Diese Seite prüft Unterlagen, keine Geräte: ausgewertet werden Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, Angebotstexte, einschlägige Normen, öffentliche Register und behördliche Veröffentlichungen. Wo ein Nachweis fehlt, wird das benannt und nicht durch eine Schätzung ersetzt.
Was eine Mikrowelle im Stillstand verbraucht, verschweigen siebzehn von sechsundzwanzig Anleitungen
Stand 12.10.2026 hingen an 45 ausgewerteten Mikrowellen-Angeboten 26 verschiedene deutschsprachige Bedienungsanleitungen. 17 davon sagen nichts dazu, wie viel Strom das Gerät verbraucht, wenn es nur dasteht und die Uhr anzeigt. Seit dem 9. Mai 2025 verlangt die Verordnung (EU) 2023/826 genau diese Angabe: im Handbuch oder auf der frei zugänglichen Website des Herstellers, in Watt mit einer Nachkommastelle, dazu die Zeit in Minuten, nach der das Gerät von selbst in den sparsamen Zustand wechselt.
Die Zahl betrifft fast die ganze Lebenszeit eines solchen Geräts. Die Stiftung Warentest rechnet in ihrem Mikrowellen-Test mit einem Nutzungsprofil, in dem das Gerät in einer Woche 165 Stunden im Bereitschafts- oder Aus-Zustand steht. Eine Woche hat 168 Stunden. Wer eine Mikrowelle kauft, kauft also vor allem ein Gerät, das wartet.
Die Feststellung dieser Seite
Von 26 deutschsprachigen Anleitungen, die am 12.10.2026 an 45 Mikrowellen-Angeboten hingen, nennen 3 einen Wert für den Bereitschafts- oder Aus-Zustand in Watt mit Nachkommastelle und 2 die Minuten bis zur Umschaltung. 5 schreiben nur „weniger als 1 Watt“, 1 verweist auf eine Herstellerliste, in der das eigene Modell fehlt, und 17 sagen dazu gar nichts. Auf den 45 Angebotsseiten selbst steht der Wert kein einziges Mal.
Eine Einschränkung gehört dazu, und sie ist wichtig. Die Pflicht gilt für Geräte, die seit dem 9. Mai 2025 in Verkehr gebracht werden. Eine Anleitung von 2012 oder 2017, wie sie an zwei der Angebote hängt, beweist deshalb keinen Verstoß; es kann sich um ältere Ware handeln. Für den Kauf ändert das wenig. Wer vor dem Kauf wissen will, was das Gerät im Stillstand verbraucht, findet die Zahl bei den meisten Angeboten nirgends.
Diese Übersicht geht den Kauf einer Mikrowelle in der Reihenfolge durch, in der die Fragen auftauchen: ob es überhaupt eine sein muss, welche Bauart, welche Größe, wie viel Platz, welche Leistung, was der Stillstand kostet, und was nach dem Kauf kommt, vom Geschirr bis zur Entsorgung. Zu jeder Frage, die eine eigene Antwort verdient, führt ein Link auf die Seite, die sie im Detail beantwortet. Die Auszählung der 26 Anleitungen zieht sich durch alle Abschnitte.
Mikrowelle oder Airfryer, Backofen, Dampfgarer: braucht es überhaupt eine?
Die erste Frage vor dem Kauf ist die, die am seltensten gestellt wird. Eine Mikrowelle kann eine Sache besser als jedes andere Gerät in der Küche: Wasser in Speisen schnell erwärmen, ohne den Garraum vorzuheizen. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt das Prinzip knapp. Ein Feld mit 2,45 Gigahertz wird im Inneren erzeugt und bringt die Speise zum Erwärmen; die im Haushalt üblichen Geräte arbeiten in einem Leistungsbereich von etwa 100 bis 1.300 Watt. Bräunen, knusprig machen oder backen gehört nicht dazu.
Daraus ergeben sich vier Fälle, in denen ein anderes Gerät die bessere Wahl ist. Wer vor allem Pommes, Gemüse oder Hähnchenteile knusprig haben will, sucht eigentlich Umluft auf kleinem Raum; die Bauarten, Korbgrößen und Programme dafür ordnet die Übersicht zur Heißluftfritteuse. Wer schonend garen will, Gemüse mit Biss oder Fisch, landet beim Dampf, und wo die Grenze zwischen beiden Geräten liegt, zeigt der Abgleich Dampfgarer oder Mikrowelle.
Der dritte Fall ist der Backofen. Wer ihn ohnehin täglich nutzt, hat für Aufläufe, Pizza und Brötchen schon ein Gerät, und eine Kombi-Mikrowelle mit Heißluft ersetzt ihn nur in kleinem Format. Der vierte Fall ist der Wasserkocher. Für heißes Wasser zu Tee und Instantgetränken braucht er kein Gefäß, das in die Mikrowelle darf, und die Stiftung Warentest überschreibt den Abschnitt zum Energieverbrauch in ihrem Mikrowellen-Test mit „Wasserkocher schlägt Mikrowelle und Herdplatten“. Die Zahlen dahinter stehen im kostenpflichtigen Teil; die Richtung ist frei lesbar.
Was für die Mikrowelle spricht, ist der Alltag mit Resten, Tiefkühlkost und kleinen Portionen. Aufwärmen eines Tellers, Auftauen von Hackfleisch, eine Tasse Milch, ein Becher Porridge: In diesen Fällen hat kein anderes Gerät dieselbe Mischung aus Tempo und Aufwand. Und wer in einem Büro, einer WG oder einem Wohnmobil nur eine Steckdose und eine Arbeitsfläche hat, bekommt mit einer Mikrowelle ein Gerät, das ohne Abzug und ohne Herd auskommt.
Wer am Ende dieses Abschnitts noch dabei ist, braucht eine Mikrowelle. Die folgenden Abschnitte gehen den Kauf in der Reihenfolge durch, in der die Fragen auftauchen: erst die Bauart, dann die Größe, dann der Platz, dann Leistung und Strom, dann der Alltag nach dem Kauf.
Solo, Grill oder Kombi mit Heißluft: die erste Gabelung
Die Bauart entscheidet über alles, was danach kommt: über die Größe, den Platzbedarf, die Reinigung und die Zahl der Wattangaben. Es gibt drei Grundformen. Die Solo-Mikrowelle kann nur das Feld erzeugen und erwärmt, taut auf und gart. Die Mikrowelle mit Grill hat zusätzlich einen Heizstab unter der Decke, der von oben bräunt und überbackt. Die Kombi-Mikrowelle hat außerdem eine Heißluft- oder Umluftheizung mit Gebläse, die den Garraum wie einen kleinen Backofen erhitzt.
Zwischen Grill und Kombi liegt der Unterschied, den Angebote am häufigsten verwischen. Ein Grill bräunt die Oberfläche, er backt keinen Kuchen und keine Brötchen von allen Seiten. Erst die Heißluft macht das, und sie braucht eine eigene Wattzahl, die in den Angeboten oft fehlt. Wie die fünf Kombigeräte dort ausfallen, wo im Datenfeld Umluft, Konvektion oder Gebläse stehen muss, und warum kein Kombigerät ein normales Backblech aufnimmt, steht auf der Seite zur Kombi-Mikrowelle mit Heißluft.
Wer nur überbacken will, einen Toast, einen Auflauf mit Käse, ein Gratin, kommt mit dem Grill aus. Der Grill macht das Gerät etwas größer und die Decke des Garraums schwieriger zu reinigen, weil dort der Heizstab sitzt. Was die Grill-Modelle dafür mitbringen und wofür sie nicht reichen, beschreibt die Seite zur Mikrowelle mit Grill.
Die Solo-Mikrowelle ist die einfachste und kleinste Lösung. Sie reicht für alle, die aufwärmen, auftauen und Getränke erhitzen. Ihr Nachteil ist nur einer: Sie bräunt nicht. Wer einmal im Monat eine Lasagne überbacken möchte, stellt sie dafür in den Backofen.
Mit jeder Stufe kommen zwei Dinge hinzu, die vor dem Kauf zählen. Erstens mehr Wattangaben, die nicht addiert werden dürfen, weil sie verschiedene Heizquellen beschreiben. Zweitens Zubehör: Grillrost, Backblech oder Crisp-Platte, die jeweils eigene Regeln für Metall im Garraum mitbringen. Welche Teile im Kombibetrieb hineindürfen und welche nicht, regelt jede Anleitung anders; das ist ein Grund, die Anleitung vor dem Kauf zu öffnen.
Inverter oder getaktetes Magnetron: was die zweite Gabelung bringt
Die meisten Mikrowellen erzeugen das Feld mit einem Magnetron, das nur zwei Zustände kennt: volle Leistung oder aus. Eine mittlere Stufe entsteht, indem das Gerät in Abständen ein- und ausschaltet. Eine Inverter-Mikrowelle regelt stattdessen die Leistung selbst herunter und gibt sie gleichmäßiger ab. Die Stiftung Warentest beschreibt den Unterschied in ihrem Mikrowellen-Test genauso: Das Magnetron produziere die Wellen intervallweise, der Inverter solle die Leistung laut den Anbietern auf gleichbleibendem Niveau halten.
Spürbar wird das bei den niedrigen Stufen. Beim Auftauen, beim Schmelzen von Butter oder Schokolade, beim schonenden Erwärmen von Saucen arbeitet ein getaktetes Gerät mit kurzen Stößen voller Leistung, zwischen denen sich die Wärme verteilt. Ein Inverter gibt die niedrige Leistung durchgehend ab. Beim Aufwärmen eines Tellers auf höchster Stufe gibt es keinen Unterschied, denn dort laufen beide Bauarten durchgehend.
Das Wort Inverter steht oft im Angebot, aber selten in der Anleitung. Wie oft die Hersteller die Bauart in ihren eigenen Unterlagen überhaupt nennen und erklären, und was davon sich am Dokument prüfen lässt, hat die Seite zur Mikrowelle mit Inverter an fünf Geräten ausgezählt. Für den Kauf heißt das: Wer viel auftaut oder empfindliche Speisen erwärmt, achtet auf die Bauart und lässt sie sich in der Anleitung bestätigen. Wer vor allem aufwärmt, braucht sie nicht.
Eine Verbrauchsangabe, die den Inverter als sparsamer ausweist, gibt es nicht. Mikrowellen haben kein EU-Energielabel und keine Effizienzklasse: Die Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 66/2014 für Backöfen, Kochmulden und Dunstabzugshauben nimmt Geräte mit einer Mikrowellenerwärmungsfunktion in Artikel 1 Absatz 2 ausdrücklich aus. Wer zwei Geräte nach ihrem Verbrauch im Betrieb vergleichen will, findet dafür keine amtliche Zahl.
Mit oder ohne Drehteller: was der Flachboden kostet und bringt
Die dritte Gabelung betrifft den Boden. Klassische Geräte haben einen Glasteller, der sich auf einem Rollring dreht und das Gargut durch die Bereiche wechselnder Feldstärke bewegt. Geräte ohne Drehteller, oft Flatbed genannt, haben einen festen Boden aus Glas oder Keramik; die Feldverteilung übernimmt eine Antenne oder ein Rührer unter dem Boden.
Der Vorteil des Flachbodens ist ein Flächenvorteil. Ohne Teller begrenzt nicht mehr der Tellerdurchmesser das Geschirr, sondern die Breite und Tiefe des Garraums. Eine rechteckige Auflaufform, die sich auf einem Drehteller an den Wänden verhakt, kann auf einem Flachboden stehen. Dazu kommt die Reinigung: Es gibt keinen Rollring, unter dem sich Reste sammeln, und keinen Teller, der in die Spüle muss.
Dieser Vorteil lässt sich vor dem Kauf aber nur prüfen, wenn der Hersteller die Innenmaße nennt, und genau das tun viele nicht. Bei welchen Flatbed-Geräten die Maße in Angebot oder Anleitung stehen, ob eine 30-Zentimeter-Form überhaupt hineinpasst und welchen Nachteil die Bauart hat, steht auf der Seite zur Mikrowelle ohne Drehteller.
Die genannten Werte liegen nah beieinander und unterscheiden sich doch um eine Tellergröße. Severin nennt für zwei Modelle 245 Millimeter und dazu die Höhe über dem Teller, 175 und 180 Millimeter. Sharp nennt für die R-200 und die R-642 je 255 Millimeter, für die größere Schwester R-742 315 Millimeter. Toshiba nennt 255 Millimeter, die MEDION-Retro ca. 27 Zentimeter, das Angebot der MEDION MD 12031 einen Glas-Drehteller von 28,8 Zentimetern. Zwischen 24,5 und 28,8 Zentimetern liegt bei einem flachen Teller oft die Grenze zwischen passt und schlägt an.
Wer bei einem Gerät mit Drehteller bleibt, braucht eine andere Zahl: den Durchmesser des Tellers. Wer seinen größten Teller misst, kann den Abgleich in einer Minute machen, wenn der Hersteller den Durchmesser angibt. In den Anleitungen der Erhebung reichen die genannten Werte von 245 bis 315 Millimetern; wie selten sie überhaupt genannt werden, zeigt die Auszählung weiter unten.
Wie viel Liter für wen: Garraum, Teller und Portion
Die Literzahl ist die Angabe, die in jedem Angebot steht, und die am wenigsten über den Alltag sagt. Sie beschreibt das Volumen des Garraums, nicht seine Form. Ein hoher, schmaler Garraum und ein flacher, breiter können gleich viele Liter haben und doch ganz verschiedenes Geschirr aufnehmen. Was zählt, ist die Grundfläche: bei Geräten mit Drehteller sein Durchmesser, bei Flachboden die Innenbreite und -tiefe.
Trotzdem zeigt die Literzahl, wo der Markt liegt. Von den 45 Angeboten der Erhebung dieser Seite nennen 37 die Literzahl im Titel, und zwei Werte dominieren: 22 Angebote mit 20 Litern und 10 mit 25 Litern. Daneben je ein Gerät mit 19 und 26 Litern, zwei mit 23 und ein Kompaktofen mit 50 Litern. Auch die Kombigeräte mit Heißluft lagen in dieser Erhebung zwischen 23 und 26 Litern; eine amtliche Größenklasse gibt es nicht. Der Ausreißer mit 50 Litern ist ein Kompaktbackofen mit Mikrowellenfunktion von Samsung, ein Einbaugerät, das in eine Hochschranknische gehört und mit den freistehenden Geräten dieser Seite nur die Mikrowellenfunktion teilt.
Für einen oder zwei Personen reicht meist die kleinste Klasse, solange die eigenen Teller hineinpassen. Was 20 Liter im Alltag aufnehmen, für wen sie reichen und wo die Grenze bei Portionen und Tellern liegt, beschreibt die Seite zur Mikrowelle mit 20 Litern.
Für Familien oder für alle, die Speisen in großen Glasformen aufwärmen, lohnt der Blick auf die größeren Klassen. Mehr Liter bedeuten dabei nicht automatisch mehr Leistung: Ein größerer Garraum mit derselben Wattzahl braucht für dieselbe Menge Wasser nicht weniger Zeit. Die Leistung ist eine eigene Angabe.
Die sicherste Regel lautet deshalb: erst den größten Teller und die größte Form messen, die regelmäßig hinein sollen, dann den Tellerdurchmesser oder die Innenmaße suchen, und erst danach auf die Literzahl schauen. Wer umgekehrt vorgeht, kauft ein Gerät, dessen Volumen stimmt und dessen Teller trotzdem zu klein ist.
Stellfläche und Abstände: wie viel Platz das Gerät wirklich braucht
Eine Mikrowelle gibt Wärme über ihre Lüftungsöffnungen ab und braucht deshalb Luft an den Seiten, hinten und oben. Diese Mindestabstände stehen in den Anleitungen, fast nie im Angebot. Wer nach den Außenmaßen plant, plant zu knapp. Mindestabstände in Zentimetern nennen 22 der 26 Anleitungen dieser Erhebung, aber nur eines der 45 Angebote. Aus einem Gerät mit 44 Zentimetern Breite werden mit 20 Zentimetern je Seite, wie sie MEDION und Exquisit verlangen, 84 Zentimeter Platzbedarf; mit den 5 Zentimetern bei Caso und Cecotec sind es 54.
Wie weit die Hersteller dabei auseinanderliegen, hat die Seite zur kleinen Mikrowelle an fünf kompakten Geräten nachgemessen: Seitenabstände zwischen 7,5 und 20 Zentimetern, in der Anleitung genannt, in keinem Angebot. Wer eine Nische zwischen Wand und Kühlschrank füllen will, liest dort, welches Gerät hineinpasst, wenn die Abstände mitgezählt werden.
Am weitesten gehen die Angaben nach oben auseinander. Sommertal verlangt 10 Zentimeter Freiraum über dem Gerät, Caso und Cecotec 20, Toshiba, MEDION, Severin, Hisense, Exquisit und Sharp 30. Steht ein Gerät von 26 Zentimetern Höhe unter einem Hängeschrank, braucht es bis zur Schrankunterseite also zwischen 36 und 56 Zentimetern. Hinten reichen die Angaben von 0 bis 10 Zentimetern.
| Anleitung | oben | seitlich | hinten | Stellfläche über dem Boden |
|---|---|---|---|---|
| Toshiba MW2-MG20PF | 30 cm | 7,5 cm, eine Seite offen | keine Zahl | mindestens 85 cm |
| MEDION MD 14482 | 30 cm | 20 cm | keine Zahl | mindestens 85 cm |
| Severin MW 7580 | 30 cm | 7,5 cm | 10 cm | keine Zahl |
| Caso MG 20 Ecostyle | 20 cm | 5 cm | 10 cm | keine Zahl |
| Cecotec ProClean 4010 | 20 cm | 5 cm | 10 cm | mindestens 90 cm |
| Sommertal MW2200 | 10 cm | 5 cm | 10 cm | keine Zahl |
Eine Angabe übersehen fast alle, weil sie im Angebot nie steht: die Höhe der Stellfläche. Elf der 26 Anleitungen verlangen, dass die Mikrowelle mindestens 85 Zentimeter über dem Boden steht, Cecotec nennt 90 Zentimeter. Toshiba spricht von minimaler Installationshöhe, MEDION davon, dass sich die Standfläche mindestens auf dieser Höhe befinden soll. Ein niedriges Regal oder der Boden einer Speisekammer scheiden damit aus.
Und schließlich die Tiefe. Die Datenfelder der Angebote nennen für die meisten Geräte zwischen etwa 32 und 50 Zentimetern, und dazu kommt der Abstand nach hinten. Wer die Tiefe seiner Arbeitsplatte misst, sieht, wie viel davon vor dem Gerät frei bleibt. Die Prüfliste am Ende dieser Seite fasst die Maße zusammen, die vor dem Kauf gemessen gehören.
Freistehend, unterbaufähig oder eingebaut: wohin die Mikrowelle kommt
Drei Aufstellarten werden in Angeboten gern durcheinandergeworfen. Freistehend heißt: Das Gerät steht auf der Arbeitsfläche, mit den Abständen aus der Anleitung. Unterbaufähig heißt: Es lässt sich zusätzlich mit einer Halterung unter einen Hängeschrank schrauben. Eingebaut heißt: Es sitzt mit einem Rahmen in einer Nische eines Einbauschranks und ist dafür gebaut, nicht frei zu stehen.
Bei unterbaufähigen Geräten hängen drei Fragen an der Montage. Liegt die Halterung bei? Was muss der Hängeschrank tragen? Und wie viel Abstand braucht die Abluft? Wie oft die Hersteller diese Fragen beantworten, bei einem Gerät, das über Kopf hängt und deutlich über zehn Kilogramm wiegen kann, hat die Seite zur unterbaufähigen Mikrowelle ausgezählt. Dort steht auch, warum Unterbau und Einbau keine zwei Wörter für dieselbe Sache sind.
Beim Einbau zählt eine andere Zahl. Die Nische eines Hochschranks ist meist 56 Zentimeter breit, die Gerätefront rund 59,5 Zentimeter; der Unterschied ist die Blende, die auf dem Schrank aufliegt. Wer nach der Frontbreite plant, sägt einen Ausschnitt, in dem nichts mehr hält. Wie Nischenmaß und Gerätemaß zusammengehören, welche Rahmen im Karton liegen und wie die Belüftung im Schrank geregelt ist, steht auf der Seite zur Mikrowelle zum Einbauen.
Ein freistehendes Gerät in einen Schrank zu stellen, ist keine dritte Lösung. Drei Severin-Anleitungen schreiben ausdrücklich, das Gerät dürfe nicht in einen Schrank eingebaut werden, und die Abstände nach oben, die 22 der 26 Anleitungen verlangen, lassen sich in einem geschlossenen Fach nicht einhalten. Wer die Mikrowelle aus dem Blick haben will, plant von Anfang an mit einem Einbaugerät und einem passenden Schrank.
Mikrowelle für Büro, WG und viele Hände
Wenn mehrere Menschen dasselbe Gerät benutzen, verschieben sich die Kriterien. Wichtig wird, was ohne Anleitung verstanden wird: ein Drehknopf für die Zeit, ein zweiter für die Leistung, eine Taste zum Öffnen. Viele Automatikprogramme sind dort eher ein Hindernis, weil sie jeder anders bedient. Dazu kommt die Reinigung, für die sich in einer gemeinsamen Küche selten jemand zuständig fühlt.
Bei Haushaltsgeräten im gewerblichen Umfeld lohnt außerdem ein Blick in die Anleitung. AEG schreibt etwa, die MFB252DB sei nur für den häuslichen Gebrauch in Innenräumen konzipiert, und zählt im selben Abschnitt Büros und Gästezimmer auf, in denen sie betrieben werden darf. Was die Garantie in solchen Fällen deckt, steht in den jeweiligen Bedingungen. Was eine Mikrowelle in einer Büroküche leisten muss, für wie viele Nutzer welche Größe reicht und welche Regeln in einer geteilten Küche helfen, steht auf der Seite zur Mikrowelle fürs Büro.
In einer WG gelten ähnliche Regeln, nur mit weniger Nutzern. Hier zählt neben der einfachen Bedienung vor allem der Innenraum: Ein Garraum, der sich leicht auswischen lässt, und ein Teller, der in die Spülmaschine darf, halten das Gerät länger in einem Zustand, in dem es alle gern benutzen. Ob der Teller in die Spülmaschine darf, regeln die Hersteller übrigens unterschiedlich.
In einer Familie kommt eine Frage hinzu, die in 24 der 26 Anleitungen beantwortet wird, und zwar fast wortgleich: Das Gerät darf von Kindern ab 8 Jahren benutzt werden, wenn sie beaufsichtigt werden oder in den sicheren Gebrauch eingewiesen wurden und die Gefahren verstehen. Ob die Mindesthöhe der Stellfläche von 85 oder 90 Zentimetern, die elf Anleitungen nennen, auch dem Schutz kleiner Kinder dient, sagen die meisten nicht; Sharp verbindet in der Anleitung der R-642 die Höhenangabe ausdrücklich mit dem Hinweis, Kinder von der heißen Tür fernzuhalten.
Für Wohnmobil und Ferienwohnung kommt eine dritte Frage hinzu: die Leistungsaufnahme. Eine Mikrowelle mit 800 Watt Mikrowellenleistung zieht aus der Steckdose deutlich mehr, Sharp nennt für die R-200 1.270 Watt, und an einem Campingplatz mit begrenzter Absicherung entscheidet genau diese Zahl. Sie steht auf dem Typenschild und oft in den technischen Daten der Anleitung; der folgende Abschnitt zählt, wie oft.
Wie viel Watt: die Leistung im Garraum und die aus der Steckdose
Auf jeder Mikrowelle stehen mindestens zwei Wattzahlen, und die Angebote nennen meist nur eine. Die Zahl im Titel, 700, 800 oder 900 Watt, ist die Mikrowellenleistung, die im Garraum ankommt. Sie wird nach einer Norm gemessen: Sharp schreibt in der Anleitung der R-200 ausdrücklich „800 W (IEC 60705)“, und die Stiftung Warentest erhitzt in ihrem Prüfprogramm Wassergläser in Anlehnung an die DIN EN 60705. Die zweite Zahl ist die Leistungsaufnahme, also das, was das Gerät aus der Steckdose zieht, solange das Magnetron arbeitet.
Die Leistungsaufnahme steht in 17 der 26 Anleitungen, meist in den technischen Daten, manchmal als Eingangs- oder Nennaufnahmeleistung. Sie reicht dort von 1.050 Watt bei einem Toshiba-Gerät mit 700 Watt Mikrowellenleistung bis 1.500 Watt bei einer MEDION-Kombi. Sharp nennt für die R-200 mit 800 Watt Abgabe eine Aufnahme von 1.270 Watt, MEDION für die MD 12031 mit 900 Watt Abgabe 1.450 Watt. Die Aufnahme liegt also deutlich über der Zahl im Titel.
Severin nennt in seinen Anleitungen außerdem die Spanne der Abgabeleistung über alle Stufen: 150 bis 700 Watt bei der Inverter-Mikrowelle MW 7580, 160 bis 800 Watt bei der MW 7761 mit Flachboden, 125 bis 700 Watt bei der MW 7771 mit Grill. Die unterste Stufe ist die, mit der aufgetaut und warm gehalten wird. Bei einem getakteten Gerät beschreibt sie einen Mittelwert über die Pausen, bei einem Inverter eine durchgehend abgegebene Leistung; die Zahl allein verrät nicht, welche der beiden Bauarten dahintersteht.
Für den Alltag zählt das an zwei Stellen. Erstens beim Anschluss: Wer die Mikrowelle mit einem Wasserkocher an eine Steckdosenleiste hängt oder im Wohnmobil an einer begrenzten Absicherung betreibt, rechnet mit der Aufnahme, nicht mit der Abgabe. Sharp nennt dafür in den technischen Daten der R-642 und R-200 eine Absicherung von 10 Ampere. Zweitens beim Strom: Die Kilowattstunden auf der Rechnung entstehen aus der Aufnahme mal der Laufzeit.
Mehr Watt im Titel heißt schnelleres Erwärmen derselben Menge, aber nicht unbedingt ein besseres Ergebnis. Die Stiftung Warentest fasst ihren Test so zusammen, dass hohe Leistung nicht unbedingt bessere Performance bedeute; die Geräte im Vergleich brachten 700 bis 1.000 Watt mit. Für einen Teller Reste reichen 700 Watt, wer oft große Portionen oder Getränke für mehrere Personen erhitzt, spart mit 900 Watt Zeit.
Was eine Aufwärmportion an Strom kostet, wie sich Herd, Backofen und Mikrowelle beim selben Gericht unterscheiden und welche Spartipps sich in Zahlen fassen lassen, rechnet die Seite zum Stromverbrauch der Mikrowelle durch. Wer dort nachrechnet, nimmt die Leistungsaufnahme aus der Anleitung oder vom Typenschild, nicht die Zahl aus dem Titel.
Uhr an, Gerät aus: was die Ökodesign-Verordnung für den Stillstand verlangt
Mikrowellenherde stehen ausdrücklich in Anhang I der Verordnung (EU) 2023/826, die seit dem 9. Mai 2025 gilt und die ältere Standby-Verordnung (EG) Nr. 1275/2008 an diesem Tag abgelöst hat. Sie setzt drei Grenzen. Im Aus-Zustand darf ein Gerät höchstens 0,50 Watt aufnehmen. In einem Bereitschaftszustand, in dem es nur auf einen Tastendruck wartet, ebenfalls 0,50 Watt. Zeigt es dabei eine Information oder einen Status an, etwa die Uhrzeit, sind es höchstens 0,80 Watt.
Dazu kommt eine Zeitgrenze. Ein Gerät muss eine Stromsparfunktion haben, die es nach der kürzesten mit seiner Verwendung vereinbaren Zeit in einen dieser Zustände versetzt. Für Kaffeemaschinen setzt die Verordnung eigene Zeiten, für alle anderen Geräte, also auch für Mikrowellen, höchstens 20 Minuten. Die Funktion muss ab Werk aktiv sein.
Und eine Informationspflicht. Handbuch und frei zugängliche Website des Herstellers müssen für jeden dieser Zustände die Leistungsaufnahme in Watt nennen, auf eine Dezimalstelle gerundet, und die Zeit bis zur automatischen Umschaltung in Minuten. Der Hersteller darf im Handbuch stattdessen einen Link auf die Website setzen. Zwei Jahre nach dem Geltungsbeginn, also ab dem 9. Mai 2027, sinkt die Grenze für den Aus-Zustand auf 0,30 Watt.
Die Stationen als Liste
- 2008: VO 1275/2008 — erste Standby-Grenzen
- 9. Mai 2025: VO 2023/826 gilt — 0,50 W, mit Anzeige 0,80 W
- ab dann: Watt und Minuten — in Handbuch oder Website
- höchstens: 20 Minuten — bis zum sparsamen Zustand
- 9. Mai 2027: Aus-Zustand — höchstens 0,30 W
Für die Stromrechnung sind das kleine Zahlen. Selbst 0,8 Watt über ein ganzes Jahr ergeben rund sieben Kilowattstunden, gerechnet als 0,8 Watt mal 8.760 Stunden. Der Grund, warum die Angabe trotzdem zählt, ist ein anderer: Sie ist die einzige amtliche Verbrauchszahl, die es für eine Mikrowelle überhaupt gibt. Ein Energielabel mit Effizienzklasse fehlt, weil die Verordnung (EU) Nr. 66/2014 für Backöfen Geräte mit Mikrowellenerwärmungsfunktion ausdrücklich ausnimmt.
Wer die Uhr nicht braucht, hat einen einfachen Hebel, sofern das Gerät ihn bietet. AEG nennt getrennte Werte: 0,8 Watt mit eingeschaltetem und 0,5 Watt mit ausgeschaltetem Display. Wer ganz sicher null will, zieht den Stecker. Eine Zeitschaltuhr ist dafür keine Lösung: 22 der 26 Anleitungen schreiben, das Gerät sei nicht dafür bestimmt, mit einer externen Zeitschaltuhr oder einem separaten Fernwirksystem betrieben zu werden.
Sechsundzwanzig Anleitungen, Zeile für Zeile: was über den Stillstand drinsteht
Die 45 ausgewerteten Produktangebote decken die häufigsten Kaufwünsche ab: Mikrowelle allgemein, mit Grill, Kombi mit Heißluft, 20 und 25 Liter, Inverter, ohne Drehteller und Edelstahl. An den Angeboten hingen 118 PDF-Dateien. Nach Abzug von Versicherungsblättern, allgemeinen Sicherheitsblättern und Anleitungen ganz ohne deutschen Text blieben 26 verschiedene deutschsprachige Bedienungsanleitungen. Jede wurde auf dieselben Begriffe hin gelesen: Bereitschaft, Standby, Aus-Zustand, Energiesparmodus, Minuten, Watt.
Die Werte als Liste
- Wert in Watt mit Nachkomma: 3 Anleitungen
- Umschaltzeit in Minuten: 2 Anleitungen
- nur „weniger als 1 Watt“: 5 Anleitungen
- Link auf Herstellerliste: 1 Anleitungen
- keine Angabe: 17 Anleitungen
Vollständig im Sinne der Verordnung sind zwei Anleitungen. Die der AEG MFB252DB nennt 0,8 Watt im Standby mit eingeschaltetem Display, 0,5 Watt mit ausgeschaltetem und 20 Minuten bis zum Energiesparmodus. Die der MEDION MD 12031 nennt 0,8 Watt im Standby-Modus und 20 Minuten. Die dritte mit einem Wattwert, die MEDION-Retro-Mikrowelle MD 100119, gibt 0,3 Watt im OFF-Modus an, aber keine Zeit.
Fünf Anleitungen schreiben eine Obergrenze statt eines Werts. Sharp nennt für die R-642 und die R-200 im OFF-Modus „weniger als 1,0 W“, Caso für drei Modelle „< 1 Watt (Standby)“. Das ist weder der verlangte Wert mit Nachkommastelle, noch liegt die Schranke unter den heutigen Grenzen von 0,50 und 0,80 Watt; es sagt nur, dass das Gerät nicht mehr als ein Watt braucht. Die Anleitung der Sharp R-200 trägt die Ausgabe Juli 2012 und stammt damit aus der Zeit der alten Verordnung.
Severin geht den erlaubten anderen Weg. Die Anleitung der Inverter-Mikrowelle MW 7580 verweist per Link und QR-Code auf die Seite severin.com mit den technischen Informationen zu den Betriebszuständen nach der Verordnung 2023/826. Dahinter liegt eine Liste vom Mai 2026 mit zahlreichen Severin-Geräten, darunter die Mikrowellen MW 7761 und MW 7771 mit je 0,1 Watt. Die MW 7580 steht nicht darin, und eine Umschaltzeit in Minuten nennt die Liste bei keiner Mikrowelle.
| Anleitung | Angabe in Watt | Zeit bis zur Umschaltung |
|---|---|---|
| AEG MFB252DB | 0,8 W mit Display, 0,5 W ohne Display | 20 Minuten |
| MEDION MD 12031 | 0,8 W im Standby-Modus | 20 Minuten |
| MEDION MD 100119 | 0,3 W im OFF-Modus | keine Angabe |
| Sharp R-642 und R-200 | weniger als 1,0 W im OFF-Modus | keine Angabe |
| Caso MG 25 Ecostyle, MG 20 Ecostyle, MG20 Menu | weniger als 1 W im Standby | keine Angabe |
| Severin MW 7580 | Link auf die Severin-Liste, in der das Modell fehlt | in der Liste für keine Mikrowelle |
Bei den übrigen 17 fehlt die Angabe ganz, darunter Anleitungen großer Marken wie Toshiba, LG und Cecotec. Wer eine dieser Mikrowellen kauft und den Wert wissen will, muss beim Hersteller nachfragen. Die Prüfliste am Ende dieser Seite enthält die Frage dafür.
Was die Angebotsseiten sagen und was nur in der Anleitung steht
Die Angebotsseiten liefern Literzahl, Mikrowellenleistung und Außenmaße fast immer. Alles, was für die Aufstellung und den Alltag zählt, steht dort selten. Die Auszählung derselben 45 Angebote gegen die 26 Anleitungen zeigt das deutlich, Merkmal für Merkmal.
| Merkmal | in 45 Angeboten | in 26 Anleitungen |
|---|---|---|
| Mindestabstände in Zentimetern | 1 | 22 |
| Mindesthöhe der Stellfläche | 0 | 11 |
| Drehteller-Durchmesser | 8 | 6 |
| Garraum-Innenmaße | 5 | höchstens 3 |
| Leistungsaufnahme in Watt | 6 | 17 |
| Verbrauch im Stillstand in Watt | 0 | 8, davon 3 mit Wert |
Dazu kommen Datenfelder, die schlicht falsch sind. Das Angebot der Sharp R200INW führt als Abmessungen 25 Zentimeter Tiefe, 12 Zentimeter Breite und 23 Zentimeter Höhe; die Anleitung desselben Modells nennt 439,5 Millimeter Breite. Bei einer LG mit Grill steht als Leistung 1.450 Watt und als Stromverbrauch 1.000 Watt, bei einer zweiten LG beide Felder mit 1.000 Watt. Bei der Severin MW 7580 nennt das Angebot einen Stromverbrauch von 1.050 Watt, die Anleitung eine Leistungsaufnahme von 1.100 Watt.
Bei einer Comfee mit 20 Litern steht als Breite 25,9 Zentimeter, bei einer Toshiba im Datenfeld 38,1 Zentimeter, während derselbe Angebotstext 440 Millimeter nennt. Wer nach diesen Feldern filtert, um eine Nische zu füllen, filtert Eingabefehler. Die Maße gehören vor dem Kauf aus der Anleitung oder vom Hersteller bestätigt.
Die Regel, die sich daraus ergibt, gilt für jede Mikrowelle. Die Anleitung hängt fast immer als PDF am Angebot, oft hinter einem Abschnitt mit Produktdokumenten, und manchmal zwischen Versicherungsbedingungen versteckt. Fünf Minuten darin ersetzen einen Großteil dessen, was die Angebotsseite offenlässt. Wo auch die Anleitung schweigt, hilft nur die Frage an den Hersteller.
Wofür der Aufpreis bezahlt wird, Stufe für Stufe
Bei Mikrowellen lässt sich gut sagen, was eine teurere Stufe mehr bringt, und schlecht, ob sie es wert ist. Die einfachste Stufe sind Solo-Geräte mit Drehteller und Drehknöpfen. Sie erwärmen, tauen auf und haben selten mehr als eine Uhr. Darüber kommen Grill-Geräte, die sich um den Heizstab und den Grillrost unterscheiden. Darüber Geräte mit Inverter, Flachboden oder Edelstahl-Garraum. Und am oberen Ende Kombigeräte mit Heißluft, die einen kleinen Backofen mitbringen.
Jede Stufe bringt eine Funktion, nicht mehr Mikrowellenleistung. Die Spanne der Abgabeleistung bleibt in allen Stufen ähnlich, bei den Angeboten dieser Erhebung meist zwischen 700 und 1.000 Watt. Der Aufpreis zahlt also für Grill, Heißluft, Flachboden, Inverter oder Material, und jede dieser Funktionen lohnt sich nur, wenn sie regelmäßig genutzt wird. Wer nur aufwärmt, bekommt mit einem teuren Kombigerät dasselbe Ergebnis wie mit einem einfachen Solo-Gerät.
Ab wo der Aufpreis nichts mehr bringt, lässt sich auch an den Anleitungen ablesen. Ob eine Anleitung vollständig ist, hängt in dieser Erhebung nicht erkennbar an der Ausstattung: Die beiden vollständigen Angaben zum Stillstand stehen bei einem Grillgerät von AEG und einer Kombi von MEDION, während die Anleitungen einer anderen MEDION-Kombi und zweier Inverter-Geräte dazu schweigen oder nur verweisen. Mehr Funktion kauft also keine bessere Auskunft.
Strahlung aus der Mikrowelle: was das Bundesamt gemessen hat
Die Sorge, die vor dem Kauf am häufigsten genannt wird, ist die Strahlung. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat sie gemessen. Durch die Abschirmung gelange im Betrieb nur sehr wenig Strahlung nach außen, eine geringe Leckstrahlung trete an Sichtfenster und Tür auf. Für sie gilt in den Gerätespezifikationen ein Emissionsgrenzwert von 5 Milliwatt je Quadratzentimeter, gemessen in 5 Zentimetern Abstand von der Oberfläche.
Die Messungen des Amtes stammen von 1997, gelten nach seiner Angabe aber weiterhin, weil sich die Funktionsweise der Geräte seither nicht wesentlich geändert habe. Im Mittel lag die Leckstrahlung bei einem Prozent des Grenzwerts, an alten wie an damals neuen Geräten. Mit dem Abstand fällt die Intensität schnell: In 30 Zentimetern ist laut BfS noch etwa fünf bis zehn Prozent des Werts an der Oberfläche vorhanden, in einem Meter ein Dreißigstel bis ein Hundertstel.
Bei technisch einwandfreien Geräten bestehe deshalb keine gesundheitliche Gefahr, auch nicht für Schwangere oder Kleinkinder. Die Einschränkung steht im selben Satz: einwandfrei. Bei sichtbaren Veränderungen an der Tür oder Verschleiß durch intensive Benutzung empfiehlt das BfS, das Gerät vom Kundendienst prüfen und gegebenenfalls reparieren oder ersetzen zu lassen. Eine verzogene Tür, eine gerissene Dichtung, ein Scharnier, das nicht mehr schließt: Das sind die Anzeichen, bei denen das Gerät nicht mehr benutzt wird.
Für den Kauf ergibt sich daraus nur eine Frage: Lässt sich die Tür sauber schließen, und bleibt der Abstand zwischen Tür und Gehäuse gleichmäßig? Unterschiede in der Leckstrahlung zwischen Neugeräten finden sich in keinem Angebot und in keiner Anleitung, und die Stiftung Warentest prüft die Sicherheit in Anlehnung an die Norm DIN EN 60335-2-25 für Mikrowellengeräte, wie sie in ihrer Beschreibung des Prüfprogramms schreibt. Wer ein neues Gerät eines Herstellers mit Kundendienst kauft, muss sich über Strahlung keine Gedanken machen, die über die Tür hinausgehen.
Nach dem Kauf: welches Geschirr in die Mikrowelle darf
Mit dem Gerät kommt die Frage nach dem Geschirr. Glas, Porzellan und Keramik ohne Metallrand gelten als unkritisch, Metall und Alufolie im Solobetrieb als Problem, weil sie Funken schlagen können. Bei Kunststoff entscheidet die Kennzeichnung des Behälters, nicht der Eindruck. Und bei Kombigeräten ändert sich die Regel: Im Grill- oder Heißluftbetrieb darf oft Metall hinein, das im reinen Mikrowellenbetrieb verboten ist.
Bei der Alufolie widersprechen sich die Anleitungen offen. Caso schließt sie in den Betriebsarten Mikrowelle und Mikrowelle mit Grill aus und warnt zusätzlich vor Behältern aus Recyclingpapier, weil darin Metallteilchen stecken können. Sharp erlaubt kleine Stücke, um Lebensmittel vor Überhitzung zu schützen. Severin erlaubt Folie, wenn ein Rezept sie verlangt und sie eng an der Speise anliegt, mit mindestens 2,5 Zentimetern Abstand zu den Garraumwänden. MEDION schreibt, Aluminiumfolie nicht in großen Mengen zu verwenden, die Retro-Mikrowelle MD 100119 erlaubt Alufolie und Aluschalen nur im Grillbetrieb. Hier gilt nicht die Regel aus dem Internet, sondern die eigene Anleitung.
Welche Symbole auf Behältern stehen, was sie bedeuten und welche Materialien sich für das Erhitzen eignen, beschreibt die Seite zu Mikrowellengeschirr. Für den Kauf der Mikrowelle selbst zählt dabei vor allem eine Zahl: der größte Teller oder die größte Form, die regelmäßig hinein soll. Sie bestimmt, ob ein Drehteller reicht oder ein Flachboden nötig ist.
Eier gehören zu den Lebensmitteln, bei denen die Mikrowelle eigene Regeln hat. Alle 26 Anleitungen der Erhebung warnen davor, Eier in der Schale oder ganze hart gekochte Eier zu erhitzen, weil sie explodieren können, in mehreren Fassungen ausdrücklich auch noch nach dem Ende der Erwärmung. Wie ein Spiegelei trotzdem gelingt, mit welcher Schüssel und Abdeckung und in welchen Schritten, steht in der Anleitung für Spiegeleier in der Mikrowelle.
Eine Regel betrifft den Moment vor dem ersten Gericht. Im Mikrowellenbetrieb darf das Gerät nicht leer laufen; Severin, Caso und Cecotec schreiben das ausdrücklich, Toshiba und Hisense begründen es mit Überhitzung und Beschädigung des Magnetrons. Im Grill- oder Heißluftbetrieb ist es umgekehrt: MEDION und AEG verlangen vor dem ersten Gebrauch ein Aufheizen ohne Lebensmittel, damit Produktionsrückstände verbrennen.
Auftauen: Watt, Zeiten und warum jede Marke anders zählt
Auftauen ist neben dem Aufwärmen die häufigste Aufgabe einer Mikrowelle und die, bei der die Geräte am weitesten auseinanderliegen. Die Auftaustufe ist bei einem getakteten Gerät keine niedrige Leistung, sondern volle Leistung in Pausen. Wie viel Watt sie im Mittel abgibt, legt jeder Hersteller selbst fest, und eine Norm für die Bezeichnung der Taste gibt es nicht.
Die Seite zum Auftauen in der Mikrowelle hat Bedienungsanleitungen mehrerer Marken nebeneinandergelegt: Die empfohlene Auftauleistung reicht von 180 bis 270 Watt, das Symbol für die Funktion ist bei keiner Marke gleich, und die Zeiten für dieselbe Menge Geflügel widersprechen sich teils in derselben Anleitung. Dazu kommt die Regel des Bundesinstituts für Risikobewertung, aufgetautes rohes Fleisch sofort weiterzuverarbeiten.
Für den Kauf ergibt sich daraus eine einfache Prüfung. Wer viel auftaut, sucht in der Anleitung die Tabelle mit Mengen, Stufen und Ruhezeiten. Steht dort eine Auftautabelle mit Gewicht und Zeit, ist das Gerät für diesen Zweck vorbereitet. Steht dort nur eine Taste mit einem Kürzel, ohne Tabelle, bleibt das Ausprobieren beim Nutzer.
Die Bauart spielt hier mit. Ein Inverter gibt die niedrige Leistung durchgehend ab und wärmt die Ränder weniger an. Ein getaktetes Gerät arbeitet mit Pausen, in denen sich die Wärme verteilt. Beides kann funktionieren, wenn die Anleitung die Ruhezeiten nennt; wer Hackfleisch in der Mitte noch gefroren und am Rand schon gegart haben will, hat keine der beiden Bauarten richtig bedient.
Reinigen: Dampf, Glimmerplatte und was die Spülmaschine darf
Die Reinigung ist der Teil des Alltags, an dem eine Mikrowelle am schnellsten unansehnlich wird, und auch hier liegen die Anleitungen auseinander. Die übliche Empfehlung lautet, eine Schale mit Wasser und Zitrone einige Minuten zu erhitzen und den Garraum danach auszuwischen. In den Anleitungen der Hersteller steht diese Dampfmethode nicht überall, und einer schließt Flüssigkeiten im Garraum für die Reinigung sogar aus.
Was elf Anleitungen von acht Marken zur Reinigung schreiben, wo sie sich widersprechen, warum die Glimmerplatte an der Seitenwand nicht entfernt werden darf und welcher Drehteller in die Spülmaschine darf, steht auf der Seite zum Reinigen der Mikrowelle. Einig sind sich die Hersteller nur in wenigen Punkten: keine Scheuermittel, keine Dampfreiniger, kein Wasser in die Lüftungsschlitze.
Die Anleitungen dieser Erhebung bestätigen die beiden häufigsten Verbote in der Breite. Scheuernde oder aggressive Reinigungsmittel schließen 23 der 26 aus, oft zusammen mit Metallschabern für die Glasscheibe der Tür, weil Kratzer dort zu Rissen werden können. Einen Dampfreiniger verbieten 19 der 26 ausdrücklich, MEDION mit der Begründung, Spritzwasser und Dämpfe könnten einen Kurzschluss verursachen. Für den Drehteller nennen zwei MEDION-Anleitungen warmes Wasser mit etwas Spülmittel und gründliches Trocknen, eine Spülmaschinenfreigabe dagegen nicht.
Für den Kauf lassen sich daraus drei Merkmale ableiten. Ein glatter Innenraum, etwa aus Keramik oder Edelstahl, ist leichter auszuwischen als eine Oberfläche mit Kanten und Schrauben. Ein Gerät ohne Grillheizstab unter der Decke ist dort leichter sauber zu halten. Und ein Flachboden spart den Rollring, unter dem sich Reste sammeln.
Wie oft gereinigt werden muss, nennt keine Anleitung in Tagen. Die Regel, die sich aus allen ergibt, ist einfacher: Spritzer gleich entfernen, solange sie nicht eingebrannt sind, und Speisen beim Erhitzen abdecken. Eine Abdeckhaube aus mikrowellengeeignetem Material spart mehr Reinigungsarbeit als jedes Programm.
Garantie, Lebensdauer und Entsorgung des alten Geräts
Eine Angabe zur Lebensdauer machen die Hersteller nicht, und eine amtliche gibt es auch nicht. Was es gibt, ist die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Händler und die freiwillige Herstellergarantie, deren Laufzeit und Bedingungen in der Anleitung oder auf der Website stehen. Bei Geräten, die in Büros oder Gemeinschaftsküchen stehen, lohnt der Blick in die Bedingungen besonders, weil die Anleitungen die Geräte für den häuslichen Gebrauch auslegen.
Wo die Anleitungen der Erhebung eine Laufzeit nennen, sind es 24 Monate: MEDION beschreibt eine Garantie von 24 Monaten ab dem Tag des Kaufs, Exquisit ebenfalls 24 Monate ab Kaufdatum gegen Vorlage des Kaufbelegs, Sommertal nennt 24 Monate Gewährleistung ab der Übergabe. Die meisten übrigen Anleitungen verweisen für die Bedingungen auf eine eigene Garantiekarte oder die Website. Für eine einzelne Mikrowelle lohnt sich der Blick dorthin vor allem bei der Frage, ob ein Defekt an der Tür eingeschlossen ist.
Für die Lebensdauer ist die Tür das kritische Teil, das zeigt auch der Hinweis des Bundesamts für Strahlenschutz zu Verschleiß an Tür und Scharnier. Wer die Tür nicht zuschlägt, nicht an ihr zieht, solange das Gerät läuft, und die Dichtfläche sauber hält, schont genau die Stelle, an der ein Defekt das Gerät unbrauchbar macht.
Das alte Gerät gehört nicht in den Hausmüll. Das Umweltbundesamt verweist auf die kostenlose Abgabe am Wertstoffhof. Händler mit mindestens 400 Quadratmetern Verkaufsfläche für Elektrogeräte und Lebensmittelhändler mit mindestens 800 Quadratmetern, die mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten, sind zur Rücknahme verpflichtet. Größere Geräte mit mehr als 25 Zentimetern Kantenlänge, und dazu gehört jede Mikrowelle, nehmen sie beim Kauf eines gleichartigen Geräts kostenlos zurück.
Dieselbe Pflicht trifft den Online- und Versandhandel mit mindestens 400 Quadratmetern Lager- und Versandfläche für Elektrogeräte. Das Umweltbundesamt nennt als Beispiele ein kostenloses Versandetikett oder eine Abholung. Wer online bestellt, fragt deshalb vor dem Kauf, wie der Händler die Rücknahme des alten Geräts organisiert, statt es danach selbst zum Wertstoffhof zu fahren.
Welche Mikrowelle passt zu dir: vier Fragen, eine Seite
Die Abschnitte oben ordnen die Fragen in der Reihenfolge des Kaufs. Der Wegweiser fasst sie zu vier Fragen zusammen und führt zu der Seite, die deine Antwort im Detail weiterverfolgt. Er empfiehlt kein Gerät, sondern eine Bauart und eine Prüffrage; welche Modelle dazu passen, steht auf der Zielseite.
Welche Mikrowellen-Seite zu deiner Frage führt
Vier Fragen, ein Weg. Die Regeln folgen den Bauarten und den Angaben in Anleitungen und Angeboten vom 12.10.2026.
Ergebnis
Solo-Gerät um 20 Liter
Den größten Teller messen und mit dem Drehteller-Durchmesser vergleichen, sofern der Hersteller ihn nennt.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Ort: in einer Nische im Einbauschrank, dann Einbaugerät mit Rahmen. Nischenmaß und Gerätemaß sind zwei Zahlen; die Belüftung im Schrank regelt die Anleitung. Erst die Nische messen, dann das Gerät wählen. Zur Mikrowelle zum Einbauen
- Wenn Ort: unter einem Hängeschrank, dann Unterbaufähiges Gerät mit Halterung. Prüfen, ob die Halterung im Lieferumfang liegt, was das Gerät wiegt und welchen Abstand die Abluft braucht. Zur unterbaufähigen Mikrowelle
- Wenn Ort: in einer Büro- oder Gemeinschaftsküche, dann Einfaches Gerät für viele Nutzer. Drehknöpfe statt vieler Programme, ein leicht zu reinigender Garraum und ein Blick in die Garantiebedingungen für den Einsatz außerhalb des Haushalts. Zur Mikrowelle fürs Büro
- Wenn Zweck: auch backen, wie ein kleiner Ofen, dann Kombi-Mikrowelle mit Heißluft. Erst Heißluft macht aus der Mikrowelle einen kleinen Ofen. Im Datenfeld muss Heißluft, Umluft oder Konvektion stehen; ein normales Backblech passt in kein Kombigerät. Zur Kombi-Mikrowelle
- Wenn Zweck: auch überbacken und bräunen, dann Mikrowelle mit Grill. Der Grill bräunt von oben und überbackt; backen kann er nicht. Die Decke mit dem Heizstab braucht mehr Pflege. Zur Mikrowelle mit Grill
- Wenn Zweck: aufwärmen und auftauen und Platz: knapp, jede Handbreit zählt, dann Kompaktes Solo-Gerät. Gehäusebreite plus die seitlichen Abstände aus der Anleitung rechnen; zwischen 5 und 20 Zentimetern je Seite liegen die Angaben. Zur kleinen Mikrowelle
- Wenn Zweck: aufwärmen und auftauen und Geschirr: eckige Formen und große Schalen, dann Mikrowelle ohne Drehteller. Der Flachboden hilft nur, wenn die Innenmaße bekannt sind; ohne sie lässt sich nicht prüfen, ob die Form hineinpasst. Zur Mikrowelle ohne Drehteller
- Wenn Zweck: aufwärmen und auftauen und Geschirr: viel Tiefgekühltes und Empfindliches, dann Mikrowelle mit Inverter. Gleichmäßige niedrige Leistung statt Takten hilft beim Auftauen und schonenden Erwärmen; die Bauart in der Anleitung bestätigen lassen. Zur Mikrowelle mit Inverter
- Wenn Zweck: aufwärmen und auftauen und Geschirr: Teller und Schüsseln, dann Solo-Gerät um 20 Liter. Den größten Teller messen und mit dem Drehteller-Durchmesser vergleichen, sofern der Hersteller ihn nennt. Zur Mikrowelle mit 20 Litern
- In jedem anderen Fall: Erst die Bauart klären. Solo, Grill oder Kombi entscheidet über alles Weitere; die Abschnitte oben führen der Reihe nach durch.
Zuordnung nach Bauart und nach den Angaben in 26 Bedienungsanleitungen und 45 Produktangeboten, Stand 12.10.2026.
Prüfliste vor dem Kauf: zwölf Angaben, die du vorher finden solltest
Die Liste folgt der Reihenfolge dieser Seite. Fast alle Antworten stehen in der Anleitung, die am Angebot als PDF hängt; was dort fehlt, ist selbst eine Auskunft und eine Frage an den Hersteller.
- Bauart: Solo, Grill oder Kombi mit Heißluft? Steht bei Kombi Heißluft, Umluft oder Konvektion im Datenfeld?
- Magnetron oder Inverter: Nennt die Anleitung die Bauart, nicht nur das Angebot?
- Drehteller-Durchmesser oder Innenmaße: Passt der größte Teller, passt die größte Form?
- Außenmaße: Stimmen Breite, Tiefe und Höhe in Datenfeld, Angebotstext und Anleitung überein?
- Mindestabstände: wie viel oben, seitlich, hinten? Die Anleitungen reichen von 10 bis 30 Zentimetern nach oben.
- Mindesthöhe der Stellfläche: Verlangt die Anleitung 85 oder 90 Zentimeter über dem Boden?
- Aufstellart: frei, unterbaufähig mit Halterung im Lieferumfang oder Einbau mit Rahmen?
- Mikrowellenleistung und Leistungsaufnahme: beide Zahlen in Watt, für Steckdose und Absicherung.
- Verbrauch im Stillstand: Wert in Watt mit Nachkommastelle, mit und ohne Anzeige.
- Zeit bis zur Umschaltung: Minuten bis zum sparsamen Zustand, höchstens 20 erlaubt.
- Auftautabelle: Mengen, Stufen und Ruhezeiten in der Anleitung?
- Garantie und Rücknahme: Laufzeit, Bedingungen und wie der Händler das Altgerät zurücknimmt.
Eine Nachricht an den Hersteller, wenn Punkt 9 und 10 fehlen
Guten Tag, ich interessiere mich für Ihre Mikrowelle mit der Modellnummer [Modellnummer]. Bitte nennen Sie mir nach Anhang III Nummer 3 der Verordnung (EU) 2023/826 die Leistungsaufnahme im Aus-Zustand und im Bereitschaftszustand mit und ohne Anzeige in Watt sowie die Zeit in Minuten, nach der das Gerät automatisch in diesen Zustand wechselt. Falls die Angaben auf Ihrer Website stehen, genügt der Link. Vielen Dank.
Die Nachricht ist bewusst an der Verordnung ausgerichtet. Eine Frage wie „Wie viel Strom braucht das Gerät im Standby?“ beantwortet ein Kundendienst leicht mit einem allgemeinen Satz; die Nummer der Vorschrift macht klar, welche Angabe gemeint ist und dass es sie geben muss.
Lohnt es sich, auf 2027 zu warten? Was die nächste Stufe ändert
Am 9. Mai 2027 sinkt die Obergrenze für den Aus-Zustand von 0,50 auf 0,30 Watt. Die Grenzen für den Bereitschaftszustand, 0,50 Watt ohne und 0,80 Watt mit Anzeige, bleiben. Wer wegen dieser Stufe mit dem Kauf warten will, gewinnt wenig: 0,2 Watt über ein Jahr sind rund 1,75 Kilowattstunden, gerechnet als 0,2 Watt mal 8.760 Stunden, und das nur für Geräte, die tatsächlich im Aus-Zustand stehen statt mit leuchtender Uhr.
Warten lohnt sich auch wegen der Auskunft nicht. Die Pflicht, Watt und Minuten zu nennen, gilt schon heute; ob die Anleitungen künftiger Geräte sie besser erfüllen, lässt sich nicht vorhersagen. Wer jetzt kauft und den Wert beim Hersteller erfragt, weiß mehr als jemand, der wartet und nicht fragt.
In den hier gelesenen Rechtstexten steht außer der Stufe 2027 keine weitere Änderung für Mikrowellen an, und ein Energielabel, das sich ändern könnte, gibt es nicht. Wenn das alte Gerät defekt ist, die Tür nicht mehr sauber schließt oder die Dichtung beschädigt ist, ist der richtige Zeitpunkt jetzt; das Bundesamt für Strahlenschutz rät bei solchen Mängeln zur Prüfung durch den Kundendienst oder zum Ersatz.
Was die Einschätzung dieser Seite ändern würde, ist eine einzige Veröffentlichung: eine Liste, in der die Hersteller die Werte aus Anhang III für alle ihre Mikrowellen vollständig nennen, mit Watt und Minuten. Severin hat eine solche Liste angefangen, AEG und MEDION schreiben die Werte in ihre Anleitungen. Folgen die übrigen, wird der Verbrauch im Stillstand zu einem Kaufkriterium, das sich vergleichen lässt.
Stand aller Angaben ist der 12.10.2026. An diesem Tag wurden die 45 Angebote, die 26 deutschsprachigen Anleitungen, die Liste von Severin, die Verordnungen 2023/826 und 66/2014, die Seiten des Bundesamts für Strahlenschutz und des Umweltbundesamts sowie die Beschreibung des Prüfprogramms der Stiftung Warentest gelesen. Anleitungen und Angebote ändern sich; was hier über eine fehlende Angabe steht, gilt für die Fassung, die an diesem Tag am Angebot hing.

