„Auf unbestimmte Zeit“: was das Prüfsiegel der Hochdruckliga verspricht
Wer ein Blutdruckmessgerät mit dem Siegel der Deutschen Hochdruckliga sucht, liest auf deren Seite einen Satz, der mehr erklärt als jede Packung: Hersteller dürfen ein geprüftes Gerät „auf unbestimmte Zeit mit unserem Prüfsiegel bewerben, soweit die Geräte noch verkauft werden“. Das Siegel läuft also nicht ab. Die Jahreszahl daneben ist das Prüfjahr, und die Liste reicht bis 2005 zurück.
Am 29.10.2026 stehen dort 55 Geräte, 51 für den Oberarm und vier für das Handgelenk, von sieben Herstellern. 38 der 55 tragen den Zusatz „ÄP“: Sie sind baugleich mit einem Gerät, das bereits geprüft wurde, und haben die Prüfung nicht selbst durchlaufen. Das ist kein Makel, nur eine Auskunft darüber, wie wenige eigenständige Prüfungen hinter der Liste stehen.
Diese Seite legt fünf Oberarmgeräte an genau diesen Maßstab. Drei stehen in der Liste, zwei nicht. Und keiner der drei Hersteller, deren Gerät gelistet ist, schreibt das Siegel in seine Gebrauchsanweisung oder sein Datenblatt. Wer wissen will, ob ein Gerät geprüft ist, muss in der Liste nachsehen; auf dem Karton steht es nicht zuverlässig, schreibt die Hochdruckliga selbst.
Warum überhaupt der Oberarm? Die Hochdruckliga empfiehlt Oberarmgeräte für die Selbstmessung; am Handgelenk hängt das Ergebnis stärker an der Haltung. Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie von 2024 nennt für die Heimmessung ebenfalls in der Regel Oberarmgeräte. Einen Überblick über alle Fragen rund ums Gerät gibt die Übersicht zum Blutdruckmessgerät. Uhren ohne Manschette empfiehlt keine der beiden Stellen, wie die Seite Smartwatch mit Blutdruckmessung ausführlich zeigt.
| Gerät | Siegel der Hochdruckliga | Validierung laut Hersteller | Manschette | Größere Manschette | Kaufen |
|---|---|---|---|---|---|
| ja, 2025 | EN ISO 81060-2; zusätzlich für Schwangere und Typ-2-Diabetes validiert | 22–42 cm | nur dieselbe Manschette HEM-FL31 | Zum Angebot | |
| ja, 2023 | ISO 81060-2; ESH-Siegel auf dem Datenblatt | 22–42 cm | nur dieselbe Universalmanschette 110.031 | Zum Angebot | |
| nein | ISO 81060-2; „validated according to ESH“ auf der Website | 22–32 cm | XL-Manschette 32–48 cm (143-4-757) | Zum Angebot | |
| ja, 2018 und 2023 | ESH-IP2, BHS, Protokoll der Hochdruckliga, ISO 81060-2 | 22–32 cm | Manschette large 32–42 cm (925 532) | Zum Angebot | |
| nein | ISO 81060-2 | 22–42 cm | nur Ersatzmanschette derselben Größe (51161) | Zum Angebot |
Die Empfehlung ist hervorgehoben: das OMRON X4 Connect AFib. Es trägt das Siegel, deckt mit einer Manschette 22 bis 42 Zentimeter ab, misst auf Wunsch dreimal hintereinander und bildet den Mittelwert selbst. Warum es trotzdem kein Selbstläufer ist, steht weiter unten.
Was die Hochdruckliga prüft, und was sich 2026 ändert
Bis 2025 verlangte das Protokoll der Hochdruckliga eine eigene klinische Prüfung an mindestens 96 Probanden, gegen eine Referenzmessung mit dem Stethoskop. Die mittlere Abweichung durfte höchstens 5 mmHg betragen, die Standardabweichung höchstens 8. Bot ein Hersteller eine Manschette ab 33 Zentimetern Oberarmumfang an, kam eine zusätzliche Gruppe von 20 Probanden dazu.
Seit dem Protokoll 2026-06 ist das anders. Grundlage ist jetzt ein Prüfbericht nach der internationalen Norm ISO 81060-2 aus einem Prüfzentrum. Zwei unabhängige Fachleute bewerten ihn, und zwei Hypertensiologen probieren fünf eingereichte Geräte an 20 Personen im Alltag aus. Dazu kommen Ausschlusskriterien: Ein Oberarmgerät muss mit seiner Manschette mindestens 25 bis 42 Zentimeter abdecken, und es muss unregelmäßigen Puls anzeigen.
Nach diesem neuen Protokoll ist bisher genau ein Gerät geprüft, das Braun ExactFit 2. Alle fünf Geräte dieser Seite stammen aus der Zeit davor oder stehen gar nicht in der Liste. Für zwei von ihnen wäre die neue Hürde schon an der Manschette zu hoch: Das boso medicus X und das Veroval duo control kommen serienmäßig mit einer Manschette für 22 bis 32 Zentimeter. Das ist eine Ableitung aus den Kriterien, keine Prüfung; beide Hersteller bieten die größeren Arme mit eigenen Manschetten an.
- Mindestbereich Protokoll 2026-06: 25 bis 42 cm
- boso medicus X: 32 cm — im Korridor, XL bis 48 cm als Zubehör
- Veroval duo control M: 32 cm — im Korridor, Large 32–42 cm separat
- OMRON, Beurer, Medisana: 42 cm — im Korridor
Klinisch validiert: was der Satz auf der Packung bedeutet
Alle fünf Hersteller berufen sich auf die Norm ISO 81060-2. Sie beschreibt, wie ein automatisches Blutdruckmessgerät gegen eine Referenzmessung geprüft wird: mindestens 85 Personen, zwei Beobachter mit Stethoskop, eine mittlere Abweichung von höchstens 5 mmHg bei einer Standardabweichung von höchstens 8. Genau diese beiden Zahlen schreibt Medisana in seine Anleitung.
Weiter gehen nur zwei. HARTMANN nennt für das duo control das Protokoll ESH-IP2 der Europäischen Hochdruckgesellschaft, das der British Hypertension Society und das der Hochdruckliga. OMRON nennt für das X4 zusätzlich Validierungen für Schwangere und für Menschen mit Typ-2-Diabetes. Beurer zeigt auf dem Datenblatt ein ESH-Siegel ohne Protokollnamen, boso schreibt „validated according to ESH“ nur auf die Website.
Nachprüfen lässt sich das bei STRIDE BP, einem gemeinnützigen Verzeichnis von Hypertonie-Fachleuten. Es führt am 29.10.2026 551 genehmigte Geräte bei mehr als 5.000 auf dem Markt, und es zeigt je Gerät, für welche Manschettengrößen die Validierung gilt. Das CE-Zeichen allein ist kein Validierungsnachweis: Es ist die Eingangsvoraussetzung, nicht die Prüfung.
Die Empfehlung: OMRON X4 Connect AFib, sparsam das Beurer BM 27
Das OMRON X4 Connect AFib ist die Empfehlung dieser Seite. Es steht seit 2025 in der Liste der Hochdruckliga, seine Manschette reicht von 22 bis 42 Zentimeter, und es meldet, wenn die Manschette zu locker sitzt oder sich der Arm bewegt. Der Modus mit drei Messungen im Abstand von 30 Sekunden nimmt die Rechnung ab, die Leitlinien von der Selbstmessung verlangen: mehrere Werte, ein Mittel.
Dazu kommt der Hinweis auf ein mögliches Vorhofflimmern. Die Hochdruckliga empfiehlt Geräte mit einer solchen Funktion ausdrücklich, und OMRON ist der einzige der fünf, der sie anbietet und Kennwerte dazu veröffentlicht. Die Anleitung grenzt sie sauber ein: kein Ersatz für ein EKG, nicht für Menschen mit bereits diagnostiziertem Vorhofflimmern, nicht verlässlich bei Herzschrittmacher.
Wer im unteren Segment bleiben will, nimmt das Beurer BM 27. Es hat ebenfalls das Siegel, dieselbe Manschettenspanne und fünf Jahre Garantie, dafür keine Dreifachmessung und keine Funkverbindung. Für die übrigen drei gibt es je einen Grund, weiter unten bei den Profilen. Wer lieber am Handgelenk misst, findet die Abwägung im Vergleich der Handgelenkgeräte.
Welche Manschette passt zu welchem Oberarm?
Gemessen wird in der Mitte des Oberarms. Das Prüfprotokoll der Hochdruckliga beschreibt den Weg: Ellenbogen um 90 Grad beugen, die Mitte zwischen Schulterhöhe und Ellenbogen auf der Rückseite markieren, dann den Umfang an dieser Stelle bei locker hängendem Arm messen. Mit dem Ergebnis wählt man die Manschette.
Die Größe zählt mehr, als man denkt. Die Hochdruckliga schreibt, eine zu kleine Manschette liefere deutlich erhöhte Werte, eine zu große zu niedrige. Die Deutsche Herzstiftung nennt für kräftige Oberarme mit Normalmanschette systolisch bis zu zehn Prozent zu hohe Werte und rät ab 33 Zentimetern zu einer breiteren Manschette. Wer mehr als 42 Zentimeter misst, findet unter den fünf nur ein Gerät, das so weit reicht: das boso medicus X mit seiner XL-Manschette. Geräte für kräftige Arme stellt der Vergleich der großen Manschetten nebeneinander.
Welche der fünf passen zu Ihrem Oberarm?
Den Umfang in der Mitte des Oberarms eingeben. Der Rechner zählt, wie viele der fünf Geräte dafür eine Manschette des Herstellers haben, serienmäßig oder als Zubehör.
passende Geräte von fünf: 5 bis 5 Geräte
Grundlage: Oberarmumfang 30 cm.
Alle fünf passen mit der Serienmanschette.
| Oberarmumfang (cm) | passende Geräte von fünf (Geräte) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 15 bis 22 | 0 bis 0 | Keines der fünf hat laut Hersteller eine Manschette unter 22 cm. Die Hochdruckliga nennt für dünne Arme und Kinder eigene kleine Manschetten anderer Geräte. |
| 22 bis 32 | 5 bis 5 | Alle fünf passen mit der Serienmanschette. |
| 32 bis 42 | 5 bis 5 | OMRON, Beurer und Medisana mit der Serienmanschette; boso mit der XL-Manschette, Veroval mit der Large-Manschette, beide als Zubehör. |
| 42 bis 48 | 1 bis 1 | Nur das boso medicus X mit der XL-Manschette bis 48 cm. |
| 48 bis 55 | 0 bis 0 | Keines der fünf. Für sehr kräftige Arme sind Geräte mit eigens validierter großer Manschette nötig. |
Manschettenbereiche laut Gebrauchsanweisung der Hersteller, Stand 29.10.2026.
Die fünf Geräte einzeln
Jedes Profil nennt, was der Hersteller in Anleitung und Datenblatt angibt, und was übrig bleibt, wenn man es mit der Liste der Hochdruckliga und den anderen Unterlagen vergleicht. Wo eine Angabe fehlt, steht im Herstellerkasten, wo gesucht wurde.
OMRON X4 Connect AFib
OMRON X4 Connect AFib, Oberarm-Blutdruckmessgerät mit Bluetooth und Vorhofflimmer-Hinweis (HEM-7196T1-FLEO)
Preislage: Mittelfeld · Siegel der Hochdruckliga: ja, 2025 · Manschette: 22–42 cm
Rhythmus: Hinweis auf mögliches Vorhofflimmern · Speicher: 2 × 60 und Gastmodus · Daten: Bluetooth, App OMRON connect
Quelle der Angaben: OMRON-Gebrauchsanweisung 1 und 2 (Ausgaben 2025 und 2024) und Produktseite
Was der Hersteller sagt: Das X4 Connect AFib misst oszillometrisch am Oberarm mit einer Manschette für 22 bis 42 Zentimeter. Es zeigt an, ob die Manschette straff genug sitzt, warnt bei Körperbewegung und hat einen Modus mit drei Messungen im Abstand von 30 Sekunden, aus denen es den Mittelwert bildet. Die Vorhofflimmer-Funktion gibt laut Anleitung einen Hinweis auf ein mögliches Vorhofflimmern, ausdrücklich keine Diagnose; als Kennwerte nennt OMRON eine Empfindlichkeit von 95,1 und eine Spezifität von 98,6 Prozent. Werte gehen per Bluetooth an die App OMRON connect, im Gerät bleiben 60 Messungen je Benutzer für zwei Benutzer.
Was übrig bleibt: Die Hochdruckliga führt das Gerät seit 2025 mit Prüfsiegel, als baugleich mit einem bereits geprüften Modell. In der Anleitung und auf der Produktseite steht davon nichts. Die englische Produktseite nennt den Gerätetyp „BPM & ECG“; ein EKG hat das X4 nicht, die Anleitung stellt selbst klar, dass eine Diagnose nur per EKG beim Arzt möglich ist. Ob beim Aufpumpen oder Ablassen gemessen wird, sagt OMRON nicht.
Spricht dafür: Prüfsiegel der Hochdruckliga (2025); automatische Dreifachmessung mit Mittelwert; Hinweis auf mögliches Vorhofflimmern mit Kennwerten; Sitzkontrolle und Bewegungswarnung.
Spricht dagegen: nur eine Manschettengröße erhältlich; Produktseite spricht irreführend von EKG; Messphase nicht beschrieben; keine Service-Zeiten genannt.
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Garantie
| Unternehmen | OMRON HEALTHCARE Co., Ltd.; Vertrieb in Deutschland OMRON Medizintechnik Handelsgesellschaft mbH |
| Anschrift | Kyoto, Japan; deutsche Gesellschaft Dynamostraße 13, 68165 Mannheim |
| Gegründet | Nicht aus einer Herstellerquelle belegt; geprüft wurden Anleitung, Produktseite und Kontaktseite |
| Kontakt | Telefonzentrale +49 621 83348-0, E-Mail kontakt@omron.com; eine eigene Hotline ist nicht genannt |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Händler- und Kontaktseite sowie beide Anleitungen |
| Garantie | 5 Jahre ab Kauf, Manschette und Schlauch 1 Jahr; Abwicklung über Händler oder OMRON-Vertreter mit Rechnung |
| Zertifikate und Normen | EN ISO 81060-2, EN 60601-1-2 (EMV), IP21, Funkrichtlinie 2014/53/EU; Medizinprodukte-Klasse in der Anleitung nicht genannt |
| Herkunft | Made in Vietnam laut Anleitung; den Drucksensor fertigt OMRON nach eigener Angabe in Japan |
| Gewicht | ca. 350 g ohne Batterien, Manschette ca. 163 g |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; Gebrauchsanweisung 2 erschien im Dezember 2024, der Eintrag der Hochdruckliga stammt von 2025 |
Unsere Empfehlung: Prüfsiegel der Hochdruckliga, Manschette für 22 bis 42 Zentimeter, Dreifachmessung mit Mittelwert, Vorhofflimmer-Hinweis mit veröffentlichten Kennwerten und fünf Jahre Garantie, im Mittelfeld.
Beurer BM 27
Beurer BM 27, Oberarm-Blutdruckmessgerät mit Manschettensitzkontrolle (Artikel 658.18)
Preislage: unteres Segment · Siegel der Hochdruckliga: ja, 2023 · Manschette: 22–42 cm
Rhythmus: Symbol für Herzrhythmusstörung · Speicher: 4 × 30 · Daten: keine Funkverbindung; Übertragung per Kamera mit „Scan & Save“
Quelle der Angaben: Beurer-Gebrauchsanweisung (Stand Oktober 2026), Datenblatt und Produktseite
Was der Hersteller sagt: Das BM 27 misst beim Ablassen der Luft, mit einer Universalmanschette für 22 bis 42 Zentimeter Oberarmumfang. Eine Markierung an der Manschette zeigt, ob die Größe passt, und das Display meldet, ob sie straff genug sitzt. Vier Benutzer haben je 30 Speicherplätze; das Gerät bildet den Mittelwert aller Werte und getrennt für morgens und abends über die letzten sieben Tage. Eine farbige Skala ordnet den Wert von optimal bis Grad 3 ein. Bluetooth hat es nicht; die Werte lassen sich mit der Smartphone-Kamera vom Display in die App HealthManager Pro übernehmen.
Was übrig bleibt: Seit 2023 steht das BM 27 mit Prüfsiegel in der Liste der Hochdruckliga, wieder als baugleiches Modell; Beurer nennt das Siegel nicht, sondern ein ESH-Siegel auf dem Datenblatt. Ein Netzteil sieht die Anleitung nicht vor. Beim Gewicht widersprechen sich die Unterlagen: 344,3 Gramm in der Anleitung, 341 im Datenblatt, 447 auf der Produktseite.
Spricht dafür: Prüfsiegel der Hochdruckliga (2023); Manschette für 22 bis 42 cm; vier Benutzer, Mittelwerte morgens und abends; 5 Jahre Garantie.
Spricht dagegen: keine Dreifachmessung; kein Netzteil vorgesehen; kein Bluetooth; Gewicht in drei Unterlagen verschieden.
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Garantie
| Unternehmen | Beurer GmbH, Familienunternehmen |
| Anschrift | Söflinger Straße 218, 89077 Ulm, laut Anleitung |
| Gegründet | 1919 in Ulm, nur aus einem Suchauszug der Unternehmensseite belegt |
| Kontakt | Servicecenter +49 731 3989-144 laut Beurer-Garantieblatt eines anderen Produkts; die Kontaktseite bietet heute nur ein Formular |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Kontaktseite, Garantieblatt und Anleitung |
| Garantie | 5 Jahre laut Produktseite und Datenblatt; Ablauf über den Kundenservice, Einsendung mit Kaufbeleg, Manschette und Batterien ausgenommen |
| Zertifikate und Normen | CE, klinische Prüfung nach ISO 81060-2, EMV nach EN 60601-1-2, IP21; Medizinprodukte-Klasse nicht genannt |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurde die Anleitung |
| Gewicht | 344,3 g mit Manschette, ohne Batterien, laut Anleitung |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; das Datenblatt ist vom Oktober 2021, der Eintrag der Hochdruckliga von 2023 |
Auszeichnung für das untere Segment: Prüfsiegel der Hochdruckliga, Manschette für 22 bis 42 Zentimeter, Sitzkontrolle und fünf Jahre Garantie zum niedrigsten Preis im Feld.
boso medicus X
boso medicus X, Oberarm-Blutdruckmessgerät mit Universalmanschette (BOSCH + SOHN)
Preislage: unteres Segment · Siegel der Hochdruckliga: nein · Manschette: 22–32 cm
Rhythmus: Symbol für Rhythmusstörung oder Bewegung · Speicher: 1 × 30 · Daten: keine
Quelle der Angaben: boso-Gebrauchsanweisung (Druckstand April 2019) und Produktseite
Was der Hersteller sagt: Das medicus X misst beim Ablassen der Luft; eine Aufpump-Automatik soll ohne Nachpumpen auskommen. Serienmäßig liegt eine Manschette für 22 bis 32 Zentimeter bei, eine XL-Manschette für 32 bis 48 Zentimeter gibt es als Zubehör. Das Gerät speichert 30 Messungen für einen Benutzer und zeigt den Mittelwert mit der Zahl der Messungen an, eine WHO-Skala am Gehäuse ordnet ihn ein. Für die Selbstmessung zu Hause nennt die Anleitung den Grenzwert der Hochdruckliga, 135 zu 85 mmHg. Ein Netzgerät gibt es optional.
Was übrig bleibt: In der Liste der Hochdruckliga steht das medicus X nicht; boso ist dort nur mit älteren Modellen von 2005 und 2006 vertreten. Die boso-Startseite schreibt dennoch, alle digitalen boso-Selbstmessgeräte hätten die Kriterien der Hochdruckliga beziehungsweise der ESH bestanden. Eine Sitzkontrolle hat das Gerät nicht, Rhythmusstörung und Bewegung teilen sich ein Symbol. Mit der XL-Manschette reicht es von allen fünf am weitesten, bis 48 Zentimeter.
Spricht dafür: XL-Manschette bis 48 cm als Zubehör; leichtestes Gerät im Feld, 240 g; Prüfanweisung für die messtechnische Kontrolle; Hersteller mit eigener Service-Durchwahl für Blutdruckgeräte.
Spricht dagegen: kein Prüfsiegel der Hochdruckliga; keine Sitzkontrolle; nur ein Benutzer, 30 Speicherplätze; 3 Jahre Garantie.
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Garantie
| Unternehmen | BOSCH + SOHN GmbH u. Co. KG |
| Anschrift | Bahnhofstraße 64, 72417 Jungingen |
| Gegründet | 1889 als J. & A. Bosch in Straßburg, laut Unternehmensseite |
| Kontakt | Kundenservice +49 7477 9275-0, Reparatur -71, Technik für Blutdruckmessgeräte -85 |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Kundenservice-Seite und Anleitung |
| Garantie | 3 Jahre Werksgarantie ab Kaufdatum; Einsendung mit Kaufbeleg an BOSCH + SOHN oder über den Fachhandel, Manschette ausgenommen |
| Zertifikate und Normen | CE 0124, ISO 81060-2, IEC 80601-2-30, IP20; Qualitätsmanagement nach EN ISO 13485 laut Website |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurden Produktseite und Anleitung |
| Gewicht | 240 g ohne Batterien |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; geprüft wurden Produktseite, Anleitung und Pressetreffer |
Veroval duo control
HARTMANN Veroval duo control, Oberarm-Blutdruckmessgerät mit Bluetooth, Manschette medium (Artikel 9255013)
Preislage: oberes Segment · Siegel der Hochdruckliga: ja, 2018 und 2023 · Manschette: 22–32 cm
Rhythmus: Symbol für unregelmäßigen Herzschlag · Speicher: 2 × 100 und Gastmodus · Daten: Bluetooth, App Veroval medi.connect
Quelle der Angaben: HARTMANN-Gebrauchsanleitungen (deutsch, USB-Fassung; englisch, Bluetooth-Fassung), Konformitätserklärung und Produktseite
Was der Hersteller sagt: Das duo control arbeitet mit zwei Verfahren: Neben der oszillometrischen Messung horcht ein Mikrofon in der Manschette die Korotkoff-Geräusche ab, wie ein Arzt mit dem Stethoskop. Beim Aufpumpen schätzt es die Systole vorab und pumpt nur so weit wie nötig, gemessen wird beim Ablassen; reicht der Druck nicht, pumpt es in Schritten von 30 mmHg nach. Ein Symbol meldet, wenn die Manschette sitzt und der Körper ruhig war. Die Bluetooth-Fassung hat einen Expertenmodus mit drei Messungen im Abstand von 60 Sekunden. HARTMANN nennt als einziger Hersteller im Feld konkrete Protokolle: ESH-IP2, BHS und das der Hochdruckliga.
Was übrig bleibt: Die Fassung mit dieser Artikelnummer ist die mit Bluetooth; die einzige gefundene deutsche Anleitung beschreibt aber die ältere USB-Fassung, die Bluetooth-Funktionen stehen nur in der englischen. Die Medium-Manschette reicht bis 32 Zentimeter, für kräftigere Arme gibt es eine eigene Large-Manschette oder das Gerät als Large. Gewicht und Maße nennt HARTMANN nicht. Als einziger der fünf ist die Klasse IIa nach der Medizinprodukte-Verordnung mit Konformitätserklärung belegt.
Spricht dafür: zwei Messverfahren, Korotkoff und oszillometrisch; drei Validierungsprotokolle genannt; Prüfsiegel der Hochdruckliga; Konformitätserklärung mit Klasse IIa öffentlich.
Spricht dagegen: Medium-Manschette nur bis 32 cm; keine deutsche Anleitung der Bluetooth-Fassung gefunden; Gewicht und Maße nicht genannt; oberes Segment.
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Garantie
| Unternehmen | PAUL HARTMANN AG |
| Anschrift | Paul-Hartmann-Straße 12, 89522 Heidenheim |
| Gegründet | 1818, nur aus einem Suchauszug der Unternehmensseite belegt |
| Kontakt | Service Center Diagnostic, Telefon 0800 400 400 9 (gebührenfrei), laut Anleitung |
| Zeiten | Montag bis Freitag 8 bis 16.30 Uhr laut Anleitung, Informationsstand 2019 |
| Garantie | 5 Jahre ab Kaufdatum mit Garantieurkunde oder Kaufquittung; Einsendung direkt oder über den Händler, Manschette und Batterien ausgenommen |
| Zertifikate und Normen | MDR (EU) 2017/745 Klasse IIa, Regel 10, benannte Stelle TÜV SÜD 0123; EN 1060-3, EN 1060-4, ISO 81060-2, IEC 80601-2-30 |
| Herkunft | „Entwickelt in Deutschland“ laut Produktseite; Produktionsland nicht genannt |
| Gewicht | Nicht genannt; geprüft wurden Anleitungen, Produktseite und Shop |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; Einträge der Hochdruckliga von 2018 und 2023 |
Medisana BU 510
Medisana BU 510, Oberarm-Blutdruckmessgerät (Artikel 51160)
Preislage: unteres Segment · Siegel der Hochdruckliga: nein · Manschette: 22–42 cm
Rhythmus: Symbol für unregelmäßigen Puls · Speicher: 2 × 199 (seit 09-2025), vorher 2 × 90 · Daten: keine
Quelle der Angaben: Medisana-Gebrauchsanweisungen für beide Baustände und Produktseite
Was der Hersteller sagt: Das BU 510 misst oszillometrisch beim Ablassen der Luft. Die aktuelle Fassung hat eine Manschette für 22 bis 42 Zentimeter, eine Sitzkontrolle, einen Bewegungs-Indikator und eine vierfarbige Einordnung des Werts. Sie speichert 199 Werte für zwei Benutzer und bildet den Mittelwert aus den letzten drei Messungen. Strom kommt aus vier AA-Batterien oder über USB-C von einem Netzteil, das nicht beiliegt. Medisana gibt die Batterien für 300 Messungen an.
Was übrig bleibt: Unter derselben Artikelnummer gibt es zwei Baustände: seit September 2025 einen neuen, mit anderem Auftragshersteller, 199 statt 90 Speicherplätzen und USB-C statt eines eigenen Netzadapters. Die Produktseite nennt noch die alten Werte, darunter eine Manschette nur bis 36 Zentimeter. In der Liste der Hochdruckliga steht Medisana gar nicht. Einen Hinweis zur messtechnischen Kontrolle enthält keine der beiden Anleitungen.
Spricht dafür: Manschette für 22 bis 42 cm; Sitzkontrolle und Bewegungs-Indikator; zwei Benutzer mit je 199 Speicherplätzen; Netzbetrieb über USB-C möglich.
Spricht dagegen: kein Prüfsiegel der Hochdruckliga; zwei Baustände unter einer Artikelnummer; Batterien nur für 300 Messungen; Produktseite nennt veraltete Werte.
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Garantie
| Unternehmen | medisana GmbH als Vertreiber; Hersteller seit 09-2025 Shenzhen AOJ Medical Technology Co., Ltd. |
| Anschrift | Carl-Schurz-Straße 2, 41460 Neuss; Hersteller in Shenzhen, China |
| Gegründet | Nicht sicher belegt; die Unternehmensseite schreibt „seit rund 40 Jahren“ |
| Kontakt | Service Center +49 2131 40588-0, servicecenter@medisana.de |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Service-Kontaktseite und beide Anleitungen |
| Garantie | 3 Jahre ab Verkaufsdatum; über das Fachgeschäft oder direkt an die Servicestelle mit Kaufquittung, Verschleißteile ausgenommen |
| Zertifikate und Normen | CE 0123 nach MDR (EU) 2017/745, IEC 80601-2-30, ISO 81060-2, IP21; Konformitätserklärung des aktuellen Baustands nicht verlinkt |
| Herkunft | China laut beiden Anleitungen |
| Gewicht | ca. 258 g ohne Batterien (aktueller Baustand) |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; der aktuelle Baustand gilt ab September 2025 |
Warum pumpt ein Blutdruckmessgerät manchmal nach?
Weil der erste Druck nicht reichte. Ein oszillometrisches Gerät muss die Manschette über den systolischen Druck aufpumpen, damit das Blut in der Arterie kurz gestaut ist; erst beim Ablassen misst es, wann der Puls wieder einsetzt. Ist der Blutdruck höher als erwartet, reicht der Druck nicht, und das Gerät pumpt nach.
HARTMANN beschreibt das am genauesten: Das duo control schätzt die Systole schon beim Aufpumpen, pumpt auf diesen Wert plus 30 mmHg und, wenn das nicht reicht, in Schritten von 30 mmHg nach. boso wirbt beim medicus X mit einer Aufpump-Automatik ohne Nachpumpen. OMRON sieht beim X4 ein manuelles Aufpumpen vor, wenn die Systole über 210 mmHg liegt. Beurer und Medisana beschreiben das Verfahren nicht.
Dass beim Aufpumpen selbst gemessen wird, schreibt keiner der fünf Hersteller. Vier sagen ausdrücklich, dass beim Ablassen gemessen wird, OMRON macht keine Angabe. Wer den Druck der Manschette als unangenehm empfindet, findet in den Unterlagen also kein Gerät, das schneller fertig wäre. Hilfreich ist eher, nicht zu sprechen und den Arm ruhig zu halten, damit keine zweite Messung nötig wird.
Arrhythmie oder Vorhofflimmern: zwei verschiedene Symbole
Alle fünf zeigen ein Symbol, wenn der Puls während der Messung unregelmäßig war. Das ist keine Diagnose, sondern ein Hinweis darauf, dass der Wert gestört sein kann. Beurer empfiehlt, die Messung zu wiederholen und nur Werte ohne das Symbol zu verwenden. boso zeigt dasselbe Symbol auch bei Bewegung, und erst wenn es bei ruhig gehaltenem Arm immer wieder erscheint, könne das auf eine Rhythmusstörung deuten.
Eine gezielte Erkennung von Vorhofflimmern hat nur das OMRON X4. OMRON nennt Kennwerte und grenzt die Funktion ein: Sie erkennt nicht alle Formen, überwacht das Herz nicht dauerhaft und ersetzt kein EKG. boso schreibt auf der Produktseite, sein Symbol zeige zum Beispiel Vorhofflimmern an; die Anleitung spricht nur von Rhythmusstörung oder Bewegung.
Wer ein EKG zu Hause aufzeichnen möchte, braucht ein anderes Gerät. Welche Uhren dafür eine Zulassung als Medizinprodukt haben, zeigt die Seite Smartwatch mit EKG; Blutdruck misst auch dort keine Uhr nach den Maßstäben dieser Seite.
Dreifachmessung und Mittelwert: wer rechnet selbst?
Die Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie von 2024 verlangt für die Heimmessung je Sitzung zwei Messungen im Abstand von ein bis zwei Minuten, morgens und abends, über drei bis sieben Tage. Die Hochdruckliga rät zu einer Woche im Monat. Am Ende zählt der Mittelwert, und der liegt für die Heimmessung ab 135 zu 85 mmHg im Bereich der Hypertonie. Nach körperlicher Anstrengung soll man laut Faltkarte der Hochdruckliga 30 Minuten warten, auch nach einer Einheit auf dem Ergometer.
Zwei Geräte nehmen die Wiederholung ab. Das OMRON X4 misst auf Wunsch dreimal im Abstand von 30 Sekunden, das Veroval duo control in der Bluetooth-Fassung dreimal im Abstand von 60 Sekunden; beide zeigen den Mittelwert. Beurer und Veroval rechnen außerdem den Mittelwert für morgens und abends über sieben Tage, boso den aller gespeicherten Werte, Medisana den der letzten drei.
Das ist bequemer, als es klingt. Wer zweimal von Hand misst, vergisst gern die Pause oder notiert nur den schöneren Wert. Wie man die Werte über eine Woche richtig zusammenrechnet, beschreibt die Hochdruckliga in ihrer Faltkarte; ein Gerät, das es selbst tut, nimmt diese Arbeit ab, ersetzt aber nicht den Blick auf die einzelnen Werte.
App und Bluetooth: wohin die Werte gehen
Zwei der fünf funken. Das OMRON X4 schickt die Werte per Bluetooth an die App OMRON connect, die OMRON als einzige empfohlene App nennt. Das Veroval duo control mit Bluetooth spricht mit der App Veroval medi.connect, die HARTMANN ausdrücklich als „no medical device“ bezeichnet. Das Beurer BM 27 hat kein Bluetooth; seine App liest die Werte mit der Kamera vom Display ab. Wer Blutdruck und Schritte in einer App zusammenführen will, findet in der Übersicht zu Fitness-Trackern, welche Systeme sich verbinden.
Die Hochdruckliga weist darauf hin, dass Apps die Daten oft auf Servern des Herstellers speichern. Wer das nicht möchte, nimmt ein Gerät ohne Funk und schreibt die Werte auf. Wie man ein Gerät mit dem Telefon verbindet und was dabei typischerweise schiefgeht, beschreibt die Seite Smartwatch mit dem iPhone verbinden am Beispiel der Uhr; die Schritte sind bei Blutdruckgeräten ähnlich.
Batterie oder Netzteil: wie lange die Geräte laufen
Alle fünf laufen mit vier AA-Batterien. Wie viele Messungen eine Füllung schafft, unterscheidet sich um mehr als das Dreifache: Veroval nennt rund 950, OMRON rund 900, Beurer und boso rund 700, Medisana 300. Wer zweimal täglich zwei Messungen macht, kommt beim Medisana etwa zweieinhalb Monate aus, beim Veroval mehr als sieben. Das ist eine eigene Rechnung aus den Herstellerangaben.
Die Werte als Liste
- Veroval duo control: ca. 950 Messungen
- OMRON X4 Connect AFib: ca. 900 Messungen
- Beurer BM 27: ca. 700 Messungen
- boso medicus X: ca. 700 Messungen
- Medisana BU 510: ca. 300 Messungen
Ein Netzteil sehen drei Hersteller als Zubehör vor, OMRON, boso und HARTMANN. Das Medisana lässt sich in der aktuellen Fassung über USB-C betreiben, ein Netzteil liegt aber nicht bei. Beim Beurer BM 27 ist kein Netzbetrieb vorgesehen, und wiederaufladbare Batterien schließt die Anleitung aus.
Ein Gerät für zwei: Speicher und Benutzer
Wenn zwei Personen im Haushalt messen, braucht jede ihren eigenen Speicher, sonst vermischen sich die Werte. Das Beurer BM 27 hat vier Benutzer mit je 30 Plätzen, OMRON und Medisana zwei, Veroval zwei mit je 100 und dazu einen Gastmodus, der nichts speichert. Das boso medicus X hat einen Benutzer mit 30 Plätzen.
Wichtig ist bei zwei Benutzern die Manschette. Die Hochdruckliga erinnert daran, dass sie für alle passen muss, die das Gerät nutzen. Ein Paar mit sehr unterschiedlichen Oberarmen ist mit einem Gerät mit breitem Manschettenbereich besser bedient als mit einem, für das die zweite Person eine eigene Manschette kaufen muss.
Muss ein Blutdruckmessgerät für zu Hause geeicht werden?
Nein. Geeicht werden Blutdruckmessgeräte seit 1998 überhaupt nicht mehr; an die Stelle der Eichung trat die messtechnische Kontrolle. Sie ist in der Medizinprodukte-Betreiberverordnung von 2025 geregelt, Paragraf 15 und Anlage 2: alle zwei Jahre, aber für Betreiber wie Arztpraxen und Kliniken. Geräte, die man für persönliche Zwecke selbst kauft und benutzt, nimmt die Verordnung in Paragraf 1 ausdrücklich aus.
Die Anleitungen sehen das unterschiedlich. boso schreibt, die Kontrolle sei spätestens alle zwei Jahre durchzuführen, und liefert eine Prüfanweisung. OMRON empfiehlt sie „im Allgemeinen“ alle zwei Jahre, HARTMANN nur für professionell genutzte Geräte, Beurer verweist auf das nationale Recht, Medisana schweigt. Eine Pflicht für das Gerät im Wohnzimmer folgt daraus nicht, ein Hinweis auf die Lebensdauer schon: Die ESC-Leitlinie schreibt, Geräte älter als vier Jahre könnten ungenau sein.
Einfacher als jede Kontrolle ist der Vergleich beim Arzt oder in der Apotheke; was Kontrolle, Eichung und Validierung unterscheidet, erklärt die Seite Genauigkeit prüfen. Die Hochdruckliga beschreibt ihn: dreimal am selben Arm, abwechselnd mit der manuellen Messung, innerhalb von 60 Sekunden; die Abweichung sollte im Mittel nicht mehr als 10 mmHg betragen.
Zahlt die Krankenkasse ein Oberarmgerät?
Manchmal. Blutdruckmessgeräte stehen im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen, Produktgruppe 21, Untergruppe 21.28.01. Am 29.10.2026 sind dort 105 Geräte gelistet, davon 74 vollautomatische Oberarmgeräte. Das Veroval duo control medium trägt eine eigene Hilfsmittelnummer, 21.28.01.2146, laut HARTMANN-Preisliste. Wie das Verzeichnis bei einem anderen Gerät für zu Hause greift, zeigt die Seite Lichttherapie und Krankenkasse.
Die Voraussetzung ist eng gefasst. Indiziert sei die häusliche Messung bei hohem Blutdruck, wenn dauerhaft eine engmaschige Überwachung nötig ist, schreibt das Verzeichnis, und es nennt die Messung am Oberarm als bevorzugt. Ob die Kasse zahlt, entscheidet sie im Einzelfall auf ärztliche Verordnung. Wie Krankenkassen mit Zuschüssen für Wearables umgehen, zeigt die Auszählung auf der Seite Smartwatch-Zuschuss der Krankenkasse für einen verwandten Fall.
Linker oder rechter Oberarm?
Bei der ersten Messung an beiden Armen messen und danach an dem mit den höheren Werten bleiben. So steht es bei der Hochdruckliga, und Beurer und boso schreiben es ebenso in ihre Anleitungen. Medisana nennt „normalerweise links“, HARTMANN den linken Oberarm, auf Dauer aber den Arm mit den höheren Werten. OMRON sagt nur, immer denselben Arm zu nehmen und bei deutlichen Unterschieden den Arzt zu fragen.
Wie groß ein Unterschied sein darf, beantworten die Quellen nicht einheitlich. Die Herzstiftung hält bis zu 20 mmHg für normal, die ESC-Leitlinie empfiehlt in der Praxis schon ab mehr als 10 mmHg, am Arm mit dem höheren Wert weiterzumessen. Wer regelmäßig große Unterschiede sieht, bespricht sie mit dem Arzt.
Für Senioren: Display, Bedienung, Sitzkontrolle
Für ältere Menschen zählen weniger die Funktionen als die Fehlertoleranz. Eine Sitzkontrolle, die meldet, wenn die Manschette zu locker sitzt, haben vier der fünf; nur das boso medicus X nicht. Eine Bewegungswarnung haben OMRON, Veroval und Medisana. Beides fängt die häufigsten Fehler ab, bevor ein falscher Wert im Speicher landet.
Für hochgradig Sehbehinderte nennt das Hilfsmittelverzeichnis Geräte mit Sprachausgabe; keiner der fünf Hersteller nennt eine. Wer zusätzlich eine Uhr mit Notruf sucht, findet sie auf der Seite Smartwatch für Senioren; für den Blutdruck bleibt das Manschettengerät die Grundlage.
Garantie und Service: was nach dem Kauf zählt
OMRON, Beurer und HARTMANN geben fünf Jahre Garantie, boso und Medisana drei. Bei allen sind Verschleißteile ausgenommen, bei OMRON gilt für Manschette und Schlauch ein Jahr. Eine Service-Hotline mit Zeiten nennt nur HARTMANN, und das mit einem Informationsstand von 2019. boso hat eine eigene Durchwahl für Blutdruckmessgeräte, OMRON eine Telefonzentrale, Beurer nur noch ein Kontaktformular.
Die Manschette ist das Teil, das zuerst ausfällt. OMRON gibt für sie eine Lebensdauer von fünf Jahren oder 10.000 Anwendungen an, boso zwei Jahre, Medisana 1.000 Messzyklen. Ersatzmanschetten mit Artikelnummer nennen alle fünf Hersteller; wer beim Kauf schon an den Ersatz denkt, merkt sich die Nummer.
Wer mit diesen Geräten nicht gut bedient ist
Wer einen Oberarm über 42 Zentimeter hat, kommt nur mit dem boso und dessen XL-Manschette zurecht, und auch das nur bis 48 Zentimeter. Wer sehr dünne Arme hat oder für ein Kind misst, findet unter den fünf keine passende Manschette; die Hochdruckliga nennt für Kinder eigene Zubehörmanschetten ab 17 Zentimetern anderer Modelle.
Wer ohne Manschette messen will, etwa mit einer Uhr, ist hier falsch, und zwar nach dem Urteil der Fachgesellschaften: Die ESC-Leitlinie empfiehlt keine der manschettenlosen Methoden für die Routine. Und wer Blutdruck und Bewegung zusammen auswerten möchte, ist mit einem Gerät aus der Seite Smartwatch oder Fitness-Tracker für die Bewegung und einem Manschettengerät für den Blutdruck besser bedient als mit einem Gerät für beides.
Das stärkste Argument gegen die Empfehlung
Das Siegel des OMRON X4 ist eines nach dem alten Protokoll, und es ist ein „ÄP“: Das Gerät wurde nicht selbst geprüft, sondern als baugleich mit einem geprüften Modell anerkannt. Die neue Prüfung mit Alltagstest an 20 Personen hat es nicht durchlaufen, genauso wenig wie die anderen vier. Wer ausschließlich auf die strengste derzeit vergebene Prüfung setzen will, müsste das einzige Gerät nehmen, das sie bestanden hat, und das steht nicht auf dieser Seite.
Dazu kommt die App. Der Vorteil der Dreifachmessung lässt sich auch ohne Bluetooth nutzen, die Vorhofflimmer-Funktion ebenfalls. Wer keine Daten an einen Hersteller schicken will, zahlt beim X4 also für eine Funktion, die er abschaltet. Das Beurer BM 27 hat dasselbe Siegel, dieselbe Manschette und dieselbe Garantie, ohne Funk.
Für die Empfehlung spricht trotzdem, was in der Hand liegt: Sitzkontrolle, Bewegungswarnung, Dreifachmessung und der Hinweis auf ein mögliches Vorhofflimmern, den die Hochdruckliga ausdrücklich empfiehlt. Wer davon nichts braucht, ist mit dem Beurer genauso gut versorgt. Wer statt eines Manschettengeräts an eine Uhr denkt, findet in der Übersicht zu Smartwatches, was Uhren heute messen und was nicht.

