130 Watt im Titel, 200 Watt in der Anleitung: fünf Kegelmühlen gegen ihre Unterlagen
Der Titel des Amazon-Angebots der Rommelsbacher EKM 400 endet mit „130 Watt“. In den technischen Daten der Bedienungsanleitung, die Rommelsbacher auf der eigenen Seite bereitstellt, steht „Nennaufnahme: 200 W“, und dieselben 200 Watt nennt die Produktseite des Herstellers. Zwei Zahlen für dasselbe Gerät, und die falsche steht dort, wo die meisten Käufer zuerst hinsehen.
Bei der EKM 400 ist das kein Einzelfall. Für diese Seite wurden fünf elektrische Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk ausgewählt und ihre Angebote mit den Unterlagen der Hersteller verglichen. Bei dreien weicht eine Kennzahl des Angebots von der Anleitung ab oder ist dort gar nicht zu finden. Die Cloer 7520 wird im Angebot und auf der Herstellerseite mit 15 Mahlstufen beworben, ihre Anleitung nennt als gröbsten Mahlgrad die „18“. Und die Anleitung der Graef CM702 enthält überhaupt keine technischen Daten: keine Leistung, keine Bohnenmenge, keine Zahl der Mahlstufen.
Dazu kommt ein Befund, der in keinem der fünf Angebote steht. Drei der fünf Anleitungen begrenzen, wie lange die Mühle laufen darf. Die EKM 400 höchstens drei Minuten am Stück, die Calibra von Melitta höchstens 50 Sekunden je Mahlvorgang, und bei der Dedica von De’Longhi soll man nach zwei Mahlvorgängen hintereinander 15 Minuten warten. Für einen Haushalt, der morgens zwei Kannen Filterkaffee mahlt, ist das keine Nebensache.
Warum solche Abweichungen zählen, zeigt ein einfacher Gedanke. Wer zwischen zwei Mühlen wählt, vergleicht die Zahlen, die im Angebot stehen. Stimmen sie nicht mit dem überein, was der Hersteller selbst veröffentlicht, vergleicht er zwei Behauptungen statt zwei Geräte. Bei der EKM 400 trifft das die Leistung, bei der Cloer die Stufenzahl, bei der Graef jede technische Angabe, weil die Anleitung keine enthält.
Die Calibra geht noch weiter. Ihre Anleitung beschreibt eine Anzeige, die erscheint, wenn der Motor durch zu häufiges Mahlen in kurzer Zeit überhitzt ist: Dann muss er 60 Minuten abkühlen, und die verbleibende Zeit steht im Display. Eine Stunde Zwangspause steht in keinem der fünf Angebote, auch nicht im Angebot der Calibra selbst. Für die Auswahl dieser Seite bleibt die Calibra trotzdem vorn, weil die Grenze in der Anleitung offen beschrieben ist; bei zwei anderen Mühlen fehlt jede Angabe dazu.
Diese Seite stellt die fünf Mühlen deshalb nicht nach Eindruck nebeneinander, sondern nach Belegen: was das Angebot sagt, was die Anleitung sagt, und was übrig bleibt, wenn man beides zusammenlegt. Wer eine Mühle vor allem für den Siebträger sucht, ist mit dem Vergleich der passenden Mühle für die Siebträgermaschine besser bedient. Hier geht es um Mühlen für den Haushalt, die Filterkaffee, French Press und gelegentlich Espresso mahlen.
Wie die fünf Mühlen ausgewählt wurden und welche fehlen
Die Auswahl beginnt mit zwei Suchen bei Amazon nach elektrischen Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk und sechs weiteren nach einzelnen Marken. In die engere Wahl kamen 19 Geräte. Ausgewählt wurden fünf, die am 21.10.2026 vier Bedingungen erfüllten: eine Kaufbox bei Amazon, mindestens 400 Rezensionen, ein Kegelmahlwerk laut Angebot und eine Bedienungsanleitung, die sich beim Hersteller oder am Angebot lesen ließ. Zusammen reichen sie von der unteren bis zur oberen Preislage.
Die Preislage auf dieser Seite beruht auf den Amazon-Preisen am Prüftag und steht nur als Reihenfolge da, nicht als Betrag. Preise ändern sich bei Kaffeemühlen oft innerhalb weniger Tage, und die Reihenfolge der fünf ist stabiler als jeder einzelne Wert. Wer den aktuellen Preis sehen will, folgt dem Link zum Angebot; die Bewertungszahlen stehen mit dem Datum, an dem sie abgelesen wurden.
Mehrere bekannte Geräte fielen heraus. Eine elektrische Mühle von Tchibo mit über tausend Rezensionen hatte am Prüftag keine Kaufbox, ihre Schwester mit eingebauter Waage weniger als 200 Rezensionen. Die Barista Crema von Caso und eine Mühle von Shardor haben laut Angebot ein Scheibenmahlwerk beziehungsweise ein flaches Mahlwerk und gehören damit nicht in diesen Vergleich. Bei einer Wancle-Mühle mit über tausend Rezensionen nannte das Angebot die Bauart des Mahlwerks nicht.
Andere blieben draußen, weil sie eine andere Frage beantworten. Die Graef CM800 und CM802 sind mit 40 Mahlgraden und Siebträgerhaltern auf Espresso ausgelegt, die Encore von Baratza hatte am Prüftag weniger als 100 Rezensionen, und die Bistro von Bodum stand mit 3,9 Sternen am unteren Rand. Die neue Premium-Mühle EKM 600 von Rommelsbacher hatte am Prüftag erst 19 Rezensionen.
Zwei Geräte hätten die Auswahl ebenfalls tragen können und wurden aus einem anderen Grund nicht aufgenommen. Die EKM 500 von Rommelsbacher hat ein Kegelmahlwerk, eine Präzisionswaage und am Prüftag 663 Rezensionen; sie hätte als zweite Waagenmühle neben der Calibra gestanden, aber Rommelsbacher ist mit der EKM 400 schon vertreten, und die Auswahl sollte fünf verschiedene Hersteller zeigen. Die Dedica gibt es unter zwei Kennungen, KG520.M und KG521.M, mit getrennten Bewertungen; aufgenommen wurde die mit der größeren Zahl, 1.117 gegen 682.
Die Graef CM800 hat mit 3.688 Rezensionen die meisten aller geprüften Geräte, gehört aber in den Vergleich für den Siebträger, weil sie mit 40 Mahlgraden und Siebträgerhalter auf Espresso ausgelegt ist. Wer zwischen der CM702 und der CM800 schwankt, entscheidet nach der Zubereitung: für Filter und gelegentlichen Espresso die kleinere, für täglichen Espresso die größere.
Die fünf, die bleiben, stammen von fünf verschiedenen Herstellern: Melitta aus Minden, De’Longhi mit deutscher Niederlassung in Neu-Isenburg, Graef und Cloer aus Arnsberg im Sauerland und Rommelsbacher aus Dinkelsbühl. Alle fünf werden bei Amazon mit Kegelmahlwerk beworben, und alle fünf hatten am Prüftag mindestens 412 Rezensionen. Die Graef CM702 führt mit 2.111, die EKM 400 bildet mit 412 den Schluss.
Fünf Kegelmühlen: was das Angebot sagt und was die Anleitung sagt
Die Tabelle legt für jede Mühle die Stufenzahl aus dem Angebot neben die aus der Anleitung und nennt Leistung, Bohnenbehälter und die Laufzeitgrenze, soweit die Unterlagen sie angeben. In der Preislage liegt die Cloer unten, die EKM 400 in der unteren Mitte, die Graef in der Mitte, die Dedica in der oberen Mitte und die Calibra oben.
| Mühle | Stufen im Angebot | Stufen in der Anleitung | Leistung | Bohnenbehälter | Laufzeit laut Anleitung | Kaufen |
|---|---|---|---|---|---|---|
Melitta Calibra | 39 | 39, mit Zuordnung zu Espresso, Filter und French Press | keine Angabe in Anleitung und Angebot gefunden | ca. 375 g | höchstens 50 Sekunden je Mahlvorgang; nach zu häufigem Mahlen 60 Minuten Abkühlzeit | Zum Angebot |
De'Longhi Dedica KG521.M | 18 | Espresso-Bereich 1 bis 6 genannt, keine Gesamtzahl gefunden | 150 W laut Anleitung | keine Angabe gefunden | nach zwei Mahlvorgängen 15 Minuten Pause | Zum Angebot |
GRAEF CM702 | 24 | keine Zahl; „genaue Angaben zum Mahlgrad können nicht gemacht werden“ | 128 W laut Angebot und Herstellerseite, nicht in der Anleitung | 250 g laut Angebot, nicht in der Anleitung | keine Grenze in der Anleitung | Zum Angebot |
Rommelsbacher EKM 400 | 35 | 1 (fein) bis 35 (grob) laut Herstellerseite | 200 W laut Anleitung und Herstellerseite, 130 W im Angebotstitel | 220 g | höchstens 3 Minuten Dauerbetrieb | Zum Angebot |
Cloer 7520 | 15 | gröbster Mahlgrad „18“, Filterkaffee bei 7 bis 9 | 140 bis 150 W laut Anleitung | 300 g | keine Grenze in der Anleitung | Zum Angebot |
Zwei Zeilen sind in sich stimmig: die der Calibra, bei der Angebot, Herstellerseite und Anleitung dieselben 39 Stufen und dieselben 375 Gramm nennen, und die der Dedica, deren Anleitung die 150 Watt bestätigt. Bei den drei anderen fehlt etwas oder passt etwas nicht. Die Spalte zur Laufzeit ist die zweite Auffälligkeit: Drei Anleitungen nennen eine Grenze, zwei schweigen, und keines der fünf Angebote erwähnt sie.
Abweichungen dieser Art sind für den Kauf nicht gleich gewichtig. Eine falsche Wattzahl im Titel ändert am Mahlergebnis nichts, sie zeigt aber, dass der Angebotstext nicht vom Datenblatt abgeschrieben wurde. Eine fehlende Stufenzahl in der Anleitung ist ärgerlich, solange man den Mahlgrad nach Geschmack sucht. Eine Laufzeitgrenze dagegen bestimmt, wie viel Kaffee man am Stück mahlen kann, und das sollte man vor dem Kauf wissen.
Zeile für Zeile gelesen, ergibt die Tabelle fünf kurze Befunde. Die Calibra: alle Zahlen gleich, dazu zwei Laufzeitregeln. Die Dedica: Leistung bestätigt, Gewicht abweichend, eine Pausenregel. Die Graef: Zahlen nur im Angebot und auf der Herstellerseite, keine Grenze. Die EKM 400: Zahlen vollständig, Leistung im Titel falsch, drei Minuten Dauerbetrieb. Die Cloer: Kapazität und Leistung bestätigt, Stufenzahl offen, keine Grenze.
Keine der fünf Zeilen ist ein Ausschlussgrund. Aber jede sagt, wo man vor dem Kauf genauer hinsehen sollte: bei der Graef in die Herstellerseite statt in die Anleitung, bei der EKM 400 in die Anleitung statt in den Titel, bei der Dedica und der Calibra in die Abschnitte zur Benutzungsdauer.
Die Empfehlung geht an die Melitta Calibra, weil bei ihr alle Quellen dieselben Zahlen nennen und weil ihre Anleitung als einzige jeder Zubereitungsart einen Bereich der Skala zuweist. Die Nebenauszeichnung bekommt die Cloer 7520 für kleine Haushalte mit Filterkaffee: Sie liegt in der unteren Preislage, und ihre Anleitung sagt, welcher Mahlgrad dem gekauften Filterkaffee entspricht. Warum die Graef mit den meisten Bewertungen leer ausgeht, erklärt der Abschnitt zur Anleitung am Angebot.
Die fünf Mühlen einzeln: Gerät, Beleg, Hersteller
Jede Mühle steht hier mit einer Beschreibung nach Herstellerunterlagen, einer Einordnung gegen Angebot und Anleitung, je zwei Sätzen dazu, für wen sie passt und für wen nicht, und den Angaben zu Hersteller und Service.

Melitta Calibra
Melitta Calibra Kaffeemühle – Elektrische Kaffeemühle mit Kegelstahlmahlwerk für bis zu 375 g Kaffeebohnen und integrierter digitaler Waage, 39 individuellen Mahlstufen, schwarz/Edelstahl
4,4von 5, 722 Rezensionen am 21.10.2026Preislage: oberste der Auswahl · Bohnen: ca. 375 g · Leistung: keine Angabe in Anleitung und Angebot gefunden
Was das Gerät ist: Die Calibra ist eine elektrische Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk aus Stahl, so nennt es die Herstellerseite, und mit einer Waage im Sockel. Sie mahlt nach drei Programmen: nach Gewicht in Gramm, nach Tassenzahl oder manuell nach Dauer. Für das Gewichtsprogramm lassen sich 3 bis 100 Gramm einstellen. Der Bohnenbehälter fasst laut Anleitung rund 375 Gramm, die Mahldauer steht während des Mahlens im Display, und die Anleitung begrenzt sie auf 50 Sekunden. Nach fünf Minuten ohne Benutzung schaltet sich das Gerät ab, die letzten Einstellungen bleiben gespeichert. Die Anleitung enthält eine Tabelle mit Mahlgrad, Mahlmenge und Wassermenge für Pour Over, Cold Brew, Filterkaffee, French Press und Espresso, und eine Liste der Fehlermeldungen im Display.
Angebot gegen Anleitung: Angebot, Herstellerseite und Anleitung stimmen bei den beiden wichtigsten Zahlen überein: 39 Mahlgrade und rund 375 Gramm Bohnen. Als einzige der fünf Anleitungen ordnet diese die Skala den Zubereitungsarten zu: Stufe 1 bis 5 für Espresso, 6 bis 26 für Pour Over, Filterkaffee und Cold Brew, 27 bis 39 für French Press, mit Mengen von 6 bis 8 Gramm je Tasse Filterkaffee. Eine Leistung in Watt fand sich weder im deutschen Teil der Anleitung noch im Angebot; das Datenfeld nennt als Gewicht 1.000 Gramm, was für ein Gerät mit Waage und Edelstahlfront niedrig wirkt und nicht geprüft werden konnte.
Passt: Für Haushalte, die Filterkaffee, Pour Over oder French Press nach Gewicht zubereiten und die Mühle nicht neben einer Küchenwaage betreiben wollen. Passt nicht: Für alle, die vor allem Espresso für einen Siebträger mahlen; dafür reichen die fünf feinsten Stufen nach Erfahrungsberichten auf der Herstellerseite nicht jedem.
Spricht dafür: Waage im Sockel, Mahlen nach Gramm von 3 bis 100 g; Skala in der Anleitung den Zubereitungsarten zugeordnet; dieselben Kennzahlen in Angebot, Herstellerseite und Anleitung; größter Bohnenbehälter der Auswahl mit rund 375 g; schaltet nach fünf Minuten ohne Benutzung ab.
Spricht dagegen: höchste Preislage der fünf; keine Leistungsangabe in Anleitung und Angebot gefunden; keine Garantieangabe im deutschen Teil der Anleitung; Teile nicht spülmaschinengeeignet.
Hersteller und Service
| Unternehmen | Melitta Europa GmbH & Co. KG, Handelsregister Amtsgericht Bad Oeynhausen HRA 3322 laut Impressum; das Amazon-Datenfeld nennt als Hersteller „MELITTA HAUSHALTSPRODUKTE GMBH & CO“ |
| Anschrift | Ringstraße 99, 32427 Minden laut Impressum; der Kundenservice für Haushaltsprodukte sitzt laut Kontaktseite in der Melittastraße 44, 32427 Minden |
| Gegründet | Kein Gründungsjahr im Impressum und auf der Produktseite; gesucht in Impressum, Kontaktseite und Anleitung |
| Kontakt | Kundenservice Haushaltsprodukte 0571/861040 laut Kontaktseite, Zentrale 0571 860 laut Impressum, dazu ein Live-Chat |
| Zeiten | Telefon Montag bis Freitag 8 bis 15 Uhr, Chat Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr laut Kontaktseite |
| Garantie | Der deutsche Teil der Anleitung enthält keinen Garantieabschnitt; Reparaturen nur durch den Melitta-Kundendienst oder eine autorisierte Werkstatt. Die gesetzliche Gewährleistung läuft über den Verkäufer |
| Normen und Zeichen | Keine Norm und kein Prüfzeichen in Angebot und deutschem Teil der Anleitung gefunden |
| Herkunft | Kein Herkunftsland im Amazon-Datenfeld und in der Anleitung |
| Gewicht | 1.000 Gramm laut Amazon-Datenfeld; die Anleitung nennt kein Gewicht |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die älteste Bewertung auf der Herstellerseite stammt vom 6. Mai 2022 |
Unsere Empfehlung: die einzige der fünf Mühlen, deren Angebot, Herstellerseite und Anleitung dieselben 39 Mahlgrade und denselben Bohnenbehälter nennen, und die einzige, deren Anleitung jeder Zubereitungsart einen Bereich auf der Skala zuweist.

De'Longhi Dedica KG521.M
De'Longhi Dedica KG521.M – Elektrische Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk
4,2von 5, 1.117 Rezensionen am 21.10.2026Preislage: obere Mitte · Bohnen: keine Angabe gefunden · Leistung: 150 W laut Anleitung
Was das Gerät ist: Die Dedica KG521.M ist die schmale Mühle zu De’Longhis Siebträgermaschinen der Dedica-Reihe, mit LCD-Anzeige für Mahlgrad, Tassenzahl und Aroma. Sie mahlt in einen Pulverbehälter oder über ein Zubehör direkt in den Siebträger. Die Anleitung nennt einen Drehknopf für 1 bis 14 Tassen, eine Leistungsaufnahme von 150 Watt und ein Gewicht von 3,5 Kilogramm. Für French Press sollen höchstens acht Tassen gemahlen werden. Neben der Tassenzahl lässt sich ein Aroma in drei Stufen wählen, mild, normal und kräftig, und für den Siebträger lässt sich eine eigene Mahlzeit von höchstens etwa sieben Sekunden speichern.
Angebot gegen Anleitung: Das Angebot spricht in einem Punkt von einem „Edelstahl-Kegelmahlwerk“ und im Punkt davor von zwei Mahlrädern und einer „oberen Mahlscheibe“, die sich zum Reinigen entnehmen lässt. Die Anleitung nennt nur „Mahlwerk“ und erklärt, wie sein oberer Teil herausgezogen wird. Beim Gewicht weichen Anleitung und Angebot ab: 3,5 Kilogramm gegen 2,75 Kilogramm. Als einzige der fünf Anleitungen verlangt diese eine Pause: Nach zwei Mahlvorgängen hintereinander soll man 15 Minuten warten.
Passt: Für Haushalte mit einer Dedica-Siebträgermaschine, die eine Mühle in derselben Breite suchen, und für alle, die gelegentlich Espresso und sonst Filterkaffee mahlen. Passt nicht: Für Familien, die morgens mehrere Kannen nacheinander mahlen; die Pausenregel der Anleitung steht dem entgegen.
Spricht dafür: Siebträgerzubehör im Lieferumfang; LCD-Anzeige für Mahlgrad, Tassen und Aroma; Tassenwahl von 1 bis 14 laut Anleitung; Leistungsangabe in der Anleitung (150 W).
Spricht dagegen: 15 Minuten Pause nach zwei Mahlvorgängen; Mahlwerk darf nicht gewaschen werden; Gewicht in Anleitung und Angebot verschieden; keine Bohnenmenge in der Anleitung gefunden.
Hersteller und Service
| Unternehmen | De'Longhi Deutschland GmbH, Registergericht Amtsgericht Offenbach, HRB 22546, Geschäftsführung Susanne Harring laut Impressum |
| Anschrift | Carl-Ulrich-Straße 4, 63263 Neu-Isenburg laut Impressum; die Anleitung nennt den Konzernsitz in Treviso, Italien |
| Gegründet | Kein Gründungsjahr im Impressum und in der Anleitung; gesucht in Impressum, Anleitung und Produktseite |
| Kontakt | Telefon 06102-5999500 laut Impressum; die Anleitung verweist auf den technischen Kundendienst und autorisierte Kundendienstzentren |
| Zeiten | Keine Servicezeiten im Impressum; die deutsche Produktseite des Modells war am Prüftag nicht erreichbar (Fehlerseite) |
| Garantie | Kein Garantieabschnitt im deutschen Teil der Anleitung gefunden; Ersatz verschlissener Mahlwerke über ein autorisiertes Kundendienstzentrum |
| Normen und Zeichen | Die Anleitung erklärt die Übereinstimmung mit den einschlägigen EU-Richtlinien, nennt aber keine Norm |
| Herkunft | China laut Amazon-Datenfeld |
| Gewicht | 3,5 Kilogramm laut Anleitung, 2,75 Kilogramm laut Amazon-Datenfeld |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung trägt den Druckvermerk 06.15, also Juni 2015 |
Keine Auszeichnung: Die Anleitung ist vollständig, aber sie verlangt nach zwei Mahlvorgängen eine Pause von 15 Minuten, und Angebot und Anleitung weichen beim Gewicht um 750 Gramm voneinander ab.

GRAEF CM702
GRAEF CM702 Elektrische Kaffeemühle, 24 Mahlgrade, Edelstahl-Kegelmahlwerk
4,4von 5, 2.111 Rezensionen am 21.10.2026Preislage: Mitte · Bohnen: 250 g laut Angebot, nicht in der Anleitung · Leistung: 128 W laut Angebot und Herstellerseite, nicht in der Anleitung
Was das Gerät ist: Die CM702 ist die Einstiegsmühle von Graef, mit langsam laufendem Kegelmahlwerk aus Edelstahl und einem Einstellkragen für den Mahlgrad. Sie mahlt in einen Kaffeemehlbehälter oder über einen Kontaktschalter direkt in einen Siebträger; im Lieferumfang stehen Halter für Siebträger mit rund 60 und rund 70 Millimetern. Im Aus-Zustand nimmt sie laut Anleitung höchstens 0,3 Watt auf, und sie schaltet nach dem Mahlen direkt ab. Zum Lieferumfang gehören laut Produktbeschreibung auch zwei Fülltrichter mit rund 56 und rund 48 Millimetern und ein Reinigungspinsel; zum Reinigen werden Mahlkranz und oberes Mahlwerk über einen Druckknopf abgenommen.
Angebot gegen Anleitung: Die Anleitung nennt keine technischen Daten: keine Leistung, keine Bohnenmenge und keine Zahl der Mahlgrade. Sie schreibt, genaue Angaben zum Mahlgrad könnten nicht gemacht werden, weil Bohne, Raumtemperatur und Geschmack eine Rolle spielten. Die 24 Mahlgrade und 128 Watt stehen im Angebot und auf der Herstellerseite, die 250 Gramm nur im Angebot. Das PDF, das bei Amazon als Anleitung am Angebot hängt, ist die Anleitung eines Graef-Allesschneiders. Dafür beschreibt die richtige Anleitung als einzige eine Nachjustierung: Eine Unterlegscheibe unter dem unteren Mahlkegel verschiebt die Einstellung um etwa sieben Stufen Richtung fein.
Passt: Für alle, die eine schlichte Kegelmühle mit Siebträgerhaltern wollen und die Einstellung lieber nach Geschmack als nach Zahlen finden. Passt nicht: Für alle, die vor dem Kauf nachlesen wollen, was das Gerät technisch leistet; die Anleitung beantwortet das nicht.
Spricht dafür: größte Bewertungsbasis der fünf; zwei Siebträgerhalter (rund 60 und 70 mm); Nachjustierung mit Unterlegscheibe in der Anleitung beschrieben; Aus-Zustand höchstens 0,3 W; 24 Monate Herstellergewährleistung, auf der Herstellerseite um zwei Jahre verlängerbar.
Spricht dagegen: keine technischen Daten in der Anleitung; am Angebot hängt die Anleitung eines Allesschneiders; keine Tassen- oder Mengenautomatik; im Herstellershop am Prüftag nicht verfügbar.
Hersteller und Service
| Unternehmen | Gebr. Graef GmbH & Co. KG, Amtsgericht Arnsberg HRA 1695, persönlich haftend die Gebr. Graef GmbH, HRB 894, laut Impressum |
| Anschrift | Donnerfeld 6, 59757 Arnsberg laut Impressum |
| Gegründet | 1920 in Arnsberg laut Unternehmensseite „Über uns“ |
| Kontakt | Zentrale +49 2932 9703-0 laut Impressum, Kundenservice per E-Mail service@graef.de laut Anleitung |
| Zeiten | Für das Team des Onlineshops (02932 9703-777) Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr laut Servicekontakt; für den Produktservice keine eigenen Zeiten genannt |
| Garantie | 24 Monate Herstellergewährleistung ab Verkaufsdatum für Fertigungs- und Werkstofffehler laut Anleitung; die Herstellerseite bietet eine kostenlose Verlängerung um zwei weitere Jahre |
| Normen und Zeichen | Keine Norm in der Anleitung; Hinweis auf den Stromsparmodus mit höchstens 0,3 W im Aus-Zustand |
| Herkunft | China laut Amazon-Datenfeld |
| Gewicht | 1,9 Kilogramm laut Amazon-Datenfeld; nicht in der Anleitung |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; gesucht in Anleitung, Produktseite und Datenfeld |
Keine Auszeichnung: die meisten Bewertungen der Auswahl, aber eine Anleitung ohne technische Daten und ein falsches Dokument am Angebot.

Rommelsbacher EKM 400
ROMMELSBACHER Kaffeemühle EKM 400 – Kegelmahlwerk, Antistatik-Funktion, 12 Portionen, Halterung für Siebträger, Mahlgrad in 35 Stufen, Bohnenbehälter 220 g, Pulverbehälter, 130 Watt
4,0von 5, 412 Rezensionen am 21.10.2026Preislage: untere Mitte · Bohnen: 220 g · Leistung: 200 W laut Anleitung und Herstellerseite, 130 W im Angebotstitel
Was das Gerät ist: Die EKM 400 ist eine Kegelmühle mit LED-Display, Touch-Bedienung und elektronischer Mengendosierung bis 12 Portionen; ein oder zwei Portionen mahlt sie direkt in einen Siebträger mit 60 Millimetern. Der Bohnenbehälter fasst 220 Gramm, der Pulverbehälter 130 Gramm. Gegen Steinchen in den Bohnen hat das Mahlwerk einen elektronischen Überlastschutz, der den Mahlvorgang stoppt und die Meldung „E2“ anzeigt. Nach zwei Minuten ohne Bedienung wechselt sie in den Standby, der laut Anleitung unter 0,5 Watt liegt. Zum Reinigen wird der Mahlstempel nach oben abgezogen; im Deckel des Bohnenbehälters stecken ein Reinigungspinsel und ein Dosierlöffel.
Angebot gegen Anleitung: Der Angebotstitel nennt 130 Watt, Anleitung und Herstellerseite 200 Watt. Die übrigen Zahlen stimmen: 35 Stufen, 220 Gramm Bohnen, 130 Gramm Pulver. Die Anleitung begrenzt den Dauerbetrieb auf drei Minuten und schließt Mohn, Reis, Nüsse und Zucker ausdrücklich aus, bei Nichtbeachtung erlösche die Garantie. Am Amazon-Angebot hängen nur ein allgemeines Sicherheitsblatt und eine Seite mit der Herstelleranschrift; die Anleitung selbst steht auf rommelsbacher.de.
Passt: Für Haushalte, die eine Mühle mit Mengenautomatik und Display in der unteren Preislage suchen und gelegentlich in einen Siebträger mahlen. Passt nicht: Für alle, die den Angebotstitel als Datenblatt lesen; die Leistungsangabe dort stimmt nicht mit der des Herstellers überein.
Spricht dafür: elektronische Mengendosierung bis 12 Portionen; Überlastschutz mit Fehlermeldung „E2“; vollständige technische Daten in der Anleitung; zwei Jahre Qualitätsgarantie für in Deutschland gekaufte Geräte; Siebträgerhalter für 60 mm.
Spricht dagegen: Angebotstitel nennt 130 statt 200 Watt; Dauerbetrieb höchstens drei Minuten; niedrigste Sternbewertung der Auswahl (4,0); keine Anleitung am Amazon-Angebot.
Hersteller und Service
| Unternehmen | ROMMELSBACHER ElektroHausgeräte GmbH laut Anleitung und Herstellerseite |
| Anschrift | Rudolf-Schmidt-Straße 18, 91550 Dinkelsbühl laut Anleitung |
| Gegründet | 1928 laut Unternehmensseite rommelsbacher.de |
| Kontakt | Kundenservice 09851/5758 5732, service@rommelsbacher.de, WhatsApp 09851 5758 0 laut Anleitung; dieselbe Nummer steht im Amazon-Datenfeld als Herstellerkontakt |
| Zeiten | Keine Servicezeiten in der Anleitung; gesucht in Anleitung und Produktseite |
| Garantie | Zwei Jahre Qualitätsgarantie ab Kaufdatum für in Deutschland gekaufte Produkte laut Anleitung; zuerst den Kundenservice kontaktieren |
| Normen und Zeichen | Keine Norm in der Anleitung; Überhitzungsschutz als nicht zurücksetzbare Schmelzsicherung laut Herstellerseite |
| Herkunft | China laut Amazon-Datenfeld |
| Gewicht | 1,90 Kilogramm laut Herstellerseite |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung trägt den Stand R2203 |
Keine Auszeichnung: solide Anleitung mit Dauerbetriebsgrenze und Überlastschutz, aber die schwächste Bewertung der fünf und eine falsche Leistungsangabe im Angebotstitel.

Cloer 7520
Cloer 7520 Elektrische Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk aus Edelstahl, 2-12 Tassen, 300 g Kaffeebohnen, verstellbarer Mahlgrad, schwarz, 150W
4,3von 5, 769 Rezensionen am 21.10.2026Preislage: unterste der Auswahl · Bohnen: 300 g · Leistung: 140 bis 150 W laut Anleitung
Was das Gerät ist: Die 7520 ist eine einfache Kegelmühle mit Edelstahlmahlwerk, einem Tassenzahl-Regler für 2 bis 12 Tassen und einem Netzschalter, mit dem sich der Standby ganz abschalten lässt. Der Mahlgrad wird durch Drehen des kegelförmigen Bohnenbehälters eingestellt, und zwar nur bei laufendem Gerät, wenn Bohnen eingefüllt sind. Der Bohnenbehälter fasst 300 Gramm, der Pulverbehälter 110 Gramm. Laut Anleitung mahlt die Tassenautomatik rund 5 bis 7 Gramm je Tasse. Die Anleitung nennt die Mühle ausdrücklich für Filterkaffee optimiert und erklärt trotzdem, wie man Espresso und French Press mit ihr mahlt.
Angebot gegen Anleitung: Angebot und Herstellerseite sprechen von 15 Stufen, die Anleitung nennt als gröbsten Mahlgrad die „18“ und erklärt: je niedriger die Zahl, desto feiner. Wie 15 Stufen und eine Skala bis 18 zusammengehen, erklärt sie nicht. Sie ist aber die einzige der fünf, die Filterkaffee auf ihrer Skala verortet: Mahlgrad 7 bis 9 entspreche handelsüblich gemahlenem Filterkaffee. Für die Herstellergarantie verlangt Cloer eine Registrierung innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf.
Passt: Für kleine Haushalte, die vor allem Filterkaffee kochen und eine Mühle mit Tassenautomatik in der unteren Preislage suchen. Passt nicht: Für Espresso aus dem Siebträger; die Mühle hat keinen Halter und keine Stufen, die die Anleitung dem Espresso zuordnet.
Spricht dafür: niedrigste Preislage der fünf; Mahlgrad für Filterkaffee in der Anleitung benannt (7 bis 9); Tassenautomatik mit 5 bis 7 g je Tasse; Netzschalter gegen den Standby; 300 g Bohnenbehälter.
Spricht dagegen: Stufenzahl in Angebot und Anleitung nicht deckungsgleich; Herstellergarantie nur nach Registrierung binnen sechs Monaten; kein Siebträgerhalter; Mahlgrad nur bei laufendem Gerät verstellen.
Hersteller und Service
| Unternehmen | Cloer Elektrogeräte GmbH, Amtsgericht Arnsberg HRB 954, Geschäftsführer Achim Cloer laut Impressum; dieselbe Firma steht im Amazon-Datenfeld |
| Anschrift | Von-Siemens-Straße 12, 59757 Arnsberg laut Impressum |
| Gegründet | Kein Gründungsjahr im Impressum; das Angebot spricht von „über 125 Jahren“ Cloer |
| Kontakt | Telefon +49 2932 6297-0 laut Impressum; Registrierung und Garantiebedingungen über service.cloer.eu laut Anleitung |
| Zeiten | Keine Zeiten im Impressum und in der Anleitung; gesucht in Impressum, Anleitung und Produktseite |
| Garantie | Herstellergarantie nur nach Produktregistrierung innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf, zu den bei Registrierung veröffentlichten Bedingungen laut Anleitung |
| Normen und Zeichen | Die Anleitung erklärt, Cloer-Geräte entsprächen den aktuellen EG-Richtlinien; eine Norm nennt sie nicht. Standby höchstens 0,5 W, Aus-Zustand höchstens 0,1 W laut Herstellerseite |
| Herkunft | China laut Amazon-Datenfeld |
| Gewicht | 1,45 Kilogramm laut Herstellerseite, 1,5 Kilogramm laut Amazon-Datenfeld |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; gesucht in Anleitung, Produktseite und Datenfeld |
Auszeichnung für den kleinen Haushalt mit Filterkaffee: die niedrigste Preislage der fünf, eine Anleitung, die den Mahlgrad für Filterkaffee auf der Skala benennt, 5 bis 7 Gramm Pulver je Tasse und ein Netzschalter gegen den Standby.
Vier der fünf Hersteller stellen ihre Anleitung auf der eigenen Seite bereit: Melitta, Graef, Rommelsbacher und Cloer, dessen Anleitung auch am Amazon-Angebot hängt. Für die Dedica war die deutsche Produktseite am Prüftag nicht erreichbar; ihre Anleitung stammt aus dem Amazon-Angebot und trägt den Druckvermerk vom Juni 2015. Zwei der fünf Hersteller sitzen in derselben Stadt: Graef und Cloer haben ihre Anschrift in Arnsberg.
Nach Bedarf sortiert, ergibt sich eine klare Zuordnung. Wer nach Gramm mahlen will und Filter, Pour Over und French Press im Wechsel zubereitet: die Calibra. Wer zu einer Dedica-Maschine eine Mühle derselben Bauform sucht: die KG521.M. Wer eine schlichte Mühle mit zwei Siebträgerhaltern will und den Mahlgrad lieber erschmeckt: die CM702. Wer eine Mengenautomatik mit Display in der unteren Preislage sucht: die EKM 400. Und wer vor allem Filterkaffee für zwei bis vier Tassen mahlt: die Cloer 7520.
Wie viele Mahlstufen: 15, 18, 24, 35 oder 39, und was die Zahl sagt
Die Zahl der Mahlstufen ist die Kennzahl, mit der alle fünf Angebote werben. Sie reicht von 15 bei der Cloer bis 39 bei der Calibra. Die Grafik zeigt, was die Angebote nennen, und daneben, was davon in der Anleitung wiederkehrt.
Die Werte als Liste
- Melitta Calibra: 39 in Angebot und Anleitung Stufen
- Rommelsbacher EKM 400: 35 in Angebot und auf der Herstellerseite Stufen
- GRAEF CM702: 24 im Angebot, keine Zahl in der Anleitung Stufen
- De'Longhi Dedica KG521.M: 18 im Angebot, keine Gesamtzahl in der Anleitung gefunden Stufen
- Cloer 7520: 15 im Angebot, Skala der Anleitung bis 18 Stufen
Die Stufenzahl sagt weniger, als sie verspricht. Kein Hersteller dieser fünf erklärt, wie groß der Schritt zwischen zwei Rasten ist, und keiner nennt eine Spanne in Mikrometern. Sie beschreibt, in wie viele Rasten ein Einstellring oder ein Drehknopf unterteilt ist, nicht, wie weit der Bereich von fein bis grob reicht. Eine Mühle mit 15 groben Rasten kann für Filterkaffee genauso gut passen wie eine mit 39 feinen, solange die richtige Einstellung irgendwo auf der Skala liegt. Wichtiger ist, ob die Anleitung sagt, wo.
Ein Beispiel macht das greifbar. Auf der Calibra liegt Filterkaffee nach der Anleitung zwischen Stufe 6 und 26, also auf 21 von 39 Rasten. Auf der Cloer liegt er bei 7 bis 9, also auf drei Rasten. Beide Mühlen mahlen Filterkaffee; die eine lässt mehr Spielraum zum Probieren, die andere führt schneller zum Ziel. Was davon besser ist, hängt davon ab, ob man gern justiert oder lieber einmal einstellt und es dabei belässt.
Graef sagt es ausdrücklich nicht. Genaue Angaben zum Mahlgrad könnten nicht gemacht werden, schreibt die Anleitung der CM702, weil Kaffee- und Bohnensorte, Raumtemperatur und Geschmack eine Rolle spielten. Generell brauche Espresso einen feineren Mahlgrad als andere Zubereitungen. Das ist ehrlich, hilft aber beim ersten Einstellen wenig. Bei der Dedica nennt die Anleitung nur den Bereich für den Siebträger: Der Regler soll zwischen 1 und 6 im Bereich „Espresso“ stehen.
Rommelsbacher gibt für die EKM 400 die Richtung vor, 1 ist fein, 35 grob, und ordnet auf der Herstellerseite extra fein dem Espresso, mittelfein dem Kaffeepulver und grob der French Press zu. Cloer und Melitta werden konkreter. Die Cloer-Anleitung sagt, der Mahlgrad 7 bis 9 entspreche handelsüblich gemahlenem Filterkaffee. Die Calibra-Anleitung teilt ihre 39 Stufen in drei Bereiche: 1 bis 5 für Espresso, 6 bis 26 für Pour Over, Filterkaffee und Cold Brew, 27 bis 39 für French Press.
Graef beschreibt als einziger Hersteller, wie man die Skala selbst verschiebt. Mahlt die Mühle auch auf der feinsten Stufe nicht fein genug, lässt sich eine Unterlegscheibe unter den unteren Mahlkegel setzen; sie verändert die Einstellung um etwa sieben Stufen Richtung fein. Dafür werden oberes Mahlwerk und Arretierungsring entnommen und eine Verschlussmutter mit einem Zehner-Schraubenschlüssel gelöst. Wer gröber mahlen will, entnimmt eine Scheibe. Das ist eine Werkstattarbeit, aber eine, die die Anleitung ausdrücklich vorsieht.
Bei der Cloer bleibt ein Rest an Unklarheit. Angebot und Herstellerseite sprechen von 15 Stufen, die Anleitung nennt die „18“ als gröbste Einstellung. Möglich ist, dass die Skala nicht bei 1 beginnt; die Anleitung sagt das nicht. Wer die Mühle kauft, sollte deshalb nicht nach der Zahl im Angebot einstellen, sondern nach der Skala am Gerät. Wie man sich an den richtigen Mahlgrad für eine bestimmte Zubereitung herantastet, beschreibt für den Espresso der Ratgeber zum Mahlgrad für die Siebträgermaschine.
Welcher Mahlgrad für Filterkaffee: was die fünf Skalen hergeben
Für die meisten Käufer dieser Mühlen ist Filterkaffee die Hauptsache, und genau dafür lassen drei der fünf Anleitungen den Leser allein. Das ist umso auffälliger, als Cloer die eigene Mühle ausdrücklich „für Filterkaffee optimiert“ nennt und Melitta, Graef und Rommelsbacher Filterkaffee oder die Filtermaschine in Angebot, Anleitung oder auf der Herstellerseite als Einsatzzweck aufführen. Nur Cloer und Melitta nennen einen Bereich: Mahlgrad 7 bis 9 auf der Cloer-Skala, 6 bis 26 auf der Calibra. Der Bereich der Calibra ist breit, weil er Pour Over, Filtermaschine und Cold Brew zusammenfasst; wer mit der Filtermaschine beginnt, startet in der Mitte und tastet sich nach Geschmack vor.
Die Mengentabelle der Calibra hilft beim Einstieg zusätzlich. Für Pour Over nennt sie 50 bis 60 Gramm Pulver auf einen Liter Wasser, für Filterkaffee 6 bis 8 Gramm je Tasse. Wer zum ersten Mal mit frisch gemahlenem Kaffee arbeitet, hat damit Mahlgrad und Menge aus einer Hand und muss nur noch nach Geschmack nachjustieren. Bei den anderen vier Mühlen muss man die Menge aus anderen Quellen nehmen oder auf die Tassenautomatik vertrauen.
Die Cloer-Angabe hat einen praktischen Wert, der über das Gerät hinausgeht. Wenn Mahlgrad 7 bis 9 dem gekauften Filterkaffee entspricht, lässt sich die eigene Mühle zum ersten Mal genau so einstellen, wie man es vom Paket aus dem Supermarkt kennt. Von dort aus wird feiner gemahlen, wenn der Kaffee dünn schmeckt, und gröber, wenn er bitter wird. Dieser Satz in der Anleitung ist für einen Einsteiger mehr wert als zwanzig zusätzliche Rasten.
Bei der EKM 400 und der CM702 hilft nur Ausprobieren. Graef gibt im Abschnitt mit Tipps immerhin eine Richtung: für Espresso eine feinere, für Filterkaffee eine mittlere und für French Press eine grobe Einstellung. Ein bewährter Weg ist, mit einer mittleren Einstellung zu beginnen, die Brühzeit der Filtermaschine zu beobachten und den Mahlgrad in kleinen Schritten zu verändern. Rommelsbacher erklärt in der Anleitung, dass der Mahlgrad bei einer Kaffeefiltermaschine die Durchlaufzeit bestimmt. Läuft das Wasser zu schnell durch, ist das Pulver zu grob, staut es sich im Filter, ist es zu fein.
Für French Press empfehlen alle Hersteller, die sich dazu äußern, einen groben Mahlgrad: Rommelsbacher und Melitta nennen jeweils das grobe Ende ihrer Skala. Cloer nennt eine Zahl: Der grobe Mahlgrad für French Press liege bei einer Einstellung größer 16. De’Longhi begrenzt für French Press die Menge: Wird der Mahlgrad dafür eingestellt, sollen höchstens acht Tassen gemahlen werden. Einen Grund nennt die Anleitung nicht. Auch Cold Brew, den nur Melitta nennt, wird grob gemahlen; wer ihn mit einer Siebträgermaschine kombinieren will, findet dazu einen eigenen Vergleich der Siebträgermaschinen mit Cold-Brew-Funktion.
Wie viel Pulver je Tasse: Tassenautomatik, Portionen und Waage
Vier der fünf Mühlen dosieren nicht nur den Mahlgrad, sondern auch die Menge. Sie tun es auf drei Wegen. Die Cloer und die Dedica mahlen nach Tassenzahl, die EKM 400 nach Portionen, die Calibra nach Tassen, nach Gewicht oder nach Zeit. Die Graef CM702 mahlt so lange, wie man den Siebträger gegen den Kontaktschalter drückt oder den Behälter eingesetzt lässt; eine Mengenautomatik hat sie nicht.
Wie viel eine Tasse ist, sagen nur zwei Anleitungen. Cloer schreibt, der Regler für die Tassenzahl sei so ausgelegt, dass rund 5 bis 7 Gramm Pulver je Tasse gemahlen werden, und fügt hinzu, dass Kaffeesorte und Feuchtgehalt die Menge beeinflussen. Melitta nennt in einer Tabelle für Filterkaffee 6 bis 8 Gramm je Tasse, für French Press 8 Gramm, für Pour Over 50 bis 60 Gramm auf einen Liter Wasser und für Cold Brew 100 Gramm auf einen halben Liter.
- 5 bis 7 g je Tasse: Tassenautomatik der Cloer 7520: 5 bis 7 g
- Calibra, Filterkaffee, unterer Wert: 6 g — im Korridor, 6 bis 8 g je Tasse
- Calibra, Filterkaffee, oberer Wert: 8 g — außerhalb des Korridors, 6 bis 8 g je Tasse
- Calibra, French Press: 8 g — außerhalb des Korridors, 8 g je Tasse
Die Dedica lässt 1 bis 14 Tassen wählen und dazu ein Aroma, also eine stärkere oder schwächere Dosierung, ohne die Grammzahl zu nennen. Sie schreibt ausdrücklich, die Menge sei nur eine Empfehlung, weil sie von Geschmack, Röstung und Mahlgrad abhänge, und es sei normal, dass die Pulvermenge je nach Mahlgrad schwanke. Rommelsbacher dosiert bis 12 Portionen und lässt die Portionsgröße laut Herstellerseite in zehn Stufen einstellen.
Das Aroma der Dedica ist eine eigene Stellschraube neben der Tassenzahl. Die Anleitung kennt drei Stufen, im Display als LIGHT, NORMAL und STRONG angezeigt und in der deutschen Fassung als mild, normal und kräftig übersetzt. Sie verändern die Pulvermenge je Tasse, nicht den Mahlgrad. Wer morgens einen kräftigeren Kaffee will, dreht also nicht am Mahlgrad, sondern am Aroma, und lässt den Mahlgrad für die Zubereitungsart stehen.
Die Waage der Calibra ist hier der eigentliche Unterschied. Bei der Tassenautomatik hängt die Pulvermenge laut De’Longhi und Cloer von Mahlgrad, Bohne und Feuchtgehalt ab. Die Calibra wiegt stattdessen mit und schaltet bei der eingestellten Grammzahl ab. Wer seinen Kaffee nach Rezept zubereitet, spart damit die Küchenwaage. Wer nach Gefühl kocht, braucht sie nicht.
Die Waage muss tariert werden, bevor sie richtig misst. Zeigt das Display ein „T“, drückt man die Tara-Taste, und der Auffangbehälter muss dabei richtig auf der Edelstahlplatte stehen. Während des Mahlens zeigt das Display die aktuelle Menge, und die Mühle stoppt bei der eingestellten Grammzahl. Ist der Bohnenbehälter vorher leer, meldet sie „E01“; man füllt nach und lässt die fehlende Menge ergänzen.
Rommelsbacher löst das Problem schwankender Mengen bei der EKM 400 anders. Die Anleitung räumt ein, dass die tatsächlich benötigte Pulvermenge von den voreingestellten Portionsgrößen abweichen kann, und bietet dafür zwei Betriebsmodi und eine fein abgestufte Portionseinstellung. Wer seine Portion einmal eingestellt hat, mahlt danach auf Knopfdruck dieselbe Einstellung; eine Waage ersetzt das nicht, aber es spart das Nachjustieren an jedem Morgen.
Wie lange am Stück mahlen: drei Minuten, 50 Sekunden, 15 Minuten Pause
Drei der fünf Anleitungen begrenzen ausdrücklich, wie lange die Mühle laufen darf. Rommelsbacher nennt für die EKM 400 in den technischen Daten eine maximale Dauerbetriebszeit von drei Minuten. Melitta begrenzt die Mahldauer der Calibra auf 50 Sekunden je Vorgang. De’Longhi schreibt, wenn das Gerät zweimal hintereinander verwendet wurde, solle man 15 Minuten warten, bevor man es erneut verwendet.
Für einen Haushalt, der eine Kanne Filterkaffee am Tag mahlt, spielt keine dieser Grenzen eine Rolle. Die Tassenautomatik der Cloer mahlt für zwölf Tassen rund 60 bis 84 Gramm; wie lange das dauert, sagt die Anleitung nicht, eine Grenze nennt sie aber auch keine. Anders ist es bei einem Frühstück für Gäste, bei einem Büro mit mehreren Kannen oder bei Cold Brew, für den Melitta 100 Gramm auf einen halben Liter ansetzt.
Am stärksten wirkt die Regel der Dedica. Zwei Mahlvorgänge, dann eine Viertelstunde Pause: Wer zuerst eine Kanne für die Filtermaschine und danach zwei Espressi mahlen will, muss nach der Anleitung zwischen dem zweiten und dem dritten Vorgang warten. Ob die Mühle sich bei Missachtung abschaltet oder ob nur der Motor stärker belastet wird, sagt die Anleitung nicht.
Bei der Calibra ist die Folge beschrieben. Wer die 50 Sekunden je Vorgang ausschöpft und mehrere Vorgänge rasch hintereinander startet, riskiert die Überhitzungsanzeige und eine Abkühlzeit von 60 Minuten. Für eine Kanne mit 50 bis 60 Gramm, wie sie die Anleitung für einen Liter Pour Over ansetzt, reicht ein Vorgang. Für Cold Brew mit 100 Gramm auf einen halben Liter, den dieselbe Tabelle nennt, kann es knapp werden, wenn man mehrere Gläser ansetzt.
Die EKM 400 regelt es mit einer festen Zahl: drei Minuten Dauerbetrieb. Das ist die großzügigste der drei Grenzen. Wer für ein Büro oder eine große Familie mahlt, ist mit ihr unter den drei begrenzten Mühlen am besten gestellt; ob Cloer und Graef mehr vertragen, lässt sich aus ihren Unterlagen nicht sagen.
Cloer und Graef nennen keine Grenze. Das heißt nicht, dass ihre Motoren unbegrenzt laufen dürfen; es heißt, dass die Anleitung es nicht regelt. Wer regelmäßig große Mengen mahlt, etwa für ein Büro, sollte bei jedem Gerät auf Wärme am Gehäuse achten und zwischen zwei großen Mengen eine Pause einlegen. Wie Büros das Problem bei Vollautomaten lösen, zeigt der Vergleich der Kaffeevollautomaten fürs Büro.
Bohnenbehälter: 220 bis 375 Gramm und wie viel hineingehört
Die Bohnenbehälter der fünf Mühlen fassen laut Herstellerangaben zwischen 220 und 375 Gramm. Bei der Graef stammt die Zahl nur aus dem Angebot, bei der Dedica fand sich keine. Die Grafik zeigt die belegten Werte.
Die Werte als Liste
- Melitta Calibra: ca. 375 g laut Anleitung g
- Cloer 7520: 300 g laut Anleitung g
- GRAEF CM702: 250 g nur im Angebot g
- Rommelsbacher EKM 400: 220 g laut Anleitung g
- De'Longhi Dedica KG521.M: keine Angabe gefunden g
Ein großer Behälter ist kein Grund, ihn auch zu füllen. Melitta rät in der Anleitung der Calibra, nur so viele Bohnen einzufüllen, wie man in absehbarer Zeit verwenden will. Graef empfiehlt beim Reinigen, unbenutzte Bohnen in einem luftdicht verschlossenen Behälter aufzubewahren, damit das Aroma erhalten bleibt. Rommelsbacher schreibt, gemahlenes Pulver verliere schon nach wenigen Minuten über die Hälfte seines Aromas, und empfiehlt, die Bohnen lichtgeschützt im Ganzen aufzubewahren.
Auch beim Befüllen geben die Hersteller Grenzen vor. Rommelsbacher verlangt, den Behälter höchstens bis einen Zentimeter unter den Rand zu füllen. Cloer warnt, den Behälter nicht über den Rand hinaus zu füllen, und weist darauf hin, dass der Pulverbehälter nur rund 110 Gramm fasst. Graef schreibt, ein gleichmäßiges Gewicht im Bohnenbehälter sei wichtig für ein reibungsloses Mahlen, und man solle ihn regelmäßig nachfüllen.
Beim Abnehmen des Behälters gibt es eine weitere Regel, die Cloer und Rommelsbacher nennen. Cloer: den Bohnenbehälter nur abnehmen, wenn er leer ist, sonst fallen Bohnen heraus. Rommelsbacher hat für die EKM 400 ein automatisches Verschlusssystem, das den Behälter beim Abnehmen schließt; die Anleitung beschreibt, wie man ihn entleert, ohne dass Bohnen aus der unteren Öffnung fallen. Wer häufig die Sorte wechselt, merkt den Unterschied jeden Tag.
Die Pulverbehälter sind deutlich kleiner als die Bohnenbehälter: 110 Gramm bei der Cloer, 130 Gramm bei der EKM 400. Für eine Kanne Kaffee reicht das; wer für Cold Brew oder mehrere Kannen auf einmal mahlt, leert ihn zwischendurch. Wer vor allem kleine Mengen für eine Person mahlt, findet passende Geräte zur Zubereitung im Vergleich der Kaffeevollautomaten für den Single-Haushalt.
Was eine Kaffeemühle an Strom kostet: Mahlen gegen Standby
Eine Kaffeemühle zieht beim Mahlen zwischen rund 128 und 200 Watt, aber nur für Sekunden. Wer zweimal am Tag eine halbe Minute mahlt, kommt bei 150 Watt auf rund 2,5 Wattstunden am Tag und auf knapp eine Kilowattstunde im Jahr. Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde, den der BDEW für 2026 ausweist, sind das rund 34 Cent im Jahr.
Mehr kostet der Zustand dazwischen. Die EKM 400 wechselt nach zwei Minuten in einen Standby, den die Anleitung mit unter 0,5 Watt angibt. Bleibt sie dauerhaft eingesteckt und liegt sie am oberen Rand dieser Angabe, sind das über das Jahr rund 4,4 Kilowattstunden, also rund 1,60 Euro, fast fünfmal so viel wie das Mahlen. Cloer nennt für die 7520 höchstens 0,5 Watt im Standby und höchstens 0,1 Watt im Aus-Zustand und hat einen Netzschalter, mit dem sich der Standby abschalten lässt. Graef nennt für die CM702 höchstens 0,3 Watt im Aus-Zustand, in den sie nach dem Mahlen direkt wechselt.
Stromkosten einer elektrischen Kaffeemühle im Jahr
Mahlzeit und Leistung sind Annahmen auf Grundlage der Herstellerangaben (128 bis 200 W); der Standbywert ist die Obergrenze aus den Anleitungen von Rommelsbacher und Cloer (unter 0,5 W). Strompreis aus der BDEW-Strompreisanalyse (37,0 ct/kWh).
Mahlen, 150 W, 1 Minute am Tag
150 W laut Cloer- und De’Longhi-Anleitung × 1 Minute × 365 Tage, Mahldauer als Annahme; Preis BDEW-Strompreisanalyse, Haushalte 2026
Standby, 0,5 W rund um die Uhr
Obergrenze unter 0,5 W laut Anleitung EKM 400 und Herstellerseite Cloer × 8.760 Stunden; Preis BDEW
- Mahlen, 150 W, 1 Minute am Tag: 0,91 kWh im Jahr mal 0,37 = 0,34 Euro im Jahr
- Standby, 0,5 W rund um die Uhr: 4,38 kWh im Jahr mal 0,37 = 1,62 Euro im Jahr
Laufende Kosten: 1,96 Euro im Jahr
Über ein Jahr: 1,96 Euro
| Profil | Mahlen, 150 W, 1 Minute am Tag | Standby, 0,5 W rund um die Uhr | Im Jahr | Über 5 Jahre |
|---|---|---|---|---|
| Eine Tasse am Tag, Stecker gezogenAnnahme: eine Viertelminute Mahlen, kein Standby | 0,23 kWh im Jahr0,08 Euro | 0,00 kWh im Jahr0,00 Euro | 0,08 Euro | 0,42 Euro |
| Eine Kanne am Tag, Gerät bleibt eingestecktAnnahme: eine Minute Mahlen, Standby rund um die Uhr | 0,91 kWh im Jahr0,34 Euro | 4,38 kWh im Jahr1,62 Euro | 1,96 Euro | 9,79 Euro |
| Büro mit drei KannenAnnahme: drei Minuten Mahlen am Tag, Standby rund um die Uhr | 2,73 kWh im Jahr1,01 Euro | 4,38 kWh im Jahr1,62 Euro | 2,63 Euro | 13,15 Euro |
Leistungsangaben aus den Anleitungen von Cloer (140 bis 150 W), De’Longhi (150 W) und Rommelsbacher (200 W, Standby unter 0,5 W), Herstellerseite Cloer (Standby höchstens 0,5 W); BDEW-Strompreisanalyse August 2026 (37,0 ct/kWh). Mahlzeiten sind Annahmen.
Die Rechnung läuft allein im Browser. Es wird nichts gespeichert und nichts übertragen.
Die Rechnung zeigt die Reihenfolge der Posten. Bei einer Kaffeemühle ist der Standby über das Jahr der größere Kostenblock, obwohl er pro Stunde winzig ist, und er lässt sich vollständig vermeiden. Rommelsbacher und Cloer verlangen ohnehin, den Netzstecker nach dem Gebrauch zu ziehen beziehungsweise den Netzschalter zu nutzen; wer das tut, zahlt nur das Mahlen.
Die Geräte gehen mit dem Standby unterschiedlich um. Die Cloer hat einen eigenen Netzschalter, den die Anleitung als Schalter zum Abschalten des Standby-Stromverbrauchs bezeichnet. Die Graef geht nach dem Mahlen direkt in einen Aus-Zustand mit höchstens 0,3 Watt. Die EKM 400 wechselt nach zwei Minuten in einen Standby unter 0,5 Watt, die Calibra schaltet nach fünf Minuten ab; welchen Wert sie danach aufnimmt, nennt ihre Anleitung nicht. Für die Dedica fand sich keine Angabe zum Standby.
Wer die Mühle auf der Arbeitsfläche eingesteckt lässt, sollte deshalb bei der Cloer den Schalter nutzen und bei den anderen den Stecker ziehen oder eine schaltbare Steckdosenleiste verwenden. Das ist keine Frage großer Beträge, sondern der Gewohnheit; über ein Jahrzehnt summiert sich der Standby der EKM 400 nach der Obergrenze ihrer Anleitung auf rund 16 Euro, das Mahlen auf gut drei.
Im Vergleich zu den übrigen Kosten des Kaffees sind beide Posten klein. Der Unterschied zwischen zwei Mühlen liegt im Strom bei wenigen Cent bis rund einem Euro im Jahr. Für die Wahl zwischen den fünf Geräten spielt er keine Rolle; für die Gewohnheit, den Stecker zu ziehen, schon. Wer den Stromverbrauch einer ganzen Espressoausstattung im Blick hat, findet Werte im Vergleich der energiesparenden Siebträgermaschinen.
Espresso aus der Allround-Mühle: Siebträgerhalter und ihre Grenzen
Drei der fünf Mühlen haben eine Vorrichtung für den Siebträger. Die Graef CM702 bringt Halter für Siebträger mit rund 60 und rund 70 Millimetern mit und mahlt per Kontaktschalter direkt hinein. Der Mahlvorgang läuft, solange der Siebträger gegen den Schalter gedrückt wird, und stoppt, wenn man ihn zurückzieht. Die EKM 400 hat einen abnehmbaren Halter für 60 Millimeter und mahlt eine oder zwei Portionen. Die Dedica mahlt über ein Zubehör in den Siebträger und soll dafür im Bereich „Espresso“ zwischen 1 und 6 stehen. Cloer und Calibra haben keinen Halter.
Die Dedica lässt sich für den Siebträger programmieren. Man hält die Starttaste gedrückt, bis die gewünschte Menge gemahlen ist, und die Mühle speichert diese Mahlzeit für eine Tasse. Damit keine zu große Menge entsteht, speichert sie höchstens etwa sieben Sekunden. Die Calibra hat kein Zubehör für den Siebträger, nennt in ihrer Tabelle aber den Mahlgrad 1 bis 5 für einen gefüllten Siebträger und 25 bis 40 Milliliter Espresso.
Auch die Cloer erklärt, wie man mit ihr Espresso mahlt, obwohl sie nach eigener Anleitung für Filterkaffee optimiert ist. Den Tassenzahl-Regler könne man dafür nicht wie bei Filterkaffee verwenden, weil das feine Mahlen länger dauere; man solle den Regler höher drehen oder den Mahlvorgang mehrfach starten. Das ist ein ehrlicher Hinweis darauf, dass die Mühle für diesen Zweck nicht gebaut ist.
Ein Halter macht aus einer Allround-Mühle noch keine Espressomühle. Espresso verlangt einen feineren Mahlgrad als andere Zubereitungen, das schreibt auch Graef in der Anleitung. Graef räumt das indirekt ein, indem die Anleitung eine Nachjustierung mit Unterlegscheiben beschreibt, die die Einstellung um etwa sieben Stufen Richtung fein verschiebt. Auf der Herstellerseite der Calibra berichtet ein Käufer, er habe die Mühle für Espresso umbauen müssen und dadurch die Garantie verloren; Melitta rät in seiner Antwort, sich bei Problemen mit der Feineinstellung an den Kundenservice zu wenden.
Wer also vor allem Espresso trinkt, sucht besser eine Mühle, die dafür gebaut ist, und ergänzt sie bei Bedarf um eine zweite für den Filterkaffee. Welche Mühlen für den Siebträger in Frage kommen, ordnet der Vergleich der passenden Mühle für die Siebträgermaschine, der am Anfang dieser Seite verlinkt ist. Wer noch gar keine Maschine hat, liest zuerst den Ratgeber zur Siebträgermaschine für Anfänger.
Für den gelegentlichen Espresso kann eine der drei Mühlen mit Halter trotzdem genügen; ob sie fein genug mahlt, zeigt erst die eigene Maschine. Wer eine Siebträgermaschine ohne eigenes Mahlwerk besitzt und eine Mühle für beides sucht, findet die Maschinenseite dazu im Vergleich der Siebträgermaschinen ohne Mahlwerk.
Für Einsteiger am Siebträger ist der Mahlgrad ohnehin die häufigste Fehlerquelle. Ein zu grober Mahlgrad lässt das Wasser zu schnell durchlaufen, ein zu feiner staut es; das ist dieselbe Logik, die Rommelsbacher für die Filtermaschine beschreibt, nur auf engerem Raum. Welche Fehler bei den ersten Bezügen sonst noch auftreten, ordnet der Ratgeber zu den typischen Anfängerfehlern bei Siebträgern.
Reinigen: was die Anleitungen erlauben und was nicht
Alle fünf Anleitungen verbieten, das Gerät selbst in Wasser zu tauchen. Darüber hinaus gehen sie auseinander. Graef erlaubt, Bohnenbehälter und Kaffeemehlbehälter in warmem Wasser mit etwas Spülmittel zu reinigen, und beschreibt, wie das obere Mahlwerk zum Säubern herausgenommen wird. Melitta schließt die Spülmaschine für alle Teile der Calibra ausdrücklich aus. Für das Mahlwerk verlangt Melitta einen weichen Pinsel und verbietet Wasser und Seife; verbleibende Reste dürfen ausgeschüttet oder mit einem Staubsauger entfernt werden. Gereinigt werden soll, wenn die Mühle komplett leer gemahlen ist. De’Longhi verbietet, das Mahlwerk der Dedica zu waschen: Es müsse immer trocken bleiben und werde mit einer Bürste mit harten Borsten gereinigt.
Bei der Dedica nennt die Anleitung zudem einen Anlass: Das Gerät müsse nach jedem Gebrauch gereinigt werden, vor allem, wenn vorher andere Lebensmittel gemahlen wurden, etwa Zucker. Ölhaltige Samen wie Erdnüsse oder zu harte Körner wie Reis sollten nicht gemahlen werden. Rommelsbacher wird noch deutlicher: Die EKM 400 sei nicht zum Verarbeiten von Mohn, Reis, Nüssen und Zucker geeignet, bei Nichtbeachtung erlösche die Garantie.
Das ist für eine verbreitete Empfehlung wichtig. In vielen Ratgebern steht, man könne eine Kaffeemühle reinigen, indem man eine Handvoll Reis hindurchmahlt. Zwei der fünf Hersteller schließen genau das aus, Rommelsbacher mit dem Verlust der Garantie. Wer eine dieser Mühlen besitzt, reinigt das Mahlwerk mit Pinsel und Bürste, wie es die Anleitungen beschreiben; die EKM 400 und die CM702 bringen dafür einen Reinigungspinsel mit.
Wie oft gereinigt werden soll, sagen die Anleitungen verschieden. De’Longhi verlangt eine Reinigung nach jedem Gebrauch, Melitta empfiehlt, Bohnenbehälter, Mahlwerk und Pulverschacht regelmäßig zu reinigen, und zwar wenn die Mühle leer gemahlen ist. Graef beschreibt die Reinigung des Mahlwerks als eigenen Abschnitt, ohne ein Intervall zu nennen. Eine Zahl wie „einmal im Monat“ nennt keiner der fünf Hersteller.
Für Haushalte, die öfter die Bohnensorte wechseln, ergibt sich daraus eine praktische Regel: vor dem Wechsel leer mahlen und das Mahlwerk mit dem Pinsel säubern, damit Reste der alten Röstung nicht in die neue Kanne geraten. Bei der Calibra ist das ohnehin die Voraussetzung für die Reinigung, weil sie leer gemahlen sein soll.
Für die Reinigung des Mahlwerks wird es bei Graef, De’Longhi und Rommelsbacher teilweise zerlegt. Graef warnt, das obere Mahlwerk müsse danach exakt nach den Markierungen eingesetzt werden. Wer bei Siebträgermaschinen dieselbe Sorgfalt anwenden will, findet die Schritte im Ratgeber Siebträgermaschine reinigen.
Steinchen in den Bohnen: Überlastschutz und Blockade
Ein Steinchen zwischen den Bohnen ist bei einem Kegelmahlwerk kein theoretischer Fall, und zwei Hersteller beschreiben, was dann passiert. Die EKM 400 hat laut Anleitung einen elektronischen Überlastschutz: Bei einer Blockade stoppt der Mahlvorgang automatisch, und im Display erscheint „E2“. Man baut dann den Mahlstempel aus, entfernt die Blockade und kann das Gerät wieder nutzen.
Melitta beschreibt für die Calibra einen Lastschutz, der das Mahlwerk vor Fremdkörpern schützt. Wer ein lautes, ratterndes, bisher unbekanntes Geräusch hört, soll das Mahlen stoppen und das Mahlwerk reinigen. Cloer nennt einen anderen Fall: Läuft das Mahlwerk nicht richtig an, könnten eingeklemmte Bohnen der Grund sein; dann soll man auf den gröbsten Mahlgrad drehen und es erneut versuchen.
Die Calibra meldet zwei weitere Fehler im Display: „E01“, wenn der Bohnenbehälter leer ist und die eingestellte Menge nicht erreicht wurde, und „E02“, wenn der Bohnenbehälter nicht korrekt eingesetzt ist. Beim Wiedereinsetzen des Mahlwerkrings verlangt Melitta, ihn im Uhrzeigersinn zu drehen, bis er merklich verriegelt; erst wenn er sich nicht mehr nach oben herausnehmen lässt, sitzt er richtig. Rommelsbacher schreibt für die EKM 400 Ähnliches: Ist der Mahlstempel nicht korrekt eingesetzt, arbeitet das Gerät nicht wie vorgesehen.
Graef und De’Longhi nennen keinen Überlastschutz. Bei der Graef ist ein anderer Fehler beschrieben: Mahlt das Gerät auf allen Stufen nur grob, sei das Mahlwerk nicht korrekt eingesetzt, und man solle die Markierungen erneut prüfen. Das betrifft vor allem den Moment nach der ersten Reinigung, wenn das obere Mahlwerk wieder eingesetzt wird.
Für den Alltag folgt daraus eine einfache Gewohnheit: Bohnen beim Einfüllen kurz ansehen, besonders bei Röstereiware in großen Säcken, und bei einem ungewohnten Geräusch sofort stoppen. Bei der EKM 400 meldet die Elektronik das, bei den anderen das Ohr.
Der Ausbau ist bei der EKM 400 einfach beschrieben: Netzstecker ziehen, Bohnenbehälter abnehmen, Mahlstempel nach oben abziehen, Fremdkörper entfernen und den Mahlstempel wieder korrekt einsetzen. Bei der Calibra wird der Mahlwerksring entnommen und nach der Reinigung im Uhrzeigersinn verriegelt. Bei der Graef werden Mahlkranz und oberes Mahlwerk über den Druckknopf abgenommen. Alle drei Wege sind ohne Werkzeug möglich, nur die Nachjustierung der Graef mit Unterlegscheiben verlangt einen Schraubenschlüssel.
Wie laut ist eine Kegelmühle: keine der fünf Anleitungen nennt einen Wert
Unter den Suchvorschlägen zu Kaffeemühlen stehen „leise“, „sehr leise“ und „leise für Filterkaffee“ weit oben. Die Unterlagen der fünf Hersteller helfen dabei nicht: Keine der fünf Anleitungen nennt einen Schallpegel in Dezibel, und keines der fünf Angebote tut es. Das Wort „Geräusch“ kommt in der Calibra-Anleitung nur als Fehlerhinweis vor: Ein lautes, ratterndes, bisher unbekanntes Geräusch soll man als Zeichen für einen Fremdkörper verstehen.
Was die Angebote stattdessen nennen, ist die Bauart. Graef beschreibt das Kegelmahlwerk der CM702 als „langsam laufend“, Rommelsbacher nennt auf der Herstellerseite der EKM 400 eine maximale Drehzahl von 670. Ob eine niedrige Drehzahl im Alltag leiser ist, hängt auch vom Gehäuse und vom Motor ab; eine Messung dazu legt keiner der Hersteller vor. Amazon fasst für mehrere der Mühlen Rezensionen zusammen, in denen die Lautstärke ein Thema ist, mit gemischtem Ergebnis.
Wer eine leise Mühle sucht, hat deshalb nur zwei Wege: das Gerät im Laden hören oder innerhalb der Widerrufsfrist zurückgeben. Wer bestellt, mahlt in den ersten Tagen bewusst zur Tageszeit, zu der die Mühle später laufen soll, etwa früh am Morgen in einer hellhörigen Wohnung, und entscheidet dann. Eine Kennzahl, nach der sich die fünf Geräte vor dem Kauf ordnen ließen, gibt es nicht. Wie Vollautomaten mit derselben Frage umgehen, zeigt der Vergleich der leisen Kaffeevollautomaten.
Kegel, Scheibe, Schlagmesser: die Bauarten neben diesem Vergleich
Die Bauart ist die erste Weiche bei der Suche, noch vor Marke und Preislage. Wer bei Amazon nach einer elektrischen Kaffeemühle sucht, bekommt alle drei Bauarten in derselben Liste, oft ohne Hinweis in der Überschrift. Die Angebote dieser Seite nennen ihre Bauart alle im Titel, aber das ist keine Regel für den ganzen Markt.
Diese Seite vergleicht nur Mühlen, die bei Amazon mit Kegelmahlwerk beworben werden. Daneben stehen in denselben Suchergebnissen zwei andere Bauarten. Mühlen mit Scheibenmahlwerk, etwa die Barista Crema von Caso, die EKM 200 von Rommelsbacher, die KG79 von De’Longhi oder eine Stelio-Mühle von WMF, werden mit Scheiben beworben. Mühlen mit Schlagmesser oder Schlagmahlwerk, etwa die KG210 von De’Longhi oder die Kaffee- und Gewürzmühle EGK 200 von Rommelsbacher, zerkleinern die Bohnen mit einem rotierenden Messer.
Bei Amazon steht die Bauart oft schon im Titel, und darauf sollte man achten. Eine Shardor-Mühle beschreibt ihr Mahlwerk im Angebot als „flaches Gratsystem“, also als flaches Mahlwerk, obwohl sie in der Trefferliste zwischen Kegelmühlen erscheint. Bei einer Wancle-Mühle mit über tausend Rezensionen nennt das Angebot die Bauart gar nicht. Wer gezielt eine Kegelmühle sucht, liest deshalb nicht nur die Überschrift der Suchergebnisse, sondern das Angebot.
Welche Bauart für welche Zubereitung taugt und was die Hersteller zu Keramik und Stahl sagen, ist eine eigene Frage, die über diesen Vergleich hinausgeht. Für die Auswahl hier genügt: Alle fünf Mühlen dieser Seite werden mit Kegelmahlwerk beworben, und vier ihrer fünf Anleitungen beschreiben, wie man das Mahlwerk zum Reinigen herausnimmt.
Bemerkenswert ist, dass zwei der fünf Hersteller alle drei Bauarten im Programm haben. Von De’Longhi stehen in denselben Suchergebnissen die Dedica mit Kegelmahlwerk, die KG79 mit Scheibenmahlwerk und die KG210 mit Schlagmahlwerk; von Rommelsbacher die EKM 400 und EKM 500 mit Kegelmahlwerk, die EKM 200 mit Scheibenmahlwerk und die Kaffee- und Gewürzmühle EGK 200 mit Schlagmesser. Die Bauart ist dort keine Frage der Marke, sondern der Preislage und des Zwecks, und die Angebote nennen sie jeweils im Titel.
Die Anleitung am Angebot: ein Allesschneider statt einer Kaffeemühle
Amazon hängt an viele Angebote Dokumente an, die unter der Überschrift Bedienungsanleitung stehen. Bei der Graef CM702 ist es die Anleitung für die Allesschneider G 50, SKS 100 und SKS 300, ein ganz anderes Gerät desselben Herstellers. Wer vor dem Kauf nachlesen will, wie die Mühle gereinigt wird, liest dort, wie man ein Schneidmesser wechselt. Die richtige Anleitung der CM702 steht auf der Produktseite bei Graef.
Bei der EKM 400 hängen am Angebot ein allgemeines Sicherheitsblatt in mehreren Sprachen und eine Seite mit der Anschrift von Rommelsbacher, aber keine Anleitung. Die Anleitung mit allen technischen Daten bietet Rommelsbacher auf der eigenen Seite zum Download an. Bei Cloer, Melitta und De’Longhi hing am Prüftag die passende Anleitung am Angebot.
Daraus folgt eine Regel für jeden Gerätekauf: Die Anleitung beim Hersteller ist die verlässlichere Quelle. Am Angebot kann ein falsches Dokument hängen, eine veraltete Fassung oder nur ein Sicherheitsblatt. Wer die Herstellerseite nicht findet, sucht nach Marke, Modell und dem Wort Bedienungsanleitung, und prüft auf der ersten Seite, ob das Modell stimmt.
Bei den fünf Mühlen dieser Seite brachte die Suche beim Hersteller in vier Fällen die richtige Anleitung. Melitta, Graef und Rommelsbacher verlinken sie direkt auf der Produktseite. Für die Dedica führte die deutsche Produktseite am Prüftag auf eine Fehlerseite; die Anleitung am Amazon-Angebot war aber die richtige, mit dem Modellnamen KG521 auf der ersten Seite und einem deutschen Teil.
Die Cloer-Anleitung, die am Amazon-Angebot hängt, gilt für die 7520 und die 7521 gemeinsam und verweist auf eine Produktseite des Herstellers. Wer zwei Modelle in einer Anleitung findet, prüft, welche Angaben für welches gelten.
Bei der Graef kommt hinzu, dass auch die richtige Anleitung keine technischen Daten enthält. Wer die 128 Watt, die 24 Mahlgrade und die 250 Gramm des Angebots prüfen will, findet die ersten beiden auf der Herstellerseite, die dritte nirgends außerhalb des Angebots. Das ist kein Mangel des Geräts, aber einer der Unterlagen, und er ist der Hauptgrund, warum die Mühle mit den meisten Bewertungen hier keine Auszeichnung bekommt.
Garantie und Service: zwei Jahre, zwei plus zwei und eine Registrierung
Unabhängig vom Hersteller gilt beim Kauf in Deutschland die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Verkäufer. Was die Hersteller darüber hinaus zusagen, unterscheidet sich deutlich. Graef übernimmt laut Anleitung ab Verkaufsdatum 24 Monate Herstellergewährleistung für Fertigungs- und Werkstofffehler und bietet auf der eigenen Seite eine kostenlose Verlängerung um zwei weitere Jahre an. Rommelsbacher gewährt zwei Jahre Qualitätsgarantie für in Deutschland gekaufte Produkte und bittet, zuerst den Kundenservice anzurufen.
Cloer knüpft die eigene Garantie an eine Bedingung: Die Mühle muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Kauf registriert werden, und es gelten die Bedingungen, die zum Zeitpunkt der Registrierung veröffentlicht sind. Wer das versäumt, hat nur die gesetzliche Gewährleistung. Im deutschen Teil der Anleitungen von Melitta und De’Longhi fand sich kein Garantieabschnitt. De’Longhi verweist bei verschlissenen Mahlwerken auf ein autorisiertes Kundendienstzentrum, Melitta bei Reparaturen auf den eigenen Kundendienst.
Beim Service liegen die fünf ebenfalls auseinander. Melitta nennt als einziger Hersteller feste Telefonzeiten für den Kundenservice, Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr, dazu einen Chat bis 18 Uhr. Graef nennt Zeiten für das Team des Onlineshops und eine E-Mail-Adresse für den Produktservice. Rommelsbacher nennt Telefon, E-Mail und WhatsApp, aber keine Zeiten. De’Longhi und Cloer nennen im Impressum eine Rufnummer ohne Zeitfenster.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer eine Cloer kauft, registriert sie gleich. Wer eine Graef kauft, nutzt die Verlängerung. Und wer eine Mühle über einen Marktplatzhändler kauft, hebt die Rechnung auf, denn die gesetzliche Gewährleistung richtet sich an ihn, nicht an den Hersteller.
Zwei Hinweise aus den Anleitungen gehören noch dazu. Graef bittet, die Originalverpackung während der Garantiezeit aufzuheben, damit das Gerät im Garantiefall ordnungsgemäß verpackt und transportiert werden kann. Rommelsbacher bittet, vor jeder Einsendung zuerst den Kundenservice zu kontaktieren, und schreibt, in den meisten Fällen sei das Problem nach einer kurzen Kontaktaufnahme schon gelöst. Beides kostet nichts und spart im Ernstfall Zeit.
Wer keine elektrische Kegelmühle kaufen sollte
Wer einen Kaffeevollautomaten besitzt, braucht keine dieser Mühlen; das Mahlwerk sitzt im Gerät. Ob dessen Mahlwerk aus Keramik oder Stahl ist und wie es sich einstellen lässt, beschreibt der Ratgeber zum Mahlwerk im Kaffeevollautomaten. Eine zusätzliche Mühle lohnt dort nur, wenn man daneben noch Filterkaffee oder French Press mit einer anderen Bohne zubereitet.
Wer vor allem Espresso für einen Siebträger mahlt und Wert auf feine Schritte legt, ist mit einer Allround-Kegelmühle nicht gut bedient. Drei der fünf haben zwar einen Halter, aber nur die Graef beschreibt eine Nachjustierung Richtung fein, und selbst dort per Unterlegscheibe. Für diesen Fall gibt es Espressomühlen, die auf feine Mahlgrade ausgelegt sind; der Vergleich für den Siebträger ist oben verlinkt.
Wer eine Mühle auch für Gewürze, Leinsamen oder Getreide sucht, sollte keine dieser fünf nehmen. Rommelsbacher schließt Mohn, Reis, Nüsse und Zucker aus, De’Longhi ölhaltige Samen und harte Körner, Cloer alle anderen Lebensmittel außer Kaffeebohnen. Für diesen Zweck gibt es eigene Kaffee- und Gewürzmühlen, etwa von Cloer und Severin, die ausdrücklich für beides angeboten werden.
Und wer seinen Kaffee unterwegs, im Wohnmobil oder im Büro ohne Steckdose mahlen will, ist mit einer Handmühle besser bedient. Sie braucht keinen Strom und kennt keinen Standby und keine Laufzeitgrenze. Sie kostet nur Zeit: Eine Portion von Hand zu mahlen dauert länger als die Sekunden eines Motors.
Und wer Kaffee aus Kapseln, Pads oder Instantpulver trinkt, braucht gar keine Mühle. Eine elektrische Kegelmühle lohnt sich erst, wenn ganze Bohnen gekauft und mit Filter, French Press, Kocher oder Siebträger zubereitet werden. Wer erst überlegt, auf Bohnen umzusteigen, beginnt mit der Zubereitungsart und wählt die Mühle danach.
Die billigere Lösung: Filterkaffee, frisch gemahlen beim Kauf
Die günstigste Lösung braucht keine Mühle: gemahlener Filterkaffee aus dem Handel. Der Satz aus der Cloer-Anleitung zeigt, dass das für Filterkaffee keine schlechte Lösung ist: Wenn Mahlgrad 7 bis 9 handelsüblich gemahlenem Filterkaffee entspricht, mahlt eine Mühle zu Hause in dieser Einstellung nichts anderes als das Paket.
Der Unterschied liegt in der Zeit. Rommelsbacher schreibt, frisch gemahlenes Pulver verliere schon nach wenigen Minuten über die Hälfte seines Aromas. Gekauftes Pulver ist bei der ersten Tasse also bereits älter als frisch gemahlenes, und mit jedem Tag mehr. Wer ein Paket in einer Woche verbraucht und den Unterschied nicht schmeckt, spart sich die Mühle.
Diese Lösung reicht unter einer Bedingung: Man trinkt Filterkaffee aus der Maschine oder dem Handfilter und will den Mahlgrad nicht verändern. Wer French Press, Espresso und Filter im Wechsel zubereitet oder verschiedene Bohnen probiert, braucht einen verstellbaren Mahlgrad und damit eine eigene Mühle. Für ihn ist die Cloer die günstigste der fünf.
Nach zwei Wochen: woran man merkt, dass die Mühle nicht passt
Das erste Anzeichen ist der Mahlgrad. Wer nach zwei Wochen immer noch zwischen zwei Rasten springt, weil die eine zu fein und die nächste zu grob ist, hat eine Mühle mit zu groben Schritten für seine Zubereitung. Bei Filterkaffee kommt das selten vor, bei Espresso häufig. Dann ist eine Espressomühle die Lösung, nicht eine weitere Allround-Mühle.
Das zweite Anzeichen ist die Menge. Wer jeden Morgen nachwiegt, weil die Tassenautomatik zu viel oder zu wenig mahlt, nutzt eine Funktion, die für ihn nicht taugt. Die Anleitungen von De’Longhi und Cloer sagen ausdrücklich, dass die Pulvermenge je nach Mahlgrad und Bohne schwankt. Die Lösung ist eine Mühle mit Waage oder eine Küchenwaage daneben.
Ein viertes, weniger dramatisches Anzeichen ist Pulver neben dem Behälter. Melitta schreibt in der Calibra-Anleitung, sehr trockene Luft und elektrostatisch aufgeladene Kunststofffilter könnten dazu führen, dass Pulver umherfliegt und sich an der Außenwand festsetzt; ein vorher befeuchteter Filter vermindere diesen unvermeidlichen Effekt. Graef bewirbt für die CM702 einen Antistatik-Einsatz gegen Streueffekte, Rommelsbacher eine Antistatik-Funktion der EKM 400. Wer sich nach zwei Wochen über Pulver auf der Arbeitsfläche ärgert, prüft zuerst den Sitz von Behälter und Auslass, bevor er die Mühle zurückgibt.
Das dritte Anzeichen ist das Gerät selbst: ein Gehäuse, das nach dem Mahlen warm ist, ein Motor, der bei der zweiten Kanne langsamer läuft, oder eine Dedica, die man wegen der Pausenregel nicht so oft nutzen kann wie nötig. Wer innerhalb der Widerrufsfrist merkt, dass eine Laufzeitgrenze seinen Alltag nicht trägt, schickt die Mühle zurück und wählt eine ohne diese Grenze. Wer Espresso trotzdem sauer bekommt, obwohl die Mühle passt, findet die übrigen Ursachen im Ratgeber Espresso schmeckt sauer.
Welche Mühle zu welchem Haushalt passt
Für die meisten Haushalte, die Filterkaffee, Pour Over und French Press im Wechsel zubereiten, ist die Melitta Calibra die beste der fünf. Ihre Kennzahlen stimmen in allen Quellen überein, ihre Anleitung ordnet jeder Zubereitung einen Bereich der Skala zu, und ihre Waage mahlt nach Gramm statt nach Zeit. Sie liegt in der obersten Preislage der Auswahl und hat in der Anleitung eine Grenze von 50 Sekunden je Mahlvorgang, die für eine Kanne reicht.
Wer vor allem Filterkaffee für zwei bis vier Tassen mahlt und die untere Preislage sucht, nimmt die Cloer 7520. Sie hat keine Waage und kein Display, aber eine Anleitung, die sagt, wo Filterkaffee auf der Skala liegt, und einen Netzschalter, der den Standby abschaltet. Für die Garantie muss sie registriert werden.
Die übrigen drei passen zu besonderen Fällen. Die Dedica KG521.M zu einer Dedica-Maschine und zu Haushalten, die selten mehr als zweimal hintereinander mahlen. Die Graef CM702 zu allen, die zwei Siebträgerhalter wollen und auf Daten in der Anleitung verzichten können. Die EKM 400 zu Käufern, die eine Mengenautomatik mit Display in der unteren Preislage suchen und mit drei Minuten Dauerbetrieb auskommen.
Zwei Fragen helfen bei der Entscheidung, bevor man Modelle vergleicht. Erstens: Wie viele Zubereitungen gibt es im Haushalt? Wer nur Filterkaffee kocht, braucht keinen breiten Mahlbereich und keine Waage; wer Filter, French Press und gelegentlich Espresso mischt, profitiert von einer Skala, die die Anleitung den Zubereitungen zuordnet. Zweitens: Wie viel wird auf einmal gemahlen? Wer morgens für vier Personen mahlt, achtet auf die Laufzeitgrenzen; wer eine Tasse mahlt, kann sie ignorieren.
Daneben zählt der Platz. Die Dedica ist auf die schmalen Maschinen ihrer Reihe abgestimmt, die Calibra braucht Raum für den Auffangbehälter auf der Waagenplatte, und die Cloer ist mit 1,45 Kilogramm laut Herstellerseite die leichteste der fünf. Wer die Mühle nach jedem Gebrauch in den Schrank stellt, nimmt eine leichte; wer sie stehen lässt, achtet auf den Standby.
Für Käufer, die noch zwischen elektrischer Mühle und Vollautomat schwanken, ordnet der Überblick über Kaffeevollautomaten die Alternative, bei der Mühle und Brühgruppe in einem Gerät stecken.
Die Gegenprobe: was gegen die Empfehlung spricht
Das stärkste Argument gegen die Calibra ist der Preis. Sie liegt in der obersten Preislage der fünf, und für einen Haushalt, der nur Filterkaffee aus der Maschine trinkt, bringt die Waage wenig. Dort mahlt die Cloer dasselbe Pulver, und ihre Anleitung sagt genauso deutlich, wo es auf der Skala liegt.
Das zweite Argument betrifft die Unterlagen selbst. Die Calibra gewinnt hier, weil ihre Zahlen stimmen, nicht weil sie nachweislich besser mahlt. Keine Mühle wurde für diese Seite benutzt, und kein Dokument der Hersteller misst die Gleichmäßigkeit des Pulvers. Eine Mühle mit lückenhafter Anleitung kann im Alltag gleich gut oder besser sein; die Graef mit den meisten Bewertungen und 4,4 Sternen spricht dafür, dass viele Käufer zufrieden sind.
Das dritte Argument: Im deutschen Teil der Calibra-Anleitung fand sich keine Leistungsangabe und kein Garantieabschnitt, und das Gewicht im Datenfeld wirkt niedrig. Wer gerade auf diese Angaben Wert legt, findet sie bei der EKM 400 vollständiger, die allerdings im Angebotstitel die falsche Leistung nennt. Wer abwägen will, liest beide Anleitungen beim Hersteller; sie stehen frei zum Download.
Ein letzter Vorbehalt betrifft den Stand der Unterlagen. Die Anleitung der EKM 400 trägt den Stand R2203, die der Dedica den Druckvermerk vom Juni 2015, die Datei der Calibra trägt auf der Herstellerseite die Jahreszahl 2025 im Namen. Hersteller überarbeiten Anleitungen, ohne das Gerät zu ändern, und gelegentlich ändern sie das Gerät, ohne die Kennung zu ändern. Was hier steht, gilt für die Fassungen, die am Prüftag abrufbar waren. Wer kauft, vergleicht die Anleitung im Karton mit der hier beschriebenen.
Ein viertes Argument ist die Abkühlzeit. Die Calibra ist die einzige der fünf, deren Anleitung eine Zwangspause von einer Stunde beschreibt, wenn der Motor überhitzt. Für die meisten Haushalte wird das nie eintreten; für ein Büro, das mehrere Kannen hintereinander mahlt, kann es den Ausschlag geben. Dort ist die EKM 400 mit drei Minuten Dauerbetrieb die robustere Wahl unter den Mühlen, deren Anleitung überhaupt eine Grenze nennt.
Wer zwischen den beiden ausgezeichneten Mühlen schwankt, entscheidet nach der Zubereitung. Wechselnde Zubereitungen und Rezepte nach Gramm sprechen für die Calibra, eine Kanne Filterkaffee am Tag spricht für die Cloer. Und wer vor allem Espresso trinkt, nimmt keine der beiden, sondern liest den Vergleich der Siebträger-Mühlen.
Für alle, die nach dieser Seite noch unsicher sind, hilft eine einfache Probe vor dem Kauf: die Zubereitungen der letzten Woche aufschreiben, mit Menge und Häufigkeit. Stehen dort fast nur Kannen Filterkaffee, reicht die Cloer. Stehen dort Filter, French Press und Cold Brew im Wechsel, lohnt die Calibra. Stehen dort vor allem Espressi, ist keine dieser Allround-Mühlen die erste Wahl. Diese Probe kostet zehn Minuten und erspart eine Rücksendung.
Diese Seite wird überarbeitet, wenn sich die Lage ändert: wenn ein Angebot verschwindet, ein Hersteller eine neue Anleitung veröffentlicht oder eine der fünf Mühlen durch ein Nachfolgemodell ersetzt wird. Der Prüftag steht oben auf der Seite; die Bewertungszahlen in den Produktabschnitten tragen dasselbe Datum. Wer eine Abweichung zwischen dieser Seite und einem Angebot findet, sollte der Anleitung des Herstellers mehr trauen als beiden.
Dieser Vergleich gehört zum Bereich Kaffeemühle; die Übersicht des Bereichs Kaffeemühle ordnet alle sechs Seiten. Ob Kegel oder Scheibe die bessere Bauart ist, prüft der Ratgeber Kegelmahlwerk oder Scheibenmahlwerk, und welche Stufe welche Zubereitung braucht, fasst die Mahlgrad-Tabelle aus acht Anleitungen zusammen.

