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Blutdruck richtig messen: der Ablauf von der halben Stunde vorher bis zum Wochenmittel

Datenbasiert · kein Hands-on-Test

Blutdruck richtig messen: Zeitpunkt, Haltung, Manschette, zwei Messungen mit Pause und der Heim-Grenzwert 135/85 mmHg nach Hochdruckliga und ESC 2024.

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Aktualisiert 29.10.2026
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Matthias König
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Stand des Artikels
Veröffentlicht
29.10.2026
Aktualisiert
29.10.2026

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Stand 29.10.2026. Diese Seite folgt den Messregeln der Deutschen Hochdruckliga, der Deutschen Herzstiftung und der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie von 2024. Sie erklärt, wie man misst, nicht, was man mit den Werten medizinisch tun sollte. Auffällige Werte gehören zum Arzt.

Was kann man beim Blutdruckmessen falsch machen?

Am häufigsten: zu früh messen, falsch sitzen, die falsche Manschette nehmen und nur einmal messen. Die Hochdruckliga verlangt fünf Minuten Ruhe im Sitzen, die Manschette auf Herzhöhe, zwei Messungen mit einer Minute Abstand und das Ganze eine Woche lang morgens und abends. Fast jeder Fehler beim Messen ist ein Verstoß gegen einen dieser vier Punkte.

Dass es auf die Details ankommt, zeigen die Fachstellen selbst: Sie sind sich in den Grundsätzen einig, in den Einzelheiten nicht. Die Hochdruckliga nennt eine Minute Pause zwischen zwei Messungen, die Herzstiftung eine halbe, die europäische Leitlinie ein bis zwei. Die Hochdruckliga zählt zwei Messungen je Sitzung, die Herzstiftung drei, von denen die letzten beiden zählen. Diese Seite geht den Ablauf von vorne bis hinten durch und sagt an jeder Stelle, wer was empfiehlt.

Welches Gerät man dafür nimmt, ist eine eigene Frage, die die Übersicht zum Blutdruckmessgerät ordnet. Für die Selbstmessung empfiehlt die Hochdruckliga Oberarmgeräte; welche fünf es im Vergleich gibt, steht im Vergleich der Oberarmgeräte.

Vorher: Wann ist die beste Zeit zum Messen?

Morgens und abends. Die Hochdruckliga empfiehlt, jeden Monat eine Woche lang zweimal täglich zu messen, morgens und abends. Die europäische Leitlinie präzisiert den Morgen: vor dem Frühstück und vor der Einnahme von Medikamenten, aber nicht unmittelbar nach dem Aufwachen.

Wer also nach dem Aufstehen erst ins Bad geht, sich anzieht und dann misst, liegt richtig. Wer noch im Bett misst, misst zu früh. Für den Abend nennen die Quellen keine feste Uhrzeit; sinnvoll ist eine, die sich jeden Tag gleich einhalten lässt, damit die Werte vergleichbar bleiben.

Vor oder nach Kaffee, Frühstück und Tabletten?

Vorher. Die Leitlinien-Kurzfassung der Hochdruckliga von 2023 nennt für die halbe Stunde vor der Messung: nicht rauchen, kein Koffein, nichts essen, kein Sport. Das schließt den Morgenkaffee und das Frühstück ein, wenn man direkt danach messen will.

Bei Tabletten ist die europäische Leitlinie eindeutig: vor der Einnahme messen. Der Morgenwert zeigt dann, wie der Blutdruck vor der neuen Dosis steht. Wer nach der Einnahme misst, sollte das konsequent tun und dem Arzt sagen, sonst lassen sich die Werte nicht einordnen.

Wie lange nach dem Sport warten?

Mindestens eine halbe Stunde. Die Faltkarte der Hochdruckliga nennt 30 Minuten Wartezeit nach körperlicher Anstrengung, die Leitlinien-Kurzfassung ebenfalls 30 Minuten ohne Sport vor der Messung. Danach gelten die fünf Minuten Ruhe im Sitzen wie sonst auch.

Wer zu Hause trainiert, etwa auf dem Ergometer, misst also nicht direkt nach der Einheit, sondern legt die Messung vor das Training oder deutlich danach. Ein Wert direkt nach dem Sport ist kein falscher Wert, aber kein Ruhewert, und nur Ruhewerte gehen in den Mittelwert der Messwoche.

Welche Manschette passt?

Die, die zum gemessenen Oberarmumfang passt. Die Hochdruckliga schreibt, eine zu kleine Manschette liefere deutlich erhöhte Werte, eine zu große zu niedrige. Gemessen wird in der Mitte des Oberarms, zwischen Schulterhöhe und Ellenbogen, am locker hängenden Arm. Die Oberarmmanschette soll höchstens zwei Drittel des Oberarms bedecken.

Bei kräftigen Oberarmen ab etwa 33 Zentimetern rät die Herzstiftung zu einer breiteren Manschette. Welche Geräte dafür eine Manschette anbieten und für welchen Bereich eine Validierung belegt ist, zeigt der Vergleich der großen Manschetten.

Dabei: Wie sitzt man richtig?

Auf einem Stuhl mit Rückenlehne, beide Füße flach auf dem Boden, Beine nicht übereinandergeschlagen. Der Arm liegt unbekleidet und locker auf dem Tisch, die Manschette auf Herzhöhe. So steht es in der Leitlinien-Kurzfassung der Hochdruckliga, und die Herzstiftung sagt dasselbe.

Dann fünf Minuten Ruhe. Die Hochdruckliga schreibt: entspannt sitzen, weder sprechen noch bewegen. Die Leitlinien-Kurzfassung nennt drei bis fünf Minuten, die Faltkarte und die Webseite fünf. Wer sich nicht sicher ist, nimmt fünf; länger schadet nicht.

Sprechen während der Messung ist einer der Fehler, die die Geräte selbst melden. Fast alle Fehlertabellen der Hersteller nennen Bewegung und Sprechen als Ursache, und OMRON, HARTMANN und Medisana zeigen für Bewegung ein eigenes Symbol.

Blutdruck im Liegen oder im Sitzen messen?

Im Sitzen. Alle drei Fachquellen dieser Seite beschreiben die Selbstmessung im Sitzen, und die Hersteller der meisten Geräte ebenfalls. Nur eine der Anleitungen, die für die Vergleiche dieses Themenbereichs gelesen wurden, erlaubt ausdrücklich auch das Liegen: die des Beurer BC 21, eines Handgelenkgeräts.

Im Liegen verändert sich die Lage des Herzens zum Messpunkt. Das ist kein Grund, es nie zu tun, etwa bei Bettlägerigkeit, aber ein Grund, dann immer im Liegen zu messen und es dem Arzt zu sagen. Für die Messwoche zählt vor allem, jeden Wert unter denselben Bedingungen zu nehmen.

Wie legt man die Manschette an?

Zwei Querfinger über der Ellenbeuge, schreibt die Hochdruckliga, und so, dass ein bis zwei Finger darunter passen. Die Herzstiftung ergänzt: nicht über der Kleidung, die Luftkammer innen, der Schlauch Richtung Hand. Die Markierung auf der Manschette gehört über die Arterie an der Innenseite des Arms.

Ein hochgeschobener Ärmel, der den Oberarm abschnürt, verfälscht den Wert ebenso wie eine Manschette über dem Pullover. Wer nicht ausziehen will, misst am anderen Arm oder zieht den Arm aus dem Ärmel. Viele Geräte melden inzwischen, wenn die Manschette zu locker sitzt; im Oberarm-Vergleich haben vier von fünf diese Sitzkontrolle.

Wie oft hintereinander messen, und mit welcher Pause?

Zweimal mit mindestens einer Minute Pause, sagt die Hochdruckliga, und den Durchschnitt beider Werte notieren. Die europäische Leitlinie nennt ein bis zwei Minuten Abstand. Die Herzstiftung empfiehlt dreimal mit etwa einer halben Minute Pause und den Mittelwert der letzten beiden.

Einig sind sich alle drei darin, dass ein einzelner Wert nicht reicht. Manche Geräte nehmen die Wiederholung ab: Das OMRON X4 und das M7 messen auf Wunsch dreimal, das visomat comfort XXL verwirft dabei den ersten Wert und mittelt die beiden anderen. Wer von Hand misst, hält sich an eine der Regeln und bleibt dabei.

Warum ist der zweite Wert oft niedriger?

Weil der Körper erst zur Ruhe kommt. Genau deshalb verwirft die Herzstiftung die erste von drei Messungen und rechnet nur mit den letzten beiden, und genau deshalb zählt die Hochdruckliga den Durchschnitt zweier Werte statt des ersten. Ein niedrigerer zweiter Wert ist also kein Fehler, sondern der Grund für die Wiederholung.

Ist der zweite Wert deutlich höher als der erste, lohnt ein Blick auf die Bedingungen: zu kurze Pause, gesprochen, bewegt, Manschette verrutscht. Eine dritte Messung nach einer weiteren Minute klärt das meist. Welcher Wert zählt, entscheidet die Regel, die man gewählt hat, nicht der schönere.

Kein Kaffee, keinRauchen30 MinutenvorherKein Essen, keinSport; nachAnstrengung 30Minuten wartenHinsetzen5 Minuten vorherRücken angelehnt,Füße am Boden, Armlocker auf demTisch, nichtsprechen▶ Manschette aufHerzhöheMessung 1Zwei Querfingerüber derEllenbeuge, nichtüber KleidungSitzen bleiben1 Minute PauseManschette nichtabnehmen, weiterruhigWiederholenMessung 2Beide Wertenotieren,Durchschnitt bilden
Eine Messung nach den Regeln der Hochdruckliga. Ablauf einer Sitzung, morgens oder abends; die Zeiten stammen aus der Webseite, der Faltkarte und der Leitlinien-Kurzfassung der Deutschen Hochdruckliga.
Die Stationen als Liste
  1. 30 Minuten vorher: Kein Kaffee, kein Rauchen — Kein Essen, kein Sport; nach Anstrengung 30 Minuten warten
  2. 5 Minuten vorher: Hinsetzen — Rücken angelehnt, Füße am Boden, Arm locker auf dem Tisch, nicht sprechen
  3. Messung 1: Manschette auf Herzhöhe — Zwei Querfinger über der Ellenbeuge, nicht über Kleidung
  4. 1 Minute Pause: Sitzen bleiben — Manschette nicht abnehmen, weiter ruhig
  5. Messung 2: Wiederholen — Beide Werte notieren, Durchschnitt bilden
Deutsche Hochdruckliga: Richtig Blutdruck messen, Faltkarte zur Selbstmessung, Leitlinien-Kurzfassung 2023; Stand 29.10.2026.

Linker oder rechter Arm?

Bei der ersten Messung beide, danach der mit den höheren Werten. So steht es bei der Hochdruckliga und der Herzstiftung. Die Herzstiftung hält Unterschiede bis zu 20 mmHg zwischen beiden Armen für normal; die europäische Leitlinie empfiehlt in der Praxis schon ab mehr als 10 mmHg, am Arm mit dem höheren Wert weiterzumessen.

Die Gerätehersteller sind sich da nicht einig. Beurer und boso folgen der Regel mit dem höheren Arm, Medisana nennt normalerweise links, HARTMANN den linken Oberarm und auf Dauer den mit den höheren Werten, OMRON nur, immer denselben Arm zu nehmen. Die Regel der Fachgesellschaften ist die, an die man sich hält.

Am Handgelenk: wo ist Herzhöhe?

Auf der Brust. Die Faltkarte der Hochdruckliga schreibt: Handgelenkgeräte auf der Brust ablegen. Liegt das Handgelenk tiefer als das Herz, fällt der Wert zu hoch aus, liegt es höher, zu niedrig, schreibt die Herzstiftung, und das gelte für Handgelenkgeräte genauso wie für Oberarmgeräte.

Weil es am Handgelenk so leicht danebengeht, haben manche Geräte eine Positionshilfe. Im Vergleich der Handgelenkgeräte haben zwei von fünf eine; keine von beiden verhindert allerdings eine Messung in falscher Höhe.

Danach: Was bedeuten die Werte?

Für die Selbstmessung zu Hause gilt ein eigener Grenzwert: 135 zu 85 mmHg im Mittel einer Messwoche. Die Hochdruckliga schreibt dazu: Mit Werten unter 135/85 sei alles im grünen Bereich. In der Arztpraxis liegt die Grenze höher, bei 140 zu 90, gemessen an zwei Tagen.

Die europäische Leitlinie von 2024 teilt die Heimwerte in drei Stufen: unter 120 zu 70 nicht erhöht, von 120 zu 70 bis unter 135 zu 85 erhöht, ab 135 zu 85 Hypertonie. Die Hochdruckliga nutzt für die Praxiswerte die älteren Stufen der Europäischen Hochdruckgesellschaft: optimal, normal, hochnormal und Grad 1 bis 3. Für die Heimmessung kommen beide Systeme an derselben Grenze an.

erhöht: 120 bis 135 mmHg110120130140150Angaben in mmHg✗ nicht erhöht 115✓ Grenze Heimmessung 135✗ Grenze Arztpraxis 140
Systolische Heimwerte im Mittel einer Messwoche nach ESC-Leitlinie 2024. Der Korridor zeigt den Bereich, den die Leitlinie zu Hause als erhöht einstuft; ab 135 mmHg spricht sie von Hypertonie. Diastolisch gelten 70 und 85 mmHg.
  • erhöht: 120 bis 135 mmHg
  • nicht erhöht: 115 mmHg — außerhalb des Korridors
  • Grenze Heimmessung: 135 mmHg — im Korridor, 135/85 mmHg
  • Grenze Arztpraxis: 140 mmHg — außerhalb des Korridors, 140/90 mmHg
ESC-Leitlinie 2024, Tabelle 5; Deutsche Hochdruckliga; Stand 29.10.2026.

Wie bildet man den Mittelwert der Messwoche?

Sieben Tage, morgens zwei Messungen, abends zwei Messungen, alle notieren, so die Faltkarte der Hochdruckliga. Am Ende der Woche alle systolischen Werte zusammenzählen und durch ihre Zahl teilen, ebenso die diastolischen. Das Ergebnis vergleicht man mit 135 zu 85.

Viele Geräte rechnen das selbst. Das Beurer BM 27 und das Veroval duo control bilden Mittelwerte für morgens und abends über sieben Tage, das boso medicus X den Mittelwert aller gespeicherten Werte. Wer die Werte in eine App überträgt, bekommt die Rechnung meist dort; wie das Koppeln mit dem Telefon funktioniert, zeigt am Beispiel einer Uhr die Seite Smartwatch mit dem iPhone verbinden.

Wo liegt Ihr Wochenmittel?

Den systolischen Mittelwert Ihrer Messwoche eingeben. Der Rechner zeigt den Heim-Grenzwert und die Einstufung nach der ESC-Leitlinie 2024. Er ersetzt keine ärztliche Beurteilung.

Heim-Grenzwert systolisch: 135 bis 135 mmHg

Grundlage: Systolischer Wochenmittelwert 128 mmHg.

Erhöht nach ESC 2024 (120/70 bis unter 135/85 mmHg zu Hause). Die Leitlinie entscheidet über das weitere Vorgehen nach dem Gesamtrisiko; das bespricht man mit dem Arzt.

Die hinterlegte Staffel vollständig
Systolischer Wochenmittelwert (mmHg)Heim-Grenzwert systolisch (mmHg)Anmerkung
80 bis 119135 bis 135Nicht erhöht nach ESC 2024 (unter 120/70 mmHg). Sehr niedrige Werte mit Beschwerden gehören ebenfalls zum Arzt.
120 bis 134135 bis 135Erhöht nach ESC 2024 (120/70 bis unter 135/85 mmHg zu Hause). Die Leitlinie entscheidet über das weitere Vorgehen nach dem Gesamtrisiko; das bespricht man mit dem Arzt.
135 bis 200135 bis 135Ab 135/85 mmHg im Wochenmittel sprechen ESC und Hochdruckliga bei der Heimmessung von Hypertonie. Die Werte mit dem Arzt besprechen.

ESC-Leitlinie 2024, Tabelle 5; Deutsche Hochdruckliga; Stand 29.10.2026.

Was gehört in die Messtabelle?

Datum, Uhrzeit, beide Werte jeder Sitzung, der Puls, und der Arm, an dem gemessen wurde. Dazu Besonderheiten: eine schlechte Nacht, ein vergessenes Medikament, ein Symbol für unregelmäßigen Puls auf dem Display. Die Faltkarte der Hochdruckliga sieht genau dafür sieben Tage mit je zwei Messungen morgens und abends vor.

Wer ein Gerät mit Speicher nutzt, sollte trotzdem wissen, was es speichert. Das boso medicus uno etwa hält genau einen Wert, das Beurer BM 27 30 je Benutzer. Wer eine ganze Woche mit zwei Messungen morgens und abends festhalten will, braucht mindestens 28 Plätze, oder Papier.

Wenn etwas schiefgeht: Fehlermeldung, Symbol, Ausreißer

Eine Fehlermeldung heißt fast immer: neu messen. Die Fehlertabellen der Hersteller nennen dafür überwiegend dieselben Ursachen: Bewegung, Sprechen, eine zu lockere oder falsch angelegte Manschette, ein abgeknickter Schlauch. Nach einer Minute Pause und mit ruhigem Arm klappt es meist.

Das Symbol für einen unregelmäßigen Herzschlag ist etwas anderes. Es heißt nicht, dass das Gerät kaputt ist, sondern dass der Puls während der Messung unregelmäßig war. Beurer empfiehlt, die Messung zu wiederholen und nur Werte ohne das Symbol zu verwenden; erscheint es immer wieder, gehört es zum Arzt.

Ein einzelner Ausreißer in einer sonst ruhigen Woche ist kein Grund zur Sorge, sondern der Grund, warum man eine Woche misst und nicht einen Tag. Wer ständig stark schwankende Werte hat, prüft zuerst Sitz, Manschette und Pausen.

Ist das Gerät noch genau?

Die europäische Leitlinie von 2024 schreibt, Geräte älter als vier Jahre könnten ungenau sein und sollten dann ersetzt werden. Ob das eigene Gerät noch stimmt, zeigt der Vergleich beim Arzt: Die Hochdruckliga beschreibt ihn als dreimalige Messung am selben Arm, abwechselnd mit der manuellen Messung, innerhalb von 60 Sekunden; die Abweichung sollte im Mittel nicht mehr als 10 mmHg betragen.

Geeicht werden Blutdruckmessgeräte nicht mehr, und für privat gekaufte Geräte schreibt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung auch keine messtechnische Kontrolle vor. Manche Hersteller empfehlen sie trotzdem alle zwei Jahre; wer was empfiehlt, steht je Gerät im Vergleich der Oberarmgeräte.

Bei Kindern und in der Schwangerschaft: andere Regeln

Für Kinder nennt die Hochdruckliga einen eigenen Ablauf: drei bis fünf Minuten Ruhe, dreimal im Abstand von einer Minute messen, Mittelwert aus der zweiten und dritten Messung. Die Manschette muss zum kleinen Arm passen, ab dem fünften Lebensjahr gibt es Manschetten für 17 bis 22 Zentimeter. Handgelenkgeräte hält die Hochdruckliga für Kinder nicht für empfehlenswert.

In der Schwangerschaft zählt, ob das Gerät dafür validiert ist. Manche Hersteller nennen eine solche Validierung, OMRON etwa für das X4 Connect AFib; boso schreibt beim medicus X ausdrücklich, das Gerät sei nicht für Schwangere validiert. Welche Werte in der Schwangerschaft gelten, klärt die betreuende Ärztin oder Hebamme.

Und die Uhr am Handgelenk?

Ersetzt die Manschette nicht. Die Hochdruckliga rät von manschettenlosen Wearables ab, und die europäische Leitlinie empfiehlt keine der manschettenlosen Methoden für die Routine. Warum keine Uhr das Prüfsiegel der Hochdruckliga trägt, erklärt die Seite Smartwatch mit Blutdruckmessung.

Wer eine Uhr für Puls und Schlaf trägt, kann das tun; den Blutdruck misst er mit der Manschette. Was Uhren und Tracker sonst messen, ordnet die Übersicht zu Fitness-Trackern ein.

Der eine Satz, der alles trägt

Fünf Minuten sitzen, zweimal messen, eine Woche lang, und dann den Mittelwert gegen 135 zu 85 halten.

Alles andere auf dieser Seite dient diesem Satz: die passende Manschette aus dem Vergleich der großen Manschetten, der Arm mit dem höheren Wert, die Herzhöhe am Handgelenk, die halbe Stunde ohne Kaffee. Wer sich daran hält, misst besser als mit dem teuersten Gerät ohne diese Regeln.

Matthias König

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Matthias König

Fachredakteur Digitale Geräte & Technik

Technik-Redakteur mit Schwerpunkt Consumer Electronics

Fachfokus: Digitale Geräte · Foto & Video · TV & Audio · Gaming · Smart Home

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
29.10.2026
Zuletzt aktualisiert
29.10.2026
Verfügbarkeit geprüft
29.10.2026

Vor jeder Aktualisierung prüfen wir, ob die verlinkten Produkte noch bestellbar sind, und tauschen aus, was nicht mehr lieferbar ist.

Quellen dieser Einordnung

  1. 1. Deutsche Hochdruckliga: Richtig Blutdruck messenhochdruckliga.de

    Fünf Minuten Ruhe im Sitzen, Manschette zwei Querfinger über der Ellenbeuge, zu kleine Manschette erhöht die Werte, Empfehlung einer Messwoche im Monat morgens und abends, beide Arme bei der ersten Messung.

  2. 2. Deutsche Hochdruckliga: Faltkarte Richtig Blutdruckmessen in einfachen Schrittenhochdruckliga.de

    Zwei Messungen mit mindestens einer Minute Abstand, sieben Tage dokumentieren, 30 Minuten nach Anstrengung warten, Handgelenkgeräte auf der Brust ablegen, unter 135/85 mmHg im grünen Bereich.

  3. 3. Deutsche Hochdruckliga: Leitlinien-Kurzfassung 2023hochdruckliga.de

    Vorbereitung: 30 Minuten vorher nicht rauchen, kein Koffein, nichts essen, kein Sport; drei bis fünf Minuten sitzen; Heimmessung zwei Messungen mit einer Minute Intervall, Durchschnitt.

  4. 4. ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension 2024academic.oup.com

    Heimwerte nicht erhöht unter 120/70, erhöht bis unter 135/85, Hypertonie ab 135/85 mmHg; morgens vor Frühstück und Medikamenten, nicht direkt nach dem Aufwachen; Geräte älter als vier Jahre können ungenau sein.

  5. 5. Deutsche Herzstiftung: Blutdruck messen ohne Fehlerherzstiftung.de

    Dreimal mit etwa einer halben Minute Pause, Mittelwert der letzten beiden; Manschette nicht über Kleidung, auf Herzhöhe; Armunterschiede bis 20 mmHg normal.

  6. 6. Deutsche Hochdruckliga: Bluthochdruck bei Kindernhochdruckliga.de

    Für Kinder drei Messungen im Abstand von einer Minute, Mittelwert aus zweiter und dritter, kleine Manschetten ab 17 cm.

Was zuletzt geändert wurde

  • 29.10.2026: Ersterstellung — Ablauf der Blutdruck-Selbstmessung nach Deutscher Hochdruckliga, Deutscher Herzstiftung und ESC-Leitlinie 2024 von der Vorbereitung bis zum Wochenmittel, mit den abweichenden Angaben zu Pausen und Zahl der Messungen, Rechner zur Einstufung des Wochenmittels.

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