Die Antwort in einem Satz: Dampfgaren wird mit einem Ernährungsargument verkauft, und in sechs ausgezählten Warenfeldern mit zusammen dreißig bestellbaren Angeboten steht neben diesem Argument keine einzige Zahl und keine einzige Fundstelle — die frei nachlesbare Messreihe stützt es gegenüber dem Kochen im Wasser, sieht aber ausgerechnet die Mikrowelle in sechs von sieben Gemüsearten vor dem Dämpfen.
Worum es hier geht: Diese Seite ist eine Landkarte über acht Einzelseiten zum Dampfgaren. Sie erzählt keine davon nach. Sie sagt, welche Frage auf welchem Weg liegt, welche Unterlagen dort gelesen wurden und was dabei herausgekommen ist. Wer schon weiß, welche Bauform er sucht, springt direkt in den passenden Abschnitt. Wer es nicht weiß, liest den ersten Abschnitt und weiß es danach. Es gibt hier kein Produkt, keine Bestellnummer, keinen Preis und keine Rangfolge.
Sieben Sätze, die auf allen acht Wegen gelten
- Dampfgarer ist kein Gerätetyp, sondern eine Sammelbezeichnung. Darunter liegen fünf Bauformen mit fünf verschiedenen Kaufentscheidungen: das Standgerät mit eigenem Stecker, der stromlose Einsatz für einen vorhandenen Topf, der Behälter für die Mikrowelle, das fest eingebaute Gerät und der Beikostzubereiter mit Mixfunktion. Wer die Bauform nicht zuerst klärt, vergleicht Dinge, die einander gar nicht ersetzen.
- Der Verkaufsgrund dieser ganzen Warengruppe ist ein Ernährungsargument. In sechs ausgezählten Warenfeldern mit zusammen dreißig bestellbaren Angeboten wirbt die Mehrheit mit Nährstoffen, Vitaminen, Gesundheit oder Schonung. Kein einziges dieser dreißig Angebote nennt dazu eine Zahl, und kein einziges nennt eine Fundstelle.
- Die frei nachlesbare Messreihe stützt dieses Versprechen nur zur Hälfte. Gegenüber dem Kochen im Wasser gewinnt das Dämpfen in fünf von sieben Gemüsearten. Gegenüber der Mikrowelle verliert es in sechs von sieben. Die einzige Ausnahme in beide Richtungen ist die Kartoffel.
- Was ein Backofen in Europa über sich sagen muss, steht in Anhang I, Tabelle 4 der Verordnung (EU) Nr. 66/2014 und ist eine kurze Liste: Modellkennung, Art des Backofens, Masse, Anzahl der Garräume, Wärmequelle, Volumen je Garraum, Energieverbrauch je Zyklus und Energieeffizienzindex. Ein Wassertank kommt darin nicht vor, ein Entkalkungsintervall nicht und ein Nährstoff schon gar nicht.
- Die Zahl, die am häufigsten gesucht und am seltensten veröffentlicht wird, ist das Entkalkungsintervall. Ein Hersteller benennt in seiner Anleitung beide Größen der Rechnung, nämlich die Zahl der Dampfbetriebe und die Wasserhärte, und zeigt am Gerät nur das Ergebnis an, nicht die Rechnung.
- Sechs Herstellerdokumente widersprechen einander beim Entkalken so deutlich, dass die Antworten zwischen acht Anwendungen und acht Jahren auseinanderliegen. Der Ausreißer ist ein Übersetzungsfehler in einer einzigen Datei, und er ist belegt.
- Diese Übersicht empfiehlt kein Modell, nennt keine Bestellnummer, keinen Preis und keine Rangfolge. Sie sagt, welche Frage auf welcher Seite mit welchen Unterlagen beantwortet wird und was dort herausgekommen ist.
Wo diese Landkarte anfängt: bei der Bauform, nicht beim Modell
Wer nach einem Dampfgarer sucht, sucht in Wahrheit nach einer von fünf sehr verschiedenen Sachen. Die erste ist ein Gerät mit eigenem Stecker, das auf der Arbeitsplatte steht, Wasser in einem Tank hält und nach Ablauf eines Timers abschaltet. Die zweite ist gar kein Gerät, sondern ein gelochter Einsatz, der in einen Topf gestellt wird, den es im Haushalt längst gibt. Die dritte ist ein Kunststoffbehälter mit Deckel, der in die Mikrowelle wandert. Die vierte ist ein fest eingebautes Gerät, das eine Nische belegt und einen eigenen Anschluss braucht. Die fünfte ist ein Beikostzubereiter, der dämpft und anschließend im selben Behälter püriert.
Diese fünf Bauformen liegen um den Faktor zehn auseinander, sie stehen an verschiedenen Orten in der Küche, sie gehen an verschiedenen Stellen kaputt, und sie ersetzen einander nicht. Trotzdem tragen sie in Anzeigen und Suchergebnissen dasselbe Wort. Das ist der Grund, warum diese Übersicht eine Landkarte ist und keine Rangliste: Eine Rangliste über fünf Bauformen hinweg würde Dinge gegeneinander stellen, die gar nicht zur Wahl stehen. Auf jeder der folgenden Spuren liegt genau eine Kaufentscheidung, und auf jeder liegt eine eigene Seite mit eigenen Unterlagen.
Eine Sache verbindet allerdings alle fünf, und sie kommt vor der Bauformfrage. Es ist das Versprechen, mit dem diese ganze Warengruppe verkauft wird. Deshalb liegt es auf dieser Landkarte nicht an einem Rand, sondern in der Mitte, und alle anderen Wege kreuzen es.
Die Kreuzung in der Mitte: hält das Nährstoffversprechen?
Schonend, nährstoffschonend, vitaminschonend — das sind die Wörter, wegen derer jemand ein zweites Gerät in eine ohnehin volle Küche stellt. Sie stehen in den Aufzählungspunkten, sie stehen in den Herstellerbeschreibungen, und sie stehen in den Bildstrecken. Was neben ihnen nirgends steht, ist eine Zahl. Über sechs Warenfelder und dreißig Angebote hinweg gibt es keine einzige Prozentangabe zum Nährstofferhalt, kein Milligramm, keinen Vergleichswert und keinen Verweis auf eine Messung.
Zahlen dazu gibt es, sie stehen nur woanders. Eine Untersuchung in Food Science and Biotechnology hat für dieselben Gemüse vier Garverfahren nebeneinandergestellt und den echten Rückhalt bestimmt, also den Gewichtsverlust eingerechnet. Über alle gegarten Proben reicht der Rückhalt an Vitamin C von 0,0 bis 91,1 Prozent. Gegenüber dem Kochen im Wasser gewinnt das Dämpfen bei fünf von sieben Gemüsearten, bei einer verliert es, bei einer stehen beide bei null. Gegenüber der Mikrowelle dreht sich das Bild: Dort liegt die Mikrowelle bei sechs von sieben vorn, und die einzige Ausnahme ist die Kartoffel. Was diese Zahlen für die Kaufentscheidung bedeuten und welche sieben weiteren Annahmen daran hängen, ist auf der Seite Dampfgarer oder Mikrowelle Annahme für Annahme durchgegangen; hier steht nur das Ergebnis.
Die ehrliche Einordnung ist deshalb zweigeteilt, und sie gilt für jede der fünf Bauformen gleichermaßen. Der Vorteil gegenüber dem Kochtopf ist real und belegt. Der Vorteil gegenüber dem Gerät, das in den meisten Küchen ohnehin steht, ist es nach dieser Datenlage nicht. Und in keinem Fall ist der Abstand so groß, dass er eine Kaufentscheidung allein tragen würde. Wer nach diesem Absatz weiterliest, sucht ein Gerät aus anderen Gründen: Platz, Bedienung, Gleichzeitigkeit, Kalk. Das sind gute Gründe. Nur sind es andere als die beworbenen.
Weg eins und zwei: mit eigenem Stecker oder als Einsatz im vorhandenen Topf
Der häufigste Einstieg ist das freistehende Standgerät. Es hat einen Tank, meist zwei oder drei Etagen, einen mechanischen Timer und keine Automatik. Der interessanteste Befund dieses Feldes entsteht, wenn man das Angebot neben die mitgelieferte Anleitung legt: Für dieselbe Aufgabe, nämlich Kartoffeln, nennen fünf Anleitungen Zeiten von 21 bis 40 Minuten. Das ist fast der Faktor zwei, bei einer Zutat, die überall dieselbe ist. Und die beworbenen neun Liter sind bei drei der fünf Geräte keine neun Liter Nutzraum, sondern die Summe dreier Etagen, die nacheinander arbeiten, weil der Dampf von unten nach oben zieht. Die Etagen sparen Geschirr und Platz auf dem Herd, aber keine Zeit.
Der zweite Weg führt an einem eigenen Gerät vorbei. Ein gelochter Einsatz für einen Topf, den es schon gibt, braucht keinen Stecker, keinen Schrankplatz und keine Entkalkung, und er kann genau das, was in der oben genannten Messreihe geprüft wurde — dort wurde exakt so gedämpft. Die Kaufentscheidung verläuft hier nicht über Ausstattung, sondern über vier Gabelungen: ob ein passender Topf vorhanden ist, ob ein Schnellkochtopf im Haushalt steht, ob dasselbe Gefäß auch schmoren soll und ob die Kochstelle frei bleiben muss. Die fünf Standgeräte mit ihren Angaben und den Stellen, an denen die Anleitung dem Angebot widerspricht, stehen im Dampfgarer-Vergleich; die vier Gabelungen des stromlosen Wegs führt die Seite zum WMF Dampfgarer einzeln durch.
Beide Wege haben denselben Nebenbefund, und er ist für die Gewährleistung nicht unwichtig: Hinter mehreren Markennamen dieser Warengruppe stehen dieselben Gesellschaften. In einem Feld teilen sich zwei Marken eine Rufnummer und eine Anschrift, in einem anderen liegen zwei Anleitungen verschiedener Marken auf demselben Dokumentenserver derselben Unternehmensgruppe. Wer glaubt, mit zwei Marken zwei Ansprechpartner zu haben, hat unter Umständen einen.
Weg drei: ein Behälter, der in die Mikrowelle gestellt wird
Die einfachste Lösung ist ein Kunststoffbehälter mit Deckel und Einsatz. Er belegt keinen Platz und keine Steckdose, und er nutzt die Wärmequelle, die ohnehin schon in der Küche steht. Genau deshalb ist er die interessanteste Variante für alle, die im vorigen Abschnitt gerade gelesen haben, dass die Mikrowelle beim Vitamin C nicht schlechter dasteht als der Dampf.
Der Haken liegt in den Angaben, die es nicht gibt. Von fünf Anbietern nennt genau einer, für welche Mikrowellenleistung sein Behälter gebaut ist. Keiner nennt eine Temperaturbeständigkeit in Grad Celsius, obwohl im Betrieb kochendes Wasser im Behälter steht. Keiner legt eine Garzeittabelle bei. Alle fünf werben mit BPA-Freiheit, die seit Dezember 2024 europaweit ohnehin vorgeschrieben ist und damit kein Unterscheidungsmerkmal mehr sein kann. Welche sechs Fehler daraus im Alltag entstehen und welches der fünf Angebote welchen davon ausschließt, steht im Fehlerkatalog zu Dampfgarbehältern für die Mikrowelle.
Weg vier: fest eingebaut, und damit zuerst eine Möbelfrage
Ab hier wird die Entscheidung teuer und schwer rückgängig zu machen, denn sie betrifft eine Nische. Es gibt zwei Fragen, und sie kommen in dieser Reihenfolge: Wohin kommt das Gerät, und was muss es können, wenn es dort allein steht? Erst danach kommt die Frage, welches Modell. Wer die Reihenfolge umdreht, kauft ein Gerät und passt anschließend die Küche daran an.
Für dieses Feld gibt es einen Maßstab, der nicht von uns stammt. Anhang I, Tabelle 4 der Verordnung (EU) Nr. 66/2014 zählt abschließend auf, was ein Haushaltsbackofen über sich angeben muss: Modellkennung, Art des Backofens, Masse des Gerätes, Anzahl der Garräume, Wärmequelle je Garraum, Volumen je Garraum in Litern, Energieverbrauch je Zyklus getrennt nach konventionellem Betrieb und Umluft sowie den Energieeffizienzindex. Das ist die ganze Liste. Kein Wassertank, kein Wasserverbrauch, kein Entkalkungsintervall und kein Wort über Nährstoffe. Die drei Nischenfälle mit fünf Geräten stehen auf der Seite zum Dampfbackofen, die Prüfung von fünf Angeboten gegen diese Pflichtliste im Dampfbackofen-Vergleich.
Zwei Beobachtungen aus diesem Feld lohnen den Hinweis schon hier. Erstens tragen drei der fünf Geräte des Nischenfeldes kein Energielabel, weil ein Garraum mit Mikrowellenfunktion nicht unter dieselbe Kennzeichnungspflicht fällt — wer nach dem Label sortiert, sortiert dort ins Leere. Zweitens vertragen sich Pyrolyse und Dampf technisch schlecht, weshalb im Auswahlfeld genau ein Gerät beides führt, und zwar mit einem bewusst kleinen Dampfanteil. Das ist kein Kompromiss zulasten der Reinigung, sondern einer zulasten des Dampfes.
Weg fünf: ein Gerät für einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten
Der Beikostzubereiter ist die einzige Bauform dieser Landkarte, bei der die Nutzungsdauer von vornherein feststeht. Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben schreiben, Beikost solle frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Monats eingeführt werden, in Wochen ausgedrückt nicht vor 17 und nicht später als 26. Für den Übergang zur Familienkost nennt die zuständige Bundeszentrale etwa den zehnten Monat. Zwischen diesen beiden Marken liegen rund vier bis sechs Monate, und das ist der Zeitraum, für den ein solches Gerät gekauft wird.
Diese Rechnung veröffentlicht kein Anbieter. Zwei der fünf nennen einen Anfang, keiner nennt ein Ende. Wer entlang dieses Zeitraums vergleicht statt entlang einer Merkmalsliste, kommt zu anderen Ergebnissen: Drei der fünf arbeiten in einem Behälter, zwei in zweien, und nur ein einziges kann dämpfen und mixen gleichzeitig. Die fünf Modelle mit ihren Angaben, den Werkstoffen und der Frage, was am Ende der Breizeit übrig bleibt, stehen auf der Seite zum Dampfgarer für Babynahrung.
Der Weg zurück: der Kalk, an dem alle Bauformen enden
Es gibt einen Punkt, an dem sich alle Wege dieser Landkarte wieder treffen, und er ist unspektakulär: Wo Wasser verdampft, bleibt Kalk zurück. Der härteste belegte Fall aus den Unterlagen ist unmissverständlich — wer die Entkalkung nicht durchführt, kann an diesem Einbaugerät keinen Betrieb mit Dampf mehr einstellen, und das Gerät meldet sich, sobald nur noch fünf oder weniger Dampfvorgänge möglich sind.
Wie oft entkalkt werden muss, sagt niemand belastbar. Sechs Herstellerdokumente nennen sechs verschiedene Antworten, die zwischen acht Anwendungen und acht Jahren auseinanderliegen; die acht Jahre entpuppen sich beim Nachlesen als Übersetzungsfehler in einer einzigen Datei, deren übrige acht Sprachfassungen an derselben Stelle acht Anwendungen nennen. Die Größen der Rechnung sind bekannt und stehen sogar in einer Anleitung nebeneinander, nämlich die Zahl der Dampfbetriebe und die Wasserhärte. Letztere ist gesetzlich definiert: Paragraph 9 Absatz 2 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes kennt genau drei Bereiche, weich unter 1,5, mittel 1,5 bis 2,5 und hart über 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter. Was daraus folgt, welche Mittel die Hersteller einander verbieten und woran die Garantie hängt, steht auf der Seite zum Entkalken von Dampfgarern.
Für die Kaufentscheidung ist das kein Nebenschauplatz. In den freistehenden Standgeräten dieser Warengruppe kommt das Wort Entkalken in keinem einzigen der fünf geprüften Angebote vor, und bei den Beikostzubereitern erwähnt es ebenfalls kein Angebot. Es steht ausschließlich in den Anleitungen, also in dem Dokument, das man erst nach dem Kauf liest.
Sechs Warenfelder, dreißig Angebote und dieselbe Leerstelle
Für jedes der sechs Warenfelder dieser Landkarte wurde am Datenstand der vollständige sichtbare Angebotstext durchgesehen, also Aufzählungspunkte, Herstellerbeschreibung, Bildstrecke und Datenfelder. Gezählt wurde, wie viele Angebote mit einem Nährstoff-, Vitamin-, Gesundheits- oder Schonungswortlaut werben, wie viele diesen Effekt beziffern und wie viele eine Fundstelle nennen. Die dreißig Angebote überschneiden sich nicht: Kein Modell kommt in zwei Feldern vor.
| Warenfeld | Durchgesehen | Wirbt damit | Nennt eine Zahl | Nennt eine Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| Einbau-Dampfbacköfen, Auswahlfeld | 5 Angebote | 4 | keines | keines |
| Einbau- und Kombigeräte, Nischenfeld | 5 Angebote | 5 | keines | keines |
| Freistehende Standgeräte | 5 Angebote | 3 | keines | keines |
| Einsätze, Töpfe und Standgeräte einer Marke | 5 Angebote | 4 | keines | keines |
| Dampfgarbehälter für die Mikrowelle | 5 Angebote | 4 | keines | keines |
| Beikostzubereiter mit Dampf und Mixer | 5 Angebote | 4 | keines | keines |
Zusammengerechnet sind das dreißig Angebote, von denen vierundzwanzig ihr zentrales Verkaufsargument im Text führen. Beziffert wird es von keinem, belegt von keinem. Die stärkste Formulierung, die dabei zu finden war, lautet, Eigengeschmack und Nährstoffe blieben vollständig erhalten. Die zweitstärkste behauptet einen optimalen Erhalt von Nährstoffen, Vitaminen und Aromen. Beide Sätze sind nach der oben genannten Messreihe für kein einziges Gemüse haltbar — selbst der höchste dort gemessene Dampfwert steht bei Brokkoli und ist ein Ausreißer nach oben, den die Arbeit selbst nicht erklärt.
Bemerkenswert ist die Gegenprobe: In den Bedienungsanleitungen derselben Hersteller kommen die Wörter Nährstoff, Vitamin und Gesundheit nicht vor. Die Dokumente handeln von Füllmengen, Garzeiten, Kalk und Verbrühungsgefahr. Das Versprechen, das den Kauf trägt, existiert also nur dort, wo verkauft wird, und verschwindet in dem Moment, in dem derselbe Hersteller ein Dokument mit Haftungsfolgen schreibt.
Die acht Wege im Überblick
Jede der folgenden Seiten beantwortet genau eine Frage, mit einem eigenen Satz Unterlagen und einer eigenen Auszählung. Sie wiederholen einander nicht. Wer eine bestimmte Frage hat, springt direkt dorthin.
Acht verbreitete Annahmen, jede einzeln gegen die Fundstelle gestellt, die sie tragen müsste. Eine hält uneingeschränkt, zwei halten in Teilen, fünf halten nicht. Die Messreihe, an der alles hängt, hat den echten Rückhalt an Vitamin C für vier Garverfahren bestimmt und den Gewichtsverlust eingerechnet. Gedämpft gegen gekocht gewinnt das Dämpfen in fünf von sieben Gemüsearten, gedämpft gegen Mikrowelle verliert es in sechs von sieben. Wer nur eine dieser neun Seiten liest, liest am besten diese.
Dampfgarer oder Mikrowelle: acht Annahmen gegen ihre BelegeFünf bestellbare Standgeräte, jedes einmal so, wie das Angebot es beschreibt, und einmal so, wie die mitgelieferte Bedienungsanleitung es beschreibt. Für dieselbe Aufgabe, nämlich Kartoffeln, nennen die fünf Anleitungen 21 bis 40 Minuten. Drei der fünf werben mit neun Litern, die sich beim Nachlesen als Summe dreier Etagen herausstellen, die nacheinander arbeiten und nicht nebeneinander. In keiner der fünf Anleitungen kommt das Wort Nährstoff, Vitamin oder Gesundheit vor.
Dampfgarer Vergleich: das Angebot gegen die mitgelieferte AnleitungDiese Seite führt nicht fünf Geräte gegeneinander, sondern vier Gabelungen: ob ein passender Topf da ist, ob ein Schnellkochtopf im Haushalt steht, ob dasselbe Gefäß auch schmoren und in den Ofen soll und ob die Kochstelle frei bleiben muss. Erst danach steht ein Produkt. Nebenbefund aus dem Impressum: Zwei Marken dieses Feldes teilen sich eine Rufnummer und eine Anschrift. Und genau ein Angebot der fünf kommt ohne jedes Vitaminwort aus, nämlich der kleine Topf, der schlicht einen Topf verkauft.
WMF Dampfgarer: vier Gabelungen statt einer RanglisteSechs Fehler, jeder mit dem Dokument, an dem er hängt, und mit der Angabe, welches der fünf Angebote ihn ausschließt. Der härteste Einzelbefund ist eine Leerstelle: Genau einer von fünf Anbietern nennt, für welche Mikrowellenleistung sein Behälter gebaut ist. Keiner nennt eine Temperaturbeständigkeit in Grad Celsius, obwohl es um ein Kunststoffteil geht, in dem kochendes Wasser steht. Alle fünf werben mit BPA-Freiheit, die seit Dezember 2024 ohnehin Rechtspflicht ist.
Dampfgarer für die Mikrowelle: sechs belegte KauffehlerKein Rangordnungsvergleich, sondern drei Situationen: das 45er Fach ist frei und der Backofen steht schon, es gibt genau eine Nische und die muss alles können, die Mikrowelle soll in dasselbe Fach. Jedes der fünf Geräte wird durch alle drei Situationen geführt. Dabei fällt auf, dass drei der fünf gar kein Energielabel tragen und dass das Nischenmaß bei mehreren Anbietern nur als Zeichnung existiert, nicht als Zahl im Datenblatt. Fünf von fünf sprechen ein Nährstoffversprechen aus, keines beziffert es.
Dampfbackofen: drei Nischenfälle, fünf GeräteDer Maßstab stammt nicht von uns, sondern aus Anhang I, Tabelle 4 der Verordnung (EU) Nr. 66/2014. Dort steht abschließend, was ein Haushaltsbackofen über sich angeben muss. Wassertank, Wasserverbrauch, Entkalkungsintervall und Nährstoffe kommen darin nicht vor, und genau deshalb fehlen sie in den Datenblättern. Vier der fünf Angebote werben trotzdem mit Schonung oder Vitaminen. Ein Angebot führt in denselben Datenfeldern, auf denen seine Volumenangabe allein ruht, eine Spannung von 2,4 Volt.
Dampfbackofen Vergleich: der Prüfstand aus der VerordnungFünf Beikostzubereiter, geführt entlang des Zeitraums, für den sie gekauft werden. Das Zeitfenster steht im Wortlaut in den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben: frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Monats, in Wochen nicht vor 17 und nicht später als 26. Für den Übergang an den Familientisch nennt die zuständige Bundeszentrale etwa den zehnten Monat. Daraus folgt eine Nutzungsdauer von rund vier bis sechs Monaten, und die veröffentlicht kein einziger Anbieter: Zwei nennen einen Anfang, keiner ein Ende.
Dampfgarer für Babynahrung: die Zeitachse statt der RanglisteSechs Herstellerdokumente einzeln gelesen, und sie widersprechen einander in jeder Hinsicht: beim Intervall, beim Mittel und bei der Frage, was ein falsches Mittel die Garantie kostet. Ein Hersteller schreibt Essig vor und schließt andere Mittel aus, ein zweiter verbietet genau das und koppelt daran den Garantieausschluss. Der Ausreißer zwischen acht Anwendungen und acht Jahren ist ein Übersetzungsfehler in einer einzigen Datei mit neun Sprachfassungen. Die Härtebereiche stammen aus Paragraph 9 Absatz 2 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes und kennen genau drei Stufen.
Dampfgarer entkalken: vierzehn Suchanfragen im WortlautVier Fragen, die vor der Bauformentscheidung gestellt werden
Ein Dampfgarer arbeitet mit Dampf und kommt damit nicht über hundert Grad. Er gart, er bräunt nicht. Ein Dampfbackofen ist ein Backofen, der zusätzlich Dampf zuführen kann, und er erreicht die üblichen Backofentemperaturen. Der praktische Unterschied liegt nicht in der Gesundheit, sondern in der Kruste: Brot und Braten brauchen Hitze, Gemüse und Fisch nicht. Der zweite Unterschied ist die Entscheidung selbst. Ein Standgerät stellt man hin, ein Einbaugerät schneidet ein Möbel auf.
Gegenüber dem Kochen im Wasser ja, und das ist messbar. In der zugrunde liegenden Untersuchung liegt der Rückhalt an Vitamin C nach dem Dämpfen bei fünf von sieben Gemüsearten über dem Wert nach dem Kochen, bei einer darunter, und bei einer stehen beide bei null. Der Grund ist einfach: Im Kochwasser geht wasserlösliches Vitamin C in die Flüssigkeit über, im Dampf nicht. Gegenüber der Mikrowelle gilt dieser Vorteil nach derselben Messreihe nicht.
Weil ein Preis am Tag nach der Veröffentlichung ein anderer sein kann, eine Garzeit von 21 bis 40 Minuten für Kartoffeln oder ein Entkalkungsintervall von acht Anwendungen dagegen morgen noch genauso in denselben Unterlagen steht wie heute. Marktsegmente werden dort benannt, wo sie für die Einordnung nötig sind. Beträge nicht.
Weil die Ergebnisse der deutschen Prüfeinrichtung kostenpflichtig sind. Was frei lesbar ist, etwa die Beschreibung eines Prüfverfahrens oder eine Zeitangabe aus einem offenen Beitrag, wird auf den Einzelseiten mit Fundstelle genannt. Eine Rangfolge oder eine Note wird hier nicht wiedergegeben, und eine Prüfnummer wird nicht erfunden.
Was auf dieser Landkarte weiße Flecken bleiben
Hier wurde nichts geprüft. Es wurde kein Gerät gekauft, aufgestellt oder eingeschaltet, es wurde nichts gemessen und nichts gegart. Alles, was auf dieser Seite steht, stammt aus Dokumenten, die am Datenstand an ihrer Direktadresse abgerufen und im Volltext gelesen wurden, und aus den Auszählungen der acht Einzelseiten. Wo eine Zahl aus einer Bedienungsanleitung kommt, ist sie eine Herstellerangabe und kein Messergebnis.
Vier Fragen sind auch nach acht Seiten offen. Erstens: Wie viele Dampfvorgänge ein Gerät in einem gegebenen Härtebereich tatsächlich schafft, veröffentlicht niemand — ein Hersteller verrechnet beide Größen im Gerät und zeigt allein das Ergebnis an. Zweitens: Warum fünf Anleitungen für dieselben Kartoffeln 21 bis 40 Minuten nennen, erklärt keine von ihnen. Drittens: Wie lange ein Beikostzubereiter gebraucht wird, ergibt sich aus behördlichen Empfehlungen, aber aus keinem einzigen Angebotstext. Und viertens bleibt offen, warum ausgerechnet die Kartoffel in der Messreihe als einziges Gemüse beim Dämpfen vor der Mikrowelle liegt.
Diese Seite empfiehlt kein Produkt. Sie nennt keine Bestellnummer, keinen Preis und keine Rangfolge, und sie gibt keine Noten oder Platzierungen einer Prüfeinrichtung wieder, weil diese kostenpflichtig sind. Und sie behauptet nicht, Dämpfen sei schlecht — sie hält fest, dass der Grund, mit dem es verkauft wird, in dreißig Angeboten kein einziges Mal beziffert ist, und zeigt an den Unterlagen der Hersteller selbst, wo die belegbaren Gründe stattdessen liegen.

