Konzentrat oder gebrauchsfertig: zwei Wörter, die über die Füllung der Sprühflasche entscheiden
Ein Konzentrat wird verdünnt, ein gebrauchsfertiges Mittel nicht. Das klingt banal, ist aber die häufigste Quelle für eine falsch gefüllte Sprühflasche. Kärcher legt dem WV 2 Plus N zwanzig Milliliter Konzentrat bei, die mit Wasser auf eine Flasche aufgefüllt werden. Beim Profigerät WVP 10 liegt dagegen eine halbe Liter Flasche CA 30 R im Karton, die Kärcher im Datenblatt dieses Mittels als gebrauchsfertig führt, mit der Dosierung „pur“. Die Produktinformation desselben Geräts nennt dieselbe Flasche „Oberflächenreiniger-Konzentrat“.
Wer dem Wort auf der Geräteseite glaubt und das Mittel verdünnt, putzt mit einem Bruchteil der vorgesehenen Stärke. Wer umgekehrt ein Konzentrat für gebrauchsfertig hält und pur sprüht, bringt nach den Kärcher-Angaben rund dreizehnmal so viel Mittel auf die Scheibe wie vorgesehen. Beides ist kein Defekt des Geräts. Es ist eine Frage der Begriffe, und die Hersteller selbst halten sie nicht immer auseinander.
Das zweite Begriffspaar betrifft das, was nach einem falschen Mittel passiert: Garantie und Gewährleistung. Die Garantie ist ein freiwilliges Versprechen des Herstellers mit eigenen Ausschlüssen. Die Gewährleistung ist der gesetzliche Anspruch gegen den Verkäufer. Leifheit schreibt in der Anleitung des Dry & Clean von „Hersteller-Gewährleistung“ und meint damit, was rechtlich die Garantie ist. Alle vier Hersteller stellen in ihren Garantiebedingungen klar, dass die gesetzlichen Rechte gegenüber dem Verkäufer unberührt bleiben.
Diese Seite geht von den Dokumenten aus, die zu den gängigen Geräten zugänglich sind: was in jeder Anleitung über erlaubte und verbotene Mittel steht, was die Sicherheitsdatenblätter der Markenreiniger über ihre Inhaltsstoffe verraten, und was die Garantiebedingungen daraus machen. Wer zuerst das Gerät sucht, findet Tank, Düse und Akku der verbreiteten Modelle im Vergleich der Akku-Fenstersauger.
Sieben Anleitungen, sieben Datenblätter: die Dokumente hinter dieser Seite
Gelesen wurde in jeder Geräteunterlage der Abschnitt zur bestimmungsgemäßen Verwendung, das Kapitel zum Befüllen der Sprühflasche und, wo vorhanden, die Tabelle mit den Störungen. Vier Unterlagen stammen von Kärcher und decken zehn Jahre ab: die Betriebsanleitung zum WV 2 von 2013, das Textheft der WV-Reihe von 2020, die Anleitung zum WV 4-4 Plus von 2022 und das Textheft zum WVP 10 von 2023. Dazu kommen Leifheit mit dem Dry & Clean, Bosch mit dem GlassVAC und Einhell mit dem BRILLIANTO.
Die Sicherheitsdatenblätter gehören zu den Mitteln, die diese Anleitungen nennen. Für Kärcher waren fünf direkt beim Hersteller abrufbar: RM 500, RM 503, RM 508, CA 30 R und CA 40 R. Das fünfte zugelassene Mittel beim WVP 10, CA 20 R, wurde nicht gelesen. Für Leifheit lagen die Datenblätter zum Glasreiniger und zum Fensterspray nur als Händlerkopien vom Oktober 2015 vor. Bosch und Einhell nennen kein eigenes Mittel; für sie gibt es kein Datenblatt zu lesen.
Zwei Hersteller aus dem Cluster fehlen. Für den Vileda Windomatic war die Gebrauchsanweisung nur als Abschrift in einem Anleitungsarchiv erreichbar, ohne dass die Mittelangaben vollständig zu sichern waren. RYOBI legt dem RWV18 laut Datenblatt ein Reinigungsmittel bei, nennt es aber nicht beim Namen; eine deutsche Anleitung im Volltext lag nicht vor. Beide stehen deshalb in keiner Zählung.
Was jede Anleitung in die Sprühflasche lässt: die Übersicht
Die Tabelle stellt die sieben Geräteunterlagen nebeneinander. Die Spalte zur Freigabe beantwortet eine einzige Frage: Darf laut Anleitung ein handelsüblicher Glasreiniger eines anderen Herstellers verwendet werden?
| Unterlage | Welches Mittel | Menge | Fremdes Mittel erlaubt | Spiritus |
|---|---|---|---|---|
| Kärcher WV 2 / WV 2 PlusBetriebsanleitung 59662420 (11/13) | herkömmliche Fensterreinigungsmittel; empfohlen das Kärcher-Konzentrat (4 × 20 ml, 6.295-302.0) | 20 ml Konzentrat, mit Wasser bis MAX = 250 ml Lösung | ja | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
| Kärcher WV-Reihe (u. a. WV 6)Textheft 59685090 (09/20) | herkömmliche Fensterreinigungsmittel; „am besten“ Kärcher-Konzentrate | keine Angabe im Text | ja | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
| Kärcher WV 4-4 PlusBetriebsanleitung 59697330 (03/22) | nur RM 500, RM 503, RM 508 | Mittel einfüllen, Wasser bis MAX; keine Milliliter | nein, herkömmliche Mittel ausdrücklich nicht | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
| Kärcher WVP 10Textheft 59682270 (08/23) | nur CA 20 R, CA 30 R, CA 40 R, RM 503 | keine Angabe im Text | nein | nicht genannt; Liste ist abschließend |
| Leifheit Dry & CleanBedienungsanleitung, Druck 01-2024 | herkömmliche Fensterreinigungsmittel; empfohlen Leifheit Glasreiniger oder Fensterspray | keine Angabe | ja | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
| Bosch GlassVACOriginalbetriebsanleitung 1 609 92A G0Y (04/2026) | Wasser und/oder herkömmliches Reinigungsmittel; an anderer Stelle: nur vom Hersteller zugelassene Mittel | Tank bis MAX; Hinweise des Mittelherstellers | widersprüchlich | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
| Einhell BRILLIANTOOriginalbetriebsanleitung, 09.04.2024 | herkömmliche Fensterreinigungsmittel; kein eigenes Mittel genannt | Anweisungen des Mittelherstellers | ja | ausgeschlossen, ebenso Schaumreiniger |
Als Bruch gelesen: Vier von sieben Unterlagen erlauben herkömmliche Fensterreiniger ohne Einschränkung, zwei von sieben nur namentlich genannte Kärcher-Mittel, und eine, die von Bosch, sagt in zwei Sätzen beides. Sechs von sieben schließen Spiritus und Schaumreiniger wörtlich aus; die siebte, das WVP-10-Heft, braucht das nicht, weil sie überhaupt nur vier Mittel zulässt. Eine Menge in Millilitern nennt nur eine Unterlage, die älteste. Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure erwähnt keine einzige.
Auffällig ist die Reihenfolge bei Kärcher. Die Anleitung von 2013 verlangt herkömmliche Mittel, die von 2022 verbietet sie. Dazwischen liegt ein Heft von 2020, das wieder herkömmliche Mittel nennt. Wer einen Kärcher besitzt, muss also im eigenen Heft nachsehen und nicht in dem eines anderen Kärcher-Modells. Die folgenden Abschnitte gehen die Dokumente einzeln durch.
Kärcher WV 2 (2013): herkömmliche Mittel, Kärcher-Konzentrat als Empfehlung
Die älteste Unterlage ist die großzügigste. Unter der bestimmungsgemäßen Verwendung steht, das Gerät nur in Verbindung mit herkömmlichen Fensterreinigungsmitteln zu verwenden, in Klammern: kein Spiritus, kein Schaumreiniger. Danach folgt eine Empfehlung, keine Pflicht: das Fensterreiniger-Konzentrat von Kärcher, das im Sonderzubehör als Viererpack zu je zwanzig Millilitern unter 6.295-302.0 geführt ist.
Für die Sprühflasche gibt die Anleitung die einzige genaue Mischung aller sieben Unterlagen an. Das mitgelieferte Konzentrat, ein Beutel zu zwanzig Millilitern, kommt in die Flasche. Dann wird langsam klares Wasser bis zur Markierung MAX aufgefüllt, was 250 Milliliter Lösung ergibt. Warum langsam, sagt die Anleitung nicht; naheliegend ist, dass die Lösung in der Flasche sonst schäumt.
Eine zweite Stelle wird oft übersehen. Unter „Reinigung ohne Sprühflasche“ erlaubt Kärcher, das Reinigungsmittel nach Herstellerangaben auf herkömmliche Art aufzutragen, also mit Eimer und Einwascher, und danach wie gewohnt abzusaugen. Gemeint ist der Hersteller des Mittels. Diese Anleitung lässt damit ausdrücklich offen, welches Mittel im Eimer ist, solange es kein Spiritus und kein Schaumreiniger ist.
Welche Mittel genau mit Konzentrat gemeint sind, lässt sich heute über die Teilenummer klären. Unter 6.295-302.0 führt Kärcher im aktuellen Datenblatt die Portionsbeutel des Fensterreinigers RM 503. Das, was dem WV 2 beilag, ist also dasselbe Mittel, das zwei spätere Anleitungen namentlich freigeben.
Kärcher WV 4-4 Plus (2022): drei Mittel mit Namen, herkömmliche ausdrücklich nicht
Neun Jahre später dreht Kärcher die Regel um. In der Anleitung zum WV 4-4 Plus heißt es, das Gerät nur in Verbindung mit folgenden Kärcher-Reinigungsmitteln zu verwenden: RM 500, RM 503, RM 508. Der nächste Satz verbietet, was die WV-2-Anleitung verlangt hatte: keine herkömmlichen Fensterreinigungsmittel, kein Spiritus, keine Schaumreiniger. Jede andere Verwendung sei unzulässig, und für Gefährdungen aus unzulässiger Verwendung hafte der Anwender.
Zwei der drei Namen sind Glas- und Fensterreiniger. Das dritte Mittel, RM 508, ist laut Kärcher-Datenblatt ein Multi-Flächenreiniger für alle wasser- und alkoholbeständigen Oberflächen im Haushalt. Es steht in der Liste, obwohl es kein Glasreiniger ist. Für den Fenstersauger nennt das Datenblatt dieselbe Mischung wie für das RM 500: anderthalb Verschlusskappen, also dreißig Milliliter, mit 220 Millilitern Wasser.
Die Störungstabelle des WV 4-4 Plus kommt auf das Thema zurück, an einer unerwarteten Stelle. Bei der Störung, dass das Gerät nicht funktioniert, steht als Abhilfe: nur geeignete Reinigungsmittel verwenden, keinen Spiritus, keine Schaumreiniger; am besten eigneten sich die Kärcher-Fensterreiniger-Konzentrate. Ein falsches Mittel ist hier also keine Frage des Ergebnisses auf der Scheibe, sondern eine mögliche Ursache dafür, dass der Sauger ausfällt. Wie sich ein falsches Mittel als Streifen bemerkbar macht, zeigt der Ratgeber Streifen nach dem Fenstersauger.
Kärcher WVP 10 (2023): vier Mittel, darunter zwei gebrauchsfertige aus dem Profisortiment
Das Textheft des WVP 10 hat die kürzeste Regel und die engste. Das Gerät sei nur in Verbindung mit folgenden Reinigungsmitteln zu verwenden: CA 20 R, CA 30 R, CA 40 R, RM 503. Spiritus und Schaumreiniger kommen nicht vor. Sie müssen es auch nicht, denn die Liste ist abschließend. Was nicht darauf steht, ist nicht bestimmungsgemäß, und für Schäden daraus trägt laut Heft allein der Benutzer das Risiko.
Drei der vier Namen stammen aus der Professional-Reihe. Zwei davon sind laut Datenblatt gebrauchsfertig: CA 30 R als Oberflächenreiniger mit der Dosierung pur, CA 40 R als Glasreiniger auf Alkoholbasis. Nur RM 503 ist ein Konzentrat aus dem Haushaltssortiment. Wer den WVP 10 mit der beigelegten CA-30-R-Flasche füllt, gießt also unverdünnt ein, auch wenn das Gerätedatenblatt die Flasche als Konzentrat bezeichnet.
Eine Eigenheit zeigt der Blick in die anderen Sprachen des Hefts. Die französische Fassung sagt an derselben Stelle sinngemäß, das Gerät nicht in Verbindung mit den folgenden Reinigungsmitteln zu verwenden, und nennt dieselben vier Namen. Aus der Erlaubnis ist in der Übersetzung ein Verbot geworden. Die englische, italienische und niederländische Fassung sagen dasselbe wie die deutsche. Für Leser in Deutschland gilt die deutsche Fassung; wer das Heft auf Französisch liest, sollte die Stelle kennen.
Der WVP 10 ist zugleich das Gerät, dem Kärcher in der Produktinformation sogar Arbeiten über Kopf zutraut. Welche Sets mit Stiel es dafür gibt und was die Anleitungen über Kopf erlauben, steht beim Fenstersauger mit Teleskopstange.
Textheft der WV-Reihe (2020): zurück zu herkömmlichen Mitteln
Zwischen den beiden strengen Unterlagen liegt ein Heft, das die alte Regel wiederholt. Das Textheft 59685090 gilt für Fenstersauger der WV-Reihe und enthält die Fehlercodes des WV 6. Unter bestimmungsgemäßer Verwendung steht wieder: nur herkömmliche Fensterreinigungsmittel, kein Spiritus, keine Schaumreiniger. Kein Mittel wird namentlich verlangt.
Bei Fehlercode E2, der blockierten Saugturbine, folgt die zweite Erwähnung. Saugen Sie keine Stäube oder Feststoffe, leeren Sie den Tank spätestens an der Markierung, verwenden Sie nur geeignete Reinigungsmittel, heißt es dort; am besten eigneten sich die Kärcher-Konzentrate. Das Mittel steht also neben Staub und überfülltem Tank als möglicher Grund dafür, dass die Turbine stockt.
Was die drei Kärcher-Generationen gemeinsam haben, ist die Richtung des Verdachts. Ein ungeeignetes Mittel gilt in keinem Heft als bloßer Schönheitsfehler, sondern stets als etwas, das im Gerät ankommt. Das ergibt Sinn, denn alles, was auf der Scheibe ist, wird abgesaugt, läuft durch den Abscheider und landet im Schmutzwassertank.
Leifheit Dry & Clean: herkömmliche Mittel, Hausmarke als Empfehlung
Leifheit formuliert fast wörtlich wie die alte Kärcher-Anleitung. Das Gerät sei nur in Verbindung mit herkömmlichen Fensterreinigungsmitteln zu verwenden, kein Spiritus, kein Schaumreiniger. Die Empfehlung lautet auf zwei eigene Produkte: Leifheit Glasreiniger oder Fensterspray. Im Kapitel Anwendung steht, man reinige das Fenster wie gewohnt mit Wasser und Reinigungsmittel und sauge dann ab.
Der Dry & Clean selbst hat keine Sprühflasche im Grundgerät. Was auf die Scheibe kommt, bringt der Benutzer mit Einwascher, Tuch oder Sprühflasche auf. Leifheit schreibt deshalb auch keine Menge vor. Die Mengenangabe müsste vom Mittel kommen, und das Produktdatenblatt des Leifheit-Glasreinigers nennt zwar ein Ein-Liter-Konzentrat mit „speziellem Glanz-Alkohol“, aber in der vorliegenden Fassung keine Dosierung.
Bemerkenswert ist der Satz über die gewerbliche Nutzung. Leifheit gebe keine Hersteller-Gewährleistung bei gewerblicher Nutzung, steht in der bestimmungsgemäßen Verwendung. Das Wort Gewährleistung ist hier ungenau, denn die gesetzliche Gewährleistung schuldet der Verkäufer, nicht der Hersteller. Gemeint ist eine freiwillige Herstellerzusage, und so nennen sie die Garantiebedingungen auf der Leifheit-Website auch: eine freiwillige Leistung, neben der die gesetzlichen Ansprüche gegen den Verkäufer uneingeschränkt bestehen.
Bosch GlassVAC: zwei Sätze, die nicht zusammenpassen
Bei Bosch stehen zwei Regeln in derselben Anleitung. In den Sicherheitshinweisen heißt es, nur Reinigungsmittel zu verwenden, die vom Hersteller zugelassen sind; andere könnten die Gesundheit gefährden und den Fenstersauger beschädigen. Im Kapitel zum Befüllen der Sprühflasche steht dagegen, den Reinigungsmitteltank mit Wasser und/oder einem herkömmlichen Reinigungsmittel zu füllen, kein Spiritus, kein Schaumreiniger, und die Hinweise des Reinigungsmittelherstellers zu beachten.
Welcher Hersteller im ersten Satz gemeint ist, bleibt offen. Ist es Bosch, fehlt jede Liste: Die Anleitung nennt kein einziges Mittel, und in der Gerätebeschreibung des GlassVAC ist keines aufgeführt. Ist es der Hersteller des Mittels, sagt der Satz nur, dass man dessen Etikett folgen soll. Liest man beide Stellen zusammen, ist die zweite die praktische: Ein handelsüblicher Reiniger ist erlaubt.
Bosch ist zugleich die einzige Unterlage, die Wasser ohne jedes Mittel ausdrücklich zulässt. Das kleine „und/oder“ bedeutet, dass die Sprühflasche auch nur mit Wasser gefüllt werden darf. Für leicht verschmutzte Scheiben ist das die einfachste Lösung, und sie hat einen Vorteil, den kein Reiniger hat: Sie lässt nichts auf dem Glas zurück, was nicht ohnehin im Wasser gelöst ist.
Einhell BRILLIANTO: der Verweis auf das Etikett und die Warnung vor Schaum
Einhell verlangt beim Befüllen der Sprühflasche herkömmliche Fensterreinigungsmittel, kein Spiritus, kein Schaumreiniger, und verweist dann auf die Anweisungen des Reinigungsmittelherstellers. Ein eigenes Mittel nennt die Anleitung nicht, und im Lieferumfang steht neben der Sprühflasche, laut Datenblatt mit 300 Millilitern, keines.
Dafür steht bei Einhell der deutlichste Satz über Schaum. Bei Überfüllung des Wassertanks, also Wasserstand oder Schaum über der Markierung, trete Wasser am Ventilatorgehäuse aus. Das Gerät werde dadurch nicht beschädigt; man nehme den Akku heraus und lasse es trocknen. Schaum zählt hier wie Wasser. Wer ein stark schäumendes Mittel nimmt, erreicht die Markierung früher, als der Wasserstand es vermuten lässt.
Als einzige der sieben Unterlagen verweist Einhell beim Mittel auch auf dessen Sicherheitsdatenblatt. Gerät Reinigungsmittel auf die Haut oder ins Auge, solle man mit reichlich Wasser spülen und danach einen Arzt aufsuchen oder den Hinweisen des Sicherheitsdatenblatts folgen. Damit ist der nächste Schritt dieser Seite schon benannt.
Was die Sicherheitsdatenblätter der Markenmittel über ihre Inhaltsstoffe sagen
Ein Sicherheitsdatenblatt nach der europäischen REACH-Verordnung hat sechzehn Abschnitte. Für diese Frage zählen drei: die Einstufung in Abschnitt 2, die Zusammensetzung in Abschnitt 3 und die Eigenschaften in Abschnitt 9, darunter der pH-Wert. In Abschnitt 3 stehen nur Stoffe, die selbst gefährlich eingestuft sind und eine Mengenschwelle überschreiten, dazu die Kennzeichnung nach der Detergenzienverordnung. Ein Datenblatt ist also keine vollständige Rezeptur.
| Mittel | Art | Freigegeben in | Angegebene Stoffe | Kennzeichnung | pH |
|---|---|---|---|---|---|
| Kärcher Fensterreiniger RM 503Version 4, überarbeitet 20.12.2024 | Konzentrat | WV 4-4 Plus, WVP 10, Beigabe beim WV 2 | 1-Methoxy-2-propanol 5–10 %, 2-Propanol unter 5 %, nichtionische Tenside, Duftstoffe | nicht eingestuft | 5,8 |
| Kärcher Glasreiniger(-Konzentrat) RM 500Version 8, überarbeitet 22.08.2024 | Konzentrat | WV 4-4 Plus | 2-Propanol 1–5 %, Fettalkoholethoxylat 1 bis unter 3 %, Ammoniaklösung 0,1 bis unter 0,25 %, Duftstoffe | Achtung, H319 Augenreizung | 10,3 |
| Kärcher Multi-Flächenreiniger RM 508Version 3, überarbeitet 27.07.2023 | Konzentrat | WV 4-4 Plus | keine gefährlichen Inhaltsstoffe; Duftstoffe, Konservierungsmittel (Sodium Pyrithione, Benzisothiazolinone) | nicht eingestuft | 10,3 |
| Kärcher SurfacePro CA 30 RVersion 4, überarbeitet 10.05.2023 | gebrauchsfertig (Dosierung „pur“) | WVP 10 | 2-Propanol 1–5 %, Duftstoffe | nicht eingestuft | 8,6 |
| Kärcher SurfacePro CA 40 RVersion 5, überarbeitet 28.08.2023 | gebrauchsfertig, „auf Alkoholbasis“ | WVP 10 | 2-Propanol 5 bis unter 10 % | nicht eingestuft | 6–8 |
| Leifheit Glasreiniger 41414Version 2.3 vom 23.10.2015 (Händlerkopie) | 1-l-Konzentrat laut Produktdatenblatt | Empfehlung der Dry-&-Clean-Anleitung | anionische und nichtionische Tenside, größte Einzelangabe 5–10 %; kein Alkohol in Abschnitt 3 | Achtung, H319 Augenreizung | 7,3 |
| Leifheit Fensterspray 41409Version 1.2 vom 23.10.2015 (Händlerkopie) | gebrauchsfertiges Spray | Empfehlung der Dry-&-Clean-Anleitung | keine gefährlichen Inhaltsstoffe; drei Konservierungsmittel | nicht eingestuft | 8,2 ± 0,5 |
Fünf der sieben Mittel sind nach der CLP-Verordnung nicht eingestuft. Zwei tragen das Signalwort Achtung mit dem Hinweis auf schwere Augenreizung: das RM 500 von Kärcher und der Glasreiniger von Leifheit. Dazu passt, dass Einhell für Spritzer ins Auge das Ausspülen mit reichlich Wasser vorschreibt und die WV-2-Anleitung verlangt, den Sprühstrahl nicht in die Augen zu richten.
Die pH-Werte gelten für das Mittel, wie es aus der Flasche kommt, also beim Konzentrat unverdünnt. Sie reichen von leicht sauer bis deutlich alkalisch. Das RM 503 liegt mit 5,8 knapp unter neutral, RM 500 und RM 508 liegen mit 10,3 am anderen Ende. In der Lösung sind die Werte wegen der Verdünnung näher an dem des Wassers, wie nah, steht in keinem Datenblatt.
- pH 6 bis 8 (Spanne CA 40 R): 6 bis 8 pH
- RM 503: 5,8 pH — außerhalb des Korridors, Konzentrat, in allen drei Kärcher-Regeln erlaubt
- Leifheit Glasreiniger: 7,3 pH — im Korridor, Konzentrat, Datenblatt von 2015
- Leifheit Fensterspray: 8,2 pH — außerhalb des Korridors, gebrauchsfertig, Datenblatt von 2015
- CA 30 R: 8,6 pH — außerhalb des Korridors, gebrauchsfertig, nur beim WVP 10
- RM 500 / RM 508: 10,3 pH — außerhalb des Korridors, Konzentrate, beim WV 4-4 Plus
Bei den Duftstoffen sind sich alle Kärcher-Mittel einig, und das RM 508 führt zusätzlich zwei Konservierungsmittel auf. Das Leifheit-Spray nennt drei Konservierer. Wer auf Duftstoffe oder Isothiazolinone empfindlich reagiert, findet die Namen genau dort: im Abschnitt 3 unter der Kennzeichnung nach der Detergenzienverordnung, nicht auf der Vorderseite der Flasche.
Spiritus verboten, Isopropanol zugelassen: was die Datenblätter über Alkohol zeigen
Sechs der sieben Anleitungen schließen Spiritus mit fast denselben Worten aus. Wer daraus schließt, Alkohol habe im Fenstersauger nichts verloren, liegt nach den Datenblättern falsch. Vier der fünf gelesenen Kärcher-Mittel, die eine Anleitung namentlich freigibt, enthalten 2-Propanol, also Isopropanol: RM 500 und CA 30 R zu ein bis fünf Prozent, RM 503 zu unter fünf Prozent, CA 40 R zu fünf bis unter zehn. Kärcher nennt den CA 40 R selbst einen Glasreiniger auf Alkoholbasis.
Im RM 503 kommt ein Glykolether dazu, 1-Methoxy-2-propanol, mit fünf bis zehn Prozent der größte Einzelanteil in diesem Datenblatt. Auch Leifheit wirbt beim Glasreiniger mit einem Glanz-Alkohol, der im Datenblatt von 2015 allerdings nicht in Abschnitt 3 auftaucht. Möglich ist eine Menge unterhalb der Angabeschwelle oder ein Stoff, der nicht als gefährlich eingestuft ist. Welcher es ist, sagt das Datenblatt nicht.
Was genau das Problem mit Spiritus ist, erklärt keine der sieben Anleitungen. Naheliegend ist der Unterschied in der Menge: Ein Glasreiniger enthält einige Prozent Alkohol, und in der Sprühflasche wird er weiter verdünnt. Brennspiritus aus dem Baumarkt ist dagegen fast reiner, vergällter Ethylalkohol. Ob es um Dichtungen, Kunststoffe des Tanks, die Elektronik oder den Geruch im Abluftstrom geht, schreibt kein Hersteller. Sicher ist nur die Regel selbst, und die ist eindeutig.
Daraus folgt eine schlichte Praxisregel. Ein handelsüblicher Glasreiniger mit etwas Alkohol ist kein Spiritus und fällt bei den vier großzügigen Anleitungen unter die herkömmlichen Mittel. Spiritus selbst, ob pur oder als Schuss im Putzwasser, gehört bei keinem der Geräte in die Sprühflasche oder in den Eimer, wenn danach gesaugt wird.
Schaumreiniger und Spülmittel: warum Schaum im Tank anders zählt
Das zweite Wort in der Klammer, Schaumreiniger, hat eine technische Seite, die Einhell offen ausspricht. Der Tank eines Fenstersaugers ist klein, beim WV 2 hundert Milliliter, beim WVP 10 zweihundert. Wird Schaum angesaugt, füllt er den Tank schneller als Flüssigkeit, und die Markierung MAX ist erreicht, bevor viel Wasser darin ist. Was dann passiert, beschreiben Einhell und die alte WV-2-Anleitung ähnlich: Wasser tritt seitlich oder am Ventilator aus.
Schaumreiniger sind Sprays, die als stehender Schaum auf die Scheibe kommen. Spülmittel ist kein Schaumreiniger, schäumt aber, je mehr man davon nimmt. Der Kärcher-Ratgeber empfiehlt für das Putzen mit dem Abzieher einen Spritzer Geschirrspülmittel ohne Balsam in lauwarmem Wasser, und die Menge hänge davon ab, wie schmutzig die Scheibe sei. Für den Sauger sagt das keine Anleitung. Wer es trotzdem nimmt, hält die Menge so klein, dass im Eimer kein Schaum steht.
Interessant ist der Blick in das Datenblatt des Leifheit-Glasreinigers. Seine Tenside sind zum größten Teil anionisch, wie sie auch in Spülmitteln vorkommen. Die Kärcher-Datenblätter nennen dagegen nur nichtionische Tenside. Ob dieser Unterschied für den Sauger eine Rolle spielt, steht in keinem Dokument. Er zeigt aber, dass Glasreiniger und Spülwasser nicht dieselbe Rezeptur haben.
Hausmittel aus dem Kärcher-Ratgeber und der Weg ins Gerät
Wer nach Alternativen zum Markenmittel sucht, landet schnell bei Hausmitteln. Der Kärcher-Ratgeber zum Fensterputzen zählt fünf auf: eine Tasse Essigessenz auf einen Liter Wasser, zwei bis drei Esslöffel Zitronensäurepulver auf einen Liter, einen Spritzer Spülmittel ohne Balsam, eine große Tasse starken schwarzen Tee mit dem Saft einer halben Zitrone auf etwa drei Liter, und einen Schuss Spiritus auf einen Eimer mit fünf Litern.
Alle fünf sind für den Putzeimer gedacht, mit Tuch und Abzieher. Keines davon steht in einer Geräteanleitung, auch nicht in einer von Kärcher. Der Spiritus ist bei sechs Geräten ausdrücklich verboten. Für Essig, Zitronensäure und Tee gilt bei Kärcher WV 4-4 Plus und WVP 10, dass sie nicht auf der Liste stehen und damit nicht bestimmungsgemäß sind. Bei den großzügigen Anleitungen fallen sie streng genommen nicht unter herkömmliche Fensterreinigungsmittel, sind aber auch nicht verboten.
Bei Säuren gibt der Ratgeber selbst eine Warnung mit: Fensterbänke aus Stein wie Marmor seien vorher abzudecken, weil Essigsäure die Oberfläche angreifen könne. Beim Fenstersauger kommt dazu, dass die Lösung durch das Gerät läuft. Wie gut Dichtungen und Kunststoffe einen sauren Tankinhalt vertragen, ist in keiner Unterlage beschrieben. Wo Säure in ein Gerät gehört, steht das in dessen Anleitung; wie und in welcher Menge, zeigt der Ratgeber zum Wasserkocher entkalken, nur ist dort das Gerät für Säure gebaut.
Bleibt die Frage nach dem selbst gemischten Reiniger. Eine Mischung aus Wasser, wenig Spülmittel und etwas Essig ist das, was viele unter Fensterreiniger selber machen verstehen. Nach den Anleitungen ist sie bei vier Geräten im Graubereich, bei zwei Kärcher-Modellen nicht zugelassen. Wer sie nimmt, sollte wissen, dass der Garantiefall bei einem Schaden nicht an der Scheibe, sondern an dieser Mischung hängen kann.
Nur Wasser: die Möglichkeit, die nur Bosch ausspricht
Klares Wasser ist kein Reinigungsmittel und steht deshalb in keiner Liste. Ausdrücklich erlaubt ist es nur bei Bosch, über das „und/oder“ beim Befüllen der Sprühflasche. Der Kärcher-Ratgeber hält es für viele Verschmutzungen für ausreichend, mit einem nassen Mikrofasertuch über Glas und Rahmen zu wischen. Bei hartnäckigem Schmutz, der sich über Wochen gesammelt hat, empfiehlt er Mittel.
Für den Fenstersauger spricht einiges für Wasser als ersten Versuch. Es schäumt nicht, es greift nichts an, und es kann keine Anleitung verletzen, denn keine verbietet es. Der Nachteil ist die Benetzung. Ohne Tensid kann sich Wasser auf fettiger Scheibe zu Tropfen zusammenziehen, statt einen Film zu bilden, und genau den braucht die Gummilippe zum Gleiten. Kärcher wirbt beim RM 503 entsprechend mit guten Benetzungseigenschaften.
Im Bad ist Wasser oft die bessere Wahl, etwa beim Abziehen der Duschwand nach jedem Duschen. Dort kommt es weniger auf Fett an als auf den Wasserfilm, der sonst als Kalk antrocknet. Wie viel Feuchte danach im Raum bleibt, behandelt der Ratgeber zum Luftentfeuchter fürs Badezimmer.
Der Kärcher-Ratgeber nennt noch einen dritten Weg ohne Reinigungsmittel, den Dampf. Das Wasser aus dem Dampf sei entmineralisiert und wirke wie destilliertes Wasser und hinterlasse deshalb keine Streifen. Für den Fenstersauger ist das kein Ersatz, sondern ein anderes Gerät. Wer ganz ohne Mittel und mit heißem Dampf arbeiten will, findet die Grenzen dieses Ansatzes beim Dampfreiniger und den 99 Prozent.
Wie viel Konzentrat in eine Sprühflasche gehört
Mengen nennen nur zwei Arten von Dokumenten: die alte WV-2-Anleitung und die Kärcher-Datenblätter der Mittel. Sie stimmen nicht ganz überein. Die Anleitung sagt zwanzig Milliliter Konzentrat und Wasser bis MAX, zusammen 250 Milliliter. Das Datenblatt des RM 503 sagt zwanzig Milliliter Konzentrat auf 250 Milliliter Wasser, also 270 Milliliter Lösung, wenn man es wörtlich nimmt. Der Unterschied ist klein, acht gegen 7,4 Prozent Konzentrat.
Größer ist der Unterschied zwischen den Mitteln. RM 500 und RM 508 sollen laut Datenblatt mit dreißig Millilitern auf 220 Milliliter Wasser gemischt werden, also zwölf Prozent. Das sind anderthalbmal so viel wie beim RM 503. Wer von einem Mittel zum anderen wechselt und die Kappe gewohnheitsmäßig gleich voll macht, liegt bei einem der beiden daneben.
Die Werte als Liste
- RM 503 laut Datenblatt: 7,4 % %
- RM 503 laut WV-2-Anleitung: 8 % %
- RM 500: 12 % %
- RM 508: 12 % %
- CA 30 R (gebrauchsfertig): pur %
- CA 40 R (gebrauchsfertig): pur %
Für Mittel anderer Hersteller gilt, was Bosch und Einhell schreiben: die Angaben des Mittelherstellers. Ein gebrauchsfertiger Glasreiniger aus der Sprühflasche wird nicht weiter verdünnt. Ein Konzentrat ohne Mengenangabe für Sprühflaschen, wie es beim Leifheit-Glasreiniger im vorliegenden Datenblatt der Fall ist, lässt den Benutzer allein; dann ist die Kärcher-Spanne von sieben bis zwölf Prozent ein Anhalt, aber keine Angabe des Herstellers.
Mischrechner: wie viel RM 503 auf welche Lösungsmenge
Eingabe: gewünschte Lösungsmenge in der Sprühflasche. Ausgabe: Konzentrat RM 503 nach den beiden Kärcher-Angaben, von 20 ml auf 270 ml Lösung (Datenblatt) bis 20 ml auf 250 ml Lösung (WV-2-Anleitung). Für RM 500 und RM 508 gilt ein anderes Verhältnis, 30 ml auf 250 ml.
Konzentrat RM 503: 18,5 bis 20,0 ml
Grundlage: Lösung in der Sprühflasche 250,0 ml.
| Lösung in der Sprühflasche (ml) | Konzentrat RM 503 (ml) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 50,0 bis 249,0 | 3,7 bis 19,9 | Teilfüllung oder kleinere Flasche |
| 250,0 bis 299,0 | 18,5 bis 23,9 | Kärcher-Sprühflasche bis MAX (250 ml): ein Portionsbeutel |
| 300,0 bis 499,0 | 22,2 bis 39,9 | Einhell-Sprühflasche mit 300 ml |
| 500,0 bis 1.000,0 | 37,0 bis 80,0 | Sprühflasche mit 500 ml wie beim WVP 10; RM 503 ist dort freigegeben |
Kärcher Betriebsanleitung WV 2 (59662420, 11/13) und Produktinformation Fensterreiniger RM 503 (0.011-397.0, Stand 23.10.2026); Flaschengrößen laut Einhell-Produktdatenblatt BRILLIANTO und Kärcher-Produktinformation WVP 10.
Der Rechner deckt die Sprühflasche ab, nicht den Putzeimer. Für die Arbeit mit Eimer und Einwascher nennt das Datenblatt des RM 503 keine Menge, es schreibt nur, das Mittel sei auch manuell anwendbar. Beim RM 508 steht für die Handarbeit eine eigene Angabe: drei bis fünf Verschlusskappen, fünfzig bis hundert Milliliter, auf einen Liter Wasser. Das ist mehr, als in die Sprühflasche des Saugers gehört.
Musterrechnung: wie weit eine Flasche Konzentrat reicht
Die Rechnung folgt nur aus den Mengenangaben, nicht aus Preisen. Eine 500-Milliliter-Flasche RM 503 ergibt bei zwanzig Millilitern je Füllung fünfundzwanzig volle Sprühflaschen. Eine gleich große Flasche RM 500 oder RM 508 ergibt bei dreißig Millilitern gut sechzehn. Ein Viererpack Portionsbeutel reicht für genau vier Füllungen.
Wie viele Füllungen ein Putztag braucht, steht in keiner Unterlage; das hängt von Fensterzahl, Verschmutzung und Arbeitsweise ab. Als Annahme dieser Seite, nicht als Herstellerangabe: Eine Wohnung braucht zwei Flaschen je Putztag, innen und außen, und es wird viermal im Jahr geputzt. Das sind acht Füllungen im Jahr, mit RM 503 also 160 Milliliter Konzentrat. Die Halbliterflasche reicht dann gut drei Jahre, ein Viererpack ein halbes Jahr.
Mit RM 500 sind es bei derselben Annahme 240 Milliliter im Jahr, die Flasche reicht zwei Jahre. Wer meint, mit einem Schuss mehr länger sauber zu bleiben, verkürzt nur die Rechnung und riskiert den Schleier, den der Ratgeber zu Streifen und Schlieren unter den Ursachen führt. Wer statt mit der Sprühflasche mit Eimer einwäscht, verbraucht deutlich mehr Lösung; beim RM 508 in der Handdosierung wären es fünf bis zehn Prozent Mittel in jedem Liter. Für den Vergleich zweier Konzentrate zählt deshalb nicht der Flaschenpreis, sondern die Zahl der Füllungen, die auf dem Datenblatt steht.
Das RM 500 soll frostfrei gelagert werden, so steht es in der Produktinformation. Wer die Flasche im Gartenhaus oder in der Garage überwintert, sollte das wissen, bevor er drei Jahre Vorrat kauft.
Garantie und Gewährleistung: was ein falsches Mittel kosten kann
Alle Kärcher-Unterlagen, Leifheit und Einhell enthalten denselben Gedanken: Verwendung außerhalb der Bestimmung, Risiko beim Benutzer. Kärcher und Leifheit schreiben wortgleich, für hieraus resultierende Schäden hafte der Hersteller nicht, das Risiko trage allein der Benutzer. Einhell formuliert es so, dass für daraus hervorgerufene Schäden der Benutzer haftet und nicht der Hersteller. Das betrifft jedes Mittel, das die jeweilige Anleitung nicht erlaubt.
Die Garantiebedingungen werden unterschiedlich deutlich. Kärcher nennt in der Fassung vom 8. Mai 2026 unter den Gründen, aus denen die Garantie erlischt, wörtlich die Verwendung ungeeigneter Chemikalien, daneben die Nichtbeachtung der Bedienungsanleitung. Bosch schließt in der Herstellergarantie vom 1. Januar 2026 Mängel aus, die auf Nichtbeachtung von Bedienungshinweisen oder nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch zurückgehen; von Chemikalien oder Mitteln ist dort keine Rede. Leifheit schließt Mängel aus unsachgemäßem Gebrauch und aus der Nichtbeachtung der Bedienungshinweise aus, Einhell in der Garantieurkunde Schäden durch Nichtbeachtung der Gebrauchsanleitung und unsachgemäße Anwendung. Ungeeignete Chemikalien als eigenen Ausschluss nennt also nur Kärcher, einer von vier Herstellern.
Für ein Kärcher-Gerät der neueren Generation heißt das: Ein Glasreiniger eines anderen Herstellers ist beim WV 4-4 Plus und beim WVP 10 nicht bestimmungsgemäß, und ungeeignete Chemikalien lassen die Garantie erlöschen. Beim WV 2 und der WV-Reihe ist derselbe Reiniger ausdrücklich erlaubt. Wie Kärcher im Garantiefall prüft, ob ein Mittel die Ursache war, steht in keinem der gelesenen Dokumente.
Unberührt bleibt die gesetzliche Gewährleistung. Sie richtet sich gegen den Verkäufer und gilt für Mängel, die beim Kauf schon vorhanden waren. Alle vier Hersteller schreiben das ausdrücklich in ihre Bedingungen. Ein Mittel, das erst nach dem Kauf eingefüllt wurde, kann allerdings auch dort der Einwand des Verkäufers sein. Wer bei einem defekten Gerät sicher sein will, bewahrt die Flasche oder das Etikett des verwendeten Mittels auf. Wie lange die Garantie je Gerät läuft und ob eine Registrierung sie verlängert, steht im Vergleich der Akku-Fenstersauger.
Konzentrat, gebrauchsfertig, Hausmittel: die Begriffe nebeneinander
Die Wörter auf Flaschen und in Anleitungen klingen ähnlich und meinen Verschiedenes. Die Gegenüberstellung fasst zusammen, was die gelesenen Dokumente unter jedem Begriff verstehen und was daraus für den Fenstersauger folgt.
| Begriff | Was er meint | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Konzentrat | Muss vor dem Einsatz mit Wasser verdünnt werden; die Menge steht im Datenblatt oder auf dem Etikett | Unverdünnt in die Sprühflasche gegeben, landet ein Vielfaches der vorgesehenen Menge auf der Scheibe |
| gebrauchsfertig | Wird so verwendet, wie es aus der Flasche kommt (bei Kärcher „Dosierung pur“) | Nicht zusätzlich verdünnen, sonst stimmt die Wirkung nicht mehr mit dem Datenblatt überein |
| herkömmliches Fensterreinigungsmittel | Ein handelsüblicher Glas- oder Fensterreiniger; keine Anleitung definiert den Begriff genauer | Erlaubt in vier von sieben Unterlagen, ausdrücklich nicht beim WV 4-4 Plus |
| Hausmittel | Essig, Zitronensäure, Spülmittel, Tee, Spiritus im Putzwasser (Kärcher-Ratgeber) | Keine der sieben Anleitungen erwähnt sie; Spiritus schließen sechs ausdrücklich aus |
| Garantie | Freiwilliges Versprechen des Herstellers, mit eigenen Bedingungen und Ausschlüssen | Kann bei ungeeigneten Mitteln entfallen; Kärcher nennt Chemikalien wörtlich |
| Gewährleistung | Gesetzlicher Anspruch gegen den Verkäufer, unabhängig von jeder Garantie | Bleibt laut Kärcher, Bosch, Leifheit und Einhell von der Garantie unberührt |
Zwei weitere Wörter stehen oft auf Kärcher-Flaschen und werden gern gleichgesetzt: Glasreiniger und Fensterreiniger. In den Datenblättern ist RM 500 ein Glasreiniger und RM 503 ein Fensterreiniger, beide für alle wasserfesten glatten Flächen. Einen Unterschied in der Anwendung beschreibt Kärcher nicht, wohl aber in der Rezeptur: Das RM 500 ist alkalisch und gekennzeichnet, das RM 503 leicht sauer und nicht eingestuft. Dem RM 503 schreibt Kärcher zu, Regen schneller ablaufen zu lassen; der Ratgeber spricht bei Konzentraten von einem Schutzfilm auf dem Glas.
Dieser Film erklärt, warum mehr Mittel nicht besser ist. Was als Schutz gedacht ist, wird bei Überdosierung zum Schleier, den der Kärcher-Ratgeber Schmierfilm nennt. Das RM 508 ist als Multi-Flächenreiniger breiter angelegt; sein Datenblatt nennt neben dem Fenstersauger den vibrierenden Akku-Wischer KV 4 und die Handarbeit. Wer für Böden ein eigenes Nassgerät nutzt, prüft dessen Freigabe getrennt, wie beim Wischsauger, denn eine Flasche für alle Geräte sieht keine Anleitung vor.
Fensterputzroboter: eigene Regeln für die Lösung im Tank
Wer vom Sauger auf einen Roboter umsteigt, findet strengere Vorgaben. Kärcher verlangt beim RCW 2, für ein gutes Reinigungsergebnis und sicheres Fahrverhalten ausschließlich das RM 503 zu verwenden; andere Mittel, etwa Spiritus, könnten die Funktion beeinträchtigen. Eine Flasche RM 503 liegt dem Roboter bei. Das Mittel, das beim Sauger nur eines von mehreren ist, wird hier zur Pflicht.
ECOVACS empfiehlt beim WINBOT MINI die eigene Lösung, erlaubt übergangsweise Leitungswasser und schließt gereinigtes oder gefiltertes Wasser aus; beim W2 PRO OMNI und W3 OMNI ist ausschließlich die ECOVACS-Lösung erlaubt. Was ein Roboter sonst verlangt, von der Mindestscheibe bis zum Sicherungsseil, steht beim Fensterputzroboter.
Für diese Seite folgt daraus nur eine Abgrenzung. Was hier über erlaubte und verbotene Mittel steht, gilt für handgeführte Sauger mit Sprühflasche oder Eimer. Für Roboter gilt allein die Anleitung des Roboters, und die lässt in den gelesenen Fällen keinen Spielraum.
Fragen, die sich beim Nachfüllen stellen
Welches Reinigungsmittel darf in den Kärcher-Fenstersauger?
Das hängt vom Modell und vom Alter der Anleitung ab. WV 2 und die WV-Reihe erlauben herkömmliche Fensterreiniger. Der WV 4-4 Plus erlaubt nur RM 500, RM 503 und RM 508, der WVP 10 nur CA 20 R, CA 30 R, CA 40 R und RM 503. Das RM 503 ist das einzige Mittel, das in allen drei Kärcher-Regeln vorkommt.
Gibt es eine Alternative zum Kärcher-Reinigungsmittel, etwa aus der Drogerie?
Bei WV 2 und WV-Reihe ja: ein handelsüblicher Glasreiniger ohne Spiritus und ohne Schaum. Beim WV 4-4 Plus und beim WVP 10 ist das nach der Anleitung nicht bestimmungsgemäß. Ein konkretes Drogerieprodukt nennt keine Unterlage, und keines wurde für diese Seite geprüft.
Wie viel Reinigungsmittel kommt in den Fenstersauger?
In den Sauger selbst gar keins, das Mittel kommt in die Sprühflasche oder den Eimer. Beim RM 503 sind es zwanzig Milliliter für eine Kärcher-Sprühflasche mit 250 Millilitern, beim RM 500 und RM 508 dreißig Milliliter. Gebrauchsfertige Mittel werden nicht verdünnt.
Kann ich Fensterreiniger selber machen, etwa mit Essig?
Für den Eimer mit Abzieher nennt der Kärcher-Ratgeber Essigessenz, Zitronensäure, Spülmittel und Tee. Keine Geräteanleitung erwähnt Hausmittel. Bei zwei Kärcher-Modellen sind sie mangels Freigabe ausgeschlossen, bei den anderen nicht ausdrücklich erlaubt. Spiritus ist bei sechs von sieben Geräten wörtlich verboten.
Darf ich nur Wasser nehmen?
Ja. Bosch erlaubt es ausdrücklich, und keine andere Anleitung verbietet es. Auf fettigen Scheiben benetzt reines Wasser schlechter, sodass die Lippe weniger gut gleitet. Dann hilft ein wenig zugelassenes Mittel.
Verliere ich mit einem fremden Mittel die Garantie?
Bei Kärcher erlischt die Garantie laut Bedingungen, wenn ein Fehler auf ungeeignete Chemikalien zurückgeht. Bei Bosch, Leifheit und Einhell zählt die Nichtbeachtung der Anleitung. Wer ein Mittel nimmt, das die eigene Anleitung erlaubt, ist auf der sicheren Seite. Die Gewährleistung gegenüber dem Verkäufer bleibt bei allen unberührt.
Was mache ich mit dem Schmutzwasser aus dem Tank?
Die Anleitungen sagen nur, den Tank zu leeren und auszuspülen. Das Datenblatt des RM 503 schreibt zur Entsorgung, kleine Mengen könnten mit reichlich Wasser verdünnt und weggespült werden; größere Mengen gehören nach den örtlichen Vorschriften entsorgt. Bosch rät, den Tank nach jedem Gebrauch zu reinigen, damit sich kein Schimmel bildet. Wer größere Mengen Wasser vom Boden aufnehmen muss, braucht statt des Fenstersaugers einen Nasssauger.
Was nicht herauszufinden war
Warum Spiritus im Fenstersauger verboten ist, während die zugelassenen Mittel selbst Isopropanol enthalten, erklärt keine der sieben Anleitungen und keines der sieben Datenblätter. Ob es um Dichtungen, Kunststoffe oder die Saugturbine geht, bleibt die Frage, die nur die Hersteller beantworten könnten. Ebenso offen ist, warum Kärcher binnen zehn Jahren dreimal die Regel geändert hat und ob ein WV 2 von 2013 heute noch mit jedem herkömmlichen Glasreiniger betrieben werden darf.
Nicht gelesen werden konnten das Datenblatt des CA 20 R und Datenblätter der Leifheit-Mittel, die neuer als 2015 sind; ob die Rezepturen sich seither geändert haben, ist offen. Die Vileda-Anleitung war nur als Abschrift zugänglich, eine deutsche RYOBI-Anleitung im Volltext gar nicht. Für den Leifheit-Glasreiniger fand sich keine Dosierung für die Sprühflasche. Und welchen Glanz-Alkohol Leifheit meint, steht in keinem Dokument, das vorlag.
Wer eine dieser Fragen für das eigene Gerät geklärt haben will, schreibt am besten an den Kundendienst des Herstellers und fragt nach dem konkreten Mittel, mit Namen und Datenblatt. Eine schriftliche Freigabe ist im Garantiefall mehr wert als jede Regel auf dieser Seite.

