„Unzureichende Wiederaufbereitung“: der Satz, mit dem PARI vor zu wenig und zu viel Hygiene warnt
„Eine Unterschreitung der Angaben kann zu einer unzureichenden Wiederaufbereitung führen.“ So steht es in der Gebrauchsanweisung des PARI BOY Classic, Stand Januar 2026, unter den Sicherheitshinweisen. Der Satz davor sagt das Gegenteil: Wer die Angaben überschreitet, also länger kocht, stärker dosiert oder öfter desinfiziert als vorgesehen, kann das Produkt beschädigen und damit die Therapie beeinträchtigen.
Diese zwei Sätze erklären, warum es beim Inhalator reinigen keine Hausmittel-Regel gibt, die für alle Geräte passt. Ein Vernebler ist ein Kunststoffteil mit einer Düse oder einer Lochmembran, die auf Tausendstelmillimeter gefertigt ist. Zu wenig Hygiene lässt Keime im Becher, die beim nächsten Atemzug tief in die Bronchien gelangen. Zu viel Hitze oder Chemie verändert die Düse, und damit das Aerosol. Beurer schreibt das in der Anleitung zum IH 18 ausdrücklich: Mechanische und thermische Belastung nutzen den Kunststoff ab, die Tröpfchen ändern sich.
Diese Seite geht den Ablauf vom ersten Auspacken bis zum Tausch des Verneblers Schritt für Schritt durch. Bei jedem Schritt steht, was die Hersteller verlangen, wo sie sich widersprechen und was eine unabhängige Hygieneleitlinie dazu sagt. Gelesen wurden die Anleitungen der fünf Geräte aus dem Vergleich der Kompressor-Inhalatoren, der fünf aus dem Mesh-Vergleich, der Kinder-Inhalatoren und eines weiteren PARI-Geräts, zusammen sechzehn Unterlagen.
Das Ergebnis vorweg: Es gibt keinen Desinfektionsweg, den alle sechzehn zulassen. Auskochen ist der häufigste, aber zwei Anleitungen verbieten es ausdrücklich. Spülmaschine und Mikrowelle erlaubt keine einzige. Und die Bürste, die PARI für seine Kompressorgeräte empfiehlt, untersagt Beurer in allen sieben Anleitungen.
Reinigen, desinfizieren, sterilisieren: drei Wörter, drei Arbeitsgänge
Wer nach „Vernebler desinfizieren“ sucht, meint oft das Reinigen, und umgekehrt. Die Anleitungen trennen die Begriffe scharf, und das hat einen Grund. PARI schreibt in der Anleitung zum BOY free: Nur gereinigte Teile können wirksam desinfiziert werden. aponorm sagt in der Anleitung zum Compact KIDS dasselbe fast wörtlich. Medikamentenreste und Schleim schützen Keime vor Hitze und Desinfektionsmittel.
| Arbeitsgang | Was er leistet | Wann laut Anleitung | Womit zu Hause |
|---|---|---|---|
| Reinigen | entfernt Arzneimittelreste, Schleim und Schmutz | bei allen sechzehn nach jeder Anwendung, bei Medisana IN 700 auch davor | warmes Wasser, meist mit etwas Spülmittel, gründlich nachspülen |
| Desinfizieren | tötet oder inaktiviert Keime auf den gereinigten Teilen | von nach jeder Anwendung bis einmal pro Woche, je nach Hersteller | kochendes Wasser, Babyflaschen-Desinfektionsgerät, Alkohol, Chlor- oder Spezialmittel |
| Sterilisieren | macht keimfrei, einschließlich Sporen | bei PARI nur in Gesundheitseinrichtungen vor einem Patientenwechsel | gar nicht: Dampfsterilisator bei 134 °C, 3 bis 5 Minuten, in Sterilverpackung |
Sterilisieren gehört also nicht in die Küche. PARI beschreibt es nur für Kliniken und Praxen, mit einem Verfahren nach der Normenreihe ISO 17665 und einer Grenze von 100 Aufbereitungen. Zu Hause verwendet nur eine Person den Vernebler. PARI, Beurer und aponorm schreiben deshalb, dass Vernebler und Zubehör aus hygienischen Gründen nicht zwischen mehreren Menschen getauscht werden; wer ein Gerät weitergibt, tauscht laut Beurer und aponorm sämtliches Zubehör aus und desinfiziert nur noch die Oberfläche des Kompressors.
Was im Alltag Desinfektion heißt, ist also eine Desinfektion auf niedriger Stufe: Hitze oder ein Mittel tötet die gewöhnlichen Keime ab, nicht jede Spore. Das reicht für ein Gerät, das nur ein Mensch benutzt. Es reicht aber nur, wenn vorher sauber gereinigt wurde und hinterher nichts nass im Becher stehen bleibt.
Vor dem ersten Gebrauch: auch ein neuer Vernebler wird desinfiziert
Fabrikneu heißt nicht keimfrei. PARI schreibt in den Anleitungen zu den Kompressorgeräten: Führen Sie die Reinigung und Desinfektion unbedingt auch vor der ersten Anwendung durch. Beurer sagt dasselbe in den Anleitungen zu IH 18, IH 26, IH 26 Kids, IH 49 und IH 57, aponorm beim Compact KIDS, Medisana bei IN 550 und IN 700. aponorm verlangt beim Compact PLUS gereinigte und getrocknete Teile schon bei der Erstanwendung, Microlife empfiehlt beim NEB 800 vor dem ersten Gebrauch eine Reinigung.
Praktisch heißt das: Karton öffnen, Lieferumfang prüfen, alle Teile zerlegen und einmal den kompletten Ablauf durchgehen, der auf dieser Seite beschrieben ist. Dabei lernt man das Gerät kennen, bevor es abends um zehn mit einem hustenden Kind schnell gehen muss. Welcher Vernebler wie zerlegt wird, zeigen die Abbildungen in jeder Anleitung; bei den Mesh-Geräten von Beurer etwa muss erst ein Druckschalter auf der Rückseite gedrückt werden, bevor sich der Medikamentenbehälter abziehen lässt.
Wer ein Gerät für ein Kind kauft, sollte diesen ersten Durchgang besonders ernst nehmen. Welche Masken in welchem Alter passen und ab wann die Hersteller Kinder überhaupt zulassen, steht im Vergleich der Kinder-Inhalatoren. Für die Hygiene gilt: Masken aus Silikon und aus PVC werden verschieden behandelt, und welche Maske im Karton liegt, entscheidet über das Verfahren.
Direkt nach der Sitzung: Reste weg, Schlauch ab, Vernebler zerlegen
Der wichtigste Zeitpunkt ist die erste Minute nach dem Inhalieren. Eingetrocknete Arzneimittelreste verstopfen Düse und Membran; aponorm nennt eine verstopfte Düse ausdrücklich als Grund, den Vernebler zu ersetzen. Die Anleitungen sind sich in der Reihenfolge weitgehend einig: Gerät ausschalten und vom Strom trennen, Schlauch vom Vernebler abziehen, Mundstück oder Maske abnehmen, Restflüssigkeit ausgießen, Vernebler in seine Einzelteile zerlegen.
Den Rest im Becher nicht aufheben. Medisana schreibt, übrig gebliebenes Inhalat sei nicht mehr zu verwenden, und bittet, Arzneimittelreste nicht in den Ausguss zu kippen, sondern zum Beispiel mit einem Zellstofftuch aufzunehmen und über den Restmüll zu entsorgen. Sollen mehrere Lösungen nacheinander inhaliert werden, verlangen PARI und Beurer, den Vernebler dazwischen mit Trinkwasser beziehungsweise warmem Leitungswasser auszuspülen.
Zum Vorspülen nennt PARI für die Kompressorgeräte zwei Minuten unter fließendem Trinkwasser von etwa 15 °C. aponorm verlangt beim Compact KIDS mindestens zehn Sekunden unter fließendem Leitungswasser. Beim Medisana IN 700 kommt zuerst etwas Leitungswasser in den Tank, wird geschüttelt und ausgegossen, dann läuft der Reinigungsmodus. Kaltes oder lauwarmes Wasser löst die meisten Reste, ohne Eiweiß festzubacken.
Inhaliergerät richtig reinigen: Spülwasser, Temperatur und Einwirkzeit
Beim eigentlichen Reinigen gehen die Anleitungen weiter auseinander, als man denkt. PARI gibt für die Kompressorgeräte eine Rezeptur an: etwa einen Teelöffel Geschirrspülmittel auf drei Liter Trinkwasser von etwa 40 °C, alle Teile fünf Minuten einlegen, gelegentlich bewegen, dann drei Minuten unter fließendem Wasser spülen. aponorm nennt beim Compact KIDS zwei Milliliter Spülmittel auf einen Liter lauwarmes Wasser, ebenfalls fünf Minuten, danach mindestens 30 Sekunden spülen.
Beurer schreibt bei den Kompressorgeräten nur „heißes, nicht kochendes Wasser“, ohne Spülmittel und ohne Gradzahl. Bei den Mesh-Geräten IH 49 und IH 57 werden es höchstens 40 °C, idealerweise destilliertes Wasser, etwa fünf Minuten. Microlife lässt beim NEB 800 bis zu 70 °C zu, ebenfalls etwa fünf Minuten, bei Bedarf mit etwas Spülmittel. Medisana nennt für die Masken des IN 700 rund 30 °C und ein neutrales Reinigungsmittel auf einem Tuch, 30 Sekunden lang.
Für die Praxis taugt eine einfache Regel: so warm, wie die eigene Anleitung erlaubt, und nie wärmer. Die 40-Grad-Grenze der Mesh-Geräte ist kein Zufall; die Membran im Medikamentenbecher ist das empfindlichste Teil, und Beurer verbietet beim IH 49, den Becher in heißes oder kochendes Wasser zu legen. Spülmittel muss restlos herunter. aponorm verlangt deshalb ausdrücklich, alle Reste vollständig abzuspülen, Beurer warnt vor Substanzen, die eingeatmet giftig sein könnten.
Wer ein ähnliches Gerät mit engen Wasserwegen schon kennt, erkennt das Muster wieder: Auch beim Reinigen einer Munddusche entscheidet das Durchspülen der dünnen Kanäle mehr als das Abwischen außen. Beim Vernebler kommt hinzu, dass alles, was im Becher bleibt, beim nächsten Mal eingeatmet wird.
Bürste oder keine Bürste: wo sich die Anleitungen direkt widersprechen
Hier stehen zwei Herstellergruppen gegeneinander. PARI empfiehlt für seine Kompressorgeräte BOY Classic, BOY Junior und COMPACT2 bei sichtbarer Verschmutzung eine mittelweiche Bürste, zum Beispiel eine Zahnbürste, die nur für diesen Zweck verwendet wird. aponorm geht beim Compact KIDS weiter und macht die Bürste zur Pflicht: Die Oberfläche aller Teile wird mit einer sauberen, kleinen Bürste mindestens achtmal geschrubbt.
Beurer verbietet genau das, in allen sieben gelesenen Anleitungen. Eine mechanische Reinigung mit Bürsten oder dergleichen müsse unterbleiben, da irreparable Schäden die Folge sein könnten und ein gezielter Behandlungserfolg nicht mehr gewährleistet sei. PARI selbst untersagt beim Mesh-Gerät BOY free das Bürsten und Kratzen am Medikamentenbehälter.
Der Widerspruch lässt sich auflösen, wenn man auf das Bauteil schaut. Eine Düsenbohrung im Kompressor-Vernebler hat einen festgelegten Durchmesser, der laut Beurer nicht größer werden darf, sonst ändert sich das Aerosol; das Bürstenverbot begründet Beurer mit irreparablen Schäden. Eine Lochmembran im Mesh-Gerät ist noch empfindlicher. Wer eine Bürste benutzen will, darf das also nur dann, wenn die eigene Anleitung sie nennt, und auch dann nur an den Oberflächen, nicht in der Düse.
Inhalator desinfizieren: welche Wege die sechzehn Anleitungen zulassen
Die Tabelle stellt nebeneinander, was jede der sechzehn Gebrauchsanweisungen für die Desinfektion zu Hause vorsieht. „Ja“ heißt: in der Anleitung beschrieben. „Nein“ heißt: ausdrücklich ausgeschlossen. Ein Strich heißt: nicht erwähnt. Was nicht erwähnt ist, ist nicht erlaubt, sondern nicht geprüft; der Hersteller übernimmt dafür keine Gewähr.
| Anleitung | Auskochen | Babyflaschen-Desinfektionsgerät | Essig | Alkohol | Chlor oder Desinfektionsmittel | Spülmaschine, Mikrowelle | Bürste |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PARI BOY Classic | ja, mind. 5 min sprudelnd | ja, Laufzeit mind. 6 min | – | nur Gehäuse abwischen | – | nur Klinik-Automat nach ISO 15883 | ja, bei sichtbarem Schmutz |
| PARI BOY Junior | ja, mind. 5 min sprudelnd | ja, Laufzeit mind. 6 min | – | nur Gehäuse abwischen | – | nur Klinik-Automat nach ISO 15883 | ja, bei sichtbarem Schmutz |
| PARI COMPACT2 | ja, mind. 5 min sprudelnd | ja, Laufzeit mind. 6 min | – | nur Gehäuse abwischen | – | nur Klinik-Automat nach ISO 15883 | ja, bei sichtbarem Schmutz |
| PARI BOY free | ja, mind. 5 min, destilliertes Wasser | ja, mind. 6 min, keine Mikrowelle | – | – | Bomix plus 2 %, 5 min | Spülmaschine nein, Mikrowelle nein | nein |
| Beurer IH 18 | Vernebler und Mundstück 5 min; Masken, Schlauch nein | – | ja, ¼ Essig, ¾ destilliertes Wasser, 30 min | – | – | Spülmaschine nein | nein |
| Beurer IH 26 | Vernebler und Mundstück 5 min; Schlauch nein | – | – | – | Natriumhypochlorit 2 %, 15 min | Spülmaschine nein | nein |
| Beurer IH 26 Kids | Vernebler, Mundstück, Silikonteile 5 min | – | – | – | Natriumhypochlorit 2 %, 15 min | Spülmaschine nein | nein |
| Beurer IH 24 Kids | Vernebler, Mundstück, Silikonmasken 5 min | – | – | – | Natriumhypochlorit 2 % für Schlauch und PVC-Masken | Spülmaschine nein | nein |
| Beurer IH 58 Kids | Vernebler, Mundstück, Silikonmasken 5 min | – | ja, Essigessenz 25 % halb und halb, 30 min | – | Kaltdesinfektion nach Herstellerangabe | Spülmaschine nein | nein |
| Beurer IH 49 | Medikamentenbecher nein | – | nur Selbstreinigung, ¼ Essig | Ethylalkohol 70–75 %, 10 min | – | Spülmaschine nein, Mikrowelle nein | nein |
| Beurer IH 57 | ja, 15 min; Masken nein | – | – | Ethylalkohol 70–75 %, 10 min | – | Spülmaschine nein, Mikrowelle nein | nein |
| aponorm Compact PLUS | Vernebler, Mund- und Nasenstück mind. 5 min; Masken, Schlauch nein | – | – | – | – (für Masken kein Verfahren) | – | – |
| aponorm Compact KIDS | Vernebler, Mund- und Nasenstück 5 min; Masken nein | – | – | – | Natriumhypochlorit 2 %, 15 min, für die Maske | kein Automat | ja, mind. 8-mal schrubben |
| Medisana IN 550 | – | – | – | Alkohol oder alkoholisches Sprühmittel | – | nicht in der Mikrowelle trocknen | – |
| Medisana IN 700 | nur Mundstück und Masken, 5 min | – | nur bei stark verschmutztem Mesh | Verneblerkopf 75 %, 10 min | – | Spülmaschine nein, Mikrowelle nein | – |
| Microlife NEB 800 | nein, kein Teil | – | – | – | Desinfektionsmittel nach Angabe des Mittels | – | – |
Zwölf der sechzehn Anleitungen sehen das Auskochen für den Vernebler selbst vor. Zwei schließen es aus: Beurer für den Medikamentenbecher des IH 49, Microlife für sämtliche Teile des NEB 800, einschließlich Mundstück und Masken. Die beiden Medisana-Geräte setzen beim Vernebler auf Alkohol. Das Babyflaschen-Desinfektionsgerät taucht nur in den vier PARI-Anleitungen auf. Essig steht in vier Anleitungen, Chlorlösung in vier, Alkohol als Desinfektionsmittel in vier, ein anderes chemisches Mittel in drei.
Bemerkenswert ist, was fehlt. Kein Hersteller erlaubt die Spülmaschine; zehn Anleitungen schließen sie oder jeden Automaten ausdrücklich aus, darunter alle sieben von Beurer. Die Mikrowelle schließen fünf Anleitungen aus, entweder für den Becher oder zum Trocknen. Und das aponorm Compact PLUS nennt für seine Masken gar kein Verfahren: Abkochen ist verboten, ein anderes Mittel ist nicht beschrieben.
Die Wege als Liste
- Welches Teil soll desinfiziert werden?
- Vernebler, Mundstück → Meist auskochen; nicht beim IH-49-Becher, NEB 800
- Maske aus Silikon → Beurer Kids: mit auskochen
- Maske aus PVC → Nicht kochen: Chlor, Essig, Alkohol
- Luftschlauch → Nicht waschen: Kondensat ausblasen
Auskochen: fünf Minuten, 15 Minuten oder gar nicht
Das Auskochen ist das Verfahren, das die meisten Anleitungen nennen, und das mit den wenigsten Hilfsmitteln: ein sauberer Topf, Wasser, ein Herd. PARI verlangt mindestens fünf Minuten in sprudelnd kochendem Wasser. Beurer bei den Kompressorgeräten und aponorm verlangen ebenfalls fünf Minuten; beim IH 49 und IH 57 sind es 15 Minuten. Das Tübinger Merkblatt der Mukoviszidose-Ambulanz nennt fünf bis zehn Minuten.
Fast alle warnen vor demselben Fehler. Kunststoff schmilzt, wenn er den heißen Topfboden berührt. PARI und aponorm verlangen deshalb ausreichend Wasser im Topf, Beurer schlägt beim IH 49 ein hitzebeständiges Sieb vor. Ein angeschmolzenes oder verformtes Teil ist nach PARI und aponorm zu ersetzen, nicht weiterzuverwenden.
Welches Wasser in den Topf kommt, regeln die Hersteller verschieden. PARI schreibt für die Kompressorgeräte zu Hause stets Trinkwasser vor, beim BOY free destilliertes Wasser. Beurer nennt bei IH 49 und IH 57 destilliertes Wasser als ideal, um Kalk zu vermeiden. aponorm kocht beim Compact KIDS in Leitungswasser. Wer sehr hartes Wasser hat, kennt die Kalkränder aus dem Wasserkocher; am Vernebler sollen sie nicht entstehen, weil Kalk die feinen Öffnungen zusetzt.
Was nie in den Topf darf, steht ebenso klar in den Anleitungen: Luftschlauch und PVC-Masken. Beurer schreibt bei IH 18 und IH 26, Masken beziehungsweise Druckluftschlauch nicht abzukochen oder zu autoklavieren. aponorm verbietet beim Compact PLUS das Abkochen von Kompressor, Luftschlauch und Masken, beim Compact KIDS das Kochen der Masken. Beim IH 57 dürfen die Masken nicht einmal in heißes Wasser.
Die Werte als Liste
- Kochen PARI, aponorm: 5 min
- Bomix plus 2 % (PARI): 5 min
- Babyflaschen-Gerät: mind. 6 min
- Ethylalkohol (Beurer): 10 min
- Kochen IH 49, IH 57:15 min
- Chlorlösung 2 %: 15 min
- Essig (Beurer): 30 min
Vaporisator und Babyflaschen-Sterilisator: nur bei PARI vorgesehen
Viele Familien haben ein Dampfgerät für Babyflaschen im Schrank, und es liegt nahe, den Vernebler mit hineinzulegen. Nur PARI sieht das vor, in allen vier Anleitungen, und knüpft es an eine Bedingung: ein handelsübliches, thermisches Desinfektionsgerät mit einer Laufzeit von mindestens sechs Minuten. Dauer, Wassermenge und Bedienung richten sich nach der Anleitung des Desinfektionsgeräts. Beim BOY free steht ausdrücklich dabei: keine Mikrowelle.
Bei den Kompressorgeräten erlaubt PARI außerdem, die Teile nach der Desinfektion bis zu 24 Stunden im geschlossenen Gerät liegen zu lassen, bis sie wieder gebraucht werden. Beim BOY free verlangt PARI das Gegenteil: alle Teile unmittelbar nach dem Ende der Desinfektion aus Topf oder Gerät nehmen und trocknen, weil eine feuchte Umgebung Keimwachstum begünstige. Das Tübinger Merkblatt empfiehlt den Vaporisator sogar als bevorzugten Weg und rät unter Berufung auf eine Studie aus einer österreichischen Klinik, die Teile nass darin zu lassen, statt sie aktiv abzutrocknen, weil das Abtrocknen die Hauptquelle neuer Verunreinigung sei. Wie lange der Inhalt keimarm bleibt, gibt das Merkblatt mit 8 bis 24 Stunden je nach Gerät an.
Die anderen zwölf Anleitungen erwähnen solche Geräte nicht. Bei Beurer, aponorm, Medisana und Microlife ist der Vaporisator damit kein freigegebenes Verfahren. Beim Mesh-Becher kommt hinzu, dass Beurer heißes Wasser für den IH-49-Becher ausschließt und Microlife beim NEB 800 kein Wasser über 70 °C zulässt. Wer vor allem für ein Kind einen Dampfgarer oder Sterilisator hat, etwa einen Dampfgarer für Babynahrung, sollte ihn für den Vernebler nur nehmen, wenn die Inhalator-Anleitung das ausdrücklich erlaubt.
Das Merkblatt nennt eine Regel, die in keiner Herstelleranleitung steht: Der Vaporisator selbst gehört einmal pro Woche innen und außen mit Spülmittellösung gereinigt, mit klarem Wasser gespült und getrocknet, und er soll nicht direkt neben dem Waschbecken stehen. Bleibt nach der Desinfektion mehr Wasser als sonst im Gerät, sei es zu tauschen.
Inhalator desinfizieren mit Essig: zwei Rezepte und eine Leitlinie dagegen
Essig ist das Hausmittel, nach dem am häufigsten gefragt wird. Zwei Beurer-Anleitungen schreiben ihn als Desinfektion vor, und zwar in sehr unterschiedlicher Stärke. Beim IH 18 kommt das Zubehör außer Vernebler und Mundstück 30 Minuten in eine Mischung aus einem Viertel farblosem Essig und drei Vierteln destilliertem Wasser. Beim IH 58 Kids sind es PVC-Masken und Schlauch, 30 Minuten in Essigessenz mit 25 Prozent Säure, halb und halb mit destilliertem Wasser gemischt. Die zweite Mischung enthält damit rechnerisch 12,5 Prozent Säure; die Stärke des „Essigs“ beim IH 18 nennt die Anleitung nicht.
Zwei weitere Anleitungen nutzen Essig nur zum Reinigen. Beim IH 49 gehört eine Mischung aus einem Viertel Essig zur Selbstreinigung im Umkehrbetrieb, beim Medisana IN 700 dürfen bei stark verschmutztem Mesh ein paar Tropfen Essig in kochendes Wasser im Reinigungsmodus. Die übrigen zwölf Anleitungen erwähnen Essig nicht.
Dagegen steht eine Leitlinie. Die Hygieneleitlinie der amerikanischen Cystic Fibrosis Foundation, veröffentlicht 2014 von Saiman und Kollegen, empfiehlt für Vernebler zu Hause ausdrücklich keine Desinfektion mit Essigsäure. Die Begründung: Essig wirke gegen einige mögliche Erreger bei Mukoviszidose nicht ausreichend, genannt wird Staphylococcus aureus. Das Tübinger Merkblatt verbietet Essig im Vaporisator.
Was folgt daraus? Für ein Beurer-Gerät mit Essig in der Anleitung bleibt die Anleitung maßgeblich, denn nur für dieses Verfahren hat der Hersteller die Materialverträglichkeit geprüft. Wer aber zu einer Risikogruppe gehört, etwa mit Mukoviszidose, fragt die Ambulanz, ob ein anderes zugelassenes Verfahren besser passt. Beurer verweist dafür in jeder Anleitung selbst an die Ärztin oder den Arzt. Essig auf eigene Faust bei einem Gerät einzusetzen, dessen Anleitung ihn nicht nennt, hat dagegen keine Grundlage.
Inhalator desinfizieren mit Alkohol: Ethanol vor allem bei Mesh-Geräten
Alkohol ist das Verfahren der Mesh-Geräte, deren Membran keine Hitze verträgt. Beurer nennt bei IH 49 und IH 57 Ethylalkohol mit 70 bis 75 Prozent und zehn Minuten Einwirkzeit. Beim IH 57 kommen acht Milliliter in den geschlossenen Becher, der gelegentlich geschüttelt wird; danach dasselbe mit Wasser, dann ein paar Tropfen von außen auf das Mesh, wieder zehn Minuten. Masken und Mundstück liegen zehn Minuten in Alkohol.
Medisana legt beim IN 700 die Verneblerkopf-Einheit etwa zehn Minuten in 75-prozentigen Ethylalkohol. Beim Kompressorgerät IN 550 nennt Medisana Alkohol oder handelsübliche alkoholische Sprühdesinfektionsmittel, ohne Konzentration und Zeit, und verlangt, dass keine Reste an den Teilen bleiben. PARI nutzt Alkohol nur außen: Das Kompressorgehäuse wird mit einem alkoholischen Mittel wie Isopropanol abgewischt, nicht der Vernebler.
Die Leitlinie von 2014 führt Alkohol als eines der beiden kalten Verfahren: fünf Minuten in 70-prozentigem Isopropanol, im Begründungsteil 70 bis 90 Prozent Ethyl- oder Isopropylalkohol. Wichtig ist der Nachsatz: Kalt desinfizierte Teile werden danach abgespült, und zwar mit sterilem oder gefiltertem Wasser, nicht mit Leitungswasser. Alkohol entfernt außerdem keine eingetrockneten Reste, er ersetzt das Reinigen davor nicht.
Beurer garantiert beim IH 49 52 Desinfektionszyklen mit Alkohol je Medikamentenbecher. Das entspricht einmal pro Woche über ein Jahr. Wer häufiger desinfiziert, überschreitet die garantierte Zahl, bevor das Jahr um ist; darauf geht der Abschnitt zu den Zählgrenzen weiter unten ein.
Chlorlösung, Bomix und Mittel aus der Apotheke
Vier Anleitungen schreiben Natriumhypochlorit vor, also eine Chlorlösung: Beurer bei IH 26, IH 26 Kids und IH 24 Kids, aponorm beim Compact KIDS. Gemeint ist jeweils eine zweiprozentige Lösung, zum Beispiel das Mittel Amuchina oder eine Lösung, die die Apotheke ansetzt, 15 Minuten Einwirkzeit. Bei Beurer betrifft sie Masken und Druckluftschlauch, beim IH 24 Kids den Schlauch und die PVC-Masken, bei aponorm die Maske.
Danach muss die Lösung restlos herunter. Beurer verlangt gründliches Spülen mit Leitungswasser. aponorm ist strenger: die Maske drei Minuten in steriles Wasser legen und anschließend zweimal mit sauberem sterilem Wasser abspülen. Steriles Wasser gibt es in der Apotheke; die Leitlinie von 2014 nennt als Ersatz Leitungswasser, das fünf Minuten sprudelnd gekocht hat.
Auch hier weicht die Leitlinie ab. Sie empfiehlt Bleichlösungen für Vernebler zu Hause nicht mehr, weil eine Lösung mit 0,5 Prozent Hypochlorit in einer Studie die Zahl der Mukoviszidose-Erreger auf Heimverneblern nicht gesenkt hat. Die Anleitungen arbeiten mit der vierfachen Stärke; ob das am Ergebnis etwas ändert, beantwortet keine der gelesenen Unterlagen.
PARI geht beim BOY free einen eigenen Weg: das reinigende Desinfektionsmittel Bomix plus, zehn Milliliter Konzentrat auf 500 Milliliter Leitungswasser, fünf Minuten, alle Teile vollständig bedeckt, ohne Luftblasen. Überschreitet man die Einwirkzeit deutlich, nimmt der Kunststoff laut PARI den Geruch des Mittels an. Rückstände könnten allergische Reaktionen oder Reizungen der Schleimhaut auslösen. Microlife nennt beim NEB 800 nur chemische Desinfektionsmittel aus der Apotheke nach Angabe ihres Herstellers, Beurer beim IH 58 Kids eine Kaltdesinfektionslösung nach Herstelleranweisung.
Darf der Vernebler in die Spülmaschine oder die Mikrowelle?
Nach keiner der sechzehn Anleitungen. Beurer schreibt in allen sieben Anleitungen, Gerät und Zubehör nicht in der Spülmaschine zu reinigen. PARI verbietet beim BOY free Geschirrspülmaschine und Mikrowelle für den Medikamentenbehälter, Medisana beim IN 700 jedes Gerät wie eine Spülmaschine, aponorm beim Compact KIDS die Reinigung und Desinfektion in einem Automaten. Die Mikrowelle schließen außerdem Beurer bei IH 49 und IH 57 für den Becher aus, Medisana bei beiden Geräten zum Trocknen, beim IN 550 zusammen mit dem Föhn.
Die PARI-Kompressorgeräte nennen zwar eine maschinelle Aufbereitung, aber nur für Gesundheitseinrichtungen: ein Reinigungs- und Desinfektionsgerät nach ISO 15883 mit einem Spezialreiniger und einem thermischen Programm mit einem A0-Wert von mindestens 3000. Das ist eine Instrumentenspülmaschine, kein Haushaltsgerät. Auch eine sehr gute Spülmaschine für die Küche ersetzt sie nicht.
Bemerkenswert ist, dass die Leitlinie von 2014 beides grundsätzlich nennt: eine Spülmaschine, wenn das Wasser 30 Minuten lang mindestens 70 °C erreicht, und die Mikrowelle, wenn die Teile fünf Minuten in einer mit Wasser gefüllten Schale liegen. Die Leitlinie schränkt aber selbst ein: nur, wenn der Hersteller die Teile dafür freigibt. Für die sechzehn Geräte auf dieser Seite ist das nicht der Fall. Wie heiß die eigene Maschine wirklich spült, weiß ohnehin kaum jemand.
Nachspülen: Trinkwasser, destilliertes, abgekochtes oder steriles Wasser?
Kaum eine Frage beantworten die Anleitungen so uneinheitlich. PARI schreibt für die Wiederaufbereitung zu Hause bei den Kompressorgeräten stets Trinkwasser vor. aponorm verlangt beim Compact PLUS ebenfalls Trinkwasser, beim KIDS steriles Wasser für die Maske. Medisana spült beim IN 550 nach der Desinfektion mit klarem, abgekochtem Wasser, beim IN 700 mit destilliertem Wasser. Beurer nennt bei den Mesh-Geräten destilliertes Wasser für alle Schritte außer der Selbstreinigung, die mit kalkarmem Leitungswasser laufen soll.
Die Leitlinie von 2014 widerspricht der verbreiteten Annahme, destilliertes Wasser sei das sauberste. Sie empfiehlt destilliertes Wasser ausdrücklich nicht zum Reinigen oder Spülen von Atemtherapiegeräten, weil es bei der Herstellung mit Bakterien des Burkholderia-cepacia-Komplexes verunreinigt sein kann, einem für Mukoviszidose gefürchteten Keim. Destilliert heißt kalkfrei, nicht keimfrei.
Steriles Wasser lässt sich nach der Leitlinie herstellen, indem man Leitungswasser fünf Minuten sprudelnd kocht. Auch das bleibt nach dem Abkühlen nicht ewig keimarm; die Leitlinie rät, es unmittelbar vor der Verwendung zu kochen. Wer sich fragt, ob gefiltertes Wasser aus der Kanne eine Lösung ist: Die Leitlinie meint Filter mit 0,2 Mikrometer Porenweite, wie es sie für Medizinzwecke gibt. Ein Haushaltswasserfilter ist dafür nicht gemacht.
Trocknen: vier Stunden, nass im Gerät oder mit Druckluft
Auch ein gut desinfizierter Vernebler verkeimt wieder, wenn er nass bleibt. Beurer schreibt in jeder Anleitung, Restnässe könne ein erhöhtes Risiko für Keimwachstum darstellen, und nennt mindestens vier Stunden auf einer trockenen, sauberen und saugfähigen Unterlage. Medisana nennt beim IN 550 vier bis fünf Stunden. PARI nennt keine Zeit, sondern verlangt, die Teile vollständig trocknen zu lassen.
Beim Abtrocknen gehen die Empfehlungen auseinander. Beurer lässt die Teile zusätzlich mit einem weichen Tuch abtrocknen, PARI und aponorm nur ausschütteln und liegen lassen. Das Tübinger Merkblatt legt die ausgekochten Teile auf die Innenseite eines Küchenrollenblatts und deckt sie mit einem weiteren ab, mit frisch gewaschenen Händen. aponorm lässt beim Compact KIDS den zusammengesetzten Vernebler zehn bis 15 Minuten am laufenden Gerät durchblasen.
Beurer nennt beim IH 57 einen weiteren Handgriff: den Medikamentenbehälter einige Male vorsichtig schütteln, damit das Wasser aus den winzigen Löchern der Membran kommt. Medisana lässt bei beiden Geräten überschüssiges Wasser abschütteln, beim IN 550 die Verneblereinheit mehrmals. Erst wenn alles trocken ist, werden die Teile zusammengesetzt. aponorm verbietet ausdrücklich, nasse oder feuchte Teile einzupacken.
Den Schlauch reinigen? Kondenswasser austreiben, nicht auswaschen
Der Luftschlauch eines Kompressor-Inhalators führt nur Luft vom Kompressor zum Vernebler, kein Arzneimittel. Trotzdem kann sich darin Kondenswasser sammeln. Die Anleitungen behandeln ihn deshalb anders als den Vernebler. aponorm schreibt beim Compact KIDS: Den Luftschlauch nicht reinigen oder desinfizieren. Medisana untersagt beim IN 550 Reiniger und andere Desinfektionsmethoden für den Schlauch.
Gegen Feuchtigkeit nennen Beurer, aponorm, Medisana und das Tübinger Merkblatt dasselbe Mittel: den Schlauch vom Vernebler abziehen, am Kompressor stecken lassen und den Kompressor so lange laufen lassen, bis die Feuchtigkeit verschwunden ist. Das Merkblatt nennt zwei bis drei Minuten, Medisana warnt, den Kompressor dabei niemals länger als 20 Minuten laufen zu lassen.
Beurer weicht davon ab: Beim IH 26 und den Kids-Geräten IH 26 und IH 24 kommt der Druckluftschlauch zusätzlich in die Chlorlösung, beim IH 58 Kids in die Essigmischung; beim IH 18 gilt die Essigmischung für das übrige Zubehör. Außen darf der Schlauch bei aponorm mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, bei Medisana mit milder Seifenlauge abgewischt werden. Ist er innen verschmutzt, wird er ersetzt; so schreiben es Beurer und Medisana. PARI begrenzt seine Lebensdauer auf ein Jahr.
Kompressor, Luftfilter und Aufbewahrung
Der Kompressor wird nie nass. PARI verbietet, ihn unter Wasser zu tauchen, unter fließendem Wasser zu reinigen oder Flüssigkeit darauf zu sprühen; ist Flüssigkeit eingedrungen, darf er nicht mehr benutzt werden. Abgewischt wird er mit einem leicht feuchten Tuch, bei Bedarf mit einem nicht scheuernden Reinigungsmittel. Desinfiziert wird nur die Oberfläche, bei PARI mit einem alkoholischen Mittel wie Isopropanol, vor allem vor einer Weitergabe.
Den Luftfilter reinigt man nicht. PARI, Beurer, aponorm und Medisana sind sich darin einig: Ein verschmutzter, verfärbter oder feuchter Filter wird ersetzt. PARI verlangt, ihn nach jeder zehnten Anwendung anzusehen. Wie weit die Tauschintervalle auseinanderliegen, von 60 Tagen bei Medisana bis 500 Betriebsstunden bei Beurer, steht im Abschnitt zu Filtern und Verneblern im Kompressor-Vergleich.
Aufbewahrt werden die trockenen Teile trocken und staubfrei. PARI schlägt ein sauberes, fusselfreies Tuch wie ein Geschirrtuch vor, Beurer ein trockenes, abgedichtetes Behältnis, aponorm einen sauberen, verschlossenen Behälter oder den mitgelieferten Beutel. Beurer warnt davor, das Gerät in Feuchträumen wie dem Badezimmer zu lagern. Wer dort ohnehin mit Nässe kämpft, findet Wege dagegen im Ratgeber zum Luftentfeuchter fürs Bad; der Inhalator gehört trotzdem nicht dorthin.
Wie oft desinfizieren? Fristen und Termine je Hersteller
Gereinigt wird bei allen sechzehn nach jeder Anwendung. Beim Desinfizieren reicht die Spanne von jeder Anwendung bis einmal pro Woche, und vier Anleitungen nennen keine Zahl. Die Übersicht fasst Desinfektion, Vernebler-Tausch und Filter zusammen.
| Anleitung | Desinfizieren | Vernebler tauschen | Sonst zu beachten |
|---|---|---|---|
| PARI BOY Classic, Junior, COMPACT2 | einmal pro Woche, Risikopatienten täglich | nach 300 Aufbereitungen, spätestens nach einem Jahr | Luftfilter nach 200 Betriebsstunden, Prüfung bei jeder zehnten Anwendung |
| PARI BOY free | einmal pro Woche | ausgelegt auf 365 Anwendungen und 52 Desinfektionen, ein Jahr | Membran wöchentlich mit der Reinigungshilfe freispülen |
| Beurer IH 18, IH 26, IH 24 Kids, IH 26 Kids, IH 58 Kids | spätestens nach der letzten Anwendung des Tages | nach einem Jahr; IH 26 und IH 26 Kids: bei 360 Desinfektionen | häufiger desinfiziert, verkürzt sich die Lebensdauer |
| Beurer IH 49, IH 57 | „regelmäßig“, ohne Zahl | spätestens nach einem Jahr bei zwei bzw. drei Sitzungen zu höchstens zehn Minuten am Tag | garantiert: 52 Alkohol- bzw. 50 Kochzyklen je Becher |
| aponorm Compact PLUS | kein Intervall genannt | nach 6 bis 12 Monaten | Masken ohne Desinfektionsverfahren |
| aponorm Compact KIDS | nach jeder Behandlung | höchstens 360 Aufbereitungen, nach 6 bis 12 Monaten | länger als einen Tag gelagert: vor Gebrauch erneut aufbereiten |
| Medisana IN 550 | nach jeder Benutzung | Verneblereinheit nach 100 Tagen, Mundstück nach drei Monaten | nach etwa vier Wochen Pause erneut aufbereiten; Filter spätestens nach 60 Tagen |
| Medisana IN 700 | alle drei bis vier Tage | Verneblerkopf nach 180 Betriebsstunden, Zubehör nach sechs Monaten | vor und nach jeder Anwendung im Reinigungsmodus spülen |
| Microlife NEB 800 | kein Intervall genannt | Verneblerkopf, Masken, Mundstück jährlich | Wasser höchstens 70 °C |
Wie diese Fristen bei Kindergeräten im Alltag wirken, ist im Kinder-Vergleich beschrieben. Hier zählt ein anderer Punkt: Ein Intervall in der Anleitung ist ein Mindestmaß, keine Obergrenze. Die Leitlinie von 2014 empfiehlt für Menschen mit Mukoviszidose, Vernebler zu Hause nach jeder Anwendung so bald wie möglich zu reinigen und zu desinfizieren. PARI selbst verkürzt bei Risikopatienten von wöchentlich auf täglich.
Seltener als vorgeschrieben zu desinfizieren ist dagegen genau die Unterschreitung, vor der PARI im Eingangszitat warnt. Wer zwischen zwei Herstellern wechselt, etwa vom Kompressor zu Hause auf einen Mesh-Vernebler für unterwegs, muss sich also an zwei verschiedene Rhythmen gewöhnen.
Wie oft lässt sich ein Vernebler aufbereiten? 50 bis 365 Mal
Mehrere Anleitungen geben neben der Zeit eine Zahl an, wie viele Aufbereitungen ein Vernebler verträgt. PARI nennt für die Kompressorgeräte 300 Aufbereitungen, höchstens ein Jahr. Beurer legt den Jahrestausch beim IH 26 und IH 26 Kids auf 360 Desinfektionen aus und schreibt: Bei häufigerer Desinfektion verkürzt sich die Lebensdauer entsprechend. aponorm begrenzt den Vernebler des Compact KIDS auf höchstens 360 Reinigungen und Desinfektionen, ebenso Maske, Nasen- und Mundstück.
PARI legt den BOY free auf 365 Anwendungen und 52 Desinfektionen aus. Beurer garantiert beim IH 57 50 Kochzyklen, beim IH 49 52 Zyklen mit Alkohol je Becher. Medisana rechnet beim IN 550 mit zehn Inhalationen zu je 20 Minuten am Tag und gibt der Verneblereinheit 100 Tage. Die Grundlagen sind also verschieden: Aufbereitungen, Desinfektionen, Anwendungen, Kochzyklen oder Tage.
Das hat eine Folge, die leicht übersehen wird: Wer öfter desinfiziert, als der Hersteller annimmt, ist früher am Ende. Desinfiziert man einen PARI- oder Beurer-Vernebler nach jeder von zwei Sitzungen am Tag, ist die Zählgrenze nach fünf bis sechs Monaten erreicht, nicht nach einem Jahr. Der Rechner zeigt, wann es bei Ihrem Rhythmus so weit ist.
Wann die Zählgrenze für den Vernebler erreicht ist
Desinfektionen pro Woche eingeben. Der Rechner zeigt, nach wie vielen Monaten 300 Aufbereitungen (PARI) bzw. 360 Desinfektionen (Beurer IH 26, aponorm Compact KIDS) erreicht sind, höchstens aber nach zwölf Monaten, weil alle drei zusätzlich eine Jahresgrenze nennen. Andere Geräte rechnen anders, siehe Text.
Vernebler spätestens tauschen nach: 9,9 bis 11,9 Monaten
Grundlage: Desinfektionen pro Woche 7,0 Mal.
Einmal täglich, wie Beurer es für die Kompressorgeräte empfiehlt.
| Desinfektionen pro Woche (Mal) | Vernebler spätestens tauschen nach (Monaten) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1,0 bis 5,0 | 12,0 bis 12,0 | Hier greift die Jahresgrenze zuerst; die Zählgrenze wäre erst nach mehr als 13 Monaten erreicht. |
| 6,0 bis 6,0 | 11,5 bis 12,0 | Bei PARI ist die 300 knapp vor Ablauf des Jahres erreicht. |
| 7,0 bis 7,0 | 9,9 bis 11,9 | Einmal täglich, wie Beurer es für die Kompressorgeräte empfiehlt. |
| 8,0 bis 10,0 | 6,9 bis 10,4 | Etwas häufiger als täglich, etwa an Tagen mit zwei Sitzungen. |
| 11,0 bis 14,0 | 4,9 bis 7,6 | Bis zu zweimal täglich, etwa nach jeder Sitzung bei zwei Sitzungen am Tag. |
| 15,0 bis 21,0 | 3,3 bis 5,5 | Bis zu dreimal täglich; hier ist die Zählgrenze nach einem Drittel bis knapp der Hälfte des Jahres erreicht. |
Zählgrenzen aus den Gebrauchsanweisungen PARI BOY Classic (300 Aufbereitungen, max. 1 Jahr), Beurer IH 26 (360 Desinfektionen, 1 Jahr) und aponorm Compact KIDS (max. 360-mal); Umrechnung mit 52 Wochen auf 12 Monate. Stand 05.11.2026.
Ein Vernebler, der die Grenze erreicht, sieht oft noch gut aus. Beurer erklärt, warum er trotzdem raus muss: Die Düsenbohrung darf einen bestimmten Durchmesser nicht überschreiten, sonst ändert sich das Aerosol und damit die Wirkung. Sichtbar ist das nicht. Für die Kosten gilt: Nachkaufsets wie die Year Packs von PARI, Beurer und aponorm enthalten Vernebler, Schlauch und Filter; wer häufig desinfiziert, braucht sie häufiger.
Mukoviszidose, Immunschwäche, Säuglinge: was für Risikopatienten zusätzlich gilt
PARI nennt Risikopatienten beim Namen: Menschen mit Mukoviszidose, mit Immunsuppression oder Immundefizit und andere vulnerable Gruppen. Für sie gilt tägliche statt wöchentlicher Desinfektion, und wer unsicher ist, ob er dazugehört, soll das vor der Anwendung mit medizinischem Fachpersonal klären. Beurer verweist in jeder Anleitung für Hochrisikogruppen wie Mukoviszidose-Patienten an den Arzt, auch für Handpflege und den Umgang mit den Inhalationslösungen.
Für diese Gruppe gibt es eigene Regeln, die über die Herstelleranleitungen hinausgehen. Die Leitlinie der Cystic Fibrosis Foundation von 2014 nennt als Hitzeverfahren fünf Minuten Kochen, fünf Minuten in der Mikrowelle in einer Wasserschale, die Spülmaschine mit mindestens 70 °C über 30 Minuten oder einen elektrischen Dampfsterilisator, als kalte Verfahren 70-prozentiges Isopropanol für fünf Minuten oder dreiprozentiges Wasserstoffperoxid für 30 Minuten. Danach sollen die Teile an der Luft trocknen.
Wichtig ist der Zusatz in der Leitlinie selbst: nur so, wie der Hersteller es zulässt. Eine Leitlinie macht aus einem Gerät, das die Mikrowelle verbietet, kein mikrowellentaugliches. Wer zu einer Risikogruppe gehört, legt deshalb zusammen mit der behandelnden Ambulanz fest, welches der in seiner Anleitung freigegebenen Verfahren er nimmt, und wählt im Zweifel ein Gerät, dessen Anleitung ein passendes Verfahren nennt. Das Tübinger Merkblatt empfiehlt den Vaporisator; er ist nur bei PARI freigegeben.
Wer mit Asthma oder einer anderen chronischen Atemwegserkrankung lebt, achtet oft auch auf die Raumluft. Was ein Luftreiniger dabei leisten kann und was nicht, beschreibt der Ratgeber zum Luftreiniger bei Asthma. Für den Vernebler selbst gibt es keine Abkürzung: reinigen, desinfizieren, trocknen, in dieser Reihenfolge.
Was tun, wenn etwas nicht stimmt: Belag, Verfärbung, Geruch, verstopfte Düse
Die meisten Probleme kündigen sich an. Die Tabelle fasst zusammen, welche Anzeichen die Anleitungen nennen und was dann zuerst zu tun ist.
| Was Sie bemerken | Ursache laut Anleitung | Was zuerst zu tun ist |
|---|---|---|
| Teil stark verfärbt, verformt, gebrochen oder rissig | Abnutzung durch Gebrauch und Aufbereitung (PARI, aponorm) | Teil ersetzen, nicht weiterverwenden |
| Kunststoff angeschmolzen | Berührung mit dem heißen Topfboden | ersetzen; künftig mehr Wasser, bei Beurer IH 49 hitzebeständiges Sieb |
| Teile riechen nach Desinfektionsmittel | Einwirkzeit deutlich überschritten (PARI, Bomix plus) | gründlich spülen, Zeit künftig einhalten |
| Wassertropfen im Luftschlauch | Kondenswasser | Schlauch am Kompressor lassen, Kompressor laufen lassen, bei Medisana höchstens 20 Minuten |
| Schlauch innen verschmutzt | Ablagerungen, die sich nicht entfernen lassen | Schlauch ersetzen (Beurer, Medisana) |
| Mesh-Gerät vernebelt nach dem Reinigen schwächer | Rückstände oder Kalk in der Membran | Selbstreinigung (Beurer), Essig im Reinigungsmodus (Medisana IN 700), Membranreinigungshilfe (PARI BOY free), sonst Kundendienst |
| Teile lagen länger unbenutzt | Keimwachstum während der Lagerung | aponorm KIDS: nach mehr als einem Tag neu aufbereiten; Medisana IN 550: nach etwa vier Wochen |
| Luftfilter grau, braun oder feucht | Staub, Feuchtigkeit | Filter tauschen, nie auswaschen |
Eine verstopfte Düse ist bei aponorm ein Grund, den Vernebler zu ersetzen; bei Beurer kommt nach dem Bürstenverbot auch kein Draht oder Zahnstocher in Frage. Medisana empfiehlt einen Zahnstocher nur, um den alten Luftfilter aus dem Fach zu holen, nicht am Vernebler. Lässt sich eine Störung so nicht beheben, verweisen die Hersteller an ihren Kundendienst; PARI und Beurer schließen Reparaturen durch Laien aus.
Geräte mit stehendem Wasser haben dieselbe Schwachstelle: Was nass bleibt, verkeimt. Beim Reinigen eines Luftbefeuchters zeigt sich das an Belägen im Tank, beim Vernebler oft gar nicht. Deshalb hängt hier alles an der Routine, nicht am Augenschein.
Wer zu Hause mehrere Medizingeräte pflegt, kennt diese Disziplin: Auch beim Blutdruckmessgerät gilt die Anleitung des eigenen Geräts mehr als jede allgemeine Regel. Beim Inhalator kommt hinzu, dass die Anleitungen sich nicht nur in Details unterscheiden, sondern in der Frage, welches Verfahren überhaupt zulässig ist.
Der Merksatz
Sofort reinigen, dann so desinfizieren, wie es die Anleitung des eigenen Geräts vorschreibt, nicht wie es beim letzten Gerät oder im Internet hieß, und erst trocken wieder zusammensetzen.

