Ab der äußersten Linse: was die Norm unter Projektionsabstand versteht
Die Norm für Projektordatenblätter, ISO/IEC 21118, definiert den Projektionsabstand unter Begriff 3.6 als Strecke zwischen Projektor und Bildfläche und legt in einer Anmerkung fest, wo gemessen wird: „from the image displayed on the screen to the outermost element of the projection lens“, also vom Bild auf der Fläche bis zum äußersten Teil der Projektionslinse. Nicht bis zur Rückwand des Geräts, nicht bis zu seiner Vorderkante und nicht bis zur Wand hinter ihm. Wer einen Beamer plant, rechnet ab diesem Punkt, und jede Abstandsangabe eines Herstellers sollte sich auf ihn beziehen.
Aus dieser Definition folgt die ganze Rechnung dieser Seite. Die Norm nennt unter Nummer 9 das Projektionsverhältnis, Abstand geteilt durch Bildbreite, und damit gilt umgekehrt: Abstand gleich Projektionsverhältnis mal Bildbreite. Ein Bild mit 100 Zoll Diagonale im Format 16:9 ist 2,21 Meter breit. Ein Gerät mit dem Verhältnis 1,2 steht dafür 2,66 Meter vor der Fläche, eines mit 0,5 nur 1,11 Meter. Das ist alles, was es zum Abstand braucht, und trotzdem scheitern Planungen daran.
Sie scheitern an drei Stellen, die diese Seite in der Reihenfolge der Arbeit abgeht: am falschen Messpunkt, am Zoom, der aus einer Zahl einen Bereich macht, und an der Höhe. Für die Höhe braucht es eine zweite Angabe, den Versatz des Bildes gegenüber der Linse, oft Offset genannt. Am 03.10.2026 wurden die Herstellerunterlagen von zehn Geräten darauf geprüft. Alle zehn nennen ein Projektionsverhältnis. Eine Angabe zur Höhe des Bildes machen sechs, und zwar in vier verschiedenen Schreibweisen; vier nennen nichts.
Die Seite folgt deshalb dem Ablauf, in dem ein Beamer seinen Platz bekommt: vorher messen, dann rechnen, dann aufstellen, und wenn etwas nicht passt, korrigieren. Wer bereits ein Gerät ausgesucht hat, findet die Rechnung mit dessen Werten; wer noch sucht, findet heraus, welche Bauart in den eigenen Raum passt. Den Überblick über alle Themen rund um Projektoren, einschließlich des Sitzabstands zur Leinwand, bietet die Übersichtsseite zu Beamern.
Wie diese Seite arbeitet: Kein Gerät wurde aufgestellt oder vermessen. Grundlage sind der Vorschauauszug von ISO/IEC 21118:2020, die Spezifikations- und Produktseiten der Hersteller, das deutsche Handbuch des ViewSonic X1-4K Pro mit seiner Projektionstabelle und eine Erklärung von BenQ zum Begriff Offset. Alle Abstände sind aus den Herstellerverhältnissen nachgerechnet und gelten ab Linse; die Rechenwege stehen am Ende der Seite.
Der Ablauf in sechs Schritten
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Wer zuerst ein Gerät kauft und dann misst, merkt oft erst beim Aufstellen, dass der Raum die Bildgröße nicht hergibt oder das Bild zu hoch oder zu tief an der Wand landet. Wer zuerst misst und rechnet, weiß vor dem Kauf, welches Projektionsverhältnis und welchen Versatz er braucht. Die Grafik fasst den Weg zusammen, die Abschnitte darunter führen ihn aus.
Die Stationen als Liste
- Schritt 1: Messen — Wandbreite, Raumtiefe, Höhe von Möbel oder Decke
- Schritt 2: Bildgröße — Diagonale in Breite umrechnen
- Schritt 3: Verhältnis — im Datenblatt suchen, nicht im Angebot
- Schritt 4: Rechnen — Verhältnis mal Breite, ab Linse
- Schritt 5: Höhe — Versatz des Bildes zur Linse
- Schritt 6: Prüfen — vor Ort testen, bevor gebohrt wird
Jeder Schritt braucht nur einen Zollstock, einen Taschenrechner und das Datenblatt des Geräts, für die Höhe zusätzlich das Handbuch, falls der Hersteller den Versatz nur dort nennt. Ein Stück Malerkrepp an der Wand, das Ober- und Unterkante des geplanten Bildes markiert, hilft beim Prüfen der Höhe, bevor das Gerät überhaupt da ist. Der letzte Schritt ist kein Misstrauen gegen die Rechnung, sondern eine Empfehlung, die ViewSonic selbst im Handbuch des X1-4K Pro gibt: vor einer festen Installation Bildgröße und Entfernung vor Ort ausprobieren. Ein Bohrloch an der Decke lässt sich schlechter verschieben als ein Gerät auf einem Stapel Bücher.
Vor dem Rechnen: drei Maße im Raum
Erstens die Breite der Fläche. Gemessen wird die freie Breite, auf der das Bild liegen soll, ohne Türrahmen, Fensterlaibung oder Regal. Sie begrenzt die Bildgröße von oben, denn ein Bild, das breiter ist als die Fläche, läuft über die Kante. Wer eine Leinwand plant, nimmt deren sichtbare Breite ohne Rahmen; wer auf die Wand projiziert, die Breite zwischen den Hindernissen. Aus dieser Breite folgt sofort die größte mögliche Diagonale: Eine freie Wand von drei Metern trägt ein 16:9-Bild von höchstens 135 Zoll, eine von zwei Metern eines von 90 Zoll. Größer muss danach nicht mehr gerechnet werden.
Zweitens die Tiefe des Raums. Gemessen wird von der Fläche bis zu dem Platz, an dem das Gerät stehen oder hängen kann, also bis zur Rückwand, zum Regal hinter dem Sofa oder zur Stelle an der Decke, an der eine Halterung möglich ist. Von dieser Strecke gehen später die Gerätetiefe und der Platz für Stecker ab, denn die Linse sitzt vorn am Gerät und nicht an seiner Rückwand. Gemessen wird am besten waagerecht in der Höhe, in der die Linse später sitzt, denn ein schräg gehaltenes Maßband misst zu lang, und ein Sofa oder Tisch im Weg verfälscht die Strecke. Bei drei Geräten mit Linse vorn reichen die Gehäusetiefen laut Herstellern von 19 Zentimetern beim XGIMI Horizon 20 bis knapp 25 beim BenQ TK700 und beim ViewSonic X1-4K Pro.
Drittens die Höhe. Bei einem Gerät auf einem Möbel ist das die Höhe der Stellfläche, bei einer Deckenmontage die Höhe der Decke und die Länge der Halterung. Aus der Höhe der Linse und dem Versatz des Bildes ergibt sich, auf welcher Höhe das Bild an der Wand beginnt. Ohne diese Messung lässt sich der fünfte Schritt nicht rechnen, und an ihm hängt, ob das Gerät später gekippt und das Bild elektronisch entzerrt werden muss.
Wer sitzend schaut, misst zusätzlich den Abstand vom Sofa zur Fläche. Er entscheidet nicht über den Platz des Geräts, aber über die sinnvolle Bildgröße, und er ist ein eigenes Thema mit eigenen Empfehlungen. Diese Seite verweist dafür auf die Übersicht des Beamer-Bereichs und konzentriert sich auf den Abstand zwischen Gerät und Bild.
Zwei Sonderfälle verdienen einen eigenen Blick. In einem Raum mit Dachschräge ist die Höhe nicht überall gleich; gemessen wird dann an der Stelle, an der das Bild hängen soll, und an der Stelle, an der das Gerät hängen soll, denn beide können verschieden hoch sein. Und wer die Leinwand noch nicht gekauft hat, legt zuerst die Bildgröße nach Wand und Sitzplatz fest und wählt die Leinwand danach, nicht umgekehrt; eine Leinwand, die schon hängt, gibt die Breite fest vor und macht aus der Rechnung eine Bedingung an das Gerät.
Von der Diagonale zur Breite
Bildgrößen werden in Zoll Diagonale angegeben, gerechnet wird mit der Breite. Für das Format 16:9 gilt: Breite gleich Diagonale in Zoll mal 2,54 mal 16, geteilt durch die Wurzel aus 337, das ist die Länge der Diagonale eines Rechtecks mit den Seiten 16 und 9. Vereinfacht ergibt jeder Zoll Diagonale 2,214 Zentimeter Breite und 1,245 Zentimeter Höhe. Für die beiden anderen gängigen Formate stehen die Werte in der Tabelle.
| Diagonale | Breite 16:9 | Höhe 16:9 | Breite 4:3 | Breite 21:9 |
|---|---|---|---|---|
| 60 Zoll | 133 cm | 75 cm | 122 cm | 140 cm |
| 80 Zoll | 177 cm | 100 cm | 163 cm | 187 cm |
| 100 Zoll | 221 cm | 125 cm | 203 cm | 233 cm |
| 120 Zoll | 266 cm | 149 cm | 244 cm | 280 cm |
| 150 Zoll | 332 cm | 187 cm | 305 cm | 350 cm |
Das Format zählt mehr, als es scheint. Ein 4:3-Bild mit 100 Zoll ist nur 203 Zentimeter breit, ein 21:9-Bild mit derselben Diagonale 233. Wer eine Leinwand in einem anderen Format kauft als das Bild, das der Beamer liefert, rechnet mit der Breite des Bildes, nicht mit der der Leinwand. Ein 16:9-Bild auf einer 4:3-Leinwand füllt die Breite und lässt oben und unten Fläche frei; das Handbuch des X1-4K Pro führt für diesen Fall eine eigene Tabelle.
Wie sehr die Diagonale täuscht, zeigt die Fläche. Ein 16:9-Bild mit 100 Zoll hat 2,76 Quadratmeter, ein 4:3-Bild mit derselben Diagonale 3,10 und ein 21:9-Bild nur 2,34 Quadratmeter. Die Zahl 100 steht also für drei verschiedene Bilder, und wer Bildgrößen zweier Formate vergleicht, vergleicht Breite und Höhe, nicht die Diagonale. Für die Abstandsrechnung zählt allein die Breite, für die Frage, ob das Bild unter die Decke passt, die Höhe.
Welche Leinwand zu welchem Gerät passt und welche Formate es im Handel gibt, steht im Vergleich der Beamer-Leinwände. Für die Rechnung genügt hier die Breite des Bildes, das auf der Fläche landen soll.
Das Projektionsverhältnis finden, und wo es nicht steht
Das Projektionsverhältnis steht im Datenblatt des Herstellers, meist unter Optik, und heißt dort Projektionsverhältnis, Throw Ratio oder Projection Ratio. Bei den zehn geprüften Geräten nennen es alle zehn. Es hat die Form einer Zahl wie 1,2 oder eines Bereichs wie 1,15 bis 1,5, oft mit dem Zusatz „zu 1“ oder „:1“. Die Zahl vor dem Doppelpunkt ist der Abstand je Meter Bildbreite.
Zwei Fallen sind belegt. Acer führt das Verhältnis beim H6518STi unter der Bezeichnung „Verhältnis Bildbreite/Projektionsabstand 0.5“, also mit vertauschten Begriffen; gemeint ist trotzdem der Abstand geteilt durch die Breite, denn dieselbe Zeile nennt „91 Zoll@1 m“, und 91 Zoll sind rund zwei Meter breit. Wer die Beschriftung wörtlich nimmt, rechnet mit dem Kehrwert und plant den doppelten Abstand. Die zweite Falle liegt in den Angeboten der Handelsplattformen, deren Datenfeld „Max. Projektionsabstand“ oft eine Zahl trägt, die mit dem Verhältnis nichts zu tun hat.
Wie verbreitet diese zweite Falle ist, zeigt eine Auswertung von 25 Angeboten im Vergleich der Kurzdistanz-Beamer: Nur 9 nannten dort ein Projektionsverhältnis, und bei fünf Ultrakurzdistanzgeräten stand im Datenfeld ein Abstand von mehreren Metern. Für die Planung gilt deshalb: das Verhältnis aus dem Datenblatt des Herstellers, nicht aus dem Angebot. Mehrere Hersteller bieten auf ihren Seiten zusätzlich Rechner an, Acer etwa einen Projektionsrechner, Optoma einen Abstandsrechner und ViewSonic einen Projector Throw Distance Calculator; sie rechnen mit den Werten des jeweiligen Geräts, und wer die Formel kennt, kann ihre Ergebnisse in einer Minute nachprüfen.
Steht im Datenblatt kein Verhältnis, aber eine Tabelle mit Bildgrößen und Abständen, lässt es sich zurückrechnen: Abstand geteilt durch Breite. Das Handbuch des X1-4K Pro nennt für 100 Zoll einen Abstand von 2.537 bis 3.298 Millimetern; geteilt durch 2214 Millimeter Breite ergibt das 1,15 bis 1,49, passend zu den 1,15 bis 1,5, die ViewSonic auf der Produktseite angibt. Manche Datenblätter nennen statt eines Verhältnisses einen Abstandsbereich, etwa „1,53 bis 4,98 Meter“ auf der US-Seite des X1-4K Pro. Das ist kein Zoombereich, sondern der Abstand für die kleinste und die größte Bildgröße, hier 60 und 150 Zoll; ISO/IEC 21118 zeigt unter Nummer 8 genau diese Form als Beispiel, mit 1,2 bis 11,5 Metern.
Die Rechnung: Verhältnis mal Bildbreite
Mit Breite und Verhältnis ist die Rechnung eine Multiplikation. Drei Beispiele mit Werten aus Herstellerunterlagen: Der BenQ TK710 mit dem Verhältnis 1,15 braucht für 100 Zoll 2,55 Meter ab Linse, der Acer H6518STi mit 0,5 für dieselbe Größe 1,11 Meter, der XGIMI MIRA mit 0,175 nur 38,7 Zentimeter. Die Breite ist in allen drei Fällen dieselbe; den Unterschied macht allein die Optik. Wie genau die Formel arbeitet, zeigt der Vergleich mit einer Herstellertabelle: ViewSonic nennt für den X1-4K Pro bei 100 Zoll mindestens 2.537 Millimeter, die Formel mit 1,15 ergibt 2.546. Der Unterschied von knapp einem Zentimeter entsteht, weil das Verhältnis auf zwei Stellen gerundet ist.
Das Verhältnis bezieht sich immer auf die Breite des Bildes, das das Gerät in seinem eigenen Format wirft. Ein Beamer mit 16:9-Bildgeber wirft ein 16:9-Bild; zeigt er einen Film im Format 21:9, bleiben oben und unten schwarze Streifen, und die Breite ändert sich nicht. Zeigt er ein altes 4:3-Programm, bleiben links und rechts Streifen, und das sichtbare Bild ist schmaler als die Fläche, die das Gerät ausleuchtet. Gerechnet wird deshalb mit dem Format des Geräts, nicht mit dem des Inhalts.
Der Rechner unten nimmt das Verhältnis als Eingabe und gibt den Abstand für Bilder von 80 bis 120 Zoll aus; der Abstand für 100 Zoll liegt genau in der Mitte. Für andere Bildgrößen wird mit dem Verhältnis der Diagonalen umgerechnet: 150 Zoll brauchen das Anderthalbfache des Abstands für 100 Zoll, 60 Zoll drei Fünftel davon. Die Tabelle des Rechners ordnet die zehn geprüften Geräte drei Bereichen zu.
Abstand ab Linse für Bilder von 80 bis 120 Zoll
Projektionsverhältnis aus dem Datenblatt eingeben. Der kleinere Wert gilt für ein 16:9-Bild mit 80 Zoll, der größere für 120 Zoll, beide gemessen bis zur äußersten Linse; der Abstand für 100 Zoll liegt genau in der Mitte.
Abstand ab Linse: 2,125 bis 3,188 Meter
Grundlage: Projektionsverhältnis 1,200 zu 1.
| Projektionsverhältnis (zu 1) | Abstand ab Linse (Meter) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 0,175 bis 0,250 | 0,310 bis 0,664 | Ultrakurzdistanz im Feld: XGIMI MIRA 0,175, Hisense PX3-PRO 0,22, Epson EH-LS670B 0,25 |
| 0,500 bis 0,900 | 0,886 bis 2,391 | Kurzdistanz mit Linse vorn: Acer H6518STi 0,5, BenQ TK705STi 0,8; kurzes Ende des Valerion VisionMaster Pro 0,9 |
| 1,127 bis 1,500 | 1,996 bis 3,985 | Normaldistanz mit Zoom: BenQ TK700 1,127 bis 1,46, BenQ TK710 und ViewSonic X1-4K Pro 1,15 bis 1,5, XGIMI Horizon 20 1,2 bis 1,5 |
Formel: Abstand gleich Projektionsverhältnis mal Bildbreite nach ISO/IEC 21118, Tabelle 1 Nr. 9 und Begriff 3.6; Bildbreite eines 16:9-Bildes mit 80 und 120 Zoll aus der Diagonale gerechnet. Bereiche der Tabelle aus den Verhältnissen der zehn geprüften Herstellerunterlagen, abgerufen am 03.10.2026.
Das Ergebnis ist der Abstand zwischen Linse und Fläche. Steht das Gerät auf einem Regal, kommt die Strecke von der Linse bis zur Rückwand des Geräts hinzu, dazu der Platz für Stecker und Kabel. Hängt es an der Decke, misst man an der Decke von der Wand aus und setzt die Halterung so, dass die Linse an der errechneten Stelle sitzt, nicht der Haltepunkt.
Zoom: aus einer Zahl wird ein Bereich
Viele Geräte haben einen optischen Zoom, und dann nennt das Datenblatt nicht ein Verhältnis, sondern zwei. Der BenQ TK710 hat 1,15 bis 1,5 bei einem Zoomfaktor von 1,3, der XGIMI Horizon 20 hat 1,2 bis 1,5, der Valerion VisionMaster Pro 0,9 bis 1,5. Das kleinere Verhältnis gilt für die weiteste Zoomstellung, das größere für die engste. Für ein 100-Zoll-Bild ergibt sich beim TK710 ein Bereich von 2,55 bis 3,32 Meter, innerhalb dessen das Gerät stehen kann. Beim Horizon 20 sind es 2,66 bis 3,32 Meter, beim Valerion 1,99 bis 3,32 Meter. Bei einer Deckenmontage ist das der Abschnitt der Decke, in dem die Linse hängen darf; außerhalb davon passt die gewünschte Bildgröße nicht mehr, gleich wie man zoomt.
Dieser Bereich ist der eigentliche Gewinn eines Zooms. Er erlaubt, ein Gerät an einen vorhandenen Platz zu stellen, statt den Platz an das Gerät anzupassen. ISO/IEC 21118 macht den Zoomfaktor unter Nummer 5.1 zur Pflichtangabe; das Projektionsverhältnis selbst ist dagegen nur eine Wahlangabe. Ein Zoomfaktor ohne Verhältnis sagt allerdings nur, wie groß der Bereich ist, nicht wo er liegt. Für die Planung lohnt eine einfache Regel: Das Gerät so platzieren, dass die gewünschte Bildgröße etwa in der Mitte des Zoombereichs liegt. Dann bleibt Spielraum in beide Richtungen, falls die Leinwand doch etwas größer oder kleiner ausfällt oder das Regal ein paar Zentimeter anders steht.
Bei Geräten ohne optischen Zoom ist der Abstand fest. Der BenQ TK705STi nennt das Verhältnis 0,8 und den Zoomfaktor „Fest“, der Acer H6518STi das Verhältnis 0,5 und den Zoom „1x“. Wer eine bestimmte Bildgröße will, hat bei diesen Geräten genau einen Platz dafür; jede Abweichung ändert die Bildgröße. Das ist kein Mangel, solange der Platz zur Größe passt, aber es lässt keinen Spielraum.
Kleine Geräte für wechselnde Orte haben fast immer einen festen Abstand und gleichen das über die Bildgröße aus: Das Bild wird kleiner, wenn das Gerät näher rückt. Wie das bei kompakten Projektoren aussieht und welche Bildgrößen dort realistisch sind, zeigt der Vergleich der kleinen Beamer.
Digitaler Zoom: eine Zahl, die anders entsteht
Nicht jeder Bereich im Datenblatt kommt aus der Optik. Epson nennt für den EH-LS670B ein Projektionsverhältnis von 0,25 bis 0,62 und als Zoom „Digital, Factor:1 - 2,5“. 0,25 mal 2,5 ergibt 0,625. Das obere Ende des Bereichs entsteht also durch den digitalen Zoom, nicht durch eine verstellbare Linse. Dieselbe Seite nennt eine Projektionsdistanz von 0,3 bis 0,7 Metern für Bildgrößen von 60 bis 120 Zoll.
Für die Planung heißt das: Die optische Grundlage ist das kleinste Verhältnis, 0,25. Bei diesem Wert steht das Gerät für jede Bildgröße am nächsten an der Fläche. Größere Verhältnisse sind über den digitalen Zoom erreichbar, aber was der digitale Zoom technisch mit dem Bild macht, beschreibt die Produktseite nicht. Wer ein Ultrakurzdistanzgerät mit digitalem Zoom plant, rechnet deshalb mit dem kleinsten Wert und nimmt die übrigen als Reserve, nicht als gleichwertigen Bereich.
ISO/IEC 21118 verlangt unter Nummer 5.1 die Angabe der Zoomvergrößerung und nennt als Beispiel einen motorischen Zoom mit dem Faktor 1,4. Ob ein Zoom optisch oder digital ist, unterscheidet der frei einsehbare Auszug an dieser Stelle nicht. Die Unterscheidung bleibt also dem Leser, und sie ist leicht zu treffen: Steht im Datenblatt „digital“, ist es kein optischer Zoom.
Umgekehrt rechnen: wie groß das Bild auf dem vorhandenen Platz wird
Oft steht der Platz fest und die Bildgröße ist die Frage. Dann wird die Rechnung umgedreht: Abstand geteilt durch Verhältnis ergibt die Breite, Breite geteilt durch 2,214 ergibt die Diagonale in Zoll. Ein Regal drei Meter vor der Wand und ein Gerät mit 1,2 ergeben 250 Zentimeter Breite, also rund 113 Zoll.
Mit Zoom wird daraus wieder ein Bereich. Dasselbe Regal mit einem Gerät von 1,2 bis 1,5 ergibt 90 bis 113 Zoll; die größte Bildgröße entsteht in der weitesten Zoomstellung, also beim kleinsten Verhältnis. Passt die größte Bildgröße nicht auf die Fläche, wird gezoomt, bis sie passt. Passt die kleinste nicht, steht das Gerät zu weit weg. Für dasselbe Gerät mit 1,2 bis 1,5 sähe die Reihe so aus: Aus 2,5 Metern entstehen 75 bis 94 Zoll, aus 3,5 Metern 105 bis 132 Zoll, aus 4 Metern 120 bis 151 Zoll. Jeder halbe Meter mehr bringt bei diesem Verhältnis also rund 15 bis 19 Zoll Diagonale.
Diese Rechnung zeigt schnell, welche Bauart in einen Raum gehört. Steht das Gerät zwangsläufig nah an der Fläche, etwa auf einem Lowboard, kommen nur kleine Verhältnisse infrage; dafür gibt es Kurz- und Ultrakurzdistanzgeräte. Steht es hinter dem Sofa, passt ein Gerät mit Verhältnis um 1,2 bis 1,5. Wer überlegt, ob es überhaupt ein Beamer sein soll oder ein großer Fernseher, findet die Abwägung mit Rechnung auf der Seite Beamer oder Fernseher.
Draußen und an wechselnden Orten
Die Rechnung gilt überall, aber draußen fehlen die festen Maße. Eine Leinwand im Garten steht dort, wo Platz ist, und das Gerät auf einem Tisch, dessen Abstand sich jeden Abend ändert. Dann hilft die Umkehrrechnung: Abstand messen, durch das Verhältnis teilen, die Breite des Bildes vorhersagen. Bei einem Gerät mit festem Verhältnis von 1,2 und vier Metern Abstand sind das 333 Zentimeter Breite.
Für Abende im Freien kommen Fragen nach Helligkeit, Feuchtigkeit und Stromversorgung hinzu, die mit dem Abstand nichts zu tun haben. Sie beantwortet die Seite zu Beamern für draußen. Für den Abstand selbst bleibt es bei der Formel dieser Seite, und bei einem Gerät mit Zoom bei der Frage, an welchem Ende des Bereichs man steht.
Kleine Tabelle: Abstand je Verhältnis und Bildgröße
Die Tabelle setzt fünf Verhältnisse, die im Beamer-Bereich vorkommen, gegen vier Bildgrößen. Sie ersetzt keine Herstellertabelle, zeigt aber, in welcher Größenordnung ein Gerät stehen muss. Alle Werte gelten ab Linse und für das Format 16:9.
Gelesen wird die Tabelle zeilenweise. Wer ein Gerät mit 0,8 sucht, etwa einen Kurzdistanzbeamer mit Linse vorn, sieht, dass es für 80 Zoll knapp anderthalb Meter braucht und für 150 Zoll schon über zweieinhalb. Wer ein Gerät mit 1,5 an die Rückwand eines tiefen Raums hängen will, sieht, dass es für 150 Zoll rund fünf Meter Abstand braucht. Wer spaltenweise liest, sieht für eine feste Bildgröße, welche Bauart in welche Raumtiefe passt.
| Projektionsverhältnis | 80 Zoll | 100 Zoll | 120 Zoll | 150 Zoll |
|---|---|---|---|---|
| 0,25 zu 1 | 0,44 m | 0,55 m | 0,66 m | 0,83 m |
| 0,5 zu 1 | 0,89 m | 1,11 m | 1,33 m | 1,66 m |
| 0,8 zu 1 | 1,42 m | 1,77 m | 2,13 m | 2,66 m |
| 1,2 zu 1 | 2,13 m | 2,66 m | 3,19 m | 3,98 m |
| 1,5 zu 1 | 2,66 m | 3,32 m | 3,98 m | 4,98 m |
Die Werte als Liste
- XGIMI MIRA: 0,39 m Meter
- Hisense PX3-PRO: 0,49 m Meter
- Epson EH-LS670B: 0,55 m Meter
- Acer H6518STi: 1,11 m Meter
- BenQ TK705STi: 1,77 m Meter
- Valerion VisionMaster Pro: 1,99 m Meter
- BenQ TK700: 2,49 m Meter
- BenQ TK710: 2,55 m Meter
- ViewSonic X1-4K Pro: 2,55 m Meter
- XGIMI Horizon 20:2,66 m Meter
Die Spanne der zehn Geräte reicht fast über das Siebenfache: 39 Zentimeter beim XGIMI MIRA, 2,66 Meter beim XGIMI Horizon 20. Beide stammen vom selben Hersteller und erzeugen dieselbe Bildgröße. Wer die Geräte nach Raumtiefe sortiert, findet unten die Ultrakurzdistanzgeräte, in der Mitte die Kurzdistanzgeräte mit Linse vorn und oben die Normaldistanzgeräte mit Zoom.
Datenfelder und Einheiten mit der Formel prüfen
Die Formel taugt nicht nur zum Planen, sondern auch zum Prüfen fremder Angaben. Angebote auf Handelsplattformen führen oft Datenfelder wie Min. Projektionsabstand, Max. Projektionsabstand, Minimale und Maximale Bildgröße. Wenn diese Felder zusammengehören, muss der kleinste Abstand zur kleinsten Bildgröße passen und der größte zur größten, jeweils über das Verhältnis des Herstellers. Am 03.10.2026 wurden die Felder der fünf Geräte aus dem Vergleich der Beamer für Gaming so nachgerechnet.
Beim XGIMI Horizon 20 passt alles: 1,07 Meter für 40 Zoll ergibt mit 1,2 genau die kleinste Bildgröße, 10 Meter für 300 Zoll mit 1,5 die größte. Beim ViewSonic X1-4K Pro passt das Minimum, 1,53 Meter für 60 Zoll, aber das Maximum steht als 30 Fuß im Feld, gut neun Meter, während die US-Seite des Herstellers 4,98 Meter für 150 Zoll nennt. Beim BenQ TK700 passen weder 1 Meter für 60 Zoll noch 8 Meter für 300 Zoll zum Verhältnis von 1,127 bis 1,46; die Formel ergibt 1,50 und 9,70 Meter.
Zwei weitere Felder fallen schon ohne Rechnung auf. Das Angebot des BenQ TK710 nennt als kleinste Bildgröße 120 und als größte 3200 Zoll; 3200 ist dieselbe Zahl wie die Helligkeit. Das Angebot des Valerion VisionMaster Pro nennt als Mindestabstand die Zahl 5.0 ohne Einheit und als Höchstabstand 20,2 Fuß, rund 6,16 Meter, während der Hersteller Bildgrößen bis 300 Zoll angibt, für die mit 1,5 rund zehn Meter nötig wären.
Für das Umrechnen der Einheiten genügen zwei Zahlen: Ein Zoll sind 2,54 Zentimeter, ein Fuß sind 30,48 Zentimeter. Wer eine Angabe in Fuß sieht, multipliziert mit 0,3048 und erhält Meter. Wichtiger als die Einheit ist aber die Frage, ob die Zahl zum Verhältnis passt; wenn nicht, gilt das Datenblatt des Herstellers, und das Datenfeld wird für die Planung ignoriert.
Die Höhe: wo das Bild an der Wand beginnt
Der Abstand sagt, wie weit das Gerät von der Fläche entfernt steht. Er sagt nicht, auf welcher Höhe das Bild beginnt. Dafür braucht es den Versatz: Die Geräte, deren Hersteller ihn angeben, werfen ihr Bild nicht mittig zur Linse, sondern versetzt, auf dem Tisch nach oben, an der Decke kopfüber nach unten. Wie weit, ist eine Eigenschaft der Optik und steht, wenn überhaupt, im Datenblatt unter Offset oder Linsenverschiebung.
BenQ erklärt den Begriff in einer Fragenseite zu Projektoren für Golfsimulatoren: Der Projektor-Offset beschreibe den Abstand zwischen der Linsenmitte und der Unterkante des Bildes, wenn das Gerät auf einem Tisch steht, oder zur Oberkante bei Deckenmontage. Bei 100 Prozent Offset liege die Bildkante auf Höhe der Linsenmitte. BenQ ergänzt, dass Geräte mit mehr als 110 Prozent in Räumen unter 2,75 Metern gekippt werden müssen und die dann nötige Trapezkorrektur Helligkeit und Bildqualität beeinträchtigen kann.
Die Spezifikationsseiten von BenQ nennen „Natives Offset (volle Höhe)“: 100 Prozent beim TK705STi, 105 beim TK710, 110 beim TK700. Rechnet man die Prozent auf dieselbe Weise weiter, liegt die Bildunterkante beim TK710 auf dem Tisch um 5 Prozent der Bildhöhe über der Linsenmitte, bei 100 Zoll also um rund 6 Zentimeter. Diese Weiterrechnung bestätigt BenQ auf der Spezifikationsseite nicht, aber sie passt zu einer Tabelle eines anderen Herstellers. Beim TK700 mit 110 Prozent wären es nach derselben Lesart 10 Prozent der Bildhöhe, bei 100 Zoll rund 12 Zentimeter, beim TK705STi mit 100 Prozent null: Dort beginnt das Bild genau auf Höhe der Linsenmitte. In der Sprache von ISO/IEC 21118, die vom Bildmittelpunkt aus rechnet, entsprächen 100, 105 und 110 Prozent bei BenQ einer Bildlage von 50, 55 und 60 Prozent.
Das Handbuch des ViewSonic X1-4K Pro nennt den Versatz direkt in Millimetern, je Bildgröße. Für 100 Zoll bei 124,5 Zentimeter Bildhöhe sind es 62 bis 187 Millimeter, je nach Stellung der Linsenverschiebung. 62 Millimeter sind 5,0 Prozent der Bildhöhe, im Sprachgebrauch von BenQ also rund 105 Prozent. Für die Planung ist diese Schreibweise die einfachste: Linsenhöhe plus Versatz ergibt die Höhe der Bildunterkante, ohne Umrechnung.
Zehn Datenblätter, sechs Angaben zur Bildlage
Geprüft wurden die Unterlagen der zehn Geräte, die in den Vergleichen der Kurzdistanz-Beamer und der Beamer für Gaming vorkommen, jeweils die Fundstelle, die dort als Herstellerquelle dient. Die Frage war schlicht: Steht irgendwo, auf welcher Höhe das Bild relativ zur Linse beginnt? Das Ergebnis steht in der kleinen Tabelle.
| Gerät | Verhältnis | Angabe zur Bildlage | Schreibweise |
|---|---|---|---|
| XGIMI MIRA | 0,175 | keine Angabe | — |
| Hisense PX3-PRO | 0,22 | keine Angabe | — |
| Epson EH-LS670B | 0,25 | Offset 5:1 | Verhältnis, nicht erklärt |
| Acer H6518STi | 0,5 | keine Angabe | — |
| BenQ TK705STi | 0,8 | Natives Offset (volle Höhe) 100 % | Prozent |
| Valerion VisionMaster Pro | 0,9 | keine Angabe; Lens Shift nur beim Modell Max | — |
| BenQ TK700 | 1,127 | Natives Offset (volle Höhe) 110 % | Prozent |
| BenQ TK710 | 1,15 | Natives Offset (volle Höhe) 105 %, Linsenverschiebung +10 % | Prozent |
| ViewSonic X1-4K Pro | 1,15 | vertikaler Versatz je Bildgröße, bei 100 Zoll 62 bis 187 mm | Millimetertabelle |
| XGIMI Horizon 20 | 1,2 | Lens Shift ±120 % vertikal, Ausgangsstellung 100 % | Lens-Shift-Bereich in Prozent |
Alle zehn nennen ein Projektionsverhältnis, sechs eine Angabe zur Bildlage, und diese sechs in vier Schreibweisen. ViewSonic als Millimetertabelle, BenQ dreimal in Prozent, Epson als Verhältnis 5:1 ohne Erklärung, XGIMI beim Horizon 20 als Lens-Shift-Bereich in Prozent mit einer Ausgangsstellung von 100 Prozent. Vier Unterlagen nennen nichts: die des XGIMI MIRA, des Hisense PX3-PRO, des Acer H6518STi und des Valerion VisionMaster Pro.
Nur bei einem Gerät lässt sich die Montagehöhe ohne Umrechnung aus der Unterlage ablesen, beim ViewSonic. Bei BenQ steht die Erklärung des Begriffs nicht neben der Zahl, sondern auf einer Fragenseite zu Golfsimulatoren. Bei Epson bleibt offen, worauf sich das Verhältnis 5:1 bezieht, und bei XGIMI, worauf sich die Prozent beziehen. Wer bei den übrigen vier wissen will, wo das Bild beginnt, muss das Gerät aufstellen und messen. Vor dem Kauf hilft ein Blick ins Handbuch, sofern der Hersteller es online stellt: Die Projektionstabelle des X1-4K Pro steht nicht auf der Produktseite, sondern auf Seite 15 des Handbuchs, das sich als PDF von der Herstellerseite laden lässt. Wer bei einem anderen Gerät keine solche Tabelle findet, kann den Kundendienst nach dem Versatz fragen, und zwar mit der Bitte um eine Angabe in Millimetern für eine bestimmte Bildgröße, damit keine Prozentangabe ohne Bezug zurückkommt.
Die Norm hilft hier wenig. ISO/IEC 21118 führt die Bildlage unter Nummer 5.3 nur als Wahlangabe, als feste oder verstellbare Bildposition mit dem Bereich der Linsenverschiebung. Unter Begriff 3.5 definiert sie die Verschiebung vom Bildmittelpunkt aus: Abstand der Bildmitte vom Schnittpunkt der Linsenachse mit der Fläche, geteilt durch die Bildhöhe. Keiner der sechs Hersteller sagt, ob seine Zahl so gemeint ist; BenQ rechnet nach eigener Erklärung vom Bildrand aus.
Auf dem Möbel: die Unterkante ausrechnen
Steht das Gerät auf einem Regal oder Sideboard, liegt die Linse auf einer bestimmten Höhe über dem Boden, und das Bild beginnt um den Versatz darüber. Ein Rechenbeispiel mit dem ViewSonic X1-4K Pro: Die Linsenmitte liegt einen Meter über dem Boden, das Bild soll 100 Zoll groß werden. Die Unterkante liegt dann bei 1,06 bis 1,19 Metern, die Oberkante bei 2,31 bis 2,43 Metern.
Das Beispiel zeigt die Grenze dieser Aufstellung. Ein Raum mit 2,5 Metern Deckenhöhe nimmt das Bild auf, aber knapp. Soll die Unterkante tiefer liegen, muss die Linse tiefer, also das Möbel niedriger sein. Soll das Bild größer werden, wächst es nach oben, denn der Versatz bleibt als Anteil der Bildhöhe gleich. Bei 120 Zoll und derselben Linsenhöhe nennt die Tabelle des Handbuchs einen Versatz von 75 bis 224 Millimetern bei 1.494 Millimetern Bildhöhe.
Wer einen kleineren Versatz will, braucht ein Gerät mit kleinerem Offset oder mit verstellbarer Linsenverschiebung. Beim BenQ TK705STi liegt die Kante nach der Erklärung von BenQ auf Höhe der Linsenmitte, das Bild beginnt also direkt über der Linse. Für ein Gerät auf dem Couchtisch, das vor dem Sofa steht, ist das günstig, weil die Unterkante dann so tief liegen kann wie der Tisch hoch ist. Ein Rechenbeispiel mit einer angenommenen Linsenhöhe von 50 Zentimetern über dem Boden: Mit dem Verhältnis 0,8 und 100 Zoll steht das Gerät 1,77 Meter vor der Wand, die Unterkante des Bildes liegt bei 50 Zentimetern, die Oberkante bei 175 Zentimetern. Das passt in jeden Raum mit normaler Deckenhöhe.
An der Decke: kopfüber und nach unten versetzt
An der Decke hängt der Beamer kopfüber, und der Versatz wirkt nach unten. BenQ beschreibt das für den Offset ausdrücklich: Bei Deckenmontage zählt der Abstand zwischen Linsenmitte und Oberkante des Bildes, bei 100 Prozent liegt die Oberkante auf Höhe der Linsenmitte. Der Abstand zur Fläche ändert sich dadurch nicht, nur die Richtung, in die das Bild versetzt ist. Für einen BenQ TK700 mit 110 Prozent hieße das nach der oben beschriebenen Lesart: Hängt die Linsenmitte in 2,40 Metern, liegt die Oberkante eines 100-Zoll-Bildes rund 12 Zentimeter tiefer, bei 2,28 Metern, und die Unterkante bei 1,03 Metern. Die Geräte führen dafür einen Projektionsmodus, der das Bild dreht, beim Acer etwa „Decke“ und „Decke hinten“.
Ein Beispiel mit denselben Werten wie oben, gespiegelt: Die Linsenmitte des X1-4K Pro hängt in 2,40 Metern Höhe. Die Oberkante eines 100-Zoll-Bildes liegt dann 62 bis 187 Millimeter tiefer, also bei 2,34 bis 2,21 Metern, die Unterkante bei 1,09 bis 0,97 Metern. Wer die Unterkante tiefer haben will, braucht eine längere Halterung, die das Gerät tiefer hängen lässt. Die Linsenhöhe selbst ergibt sich aus der Deckenhöhe, der Länge der Halterung und dem Abstand zwischen Montagefläche und Linsenmitte am Gerät; den letzten Wert zeigt die Maßzeichnung im Handbuch, und wo sie fehlt, misst man ihn am Gerät nach.
Bei Deckenmontage kommt der Kabelweg hinzu: Strom und HDMI müssen an die Decke, und die Länge des HDMI-Kabels wächst mit dem Abstand zur Quelle. Was dabei für die Kabel gilt und wie sie sauber verlegt werden, behandelt die Seite zur Verkabelung im Heimkino. Welche Anschlüsse ein Beamer überhaupt mitbringt und was eine HDMI-Fassung bedeutet, steht auf der Seite zu Beamer-Anschlüssen und HDCP.
Für die Bohrung gilt die Rechnung aus dem vierten Schritt mit einer Ergänzung: Gemessen wird von der Wand bis zur Linse, und die Halterung wird so gesetzt, dass die Linse an dieser Stelle hängt. Da die Linse bei den meisten Geräten vorn sitzt, liegt der Befestigungspunkt der Halterung um einen Teil der Gerätetiefe weiter hinten. Wo genau, zeigt die Lage der Montagelöcher, die das Handbuch des X1-4K Pro in seiner Gehäuseansicht als Deckenmontagelöcher ausweist.
Lens Shift: verschieben, ohne zu verzerren
Eine Linsenverschiebung bewegt das Bild, ohne das Gerät zu bewegen. Sie arbeitet in der Optik, das Bild bleibt rechteckig. Beim BenQ TK710 nennt die Spezifikation eine vertikale Linsenverschiebung von 10 Prozent, beim ViewSonic X1-4K Pro zeigt die Tabelle den Spielraum direkt: 62 bis 187 Millimeter Versatz bei 100 Zoll. Der XGIMI Horizon 20 hat den größten Bereich im Feld, vertikal ±120 und horizontal ±45 Prozent.
Die Fußnote von XGIMI zu diesem Bereich lohnt einen genauen Blick. Die Standardposition des Objektivs liegt danach bei 100 Prozent, erlaubt 20 Prozent zusätzlich nach oben und 120 Prozent nach unten. Die horizontale Verschiebung um bis zu 45 Prozent ist nur möglich, wenn die vertikale auf 0 steht. Und: Lens Shift und Trapezkorrektur lassen sich nicht kombinieren; ist Lens Shift aktiv, schaltet das Gerät die automatischen Bildanpassungen ab. Auf welche Größe sich die Prozent beziehen, sagt die Fußnote nicht. Nimmt man die Rechnung der Norm, die die horizontale Verschiebung auf die Bildbreite bezieht, entsprächen 45 Prozent bei 100 Zoll rund 1,00 Meter seitlich. Das wäre genug, um ein Gerät neben ein Fenster oder an den Rand eines Regals zu stellen und das Bild trotzdem mittig auf die Leinwand zu bringen; ob XGIMI es so meint, lässt sich aus der Seite nicht entscheiden, und ein Test vor Ort klärt es schneller als jede Rechnung.
ISO/IEC 21118 sieht für die Linsenverschiebung eine Schreibweise vor: den vertikalen Bereich als „XX % nach oben bis XX % nach unten“, gerechnet nach Begriff 3.5 vom Bildmittelpunkt aus. Für den X1-4K Pro lässt sich das aus der Millimetertabelle nachrechnen. Liegt die Unterkante 62 Millimeter über der Linsenmitte, liegt die Bildmitte 684,5 Millimeter darüber, das sind 55 Prozent der Bildhöhe; bei 187 Millimetern sind es 65 Prozent. So stünde es in der Sprache der Norm, und so steht es in keiner der zehn Unterlagen. Für die Praxis ist der Unterschied zwischen Linsenverschiebung und Trapezkorrektur größer als der zwischen den Schreibweisen. Die Linsenverschiebung bewegt das Bild, ohne seine Form zu ändern; die Trapezkorrektur ändert die Form elektronisch, und BenQ schreibt selbst, dass sie Helligkeit und Bildqualität beeinträchtigen kann. Wer zwischen zwei sonst gleichwertigen Geräten wählt und den Platz nicht frei bestimmen kann, gewinnt mit einer Linsenverschiebung Spielraum, den die Elektronik nicht ersetzt.
Trapezkorrektur: die letzte Lösung, nicht die erste
Wer den Beamer kippt, damit das Bild höher oder tiefer landet, bekommt ein Trapez: Die Kante, die weiter entfernt ist, wird breiter. Die Trapezkorrektur rechnet das Bild elektronisch so um, dass es wieder rechteckig erscheint. Beim BenQ TK710 etwa reicht sie laut Spezifikation vertikal und horizontal um je 30 Grad. BenQ schreibt selbst, dass die Korrektur nach dem Kippen Helligkeit und Bildqualität beeinträchtigen kann.
Zwei Hersteller zeigen, dass sich die Korrektur auch mit anderen Funktionen beißt. XGIMI schreibt, dass Lens Shift und Trapezkorrektur sich nicht kombinieren lassen. ViewSonic setzt beim Einschalten der Funktion Ultra Fast Input laut Handbuch Krümmung, Schrägposition, Eckenanpassung und Zoom auf Standard zurück. Wer am X1-4K Pro spielt und die schnelle Eingabe nutzt, verliert also eine vorher eingestellte Korrektur. Das Handbuch führt die Korrekturen als eigene Kapitel, die Korrektur der Schrägprojektion und die Anpassung der vier Ecken, und es beschreibt beide als Mittel für den Fall, dass das Gerät nicht gerade vor der Fläche steht. Die Reihenfolge des Handbuchs bestätigt damit, was auch hier gilt: zuerst die Aufstellung, dann die Optik, zuletzt die Elektronik.
Für die Planung folgt eine einfache Reihenfolge: zuerst den Platz so wählen, dass das Gerät gerade vor der Fläche steht, dann mit Zoom und Linsenverschiebung arbeiten, erst zuletzt korrigieren. Warum ein schräg aufgestelltes Gerät beim Spielen besonders stört, beschreibt die Seite zu Beamern für Gaming, auf der auch die Eingabeverzögerung der Geräte mit und ohne Spielmodus verglichen wird.
Ultrakurzdistanz: wo die einfache Formel an Grenzen stößt
Bei Ultrakurzdistanzgeräten ist die Rechnung dieselbe, aber der Messpunkt schwieriger. Das Licht tritt dort oben aus dem Gehäuse und wird über eine Optik steil an die Wand geworfen; wo genau die äußerste Linse sitzt, ist von außen schwer zu sagen. ISO/IEC 21118 sieht für solche Fälle unter Nummer 8 vor, den Abstand bei unbestimmter Messung durch eine Abbildung anzugeben.
Die Herstellerangaben zeigen, warum. XGIMI nennt für den MIRA das Verhältnis 0,175 und zugleich ein 100-Zoll-Bild „aus 19,3 cm Entfernung zur Wand“. Aus dem Verhältnis ergeben sich 38,7 Zentimeter ab Linse. Beide Zahlen stimmen vermutlich, sie messen nur von verschiedenen Punkten aus, und welcher das ist, sagt die Seite nicht. Bei Abständen von wenigen Dezimetern machen solche Unterschiede die halbe Rechnung aus. Dass es auch anders geht, zeigt Epson beim EH-LS670B: Die Produktseite nennt 0,3 bis 0,7 Meter für 60 bis 120 Zoll, und mit dem Verhältnis 0,25 ergeben sich 33 und 66 Zentimeter. Hier passen Verhältnis und Zentimeterangabe zusammen, gerundet auf Dezimeter.
Hisense nennt für den PX3-PRO im Produktdatenblatt das Verhältnis 0,22, aber keine Zentimeterangabe und keine Abbildung; die Formel ergibt für 100 Zoll 48,7 Zentimeter ab Linse, und wo die Linse im Gehäuse sitzt, bleibt offen. Wer ein Ultrakurzdistanzgerät plant, nimmt deshalb die Abbildung oder Tabelle des Herstellers für das konkrete Gerät, nicht allein die Formel. Wie die Geräte dieser Bauart sich in Verhältnis, Messpunkt und Wandanforderung unterscheiden, vergleicht die Seite zu Ultrakurzdistanz- und Kurzdistanzgeräten; dort ist auch beschrieben, warum ein solches Gerät eine sehr ebene Fläche braucht.
Wenn das Bild nicht passt: Größe, Höhe, Schieflage
Ist das Bild nach dem Aufstellen zu groß, gibt es drei Wege in dieser Reihenfolge. Erstens den optischen Zoom in Richtung des größeren Verhältnisses drehen, falls das Gerät einen hat. Zweitens das Gerät näher an die Fläche rücken; jeder Zentimeter verkleinert die Breite um den Kehrwert des Verhältnisses, bei 1,2 also um gut acht Millimeter. Drittens, wenn beides nicht geht, einen digitalen Zoom oder eine Bildverkleinerung im Menü nutzen.
Ist das Bild zu klein, gilt das Umgekehrte: Zoom in Richtung des kleineren Verhältnisses, Gerät weiter weg, und wenn der Raum zu Ende ist, ein Gerät mit kleinerem Verhältnis. Bei Geräten ohne Zoom, etwa dem BenQ TK705STi oder dem Acer H6518STi, bleibt nur der Abstand. Wer das vor dem Kauf ausrechnet, wählt das Verhältnis passend zum Raum statt den Raum passend zum Gerät.
Nach jeder Änderung von Abstand oder Zoom muss das Bild neu scharf gestellt werden. ISO/IEC 21118 verlangt unter Nummer 5.2, die Art der Scharfstellung anzugeben, manuell oder motorisch, und die Hersteller tun das: Epson nennt für den EH-LS670B einen manuellen Fokus, Acer für den H6518STi eine manuelle Scharfstellung, XGIMI für den Horizon 20 einen Autofokus. Bei einem manuellen Fokus gehört der Griff an den Fokusring zur Aufstellung dazu; bei einem Autofokus stellt das Gerät selbst nach, und der Blick auf die Bildränder bleibt trotzdem die letzte Kontrolle.
Mit der Bildgröße ändert sich auch die Helligkeit: Dasselbe Licht verteilt sich auf eine größere Fläche. Wie viel Licht ein größeres Bild braucht und was die verschiedenen Lumenangaben bedeuten, erklärt die Seite zu ANSI-Lumen und Helligkeitsangaben. Für die Planung reicht hier die Faustregel ohne Zahl: Ein Bild, das doppelt so breit ist, hat die vierfache Fläche.
Wenn das Bild schief, zu hoch oder zu tief sitzt
Sitzt das Bild zu hoch oder zu tief, ist der Versatz das Werkzeug, nicht das Kippen. Mit Linsenverschiebung lässt sich das Bild im angegebenen Bereich verschieben, beim X1-4K Pro bei 100 Zoll um 125 Millimeter, beim Horizon 20 deutlich weiter. Reicht das nicht, ändert man die Höhe der Linse: ein niedrigeres oder höheres Möbel, eine längere oder kürzere Deckenhalterung. Erst wenn beides ausgeschöpft ist, wird gekippt und korrigiert.
Ist das Bild schief, steht das Gerät nicht waagerecht oder nicht im rechten Winkel zur Fläche. Viele Geräte haben einen verstellbaren Fuß, der X1-4K Pro laut Handbuch etwa einen Einstellfuß; eine Wasserwaage auf dem Gehäuse zeigt, ob das Gerät gerade steht. Ein Bild, das auf einer Seite höher ist als auf der anderen, deutet auf ein schräges Gerät hin, ein Bild, das auf einer Seite breiter ist, auf ein seitlich verdrehtes. Beides lässt sich mechanisch beheben, und das ist besser als jede elektronische Korrektur.
Ist das Bild nur an den Rändern unscharf, während die Mitte scharf ist, kann das Gerät schräg zur Fläche stehen, sodass die Ränder unterschiedlich weit entfernt sind. Auch das behebt eine gerade Aufstellung. Bei Ultrakurzdistanzgeräten genügt dafür schon eine leichte Unebenheit der Wand, weil das Licht sehr flach auftrifft; mehr dazu steht im Vergleich der Leinwände, verlinkt weiter oben.
Wenn Rechnung und Messung nicht übereinstimmen
Eine Abweichung von wenigen Zentimetern zwischen Rechnung und Wirklichkeit ist normal. ViewSonic nennt sie selbst: In den technischen Daten des Handbuchs steht das Projektionsverhältnis mit dem Zusatz „95"±3%@2,41m“: Aus 2,41 Metern entsteht ein Bild von 95 Zoll, mit einer Toleranz von drei Prozent. Drei Prozent von 95 Zoll sind knapp drei Zoll Diagonale, rund sechs Zentimeter Bildbreite. Wer mit einer Fläche plant, die auf den Zentimeter passt, sollte diese Toleranz einrechnen.
Größere Abweichungen haben fast immer einen der drei Gründe dieser Seite. Gemessen wurde ab Gehäuse statt ab Linse; das macht bei Geräten mit Linse vorn wenig aus, bei Ultrakurzdistanzgeräten viel. Gerechnet wurde mit dem falschen Ende des Zoombereichs. Oder das Verhältnis stammt aus einem Datenfeld der Handelsplattform statt aus dem Datenblatt. Die Gegenprobe ist einfach: Breite des tatsächlichen Bildes messen, Abstand ab Linse messen, beides teilen; das Ergebnis ist das Verhältnis, mit dem das Gerät gerade arbeitet.
Wer ein Gerät fest einbauen will, folgt am besten der Empfehlung aus dem Handbuch des X1-4K Pro und testet Bildgröße und Entfernung vor Ort, bevor gebohrt wird. Ein Nachmittag mit dem Gerät auf einem Provisorium kostet weniger als ein zweites Loch in der Decke. Dabei lässt sich auch die Höhe gegenprüfen: Höhe der Bildunterkante messen, Höhe der Linsenmitte abziehen, das Ergebnis ist der tatsächliche Versatz. Weicht er deutlich von der Herstellerangabe ab, steht bei Geräten mit Linsenverschiebung die Verschiebung nicht in der Grundstellung, oder das Gerät ist gekippt. Beides lässt sich vor dem Bohren korrigieren, danach nur noch mit Aufwand. Wie man den ganzen Raum für Bild und Ton einrichtet, beschreibt die Seite Heimkino einrichten.
Der Sitzabstand ist ein anderes Maß
Der Projektionsabstand und der Sitzabstand werden oft verwechselt, weil beide von der Bildgröße abhängen. Der eine sagt, wo das Gerät steht, der andere, wo der Zuschauer sitzt. Ein Ultrakurzdistanzgerät steht wenige Dezimeter vor der Wand, der Zuschauer trotzdem mehrere Meter entfernt; ein Normaldistanzgerät kann über oder hinter dem Sofa hängen, also ungefähr dort, wo auch der Zuschauer sitzt.
Für den Sitzabstand gibt es eigene Empfehlungen, abhängig von Bildgröße und Auflösung. Sie stehen auf der Übersichtsseite des Beamer-Bereichs, und wie die Auflösung das Ergebnis beeinflusst, erklärt die Seite zu 4K-Beamern und Pixelversatz. Für diese Seite genügt der Hinweis: Erst die Bildgröße nach dem Sitzplatz festlegen, dann den Abstand des Geräts nach seinem Verhältnis ausrechnen.
Die Reihenfolge verhindert einen häufigen Umweg. Wer zuerst ein Gerät kauft und dann so groß projiziert, wie der Abstand hergibt, sitzt am Ende womöglich zu nah an einem zu großen Bild. Wer zuerst die Bildgröße wählt, sucht danach ein Gerät, dessen Verhältnis diese Größe am vorhandenen Platz erreicht. Ein Beispiel: Die Bildgröße steht mit 100 Zoll fest, das Regal hinter dem Sofa ist 3,05 Meter von der Leinwand entfernt. Gesucht ist dann ein Verhältnis von 3,05 geteilt durch 2,21, also rund 1,38. Ein Gerät mit 1,15 bis 1,5 enthält diesen Wert, eines mit festem 1,2 nicht; es würde aus diesem Abstand 115 Zoll erzeugen.
Sieben Rechenbeispiele zum Nachprüfen
Wohnzimmer, Gerät hinter dem Sofa
Rückwand 3,40 Meter von der Leinwand entfernt, Gerät mit der Rückseite zur Wand auf einem Regal, rund 25 Zentimeter Gehäusetiefe und 10 Zentimeter für die Stecker: Die Linse liegt 3,05 Meter vor der Leinwand. Gerät mit 1,15 bis 1,5. Breite zwischen 203 und 265 Zentimetern, also 92 bis 120 Zoll. Eine Leinwand mit 100 Zoll liegt im Bereich.
Spielzimmer, Gerät auf dem Couchtisch
Couchtisch 1,80 Meter vor der Wand, Gerät mit festem Verhältnis 0,8. Breite 225 Zentimeter, also rund 102 Zoll. Mit 100 Prozent Offset beginnt das Bild auf Höhe der Linse.
Sideboard mit Kurzdistanzgerät
Sideboard 1,20 Meter vor der Wand, Gerät mit festem Verhältnis 0,5 wie beim Acer H6518STi. Breite 240 Zentimeter, also rund 108 Zoll. Acer nennt selbst 91 Zoll aus einem Meter, das passt zur Rechnung: 90 Zoll.
Lowboard direkt unter dem Bild
Ultrakurzdistanzgerät mit 0,25, gewünscht sind 100 Zoll. Rechnerisch 55 Zentimeter ab Linse. Für den Platz auf dem Möbel zählt die Abbildung des Herstellers, weil die Linse im Gehäuse sitzt.
Deckenmontage in einem Altbau
Linsenmitte in 2,40 Metern, ViewSonic X1-4K Pro, 100 Zoll. Oberkante bei 2,34 bis 2,21 Metern, Unterkante bei 1,09 bis 0,97 Metern; Abstand ab Linse 2,55 bis 3,32 Meter.
Gerät an der Rückwand eines tiefen Raums
Linse vier Meter vor der Leinwand, Gerät mit 1,127 bis 1,46 wie der BenQ TK700. Breite zwischen 274 und 355 Zentimetern, also rund 124 bis 160 Zoll. Für eine Leinwand mit 120 Zoll ist der Raum schon zu tief: Selbst in der engsten Zoomstellung wird das Bild größer, das Gerät muss also näher heran, etwa auf ein Regal vor der Rückwand.
Gegenprobe nach dem Aufstellen
Bild gemessen 2,30 Meter breit, Abstand ab Linse 2,80 Meter. Verhältnis 1,22. Liegt der Wert im Bereich des Datenblatts, stimmt die Aufstellung; liegt er außerhalb, wurde falsch gemessen.
Alle Beispiele folgen derselben Formel, und alle lassen sich mit einem Taschenrechner nachprüfen. Die Werte für Verhältnisse und Versatz stammen aus den Herstellerunterlagen, die Raummaße sind Annahmen dieser Seite und sollen nur zeigen, wie die Rechnung läuft.
Der eine Satz
Gemessen wird ab der äußersten Linse, gerechnet wird Projektionsverhältnis mal Bildbreite, und wo das Bild an der Wand beginnt, steht nur bei sechs von zehn Herstellern überhaupt im Datenblatt.
Quellen, Prüftag und Rechenwege
- ISO/IEC 21118:2020, Vorschau-Auszug, Begriffe 3.5 und 3.6, Tabelle 1 Nummer 5.1, 5.3, 8 und 9.
- ViewSonic, Handbuch X1-4K Pro und X2-4K Pro, deutsch, Projektionsgrößen auf Seite 15 und technische Daten.
- BenQ, Fragen zu Golfsimulator-Projektoren, Abschnitt zum Projektor-Offset.
- BenQ TK710, Spezifikationen, dazu die Spezifikationen von TK700 und TK705STi.
- XGIMI Horizon 20, Produktseite, Lens Shift und Fußnote 7; dazu die Produktseite des XGIMI MIRA.
- Epson EH-LS670B, Produktseite, Projektionsverhältnis, digitaler Zoom, Projektionsdistanz und Offset.
- Weitere Unterlagen: Acer H6518STi, technische Daten auf acer.com; Hisense PX3-PRO, Produktdatenblatt; Valerion VisionMaster Pro, Spezifikation auf valerion.com. Abgerufen am 03.10.2026.
- Rechenwege: Breite eines 16:9-Bildes gleich Diagonale in Zoll mal 2,54 mal 16 geteilt durch die Wurzel aus 337, Höhe mit 9 statt 16; 4:3 mit dem Faktor 4/5; 21:9 mit 21 geteilt durch die Wurzel aus 522. Abstand gleich Verhältnis mal Breite. Bildlage nach ISO/IEC 21118 gleich Abstand der Bildmitte von der Linsenachse geteilt durch die Bildhöhe.

