Zwei Kamine ohne Schornstein: was die Begriffe meinen
Elektrokamin und Ethanolkamin werden oft in einem Atemzug genannt, weil beide ohne Schornstein auskommen. In den Suchvorschlägen steht die Frage wörtlich: Elektro oder Ethanol, Kamin elektro oder Bioethanol. Gemeint sind aber zwei Geräte, die außer dem fehlenden Abzug fast nichts gemeinsam haben, und das zeigt sich am deutlichsten an den Regeln, die für sie gelten.
Ein Elektrokamin ist ein Elektrogerät. Seine Flamme ist Licht oder beleuchteter Wasserdampf, seine Wärme kommt, wenn er eine Heizung hat, aus einem Heizlüfter. Er verbrennt nichts und gibt nichts an die Raumluft ab, außer der warmen Luft aus dem Heizteil und bei Dampfgeräten etwas Wasser. Er braucht eine Steckdose.
Ein Ethanolkamin ist eine Feuerstelle. In einem Brenner verbrennt flüssiges oder gelförmiges Ethanol mit offener Flamme, und alles, was dabei entsteht, bleibt im Raum, weil kein Abzug es nach draußen führt. Die Verbraucherzentrale NRW nennt die Geräte Ethanol-Feuerstellen, der Industrieverband HKI Ethanol-Kamine, Hersteller nennen sie auch Bio- oder Ethanolkamine. Gemeint ist dasselbe.
Der Unterschied zeigt sich schon an den Daten, die die Anleitungen an den Anfang stellen. Beim Klarstein-Ethanolkamin sind es die Größe der Brenneröffnung von 120 mal 20 Millimetern, der Brennstoff mit 95 Prozent Ethanol, ein Brennervolumen von 0,3 Litern, ein Verbrauch von 0,3 Kilogramm je Stunde, eine Heizleistung von 2,32 Kilowatt und das Mindestraumvolumen von 66 Kubikmetern. Bei einem Elektrokamin sind es Spannung, Leistung der Heizstufen, Watt für den Flammeneffekt und der Verbrauch im Bereitschaftszustand.
Aus diesem Unterschied folgt alles Weitere. Für den Elektrokamin gelten die Regeln für Elektrogeräte und für elektrische Heizgeräte, für den Ethanolkamin eine Norm für dekorative Feuerstellen und die Regeln für brennbare Flüssigkeiten. Diese Seite geht beide Regelwerke der Reihe nach durch: was vorgeschrieben ist, welche Pflicht daraus für den Käufer folgt, was passiert, wenn man sie missachtet, und wo es Ausnahmen gibt.
Wer sich schon für einen Elektrokamin entschieden hat, findet die Geräte im Vergleich der Elektrokamine mit Heizfunktion, für die Wand im Vergleich der Elektrokamine zur Wandmontage. Diese Seite enthält keine Produktempfehlungen, nur die Abwägung.
Was ein Elektrokamin rechtlich ist
Ein Elektrokamin mit Heizung ist nach der Verordnung (EU) 2015/1188 ein elektrisches Einzelraumheizgerät, also ein Gerät, das mittels des elektrischen Joule-Effekts Wärme erzeugt. Seit dem 1. Januar 2018 muss er eine Mindesteffizienz erreichen: 36 Prozent als ortsbewegliches Gerät, 38 Prozent als ortsfestes Gerät an der Wand. Ein Elektrokamin ohne Heizung fällt nicht darunter; er ist eine Leuchte mit Gehäuse.
Aus der Verordnung folgen zwei Pflichten, die den Käufer betreffen. Die Anleitung muss ein Datenblatt mit Wärmeleistung, Hilfsstrom und Regelungsart enthalten. Und bei einem freistehenden Gerät muss auf dem Deckblatt der Satz stehen, das Produkt sei nur für gut isolierte Räume oder für den gelegentlichen Gebrauch geeignet. Von den 13 Elektrokaminen, deren Anleitungen auf den Vergleichsseiten dieses Themenbereichs gelesen wurden, erfüllten nur zwei beide Pflichten.
Daneben gelten die allgemeinen Regeln für Elektrogeräte. Die Konformitätserklärung in der Anleitung des KAMINIO Matti nennt die Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU, die EMV-Richtlinie 2014/30/EU, die RoHS-Richtlinie und die Normen EN 60335-1 und EN 60335-2-30 für elektrische Raumheizgeräte. Die ältere Dimplex-Kassettenanleitung nennt EN 60335-2-30 und Normen zur elektromagnetischen Verträglichkeit. Mit diesen Erklärungen bringt der Hersteller die CE-Kennzeichnung an.
Wie die Pflicht zum Datenblatt in der Praxis aussieht, zeigen die Vergleiche dieses Themenbereichs. Beim Klarstein Lausanne kreuzt das Datenblatt genau eine Regelungsart an und nennt 14 Watt Hilfsstrom; beim KAMINIO Matti stehen drei Kreuze, wo das Formular eines verlangt; beim KESSER KEK2000 fehlt das Datenblatt ganz. Für den Vergleich mit dem Ethanolkamin zählt, dass es für den Elektrokamin eine solche Pflicht überhaupt gibt, mit festen Zeilen, die man nachlesen kann.
Für Elektrokamine ohne Heizung gilt die Ökodesign-Verordnung nicht, wohl aber die allgemeinen Regeln für Elektrogeräte. Das betrifft etwa reine Dampfkamine wie den Mexhom, dessen Titel ausdrücklich „keine Heizung“ nennt. Für sie gibt es weder Pflichtsatz noch Datenblatt nach Tabelle 2, und auf den Vergleichsseiten fehlte bei ihnen auch jede Anleitung am Angebot. Rechtlich sind sie Lichtgeräte mit Wassertank.
Was der Käufer daraus ableiten kann: Ein Elektrokamin ist ein Gerät, für das es eine Effizienzpflicht, eine Informationspflicht und Sicherheitsnormen gibt. Wie gut die einzelnen Hersteller die Informationspflicht erfüllen, ist eine andere Frage; die Vergleichsseiten zeigen, dass sie oft lückenhaft erfüllt wird. Eine Abnahme durch einen Schornsteinfeger oder eine Lüftungspflicht gibt es nicht.
Was ein Ethanolkamin rechtlich ist
Für Ethanolkamine gilt die Norm DIN EN 16647. Sie regelt nach der Verbraucherzentrale NRW die Kennzeichnung auf der Verpackung, Sicherheits-, Warn- und Bedienungshinweise und die Mindestgröße des Aufstellraums, dazu Anforderungen an Material, maximale Füllmenge, Standsicherheit und Zündvorrichtung. Die frühere deutsche Norm DIN 4734-1 ist laut Verbraucherzentrale zurückgezogen.
Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik HKI rät in einer Presseinformation vom 17. Dezember 2019, beim Kauf auf robuste Verarbeitung und Technik nach der Norm DIN EN 16647 und auf hochwertigen Brennstoff zu achten. Die Verbraucherzentrale NRW nennt die Prüfung nach der Norm ebenfalls als Kaufkriterium. Die Anleitung des Ethanolkamins von Klarstein, Artikelnummern 10035593 bis 10035595, schreibt: Dieses Gerät entspricht der EN 16647.
Eine Norm ist kein Gesetz. Ob ein Gerät sie erfüllt, erklärt der Hersteller; eine Behörde prüft es vor dem Verkauf nicht. Das Factsheet der Messe Frankfurt zu Ethanolkaminen vom 28. Februar 2023 schreibt dazu, für diese Kamine bestehe keine CE-Kennzeichnungspflicht, und für Ethanolöfen werde kein GS-Zeichen vergeben, da ihre Benutzung wegen der gewollten offenen Flamme immer mit einem erhöhten Risiko verbunden sei.
Für den Käufer bedeutet das, dass er die Prüfung nach der Norm auf andere Weise nachvollziehen muss als beim Elektrokamin. Er findet sie in der Anleitung, wie bei Klarstein, oder auf der Verpackung, deren Kennzeichnung die Norm nach der Verbraucherzentrale regelt. Steht weder hier noch dort ein Hinweis auf DIN EN 16647, ist das nach dem Rat von Verbraucherzentrale und HKI ein Grund, das Gerät nicht zu kaufen.
Eine Abnahme durch den Schornsteinfeger ist nicht nötig, weil kein Abgas über einen Schornstein geführt wird. Das Umweltbundesamt nennt genau das in einer Meldung vom 8. Dezember 2016 als den Grund für die Beliebtheit der Geräte, und es fügt hinzu, dass beim Verbrennen von Bioethanol Schadstoffe entstehen, die die Innenraumluft belasten. Die Freiheit vom Schornstein ist also zugleich die Pflicht, mit den Abgasen im Raum zu leben.
Kennzeichnung: CE beim einen, keine Pflicht beim anderen
Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied an den Zeichen auf dem Gerät. Elektrokamine tragen eine CE-Kennzeichnung, die Juskys etwa in der Anleitung erklärt: Mit dem CE-Zeichen erkläre der Inverkehrbringer, dass das Produkt die grundlegenden Anforderungen der europäischen Bestimmungen erfülle. KAMINIO und Dimplex drucken dazu die angewandten Normen ab.
Für Ethanolkamine besteht laut dem Factsheet der Messe Frankfurt keine CE-Kennzeichnungspflicht. Ein GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit wird für Ethanolöfen nach demselben Factsheet nicht vergeben. Was der Käufer auf dem Gerät finden sollte, ist laut Factsheet ein dauerfestes Typenschild mit Typbezeichnung, technischen Parametern, insbesondere der Luftzufuhr, der Heizleistung und dem Hersteller mit postalischer Anschrift.
Für den Kauf heißt das: Beim Elektrokamin sagt das CE-Zeichen, dass der Hersteller die Einhaltung der europäischen Regeln erklärt. Beim Ethanolkamin sagt der Hinweis auf DIN EN 16647, dass der Hersteller die Einhaltung einer Norm erklärt, für die es keine Kennzeichnungspflicht gibt. In beiden Fällen ist es eine Erklärung, keine behördliche Zulassung; beim Ethanolkamin gibt es kein Zeichen, das sie auf dem Gerät sichtbar machen müsste.
Für Elektrokamine ist die CE-Kennzeichnung zugleich die Grundlage für die Marktaufsicht. Die Verordnung (EU) 2015/1188 beschreibt in Artikel 5 ein Nachprüfungsverfahren, das die Mitgliedstaaten bei Marktaufsichtsprüfungen anwenden, und in Artikel 4 die technische Dokumentation, die der Hersteller für die Konformitätsbewertung bereithalten muss. Für den Käufer ist davon vor allem das Datenblatt in der Anleitung sichtbar.
Eine Sache verlangt das Factsheet der Messe Frankfurt ausdrücklich, die sich vor dem Kauf prüfen lässt: die postalische Anschrift des Herstellers auf dem Typenschild. Die Klarstein-Anleitung nennt die Chal-Tec GmbH in Berlin. Wer einen Ethanolkamin ohne erkennbaren Hersteller angeboten bekommt, hat kein Typenschild, auf das er sich berufen kann.
Elektrokamin und Ethanolkamin im Vergleich
Die Tabelle legt für beide Bauarten nebeneinander, was die gelesenen Quellen zu Regelwerk, Kennzeichnung, Raum, Lüftung, Abgasen, Wärme, Brennstoff, Nachfüllen, Löschen, Abständen und Dauerbetrieb sagen.
| Punkt | Elektrokamin | Ethanolkamin |
|---|---|---|
| Regelwerk | Ökodesign-Verordnung (EU) 2015/1188 für die Heizung; Konformitätserklärungen nennen Niederspannungs- und EMV-Richtlinie und EN 60335-2-30 | DIN EN 16647 für dekorative Feuerstellen mit flüssigem Brennstoff; die frühere DIN 4734-1 ist zurückgezogen |
| Kennzeichnung | CE-Kennzeichnung laut den Konformitätserklärungen in den Anleitungen | laut Factsheet der Messe Frankfurt keine CE-Kennzeichnungspflicht und kein GS-Zeichen |
| Pflichthinweis zum Raum | „nur für gut isolierte Räume oder für den gelegentlichen Gebrauch geeignet“ bei Standgeräten | Mindestraumvolumen in der Anleitung, beim Klarstein-Ethanolkamin 66 m³ |
| Lüftung | keine Lüftungspflicht in den Anleitungen | gut belüfteter Raum laut Anleitung; dauerhaft lüften laut Verbraucherzentrale NRW |
| Abgase im Raum | keine | Kohlendioxid und Wasserdampf, laut WKI-Messung auch Formaldehyd, Stickstoffdioxid und ultrafeine Partikel |
| Wärme | Heizlüfter 1 bis 2 kW, abschaltbar, mit Thermostat | Heizleistung 2,32 kW beim Klarstein-Ethanolkamin, kein Thermostat |
| Brennstoff oder Strom | Steckdose | Bioethanol mit mindestens 95 % Alkohol, Lagerung außerhalb der Reichweite von Kindern |
| Nachfüllen | entfällt | nie heiß oder brennend; Abkühlzeit laut Klarstein-Anleitung 10 bis 20, an anderer Stelle 30 Minuten |
| Löschen | Schalter | Löschwerkzeug oder ausbrennen lassen; nicht ausblasen, nicht mit Wasser |
| Abstand zu Brennbarem | meist 1 m laut Anleitungen | 1 m zu Möbeln, Gardinen und Personen laut Messe-Factsheet; Umgebung von 50 bis 60 cm hitzefest laut Klarstein |
| Dauerbetrieb | mit Thermostat möglich, aber als Hauptheizung nicht vorgesehen | „nicht für den Dauerbetrieb geeignet“ laut Klarstein-Anleitung |
Fast jede Zeile zeigt dasselbe Muster. Beim Elektrokamin regeln die Vorschriften vor allem das Gerät, beim Ethanolkamin vor allem den Betrieb. Der Käufer eines Elektrokamins muss eine Steckdose haben und den Pflichtsatz zur Kenntnis nehmen; der Käufer eines Ethanolkamins muss lüften, Brennstoff lagern, abkühlen lassen, nachfüllen, löschen und einen Feuerlöscher bereithalten.
Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. Beim Löschen genügt beim Elektrokamin ein Schalter, beim Ethanolkamin ist es ein eigener Arbeitsschritt mit Werkzeug und der Pflicht, sich zu vergewissern, dass keine unsichtbare Flamme mehr brennt. Und beim Dauerbetrieb schreibt die Klarstein-Anleitung ausdrücklich, das Gerät sei dafür nicht geeignet, während beim Elektrokamin der Thermostat den längeren Betrieb überhaupt erst sinnvoll regelt.
Die Angaben zum Ethanolkamin stammen aus allgemeinen Quellen und einer einzigen Herstelleranleitung, der von Klarstein. Andere Ethanolkamine können andere Raumvolumen, Brennerinhalte und Abkühlzeiten nennen. Die Grundregeln, Lüften, nie heiß nachfüllen, nie ausblasen, nennen aber alle Quellen gleich.
Pflicht 1: der Raum
Beide Geräte haben eine Vorschrift zum Raum, aber sie zielen auf verschiedene Gefahren. Beim Elektrokamin geht es um die Wärme: Der Pflichtsatz der Verordnung warnt, ein freistehendes Gerät sei nur für gut isolierte Räume oder den gelegentlichen Gebrauch geeignet. Ein zu großer oder schlecht gedämmter Raum ist für ihn kein Sicherheitsproblem, sondern ein Kostenproblem.
Beim Ethanolkamin geht es um die Luft. Die Anleitung des Klarstein-Ethanolkamins nennt ein empfohlenes Mindestraumvolumen von 66 Kubikmetern und schreibt unter den Sicherheitshinweisen: Verwenden Sie das Gerät nur in einem belüfteten Raum, der nicht kleiner als 66 Kubikmeter ist. Bei einer Deckenhöhe von 2,50 Metern entspricht das einer Grundfläche von gut 26 Quadratmetern. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt, die Norm DIN EN 16647 lege die Mindestgröße des Aufstellraums fest.
Dazu kommt bei Klarstein eine Regel für mehrere Geräte: Der Betrieb mehrerer Ethanolkamine sei nur zulässig, wenn die Leistung kleiner oder gleich 4,5 Kilowatt sei und auf eine zusätzliche Belüftung geachtet werde. Ein einzelnes Gerät mit 2,32 Kilowatt, wie es das Datenblatt nennt, lässt also gerade noch ein zweites zu, nicht ein drittes.
Die Folge einer Missachtung beschreibt die Klarstein-Anleitung unter der Überschrift Erstickungsgefahr: Das Feuer verbrauche Sauerstoff aus der Luft im Raum, der Raum müsse gut belüftet und mit ausreichend Frischluft versorgt sein, und der Kamin dürfe niemals in einem unbelüfteten Keller oder einem luftdicht verschlossenen Raum installiert oder betrieben werden. Eine Ausnahme von dieser Regel nennt keine Quelle.
Für den Elektrokamin zielt der Pflichtsatz auf etwas anderes. Er warnt davor, ihn in einem kalten Raum als Dauerheizung zu betreiben, weil er dann viel Strom verbraucht, nicht davor, dass der Raum zu klein sein könnte. Ein Elektrokamin in einem kleinen, gut gedämmten Raum ist nach der Verordnung der ideale Fall; ein Ethanolkamin in demselben Raum ist nach der Klarstein-Anleitung unzulässig.
Wer einen kleinen Raum mit Flammenoptik ausstatten will, etwa ein Schlafzimmer oder ein Arbeitszimmer unter 26 Quadratmetern, hat nach dieser Anleitung beim Ethanolkamin keinen Spielraum. Beim Elektrokamin gilt eine solche Grenze nicht; die Seite zum Stromverbrauch von Elektrokaminen rechnet, was die Heizung in einem solchen Raum kostet.
Pflicht 2: die Lüftung
Beim Elektrokamin nennt keine der gelesenen Anleitungen eine Lüftungspflicht. Lüftungsöffnungen am Gerät dürfen nicht verdeckt werden, aber das betrifft die Kühlung des Heizteils, nicht die Raumluft. Ein Elektrokamin verbraucht keinen Sauerstoff.
Beim Ethanolkamin ist die Lüftung die zentrale Pflicht. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt, während des Betriebs müsse dauerhaft gelüftet werden. Der HKI schreibt, für die Luftqualität sei auf eine regelmäßige, ausreichende Belüftung des Aufstellraums zu achten, denn wo Feuer sei, werde Sauerstoff benötigt. Das Factsheet der Messe Frankfurt rät, mindestens eine Tür offen zu lassen und sie gegen versehentliches Schließen zu sichern.
Die Klarstein-Anleitung fügt einen praktischen Hinweis hinzu, der den Widerspruch zur Lüftung schärft: Das Gerät solle nicht in zugiger Umgebung betrieben werden. Der Raum muss also belüftet sein, aber die Flamme darf keinem Luftzug ausgesetzt werden. Wie sich beides im Einzelnen vereinbaren lässt, sagen die Quellen nicht; die Messe Frankfurt nennt für ihre Hallen eine offene, gegen Zufallen gesicherte Tür.
Die Begründung liefert das Factsheet: Ein herkömmlicher Kamin verbrauche Sauerstoff und leite das Kohlendioxid durch den Schornstein nach außen. Ein Ethanolkamin habe keinen Abzug und gebe das Kohlendioxid an den umgebenden Raum ab. Sei kein ausreichender Luftwechsel gewährleistet, könne das zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit und anderen Symptomen führen. Personen mit Atembeschwerden wird empfohlen, sich nicht in Räumen aufzuhalten, in denen ein Ethanolkamin in Betrieb ist.
Die Folge für die Wärme beschreibt die Verbraucherzentrale knapp: Zum Heizen ungeeignet, denn die Wärme gehe über das Fenster schnell verloren. Wer lüftet, um die Abgase loszuwerden, lüftet die Wärme mit hinaus. Genau hier liegt der Widerspruch, den ein Ethanolkamin nicht auflösen kann: Er erzeugt Wärme in einem Raum, den man gleichzeitig lüften muss.
Wer in einem Haus mit sehr dichter Hülle wohnt, etwa nach einer Sanierung mit neuen Fenstern, sollte die Lüftungsfrage besonders ernst nehmen. Was undichte Fenster an Wärme kosten, beschreibt die Seite zur Fensterisolierfolie; beim Ethanolkamin ist ein dichter Raum kein Vorteil, sondern eine Bedingung, unter der man umso mehr lüften muss.
Was beim Ethanolkamin in die Raumluft gelangt
Hersteller versprechen eine vollständige Verbrennung zu Kohlendioxid und Wasser. Das Umweltbundesamt schreibt in seiner Meldung, der Brennstoff enthalte jedoch oft Vergällungsmittel, Farbstoffe oder andere Zusätze, die eine vollständige Verbrennung kaum möglich machten, und Studien zeigten, dass Ethanol-Feuerstellen neben Kohlendioxid und Wasser weitere Schadstoffe in die Raumluft abgäben.
Welche das sind, hat das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, in Braunschweig gemessen; berichtet hat darüber chemie.de am 3. September 2014. Untersucht wurden vier Ethanolöfen mit insgesamt acht flüssigen und gelförmigen Brennstoffen in einer Prüfkammer aus Edelstahl mit 48 Kubikmetern, nach der damals gültigen Norm DIN 4734-1. Für Formaldehyd lag der Richtwert bei 0,1 ppm, der höchste gemessene Wert bei 0,45 ppm.
- bis zum Richtwert 0,1 ppm: 0 bis 0,1 ppm
- Höchster Wert eines Ethanolofens: 0,45 ppm — außerhalb des Korridors
Beim Stickstoffdioxid überschritten nach demselben Bericht alle Geräte den Innenraumrichtwert von 0,35 Milligramm je Kubikmeter, ein Gerät erreichte 2,7 Milligramm. Dazu entstanden ultrafeine Partikel, die tief in die Lunge eindringen können, und Benzol, für das der Bericht bei den Ethanolöfen keinen Messwert nennt. Der Leiter der Untersuchung, Michael Wensing, wird mit dem Satz zitiert, die Öfen besäßen keinerlei geführte Abluft, daher gelangten alle Verbrennungsprodukte direkt in die Umgebung.
Die Werte als Liste
- Innenraumrichtwert Stickstoffdioxid: 0,35 mg/m³ mg/m³
- Höchster Wert eines Ethanolofens in der WKI-Prüfkammer: 2,7 mg/m³ mg/m³
Die Verbraucherzentrale NRW nennt dieselben Stoffe in ihrer Seite vom Januar 2026: Bei unvollständiger Verbrennung könnten Formaldehyd und Benzol entstehen, die als krebserzeugend eingestuft seien; Formaldehyd, Benzol und Stickstoffdioxid seien trotz vorschriftsmäßiger Lüftung nachgewiesen worden; laut einer Untersuchung des Umweltbundesamts entstünden sehr feine Verbrennungspartikel. Der HKI hält dagegen, bei Geräten mit moderner Brennertechnik, hochwertigem Brennstoff und Prüfung nach DIN EN 16647 entstünden praktisch nur Wasserdampf und Kohlendioxid.
Die Zahlen gelten für die Prüfkammer, nicht für ein bestimmtes Wohnzimmer. Wie hoch die Belastung in einem Raum ausfällt, hängt an Größe, Lüftung, Brennstoff und Gerät. Die Empfehlung der Forscher, die der Bericht wiedergibt, war trotzdem deutlich: vom Einsatz in Wohnräumen abzuraten und die Geräte nur in großen, sehr gut belüfteten Räumen zu betreiben. Der Leiter der Untersuchung nannte Deko-Öfen mit Ethanolfeuerung eine Quelle für gesundheitsgefährdende Verunreinigungen der Innenraumluft.
Die WKI-Messung ist älter als die heutige Norm und wurde nach der zurückgezogenen DIN 4734-1 gemacht. Ob Geräte nach DIN EN 16647 besser abschneiden, wie der HKI nahelegt, ließ sich aus den gelesenen Quellen nicht belegen; eine neuere Messung fand sich nicht. Ein Elektrokamin gibt keinen dieser Stoffe ab, weil er nichts verbrennt.
Kohlendioxid: was 6.000 ppm bedeuten
Neben den Schadstoffen ist das Kohlendioxid der Stoff, den jeder Ethanolkamin abgibt, auch bei vollständiger Verbrennung. Der Bericht über die WKI-Messung nennt eine Spitze von etwa 6.000 ppm bei einem Ofen. Als hygienisch unbedenklich nennt derselbe Bericht 1.000 ppm. Der Ofen lag damit beim Sechsfachen.
Das Factsheet der Messe Frankfurt beschreibt die Folgen eines zu hohen Kohlendioxidgehalts in der Raumluft: starke Kopfschmerzen, Übelkeit und andere Symptome, wenn kein ausreichender Luftwechsel gewährleistet ist. Die Klarstein-Anleitung spricht von Erstickungsgefahr, weil das Feuer den Sauerstoff aus der Raumluft verbrauche.
Die Prüfkammer der WKI-Messung hatte 48 Kubikmeter, weniger als die 66 Kubikmeter, die die Klarstein-Anleitung als Mindestraumvolumen nennt. In einem größeren Raum verteilt sich dieselbe Menge Kohlendioxid auf mehr Luft, und mit Lüftung wird sie fortlaufend abgeführt. Die Zahl zeigt deshalb nicht, was in jedem Wohnzimmer gemessen würde, sondern wohin die Konzentration ohne ausreichenden Luftwechsel steigen kann.
Die Verbraucherzentrale NRW geht einen Schritt weiter und schreibt, Formaldehyd, Benzol und Stickstoffdioxid seien trotz vorschriftsmäßiger Lüftung nachgewiesen worden. Lüften senkt die Konzentration, aber es verhindert nach dieser Darstellung nicht, dass die Stoffe im Raum auftreten. Wer einen Ethanolkamin betreibt, nimmt also auch bei korrektem Betrieb eine Belastung der Raumluft in Kauf.
Beim Elektrokamin stellt sich die Frage nicht. Er verbrennt nichts und gibt kein Kohlendioxid in den Raum ab. Was bei der Erzeugung seines Stroms entsteht, entsteht im Kraftwerk, nicht im Wohnzimmer; die Verordnung berücksichtigt die Verluste der Stromerzeugung mit dem Umrechnungskoeffizienten von 2,5 in ihrer Effizienzrechnung.
Pflicht 3: Brennstoff und Lagerung
Ein Elektrokamin braucht keinen Brennstoff, ein Ethanolkamin braucht einen, der leicht entflammbar ist. Die Klarstein-Anleitung verlangt Bioethanol mit einer Alkoholkonzentration von mindestens 95 Prozent, aus Pflanzen raffiniert, und nur den vom Hersteller angegebenen Brennstoff. Das Factsheet der Messe Frankfurt verbietet Benzin und Diesel als lebensgefährlich und schließt Methanol aus, weil seine Flamme kaum sichtbar sei und es bei Hautkontakt giftig wirke.
Die Gefahr beim Umgang beschreibt die Verbraucherzentrale NRW mit einer Zahl: Ethanol bilde mit Luft ab 21 Grad ein explosionsfähiges Gemisch. Der Nachfüllbehälter solle fest verschlossen in einem separaten Raum ohne offene Flammen gelagert werden. Die Klarstein-Anleitung verlangt einen schattigen, sicheren, trockenen und kühlen Ort ohne direkte Sonne, die Messe Frankfurt einen belüfteten Raum außerhalb der Reichweite von Kindern und keinesfalls in unmittelbarer Nähe des Kamins.
Das Umweltbundesamt nennt einen weiteren Punkt zum Brennstoff, der für die Raumluft zählt: Bioethanol enthalte oft Vergällungsmittel, Farbstoffe oder andere Zusätze, die eine vollständige Verbrennung kaum möglich machten. Der HKI rät deshalb zu qualitativ hochwertigem Brennstoff. Welche Zusätze ein bestimmtes Produkt enthält, steht auf dessen Etikett, nicht in der Anleitung des Kamins.
Rechtlich ist Ethanol eine entzündliche Flüssigkeit, und für deren Lagerung gibt es Vorschriften. Das Factsheet der Messe verweist für ihre Hallen auf die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten und erlaubt am Stand nur den Bedarf eines Tages in geschlossenen, bruchsicheren Behältern. Für Privathaushalte nennen die gelesenen Quellen keine Höchstmenge; ihr Rat ist einheitlich, nur so viel vorzuhalten, wie man braucht, und es getrennt vom Kamin zu lagern.
Die Klarstein-Anleitung enthält zudem Erste-Hilfe-Hinweise: Bei Augenkontakt die Augen mindestens 15 Minuten spülen und ärztliche Hilfe suchen, bei Hautkontakt die Haut mindestens 15 Minuten mit Wasser waschen. Ein Elektrokamin hat keine vergleichbaren Hinweise, weil es keinen Stoff gibt, mit dem man in Berührung kommt; bei Dampfkaminen sagt die Dimplex-Anleitung nur, man solle das Wasser aus dem Tank nicht trinken.
Pflicht 4: Nachfüllen nur kalt
Die gefährlichste Handlung am Ethanolkamin ist das Nachfüllen, darin sind sich alle Quellen einig. Das Factsheet der Messe Frankfurt schreibt, die größte Gefahr bestehe beim Füllen des Ethanols in einen noch heißen Kamin; das könne Stichflammen oder Verpuffungen zur Folge haben. Die Verbraucherzentrale NRW schreibt: nie eine brennende oder noch heiße Feuerstelle nachfüllen und die maximale Füllhöhe beachten.
Wie lange der Kamin abkühlen muss, sagt die Klarstein-Anleitung an zwei Stellen verschieden. Unter den Hinweisen zum Brennstoff heißt es, man solle 10 bis 20 Minuten warten, bis der Brenner abgekühlt ist. Unter der Überschrift zum erneuten Entzünden heißt es, man solle das Gerät 30 Minuten abkühlen lassen und warten, bis Kamin und Brenner Raumtemperatur erreicht haben. In den Sicherheitshinweisen stehen noch einmal 15 bis 20 Minuten. Wer sicher gehen will, nimmt die längste Zeit.
Zum Anzünden nennt die Klarstein-Anleitung ein Kaminfeuerzeug, das nicht zum Lieferumfang gehört, und einen Abstand der Anwesenden von 20 bis 30 Zentimetern. Die Flamme könne anfangs niedrig und fast unsichtbar sein; man solle ihr 15 Minuten Zeit geben, ihr volles Niveau zu erreichen. Wer in dieser Zeit glaubt, der Brenner sei nicht angegangen, und nachfüllt, füllt in ein brennendes Gerät nach, genau das, was alle Quellen verbieten.
Auch die Füllmenge ist begrenzt. Die Klarstein-Anleitung verlangt, den Brenner höchstens zu zwei Dritteln zu füllen, langsam und mit einem Trichter, die Flasche vor dem Anzünden zu verschließen und weit wegzustellen und verschütteten Brennstoff vor dem Anzünden zu entfernen. Das Datenblatt nennt ein maximales Brennervolumen von 0,3 Litern. Das Factsheet der Messe Frankfurt rät, den Kamin nur einmal am Tag zu befüllen.
Beim Elektrokamin gibt es diesen Schritt nicht. Bei Dampfkaminen gibt es ein Nachfüllen, aber mit Wasser; die Dimplex-Anleitungen verlangen nur, den Tank im Waschbecken zu füllen und das Gerät nicht zu kippen, solange Wasser darin ist. Was dabei schiefgehen kann, ist eine nasse Arbeitsfläche, keine Stichflamme; mehr dazu im Vergleich der Elektrokamine mit Wasserdampf.
Pflicht 5: Löschen und Ausbrennen
Ein Elektrokamin wird ausgeschaltet. Ein Ethanolkamin wird gelöscht oder brennt aus, und beides hat Regeln. Das Factsheet der Messe Frankfurt rät, auf eine Vorrichtung zum Löschen der Flamme zu achten; ohne sie müsse man den Kamin überwachen, bis sämtliches Ethanol verbrannt sei, was sich über Stunden hinziehen könne.
Die Klarstein-Anleitung beschreibt das Löschen mit einem mitgelieferten Stab. Das Feuer gehe automatisch aus, wenn der Alkohol ausgebrannt sei; man solle nicht versuchen, es auszublasen oder mit Wasser zu löschen. Das Feuer könne auch dann noch brennen, wenn keine Flamme mehr sichtbar sei, und man solle sich vergewissern, dass es vollständig gelöscht sei, bevor man den Raum verlässt. Einen brennenden oder heißen Kamin dürfe man nie unbeaufsichtigt lassen.
Die Verbraucherzentrale NRW fügt für Geräte ohne Abdeckvorrichtung hinzu, das Ethanol müsse restlos verbraucht sein. Das Factsheet der Messe Frankfurt warnt vor einem weiteren Fall: Im Zeitraum bis zur nächsten Nutzung dürften sich keine leicht entflammbaren Gase bilden, etwa durch Ansammlung von Ethanol in einem großen Hohlraum, sonst drohe beim erneuten Entzünden mindestens eine Stichflamme.
Die Klarstein-Anleitung empfiehlt sogar, den Kamin brennen zu lassen, bis der komplette Brennstoff verbrannt ist. Das ist der einfachste Weg, Reste im Brenner zu vermeiden, aber es bedeutet, dass man die Brenndauer schon beim Befüllen festlegt. Wer nur eine Stunde Feuer will, füllt weniger ein, und wer die Menge falsch schätzt, sitzt bis zum Ausbrennen daneben, denn ein brennender Kamin darf nicht unbeaufsichtigt bleiben.
Für den Alltag heißt das: Ein Ethanolkamin bestimmt das Ende des Abends. Wer zu Bett gehen will, löscht oder wartet, bis er ausgebrannt ist, und prüft danach, dass keine unsichtbare Flamme mehr brennt. Ein Elektrokamin mit Timer schaltet sich selbst ab, und ohne Timer genügt ein Tastendruck.
Standsicherheit und Befestigung
Ein Ethanolkamin, der umfällt, verschüttet brennenden Brennstoff. Der HKI empfiehlt deshalb entweder massive Standgeräte mit hohem Eigengewicht oder wandhängende Brenner und Deckenmontagen mit stabiler Befestigung, und er rät von Billigangeboten und instabilen Tischfeuern ab. Das Factsheet der Messe Frankfurt schreibt, jeder Kamin müsse sicher stehen, und am wirkungsvollsten verhindere eine feste Verankerung am Boden ein Verschütten.
Für Wandgeräte nennt das Factsheet einen Fall, der zeigt, warum die Befestigung zählt: Es sei ein Fall bekannt, bei dem Wanddübel durch die weitergeleitete Hitze aufgeweicht wurden und der Kamin von der Wand stürzte. Die Klarstein-Anleitung verlangt, Einbaukamine in einen nicht brennbaren Hohlraum einzubauen, die Umgebung im Umkreis von 50 bis 60 Zentimetern mit hitzefesten Materialien auszukleiden und vor der Installation einen fachkundigen Installateur die Umgebung prüfen zu lassen.
Für den Messebetrieb verlangt das Factsheet zudem, dass alle Unterlagen sowie Rück- und Seitenwände, die mit dem Kamin in Verbindung stehen, aus nicht brennbaren Materialien bestehen und dass in unmittelbarer Nähe keine leicht entflammbaren Materialien liegen. Für Wohnungen ist das keine Vorschrift, aber es zeigt, was ein Veranstalter, der das Risiko trägt, für nötig hält.
Dazu empfiehlt das Factsheet eine Auffangwanne, in die nicht brennbares, ethanolbindendes Material eingefüllt werden kann, damit verschüttetes Ethanol sich nicht verteilt. Die Klarstein-Anleitung schreibt für Tisch- und Standkamine einen flachen Tisch oder Boden vor, an dem man beim Vorbeigehen nicht anstößt, und verbietet den Betrieb in zugiger Umgebung.
Das Gewicht des Klarstein-Ethanolkamins nennt das Datenblatt mit 22,8 Kilogramm, also etwa so viel wie der Elektrokamin KAMINIO Matti mit Verkleidung. Beim Ethanolkamin ist das Gewicht nach dem Rat des HKI ein Sicherheitsmerkmal, beim Elektrokamin eine Frage der Montage. Ein leichter Tischkamin mit Ethanol ist das Gerät, von dem der HKI ausdrücklich abrät.
Beim Elektrokamin ist die Standsicherheit eine Frage von Komfort und Ordnung, nicht von Brand. Der KESSER hat laut Anleitung einen Kippschalter, der den Strom abschaltet, wenn das Gerät umfällt; für Wandkamine verlangen die Anleitungen Dübel und Schrauben, wie der Vergleich der Wandkamine beschreibt. Ein umgefallener Elektrokamin verschüttet nichts.
Feuerlöscher, Löschdecke und Abstand
Für den Ethanolkamin verlangen die Quellen eine Ausrüstung, die für einen Elektrokamin niemand fordert. Die Verbraucherzentrale NRW rät, eine Löschdecke oder einen Schaumfeuerlöscher mit alkoholbeständigem, PFAS-freiem Schaum griffbereit zu halten. Das Factsheet der Messe Frankfurt verlangt für ihre Hallen einen ABC-Feuerlöscher mit sechs Kilogramm und eine Löschdecke nach DIN EN 1869.
Die Klarstein-Anleitung nennt einen Kohlendioxid-Feuerlöscher und eine Feuerlöschdecke und schreibt, eine Feuerlöscheinrichtung solle sich in einem Umkreis von 30 Zentimetern um das Gerät befinden. Wer einen Ethanolkamin kauft, kauft also Feuerlöscher oder Löschdecke mit, und welche Art, hängt an der Quelle, der man folgt.
Beim Abstand zu Brennbarem liegen beide Bauarten nah beieinander. Das Factsheet der Messe nennt für Ethanolkamine einen Meter zu Möbeln, Gardinen und anderen brennbaren Materialien, und dieser Abstand gelte auch für Personen, damit Luftverwirbelungen die Flamme nicht beeinflussen. Beim Anzünden sollen laut Klarstein alle Anwesenden 20 bis 30 Zentimeter entfernt sein. Elektrokamine nennen meist einen Meter Abstand nach vorn oder zu Brennbarem.
Die allgemeinen Regeln für elektrische Heizgeräte, Abdecken, Kabel und Steckdose, fasst die Seite zur Sicherheit von Heizlüftern zusammen. Für den Elektrokamin ist das die vollständige Liste; für den Ethanolkamin kommt alles in diesem Abschnitt hinzu.
Kinder und Haustiere
Die Verbraucherzentrale NRW rät, auf Ethanol-Feuerstellen ganz zu verzichten, besonders wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben. Die Klarstein-Anleitung schreibt ausdrücklich, Kinder dürften das Gerät nicht benutzen, man solle Kinder und Haustiere vom Gerät fernhalten und kleine Kinder oder Haustiere nicht in der Nähe eines brennenden Kamins lassen. Wegen der hohen Oberflächentemperaturen seien Kinder fernzuhalten.
Beim Elektrokamin nennen die Anleitungen Altersgrenzen und Aufsichtspflichten, wie bei jedem Haushaltsgerät. Die Anleitung des Dimplex Evandale schreibt etwa, Kinder unter drei Jahren seien fernzuhalten, wenn sie nicht ständig beaufsichtigt werden, und Kinder zwischen drei und acht Jahren dürften das Gerät nur ein- und ausschalten. Alle warnen vor heißen Oberflächen im Heizbetrieb.
Der Unterschied liegt in der Art der Gefahr. Beim Elektrokamin ist es eine heiße Oberfläche oder eine Fernbedienungsbatterie, die verschluckt werden kann, worauf Dimplex hinweist. Beim Ethanolkamin ist es eine offene Flamme, die bei Tageslicht anfangs fast unsichtbar sein kann, wie die Klarstein-Anleitung schreibt, und ein Brennstoff, der in einer Flasche im Haus steht.
Auch bei Haustieren unterscheiden sich die Gefahren. Ein Ethanolkamin auf dem Boden oder einem niedrigen Tisch kann umgestoßen werden, und das HKI rät deshalb zu massiven Standgeräten oder stabil befestigten Brennern. Ein Elektrokamin, der umfällt, schaltet beim KESSER laut Anleitung über den Kippschalter ab; die anderen Anleitungen verlangen einen ebenen, stabilen Stand.
Ein weiterer Punkt betrifft die Aufsicht. Ein brennender Ethanolkamin darf laut Klarstein-Anleitung nie unbeaufsichtigt bleiben, auch nicht kurz. Ein Elektrokamin mit Heizung sollte nach den Anleitungen ebenfalls nicht abgedeckt werden, aber er darf weiterlaufen, wenn man den Raum verlässt, und sein Überhitzungsschutz schaltet ab, wenn etwas Lüftungsöffnungen verdeckt.
Wer Kinder im Haus hat und eine Flamme möchte, findet bei Elektrokaminen Geräte mit Cool-Touch-Oberfläche laut Angebot, wie beim KAMINIO Matti, und Dampfkamine, deren Nebel nach dem Angebot der Xaralyn nicht heiß ist. Eine offene Flamme gibt es bei ihnen nicht.
Wärme: was beide leisten und was sie nicht leisten
Ein Ethanolkamin gibt Wärme ab, auch wenn er dekorativ gedacht ist. Das Datenblatt des Klarstein-Ethanolkamins nennt eine Heizleistung von 2,32 Kilowatt und einen Brennstoffverbrauch von 0,3 Kilogramm je Stunde. Das ist mehr als die 2 Kilowatt eines typischen Elektrokamins auf voller Stufe. Regeln lässt sich die Wärme nicht; einen Thermostat gibt es nicht, nur die Wahl, den Brenner zu füllen oder zu löschen.
Die Anleitung enthält zudem den knappen Satz, man solle die örtlichen Gesetze beachten, und das Verbot, die Konstruktion des Geräts zu verändern oder andere als vom Hersteller zugelassene Ersatzteile zu verwenden. Welche örtlichen Gesetze gemeint sind, sagt sie nicht.
Die Klarstein-Anleitung schreibt, das Gerät sei nicht für den Dauerbetrieb geeignet und nur für den dekorativen und häuslichen Gebrauch. Die Verbraucherzentrale NRW nennt Ethanolfeuerstellen zum Heizen ungeeignet, weil die Wärme über das notwendige Lüften schnell verloren gehe. Der HKI spricht von stimmungsvollem Ambiente, nicht von Heizung.
Beim Elektrokamin ist die Wärme regelbar. Die Geräte haben zwei Stufen, meist 1 und 2 Kilowatt, und einen Thermostat, der abschaltet, wenn der Raum warm ist. Die Verordnung schreibt für ihn den Satz vor, er sei nur für gut isolierte Räume oder den gelegentlichen Gebrauch geeignet. Als Hauptheizung ist also keines der beiden Geräte gedacht, aber nur der Elektrokamin lässt sich als Zusatzheizung über einen Abend so steuern, dass er nur dann heizt, wenn es nötig ist.
Beim Ethanolkamin kommt ein Widerspruch dazu, den keine Quelle auflöst. Er gibt mit 2,32 Kilowatt mehr Wärme ab als ein Elektrokamin auf voller Stufe, aber er muss in einem gelüfteten Raum betrieben werden, und mit der Luft geht die Wärme hinaus. Wie viel davon im Raum bleibt, hängt an der Lüftung, und die Lüftung ist keine Wahl, sondern eine Pflicht.
Wer vor allem Wärme sucht, ist mit keinem der beiden am besten beraten, sondern mit einem Gerät, das nur heizt. Welche Zusatzheizung zu welchem Raum passt, sortiert die Seite Heizlüfter, Konvektor oder Infrarot.
Was der Betrieb kostet
Beim Elektrokamin lassen sich die Kosten genau rechnen. Die Flamme braucht laut Anleitungen 4 bis 20 Watt, die Heizung 1 bis 2 Kilowatt. Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde laut BDEW-Strompreisanalyse vom Herbst 2026 kostet eine Stunde Flamme unter einem Cent, eine Stunde Heizung auf voller Stufe 74 Cent.
Der Elektrokamin hat zudem einen Bereitschaftszustand, der fast nichts kostet: 0 bis 0,58 Watt laut den Datenblättern der Geräte auf den Vergleichsseiten, im Jahr bis knapp zwei Euro. Ein Ethanolkamin verbraucht außerhalb des Betriebs nichts, aber er braucht einen Vorrat an Brennstoff, der gelagert werden muss, und das kostet Platz an einem Ort, der kühl, trocken und getrennt vom Kamin sein soll.
Beim Ethanolkamin hängt die Rechnung am Brennstoffpreis, den diese Seite nicht nennt, weil Preise sich ändern und die gelesenen Quellen keinen belastbaren Durchschnitt angeben. Die Klarstein-Anleitung nennt den Verbrauch: 0,3 Kilogramm Brennstoff je Stunde bei einem Brenner mit 0,3 Litern Inhalt. Wer die Kosten eines Abends wissen will, multipliziert den Verbrauch mit dem Preis seines Ethanols je Kilogramm.
Ein Unterschied ist unabhängig vom Preis. Beim Elektrokamin kostet die Flamme ohne Wärme fast nichts; wer nur die Optik will, zahlt einen Euro im Jahr. Beim Ethanolkamin gibt es keine Flamme ohne Wärme und ohne Brennstoff. Jede Stunde Flamme kostet den vollen Verbrauch, ob man die Wärme braucht oder nicht.
Wie sich die Kosten eines Elektrokamins über ein Jahr verteilen, mit Rechner und Profilen, steht auf der Seite zum Stromverbrauch eines Elektrokamins. Dazu kommen beim Ethanolkamin Feuerlöscher oder Löschdecke und beim Dampfkamin Wasserfilter und Ersatzteile; beim LED-Kamin kommt nichts dazu.
Der Dampfkamin als Mittelweg
Zwischen der Lichtflamme des LED-Kamins und dem Feuer des Ethanolkamins gibt es eine dritte Bauart, die oft als Antwort auf die Frage nach der echten Flamme genannt wird: den Wasserdampf-Kamin. Bei ihm zerstäubt ein Ultraschallwandler Wasser zu kaltem Nebel, der von unten beleuchtet wird und durch nachgebildete Holzscheite aufsteigt. Dimplex nennt die Technik Opti-Myst, und mehrere Anbieter bauen Dimplex-Kassetten in eigene Gehäuse ein.
Rechtlich ist ein Dampfkamin ohne Heizung kein Heizgerät und keine Feuerstelle. Er verbrennt nichts, gibt kein Kohlendioxid ab und braucht weder Lüftung noch Feuerlöscher. Ein Dampfkamin mit Heizung, wie der Dimplex Evandale, fällt wie jeder Elektrokamin mit Heizung unter die Ökodesign-Verordnung, mit Datenblatt und Pflichtsatz. Der Nebel ist laut Angebot der Xaralyn nicht heiß.
Seine Pflichten liegen an anderer Stelle. Die Dimplex-Anleitungen verlangen nur gefiltertes Leitungswasser, eine Reinigung von Tank, Sumpf, Deckeln und Luftfilter jede Woche oder, in einer älteren Fassung, alle zwei Wochen, und das Ablassen des Wassers bei längeren Pausen. Das ist Aufwand, aber kein Risiko für die Raumluft im Sinn der WKI-Messung.
Wer zwischen Ethanol und Elektro schwankt, weil ihm die LED-Flamme zu künstlich ist, sollte den Dampfkamin kennen. Was er im Alltag verlangt, von der ersten Woche bis zum Tausch des Wandlers, steht im Vergleich der Elektrokamine mit Wasserdampf; welche Wasserarten Hersteller bei Ultraschallgeräten vorschreiben, ordnet die Seite zum Wasser für Luftbefeuchter ein, deren Technik ähnlich arbeitet.
Terrasse und Balkon: wo beide Bauarten an Grenzen stoßen
Die Frage nach dem Kamin ohne Schornstein endet oft draußen, auf Terrasse oder Balkon. Für Elektrokamine ist die Antwort in den Anleitungen eindeutig: Alle, die diese Seite für die Vergleiche gelesen hat, dürfen nur in Innenräumen betrieben werden. KESSER schreibt, der Kamin dürfe nicht draußen benutzt werden, KAMINIO, der Kamin sei nie im Freien zu verwenden, weil das zu einem elektrischen Schlag führen könne.
Die Verordnung (EU) 2015/1188 nimmt Heizgeräte aus, die nur für den Gebrauch im Freien bestimmt sind. Für die Terrasse gibt es eigene Geräte, deren Regeln andere sind. Was Heizstrahler für draußen leisten und was ihre Anleitungen verlangen, beschreibt der Bereich Heizstrahler, und ob sie auf einem Balkon erlaubt sind, die Seite Heizstrahler auf dem Balkon.
Für Ethanolkamine nennen die gelesenen Quellen keine ausdrückliche Freigabe für draußen. Die Klarstein-Anleitung verlangt im Gegenteil, den Brenner keinem starken Wind auszusetzen und das Gerät nicht in zugiger Umgebung zu betreiben, und das Factsheet der Messe Frankfurt begründet den Abstand von einem Meter zu Personen mit Luftverwirbelungen, die die Flamme beeinflussen können. Wind ist für eine offene Flamme aus flüssigem Brennstoff ein Risiko, keine Erleichterung.
Für die Wahl zwischen beiden Bauarten heißt das: Draußen ist weder der Elektrokamin noch der Ethanolkamin aus den gelesenen Unterlagen die vorgesehene Lösung. Wer draußen eine Flamme oder Wärme will, braucht ein Gerät, das dafür gebaut und geregelt ist.
Welche Bauart passt: vier Fragen
Aus den Vorschriften lassen sich vier Fragen ableiten, die die Wahl zwischen beiden Bauarten meist schon entscheiden. Der Baustein bildet sie ab; das Ergebnis beruht auf den Quellen dieser Seite.
Elektrokamin oder Ethanolkamin?
Vier Fragen aus den Pflichten dieser Seite. Das Ergebnis nennt die Bauart, die zu den Antworten passt.
Ergebnis
Elektrokamin
Wenn die Optik genügt, bringt der Ethanolkamin nur zusätzliche Pflichten. Ein Dampfkamin kommt einer echten Flamme optisch am nächsten.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Raum: Kleiner, dann Elektrokamin. Die Klarstein-Anleitung verlangt für ihren Ethanolkamin mindestens 66 Kubikmeter. In einem kleineren Raum bleibt nur der Elektrokamin. Zu den Elektrokaminen mit Heizfunktion
- Wenn Kinder: Ja, dann Elektrokamin. Die Verbraucherzentrale NRW rät mit Kindern oder Haustieren im Haushalt, auf Ethanol-Feuerstellen ganz zu verzichten. Zu den Elektrokaminen mit Heizfunktion
- Wenn Lüften: Nein, dann Elektrokamin. Ohne dauerhafte Lüftung bleiben Kohlendioxid und die übrigen Verbrennungsprodukte im Raum. Ein Elektrokamin braucht keine Lüftung. Zu den Elektrokaminen zur Wandmontage
- Wenn Raum: Mehr als 66 Kubikmeter, also etwa 26 m² bei 2,50 m Höhe und Kinder: Nein und Lüften: Ja und Flamme: Nein, die Optik genügt, dann Elektrokamin. Wenn die Optik genügt, bringt der Ethanolkamin nur zusätzliche Pflichten. Ein Dampfkamin kommt einer echten Flamme optisch am nächsten. Zu den Elektrokaminen mit Wasserdampf
- Wenn Raum: Mehr als 66 Kubikmeter, also etwa 26 m² bei 2,50 m Höhe und Kinder: Nein und Lüften: Ja und Flamme: Ja, dann Ethanolkamin möglich, mit allen Pflichten. Gerät nach DIN EN 16647 mit Löschvorrichtung und Auffangwanne, Mindestraumvolumen laut Anleitung, Lüftung, Feuerlöscher oder Löschdecke, nur kalt nachfüllen.
- In jedem anderen Fall: Die Pflichten lesen. Für diese Kombination gibt es keine eindeutige Antwort; die Abschnitte zu Raum, Lüftung und Brennstoff helfen beim Abwägen.
Verbraucherzentrale NRW (26.01.2026), Factsheet der Messe Frankfurt (28.02.2023), Anleitung des Klarstein-Ethanolkamins 10035593 und Verordnung (EU) 2015/1188, gelesen bis 22.10.2026.
Die Fragen sind bewusst einfach gehalten. Die Grenze von 66 Kubikmetern stammt aus der einen gelesenen Ethanol-Anleitung; andere Geräte können andere Werte nennen, und wer einen bestimmten Ethanolkamin im Blick hat, setzt dessen Wert ein. Die übrigen drei Fragen beruhen auf Empfehlungen, die alle gelesenen Quellen teilen.
Drei der vier Fragen führen bei einer bestimmten Antwort zwingend zum Elektrokamin: ein kleiner Raum, Kinder im Haushalt, ein Raum, der nicht dauerhaft gelüftet werden kann. Nur wer alle drei zugunsten des Ethanols beantwortet und eine echte Flamme will, landet beim Ethanolkamin, und dann mit allen Pflichten dieser Seite.
Die Gegenprobe: was für den Ethanolkamin spricht
Diese Seite fällt ein deutliches Urteil zugunsten des Elektrokamins, und es ist fair, das stärkste Argument dagegen auszuformulieren. Es lautet: Ein Ethanolkamin ist ein echtes Feuer, und ein echtes Feuer lässt sich durch nichts ersetzen. Die Flamme bewegt sich, sie knistert nicht künstlich, sie strahlt Wärme ab, und sie braucht keine Steckdose.
Für dieses Argument spricht, was der HKI schreibt: Bei Ethanol-Feuerstellen mit moderner Brennertechnik, hochwertigem Brennstoff und Prüfung nach DIN EN 16647 entstünden praktisch nur Wasserdampf und Kohlendioxid. Die WKI-Messung, auf die sich die Kritik stützt, wurde nach der inzwischen zurückgezogenen DIN 4734-1 gemacht. Wer ein Gerät nach der heutigen Norm in einem großen, gut gelüfteten Raum betreibt, mag tatsächlich besser dastehen, als die Messung von 2014 zeigt.
Dazu kommt die Unabhängigkeit. Ein Ethanolkamin funktioniert ohne Strom, und er lässt sich nach Angaben des HKI nahezu überall positionieren, auch an einer Wand ohne Steckdose. Für einen Raum, in dem keine Steckdose liegt und keine gelegt werden soll, ist er die einzige Flamme, die möglich ist.
Und schließlich die Erfahrung, die viele mit einem Kaminfeuer verbinden: das Anzünden, das Beobachten, das Ausbrennen. Ein Elektrokamin nimmt einem all das ab, und manche Käufer wollen genau das nicht abgenommen bekommen. Für sie ist die Pflichtenliste dieser Seite kein Hindernis, sondern Teil des Abends.
Die Gegenprobe ändert das Urteil trotzdem nicht. Denn auch der HKI verlangt regelmäßige, ausreichende Lüftung, und auch nach der heutigen Norm bleibt das Kohlendioxid im Raum. Neuere Messungen, die zeigen würden, dass Geräte nach DIN EN 16647 die Richtwerte für Formaldehyd und Stickstoffdioxid einhalten, fanden sich in den gelesenen Quellen nicht. Solange es sie nicht gibt, steht der Verbraucherzentrale-Rat, und die Gegenprobe bleibt ein Argument für Räume, in denen die Pflichten erfüllbar sind.
Was Verbraucherzentrale und Industrieverband jeweils raten
Die beiden wichtigsten deutschen Stimmen zu Ethanolkaminen kommen zu verschiedenen Schlüssen, und beide sind lesenswert. Die Verbraucherzentrale NRW überschreibt ihre Seite mit dem Wort gefährlich und rät, auf Ethanol-Feuerstellen besser ganz zu verzichten. Als sicherere Alternative nennt sie ein Bildschirm-Kaminfeuer.
Der HKI rät nicht ab, sondern zur Sorgfalt: auf robuste Verarbeitung und Technik nach DIN EN 16647 und auf hochwertigen Brennstoff achten, die Bedienungsanleitung mit klaren Hinweisen zum Anzünden, zur Belüftung und zur Abkühlzeit vor dem Nachfüllen lesen, sich die Funktionsweise im Fachgeschäft erklären lassen und von Billigangeboten und instabilen Tischfeuern Abstand nehmen.
Die Verbraucherzentrale nennt als sicherere Alternative ein Bildschirm-Kaminfeuer. Das ist im Kern, was ein Elektrokamin mit LED-Flamme bietet, nur in einem Gehäuse, das wie ein Kamin aussieht, und meist mit einer zuschaltbaren Heizung. Wer dem Rat folgt, landet also bei der anderen Bauart dieser Seite.
Gemeinsam ist beiden die Lüftung, die Prüfung nach der Norm und das kalte Nachfüllen. Verschieden ist die Gewichtung: Die Verbraucherzentrale sieht das Risiko als so groß an, dass sie den Verzicht empfiehlt, der HKI sieht es als beherrschbar an. Das Factsheet der Messe Frankfurt, das für Ausstellungen geschrieben ist, steht dazwischen; es erlaubt Ethanolkamine, verlangt aber Feuerlöscher, Löschdecke, nicht brennbare Rück- und Seitenwände und eine Abstimmung mit der Sicherheitsabteilung.
Bemerkenswert ist, was beide nicht tun. Keiner der beiden nennt in den gelesenen Texten einen Raum, in dem ein Ethanolkamin unbedenklich wäre, und keiner nennt eine Messung nach der heutigen Norm. Der HKI verweist auf Prüfung und Brennstoffqualität, die Verbraucherzentrale auf die Untersuchung des Umweltbundesamts. Für den Käufer bleibt die Abwägung, und sie fällt umso klarer aus, je kleiner der Raum, je dichter das Haus und je jünger die Bewohner.
Für die eigene Entscheidung lohnt es, beide Texte selbst zu lesen, die Seite der Verbraucherzentrale und die Presseinformation des HKI, und sie an der Anleitung des Geräts zu messen, das man im Blick hat. Wo die Anleitung ein Mindestraumvolumen, eine Abkühlzeit und eine Löschvorrichtung nennt und der Raum diese Bedingungen erfüllt, ist der Rahmen gesetzt; wo sie fehlen, ist das schon die Antwort.
Für einen Elektrokamin gibt es keinen solchen Streit. Die Fragen, die sich bei ihm stellen, sind Fragen nach dem Datenblatt, der Regelung und dem Stromverbrauch, und sie stehen auf den übrigen Seiten dieses Themenbereichs.
Woher die Angaben stammen
Für den Elektrokamin stammen die Angaben aus der Verordnung (EU) 2015/1188 auf EUR-Lex und aus den Anleitungen der Elektrokamine, die auf den Vergleichsseiten dieses Themenbereichs gelesen wurden, darunter die Konformitätserklärungen von KAMINIO und Dimplex.
Für den Ethanolkamin stammen sie aus der Seite der Verbraucherzentrale NRW zu Ethanol-Feuerstellen vom 26. Januar 2026, der Meldung des Umweltbundesamts vom 8. Dezember 2016, der Presseinformation des HKI vom 17. Dezember 2019, dem Factsheet der Messe Frankfurt vom 28. Februar 2023, dem Bericht von chemie.de vom 3. September 2014 über die Messung des Fraunhofer WKI und der Bedienungsanleitung des Klarstein-Ethanolkamins mit den Artikelnummern 10035593 bis 10035595.
Für die Heizalternativen ohne Flamme verweist die Seite auf die Bereiche Heizlüfter und Infrarotheizung, deren Seiten die dortigen Geräte nach ihren eigenen Unterlagen einordnen.
Die Norm DIN EN 16647 selbst wurde nicht gelesen; was sie regelt, steht hier nach der Beschreibung der Verbraucherzentrale. Die Angaben zu Raumvolumen, Brennerinhalt, Verbrauch und Abkühlzeiten gelten für das eine gelesene Gerät und können bei anderen Ethanolkaminen anders lauten. Kein Kamin wurde für diese Seite betrieben, kein Messwert selbst erhoben. Die Messwerte zu Formaldehyd, Stickstoffdioxid und Kohlendioxid stammen aus dem Bericht über die WKI-Messung und gelten für deren Prüfkammer; sie sind keine Werte für ein bestimmtes Gerät, das heute im Handel ist. Wer aktuelle Werte für ein bestimmtes Modell sucht, fragt beim Hersteller nach einem Prüfbericht nach DIN EN 16647.

