zu oft geöffnet, Dichtung dicht | Amica, Bomann, Comfee, Exquisit, Gorenje, Samsung |
| Nach dem Einräumen zu warm | warme oder zu viele Lebensmittel; Stunden warten | Amica (bis zu 72 Stunden), Bomann, Comfee, Gorenje, Samsung |
| Kühlteil warm, Gefrierteil kalt | Luftauslass frei, Lebensmittel weg von der Rückwand, Urlaubsmodus aus | Gorenje S. 30, Amica, Samsung |
| Eis an der Rückwand | Regler wärmer stellen, damit der Kompressor pausiert und abtaut; Abtauablauf frei | Exquisit S. 24, Gorenje, Samsung |
| Seitenwand oder Gehäuse heiß | Abstände und Luftzirkulation um das Gerät | Exquisit S. 23, Comfee S. DE-20, Gorenje, Amica |
| Im kalten Raum zu warm | Umgebungstemperatur gegen die Klimaklasse | Amica, Bomann, Exquisit, Gorenje |
| Fehlermeldung im Display | aus, vom Netz, nach 5 Minuten wieder an; Selbsttest; sonst Kundendienst | Bosch S. 24 und 25, AEG |
Die erste Gabelung: Was funktioniert noch?
Bevor irgendetwas geprüft wird, lohnt eine Minute Beobachtung. Brennt das Licht, wenn die Tür aufgeht? Ist ein Geräusch zu hören, ein Brummen, Summen oder Klicken? Ist das Gefrierteil kalt, obwohl der Kühlteil warm ist? Diese drei Beobachtungen trennen die Fälle, und sie entscheiden, welche Zeile der Störungstabellen gemeint ist.
Die Wege als Liste
- Tür öffnen, eine Minute hinhören und fühlen
- Kein Licht, kein Geräusch → Strom: Stecker, Sicherung, Steckdose
- Licht an, kein Laufgeräusch, warm → Regler, Ausstellungs- oder Urlaubsmodus
- Gerät läuft lange, wird nicht kalt genug → Tür, Dichtung, Beladung, Luft
- Gefrierteil kalt, Kühlteil warm → Luftauslass, Rückwand, Urlaubsmodus
- Fehlermeldung im Display → Neustart, Selbsttest, Kundendienst
Ein Fall fehlt im Baum, weil er keine Gabelung braucht: das neu aufgestellte oder gerade transportierte Gerät. Für diesen Fall nennen die Unterlagen Wartezeiten, und wer sie nicht einhält, sucht nach einem Fehler, den es nicht gibt. Er steht in einem eigenen Abschnitt. Ebenfalls eigenständig behandelt sind die beiden Fälle, die mit der Jahreszeit kommen: das Gerät, das im Winter im kalten Raum nicht mehr kühlt, und das Gerät, das im Sommer neben dem Herd nicht nachkommt.
Die Gabelung hat eine Grenze. Sie ordnet nach dem, was man sieht und hört, und manche Geräte zeigen Störungen nicht an. Ein Gerät mit Drehregler hat kein Display, das eine Fehlermeldung zeigen könnte, und ein leises Gerät brummt nicht hörbar. Im Zweifel beginnt die Prüfung deshalb immer beim ersten Ast, beim Strom, weil dieser Schritt am wenigsten kostet.
Nichts geht: Stecker, Sicherung, Steckdose
Kein Licht, kein Geräusch, die Innenwand so warm wie der Raum: Sieben der acht Unterlagen beginnen in diesem Fall beim Strom. Amica nennt drei Prüfungen in einer Zeile: ob der Netzstecker gut in der Steckdose sitzt, ob das Anschlusskabel nicht beschädigt ist und ob die Steckdose unter Spannung steht. Für die letzte Prüfung empfiehlt Amica, ein anderes elektrisches Gerät anzuschließen, etwa eine Nachttischlampe. AEG nennt dafür einen Föhn.
Exquisit fügt die Sicherungen hinzu, Comfee den Schutzschalter und die Frage, ob die Netzspannung zu gering ist, Gorenje die Sicherung oder den Stromkreis der Stromversorgung. Bomann fasst es in drei Worten zusammen: keine Stromversorgung. Bei allen gilt dieselbe Reihenfolge, und sie hat einen Grund: Ein ausgelöster Schutzschalter ist in einer Minute gefunden, und wer den Kundendienst ruft, ohne ihn geprüft zu haben, zahlt laut Exquisit und Bomann den Einsatz selbst.
Bleibt die Steckdose ohne Strom, ist der Kühlschrank nicht das Problem. Liegt Strom an und das Gerät bleibt trotzdem dunkel und still, prüft man noch, ob es eingeschaltet ist. Amica nennt den Thermostat in Betriebsstellung, Exquisit einen Regler, der nicht auf „0" stehen darf, AEG die Einschaltlogik je nach Bedienung, vom Drehwähler über die LED-Tasten bis zum Touchdisplay. Erst wenn auch das stimmt, ist die Stromfrage erledigt.
Ein Hinweis aus den Anleitungen gilt für jede dieser Prüfungen: nie am Kabel ziehen. Amica schreibt, man solle immer am Netzstecker ziehen, nicht am Kabel, und Exquisit wiederholt das. Ist das Kabel beschädigt, darf es laut Gorenje und Comfee nur der Hersteller, sein Kundendienst oder eine ähnlich qualifizierte Person ersetzen.
Zwei weitere Punkte stehen in den Sicherheitskapiteln, nicht in den Störungstabellen. Exquisit verbietet den Anschluss über Mehrfachsteckdosen, Bomann warnt vor Mehrfachsteckdosen und tragbaren Netzteilen an der Geräterückseite, und Amica lässt keine Adapter, Mehrfachstecker oder zweiadrigen Verlängerungskabel ohne Nullleiter zu. Ein Kühlschrank, der an einer überlasteten Steckdosenleiste hängt, gehört also zuerst an eine eigene Steckdose. Comfee nennt zusätzlich die Möglichkeit, dass die Netzspannung zu gering ist; prüfen lässt sich das nur mit einem Messgerät.
Licht an, kein Laut: Regler, Ausstellungsmodus, Urlaubsmodus
Brennt das Licht, ist Strom da. Bleibt das Gerät trotzdem warm und still, liegt die Ursache oft in einer Einstellung. Der einfachste Fall steht bei Exquisit: Der Temperaturregler steht auf „0". Die Anleitung erklärt in einem Satz, warum das Licht dann trotzdem brennen kann: „Steht der Temperaturregler auf „0", ist die Kühlung ausgeschaltet, der Stromkreislauf bleibt hingegen aufrechterhalten." Wer das Gerät zum Reinigen auf „0" gedreht hat, muss es danach also ausdrücklich wieder einschalten.
Der zweite Fall ist der Ausstellungsmodus aus dem Zitat am Anfang. Bosch beschreibt ihn als Ursache für ein Gerät, dessen Anzeigen und Beleuchtung leuchten, das aber nicht kühlt. Der Name sagt, wofür der Modus gedacht ist: für Geräte in einer Ausstellung. Abschalten lässt er sich laut Anleitung, indem eine bestimmte Taste 9 bis 11 Sekunden gedrückt gehalten wird, bis ein akustisches Signal ertönt. Welche Taste das ist, zeigt die jeweilige Anleitung.
Der dritte Fall betrifft nur den Kühlteil. Samsung nennt den Urlaubsmodus: Funktioniert das Gefrierteil, der Kühlteil aber nicht, kann ein Urlaubsmodus aktiv sein, den Samsung zufolge meist ein Symbol im Display anzeigt. Wer nach einer Reise zurückkommt und sich wundert, sollte zuerst dieses Symbol suchen.
Bei Geräten mit Drehregler gibt es diese Modi nicht, dafür eine andere Falle. Die Zahlen auf dem Regler sind Stufen, keine Grade. AEG schreibt, Stufe 1 sei die wärmste und die höchste Stufe die kälteste, und die Stufen seien keine Temperaturangaben. Amica rät bei zu warmem Innenraum, einen höheren Wert einzustellen, und bei einem Gerät, das ununterbrochen läuft, einen niedrigeren. Wer die Logik umgekehrt annimmt, dreht in die falsche Richtung und wundert sich, dass es noch wärmer wird.
Der Kompressor läuft, und es wird nicht kalt
Das ist der häufigste Fall in den Suchanfragen: „kühlt nicht, aber Kompressor läuft", „läuft, kühlt aber nicht", „kühlt nicht obwohl Motor läuft". In den Störungstabellen gehört er zu den Zeilen, die Bomann „Kühlleistung unzureichend" nennt, Amica „Die Temperatur in den Räumen ist nicht niedrig genug" und Gorenje „Die Innentemperatur ist zu warm". Die Ursachen, die dort stehen, haben eines gemeinsam: Warme Luft kommt schneller hinein, als das Gerät sie abführen kann.
An erster Stelle steht die Tür. Sechs der acht Unterlagen nennen eine Tür, die zu oft oder zu lange geöffnet wird oder nicht richtig schließt. Gorenje nennt zusätzlich eine Tür, die durch ein Hindernis offen gehalten wird, und Amica eine Tür, die sich nicht schließen lässt, weil Lebensmittel und Behälter falsch platziert sind. Bomann nennt die undichte Tür, Comfee eine Tür, die durch Verpackungen klemmt, und einen Kühlschrank, der geneigt steht.
An zweiter Stelle steht die Beladung. Fünf Unterlagen nennen warme Lebensmittel oder zu viele auf einmal. Amica wird hier konkret: Nach einer zu großen Menge warmer Lebensmittel könne es bis zu 72 Stunden dauern, bis diese eingefroren sind und der Kühlraum die gewünschte Temperatur erreicht. Comfee rät, bei hoher Umgebungstemperatur nicht zu viele Lebensmittel gleichzeitig einzulegen und sie vorher abkühlen zu lassen. Die Suchanfrage „kühlschrank kühlt nicht weil zu voll" hat also eine Antwort in den Anleitungen.
Ob das Gerät überhaupt lange laufen darf, beantworten die Unterlagen ebenfalls. Comfee nennt einen langen Betrieb des Kompressors im Sommer normal. Gorenje zählt Fälle auf, in denen der Motor mehr laufen muss: eine kältere Einstellung als nötig, eine große Menge warmer Speisen, eine zu hohe Temperatur außerhalb des Geräts, Türen, die zu lange oder zu oft offen sind, und die Zeit nach der Installation oder nach langem Stillstand. Ein Kompressor, der lange läuft, ist also noch kein Defekt.
Eine Funktion kann den Dauerlauf bewusst auslösen. AEG beschreibt für Geräte mit Coolmatic- oder ExtraCool-Funktion, dass der Kompressor dabei dauerhaft läuft; nach Erreichen der Temperatur soll man die Funktion ausschalten, spätestens nach etwa 6 Stunden schalte sie sich selbst ab. Comfee nennt einen weiteren Grund für langes Laufen in den Tipps zum Energiesparen: Durch Überladen des Kühlgeräts werde der Kompressor gezwungen, länger zu laufen, und Lebensmittel, die zu langsam gefrieren, könnten an Qualität einbüßen.
Eine Tür, die nicht von selbst zufällt, ist ein häufig übersehener Grund für eine offene Tür. Samsung beschreibt eine Probe: die Tür etwa 30 bis 40 Zentimeter öffnen und loslassen; sie sollte von selbst zufallen, sonst müssen die verstellbaren Füße an der Vorderseite nachgestellt werden. Gorenje nennt die Zahl dazu: Die Oberseite des Kühlschranks soll 10 bis 15 Millimeter nach hinten geneigt sein, damit die Türen selbst schließen. Ein Gerät, das nach vorn geneigt steht, etwa weil ein Fuß verstellt ist, kann die Tür einen Spalt offen lassen.
Die Türdichtung prüfen: Papierstreifen und Fingerprobe
Vier der acht Unterlagen nennen die Türdichtung als Ursache, und drei beschreiben, wie man sie prüft. Bomann empfiehlt, ein dünnes Stück Papier an verschiedenen Stellen einzuklemmen; es muss sich überall gleich schwer durchziehen lassen. Exquisit nennt genaue Maße: einen ausreichend langen Papierstreifen von 50 Millimetern Breite und 0,08 Millimetern Dicke. Lässt er sich mit leichtem Widerstand durchziehen, ist die Dichtung dicht.
Exquisit nennt dazu eine zweite Methode: eine eingeschaltete Taschenlampe auf eine Glasablage im Gerät stellen und den Lichtschein auf die Dichtung richten. Samsung beschreibt eine dritte: das Gerät etwa zwei Minuten vom Strom trennen, die Türen öffnen, wieder einstecken, die Türen schließen und mit den Fingern an der Dichtung entlangfahren. Wer dabei einen Luftzug nach innen spürt, hat eine Dichtung, die nicht mehr richtig schließt.
Was dann zu tun ist, unterscheidet sich. Comfee empfiehlt, Fremdstoffe von der Dichtung zu entfernen und sie zu erwärmen, etwa mit dem Luftstrahl eines Föns oder einem heißen Handtuch, und sie danach abkühlen zu lassen. Amica nennt eine falsch angebrachte Dichtung, die man wieder einpressen soll. Bomann rät, die Dichtung nur mit klarem Wasser zu reinigen, weil Fett und Öl sie porös und spröde machen. Samsung empfiehlt, eine undichte Dichtung von einem autorisierten Techniker tauschen zu lassen.
Bomann beschreibt den Tausch selbst Schritt für Schritt. Erst das Gerät ausräumen und, falls nötig, abtauen. Dann darauf achten, wie die alte Dichtung befestigt ist; die meisten seien nur gesteckt. Den abgenutzten Gummi aus der Nut ziehen, Tür und Nut reinigen und Klebstoffreste entfernen. Den neuen Gummi bei Bedarf mit einem Haartrockner oder heißem Wasser erwärmen, von Hand in Form bringen, in einer Ecke beginnen und rundum in die Nut drücken. Danach soll die Dichtung regelmäßig auf Verschmutzungen und Beschädigungen kontrolliert werden.
Wer die Dichtung selbst tauschen will, findet auf der Seite zum Stromverbrauch des Kühlschranks den Zusammenhang zwischen undichter Tür und Verbrauch. Die Ökodesign-Verordnung verlangt, dass Türdichtungen zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen des letzten Exemplars eines Modells als Ersatzteil erhältlich sind, und zwar auch für Endnutzer.
Gefrierteil kalt, Kühlteil warm
„Kühlschrank kühlt nicht, aber Gefrierfach funktioniert" ist einer der häufigsten Vorschläge der Suchmaschine. Die Störungstabellen behandeln ihn nicht als eigene Zeile, aber drei Unterlagen nennen Ursachen, die genau dazu passen. Gorenje schreibt, man solle prüfen, dass der Luftauslass nicht durch Lebensmittel blockiert ist und die Lebensmittel so im Gerät stehen, dass eine ausreichende Belüftung möglich ist. Amica nennt fehlende freie Luftzirkulation im Kühlraum und rät, Lebensmittel und Behälter von der Hinterwand abzurücken.
Samsung fügt zwei Ursachen hinzu. Die erste ist der Urlaubsmodus, der den Kühlteil gezielt abschaltet. Die zweite sind Lüftungsöffnungen im Inneren, vor denen Lebensmittel stehen; dann kann sich laut Samsung unter den Gemüseschubladen Feuchtigkeit sammeln oder an der Innenrückwand Eis bilden. Lebensmittel sollen nicht zu nah an der Rückwand stehen, weil sonst der Luftstrom beeinträchtigt wird.
Bei Geräten mit Umluft wird die Kälte über Kanäle verteilt. Gorenje zeigt in der Gerätebeschreibung eine Luftkanalabdeckung im Kühlteil und eine im Gefrierteil, und die Störungstabelle verlangt, den Luftauslass frei zu halten. Ist er verdeckt, kommt die Luft nicht dort an, wo sie gebraucht wird. Wie No Frost grundsätzlich arbeitet, steht auf der Seite über No-Frost-Kühlschränke.
Ob sich Kühl- und Gefrierteil getrennt regeln lassen, steht in den Produktinformationen. Beim Amica AKG 3850 W heißt es dort ausdrücklich, Kühlteil und Gefrierteil seien nicht getrennt steuerbar. Ein Dreh am Regler wirkt bei einem solchen Gerät auf beide Fächer. Wie Kombigeräte mit zwei Türen grundsätzlich aufgebaut sind und worin sie sich unterscheiden, zeigt die Seite über die Kühl-Gefrier-Kombination.
Bei Kombigeräten mit einem einzigen Regler kann auch der Aufstellraum dahinterstecken. Exquisit schreibt dazu ausdrücklich: Kühl-Gefrier-Kombinationen mit einem Temperaturregler sollen nicht in kühlen Räumen unter 16 °C stehen. Mehr dazu steht im Abschnitt über den Winter.
Eis an der Rückwand: wenn das Abtauen nicht mehr greift
„Kühlschrank kühlt nicht mehr richtig, Eis an der Rückwand" verbindet zwei Beobachtungen, die nur auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Eine dünne Eisschicht an der Rückwand des Kühlraums ist laut Bomann im normalen Betrieb unbedenklich; das Tauwasser läuft automatisch über einen Ablaufkanal in eine Schale auf dem Kompressor und verdunstet. Wird die Schicht dick, stimmt etwas nicht.
Exquisit beschreibt die Ursache genau. Hohe Raumtemperaturen, wie an heißen Sommertagen, und eine hohe Reglereinstellung können zu fortdauerndem Kühlbetrieb führen. Der Kompressor muss dann ununterbrochen laufen, und das Gerät kann nicht automatisch abtauen, weil das nur möglich ist, wenn der Kompressor nicht läuft. Die Abhilfe ist paradox: den Regler auf eine niedrigere, also wärmere Stufe drehen. Dann geht der Kompressor wieder an und aus, und das Abtauen läuft weiter.
Exquisit nennt auch die Folge eines Geräts, das ständig ohne Abtauphase kühlt: Die Temperatur im Kühlschrank kann unter 0 °C sinken, Getränke und frische Lebensmittel gefrieren, und durch die Vereisung der Rückwand nimmt der Energieverbrauch stark zu. Läuft das Tauwasser nicht richtig ab, soll man den Ablaufkanal auf Verstopfung prüfen; Bomann und Exquisit empfehlen dafür ein Wattestäbchen, Bomann zusätzlich einen Pfeifenreiniger.
Gorenje führt die Frostschicht im Fach als eigene Zeile der Störungstabelle. Die Prüfung ist dieselbe wie beim warmen Kühlteil: Der Luftauslass darf nicht durch Lebensmittel blockiert sein, die Lebensmittel sollen so stehen, dass eine ausreichende Belüftung möglich ist, und die Tür muss vollständig geschlossen sein. Samsung nennt als Folge verdeckter Lüftungsöffnungen ausdrücklich Eis an der Innenrückwand. Eis und Wärme sind also oft zwei Seiten derselben Ursache: Luft, die nicht zirkuliert.
Im Gefrierteil ist Eis anders zu bewerten. Exquisit rät zum Abtauen, wenn die Eisschicht 6 bis 8 Millimeter erreicht, und Bomann schreibt, im Gefrierraum sei ein manuelles Abtauen regelmäßig erforderlich. Wie das geht, steht auf der Seite zum Kühlschrank abtauen. Wer danach feststellt, dass das Gerät nach dem Abtauen nicht mehr richtig kühlt, liest den Abschnitt über Wartezeiten: Nach dem Wiedereinschalten braucht ein leeres, warmes Gerät Stunden.
Kühlt im Winter nicht: die Klimaklasse
Ein Kühlschrank, der im Winter nicht kühlt, klingt nach einem Widerspruch. Er ist keiner, und vier der acht Unterlagen nennen ihn. Amica führt in der Störungstabelle eine Zeile, die genau das beschreibt: Der Verdichter schaltet selten an, und man soll prüfen, ob die Umgebungstemperatur niedriger ist, als es der Klimaklasse des Geräts entspricht. Exquisit nennt in der Zeile „Gerät kühlt nicht" als dritte Ursache eine zu niedrige Umgebungstemperatur, Gorenje dasselbe unter „Das Gerät arbeitet nicht ordnungsgemäß".
Die Unterlagen beschreiben die Folge, nicht den inneren Ablauf. Amica nennt einen Verdichter, der selten anschaltet, und Gorenje ein Gerät, das nicht ordnungsgemäß arbeitet, wenn die Umgebungstemperatur zu niedrig ist. Exquisit macht daraus eine Regel für eine ganze Bauart: Kühl-Gefrier-Kombinationen mit einem Temperaturregler sollen nicht in Räumen unter 16 °C aufgestellt werden.
Welche Untergrenze für ein Gerät gilt, steht in seiner Klimaklasse. Exquisit erklärt sie in einer Tabelle: SN von +10 bis +32 °C, N von +16 bis +32 °C, ST von +16 bis +38 °C, T von +16 bis +43 °C. Ein Gerät, das nur N und ST trägt, ist erst ab 16 °C ausgelegt. Im EU-Register steht für jedes Gerät die genaue Spanne in Grad, und wie man sie dort findet, beschreibt die Seite über den Kühlschrank für Garage und Keller.
Gorenje schlägt für diesen Fall eine Lösung vor, die man leicht überliest: die Raumtemperatur zu erhöhen. Für eine Küche ist das selbstverständlich, für eine Speisekammer, einen Keller oder einen unbeheizten Anbau nicht. Wer dort ein Gerät betreibt, dessen Klimaklasse den Winter nicht abdeckt, hat keinen Defekt, sondern den falschen Aufstellort.
Bomann fasst den Fall in der Zeile „Gerät arbeitet nicht oder unregelmäßig" zusammen und nennt als eine Ursache eine ungeeignete Umgebungstemperatur; die Maßnahme lautet, den Aufstellort zu kontrollieren. Die technischen Daten derselben Anleitung nennen für das Gerät die Klimaklassen N und ST und einen Betrieb von +16 °C bis +38 °C. Wie die Klimaklassen im EU-Datenblatt stehen und wie man sie liest, zeigt die Seite über freistehende Kühlschränke.
Kühlt bei Hitze nicht: Abstand, Luft und Wärmestau
Das Gegenstück steht ebenfalls in den Tabellen. Fünf Unterlagen nennen die Luftzirkulation um das Gerät, zwei die Wärmequelle oder die Sonne am Aufstellort. Amica rät, das Gerät mindestens 3 Zentimeter von der Wand wegzurücken, wenn der Luftfluss hinter ihm blockiert ist. Gorenje nennt ein Gerät mit zu wenig Freiraum an den Seiten, hinten und oben. Exquisit führt unter „Kühlgruppe läuft zu häufig an und zu lange" eine behinderte Luftzirkulation um das Gerät.
Wie viel Abstand nötig ist, nennen die Unterlagen sehr unterschiedlich. Samsung verlangt auf seiner Supportseite mindestens 15 Zentimeter nach hinten und mindestens 30 Zentimeter seitlich und oben. Gorenje empfiehlt in der Anleitung 50 bis 75 Millimeter hinten und je mindestens 100 Millimeter oben und an den Seiten. Wer ein Gerät in eine knappe Lücke gestellt hat, findet auf der Seite über den schmalen Kühlschrank eine Auswertung der Seitenabstände aus fünf Anleitungen.
Zwei Beobachtungen bei Hitze sind laut Herstellern kein Fehler. Exquisit schreibt, bei Modellen mit eingeschäumtem Verflüssiger sei die Seitenwand sehr warm, weil der Verflüssiger warme Luft an die Umgebung abgibt; bei zu hoher Umgebungstemperatur könne ein Wärmestau entstehen, und sobald die Temperatur sinke, kühle das Gerät wieder normal. Comfee nennt ein heißes Gehäuse und Kondenswasser außen bei hoher Umgebungstemperatur normal. Samsung schreibt, eine warme Innenwand sei keine Fehlfunktion.
Comfee nennt in seinen Tipps zum Energiesparen den Ort, an dem ein Kühlschrank im Sommer am wenigsten zu kämpfen hat: den kühlsten Bereich des Raumes, fern von wärmeerzeugenden Geräten, Wärmeleitungen und direkter Sonneneinstrahlung. Heiße Speisen sollen erst auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor sie in das Gerät kommen. Beides kostet nichts und gehört deshalb vor jeden Anruf beim Kundendienst.
Für den Aufstellort neben dem Herd gibt Amica Zahlen: 3 Zentimeter Abstand zu Elektro- oder Gasherden, 30 Zentimeter zu Öl- oder Kohleherden, 5 Zentimeter zu Einbaubacköfen. Gorenje rät allgemein, das Gerät nicht in der Nähe von Wärmequellen wie Herd oder Heizgerät aufzustellen. Und wer den Verflüssiger hinten offen sieht, sollte ihn reinigen: Gorenje empfiehlt, ihn mindestens einmal im Jahr mit einer weichen Bürste oder einem Staubsauger vom Staub zu befreien, Samsung ein- bis zweimal.
Brummen, Klicken, Gluckern: Geräusche als Hinweis
Viele Suchanfragen verbinden das Kühlen mit einem Geräusch: „kühlt nicht mehr und brummt", „und klickt", „und gluckert", „keine Geräusche". Die Anleitungen helfen hier vor allem, normale Geräusche von auffälligen zu trennen. Bosch zählt auf, dass ein Gerät brummt, blubbert, surrt, gurgelt oder klickt, und nennt das ausdrücklich keinen Fehler: Ein Motor läuft, Kältemittel fließt durch die Rohre, Motor, Schalter oder Magnetventile schalten ein oder aus.
Gorenje nennt als normal das Geräusch des Kompressors, die Luftbewegung des kleinen Lüftermotors, gurgelnde Geräusche ähnlich kochendem Wasser, ein Knallgeräusch beim automatischen Abtauen und ein Klickgeräusch vor dem Starten des Kompressors. Exquisit unterscheidet Murmeln vom Kompressor, Flüssigkeitsgeräusche von der Zirkulation des Kältemittels und Klickgeräusche, wenn der Regler den Kompressor ein- oder ausschaltet. Comfee nennt ein Summen beim Starten und Stoppen und ein Knarren durch fließendes Kältemittel normal, Amica knackende Geräusche durch die Ausdehnung von Bauteilen.
Für die Fehlersuche heißt das: Ein Klicken allein sagt nichts über einen Defekt, und ein Gluckern zeigt sogar, dass Kältemittel fließt. Auffällig wird es erst in Verbindung mit der Temperatur. Ist das Gerät still und warm, gehört es zum ersten oder zweiten Ast des Entscheidungsbaums, also zu Strom oder Einstellung. Läuft es hörbar und wird trotzdem nicht kalt, gehört es zum dritten Ast, zu Tür, Dichtung, Beladung und Luft.
Die Anleitungen nennen auch Geräusche, die eine äußere Ursache haben. Bosch und Gorenje führen ein Gerät, das nicht eben steht, Gorenje eine Rückseite, die die Wand berührt, Amica ein Gerät, das Möbel berührt, Exquisit einen locker sitzenden Verflüssiger an der Rückseite. Wer ein Gerät hat, das lauter geworden ist und schlechter kühlt, prüft deshalb zuerst den Stand und den Abstand. Welche Geräte von vornherein leise sind, zeigt die Seite über leise Kühlschränke.
Neu aufgestellt oder transportiert: die Wartezeiten
„Neuer Kühlschrank kühlt nicht" und „kühlt nicht nach Transport" gehören zu den Fällen, in denen die Geduld zu früh endet. Für den Transport nennen die Unterlagen klare Zeiten. AEG schreibt, ein Neugerät solle nach dem Transport etwa 4 bis 8 Stunden stehen, bevor man es einschaltet. Exquisit verlangt 12 Stunden, damit sich das Kältemittel im Kompressor sammeln kann, und warnt, dass der Garantieanspruch bei Nichtbeachtung erlischt.
Amica knüpft die Wartezeit an den Winkel. Das Gerät soll beim Transport oder Aufstellen höchstens 40 Grad geneigt werden; war der Winkel größer, darf es erst nach 2 Stunden eingeschaltet werden. Comfee nennt 45 Grad als Grenze und verbietet, das Gerät kopfüber oder liegend zu transportieren. Wer ein Gerät liegend im Auto gebracht und sofort eingeschaltet hat, hat gegen beide Anleitungen gehandelt.
Nach dem Einschalten braucht es eine zweite Wartezeit. AEG nennt 2 bis 3 Stunden, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist, je nach Ausgangstemperatur. Bosch rät, wenn die Temperatur nach einem Neustart zu warm ist, sie nach ein paar Stunden erneut zu prüfen. Exquisit empfiehlt, den Regler nur schrittweise zu ändern und bis zur erneuten Prüfung etwa 12 Stunden zu warten.
Zwei weitere Fälle gehören in diese Gruppe. Gorenje schreibt, dass ein Gerät nach der Installation oder nach langem Stillstand mehr laufen muss. Und Comfee weist darauf hin, dass das Gerät nach der Inbetriebnahme ununterbrochen laufen soll; Unterbrechungen könnten die Lebensdauer verkürzen. Wer ein neues Gerät nachts ausschaltet, weil es brummt, handelt also gegen diese Anleitung.
Nach Stromausfall und langer Standzeit
„Kühlt nicht nach Stromausfall" und „nach langer Standzeit" sind zwei weitere Fälle, in denen das Gerät nicht defekt sein muss. Für den Stromausfall nennen die Unterlagen, wie lange die Lebensmittel durchhalten. Comfee schreibt, Lebensmittel könnten selbst im Sommer mehrere Stunden im Gerät aufbewahrt werden, wenn die Tür so wenig wie möglich geöffnet wird und keine frischen Lebensmittel dazukommen. Das Produktdatenblatt von Exquisit nennt eine Lagerzeit bei Störung von 7 Stunden, die Produktinformation von Amica eine Temperaturanstiegszeit von 10 Stunden.
Nach dem Ende des Stromausfalls braucht das Gerät Zeit, um wieder auf Temperatur zu kommen, und hier gelten dieselben Stunden wie beim neuen Gerät. Samsung weist auf eine Besonderheit hin: Bei manchen Geräten schalte sich nach einer Stromunterbrechung automatisch ein Energiesparmodus ein; man solle ihn nach einem Neustart prüfen und bei Bedarf ausschalten. Bosch rät bei einer Temperatur, die stark von der Einstellung abweicht, ohnehin zu einem Neustart und einer zweiten Prüfung nach ein paar Stunden.
Für die lange Standzeit gilt vorher etwas, das nachher hilft. Bomann rät, ein Gerät, das länger nicht genutzt wird, auszuräumen, falls nötig abzutauen, gründlich zu reinigen und die Tür offen zu lassen. Gorenje und Comfee schreiben dasselbe, Comfee mit dem Hinweis, das Gerät vom Stromnetz zu trennen. Wer ein Gerät nach Monaten wieder einschaltet, rechnet nach Gorenje damit, dass es zunächst mehr läuft, und misst frühestens nach den 12 Stunden, die AEG für die Messung nennt.
Bei Geräten, die nach langer Standzeit gar nicht mehr anlaufen, endet die eigene Fehlersuche schnell. Ist der Strom da, steht der Regler richtig und bleibt das Gerät still, sind die Prüfungen der Störungstabellen erschöpft. Dann gilt, was alle acht Unterlagen sagen: Kundendienst.
Richtig messen: Glas Wasser, Thermometer, zwölf Stunden
Ob ein Kühlschrank zu warm ist, lässt sich nicht mit der Hand prüfen. AEG beschreibt eine Messung, die jeder nachmachen kann: ein Glas Wasser mit einem Thermometer auf eine mittlere Ablage stellen und die Temperatur nach 12 Stunden ablesen. Ideal seien 2 bis 8 °C. Die Messung im Wasser hat einen Vorteil: Sie zeigt nicht die Luft, die beim Öffnen der Tür sofort wechselt, sondern die Temperatur, die auch die Lebensmittel haben.
Welche Temperatur ein Gerät halten soll, steht auch im EU-Register. Der Eintrag des Gorenje NRK418DCS4 nennt für das Frischefach 4 °C und für das Vier-Sterne-Fach −18 °C, und das Produktdatenblatt von Exquisit führt beim Vier-Sterne-Gefrierteil ebenfalls −18 °C. Ein Gefrierteil, das deutlich darüber liegt, ist ein eigener Befund, auch wenn der Kühlteil noch kalt genug ist; dann gilt der Abschnitt über Eis und Abtauen oder der über die Klimaklasse.
Samsung nennt als empfohlene Temperatur etwa 4 °C. Exquisit setzt auf einen Kontrollaufkleber im Gerät: Erscheint auf ihm kein „OK", ist die Durchschnittstemperatur in diesem Bereich zu hoch eingestellt, und der Regler soll auf eine kältere Stufe. Bosch verweist bei Geräten mit Display auf die Temperaturanzeige; weicht sie stark von der Einstellung ab, soll man das Gerät aus- und nach etwa 5 Minuten wieder einschalten.
Die Messung beantwortet zwei Suchanfragen auf einmal. „Kühlschrank kühlt nicht unter 10 Grad" und „kühlt nicht auf eingestellte Temperatur" setzen eine Zahl voraus, die stimmt. Ein Thermometer in der Tür misst anders als eines im Wasserglas auf der mittleren Ablage, und eines, das nach fünf Minuten abgelesen wird, anders als eines nach zwölf Stunden. Erst eine Messung nach AEG-Art sagt, ob es ein Problem gibt.
Wo im Kühlschrank welche Temperatur herrscht, hängt vom Gerät ab, und deshalb steht das Wasserglas bei AEG auf der mittleren Ablage. Welche Temperatur welcher Bereich haben soll und wie die Stufen zu lesen sind, beschreibt die Seite zum Einstellen der Temperatur anhand von Herstellerangaben.
Der Assistent: vom Symptom zum Prüfschritt
Die Gabelungen lassen sich in einem Durchgang beantworten. Der Assistent stellt vier Fragen und nennt für jede Kombination den Prüfschritt, mit dem die Herstellerunterlagen beginnen würden. Er ersetzt keine Diagnose, aber er verhindert, dass der teuerste Schritt vor dem billigsten kommt.
Womit beginnen, wenn der Kühlschrank nicht kühlt?
Vier Beobachtungen am Gerät. Die erste Antwort jeder Frage ist vorausgewählt.
Ergebnis
Tür, Dichtung, Abstand
Tür schließt? Dichtung mit dem Papierstreifen prüfen, Abstand hinter und neben dem Gerät freimachen. Hilft das nach 12 Stunden nicht, den Kundendienst rufen.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Licht: nein, alles dunkel, dann Strom prüfen. Netzstecker, Kabel, Sicherung und Steckdose mit einem anderen Gerät prüfen; dann, ob das Gerät eingeschaltet ist.
- Wenn Vorher: neu aufgestellt oder transportiert, dann Wartezeit einhalten. Je nach Anleitung 2 bis 12 Stunden stehen lassen, dann 2 bis 3 Stunden bis zur Temperatur warten und nach 12 Stunden mit einem Glas Wasser messen.
- Wenn Vorher: der Raum ist kalt geworden, dann Klimaklasse prüfen. Liegt der Raum unter der unteren Grenze der Klimaklasse, schaltet der Verdichter zu selten ein. Raum wärmer machen oder Aufstellort wechseln. Zur Klimaklasse im EU-Register
- Wenn Geräusch: nein, das Gerät ist still und Licht: ja, das Licht brennt, dann Einstellung prüfen. Regler nicht auf „0“, Ausstellungsmodus oder Urlaubsmodus aus. Bei Drehreglern: höhere Stufe heißt meist kälter, siehe Anleitung. Zum Einstellen der Temperatur
- Wenn Fach: nur der Kühlteil, dann Luftführung prüfen. Luftauslass und Rückwand frei räumen, Urlaubsmodus prüfen. Bei Eis an der Rückwand den Regler wärmer stellen, damit das Gerät abtauen kann.
- Wenn Vorher: viel Warmes eingeräumt, dann Abwarten. Nach einer großen Menge warmer Lebensmittel kann es laut Amica bis zu 72 Stunden dauern. Tür in der Zeit möglichst geschlossen halten.
- In jedem anderen Fall: Tür, Dichtung, Abstand. Tür schließt? Dichtung mit dem Papierstreifen prüfen, Abstand hinter und neben dem Gerät freimachen. Hilft das nach 12 Stunden nicht, den Kundendienst rufen.
Störungstabellen von Bosch, Amica, Bomann, Comfee, Exquisit und Gorenje; Supportseiten von Samsung und AEG; gelesen am 13.10.2026.
Die Reihenfolge der Regeln folgt dem Aufwand. Strom zuerst, weil er Minuten kostet. Dann die Wartezeit, weil sie nichts kostet außer Geduld. Dann der Raum und die Einstellung, dann die Luft im Gerät. Was übrig bleibt, ist der Fall, den alle acht Unterlagen dem Kundendienst überlassen.
Kältemittel und Kompressor: was die Unterlagen auslassen
„Kühlschrank kühlt nicht mehr, Kühlflüssigkeit" und „was ist kaputt" sind Suchanfragen, die nach dem Kältekreislauf fragen. Die Herstellerunterlagen antworten darauf anders, als viele erwarten. Keine der acht nennt einen Kältemittelverlust oder einen defekten Kompressor als Ursache in der Störungstabelle. Stattdessen warnen sie vor dem Kreislauf.
Exquisit schreibt, bei einem beschädigten Kältekreis trete das Kältemittel Isobutan R600a aus, das bei Kontakt mit den Augen und beim Einatmen gesundheitsschädlich sei. Gorenje nennt R600a entzündlich und verlangt, offene Flammen und Zündquellen zu vermeiden, wenn der Kreislauf beschädigt ist. Comfee warnt, den Kältemittelkreislauf nicht zu beschädigen. Im Datenblatt von Exquisit steht die Menge: 53 Gramm R600a.
Daraus folgt eine klare Grenze für die eigene Fehlersuche. Ob Kältemittel fehlt, ob der Kompressor mechanisch defekt ist oder ob ein Anlaufrelais versagt, lässt sich ohne Messgerät und Fachkunde nicht feststellen. Amica schreibt, aus Sicherheitsgründen solle man das Gerät nicht selbst reparieren, und Reparaturen von Personen ohne die erforderlichen Qualifikationen könnten eine ernste Gefahr verursachen. Bomann verweist bei Störungen, die die Tabelle nicht löst, an den Fachhändler oder den Kundenservice.
Amica nennt in den Sicherheitshinweisen zwei Folgen, die man kennen sollte. Das Gerät sei aus Sicherheitsgründen niemals selbst zu reparieren, sondern nur durch eine autorisierte Fachwerkstatt; nur so bleibe die vom Hersteller gewährte Garantie erhalten. Und im Falle einer Beschädigung des Kühlkreislaufs müsse der Raum, in dem das Gerät steht, einige Minuten gut gelüftet werden.
Ein Hinweis bleibt trotzdem nützlich. Wer die Zeilen der Störungstabellen abgearbeitet hat, kann dem Kundendienst genau sagen, was geprüft wurde: Strom, Einstellung, Tür, Dichtung, Abstand, Wartezeit, Messung im Wasserglas. Das spart einen Einsatz, der laut Exquisit und Bomann bei einer Fehlbedienung ohnehin bezahlt werden müsste, und es hilft dem Techniker, schneller beim Kreislauf anzusetzen.
Fehlercode und Selbsttest
Geräte mit Display zeigen manche Störungen selbst an. AEG schreibt, bei zu hoher Temperatur warnten manche Geräte mit einem blinkenden Dreieck mit Ausrufezeichen oder einer roten LED, manche zusätzlich mit einem Signalton, und ein Defekt werde bei Geräten mit Display als Fehlermeldung angezeigt. Bosch beschreibt für eine Anzeige, mit der die Elektronik einen Fehler meldet, einen festen Ablauf: Gerät ausschalten, vom Stromnetz trennen, nach 5 Minuten wieder anschließen und den Kundendienst rufen, wenn die Meldung bleibt.
Bosch bietet außerdem einen Geräteselbsttest. Das Gerät wird ausgeschaltet und nach 5 Minuten wieder eingeschaltet; innerhalb von 10 Sekunden nach dem Einschalten hält man eine bestimmte Taste 3 bis 5 Sekunden gedrückt, bis ein Signal ertönt. Enden der Test mit zwei Signalen und die Anzeige zeigt die eingestellte Temperatur, ist das Gerät in Ordnung. Ertönen fünf Signale und eine Anzeige blinkt 10 Sekunden lang, soll man den Kundendienst benachrichtigen.
Comfee nennt in der Anleitung Blinkcodes für die Anzeigen, unter anderem einen für den Ausfall des Temperatursensors im Kühlraum, einen für den Umgebungstemperatursensor und einen für den Abtausensor des Kühlraums. Wer einen solchen Code sieht, weiß, dass das Gerät selbst einen Fehler erkannt hat, und gibt den Code beim Kundendienst an. Selbst beheben lässt sich keiner davon.
Nicht jedes Signal meldet einen Defekt. Bosch führt in der Störungstabelle einen Warnton, für den unterschiedliche Ursachen möglich sind, darunter eine offene Gerätetür; die Maßnahme lautet dann, die Tür zu schließen, und der Alarm lässt sich mit einer Taste ausschalten. Exquisit nennt für das eigene Gerät ein optisches Signal bei offener Tür. Ein Gerät, das warnt und warm ist, hat womöglich nur eine Tür, die nicht ganz zu ist.
Wer die Reparatur zahlt: Gewährleistung, Garantie, Technikerkosten
Bei einem Gerät, das nicht mehr kühlt, stellt sich nach der Diagnose die Kostenfrage. Gegenüber dem Verkäufer gilt die gesetzliche Gewährleistung, die für bewegliche Sachen in der Regel zwei Jahre nach § 438 BGB beträgt. Für Verbraucher kommt § 477 BGB dazu: Zeigt sich innerhalb eines Jahres seit Gefahrübergang ein Mangel, wird vermutet, dass die Ware schon bei Gefahrübergang mangelhaft war.
Die Herstellergarantie ist etwas anderes, und ihre Bedingungen unterscheiden sich stark. Exquisit gewährt 24 Monate, beseitigt Mängel in den ersten 6 Monaten unentgeltlich und verlangt danach vom Käufer den Nachweis, dass der Mangel schon bei Lieferung bestand. Bomann gewährt 24 Monate bei privater Nutzung mit Arbeitszeit, Anfahrt und Teilen. AEG schreibt, Störungen durch Nichtbeachtung der Bedienungsanleitung seien von der Garantie ausgeschlossen.
Bomann nennt in den Garantiebedingungen zwei Ausschlüsse, die nach einem Umzug wichtig werden. Transportschäden unterliegen nicht der Garantie und müssen unmittelbar nach Feststellung dem Verkäufer gemeldet werden. Und der Garantieanspruch erlischt bei Eingriffen durch den Käufer oder durch nicht autorisierte Dritte. Wer nach einem Transport ein Gerät hat, das nicht kühlt, und es selbst öffnet, verliert also möglicherweise mehr als nur Zeit.
Für den Technikereinsatz nennen die Unterlagen eine Bedingung, die den Abschnitten oben Gewicht gibt. Exquisit schreibt, der Besuch des Kundendiensttechnikers sei im Falle einer Fehlbedienung oder einer der beschriebenen Störungen auch während der Garantiezeit nicht kostenlos. Bomann berechnet bei unnötiger oder unberechtigter Inanspruchnahme das Zeit- und Wegeentgelt und rät, vorher zu prüfen, ob ein Bedienungsfehler vorliegt. Wer den Stecker nicht geprüft hat, zahlt also unter Umständen für einen Techniker, der ihn einsteckt.
Garantie und Gewährleistung stehen nebeneinander. Exquisit schreibt das ausdrücklich: Als Käufer stünden einem die gesetzlichen Gewährleistungen aus dem Kaufvertrag mit dem Händler zu, die Garantie komme zusätzlich. Im ersten Jahr nach dem Kauf ist der Weg über den Verkäufer wegen der Vermutung aus § 477 BGB oft der einfachere, danach hängt es vom Einzelfall ab.
Wenn der Kundendienst kommt: Zugang, Seriennummer, Kaufbeleg
Bevor der Kundendienst gerufen wird, lohnt eine kurze Vorbereitung. Amica rät, beim Anruf die Seriennummer bereitzuhalten; sie steht auf dem Typenschild. Bomann nennt eine Liste: Name und Anschrift, Telefonnummer, Kaufdatum, Name und Postleitzahl des Händlers, Fehlerbeschreibung und gegebenenfalls einen angezeigten Fehlercode. Exquisit verlangt für die Garantie den Kaufbeleg.
Exquisit geht einen anderen Weg als die übrigen Hersteller. Reparaturaufträge, Datenblatt und Gebrauchsanweisung erreicht man über einen Service-QR-Code, der auf der beigefügten Servicekarte und auf dem Typenschild am Gerät steht. Wer die Servicekarte nicht mehr hat, findet den Code also am Gerät selbst, und mit ihm die Unterlagen, die für die Fehlersuche gebraucht werden.
Für den Einsatz selbst nennen zwei Hersteller eine Bedingung, die bei eingebauten oder eng gestellten Geräten Folgen hat. Bomann verlangt freien Zugriff auf das defekte Gerät; Kosten, die entstehen, weil das nicht möglich ist, trägt der Verbraucher. Exquisit macht die unentgeltliche Beseitigung in den ersten sechs Monaten davon abhängig, dass das Gerät ohne besonderen Aufwand für Reparaturen zugänglich ist. Ein Einbaugerät hinter einer Möbelfront ist ein eigener Fall; die Seite zum Einbaukühlschrank erklärt, wie solche Geräte in der Nische sitzen.
Wie man den Kundendienst erreicht, steht bei jedem Hersteller anders. Bosch verweist auf ein beiliegendes Kundendienstverzeichnis, Amica auf den Garantieschein, Exquisit auf eine Servicekarte mit QR-Code, Bomann auf eine telefonische Reparaturannahme mit Zeiten. Die Ökodesign-Verordnung verlangt, dass die Gebrauchsanleitung Angaben zum Zugang zu fachgerechter Reparatur enthält, etwa Internetseiten, Adressen oder Kontaktangaben.
Reparieren oder ersetzen
Ob sich eine Reparatur lohnt, hängt von Kosten ab, die hier nicht stehen, weil sie von Gerät, Region und Ursache abhängen. Was sich sagen lässt, ist, welche Teile es geben muss. Die Ökodesign-Verordnung verpflichtet Hersteller, Thermostate, Temperatursensoren, Leiterplatten und Lichtquellen fachlich kompetenten Reparateuren mindestens sieben Jahre nach dem Inverkehrbringen des letzten Exemplars eines Modells bereitzustellen. Türgriffe, Scharniere, Einlegeböden und Einschübe muss es sieben Jahre lang auch für Endnutzer geben, Türdichtungen zehn Jahre.
Die Verordnung regelt auch die Lieferzeit: Ersatzteile müssen innerhalb von 15 Arbeitstagen nach Bestellungseingang geliefert werden. Für ein Gerät, das nicht kühlt, sind 15 Arbeitstage lang; wer so lange auf ein Thermostat warten muss, braucht in der Zeit eine andere Lösung für die Lebensmittel. Comfee schreibt, bei einem Stromausfall könnten Lebensmittel auch im Sommer mehrere Stunden im Gerät bleiben, wenn die Tür so wenig wie möglich geöffnet wird.
Für Reparaturbetriebe regelt die Verordnung den Zugang zu Informationen. Zwei Jahre nach dem Inverkehrbringen des ersten Exemplars eines Modells muss der Hersteller fachlich kompetenten Reparateuren gerätespezifische Reparatur- und Wartungsinformationen bereitstellen, bis zum Ende der Ersatzteilfrist. Für Besitzer sind die Teileshops wichtiger: Bomann nennt in der Anleitung die ASCI Service GmbH mit eigenem Shop, die Supportseite von Midea für Comfee-Geräte den Shop midea.sparepartservice.shop.
Bei der Entscheidung zählt neben der Reparatur der Verbrauch. Ein altes Gerät mit hohem Verbrauch zu reparieren, kann auf Dauer mehr kosten als ein neues; wie man den Verbrauch einschätzt, beschreibt die Seite zum Stromverbrauch. Wer ersetzt, findet auf der Seite über energiesparende Kühlschränke einen Einstieg, und im Kühlschrank-Ratgeber die Übersicht nach Bauart.
Ein Altgerät gehört nicht in den Hausmüll. Gorenje schreibt, Kältemittel und Gase in der Isolierung müssten fachgerecht entsorgt werden, und der Kältemittelkreislauf solle bis zur Entsorgung unbeschädigt bleiben. Exquisit nennt kommunale Sammelstellen für Elektro- und Elektronikaltgeräte und Lebensmittelhändler ab einer bestimmten Verkaufsfläche als Rückgabestellen.
Wer selbst repariert, sollte die Garantiebedingungen vorher lesen. Exquisit schreibt im Kapitel zur Fehlerbehebung, Reparaturen an elektrischen Geräten seien ausschließlich vom Kundendienst auszuführen, und bei einer nicht fachgerecht durchgeführten Reparatur erlösche der Garantieanspruch. Amica bindet die Garantie an eine autorisierte Fachwerkstatt. Ein Austausch der Türdichtung nach Bomann-Anleitung ist etwas anderes als ein Eingriff in die Elektrik oder den Kältekreis.
Häufige Fragen, wenn der Kühlschrank nicht kühlt
Was tun, wenn der Kühlschrank nicht kühlt, aber das Licht brennt?
Zuerst prüfen, ob der Regler auf „0" steht und ob ein Ausstellungs- oder Urlaubsmodus aktiv ist. Bosch nennt für genau diesen Fall den Ausstellungsmodus, Samsung für einen warmen Kühlteil bei kaltem Gefrierteil den Urlaubsmodus.
Warum wird der Kühlschrank nicht kalt, obwohl der Motor läuft?
Die Störungstabellen nennen Tür und Dichtung, warme oder zu viele Lebensmittel, fehlende Luft um das Gerät und eine zu hohe Umgebungstemperatur. Ein langer Lauf ist laut Comfee und Gorenje in diesen Fällen normal und noch kein Defekt.
Wie stelle ich fest, ob der Kühlschrank wirklich kaputt ist?
Alle Prüfungen der Störungstabelle abarbeiten, dann nach AEG-Art messen: Glas Wasser mit Thermometer auf die mittlere Ablage, nach 12 Stunden ablesen. Liegt der Wert dann über 8 °C, ist der Kundendienst dran.
Warum kühlt der Kühlschrank im Winter nicht?
Unter der unteren Grenze der Klimaklasse schaltet der Verdichter zu selten ein. Exquisit rät, Kombigeräte mit einem Regler nicht unter 16 °C aufzustellen; Amica nennt den selten anschaltenden Verdichter als Störung.
Wie lange muss ein Kühlschrank nach dem Transport stehen?
AEG nennt 4 bis 8 Stunden, Exquisit 12 Stunden. Amica nennt 2 Stunden, wenn das Gerät stärker als 40 Grad geneigt wurde.
Kann ich Kältemittel selbst nachfüllen?
Nein. Keine der acht Unterlagen sieht einen Eingriff in den Kältekreis durch den Besitzer vor. R600a ist laut Gorenje entzündlich, und Amica rät aus Sicherheitsgründen von eigenen Reparaturen ab.
Was nicht herauszufinden war
Drei Fragen bleiben nach dieser Recherche offen. Die erste ist die nach der Häufigkeit. Welche Ursache bei Kühlschränken, die nicht kühlen, tatsächlich am häufigsten vorliegt, veröffentlicht keiner der Hersteller. Die Auszählung oben zeigt, wie oft eine Ursache in den Unterlagen steht, nicht, wie oft sie in Haushalten auftritt. Beantworten könnten das nur Kundendienste und Reparaturbetriebe, die ihre Einsätze auswerten.
Die zweite Frage betrifft den Kältekreislauf. Wie oft ein Kältemittelverlust oder ein Kompressordefekt die Ursache ist, steht in keiner der acht Unterlagen, und ob die beiden Ratgeberseiten, die beides weit oben nennen, sich dabei auf Zahlen stützen, sagen sie nicht. Auch hier liegt die Antwort bei denen, die Geräte öffnen dürfen.
Die dritte Frage betrifft die Modi. Wie viele Geräte einen Ausstellungsmodus haben und wie man ihn bei jedem Hersteller abschaltet, ließ sich nicht vollständig klären; nur Bosch beschreibt ihn in der gelesenen Anleitung, und die Taste unterscheidet sich je nach Gerät. Wer ein Gerät mit Display hat, das leuchtet, aber nicht kühlt, sucht in der eigenen Anleitung nach „Ausstellungsmodus", „Demo" oder „Showroom". Steht dort nichts, ist die Anleitung die Stelle, an der diese Seite endet und der Kundendienst beginnt.
Eine Grenze hat diese Seite bewusst. Sie behandelt Kompressorgeräte im Haushalt. Absorber- und Gasgeräte, wie sie in Wohnmobilen, Wohnwagen und auf Campingplätzen stehen und nach denen die Suchvorschläge ebenfalls fragen, arbeiten nach einem anderen Prinzip und haben eigene Anleitungen. Für sie gelten die Prüfschritte oben nur zum Teil, und die Antworten stehen bei ihren Herstellern.

