Kegel und Scheibe: zwei Wörter, die selbst im Angebot durcheinandergeraten
Im Amazon-Angebot der De’Longhi Dedica KG521.M steht in einem Stichpunkt „Edelstahl-Kegelmahlwerk“, im Stichpunkt davor ist von zwei Mahlrädern und einer „oberen Mahlscheibe“ die Rede, die sich zum Reinigen entnehmen lässt. Die Anleitung der Mühle spricht nur vom „Mahlwerk“. Zwei Bauarten in einem Angebot, und keine Unterlage, die klärt, welche gemeint ist.
Bei der De’Longhi KG79 ist es umgekehrt. Amazon führt sie als Mühle mit Scheibenmahlwerk, De’Longhi auf der eigenen Produktseite mit „Flat burr“, also flachem Mahlwerk. Händlerseiten im Netz beschreiben dieselbe Mühle mit einem konischen, also kegelförmigen Mahlwerk. Wer nach der Bauart sucht, findet für ein und dieselbe Mühle beide Antworten.
Ein Teil der Verwirrung kommt aus dem Englischen. Dort heißt das Mahlwerk „burr“, und man unterscheidet „conical burr“ für den Kegel und „flat burr“ für die Scheibe. De’Longhi verwendet auf der deutschen Produktseite der KG79 den englischen Begriff „Flat burr“ unverändert. Viele Angebote übersetzen „burr“ mit „Mahlwerk“, manche mit „Mahlscheibe“, auch wenn ein Kegel gemeint ist. Wer ein Angebot liest, achtet deshalb auf das Wort vor „Mahlwerk“: Kegel, konisch, Scheibe, flach oder Schlag.
Diese Seite klärt zuerst, was die beiden Begriffe nach den Herstellern bedeuten, und prüft dann die Aussagen, die über sie verbreitet sind: dass Kegel leiser seien, Scheiben das Pulver erhitzten, Kegel für Espresso und Scheiben für Filter taugten, mehr Stufen feiner einstellten. Für jede Aussage steht, ob sie sich in den Unterlagen von 16 Mühlen belegen lässt, ob sie widerlegt wird oder ob die Unterlagen schweigen.
Das Ergebnis vorweg: Von den vierzehn geprüften Aussagen lässt sich keine einzige als Eigenschaft der Bauart belegen. Einige werden von einzelnen Mühlen widerlegt, die meisten lassen sich mit den verfügbaren Unterlagen weder bestätigen noch widerlegen. Was die Unterlagen dagegen deutlich zeigen: Die Unterschiede zwischen zwei Mühlen derselben Bauart sind oft größer als die zwischen den Bauarten.
Für den Kauf ist das eine gute Nachricht. Wer zwischen Kegel und Scheibe schwankt, muss sich nicht für eine Glaubensrichtung entscheiden, sondern kann die einzelne Mühle prüfen: Was sagt ihre Anleitung zum Mahlgrad, zur Laufzeit, zur Füllmenge, zur Reinigung? Diese Fragen lassen sich vor dem Kauf beantworten, wenn die Anleitung vorliegt. Die Frage nach der Bauart lässt sich mit Herstellerunterlagen dagegen kaum beantworten, weil die entscheidenden Messwerte fehlen.
Der Aufbau folgt dieser Unterscheidung. Zuerst werden die Begriffe geklärt, mit den Worten der Hersteller. Dann folgen die vierzehn Aussagen, jede mit einem kurzen Urteil am Anfang: belegt, widerlegt, teilweise oder nicht belegbar. Am Ende steht, was offen bleibt und wer es beantworten könnte.
Was ein Kegelmahlwerk ist, nach den Herstellern
Ein Kegelmahlwerk besteht aus einem kegelförmigen inneren Teil, der sich in einem äußeren Ring dreht. Die Bohnen fallen von oben in den Spalt zwischen beiden und werden auf dem Weg nach unten zerkleinert. Der Abstand zwischen Kegel und Ring bestimmt den Mahlgrad. So beschreiben es die Anleitungen nicht in einem Satz, aber in ihren Bauteilen.
Melitta nennt für die Calibra ein Kegelmahlwerk aus Stahl und beschreibt beim Reinigen einen äußeren Mahlwerksring, der sich entnehmen lässt. Cloer beschreibt für die 7520 einen Mahlkegel, der mit einer Hutmutter befestigt ist, darunter einen Flügelring, und oben einen Mahlring mit Dichtung. Graef nennt für die CM702 ein oberes und ein unteres Mahlwerk und einen Mahlkranz, über den der Mahlgrad eingestellt wird. Rommelsbacher nennt für die EKM 400 ein Kegelmahlwerk und einen Mahlstempel, der sich nach oben abziehen lässt.
Auch die Handmühlen dieses Themenbereichs haben Kegelmahlwerke, nach ihren Angeboten alle fünf. Silberthal nennt einen Kegel aus japanischem Edelstahl, Hario einen aus Keramik, Zassenhaus ein Mahlwerk aus gehärtetem Spezialstahl, Waldwerk eines aus Edelstahl, Groenenberg ein Kegelmahlwerk im Titel und ein Keramikmahlwerk in den Stichpunkten. Bei der Handmühle ist der Kegel die Regel.
Wie der Kegel eingestellt wird, unterscheidet sich von Mühle zu Mühle. Bei der Calibra dreht man an einem Wähler mit 39 Stufen, bei der Graef am Mahlkranz mit 24, bei der Cloer am Bohnenbehälter selbst, der auf die Mahlgrad-Markierungen gedreht wird. Bei den Handmühlen reicht die Spanne von einer stufenlosen Rändelschraube bei der Zassenhaus über sechs Stufen bei der Silberthal bis zu zehn hörbaren Klacks bei der Groenenberg. Die Bauart ist dieselbe, die Bedienung nicht.
Welche Kegelmühlen es mit Motor gibt und was ihre Anleitungen zu Laufzeit, Füllmenge und Mahlgrad sagen, zeigt der Vergleich der elektrischen Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk. Dort stehen die fünf Kegelmühlen, deren Unterlagen auch diese Seite nutzt.
Ein Detail aus der Cloer-Anleitung zeigt, wie fein ein Kegelmahlwerk aufgebaut ist. Unter der Hutmutter des Mahlkegels liegen eine Zahnscheibe und eine Unterlegscheibe, darunter der Kegel und ein Flügelring. Beim Zusammenbau müssen Flügelring und Kegel richtig positioniert sein, und der Mahlring mit seiner Dichtung muss mit drei Zähnen in drei Ausbuchtungen sitzen. Graef verlangt für die CM702, dass die Markierungen auf Einstellkragen und oberem Mahlwerk exakt übereinstimmen; sonst mahle das Gerät auf allen Stufen nur grob.
Was ein Scheibenmahlwerk ist, nach den Herstellern
Am genauesten beschreibt Rommelsbacher das Scheibenmahlwerk, in der Anleitung der EKM 200: Das Gerät sei mit zwei flachen, gezahnten Mahlscheiben ausgestattet. Die Scheiben lägen übereinander, die untere sei mit einem Motor verbunden, die obere fest. Über die Regulierung des Abstands der beiden Scheiben lasse sich der Mahlgrad in mehreren Stufen von feinem bis grobem Pulver einstellen.
WMF und Krups bestätigen das Bild über ihre Reinigungsanleitungen. Bei der Stelio und der GVX2 wird die obere Mahlscheibe zum Reinigen entnommen: Wähler auf die feinste Stufe, Scheibe im Uhrzeigersinn drehen und herausheben. Die untere bleibt im Gerät. De’Longhi nennt für die KG79 ein flaches Mahlwerk aus Edelstahl und abnehmbare Mahlwerke. Wancle nennt ein Scheibenmahlwerk ohne weitere Beschreibung.
Bei den Scheibenmühlen wird der Mahlgrad meistens über einen Drehwähler am Gehäuse eingestellt, nicht am Mahlwerk selbst. Rommelsbacher beschreibt für die EKM 200 einen Drehwähler, der nach links fein und nach rechts grob stellt, und einen zweiten für die Pulvermenge. WMF und Krups haben dieselbe Anordnung mit zwei Wählern. Das hat eine Folge für die Reinigung: Beim Ausbau der oberen Scheibe muss der Wähler auf eine Endstellung, und danach steht er nicht mehr dort, wo er vorher stand.
Der Unterschied zum Kegel liegt also in der Form: zwei flache Scheiben statt eines Kegels in einem Ring. Das Prinzip ist dasselbe, ein einstellbarer Abstand zwischen einem bewegten und einem festen Teil. Beide Bauarten halten einen Mahlgrad fest, der sich über einen Wähler einstellen und wiederfinden lässt. Wie Scheibenmühlen sich im Alltag mit Filterkaffee schlagen und welche Fehler beim Kauf vorkommen, steht im Vergleich der Kaffeemühlen für Filterkaffee.
Bei den Scheibenmühlen der Auswahl fällt auf, wie ähnlich ihre Bedienung ist. Alle fünf haben einen Wähler für den Mahlgrad und einen für die Menge, alle mahlen zeitgesteuert und schalten selbst ab. Unterschiede gibt es bei der Zahl der Stufen, bei der Füllmenge und bei dem, was die Anleitung erlaubt: WMF erlaubt das Verstellen bei laufendem Motor, Krups verbietet es, Rommelsbacher warnt, dass sich der Mahlgrad beim Ausbau des Mahlstempels verstellen kann.
Und das Schlagmesser: kein Mahlwerk im engeren Sinn
Die dritte Bauart, die bei der Suche nach einer Kaffeemühle auftaucht, ist das Schlagmesser. Bosch beschreibt es für die TSM6 offen: Ein Messer zerschlägt die Bohnen, und der Mahlgrad richte sich nach der eingefüllten Menge und der Mahldauer. Eine kürzere Mahldauer ergebe gröberes Pulver. Einen Wähler für den Mahlgrad gibt es nicht.
Damit unterscheidet sich das Schlagmesser grundsätzlich von Kegel und Scheibe. Bei beiden Mahlwerksbauarten ist der Mahlgrad eine Einstellung, die stehen bleibt. Beim Schlagmesser ist er eine Zeit, die man jedes Mal neu abpasst. Rommelsbacher zeigt den Unterschied in den Titeln: Die EKM 100 trägt den Hinweis „Mahlgrad über Mahldauer“, die EKM 200 „Mahlgrad einstellbar von grob bis fein“.
Für die Frage dieser Seite heißt das: Der große Unterschied liegt zwischen Schlagmesser und Mahlwerk, nicht zwischen Kegel und Scheibe. Wer eine Mühle mit Wähler sucht, hat mit beiden Mahlwerksbauarten die Grundfrage beantwortet. Alles Weitere ist eine Frage der einzelnen Mühle, wie die folgenden Abschnitte zeigen.
Wer bereits eine Schlagmessermühle besitzt und überlegt, auf ein Mahlwerk umzusteigen, kann die Bosch-Tabelle als Prüfstein nehmen. Wer sich an die Zeiten hält und mit dem Ergebnis zufrieden ist, braucht nicht zwingend eine neue Mühle. Wer jeden Morgen anders lange drückt und anderen Kaffee bekommt, findet in Kegel und Scheibe gleichermaßen die Lösung: einen Wähler, der den Mahlgrad festhält. Welche der beiden Bauarten es dann wird, entscheidet die einzelne Mühle mit ihrer Anleitung, ihrer Füllmenge und ihrer Preislage.
Schlagmessermühlen sind in den Suchergebnissen sehr präsent. Die Bosch TSM6 hatte am Prüftag 26.704 Rezensionen und stand auf Platz 118 der Bestsellerliste für Küche, Haushalt und Wohnen, die Krups F203 hatte 68.276 Rezensionen. Wer nach einer Kaffeemühle sucht, findet diese Geräte oft vor jeder Kegel- oder Scheibenmühle. Ihre Titel sagen nicht immer „Schlagmesser“; manche schreiben „Mahlgrad über Mahldauer“ oder „Mahlgrad variabel“.
Woher die Belege auf dieser Seite stammen
Geprüft wurden die Unterlagen von 16 Mühlen aus den drei Vergleichen dieses Themenbereichs. Unter den Kegelmühlen mit Motor sind es die Calibra von Melitta, die Dedica KG521.M von De’Longhi, die CM702 von Graef, die EKM 400 von Rommelsbacher und die 7520 von Cloer. Unter den Scheibenmühlen die EKM 200 von Rommelsbacher, die Stelio Edition von WMF, die KG79 von De’Longhi, die GVX2 von Krups und eine Mühle von Wancle.
Dazu kommen die Handmühlen von Zassenhaus, Hario, Silberthal, Groenenberg und Waldwerk und die Schlagmessermühle TSM6 von Bosch als Gegenbeispiel. Gelesen wurden die Amazon-Angebote, die Dateien an den Angeboten, die Produktseiten und, soweit verfügbar, die Bedienungsanleitungen der Hersteller.
Was diese Quellen nicht hergeben, sind Messungen. Keine Anleitung nennt eine Lautstärke in Dezibel, eine Temperatur des Pulvers oder eine Verteilung der Korngrößen. Aussagen über diese Größen lassen sich mit Herstellerunterlagen nicht prüfen, und diese Seite hat selbst nicht gemessen. Wo eine Aussage davon abhängt, steht das dabei.
Eine Einschränkung gilt auch für die Auswahl selbst. Die 16 Mühlen stammen aus drei Vergleichen, die jeweils nach Rezensionen, Kaufbox und Bauart ausgewählt wurden. Sie sind kein vollständiger Querschnitt des Marktes. Mühlen mit wenigen Rezensionen bei Amazon, etwa die Comandante C40 oder die Baratza Encore, sind nicht vertreten. Was hier für die Bauarten gilt, gilt für diese Auswahl und ist auf andere Mühlen nur übertragbar, wenn deren Unterlagen dasselbe sagen.
Die Urteile auf dieser Seite sind deshalb vorsichtig formuliert. „Belegt“ heißt, dass die Unterlagen der Mühlen die Aussage für die Bauart als Ganzes stützen. „Widerlegt“ heißt, dass mindestens eine Mühle das Gegenteil zeigt. „Teilweise“ heißt, dass die Aussage für einige Mühlen stimmt, aber nicht als Regel. „Nicht belegbar“ heißt, dass die Unterlagen schweigen. Keine der vierzehn Aussagen hat das Urteil „belegt“ bekommen.
Behauptung: Kegelmahlwerke sind leiser als Scheibenmahlwerke
Nicht belegbar. Keine der zehn elektrischen Mühlen nennt in Angebot oder Anleitung eine Lautstärke in Dezibel, weder die mit Kegel noch die mit Scheibe. Damit fehlt die Grundlage für jeden Vergleich, und zwar nicht nur zwischen den Bauarten, sondern auch zwischen zwei Mühlen derselben Bauart.
Was es gibt, sind Werbeaussagen, und sie sprechen eher für die Scheibe. Rommelsbacher nennt das Scheibenmahlwerk der EKM 200 im Angebot „leise“, Wancle verspricht für seine Scheibenmühle einen leisen Betrieb, der andere nicht stört. Für die Kegelmühlen fand sich keine vergleichbare Aussage. Belegt ist damit nichts, denn ohne Zahl ist „leise“ ein Adjektiv, kein Messwert.
Auch die Handmühlen geben keine Zahl. Bei ihnen ist das Geräusch das der Kurbel und des Mahlwerks, und Silberthal, Groenenberg, Hario, Zassenhaus und Waldwerk werben nicht mit Lautstärke. Wer eine Handmühle wegen der Ruhe kauft, verlässt sich auf eine Erwartung, nicht auf eine Angabe. Das ist kein Einwand gegen die Handmühle, nur eine Einordnung der Frage.
Wer eine leise Mühle sucht, hat deshalb nur zwei Wege: das Gerät vor dem Kauf hören, etwa im Laden, oder innerhalb der Widerrufsfrist zu der Tageszeit ausprobieren, zu der es laufen soll. Die Bauart allein gibt keine Antwort. Und wer eine Mühle ohne Motorgeräusch will, greift zur Handmühle; deren Geräusch ist das der Kurbel, und auch dafür nennt kein Hersteller eine Zahl.
Wer die Frage beantworten könnte: die Hersteller, wenn sie Schallleistungspegel angäben, wie es bei anderen Haushaltsgeräten üblich ist, oder Prüfinstitute, die beide Bauarten unter gleichen Bedingungen messen. In den Unterlagen dieser 16 Mühlen steht nichts davon.
Bis dahin hilft eine einfache Probe zu Hause: die Mühle zur gewohnten Zeit laufen lassen, in dem Raum, in dem sie stehen soll, und darauf achten, ob das Geräusch stört. Diese Probe ist für Kegel und Scheibe dieselbe, und sie kostet nur die Zeit eines Mahlvorgangs.
Ein Hinweis aus den Anleitungen betrifft die Lautstärke indirekt. Rommelsbacher verlangt für die EKM 200 eine stabile und ebene Fläche, Rommelsbacher warnt für die EKM 200, Steinchen in den Bohnen könnten das Mahlwerk blockieren, und meldet bei der EKM 400 eine Blockade mit dem Code E2. Ein ungewöhnliches Geräusch beim Mahlen ist bei beiden Bauarten ein Grund, sofort auszuschalten und nach einem Fremdkörper zu sehen, wie die Anleitungen es beschreiben.
Behauptung: Scheibenmahlwerke erhitzen das Pulver stärker
Nicht belegbar. Keine Anleitung nennt eine Temperatur des Pulvers oder des Mahlwerks, für keine Bauart. Was die Unterlagen enthalten, sind Werbeaussagen auf beiden Seiten. Rommelsbacher nennt das Scheibenmahlwerk der EKM 200 „aromaschonend“, WMF das der Stelio ebenso, Wancle verspricht für seine Scheibenmühle eine Extraktion ohne Überhitzung.
Bei den Kegelmühlen findet sich das Wort Wärme nur im Zusammenhang mit dem Motor. Melitta beschreibt für die Calibra eine Anzeige, die erscheint, wenn der Motor durch zu häufiges Mahlen überhitzt ist; dann muss er 60 Minuten abkühlen. Rommelsbacher begrenzt die EKM 400 auf drei Minuten Dauerbetrieb, De’Longhi verlangt bei der Dedica nach zwei Mahlvorgängen 15 Minuten Pause. Das sind Grenzen für den Motor, keine Angaben zum Pulver.
Bemerkenswert ist, dass die Laufzeitgrenzen bei den Kegelmühlen strenger ausfallen als bei der einzigen Scheibenmühle, die eine nennt. Die Calibra erlaubt 50 Sekunden je Mahlvorgang, die EKM 200 zwei Minuten. Daraus folgt nichts über die Bauart, denn die EKM 400 als Kegelmühle erlaubt drei Minuten. Es zeigt nur, dass jede Mühle ihre eigene Grenze hat, und dass man sie in der Anleitung findet, nicht im Angebot.
Bei der Scheibenmühle EKM 200 nennt Rommelsbacher ebenfalls eine Grenze: zwei Minuten Dauerbetrieb, dann zwei Minuten abkühlen. Die Laufzeitgrenzen finden sich also bei beiden Bauarten, und sie sagen etwas über die Belastbarkeit des Motors, nicht über die Temperatur des Kaffees. Silberthal schreibt für die Handmühle, von Hand gemahlene Bohnen würden nicht erhitzt wie bei elektrischen Mühlen; auch das ist eine Aussage ohne Messwert.
Wer die Frage beantworten könnte: ein Labor, das die Temperatur des Pulvers direkt nach dem Mahlen bei beiden Bauarten und gleicher Menge misst. In keiner der gelesenen Unterlagen ist so eine Messung genannt.
Was sich aus den Unterlagen ableiten lässt, ist eine praktische Regel für beide Bauarten: die Laufzeitgrenze einhalten und nur die Menge mahlen, die gebraucht wird. Rommelsbacher, WMF und Zassenhaus raten ausdrücklich dazu, nur für den sofortigen Bedarf zu mahlen. Wer das tut, lässt die Mühle kurz laufen, und bei kurzer Laufzeit stellt sich die Frage nach der Wärme kaum.
Behauptung: Kegel ist für Espresso, Scheibe für Filterkaffee
Widerlegt als Regel. Die Unterlagen zeigen Mühlen beider Bauarten für beide Zubereitungen. Die Kegelmühle Cloer 7520 nennt ihre Anleitung ausdrücklich für Filterkaffee optimiert. Die Kegelmühle Calibra ordnet ihre Skala Espresso, Filterkaffee, Pour Over, Cold Brew und French Press zu. Die Scheibenmühle EKM 200 ordnet feines Pulver automatischen Pumpendruck-Espressomaschinen zu, mittleres herkömmlichen Boiler-Espressoautomaten.
Richtig ist, dass die Mühlen dieses Themenbereichs mit Siebträgerzubehör Kegelmühlen sind: die Graef CM702 mit zwei Haltern für Siebträger, die Dedica mit Siebträgerzubehör und einer speicherbaren Mahlzeit. Daraus folgt aber nicht, dass jede Kegelmühle für Espresso taugt. Die Calibra-Anleitung weist Espresso nur die fünf feinsten von 39 Stufen zu.
Für den Siebträger zählt außerdem, wie fein sich die Menge dosieren lässt. Die Dedica erlaubt eine eigene Mahlzeit für den Siebträger von höchstens etwa sieben Sekunden. Die Graef CM702 mahlt über einen Kontaktschalter direkt in den Siebträger, solange er gegen den Schalter gedrückt wird. Beides sind Kegelmühlen, aber die Dosierung ist eine Frage der Ausstattung, die es bei Scheibenmühlen ebenso geben könnte.
Für Filterkaffee ergibt sich ein ähnliches Bild. Die Scheibenmühlen EKM 200 und Stelio werden im Angebot für Filterkaffee beworben, die Kegelmühle Cloer 7520 ebenso. Was für Filterkaffee zählt, steht in den Anleitungen beider Bauarten gleich: Handfilter gröber als Filtermaschine, wie Rommelsbacher und WMF schreiben.
Die Kegelmühle Cloer 7520 zeigt, wie wenig die Bauart über den Zweck sagt. Ihre Anleitung nennt sie für Filterkaffee optimiert, beschreibt aber trotzdem, wie man Espresso und French Press mit ihr mahlt. Die Scheibenmühle EKM 200 ordnet extra-feines Pulver der Mokkazubereitung zu und feines dem Pumpen-Espresso. Beide decken also mehr ab, als ein Bauartschema vermuten ließe.
Wer eine Mühle für den Siebträger sucht, sollte deshalb nicht nach der Bauart, sondern nach dem feinen Ende der Skala und der Feinheit der Schritte fragen. Welche Mühlen dafür gebaut sind, ordnet der Vergleich der passenden Mühle für die Siebträgermaschine.
Behauptung: Mehr Stufen bedeuten eine feinere Einstellung
Nicht belegbar. Die Stufenzahl ist die Zahl, mit der fast alle Angebote werben, aber keine einzige Anleitung sagt, wie groß der Schritt zwischen zwei Stufen ist. Keine nennt eine Spanne in Mikrometern, keine den Abstand zwischen den Mahlflächen bei der feinsten und der gröbsten Einstellung. Ob 39 Stufen feiner einstellen als 9, hängt davon ab, wie weit der Bereich reicht, und das sagt niemand.
Die Werte als Liste
- Kegel: Melitta Calibra: 39 Stufen Stufen
- Kegel: Rommelsbacher EKM 400: 35 Stufen Stufen
- Scheibe: Wancle: 28 Stufen laut Angebot Stufen
- Kegel: Graef CM702: 24 Stufen laut Angebot Stufen
- Kegel: De'Longhi Dedica: 18 Stufen laut Angebot Stufen
- Scheibe: WMF Stelio: 17 Stufen Stufen
- Scheibe: Krups GVX2: 17 Stufen Stufen
- Scheibe: De'Longhi KG79: 1 bis 16 beim Hersteller, 17 im Angebot Stufen
- Kegel: Cloer 7520: 15 im Angebot, Skala bis 18 Stufen
- Scheibe: Rommelsbacher EKM 200: 9 Stufen auf der Skala Stufen
Die Grafik zeigt, dass die Stufenzahl nicht an der Bauart hängt. Die meisten Stufen hat eine Kegelmühle, die wenigsten eine Scheibenmühle, aber dazwischen mischen sich beide. Die Scheibenmühle von Wancle hat mit 28 mehr Stufen als drei der fünf Kegelmühlen, die Kegelmühle von Cloer mit 15 weniger als drei der fünf Scheibenmühlen.
Bei zwei Mühlen stimmt nicht einmal die Zahl. Die De’Longhi KG79 hat laut Angebot 17 Stufen, laut Herstellerseite einen Mahlgrad von 1 bis 16. Die Cloer 7520 hat laut Angebot 15 Stufen, ihre Anleitung nennt als gröbste Einstellung die 18. Wer nach der Stufenzahl wählt, wählt nach einer Angabe, die nicht einmal zwischen Angebot und Anleitung übereinstimmt.
Wichtiger als die Zahl ist, ob die Anleitung sagt, wo auf der Skala welche Zubereitung liegt. Das tun bei den Kegelmühlen die Calibra und die Cloer, bei den Scheibenmühlen die EKM 200. Mit neun Stufen und einer klaren Zuordnung kommt man beim Filterkaffee schneller ans Ziel als mit 28 Stufen ohne jede Angabe.
Graef beschreibt als einziger Hersteller, wie man die Skala selbst verschiebt, und das bei einer Kegelmühle. Mahlt die CM702 auf der feinsten Stufe nicht fein genug, lässt sich eine Unterlegscheibe unter den unteren Mahlkegel setzen, die die Einstellung um etwa sieben Stufen in Richtung fein verschiebt. Für die Scheibenmühlen fand sich keine vergleichbare Anweisung. Ob das an der Bauart liegt oder an den Herstellern, lässt sich nicht sagen.
Behauptung: Kegelmühlen haben größere Bohnenbehälter
Teilweise, aber nicht als Regel. Unter den fünf Kegelmühlen hat die Calibra mit rund 375 Gramm den größten Bohnenbehälter aller zehn, gefolgt von der Cloer mit 300 Gramm. Unter den Scheibenmühlen führt die EKM 200 mit 250 Gramm, gleichauf mit der Graef CM702, deren 250 Gramm allerdings nur im Angebot stehen. Die EKM 400, eine Kegelmühle, fasst 220 Gramm und damit weniger als die Scheibenmühle EKM 200 aus demselben Haus.
Am unteren Ende liegen beide Bauarten nah beieinander. Die Scheibenmühle KG79 fasst 120 Gramm, die WMF Stelio 180 Gramm, die Krups 200 Gramm laut Datenfeld. Für die Kegelmühle Dedica fand sich keine Angabe, für die Scheibenmühle Wancle nur „12 cups“. Bei den Handmühlen, alle mit Kegel, liegen die Füllmengen zwischen 16 und 50 Gramm.
Die Füllmenge hängt also an der einzelnen Mühle, nicht an der Bauart. Wer eine große Füllmenge braucht, liest sie im Angebot und prüft sie in der Anleitung. Bei der WMF lohnt das besonders: Am Angebot hängt eine ältere Anleitung mit 150 Gramm, die aktuelle Anleitung des Herstellers nennt 180.
Bei den Handmühlen ist die Füllmenge der größere Unterschied als bei den elektrischen. Die Silberthal fasst 16 bis 17 Gramm, die Hario 24 Gramm Pulver, die Groenenberg laut Datenfeld 35 und die Zassenhaus 50. Für eine Kanne mit einem halben Liter braucht man nach der Mengentabelle von Melitta 25 bis 30 Gramm. Alle fünf haben einen Kegel; über die Kanne entscheidet die Füllmenge, nicht die Bauart.
Behauptung: Scheibenmühlen sind leichter zu reinigen
Teilweise. Bei den drei Scheibenmühlen mit lesbarer Anleitung lässt sich die obere Mahlscheibe ohne Werkzeug entnehmen: bei der WMF und der Krups mit einer Drehung, bei der EKM 200 der ganze Mahlstempel über einen Bajonettverschluss. Bei den Kegelmühlen ist es meistens ebenso einfach, aber nicht immer.
Die Calibra und die Graef CM702 lassen den äußeren Ring beziehungsweise den Mahlkranz samt oberem Mahlwerk ohne Werkzeug abnehmen, die Dedica den oberen Teil des Mahlwerks nach einer Drehung des Reglers auf „OPEN“, die EKM 400 den Mahlstempel nach oben. Die Ausnahme ist die Cloer 7520: Ihr Kegel wird laut Anleitung mit einem Maulschlüssel der Größe 8 gelöst, während man mit einem Schraubenzieher kontert.
Größer als der Unterschied der Bauarten ist der Unterschied bei den Regeln. Melitta verbietet für die Kegelmühle Calibra Wasser am Mahlwerk, Cloer erlaubt für die Kegelmühle 7520 ein feuchtes Tuch. WMF und Krups erlauben die Spülmaschine für die Behälter ihrer Scheibenmühlen, Melitta und De’Longhi schließen sie aus. Wie man welche Mühle reinigt, ordnet der Ratgeber Kaffeemühle reinigen.
Behauptung: Handmühlen haben immer ein Kegelmahlwerk
Für die fünf ausgewählten Handmühlen stimmt es, als Regel ist es nicht belegt. Alle fünf werden im Angebot mit Kegelmahlwerk beworben: Zassenhaus, Hario, Silberthal, Groenenberg, Waldwerk. Unter den Handmühlen, die nicht in die Auswahl kamen, nennen zwei die Bauart nicht. Die PARACITY mit 3.393 Rezensionen spricht von einem Keramikmahlwerk, die Retoo mit 594 von einem keramischen Mahlkern.
In den Suchvorschlägen taucht die Kombination „Handkaffeemühle Scheibenmahlwerk“ auf, gefragt wird also danach. In den Titeln der 18 Handmühlen, die für den Vergleich gelesen wurden, nannte keine ein Scheibenmahlwerk. Ob es solche Mühlen im deutschen Handel gibt, lässt sich aus diesen Unterlagen nicht sagen.
Für den Käufer einer Handmühle ist die Bauart damit fast immer entschieden; die Fragen liegen woanders: Füllmenge, Mahlgradeinstellung, Werkstoff und Reinigung. Welche Handmühle wie viel fasst und was ihre Unterlagen sagen, steht im Vergleich der Handkaffeemühlen.
Behauptung: Keramik mahlt besser als Stahl
Nicht belegbar. Keine Unterlage vergleicht die beiden Werkstoffe beim Mahlergebnis. Was die Unterlagen hergeben, betrifft die Pflege: Das Keramikmahlwerk der Hario lässt sich laut Hario Europe zum Waschen zerlegen. Bei den Stahlmahlwerken der elektrischen Mühlen verbieten Melitta und De’Longhi Wasser ausdrücklich.
Bei den elektrischen Mühlen ist Stahl die Regel. Melitta nennt Stahl für die Calibra, Rommelsbacher Stahl für die EKM 200, De’Longhi Edelstahl für die KG79, Krups Edelstahl für die GVX2. Keramik kommt in diesem Themenbereich vor allem bei Handmühlen vor. Bei der Groenenberg ist der Werkstoff nicht eindeutig: Titel und Stichpunkte nennen verschiedene Angaben.
Wer die Frage beantworten könnte: Messungen der Korngrößenverteilung bei gleicher Einstellung und gleicher Bohne, für beide Werkstoffe. Herstellerunterlagen enthalten so etwas nicht. Wer zwischen Keramik und Stahl wählt, wählt nach der Pflege, die er bevorzugt, nicht nach einem belegten Unterschied im Kaffee.
Bei den Stahlmahlwerken beschreiben einige Hersteller die Behandlung des Metalls. Zassenhaus nennt für die Brasilia einen extra harten, geschmiedeten und gehärteten Spezialstahl, Silberthal japanischen Edelstahl, Waldwerk Edelstahl der Sorte 304, De’Longhi Edelstahl für das flache Mahlwerk der KG79. Was diese Angaben für das Mahlergebnis bedeuten, sagt keiner der Hersteller. Sie beschreiben den Werkstoff, nicht die Wirkung.
Bei Keramik kommt eine Frage hinzu, die keine Anleitung beantwortet: Wie verhält sich das Mahlwerk, wenn ein Steinchen in den Bohnen ist? Für die elektrischen Stahlmahlwerke beschreiben Rommelsbacher und WMF, was bei einer Blockade zu tun ist. Für das Keramikmahlwerk der Hario fand sich dazu nichts, weil die Anleitung als Bilddatei ohne lesbaren Text vorliegt. Wer eine Keramikmühle kauft, sollte diese Frage beim Hersteller stellen.
Behauptung: Laufzeitgrenzen haben nur billige Mühlen
Widerlegt. Die Mühle mit der strengsten Grenze ist die teuerste der fünf Kegelmühlen. Melitta begrenzt die Calibra auf höchstens 50 Sekunden je Mahlvorgang und verlangt nach zu häufigem Mahlen eine Stunde Abkühlzeit. Die Dedica, in der oberen Mitte der Preislage, verlangt nach zwei Mahlvorgängen 15 Minuten Pause. Die EKM 400 erlaubt drei Minuten am Stück.
Bei den Scheibenmühlen nennt nur die EKM 200 eine Grenze: zwei Minuten Dauerbetrieb, dann zwei Minuten Abkühlen. Die WMF und die Krups nennen keine, für die KG79 und die Wancle fand sich keine Anleitung. Fehlende Angaben heißen nicht, dass es keine Grenze gibt, sondern dass man sie vor dem Kauf nicht kennt.
Für die Wahl zwischen den Bauarten folgt daraus nichts. Laufzeitgrenzen gibt es bei Kegel und Scheibe, in jeder Preislage. Wer große Mengen am Stück mahlt, liest den Abschnitt zur Benutzungsdauer in der Anleitung, bevor er kauft.
Bei den Handmühlen gibt es keine Laufzeitgrenze, weil kein Motor heiß wird. Die Grenze liegt dort in der Füllmenge und im eigenen Arm. Wer mit einer Silberthal einen Liter Filterkaffee mahlt, füllt nach den Zahlen der Handmühlen-Seite viermal; mit einer Zassenhaus ein- bis zweimal. Auch hier entscheidet nicht der Kegel, den beide haben, sondern das Fassungsvermögen.
Die Grenzen lassen sich in Tassen übersetzen, wo die Anleitung es tut. Rommelsbacher schreibt für die EKM 200 in Klammern hinter die zwei Minuten: zweimal 12 Tassen. Für die Calibra mit ihren 50 Sekunden je Mahlvorgang fehlt eine solche Übersetzung, ebenso für die Dedica. Wer zwei große Kannen am Morgen braucht, kommt mit der EKM 200 an die Grenze, mit der EKM 400 nicht.
Behauptung: Mehr Watt bedeuten eine bessere Mühle
Nicht belegbar, und bei zwei Mühlen nicht einmal die Wattzahl selbst. Die Leistungsangaben der zehn elektrischen Mühlen liegen zwischen 100 und 200 Watt, bei beiden Bauarten. Keine Anleitung verbindet die Leistung mit dem Mahlergebnis.
- 100 bis 200 W: alle Angaben beider Bauarten: 100 bis 200 W
- Scheibe: Krups GVX2: 100 W — im Korridor, 100 W laut Datenfeld
- Scheibe: EKM 200 und WMF Stelio: 110 W — im Korridor, 110 W laut Anleitung
- Kegel: Graef CM702: 128 W — im Korridor, 128 W laut Herstellerseite
- Kegel: Dedica: 150 W — im Korridor, 150 W laut Anleitung
- Kegel: Cloer 7520: 145 W — im Korridor, 140 bis 150 W laut Anleitung
- Scheibe: De'Longhi KG79: 170 W — im Korridor, 170 W beim Hersteller, 110 W im Datenfeld
- Kegel: EKM 400: 200 W — im Korridor, 200 W laut Anleitung, 130 W im Titel
Zwei Angaben widersprechen sich zwischen Angebot und Hersteller. Die Kegelmühle EKM 400 steht im Angebotstitel mit 130 Watt, in Anleitung und Herstellerseite mit 200. Die Scheibenmühle KG79 steht im Datenfeld mit 110 Watt, auf der Herstellerseite mit 170 Watt Eingangsleistung. Wer nach Watt vergleicht, vergleicht womöglich zwei falsche Zahlen.
Bei der EKM 400 lässt sich der Widerspruch auflösen, weil Anleitung und Herstellerseite übereinstimmen: 200 Watt. Bei der KG79 nennt die Herstellerseite eine Eingangsleistung von 170 Watt, das Datenfeld bei Amazon 110 Watt Wattleistung; ob das zwei Messgrößen sind oder ein Fehler, sagt keine Unterlage, weil für die KG79 keine Anleitung lesbar war. Wer die Leistung wissen muss, etwa für eine Steckdose mit begrenzter Absicherung, liest das Typenschild.
Für den Stromverbrauch ist die Leistung zweitrangig, weil eine Mühle nur Sekunden läuft. Mehr fällt der Standby ins Gewicht, den Rommelsbacher für die EKM 200 und die EKM 400 mit unter 0,5 Watt angibt. Die Rechnung dazu steht im Vergleich der Kegelmühlen.
Die Leistung hat noch eine zweite Seite, die keine Anleitung anspricht: Ob eine stärkere Mühle schneller mahlt, hängt auch davon ab, wie viel Pulver sie je Sekunde ausgibt, und das nennt kein Hersteller. Rommelsbacher und Krups beschreiben die Menge über die Laufzeit, nicht über die Leistung. Wer die Ausgabe seiner Mühle kennen will, mahlt einmal eine bestimmte Zeit und wiegt das Pulver.
Behauptung: Kegelmühlen sind teurer als Scheibenmühlen
Für die Auswahl dieses Themenbereichs nicht als Regel belegbar. Die teuerste der zehn elektrischen Mühlen ist eine Kegelmühle, die Calibra. Aber unter den Kegelmühlen liegt die Cloer 7520 in der untersten Preislage ihrer Auswahl, die EKM 400 in der unteren Mitte, und die Scheibenmühlen EKM 200, WMF Stelio und Krups liegen in der Mitte ihrer Auswahl.
Preise stehen auf dieser Seite nicht, nur die Preislage, und die Preislagen der beiden Vergleiche sind innerhalb der jeweiligen Auswahl gebildet. Ein direkter Vergleich über beide Gruppen hinweg wäre eine Momentaufnahme, die sich innerhalb weniger Tage ändern kann. Sicher ist nur: In beiden Bauarten gibt es Mühlen in der unteren und in der mittleren Preislage.
Bei den Handmühlen reicht die Preislage von der Groenenberg unten bis zur Waldwerk oben, alle mit Kegel. Die teuerste Handmühle der Auswahl ist dabei die mit den dünnsten Unterlagen: Für die Waldwerk fand sich keine Anleitung und kein Hersteller. Auch hier zeigt sich, dass der Preis weder an der Bauart noch an der Qualität der Unterlagen hängt.
Die Hersteller selbst bieten beide Bauarten nebeneinander an. Rommelsbacher hat die EKM 200 mit Scheiben und die EKM 400 und EKM 500 mit Kegel, De’Longhi die KG79 mit Scheiben und die Dedica mit Kegel. Bei beiden Herstellern ist die Kegelmühle die besser ausgestattete, mit Display oder Siebträgerzubehör. Ob der Preisunterschied an der Bauart oder an der Ausstattung liegt, lässt sich daraus nicht trennen.
Ausstattung ist ohnehin das, was im Alltag auffällt. Die Calibra hat eine Waage, die EKM 400 ein Display mit Portionswahl und eine Antistatik-Funktion, die Graef zwei Siebträgerhalter, die Dedica ein Aroma in drei Stufen. Bei den Scheibenmühlen findet sich Vergleichbares seltener: zwei Drehwähler, eine Start-Taste, bei der WMF ein Gehäuse aus Edelstahl. Wer eine dieser Funktionen will, wählt die Mühle danach, und die Bauart kommt mit.
Behauptung: Eine Kegelmühle hält länger
Nicht belegbar. Keine Anleitung nennt eine Lebensdauer des Mahlwerks in Jahren oder in Kilogramm Kaffee, für keine Bauart. Was die Unterlagen nennen, sind Garantien, und die unterscheiden sich nach Hersteller, nicht nach Bauart.
Die längste Garantie hat eine Handmühle mit Kegel: Zassenhaus gibt laut Anleitung 25 Jahre auf das Mahlwerk der Brasilia. Bei den elektrischen Kegelmühlen nennt Rommelsbacher für die EKM 400 zwei Jahre Qualitätsgarantie, Cloer eine Herstellergarantie nur nach Registrierung, Graef 24 Monate. Bei den Scheibenmühlen nennt Rommelsbacher für die EKM 200 ebenfalls zwei Jahre, WMF für die Stelio 24 Monate laut älterer Anleitung, De’Longhi für die KG79 zwei Jahre.
Einen Hinweis auf Verschleiß gibt ausgerechnet eine Kegelmühle. De’Longhi schreibt für die Dedica, mit der Zeit nutzten sich die Mahlwerke ab und die Pulvermenge werde weniger; dann solle man beim Kundendienst neue Mahlwerke kaufen. Für die Scheibenmühlen fand sich kein vergleichbarer Satz, was nicht heißt, dass sie nicht verschleißen.
Wer die Frage beantworten könnte: Hersteller, die Ersatzmahlwerke anbieten und wissen, wie oft sie verkauft werden, oder Werkstätten, die Mühlen beider Bauarten reparieren. In den Unterlagen steht dazu nichts.
Für den Käufer bleibt eine praktische Regel: Wer eine Mühle lange nutzen will, achtet auf Ersatzteile und Garantie, nicht auf die Bauart. Das Amazon-Datenfeld der Zassenhaus Brasilia nennt eine Verfügbarkeit von Ersatzteilen in der EU von 25 Jahren. Bei den elektrischen Mühlen fand sich eine solche Angabe nicht; Rommelsbacher hat in der Anleitung der EKM 400 ein Kapitel zu Ersatzteilen und Zubehör.
Behauptung: Scheibenmühlen behalten mehr Pulver im Gerät
Nicht belegbar. Wie viel Pulver nach dem Mahlen im Gerät bleibt, nennt keine Anleitung, für keine Bauart. Die Frage ist verbreitet, weil zurückbleibendes Pulver beim nächsten Mahlen in die Tasse gelangt und dort alt schmeckt. Graef beschreibt diesen Effekt für die Kegelmühle CM702 ausdrücklich: Im Gerät verbliebener, alter Kaffee könne oxidieren und das Ergebnis beeinträchtigen.
Hinweise auf Pulverreste finden sich bei beiden Bauarten. Rommelsbacher schreibt für die Scheibenmühle EKM 200, je feiner der Mahlgrad und je ölhaltiger das Pulver, desto öfter müsse die Auswurföffnung gereinigt werden. Cloer schreibt für die Kegelmühle 7520, bei feineren Mahlgraden könne sich der Durchgang zwischen Mahlwerk und Pulverbehälter schneller zusetzen. Melitta nennt für die Kegelmühle Calibra einen Pulverschacht, der regelmäßig zu reinigen sei.
Die Anleitungen beider Bauarten beschreiben damit dasselbe Problem und dieselbe Lösung: regelmäßig reinigen, bei feinem Mahlgrad öfter. Eine Zahl, wie viel Gramm im Gerät bleiben, fehlt bei allen. Wer es wissen will, wiegt Bohnen vor und Pulver nach dem Mahlen; die Differenz ist der Rest im Gerät, abzüglich dessen, was beim Umfüllen verloren geht.
Einen Hinweis darauf, wie Hersteller mit Resten umgehen, geben die Ratschläge zum Leermahlen. Melitta verlangt, die Calibra vor der Reinigung komplett leer zu mahlen, Cloer, den Bohnenbehälter nur leer abzunehmen. Wer vor einem Sortenwechsel leer mahlt und die ersten Gramm der neuen Sorte nicht verwendet, umgeht das Problem bei beiden Bauarten, ohne zu wissen, wie groß es ist.
Behauptung: Nur Scheibenmühlen haben eine Tassenautomatik
Widerlegt. Die Mengensteuerung hängt nicht an der Bauart. Unter den Kegelmühlen haben die Dedica, die EKM 400 und die Cloer eine Tassen- oder Portionsautomatik, und die Calibra mahlt wahlweise nach Tassenzahl oder nach Gewicht mit einer eingebauten Waage. Unter den Scheibenmühlen haben alle fünf einen Wähler für die Tassenzahl.
Wie die Tassenautomatik arbeitet, ist bei beiden Bauarten gleich: Sie stellt eine Laufzeit ein, keine Grammzahl. Krups schreibt, je höher die Tassenzahl, desto länger laufe das Gerät; WMF nennt die Tassenangaben nur eine Orientierung; De’Longhi schreibt für die Dedica, die Menge hänge von Geschmack, Röstung und Mahlgrad ab. Cloer legt die Automatik der 7520 auf rund 5 bis 7 Gramm je Tasse aus.
Wer nach Gramm arbeiten will, hat zwei Wege: eine Mühle mit Waage wie die Calibra oder eine Küchenwaage daneben. Beide Wege sind von der Bauart unabhängig. Die Bauart entscheidet also auch hier nicht; die Ausstattung tut es.
Interessant ist, wie verschieden die Hersteller die Menge je Tasse beschreiben. De’Longhi erlaubt bei der Dedica ein Aroma in drei Stufen, das die Pulvermenge je Tasse verändert, nicht den Mahlgrad. Rommelsbacher lässt bei der EKM 400 die Portionsgröße laut Herstellerseite in zehn Stufen einstellen. Krups rät, für einen stärkeren Kaffee die Menge zu erhöhen statt feiner zu mahlen. Alle drei trennen Menge und Mahlgrad, über alle Bauarten hinweg.
Was die Bauart im Angebot verrät und was nicht
Die Bauart steht in fast jedem Titel, und sie ist dort meistens richtig. Die Calibra wird mit Kegelstahlmahlwerk beworben, die EKM 200 mit Scheibenmahlwerk, die WMF mit Scheibenmahlwerk aus Stahl. Die Ausnahmen sind die Fälle vom Anfang: die Dedica mit Kegel und Scheibe im selben Angebot und die KG79, die im Netz unterschiedlich beschrieben wird.
Was der Titel nicht verrät: wie groß ein Schritt der Skala ist, wie lange die Mühle am Stück laufen darf, was sie fasst und wie sie gereinigt wird. Diese Angaben stehen, wenn überhaupt, in der Anleitung. Bei drei der zehn elektrischen Mühlen war keine lesbare Anleitung zu finden. Für den Käufer ist die Frage nach der Anleitung damit wichtiger als die nach der Bauart.
Die drei Mühlen ohne lesbare Anleitung sind zwei Scheibenmühlen und eine Handmühle mit Kegel: die KG79, deren Datei am Angebot nur das Deckblatt lesbar enthält, die Wancle ohne jede Datei, und die Waldwerk, an deren Angebot die Anleitung einer elektrischen Salz- und Pfeffermühle hängt. Bei der Graef CM702 hängt am Angebot die Anleitung eines Allesschneiders; ihre richtige Anleitung stellt Graef auf der eigenen Seite bereit.
Wer ein Angebot liest, sollte deshalb drei Dinge prüfen, bevor er der Bauartangabe traut: ob Titel und Stichpunkte dieselbe Bauart nennen, ob die Datei am Angebot zum Modell gehört, und ob die Herstellerseite dieselben Zahlen nennt. Bei der Dedica scheitert die erste Prüfung, bei der Graef die zweite, bei der KG79 die dritte. Bei den meisten anderen Mühlen dieses Themenbereichs passen alle drei.
Wer eine Mühle für den Siebträger sucht und noch keine Maschine hat, sollte die Reihenfolge umdrehen: zuerst die Maschine, dann die Mühle. Welche Maschinen für den Einstieg in Frage kommen, ordnet der Ratgeber zur Siebträgermaschine für Anfänger.
Für Maschinen ohne eigenes Mahlwerk ist die Mühle Pflicht. Welche Siebträger ohne Mahlwerk es gibt und was sie an Mühle brauchen, steht im Vergleich der Siebträgermaschinen ohne Mahlwerk.
Die Bauart und der Mahlgrad für die eigene Zubereitung
Was für den Kaffee zählt, ist der Mahlgrad, und den beschreiben die Anleitungen beider Bauarten mit derselben Faustregel. WMF schreibt für die Scheibenmühle Stelio: Je kürzer die Kontaktzeit mit heißem Wasser, desto feiner sollte der Kaffee sein. Krups schreibt für die Scheibenmühle GVX2: Je schneller der Kaffee gebrüht wird, desto feiner muss das Kaffeemehl sein.
Die Kegelmühlen ordnen ihre Skalen in derselben Reihenfolge. Die Calibra legt Espresso auf die Stufen 1 bis 5, Filterkaffee und Pour Over auf 6 bis 26, French Press auf 27 bis 39. Die Cloer nennt 7 bis 9 für Filterkaffee und über 16 für French Press. Die Handmühle Silberthal ordnet ihre sechs Stufen von der Espressomaschine bis Cold Brew.
Wer seinen Mahlgrad für den Siebträger sucht, findet die Methode im Ratgeber zum Mahlgrad für die Siebträgermaschine; sie funktioniert mit jeder Bauart. Schmeckt der Espresso danach sauer, ordnet der Ratgeber Espresso schmeckt sauer die übrigen Ursachen.
Und wer nach Gewicht arbeitet, braucht unabhängig von der Bauart eine Waage. Die Calibra hat eine eingebaut, bei allen anderen Mühlen braucht man eine daneben. Welche Küchenwaagen auf ein Zehntelgramm genau anzeigen, steht im Vergleich der Küchenwaagen mit 0,1 Gramm Teilung.
Für die Menge je Tasse nennen zwei Kegelmühlen Werte. Melitta gibt für Filterkaffee 6 bis 8 Gramm je Tasse an, für French Press 8 Gramm, für Pour Over 50 bis 60 Gramm je Liter. Cloer legt die Tassenautomatik der 7520 auf 5 bis 7 Gramm je Tasse aus. Keine der Scheibenmühlen nennt eine Grammzahl je Tasse. Wer nach Rezept arbeitet, übernimmt die Werte von Melitta oder Cloer, egal welche Bauart die eigene Mühle hat.
Welche Bauart für wen: der Assistent
Weil die Bauart allein wenig entscheidet, fragt der Assistent nach dem, was die Unterlagen tatsächlich unterscheiden: Zubereitung, Menge und Strom. Er verweist auf den Vergleich, in dem die passenden Mühlen stehen.
Die Fragen sind bewusst einfach gehalten. Wer weiter ins Detail gehen will, findet in den drei Vergleichen bei jeder Mühle, welche Fragen ihre Anleitung beantwortet und welche offen bleiben. Der Assistent ist der Einstieg, nicht das Ende der Auswahl.
Für Haushalte, die mehrere Zubereitungen nutzen, lohnt ein zweiter Blick auf die Skala. Die Calibra legt Filterkaffee auf 21 von 39 Stufen, die Cloer auf drei von 15 oder 18, die EKM 200 auf zwei von neun, je nachdem, ob Maschine oder Handfilter gemeint ist. Wer gern probiert, nimmt die breite Skala; wer einmal einstellen und dabei bleiben will, die schmale. Beides gibt es bei Kegel und bei Scheibe.
Kegel, Scheibe oder Hand?
Drei Fragen zum eigenen Kaffee. Das Ergebnis nennt die Bauart, für die die gelesenen Unterlagen am meisten hergeben, und den passenden Vergleich.
Ergebnis
Scheibe oder Kegel, mit Zuordnung der Skala
Für Filterkaffee taugen beide Bauarten. Entscheidend ist eine Anleitung, die Handfilter und Maschine auf der Skala nennt, wie bei der EKM 200 (Scheibe) oder der Cloer 7520 (Kegel).
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Zubereitung: Vor allem Espresso aus dem Siebträger, dann Eine Mühle für den Siebträger. Für Espresso zählen das feine Ende der Skala und kleine Schritte, nicht die Bauart. Siebträgerzubehör haben in diesem Bereich die Kegelmühlen Graef CM702 und Dedica. Mühlen für den Siebträger
- Wenn Menge: Eine bis zwei Tassen und Motor: Nein, von Hand ist in Ordnung, dann Handmühle mit Kegel. Für ein bis zwei Tassen ohne Strom: eine Handmühle, fast immer mit Kegelmahlwerk. Auf Füllmenge und Mahlgradskala achten. Handmühlen im Vergleich
- Wenn Zubereitung: Filterkaffee aus Maschine oder Handfilter, dann Scheibe oder Kegel, mit Zuordnung der Skala. Für Filterkaffee taugen beide Bauarten. Entscheidend ist eine Anleitung, die Handfilter und Maschine auf der Skala nennt, wie bei der EKM 200 (Scheibe) oder der Cloer 7520 (Kegel). Mühlen für Filterkaffee
- Wenn Zubereitung: Wechselnd: Filter, French Press, gelegentlich Espresso und Motor: Ja, dann Kegelmühle mit breiter, zugeordneter Skala. Für wechselnde Zubereitungen hilft eine Skala, die die Anleitung jeder Zubereitung zuordnet, wie bei der Calibra. Das ist eine Frage der Mühle, nicht der Bauart. Kegelmühlen im Vergleich
- In jedem anderen Fall: Nach der Anleitung wählen. Wenn keine Bauart vorn liegt, entscheidet die Anleitung: Zuordnung der Skala, Laufzeit, Füllmenge und Reinigung.
Angebote und Anleitungen von 16 Mühlen aus den drei Vergleichen dieses Themenbereichs, gelesen bis zum 21.10.2026.
Der Assistent empfiehlt keine Bauart, wo die Unterlagen keine Überlegenheit belegen. Er verweist auf die Mühlen, bei denen die Unterlagen die meisten Fragen beantworten, und das ist die eigentliche Auskunft dieser Seite.
Wer nach dem Assistenten noch zwischen zwei konkreten Mühlen schwankt, legt ihre Anleitungen nebeneinander und prüft vier Punkte: Wo liegt die eigene Zubereitung auf der Skala, wie lange darf die Mühle laufen, wie viel fasst sie, und wie wird sie gereinigt. Die Mühle, deren Anleitung alle vier beantwortet, ist für den eigenen Alltag die sicherere Wahl, unabhängig von Kegel oder Scheibe.
Die offene Frage: was keine Unterlage beantwortet, und wer es könnte
Nach dieser Recherche bleibt die Frage offen, die am häufigsten gestellt wird: Mahlt ein Kegel gleichmäßiger als eine Scheibe oder umgekehrt? Die Antwort hinge an der Verteilung der Korngrößen, und die nennt kein Hersteller. Weder die Anleitungen noch die Angebote noch die Produktseiten der 16 Mühlen enthalten eine solche Angabe.
Beantworten könnten sie zwei Stellen. Die Hersteller, wenn sie zu ihren Mühlen veröffentlichten, welche Korngrößen bei welcher Stufe entstehen und wie breit die Streuung ist; keiner der gelesenen tut das. Und Prüfinstitute, die Mühlen beider Bauarten unter gleichen Bedingungen mit derselben Bohne mahlen und das Pulver sieben oder vermessen. Wer solche Messungen sucht, sucht sie bei unabhängigen Prüfstellen, nicht in Herstellerunterlagen.
Offen bleiben auch die Fragen nach Lautstärke und Temperatur. Für beide wären Messungen nötig, die in den Unterlagen fehlen. Bei den Kaffeemühlen dieses Themenbereichs nennt keiner der Hersteller eine Angabe in Dezibel. Wer eine leise Mühle sucht, könnte beim Kundendienst nachfragen; Rommelsbacher nennt dafür die Nummer 09851/5758 5732, Melitta für Haushaltsprodukte 0571/861040.
Für die Leser dieser Seite heißt das konkret: Wer eine Antwort auf die Frage nach Lautstärke, Wärme oder Gleichmäßigkeit braucht, bekommt sie nicht aus der Bauart, sondern nur aus einer Messung an der konkreten Mühle. Solange die Hersteller solche Werte nicht veröffentlichen, ist das Ausprobieren innerhalb der Widerrufsfrist der einzige Weg, der für das eigene Gerät gilt.
Diese Seite wird überarbeitet, wenn sich die Lage ändert: wenn ein Hersteller Messwerte zu Lautstärke, Wärme oder Korngröße veröffentlicht, eine fehlende Anleitung auftaucht oder eine Angabe im Angebot korrigiert wird. Der Stand der Angaben steht oben auf der Seite. Wer eine Abweichung findet, sollte der Anleitung des Herstellers mehr trauen als dem Angebot und dieser Seite.
Und offen bleibt, wie groß ein Schritt auf der Skala ist. Mit dieser einen Zahl, einer Angabe in Mikrometern je Stufe, ließen sich Mühlen beider Bauarten direkt vergleichen. Keiner der zehn Hersteller elektrischer Mühlen nennt sie. Graef kommt am nächsten: Die Anleitung der CM702 beschreibt, dass eine Unterlegscheibe unter dem unteren Mahlkegel die Einstellung um etwa sieben Stufen in Richtung fein verschiebt, nennt aber nicht, wie weit eine Stufe ist.
Eine weitere offene Frage betrifft die Angaben selbst. Bei mehreren Mühlen weichen Angebot und Herstellerunterlage voneinander ab: die Leistung bei der EKM 400 und der KG79, die Stufenzahl bei der KG79 und der Cloer, die Füllmenge bei der WMF und der Hario. Ob diese Abweichungen Fehler im Angebot sind, ältere Fassungen oder unterschiedliche Messweisen, sagen die Unterlagen nicht. Beantworten könnten das nur die Hersteller, und bei drei der zehn elektrischen Mühlen war nicht einmal eine Anleitung zu finden.
Bis diese Fragen beantwortet sind, bleibt für den Kauf eine einfache Regel: Nicht die Bauart wählen, sondern die Mühle, deren Unterlagen die eigenen Fragen beantworten. Wer zusätzlich überlegt, ob ein Vollautomat die bessere Lösung wäre, findet die Geräte mit eingebautem Mahlwerk für kleine Haushalte im Vergleich der Kaffeevollautomaten für den Single-Haushalt.
Dieser Ratgeber gehört zum Bereich Kaffeemühle; die Übersicht des Bereichs Kaffeemühle ordnet alle sechs Seiten. Welche Stufe auf welcher Skala zu welcher Zubereitung gehört, fasst die Mahlgrad-Tabelle zusammen.

