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Inhalieren mit Kochsalzlösung: was in den Vernebler darf

Datenbasiert · kein Hands-on-Test

Inhalieren mit Kochsalzlösung: was 16 Gebrauchsanweisungen zu Ampulle, selbst gemischter Lösung, Wasser, Emser Sole und ätherischen Ölen sagen.

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Aktualisiert 05.11.2026
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Autor & Redaktion
Clara Busch
Verantwortliche Redaktion
Clara Busch

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Stand des Artikels
Veröffentlicht
05.11.2026
Aktualisiert
05.11.2026

Änderungen, Quellenlage und redaktionelle Hinweise werden gesammelt unterhalb des Artikels dokumentiert.

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Soweit im Beitrag nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, handelt es sich um eine redaktionelle Einordnung und nicht automatisch um einen eigenen Praxistest jedes Produkts.

Stand 05.11.2026. Grundlage sind sechzehn Gebrauchsanweisungen von PARI, Beurer, aponorm, Medisana und Microlife, gelesen in den Kapiteln Zweckbestimmung, Sicherheitshinweise und Befüllen, dazu die Fachinformation eines Salz-Inhalats, die Gebrauchsinformation einer hypertonen Lösung, ein Fachartikel für Apothekenpersonal und eine Hygieneleitlinie. Gemessen oder ausprobiert wurde nichts. Diese Seite empfiehlt keine Lösung, keine Dosis und keine Behandlung: Was Sie inhalieren, wie viel und wie oft, entscheiden Ärztin, Arzt oder Apotheke.

„Isotonisch“, „isoosmotisch“, „physiologisch“: drei Wörter für eine Salzlösung und was rechtlich dahintersteht

Beurer schreibt „isotonische Kochsalzlösung“. Microlife schreibt „0,9%-ige Kochsalzlösung“. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats nennt ihre Lösung „isoosmotisch“. Im Alltag heißt dieselbe Ampulle oft „physiologische Kochsalzlösung“. Das klingt nach Synonymen, ist es aber nur zum Teil, und wer nach „Inhalieren mit Kochsalzlösung“ sucht, stößt auf alle vier Wörter, ohne dass irgendwo steht, was sie unterscheidet.

Isoton heißt: Die Lösung übt auf Zellen denselben osmotischen Druck aus wie Blut und Gewebeflüssigkeit. Die Schleimhaut gibt dann kein Wasser ab und nimmt keines auf. Bei reinem Kochsalz in Wasser liegt dieser Punkt bei 0,9 Prozent, also 0,9 Gramm Natriumchlorid in 100 Millilitern. Isoosmotisch beschreibt dasselbe über eine Messgröße, die Osmolarität: Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats gibt für ihre Lösung 270 bis 310 Milliosmol je Liter an. Hyperton ist alles darüber, hypoton alles darunter, bis hinunter zu reinem Wasser.

Und physiologisch? Das Fachmagazin PTAheute rät Apothekenpersonal, das Wort zu meiden. Die Begründung: Eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung trifft zwar die Osmolarität des Körpers, nicht aber seine Zusammensetzung. Natrium und Chlorid stehen darin in anderen Mengen als im Blut, Kalium, Calcium und Hydrogencarbonat fehlen. In keiner der sechzehn Gebrauchsanweisungen, die dieser Seite zugrunde liegen, kommt das Wort „physiologisch“ vor. Auch „hyperton“ steht in keiner.

Begriffe rund um Salzlösungen zum Inhalieren, gegenübergestellt
BegriffBedeutungWo er stehtWas er nicht sagt
isotonisch, isotongleicher osmotischer Druck wie Körperflüssigkeit; bei Kochsalz 0,9 %sieben Beurer-Anleitungen, PARI BOY free (nur Reinigungshilfe)ob die Lösung steril und zur Inhalation bestimmt ist
isoosmotischgleiche Osmolarität, als Zahl angegebenFachinformation Emser Sole Inhalat: 270–310 mosmol/lwelche Salze gelöst sind
0,9 % NaClMengenangabe: 0,9 g Natriumchlorid je 100 mlMicrolife NEB 800, aponorm (Messmedium), PARI BOY free (Messmedium)woher Wasser und Salz stammen
physiologischumgangssprachlich für isotonin keiner der 16 AnleitungenIonen-Zusammensetzung ist nicht die des Körpers (PTAheute)
hypertonhöher konzentriert als 0,9 %, zieht Wasser anGebrauchsinformation MucoClear 6 %; in keiner der 16 Anleitungenwer es anwenden darf
hypotonniedriger konzentriert, Grenzfall reines Wasserin keiner der 16 Anleitungen als Wortob das Gerät Wasser verträgt (dazu widersprechen sich die Anleitungen)

Rechtlich steckt hinter einer Ampulle mehr, als das Etikett „isoton“ verrät. Emser Sole Inhalat ist ein zugelassenes, apothekenpflichtiges Arzneimittel mit Zulassungsnummer. Die hypertone Lösung MucoClear 6 % von PARI ist dagegen ein Medizinprodukt nach der Richtlinie 93/42/EWG, gekennzeichnet mit CE und der Nummer 0123. Beide werden mit demselben Gerät vernebelt, unterliegen aber verschiedenen Regeln. Was das für den Kauf bedeutet, steht weiter unten. Diese Seite prüft die verbreiteten Annahmen zum Inhalieren mit Kochsalzlösung einzeln: Was sagen die Anleitungen, was die Fachinformation, und wo hält eine Behauptung nicht.

Inhalator: was rein tun? Was sechzehn Gebrauchsanweisungen zulassen

„Inhalator was rein tun“ und „Inhaliergerät was kommt da rein“ gehören zu den häufigsten Suchanfragen rund um das Gerät. Die einfachste Antwort wäre: Kochsalzlösung. Die Gebrauchsanweisungen geben diese Antwort aber nicht einheitlich. Für diese Seite wurden die Anleitungen der sechzehn Geräte gelesen, die auch den Vergleichen der Kompressor-Inhalatoren und der Mesh-Vernebler zugrunde liegen, dazu die Kinder-Geräte und ein weiteres PARI-Modell.

Was in den Vernebler darf: Wortlaut und Sinn der sechzehn Gebrauchsanweisungen, Stand 05.11.2026
GerätWas als Füllung genannt istKochsalzlösungWasser als FüllungÄtherische Öle
PARI BOY Classicnur für die Verneblertherapie zugelassene Lösungen und Suspensionennicht genanntnur Trinkwasser zum Ausspülen zwischen zwei Lösungennicht erwähnt
PARI BOY Juniorwie BOY Classicnicht genanntwie BOY Classicnicht erwähnt
PARI COMPACT2wie BOY Classicnicht genanntwie BOY Classicnicht erwähnt
PARI BOY freenur für die Inhalationstherapie zugelassene Medikamentenur als Messmedium und in der Membranreinigungshilfedestilliertes Wasser nur in der Membranreinigungshilfenicht erwähnt
Beurer IH 18isotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, auch zum Auffüllen auf mind. 4 mldestilliertes Wasser neben Medikamenten erlaubtausgeschlossen, Warnung vor Bronchospasmus
Beurer IH 26isotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, auch zum Auffüllen auf mind. 4 mldestilliertes Wasser neben Medikamenten erlaubtausgeschlossen, Warnung vor Bronchospasmus
Beurer IH 26 Kidsisotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, auch zum Auffüllen auf mind. 4 mldestilliertes Wasser neben Medikamenten erlaubtausgeschlossen, Warnung vor Bronchospasmus
Beurer IH 24 Kidsisotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, auch zum Auffüllen auf mind. 4 mldestilliertes Wasser neben Medikamenten erlaubtausgeschlossen, Warnung vor Bronchospasmus
Beurer IH 58 Kidsisotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, auch zum Auffüllen auf mind. 2 mldestilliertes Wasser neben Medikamenten erlaubtausgeschlossen, Warnung vor Bronchospasmus
Beurer IH 49isotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, Auffüllen unter 0,5 mlnicht als Füllung genanntausgeschlossen, greift den Behälter an
Beurer IH 57isotonische Kochsalzlösung oder Medikamentja, Auffüllen unter 0,5 mlnicht als Füllung genanntausgeschlossen, greift den Behälter an
aponorm Compact PLUSvom ärztlichen Fachpersonal verschriebene Inhalationslösungnur als Messmedium (NaCl 0,9 %)nicht genanntKontraindikation, mit Kräutern, Säften, Fetten, Estern
aponorm Compact KIDSnur das vom Arzt verordnete Arzneimittelnur als Messmedium (NaCl 0,9 %)nicht genanntnicht erwähnt
Medisana IN 550für die Inhalation geeignete Medikamente in flüssiger Formnicht genanntkein reines Wasser zur Verneblungnicht erwähnt
Medisana IN 700für die Inhalation geeignete Medikamente in flüssiger Formnur als Bezugsgröße („normale Kochsalzlösung“)Probelauf mit Leitungswasser erlaubtnicht erwähnt
Microlife NEB 800auf 0,9-prozentiger Kochsalzlösung basierend oder verschriebenjakein Leitungswasser, kein abgekochtes Wassernicht beim Namen; Ester, Fette, Kräutersaft verboten

Das Ergebnis des Abgleichs: Nur acht der sechzehn Anleitungen nennen Kochsalzlösung überhaupt als Füllung, die sieben von Beurer und die von Microlife. Ein Rezept für selbst gemischte Lösung enthält keine. Ätherische Öle schließen acht ausdrücklich aus, alle sieben Beurer-Geräte und der aponorm Compact PLUS; die übrigen acht erwähnen sie nicht. Beim Wasser widersprechen sich die Hersteller: Fünf Beurer-Kompressorgeräte lassen neben Medikamenten destilliertes Wasser zu, Medisana verbietet beim IN 550 reines Wasser zur Verneblung und erlaubt beim IN 700 einen Probelauf mit Leitungswasser, Microlife verbietet Leitungs- und abgekochtes Wasser.

Der Assistent unten fasst das je Gerätefamilie zusammen. Er ersetzt nicht die Anleitung Ihres eigenen Geräts, schon gar nicht die Gebrauchsinformation des Mittels, das Sie inhalieren sollen. Er zeigt aber, wie unterschiedlich dieselbe Frage beantwortet wird.

Darf das in meinen Vernebler? Was die Anleitung sagt

Wählen Sie die Gerätefamilie und die Flüssigkeit. Das Ergebnis gibt wieder, was die Gebrauchsanweisung dazu schreibt oder dass sie schweigt.

1. Welches Gerät haben Sie?
2. Was möchten Sie einfüllen?

Ergebnis

Ausdrücklich genannt

Beurer: „Füllen Sie eine isotonische Kochsalzlösung oder das Medikament direkt in den Medikamentenbehälter.“ Höchstens 8 ml, beim IH 58 Kids 6 ml.

Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
  1. Wenn Gerät: Beurer IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids, IH 58 Kids und Flüssigkeit: Ätherisches Öl oder Erkältungsbad, dann Ausdrücklich ausgeschlossen. Beurer nennt ätherische Heilpflanzenöle, Hustensäfte, Gurgellösungen und Tropfen für Dampfbäder „grundsätzlich ungeeignet“ und warnt vor einem Bronchospasmus bei überempfindlichen Bronchien.
  2. Wenn Gerät: Beurer IH 49 oder IH 57 und Flüssigkeit: Ätherisches Öl oder Erkältungsbad, dann Ausdrücklich ausgeschlossen. IH 49 und IH 57 schließen ätherische Öle aus gesundheitlichen Gründen aus und warnen zusätzlich, ölhaltige Mittel griffen das Material des Medikamentenbehälters an.
  3. Wenn Gerät: aponorm Compact PLUS und Flüssigkeit: Ätherisches Öl oder Erkältungsbad, dann Kontraindikation. aponorm führt ätherische Heilpflanzenöle, Kräuter, Säfte, Fette, Ester und Öle für Dampfbäder als Kontraindikation und warnt vor einem Bronchospasmus.
  4. Wenn Gerät: Microlife NEB 800 und Flüssigkeit: Ätherisches Öl oder Erkältungsbad, dann Nicht beim Namen, aber ausgeschlossen. Microlife verbietet Lösungen mit Estern, Fetten, Schwebstoffteilchen und Saft aus Kräutern. Ein Öl fällt darunter, auch wenn das Wort „ätherisch“ fehlt.
  5. Wenn Flüssigkeit: Ätherisches Öl oder Erkältungsbad, dann Die Anleitung schweigt. Ätherische Öle sind hier nicht erwähnt. Die Anleitung lässt nur zugelassene, verordnete oder zur Inhalation geeignete Mittel zu. Ein Öl kommt nur in Frage, wenn dessen eigene Gebrauchsinformation die Verneblung ausdrücklich vorsieht; fragen Sie Arzt oder Apotheke.
  6. Wenn Gerät: Microlife NEB 800 und Flüssigkeit: Selbst gemischte Salzlösung, dann Kein Rezept, aber Vorgaben. Microlife setzt eine Vorbereitung voraus: Der Behälter dafür muss sterilisiert sein, Leitungs- und abgekochtes Wasser sind verboten. Ein Mischungsverhältnis nennt die Anleitung nicht.
  7. Wenn Flüssigkeit: Selbst gemischte Salzlösung, dann Keine Anleitung beschreibt das. Keine der sechzehn Anleitungen enthält ein Rezept. PARI lässt nur zugelassene Lösungen zu; laut PTAheute verbieten mehrere Hersteller selbst hergestellte Lösungen. Fertige Ampullen sind steril, ein Küchenansatz ist es nicht. Zur Hygiene des Verneblers
  8. Wenn Gerät: Beurer IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids, IH 58 Kids und Flüssigkeit: Destilliertes Wasser, dann Erlaubt. Beurer: „Verwenden Sie neben den Medikamenten nur destilliertes Wasser bzw. eine Kochsalzlösung.“ Andere Flüssigkeiten könnten das Gerät beschädigen.
  9. Wenn Gerät: Medisana IN 550 und Flüssigkeit: Destilliertes Wasser, dann Ausgeschlossen. Medisana: „Benutzen Sie kein reines Wasser für die Verneblung.“
  10. Wenn Gerät: Medisana IN 700 und Flüssigkeit: Destilliertes Wasser, dann Nur zum Betrieb vor dem Laden. Medisana lässt das IN 700 vor dem Laden einige Minuten mit destilliertem Wasser laufen, damit sich der Akku entlädt. Zur Inhalation nennt die Anleitung flüssige Medikamente.
  11. Wenn Gerät: PARI BOY free und Flüssigkeit: Destilliertes Wasser, dann Nur in der Reinigungshilfe. PARI nennt destilliertes Wasser beim BOY free nur für die Membranreinigungshilfe, nicht als Inhalationsflüssigkeit.
  12. Wenn Flüssigkeit: Destilliertes Wasser, dann Nicht als Füllung genannt. Die Anleitung erwähnt destilliertes Wasser nicht als Inhalationsflüssigkeit. Sie lässt nur zugelassene, verordnete oder zur Inhalation geeignete Mittel zu.
  13. Wenn Gerät: Microlife NEB 800 und Flüssigkeit: Leitungswasser, auch abgekocht, dann Ausdrücklich verboten. Microlife: „Verwenden Sie kein Leitungswasser oder abgekochtes Wasser.“
  14. Wenn Gerät: Medisana IN 550 und Flüssigkeit: Leitungswasser, auch abgekocht, dann Ausgeschlossen. Medisana verbietet reines Wasser zur Verneblung, also auch Leitungswasser.
  15. Wenn Gerät: Medisana IN 700 und Flüssigkeit: Leitungswasser, auch abgekocht, dann Nur als Probelauf. Vor der ersten Anwendung erlaubt Medisana einen kurzen Probelauf mit Leitungswasser. Inhaliert wird die vom Arzt angewiesene Lösung.
  16. Wenn Gerät: Beurer IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids, IH 58 Kids und Flüssigkeit: Leitungswasser, auch abgekocht, dann Nicht vorgesehen. Beurer erlaubt neben Medikamenten nur destilliertes Wasser oder Kochsalzlösung und warnt, andere Flüssigkeiten könnten einen Defekt verursachen.
  17. Wenn Flüssigkeit: Leitungswasser, auch abgekocht, dann Nicht als Füllung genannt. Die Anleitung nennt Leitungswasser nur zum Reinigen oder Ausspülen, nicht zum Inhalieren.
  18. Wenn Flüssigkeit: Hypertone Salzlösung (3 oder 6 Prozent), dann In keiner der 16 Anleitungen. Hypertone Lösungen erwähnt keine Gebrauchsanweisung. Die Gebrauchsinformation von MucoClear 6 % nennt Düsen-, Ultraschall- und Membranvernebler und verlangt bei überempfindlichen Bronchien vorher ärztlichen oder pharmazeutischen Rat. Die Anwendung gehört in ärztliche Hand.
  19. Wenn Gerät: Beurer IH 49 oder IH 57 und Flüssigkeit: Emser Sole Inhalat, dann Gerätetyp nicht genannt. Die Fachinformation nennt Pressluft- und Ultraschallgeräte, keine Mesh-Vernebler. Beurer lässt Medikamente nach Anweisung des Arztes zu. Klären Sie das mit der Apotheke.
  20. Wenn Gerät: PARI BOY free und Flüssigkeit: Emser Sole Inhalat, dann Gerätetyp nicht genannt. Die Fachinformation nennt Pressluft- und Ultraschallgeräte, keine Mesh-Vernebler. PARI lässt nur zur Inhalation zugelassene Medikamente zu. Klären Sie das mit der Apotheke.
  21. Wenn Gerät: Medisana IN 700 und Flüssigkeit: Emser Sole Inhalat, dann Gerätetyp nicht genannt. Die Fachinformation nennt Pressluft- und Ultraschallgeräte, keine Mesh-Vernebler. Medisana verlangt vom Arzt oder Apotheker verordnete oder empfohlene Mittel.
  22. Wenn Gerät: Microlife NEB 800 und Flüssigkeit: Emser Sole Inhalat, dann Nur, wenn verschrieben. Microlife verlangt eine Lösung auf Basis von 0,9-prozentiger Kochsalzlösung oder eine ärztliche Verschreibung. Emser Sole ist eine andere Salzmischung, und Mesh-Geräte nennt die Fachinformation nicht.
  23. Wenn Flüssigkeit: Emser Sole Inhalat, dann Passt zur Fachinformation. Die Fachinformation sieht Pressluft- und Ultraschallvernebler vor, Ihr Gerät ist ein Druckluftgerät. Die Anleitung lässt zugelassene, verordnete oder empfohlene Mittel zu; Emser Sole Inhalat ist ein zugelassenes Arzneimittel.
  24. Wenn Gerät: Beurer IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids, IH 58 Kids und Flüssigkeit: Isotonische Kochsalzlösung zur Inhalation (Ampulle), dann Ausdrücklich genannt. Beurer: „Füllen Sie eine isotonische Kochsalzlösung oder das Medikament direkt in den Medikamentenbehälter.“ Höchstens 8 ml, beim IH 58 Kids 6 ml.
  25. Wenn Gerät: Beurer IH 49 oder IH 57 und Flüssigkeit: Isotonische Kochsalzlösung zur Inhalation (Ampulle), dann Ausdrücklich genannt. IH 49 und IH 57 nennen isotonische Kochsalzlösung als Füllung und Natriumchloridlösung als Beispiel für eine verträgliche Flüssigkeit.
  26. Wenn Gerät: Microlife NEB 800 und Flüssigkeit: Isotonische Kochsalzlösung zur Inhalation (Ampulle), dann Ausdrücklich genannt. Microlife: Die Inhalationsflüssigkeit soll auf 0,9-prozentiger Kochsalzlösung basieren oder ärztlich verschrieben sein.
  27. Wenn Flüssigkeit: Isotonische Kochsalzlösung zur Inhalation (Ampulle), dann Nicht genannt, aber im Rahmen. Kochsalzlösung steht hier nicht als Füllung. Die Anleitung lässt zugelassene, verordnete oder zur Inhalation geeignete Lösungen zu. Eine Ampulle, die ausdrücklich zur Inhalation bestimmt ist, fällt darunter; eine Infusions- oder Spüllösung nicht ohne Weiteres.
  28. In jedem anderen Fall: Nicht hinterlegt. Für diese Kombination steht hier nichts. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Geräts und die Gebrauchsinformation des Mittels.

Gebrauchsanweisungen PARI BOY Classic, BOY Junior, COMPACT2, BOY free; Beurer IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids, IH 58 Kids, IH 49, IH 57; aponorm Compact PLUS und KIDS; Medisana IN 550 und IN 700; Microlife NEB 800; Fachinformation Emser Sole Inhalat (09/2020); Gebrauchsinformation MucoClear 6 % (2018); PTAheute (2021). Stand 05.11.2026.

„Kochsalzlösung gehört in jeden Vernebler“ – nur acht Anleitungen sagen das

Die verbreitetste Annahme hält am wenigsten. Beurer schreibt in allen sieben Anleitungen beim Befüllen dasselbe: isotonische Kochsalzlösung oder das Medikament. Microlife geht beim NEB 800 einen Schritt weiter und legt fest, die Inhalationsflüssigkeit solle auf 0,9-prozentiger Kochsalzlösung basieren oder ärztlich verschrieben sein. Bei diesen acht Geräten ist Kochsalzlösung also die Standardfüllung, von der aus gedacht wird.

Bei den anderen acht taucht sie als Füllung nicht auf. PARI verlangt in den Anleitungen für BOY Classic, BOY Junior und COMPACT2 nur „für die Verneblertherapie zugelassene Lösungen und Suspensionen“ und verweist auf die Gebrauchsinformation der Inhalationslösung. Beim BOY free sind es „für die Inhalationstherapie zugelassene Medikamente“. aponorm lässt Inhalationslösungen zu, die ärztliches Fachpersonal verschrieben hat, Medisana flüssige Medikamente, die für die Inhalation geeignet sind und von Arzt oder Apotheke verordnet oder empfohlen wurden.

Kochsalz steht in diesen Unterlagen trotzdem, nur an anderer Stelle: als Messmedium. aponorm gibt die Verneblungsmenge seiner Compact-Geräte mit „NaCl 0,9 %“ an, PARI misst die Aerosolwerte des BOY free mit „0,9 % NaCl (2,5 ml)“. Medisana erklärt beim IN 700 die Abschaltverzögerung mit „normaler Kochsalzlösung“, andere Flüssigkeiten könnten abweichen. Die Hersteller rechnen also mit Kochsalzlösung, schreiben sie aber nicht als Füllung vor. Welche Messgrundlage hinter den Aerosolwerten steht, zeigt der Vergleich nach Teilchengröße und Messnorm.

Daraus folgt nicht, dass Kochsalzlösung in einem PARI- oder Medisana-Gerät verboten wäre. Eine Ampulle, die als Inhalationslösung zugelassen oder in Verkehr gebracht ist, fällt unter die Formulierungen dieser Hersteller. Es folgt aber, dass die Frage „Darf ich Kochsalzlösung nehmen?“ bei der Hälfte der Geräte nicht in der Anleitung beantwortet wird, sondern im Beipackzettel der Ampulle oder bei Arzt und Apotheke.

Ampulle, Arzneimittel, Medizinprodukt: was beim Kauf auf der Packung steht

In der Apotheke stehen Inhalationslösungen mit Salz nebeneinander, die rechtlich verschieden sind. Emser Sole Inhalat ist ein Arzneimittel: Die Fachinformation nennt eine Zulassungsnummer, einen Inhaber der Zulassung und die Verkaufsabgrenzung „apothekenpflichtig“. Es hat Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und einen Abschnitt zu Nebenwirkungen, wie ein Medikament. MucoClear 6 % von PARI dagegen trägt die Erklärung, es erfülle die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie 93/42/EWG über Medizinprodukte, dazu das CE-Zeichen mit Kennnummer 0123.

Für die Anwendung zu Hause ist der Unterschied weniger wichtig als für die Information: Ein Arzneimittel hat eine Fachinformation mit festen Abschnitten, ein Medizinprodukt eine Gebrauchsinformation, die der Hersteller selbst gestaltet. Wer wissen will, ob eine Lösung zu seinem Gerät passt, findet die Antwort in beiden Fällen auf dem Beipackzettel, nicht auf der Vorderseite. Isotonische Kochsalzlösung zur Inhalation gibt es laut PTAheute als ausdrücklich dafür bestimmte Fertigprodukte mehrerer Hersteller; die Fachzeitschrift nennt PARI, Pädia, Eifelfango, Wepa, IsoFree und Belair.

Auch die Krankenkasse unterscheidet. Laut PTAheute ist „NaCl-Lösung 0,9 Prozent“ auf dem Rezept grundsätzlich erstattungsfähig, als Trägerlösung dann, wenn die Fachinformation eines inhalierten Arzneimittels einen isotonischen Zusatz zwingend vorsieht. Emser Sole Inhalat übernimmt die Kasse demnach nur für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Wie das Gerät selbst auf Rezept kommt, ist ein eigenes Thema; beim Blutdruckmessgerät stellt sich die Frage nach der Kostenübernahme ganz ähnlich.

Eine Infusionslösung mit 0,9 Prozent Natriumchlorid ist dagegen für die Vene gemacht, nicht für den Vernebler. PTAheute weist darauf hin, dass nicht alle industriell hergestellten isotonischen Lösungen zur Inhalation bestimmt sind. Ob ein Produkt dafür vorgesehen ist, steht auf der Packung oder im Beipackzettel, im Zweifel weiß es die Apotheke.

„Kochsalzlösung kann man selber machen“ – was gegen das Küchenrezept spricht

„Vernebler Kochsalzlösung selber machen“ und „Inhaliergerät Lösung selber machen“ sind eigene Suchanfragen, und im Netz kursieren Rezepte. PTAheute hat sich eines davon vorgenommen: fünf Gramm Speise- oder Meersalz auf 500 Milliliter Wasser, etwa ein gehäufter Teelöffel. Das Ergebnis ist eine einprozentige Lösung und damit hyperton, nicht isoton. Für 0,9 Prozent wären es 4,5 Gramm, ein halbes Gramm weniger, und so genau misst ein Teelöffel nicht.

Die Konzentration ist nur ein Problem von dreien. Speisesalz enthält oft Zusätze: Jod, Fluorid, Trennmittel wie E 535. Meersalz hält PTAheute wegen möglicher Mikroplastik-Rückstände für ungeeignet. Und keimfrei wird ein Küchenansatz nicht, auch nicht durch Abkochen, denn manche Bakterien und Sporen überstehen 100 Grad. Fertige Inhalationslösungen werden dagegen steril hergestellt und mikrobiologisch geprüft.

In den Anleitungen findet sich kein Rezept. PARI lässt nur zugelassene Lösungen zu, und laut PTAheute verbieten mehrere Gerätehersteller, darunter PARI, selbst hergestellte Lösungen ausdrücklich. Die einzige Anleitung, die eine Vorbereitung überhaupt voraussetzt, ist die von Microlife: Der Behälter für die Vorbereitung der Inhalationsflüssigkeit müsse sterilisiert werden, Leitungs- und abgekochtes Wasser seien tabu. Ein Mischungsverhältnis steht auch dort nicht. Wie man einen Vernebler keimarm hält, beschreibt der Ratgeber Inhalator reinigen und desinfizieren; eine unsterile Lösung macht diese Mühe zunichte.

● hypoton◆2● hyperton02703107005 g auf 500 ml: rund 342: 342 mosmol/lSkala von 0 bis 700 mosmol/lEingeordnet: hyperton◆2 isoosmotisch: 270 bis 310
Das Haushaltsrezept: 5 g Salz auf 500 ml. Rechnerische Osmolarität einer Lösung aus 5 Gramm Kochsalz in 500 Millilitern, eingeordnet gegen den Bereich, den die Fachinformation Emser Sole Inhalat isoosmotisch nennt (270 bis 310 mosmol/l). Das Rezept landet bei rund 342 mosmol/l und damit im hypertonen Bereich. 5 g auf 500 ml: rund 342 liegt bei 342 mosmol/l und damit im Abschnitt hyperton.Rezept und Einordnung als hyperton: PTAheute, 11.03.2021. Bereich: Fachinformation Emser Sole Inhalat, Abschnitt 6.1, Stand 09/2020. Rechnung: 10 g/l geteilt durch 58,44 g/mol, mal 2 Ionen, ohne Korrektur für unvollständige Dissoziation.

Wie viel Salz sind 0,9 Prozent? Die Rechnung hinter dem Teelöffel

Prozent heißt hier Gramm je 100 Milliliter. 0,9 Prozent sind 9 Gramm Natriumchlorid in einem Liter. Ein Mol Kochsalz wiegt 58,44 Gramm, also enthält der Liter rund 154 Millimol. Weil jedes Kochsalzteilchen in Lösung in ein Natrium- und ein Chlorid-Ion zerfällt, ergibt das rechnerisch 308 Milliosmol je Liter. Das liegt knapp unter der Obergrenze des Bereichs von 270 bis 310, den die Fachinformation des Emser Sole Inhalats für ihre Lösung angibt.

Die Rechnung ist idealisiert. In echter Lösung wirken nicht alle Ionen voll osmotisch, gemessen kommt eine 0,9-prozentige Lösung deshalb etwas niedriger heraus. Für den Vergleich verschiedener Lösungen reicht die Rechnung aber, solange sie für alle gleich gemacht wird. Die Grafik zeigt, wo reines Wasser, die isotone Ampulle, das Haushaltsrezept und eine dreiprozentige hypertone Lösung liegen. Eine sechsprozentige Lösung käme rechnerisch auf rund 2.050 und passt nicht mehr auf die Achse.

isoosmotisch laut Fachinformation: 270 bis 310 mosmol/l2705001000Angaben in mosmol/l✗ Wasser 0✓ 0,9 % 308✗ 1 % 342✗ 3 % 1027
Salzlösungen und reines Wasser nach Osmolarität. Rechnerische Osmolarität von destilliertem Wasser, 0,9-prozentiger Kochsalzlösung, einem Haushaltsrezept mit 1 Prozent und einer 3-prozentigen hypertonen Lösung, verglichen mit dem isoosmotischen Bereich der Fachinformation Emser Sole Inhalat.
  • isoosmotisch laut Fachinformation: 270 bis 310 mosmol/l
  • Wasser: 0 mosmol/l — außerhalb des Korridors, destilliert, rechnerisch 0
  • 0,9 %: 308 mosmol/l — im Korridor, isotone Kochsalzlösung, rechnerisch
  • 1 %: 342 mosmol/l — außerhalb des Korridors, Haushaltsrezept 5 g auf 500 ml
  • 3 %: 1027 mosmol/l — außerhalb des Korridors, hypertone Kochsalzlösung, rechnerisch
Bereich 270 bis 310 mosmol/l: Fachinformation Emser Sole Inhalat, Stand 09/2020. Werte: eigene Rechnung mit 58,44 g/mol und zwei Ionen je Formeleinheit, ohne osmotischen Koeffizienten; 1 % nach dem Rezept bei PTAheute (2021).

Was die Zahlen nicht sagen: ob eine Lösung keimfrei ist, welche Begleitstoffe sie enthält und ob das Gerät sie verträgt. Dass eine Lösung im richtigen Bereich liegt, macht sie also noch nicht zu einer Inhalationslösung. Die Rechnung erklärt nur, warum „ein Teelöffel auf einen halben Liter“ zu viel ist und warum Ampullen mit genau 0,9 Prozent beschriftet sind.

„Abgekochtes Wasser ist keimfrei“ – Leitungswasser, destilliert und steril im Vergleich

Wer eine Lösung selbst ansetzen will, nimmt meist abgekochtes Leitungswasser und hält es für keimfrei. Microlife sieht das anders und verbietet beim NEB 800 ausdrücklich beides, Leitungswasser und abgekochtes Wasser. Die Begründung fehlt in der Anleitung, die internationale Hygieneleitlinie für Menschen mit Mukoviszidose liefert sie: Leitungswasser und destilliertes Wasser können Erreger enthalten, die diesen Patienten gefährlich werden. Destilliertes Wasser empfiehlt die Leitlinie nicht einmal zum Spülen von Atemtherapiegeräten, weil es schon bei der Herstellung mit Burkholderia-cepacia-Keimen belastet sein kann.

Als steriles Wasser für zu Hause beschreibt dieselbe Leitlinie Wasser, das fünf Minuten sprudelnd gekocht wurde, und sie rät, es direkt vor dem Gebrauch abzukochen. PTAheute ergänzt, dass manche Sporen 100 Grad überstehen. Für ein Gerät, das Flüssigkeit in feinsten Tröpfchen bis in die Bronchien trägt, ist das der Unterschied zwischen sauber und keimfrei.

Dieselbe Frage stellt sich bei anderen Geräten, die Wasser vernebeln. Welche Wasserqualität ein Luftbefeuchter braucht und warum Kalk und Keime dort eine Rolle spielen, steht im Ratgeber Welches Wasser in den Luftbefeuchter. Beim Inhalator geht das Aerosol nicht in den Raum, sondern direkt in die Atemwege; dort sind die Anleitungen entsprechend strenger.

Auch gefiltertes Wasser ist kein steriles Wasser. Ein Tischfilter oder eine Umkehrosmoseanlage verändert Kalk und gelöste Stoffe, macht das Wasser aber nicht keimfrei; im Gegenteil, stehendes Wasser in Filtern verkeimt, wenn Kartuschen nicht gewechselt werden. Die Mukoviszidose-Leitlinie verlangt deshalb für den letzten Spülgang nach kalter Desinfektion steriles oder durch einen 0,2-Mikrometer-Filter gefiltertes Wasser, nicht einen Haushaltsfilter.

Inhaliergerät nur mit Wasser? Drei Hersteller, drei Antworten

„Inhaliergerät nur mit Wasser“ und „Vernebler nur mit Wasser“ suchen Menschen, die etwas befeuchten wollen, ohne ein Mittel zu kaufen. Die Anleitungen antworten darauf so widersprüchlich wie auf keine andere Frage. Beurer erlaubt bei den fünf Kompressorgeräten IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 24 Kids und IH 58 Kids neben den Medikamenten „nur destilliertes Wasser bzw. eine Kochsalzlösung“ und warnt, andere Flüssigkeiten könnten das Gerät beschädigen. Destilliertes Wasser ist hier also ausdrücklich zugelassen.

Medisana schreibt in der Anleitung des IN 550 das Gegenteil: „Benutzen Sie kein reines Wasser für die Verneblung.“ Beim Mesh-Gerät IN 700 derselben Marke ist ein kurzer Probelauf mit Leitungswasser vor der ersten Anwendung ausdrücklich erlaubt, damit man sieht, ob das Gerät arbeitet; vor dem Laden soll es einige Minuten mit destilliertem Wasser laufen, um den Akku zu entladen. Inhaliert wird aber die vom Arzt angewiesene Lösung. Microlife verbietet Leitungs- und abgekochtes Wasser, destilliertes Wasser erwähnt die Anleitung nicht.

Die Begründungen in den Anleitungen sind technisch, nicht medizinisch: Beurer nennt mögliche Defekte, Medisana gibt keinen Grund an. Ob reines Wasser als Aerosol die Bronchien reizt, sagen die sechzehn Unterlagen nicht. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats beschreibt Bronchokonstriktionen nach Salzlösungen bei empfindlichen Atemwegen, zu reinem Wasser äußert sie sich nicht. Wer Asthma oder empfindliche Bronchien hat, sollte deshalb nichts vernebeln, was weder die Anleitung noch der Arzt vorsieht; mehr zum Umfeld solcher Patienten steht im Ratgeber Luftreiniger bei Asthma.

Für die Praxis bleibt: Wer ein Beurer-Kompressorgerät hat, darf destilliertes Wasser einfüllen. Wer ein Medisana IN 550 oder einen Microlife NEB 800 besitzt, darf es nicht, und bei den übrigen Geräten ist Wasser als Inhalationsflüssigkeit schlicht nicht vorgesehen.

Ätherische Öle im Inhalator: acht Verbote, acht Leerstellen

Die Suchanfragen zu „Inhalator ätherische Öle“ füllen im Vorrat dieser Seite mehr Zeilen als jede andere Füllung, von Eukalyptus bis zum japanischen Heilpflanzenöl. Die Anleitungen sind hier deutlicher als beim Wasser, aber nicht vollzählig. Alle sieben Beurer-Anleitungen enthalten denselben Satz: Ätherische Heilpflanzenöle, Hustensäfte, Lösungen zum Gurgeln, Tropfen zum Einreiben oder für Dampfbäder seien „grundsätzlich ungeeignet für die Inhalation mit Inhalatoren“. Beim IH 49 heißt es sogar, sie seien aus gesundheitlichen Gründen „völlig ungeeignet“.

Die Begründung ist zweifach. Medizinisch warnt Beurer, bei überempfindlichem Bronchialsystem könnten Medikamente mit ätherischen Ölen einen akuten Bronchospasmus auslösen, eine plötzliche krampfartige Verengung der Bronchien mit Atemnot. aponorm schreibt dieselbe Warnung in die Kontraindikationen des Compact PLUS und zählt dazu Kräuter, Säfte, Fette, fetthaltige Flüssigkeiten, Ester und Öle für Dampfbäder auf: Sie seien oft zähflüssig, ließen sich nicht zu einem Aerosol zerstäuben und könnten das Gerät beschädigen. Technisch ergänzen IH 49 und IH 57, ölhaltige Mittel griffen das Material des Medikamentenbehälters an.

Acht Anleitungen erwähnen ätherische Öle nicht: die vier von PARI, der aponorm Compact KIDS, beide Medisana-Geräte und der Microlife NEB 800. Microlife kommt dem Verbot nahe, indem es Lösungen mit Estern, Fetten, Schwebstoffteilchen und „Saft aus Kräutern“ ausschließt. Welche Einschränkungen die Mesh-Geräte darüber hinaus für zähe Lösungen und Suspensionen machen, steht im Vergleich der tragbaren Mesh-Vernebler.

Ätherische Öle gehören, wenn überhaupt, in die Dampfschale oder den Raumduft-Vernebler, nicht in ein medizinisches Inhaliergerät. Die Suchanfragen nach „Vernebler Duftöl“ und „Aroma Öl Vernebler“ meinen in der Regel solche Raumbeduftung, die mit einem Inhalator nichts zu tun hat. Wer beides verwechselt, riskiert bei empfindlichen Bronchien genau den Krampf, vor dem Beurer und aponorm warnen.

Wenn die Anleitung schweigt: was PARI, Medisana und aponorm stattdessen verlangen

Dass PARI, Medisana und aponorm KIDS ätherische Öle nicht erwähnen, ist keine Erlaubnis. Diese Hersteller formulieren positiv statt negativ: Sie zählen nicht auf, was verboten ist, sondern sagen, was zulässig ist. Bei PARI sind das „für die Verneblertherapie zugelassene Lösungen und Suspensionen“, und der Hersteller warnt, nicht zugelassene Lösungen könnten Aerosolwerte liefern, die von seinen Angaben abweichen. Medisana lässt „nur für die Inhalationstherapie geeignete Medikamente in flüssiger Form“ zu. aponorm schreibt beim Compact KIDS, das Gerät dürfe nur mit dem vom Arzt verordneten Arzneimittel verwendet werden.

Wer solch eine Positivliste liest, muss umgekehrt fragen: Ist das, was ich einfüllen will, zur Inhalation mit einem Vernebler zugelassen, verordnet oder empfohlen? Für ein Erkältungsbad oder ein Öl zum Einreiben lautet die Antwort nein, auch ohne ausdrückliches Verbot. Für eine isotonische Inhalationsampulle lautet sie ja, sofern die Ampulle als Inhalationslösung bezeichnet ist.

Alle sechzehn Anleitungen verweisen außerdem nach außen: PARI auf die Gebrauchsinformation der Inhalationslösung, aponorm auf das ärztliche Fachpersonal und beim KIDS auf die Gebrauchsinformation des Arzneimittels, Medisana auf die Begleitinformationen des Medikaments, Beurer und Microlife auf die Anweisung des Arztes. Die Gebrauchsanweisung des Geräts beantwortet also nur die Hälfte der Frage. Die andere Hälfte steht auf dem Beipackzettel der Lösung, und dort steht, ob sie für Düsen-, Ultraschall- oder Membranvernebler gedacht ist.

Welche Geräte es gibt und wie sie Aerosol erzeugen, zeigen der Vergleich der Druckluft-Inhalatoren für zu Hause und der Mesh-Vergleich. Für diese Seite reicht: Ein Druckluftgerät zerstäubt mit einer Düse, ein Mesh-Gerät presst die Lösung durch eine Lochmembran. Beide Bauarten können an zähen oder öligen Flüssigkeiten scheitern.

Emser Sole und Kochsalzlösung: ähnlich, aber nicht dasselbe

„Inhalator Emser“ und „Inhalator Emser Salz“ sind eigene Suchanfragen, und tatsächlich ist Emser Sole Inhalat keine Kochsalzlösung im engeren Sinn. Die Fachinformation nennt als Wirkstoff natürliches Emser Salz, 1,175 Gramm in 100 Millilitern. Das ist mehr Salz als in einer 0,9-prozentigen Kochsalzlösung, und trotzdem ist die Lösung isoosmotisch, weil das Emser Salz nicht nur aus Natriumchlorid besteht. Die Analysedaten der Fachinformation führen neben Natrium und Chlorid vor allem Hydrogencarbonat, dazu Kalium, Sulfat und Spurenelemente.

Der pH-Wert liegt laut Fachinformation bei 8 bis 10, die Lösung ist also leicht basisch. Anwendungsgebiete sind die unterstützende Behandlung bei akuten Infekten der oberen Atemwege, chronischer Nasennebenhöhlenentzündung und nach Operationen an den Nebenhöhlen. Empfohlen werden Vernebler mit Nasenmaske, die ein grobes Aerosol erzeugen, weil das mehr Befeuchtung in der Nase bringe. Wer Emser Sole für die Bronchien nutzen will, findet dafür in der Fachinformation kein Anwendungsgebiet.

Als Gerätetyp nennt die Fachinformation Pressluft- und Ultraschallinhalationsgeräte. Mesh-Vernebler kommen nicht vor, was bei einem Dokument mit Stand 2020 nicht heißt, dass sie ungeeignet wären, wohl aber, dass die Fachinformation es nicht bestätigt. Microlife verlangt beim NEB 800 eine Lösung auf Basis 0,9-prozentiger Kochsalzlösung oder eine Verschreibung; Emser Sole ist das eine nicht und ohne Rezept auch das andere nicht. Hier ist die Apotheke die richtige Stelle.

Emser Salz gibt es auch als Pulver im Beutel. Für den Vernebler ist dieses Pulver keine Abkürzung: Wer es selbst auflöst, hat dieselben Probleme wie beim Küchenrezept, nämlich eine Lösung, die weder steril noch für das Gerät freigegeben ist. Die Fachinformation bezieht sich nur auf die fertige Lösung in Ampullen.

Hypertone Kochsalzlösung mit 3 oder 6 Prozent: kein Mittel für den Hausgebrauch nach Gefühl

Hypertone Lösungen sind höher konzentriert als Körperflüssigkeit und ziehen Wasser aus der Schleimhaut in den Schleim. Die Gebrauchsinformation von MucoClear 6 % beschreibt das als „Steigerung der Sekretmobilisation in den Atemwegen bei Schleimverfestigung (Mukoviszidose, Bronchiektasie) aufgrund osmotischer Wirkung“. Das sind zwei chronische Lungenerkrankungen, die in ärztlicher Behandlung stehen, keine Erkältung.

Die Gebrauchsinformation verlangt, dass Menschen mit überempfindlichem Bronchialsystem oder massivem Bluthusten vor der Anwendung mit Arzt oder Apotheke sprechen. Als Nebenwirkung nennt sie Atemnot durch eine vorübergehende Verengung der Bronchien, etwa bei Asthma. In diesem Fall solle die Therapie unterbrochen und ärztlicher Rat eingeholt werden. Zur Schwangerschaft liegen laut PARI keine Daten vor.

Keine der sechzehn Geräteanleitungen erwähnt hypertone Lösungen, weder als zulässig noch als ausgeschlossen. MucoClear selbst nennt Düsen-, Ultraschall- und Membranvernebler und verweist auf deren Gebrauchsanweisung. Ob, wie oft und in welcher Stärke hypertone Lösung inhaliert wird, legt diese Seite deshalb bewusst nicht fest; das ist eine ärztliche Entscheidung, die bei Mukoviszidose und Bronchiektasen Teil eines Behandlungsplans ist.

„Mehr Salz löst mehr Schleim“ ist als Faustregel deshalb gefährlich. Wer zu Hause aus einer isotonen Ampulle durch Zugabe von Salz eine stärkere Lösung macht oder ein Küchenrezept „etwas kräftiger“ ansetzt, inhaliert eine hypertone Lösung ohne die Abklärung, die der Hersteller einer fertigen hypertonen Lösung verlangt.

Medikament mit Kochsalzlösung auffüllen: was die Anleitungen vorschreiben

Kleine Arzneimittelmengen vernebeln schlecht, weil im Becher immer ein Rest bleibt. Beurer regelt deshalb das Auffüllen. Liegt die vorgegebene Menge eines Medikaments unter 2 Millilitern, soll sie bei den Kompressorgeräten IH 18, IH 26, IH 26 Kids und IH 24 Kids mit isotonischer Kochsalzlösung auf mindestens 4 Milliliter aufgefüllt werden, beim IH 58 Kids auf mindestens 2 Milliliter. Bei den Mesh-Geräten IH 49 und IH 57 gilt die Grenze von 0,5 Millilitern. Zähflüssige Medikamente müssen laut Beurer ebenfalls verdünnt werden, „Achten Sie auch hier auf die Anweisung Ihres Arztes“.

Die anderen Hersteller schreiben dazu nichts. PARI regelt nur den umgekehrten Fall: Werden mehrere Inhalationslösungen nacheinander verwendet, wird der Vernebler dazwischen mit Trinkwasser ausgespült, ausgeschüttelt und neu befüllt. Ein Mischen sieht PARI in der Geräteanleitung nicht vor. Die Gebrauchsinformation von MucoClear 6 % erlaubt das Mischen mit Medikamenten nur nach Rücksprache mit dem Arzt, weil chemische Wechselwirkungen die Wirksamkeit beeinflussen könnten.

Ob ein Medikament verdünnt, gemischt oder pur vernebelt wird, ist eine Frage der Verordnung, nicht des Geräts. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats hält fest, das Mittel könne die Wirkung bronchienerweiternder Arzneimittel eventuell leicht verstärken. Schon das zeigt, dass zwei Inhalationslösungen im selben Becher nicht neutral nebeneinanderstehen.

Wie viel Flüssigkeit in den Vernebler? Füllmengen von 0,5 bis 10 Milliliter

Die Höchstmengen stehen in fast allen Anleitungen. Bei den Beurer-Kompressorgeräten IH 18, IH 26, IH 26 Kids und IH 24 Kids empfiehlt der Hersteller höchstens 8 Milliliter, beim IH 58 Kids 6, beim Mesh-Gerät IH 49 10 und beim IH 57 8 Milliliter. Medisana nennt beim IN 550 2 bis 10 Milliliter, beim IN 700 2 bis 6 Milliliter, aponorm beim Compact KIDS 2 bis 8 Milliliter. PARI verweist auf das minimale und maximale Füllvolumen in den technischen Daten und warnt, zu wenig oder zu viel Flüssigkeit beeinträchtige die Vernebelung und damit die Therapie.

Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats denkt von der Zeit her: Die Menge sei so zu wählen, dass eine Inhalationszeit von 10 bis 15 Minuten gewährleistet ist, das nötige Volumen könne je nach Gerät stark schwanken. Die Herstellerangabe zur Vernebelungsrate eines Geräts ist dabei nur ein Anhaltspunkt, denn sie wurde meist mit einer anderen Flüssigkeit gemessen.

Wie lange eine Sitzung mit einer bestimmten Menge dauert, rechnet der Dauer-Rechner im Kompressor-Vergleich aus. Für diese Seite zählt eher die Untergrenze: Wer eine Ampulle mit 2,5 Millilitern in ein Gerät füllt, das 2 Milliliter Mindestmenge verlangt, bekommt nur einen kleinen Teil als Aerosol, der Rest bleibt als Restvolumen im Becher.

Geöffnete Ampulle: sofort verbrauchen oder bis morgen aufheben?

Ampullen mit Inhalationslösung enthalten keine Konservierungsstoffe, deshalb gilt überall dieselbe Regel. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats schreibt, Ampullen seien sofort aufzubrauchen; der Beipackzettel spricht von der nächsten Stunde nach dem Öffnen. MucoClear 6 % ist strenger formuliert: Angebrochene Ampullen müssten aus hygienischen Gründen sofort entsorgt werden. PTAheute rät auch bei selbst angesetzten Lösungen, Reste zu verwerfen, weil der Kühlschrank Keimwachstum nur bedingt bremst.

Die Mukoviszidose-Leitlinie zieht daraus eine Konsequenz für den ganzen Ablauf: Für Arzneimittel im Vernebler bevorzugt sie Einzeldosis-Behältnisse gegenüber Mehrfachflaschen, aus denen über Tage entnommen wird. Eine halb verbrauchte Ampulle mit Klebeband zu verschließen und am Abend weiter zu benutzen, widerspricht allen Unterlagen auf dieser Seite.

Praktisch heißt das: Ampullengröße und Füllmenge des Geräts aufeinander abstimmen. Emser Sole Inhalat kommt laut Fachinformation in Ampullen zu 5 Millilitern, MucoClear 6 % laut Gebrauchsinformation zu 4 Millilitern. Was nach dem Befüllen übrig bleibt, gehört in den Abfall, nicht in den Kühlschrank.

Kochsalzlösung kalt oder warm inhalieren?

Weder warm noch eiskalt: Die Lösung soll Zimmertemperatur haben. PTAheute begründet das damit, dass kalte Lösungen die Schleimhaut der Atemwege reizen können, besonders bei Kindern und Menschen mit Asthma. Die Gebrauchsinformation von MucoClear 6 % gibt als Anwendungstemperatur ausdrücklich Raumtemperatur an. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats verlangt die Aufbewahrung bei Zimmertemperatur, nicht unter 4 und nicht über 50 Grad.

Erwärmen ist ebenso wenig vorgesehen. Keine Anleitung beschreibt, die Lösung vorzuwärmen, und Medisana warnt beim IN 550 sogar davor, Teile in der Mikrowelle zu trocknen. Eine Ampulle, die im Winter aus dem kalten Auto oder vom Fensterbrett kommt, liegt besser eine Weile im Zimmer, bevor sie geöffnet wird.

Der Wunsch nach Wärme kommt meist aus der Erfahrung mit dem Dampfbad. Ein elektrischer Vernebler arbeitet aber anders: Er erhitzt nichts, sondern zerstäubt die Lösung. Die Wärme im Gesicht, die man vom Kochtopf kennt, gehört nicht zur Verneblung und ist kein Zeichen, dass sie wirkt.

„Über dem Kochtopf wirkt Salz genauso“ – was Dampf und Aerosol unterscheidet

Das Hausmittel heißt Kopf über Kochtopf, Handtuch drüber, eine Handvoll Salz ins Wasser. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats sagt dazu klar: Wasserdampferzeuger sind für die Lösung nicht geeignet, nötig ist ein Vernebler, der ein Aerosol erzeugt. Der Grund ist physikalisch. Kochsalz siedet erst bei weit über tausend Grad. Was aus dem Topf aufsteigt, ist Wasserdampf ohne Salz; das Salz bleibt im Topf.

Ein Vernebler zerlegt dagegen die Lösung selbst in Tröpfchen, und jedes Tröpfchen trägt das Salz mit. Nur so kommt es auf die Schleimhaut. Beurer schließt umgekehrt „Tropfen zum Einreiben oder für Dampfbäder“ für seine Inhalatoren aus. Die beiden Methoden sind also nicht austauschbar, in keiner Richtung: Dampfbad-Zusätze gehören nicht in den Vernebler, Salz gehört nicht ins Dampfbad, wenn es ankommen soll.

Auch technisch sind beide Welten getrennt. Wer heißes Wasser für ein Dampfbad im Wasserkocher erhitzt, kennt den Kalk, den Leitungswasser hinterlässt; wie man ihn entfernt, steht im Ratgeber Wasserkocher entkalken. Im Vernebler hat Leitungswasser mit seinem Kalk dagegen keinen Platz: Beurer nennt selbst für die Selbstreinigung des IH 57 ausdrücklich kalkarmes Leitungswasser, als Füllung zum Inhalieren gar keines.

Kochsalzlösung für Kinder und Säuglinge: Fachinformation, Anleitungen, Krankenkasse

Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats nennt Erwachsene, Kinder und Säuglinge ausdrücklich als Anwender und schränkt keine Altersgruppe aus. Der Beipackzettel mahnt bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen zur Sorgfalt. Die Anleitungen der Kinder-Inhalatoren verweisen für die Wahl der Lösung wie alle anderen auf Arzt und Gebrauchsinformation; welche Altersgrenzen die Hersteller für ihre Geräte setzen, zeigt der Vergleich der Inhalatoren für Kinder.

Bei Kindern zählt die Temperatur der Lösung besonders, PTAheute nennt sie ausdrücklich als Gruppe, deren Atemwege auf kalte Lösungen reagieren können. Und sie zählen bei der Erstattung: Emser Sole Inhalat zahlt die gesetzliche Kasse laut PTAheute bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, isotonische Kochsalzlösung auf Rezept unter den dort genannten Bedingungen.

Viele Eltern denken bei trockenen Atemwegen zuerst an die Raumluft. Ob ein Luftbefeuchter im Babyzimmer hilft, ist eine andere Frage als die nach dem Inhalieren, und auch dort ist Hygiene der Engpass. Ein Inhalator ersetzt keinen Luftbefeuchter, und ein Luftbefeuchter kein Medikament.

Nasendusche am Inhalator: nur isotonisch, und bei der Verdünnung fragt man die Apotheke

Zwei der Beurer-Geräte, der IH 26 und der IH 24 Kids, haben eine Nasendusche als Zubehör. Für sie gilt eine eigene, engere Regel: „Verwenden Sie die Nasendusche ausschließlich mit isotonischen Kochsalzlösungen.“ Medikamente und ätherische Öle sind dort ausdrücklich ausgeschlossen, das Höchstvolumen liegt bei 10 Millilitern, und die Nasendusche wird nach einem Jahr ersetzt.

Bemerkenswert ist ein Nebensatz: „Falls Sie sich über die korrekte Verdünnung der Kochsalzlösung unsicher sind, fragen Sie Ihren Apotheker.“ Es ist die einzige Stelle in den sechzehn Anleitungen, die das Verdünnen einer Kochsalzlösung überhaupt anspricht. Ein Rezept gibt Beurer auch hier nicht, sondern verweist an die Apotheke. Wer eine Nasendusche mit einem Pulver aus dem Drogeriemarkt betreibt, sollte das im Blick haben: Die Anleitung des Geräts deckt nur die isotonische Lösung.

Für Nasenspülungen ist die Mukoviszidose-Leitlinie noch strenger: Sie verlangt dafür steriles Wasser beziehungsweise sterile Kochsalzlösung, nicht Leitungswasser. Für Menschen ohne Mukoviszidose ist diese Empfehlung nicht ausgesprochen, sie zeigt aber, wie Hygienefachleute über Wasser denken, das in die Atemwege gelangt.

Nebenwirkungen und was tun, wenn das Inhalieren Atemnot macht

Auch eine isotone Salzlösung ist nicht frei von Risiken. Die Fachinformation des Emser Sole Inhalats nennt als sehr seltene Nebenwirkung, bei weniger als einem von 10.000 Behandelten, Bronchokonstriktionen mit akuter Luftnot bei Asthma und überempfindlichem Bronchialsystem. Für Kochsalzlösungen seien entsprechende Reaktionen beschrieben, sie klängen ohne Maßnahmen innerhalb weniger Minuten ab; hielten sie an, könne die Inhalation eines bronchienerweiternden Arzneimittels angezeigt sein. Als Gegenanzeige führt die Fachinformation akute Atemnot nach einer früheren Inhalation mit isoosmotischer Emser-Salz-Lösung.

Was tun, wenn: Störfälle beim Inhalieren mit Salzlösung und was die Unterlagen dazu sagen
Was passiertWas die Unterlage sagtWas zu tun ist
Atemnot, pfeifende Atmung, Engegefühl während der SitzungBronchokonstriktion nach Salzlösungen bei empfindlichen Atemwegen möglich (Fachinformation Emser Sole, MucoClear)Inhalation abbrechen; hält es an oder ist es stark, ärztliche Hilfe, im Notfall 112
Atemnot nach einem Mittel mit ätherischen ÖlenBronchospasmus bei überempfindlichem Bronchialsystem (Beurer, aponorm)sofort beenden, ärztlich abklären; solche Mittel nicht mehr vernebeln
Ampulle trüb, verfärbt oder beschädigtnicht verwenden (MucoClear)verwerfen, neue Ampulle öffnen
Rest in der Ampulle nach dem Befüllensofort aufbrauchen oder entsorgen (Emser Sole, MucoClear)nicht aufheben; künftig kleinere Ampulle wählen
Gerät vernebelt kaum oder schäumtzähe, ölige oder ungeeignete Flüssigkeiten verstopfen Düse oder Membran (aponorm, Beurer)Gerät reinigen, nur zugelassene Lösung einfüllen
Lösung kalt aus dem KühlschrankAnwendung bei Raumtemperatur (MucoClear, PTAheute)Ampulle vorher auf Zimmertemperatur kommen lassen

Die Tabelle ist keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Wer beim Inhalieren regelmäßig Atemnot bekommt, braucht eine ärztliche Abklärung, bevor die nächste Sitzung beginnt. Und wer ein bronchienerweiterndes Notfallmittel verordnet hat, wendet es nach dem Plan an, den Ärztin oder Arzt dafür gemacht haben, nicht nach dieser Seite.

Was nicht herauszufinden war

Vier Fragen ließen sich mit frei zugänglichen Unterlagen nicht beantworten. Erstens: Eine Fachinformation oder Gebrauchsinformation einer isotonischen Kochsalz-Inhalationsampulle im Wortlaut, mit Osmolarität und Angabe der geeigneten Vernebler, war nicht als lesbares Dokument aufzufinden; die Angaben oben stammen deshalb aus der Fachinformation des Emser Sole Inhalats und aus PTAheute. Zweitens: Die Gebrauchsinformation der isotonischen Emser Inhalationslösung, eines Medizinprodukts, lag nur als Datei vor, deren Text sich nicht auslesen ließ.

Drittens: Warum Beurer destilliertes Wasser zulässt, während Medisana reines Wasser verbietet, begründet keiner der beiden Hersteller medizinisch. Eine Quelle, die die Wirkung von vernebeltem reinem Wasser auf gesunde oder empfindliche Bronchien für den Hausgebrauch beschreibt, war unter den gelesenen Unterlagen nicht. Viertens: Ob PARI, Medisana und aponorm Kochsalzlösung in ihren Geräten für zulässig halten, steht in den Anleitungen nur indirekt; eine schriftliche Herstellerauskunft lag zum Stand dieser Seite nicht vor.

Wer es für sein Gerät genau wissen will, kann die Frage an den Kundendienst des Herstellers richten, mit Modell und Lösung, die er einfüllen will. Bis dahin gilt, was alle sechzehn Anleitungen gemeinsam haben: zur Inhalation bestimmte Lösungen, nach ärztlicher oder pharmazeutischer Anweisung, und nichts, was für Dampfbad oder Duftlampe gedacht ist.

Clara Busch

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Clara Busch

Fachredakteurin Familie & Haustiere

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
05.11.2026
Zuletzt aktualisiert
05.11.2026
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Quellen dieser Einordnung

  1. 1. Fachinformation Emser Sole Inhalat, Lösung für einen Vernebler (Sidroga, Stand September 2020)fachinfo.de

    1,175 g natürliches Emser Salz je 100 ml, isoosmotisch mit 270 bis 310 mosmol/l und pH 8 bis 10; Arzneimittel mit Zulassungsnummer 6783108.00.00, apothekenpflichtig; Pressluft- und Ultraschallvernebler, Wasserdampferzeuger nicht geeignet; sehr selten Bronchokonstriktion bei Asthma, für Kochsalzlösungen entsprechende Reaktionen beschrieben; Ampullen sofort aufbrauchen; Aufbewahrung 4 bis 50 Grad.

  2. 2. PARI Pharma: Gebrauchsinformation MucoClear 6 % (077D0009-H, Stand 31.07.2018)nictu.hscni.net

    Hypertone Natriumchlorid-Inhalationslösung 6 % zur Sekretmobilisation bei Mukoviszidose und Bronchiektasie; bei überempfindlichem Bronchialsystem oder massivem Bluthusten vorher Arzt oder Apotheker; Mischen mit Medikamenten nur nach ärztlicher Rücksprache; Nebenwirkung Atemnot; Raumtemperatur; angebrochene Ampullen sofort entsorgen; Medizinprodukt nach Richtlinie 93/42/EWG, CE 0123.

  3. 3. PTAheute (Rika Rausch): Herstellung von Kochsalzlösung – was gibt es zu beachten? (11.03.2021)ptaheute.de

    Haushaltsrezept 5 g auf 500 ml ergibt 1 Prozent und ist hyperton; Zusätze im Speisesalz, Meersalz ungeeignet, Kochen tötet nicht alle Keime; Begriff physiologisch vermeiden; zur Inhalation bestimmte Fertiglösungen mehrerer Hersteller; Zimmertemperatur; Erstattung von NaCl 0,9 Prozent und Emser Sole Inhalat.

  4. 4. Saiman L. u. a.: Infection Prevention and Control Guideline for Cystic Fibrosis, 2013 Update (Infection Control & Hospital Epidemiology 2014)cambridge.org

    Leitungs- und destilliertes Wasser können mit CF-Erregern belastet sein, destilliertes Wasser nicht zum Spülen von Atemtherapiegeräten; steriles Wasser durch fünf Minuten Kochen direkt vor Gebrauch; steriles Wasser für Nasenspülungen; Einzeldosis-Behältnisse für Verneblermedikamente bevorzugt.

  5. 5. Microlife: Gebrauchsanweisung Mesh Vernebler NEB 800 (IB NEB 800 S-V10-1, Revision 02.05.2022)microlife.com

    Inhalationsflüssigkeit auf Basis 0,9-prozentiger Kochsalzlösung oder ärztlich verschrieben; kein Leitungswasser, kein abgekochtes Wasser; Behälter zur Vorbereitung sterilisieren; keine Lösungen mit Estern, Fetten, Schwebstoffteilchen oder Kräutersaft.

  6. 6. Beurer: Gebrauchsanweisung Inhalator IH 26 (Stand 28.08.2024)res.cloudinary.com

    Neben Medikamenten nur destilliertes Wasser oder Kochsalzlösung; Befüllen mit isotonischer Kochsalzlösung, höchstens 8 ml, unter 2 ml auf mindestens 4 ml auffüllen; ätherische Heilpflanzenöle, Hustensäfte, Gurgellösungen und Dampfbad-Tropfen ungeeignet, Warnung vor Bronchospasmus; Nasendusche nur mit isotonischer Kochsalzlösung, zur Verdünnung den Apotheker fragen.

Was zuletzt geändert wurde

  • 05.11.2026: Ersterstellung — was laut sechzehn Gebrauchsanweisungen von PARI, Beurer, aponorm, Medisana und Microlife in den Vernebler darf (Kochsalzlösung, destilliertes und Leitungswasser, selbst gemischte Lösung, ätherische Öle, Auffüllen, Füllmengen), Begriffe isotonisch, isoosmotisch, physiologisch und hyperton; abgeglichen mit der Fachinformation Emser Sole Inhalat, der Gebrauchsinformation MucoClear 6 %, PTAheute und der Mukoviszidose-Leitlinie der Cystic Fibrosis Foundation.

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