Barf Hund, was ist das?
BARF heißt, einen Hund mit rohen Zutaten zu füttern: rohes Fleisch, Innereien, rohe Knochen, dazu meist Gemüse, Obst, Öl und Zusätze. Im Deutschen wird die Abkürzung oft als biologisch artgerechte Rohfütterung aufgelöst, im Englischen als Bones and Raw Food, „Knochen und rohes Futter“.
Unter dem Namen laufen zwei sehr verschiedene Dinge. Das eine ist die selbst zusammengestellte Ration: Der Halter kauft Fleisch, Knochen und Innereien beim Metzger oder als Frostware, teilt sie auf und ergänzt, was er für nötig hält. Das andere ist das fertige Rohfutter, tiefgefroren in Portionen, oft als „Komplettmenü“ verkauft. Für beides gilt dieselbe Frage nach Hygiene, für die Frage nach den Nährstoffen gelten zwei verschiedene Antworten, weil der eine Fall eine Rezeptur des Halters ist und der andere ein Futtermittel mit Kennzeichnungspflicht.
Wie viele Hunde in Deutschland roh gefüttert werden, ist nicht amtlich erfasst. Die Nachfrage lässt sich aber an den Suchanfragen ablesen: Zur Eingabe „barf hund“ schlägt allein das Autocomplete von Google und Amazon mehr als zweihundert Fortsetzungen vor, von „barf hund was ist das“ über „barf hund wie viel“ bis „barf hund vitamine“. Diese Seite nimmt die häufigsten davon wörtlich als Zwischenüberschriften und beantwortet sie aus Quellen, die sich nachlesen lassen.
Was das bedeutet, zeigt die Trefferliste. Unter den ersten zehn Ergebnissen für „barf hund“ standen am Prüftag vor allem Shops für Rohfutter und Mineralpulver, dazwischen Anzeigen, und nur ein Ratgeber eines Tierkrankenversicherers. Fast alle nennen Vorteile, wenige die Untersuchungen, in denen BARF-Rationen nachgerechnet und Rohfutter im Labor auf Erreger untersucht wurde. Genau diese Untersuchungen tragen die Antworten auf dieser Seite.
Wer erst einmal einordnen möchte, welche Futtermittelarten es überhaupt gibt und was Alleinfutter, Ergänzungsfutter und Einzelfuttermittel rechtlich unterscheidet, findet das auf der Übersichtsseite zum Hundefutter. Rohe Fütterung kommt dort als eigene Futtermittelart nicht vor, weil sie keine ist: Ein rohes Futter kann ein Alleinfutter, ein Ergänzungsfutter oder ein Einzelfuttermittel sein.
Warum empfehlen Tierärzte kein BARF?
Weil die beiden Risiken, die sich belegen lassen, genau in ihr Fach fallen: Nährstofflücken bei selbst zusammengestellten Rationen und Krankheitserreger im rohen Fleisch, die Hund und Mensch treffen können. Beides ist in Untersuchungen gemessen, nicht nur befürchtet.
Die erste Untersuchung stammt aus Deutschland. Eine Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik hat 2011 gemeinsam mit zwei weiteren Fachleuten der Tierernährung im British Journal of Nutrition 95 BARF-Rationen ausgewachsener Hunde ausgewertet. Die Halter füllten einen standardisierten Fütterungsfragebogen aus, die Zusammensetzung jeder Ration wurde mit einer Rationsberechnungssoftware aus Durchschnittswerten der Zutaten berechnet und mit den empfohlenen Mengen verglichen. 60 Prozent der Rationen hatten mindestens einen der gefundenen Mängel.
Die zweite Untersuchung stammt aus den Niederlanden. Ein Team der Universität Utrecht und des niederländischen Instituts für öffentliche Gesundheit hat 2018 im Veterinary Record 35 handelsübliche, tiefgefrorene Rohfutterprodukte von acht Marken auf Erreger untersucht. In 28 von 35 Produkten fanden sich E. coli, die sogenannte ESBL bilden, Enzyme, die viele Antibiotika aus der Gruppe der Penicilline und Cephalosporine unwirksam machen; in sieben fanden sich Salmonellen.
Eine dritte Untersuchung der Universität Zürich hat 2021 59 Proben von Rohfutter auf Shiga-Toxin-bildende E. coli geprüft, die beim Menschen schwere Durchfälle und das hämolytisch-urämische Syndrom auslösen können. Aus 41 Prozent der Proben ließen sich solche Bakterien anzüchten. Die niederländische Arbeit schließt ausdrücklich, Halter sollten über die Risiken informiert werden, die mit roher Fütterung verbunden sind.
Eine generelle Ablehnung folgt daraus nicht, wohl aber eine Bedingung. Wer roh füttert, braucht eine nachgerechnete Ration oder ein Futter, das als Alleinfutter gekennzeichnet ist, und eine Küchenhygiene, die mit rohem Fleisch umgehen kann. Die folgenden Fragen gehen beides der Reihe nach durch.
Ist Barfen wirklich so gesund für Hunde?
Belegt ist es nicht. Für die verbreiteten Versprechen, glänzenderes Fell, bessere Zähne, weniger Allergien, gibt es in den Quellen dieser Seite keine Untersuchung, die BARF mit Fertigfutter vergleicht. Belegt sind dagegen die Mängel vieler selbst zusammengestellter Rationen.
Die deutsche Studie mit 95 Rationen hat sie einzeln beziffert. Jede zehnte Ration lieferte weniger als ein Viertel der empfohlenen Menge an Calcium, in diesen Rationen lag das Verhältnis von Calcium zu Phosphor unter 0,6 zu 1, und auch Vitamin D lag unter der Empfehlung. Etwa die Hälfte der Rationen lieferte weniger Jod als den Mindestbedarf. Viele hatten zu wenig Zink und Kupfer, und ein Viertel lieferte höchstens 70 Prozent der empfohlenen Menge an Vitamin A.
Das sind keine exotischen Nährstoffe, sondern solche, die in jeder Fütterungsempfehlung stehen. Die übrigen 40 Prozent der Rationen hatten nach der Studie entweder kleinere Probleme, etwa zu viel Calcium aus Knochen, oder sie waren ausgewogen. Rohfütterung kann also ausgewogen sein; sie ist es nur nicht von selbst.
Was „gesund“ im Einzelfall heißt, lässt sich an einer Ration nicht ablesen, sondern nur am Hund und an Blutwerten, und das ist Sache der Tierarztpraxis. Was sich an einer Ration ablesen lässt, ist, ob sie die Nährstoffe in den empfohlenen Mengen liefert. Dafür gibt es eine Berechnung, und die Studie zeigt, dass sie bei der Mehrheit der Halter fehlte oder nicht stimmte.
Bei Fertigfutter übernimmt diese Berechnung der Hersteller, der das Futter als Alleinfuttermittel kennzeichnet und dafür einsteht, dass es für die tägliche Ration ausreicht. Wie man auf der Packung erkennt, ob das der Fall ist, und welche Angaben dort stehen müssen, erklärt die Seite Hundefutter-Deklaration lesen.
Barf Hund: welche Vor- und Nachteile sind belegt?
Belegt sind vor allem Nachteile: Nährstofflücken bei selbst zusammengestellten Rationen und Erreger in handelsüblichem Rohfutter. Als Vorteil belegt ist, dass der Halter jede Zutat selbst auswählt, und das ist zugleich die Ursache des ersten Nachteils.
Die Wahlfreiheit ist der Kern der Sache. Wer selbst zusammenstellt, weiß, welche Tierart im Napf liegt, kann eine Zutat weglassen, die der Hund nicht verträgt, und kann die Ration an den Hund anpassen statt den Hund an die Packung. Für Hunde mit einer bestätigten Unverträglichkeit ist das ein echter Gewinn, sofern der Rest der Ration stimmt. Fertigfutter nennt die Tierarten zwar auch, aber oft nicht vollständig und nicht immer so, wie der Sortenname erwarten lässt.
Der Preis dieser Freiheit ist die Verantwortung für jede Zahl. Calcium, Phosphor, Jod, Zink, Kupfer, Vitamin A und D müssen stimmen, und sie stimmen nicht, nur weil die Zutaten frisch und hochwertig sind. Die deutsche Studie fand die Mängel ausgerechnet bei Rationen, die aus Fleisch, Fisch, Innereien, Milchprodukten, Eiern, Öl, Nüssen, Lebertran und natürlichen wie handelsüblichen Zusätzen bestanden, also aus genau den Zutaten, die BARF-Ratgeber nennen.
| Behauptung | Was die Quellen dieser Seite sagen | Fundstelle |
|---|---|---|
| BARF ist ausgewogener als Fertigfutter | 60 % von 95 Rationen mit mindestens einem Mangel; Fertigfutter als Alleinfutter muss für die tägliche Ration ausreichen | Dillitzer et al. 2011; VO (EG) 767/2009 |
| Tiefgefroren ist Rohfutter keimfrei | In tiefgefrorenen Produkten: ESBL-E. coli in 80 %, Listeria monocytogenes in 54 %, Salmonellen in 20 % | van Bree et al. 2018 |
| Knochen liefern genug Calcium | Jede zehnte Ration unter einem Viertel der Empfehlung; bei anderen Rationen Calcium-Überschuss aus Knochen | Dillitzer et al. 2011 |
| Für den Menschen ist das Risiko gering | Shiga-Toxin-bildende E. coli in 41 % von 59 Proben; schwere Verläufe vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern, alten und abwehrgeschwächten Menschen | Treier et al. 2021; RKI-Ratgeber EHEC |
| BARF macht gesünder | Keine vergleichende Untersuchung unter den Quellen dieser Seite | — |
Was sich nicht belegen lässt, steht in der letzten Zeile. Das heißt nicht, dass es falsch ist, sondern dass es in den gelesenen Quellen nicht untersucht wurde. Für die Entscheidung bleibt damit eine Abwägung zwischen einer Wahlfreiheit, die man nutzen kann, und zwei Risiken, die man beherrschen muss.
Wie barfe ich richtig beim Hund?
Mit einer berechneten Ration oder einem als Alleinfutter gekennzeichneten Rohfutter, mit einer Küche, die rohes Fleisch wie rohes Fleisch behandelt, und mit einem Wechsel, der sich über Tage zieht. Die drei Punkte folgen aus den Quellen dieser Seite.
Der erste Punkt ist die Ration. Die deutsche Studie hat nicht untersucht, wie gut Rationen sind, die eine Fachtierärztin berechnet hat, sondern Rationen, wie Halter sie füttern. Daraus folgt nicht, dass jede Berechnung hilft, wohl aber, dass ohne Berechnung niemand weiß, ob Calcium, Jod oder Vitamin A reichen. Wer selbst zusammenstellt, lässt die Ration einmal von einer Fachtierärztin oder einem Fachtierarzt für Tierernährung berechnen und hält sich danach an die Mengen.
Der zweite Punkt ist die Hygiene. Das Robert Koch-Institut empfiehlt beim Umgang mit rohem Fleisch, alle verwendeten Gerätschaften, Arbeitsflächen und die Hände zwischendurch gründlich zu waschen. In einer BARF-Küche lässt sich das so umsetzen: eigenes Brett und eigenes Messer für das Hundefutter, Auftauen in einem geschlossenen Gefäß, Napf nach jeder Mahlzeit spülen, Hände waschen, bevor man etwas anderes anfasst.
Der dritte Punkt ist der Wechsel. Wer von Fertigfutter auf Rohfutter umstellt, ändert alles auf einmal: Zusammensetzung, Wassergehalt, Fett, Knochen. Was über den Ablauf einer Umstellung belegt ist und woher die verbreiteten Sieben-Tage-Pläne stammen, steht auf der Seite Futterumstellung beim Hund.
Der Entscheidungsassistent weiter unten führt diese Punkte für den eigenen Haushalt zusammen: wer dort lebt, wie die Ration entsteht und wie alt der Hund ist. Er gibt keine Empfehlung für oder gegen BARF, sondern nennt für jede Kombination, worauf es nach den Quellen ankommt.
Barf Hund: wie viel am Tag?
So viel, dass die Energie zum Bedarf passt. Die verbreitete Faustregel von zwei bis vier Prozent des Körpergewichts ist ein Näherungswert, der nur stimmt, wenn die Ration eine bestimmte Energiedichte hat, und die nennt keine Rohration.
Ein Ratgeber eines Tierkrankenversicherers, der in der Trefferliste für „barf hund“ oben stand, nennt zwei bis drei Prozent des Körpergewichts für große und drei bis vier Prozent für kleine Hunde. Nach dieser Regel bekäme ein Hund mit 4 Kilogramm 120 bis 160 Gramm am Tag, einer mit 30 Kilogramm 600 bis 900 Gramm. Die FEDIAF-Leitlinie rechnet dagegen mit der Energie: 95 bis 110 Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht hoch 0,75 für ausgewachsene Hunde, je nach Bewegung, für den Hund mit 4 Kilogramm also 269 bis 311 Kilokalorien, für den mit 30 Kilogramm 1.218 bis 1.410.
Legt man beides nebeneinander, sieht man, was die Prozentregel stillschweigend voraussetzt. Damit 120 bis 160 Gramm die 269 bis 311 Kilokalorien liefern, muss die Ration des kleinen Hundes 168 bis 259 Kilokalorien je 100 Gramm haben. Beim großen Hund sind es 135 bis 235. Eine magere Ration aus Muskelfleisch und Gemüse kann darunter liegen, eine fette mit viel Innereien und Öl darüber. Welche Energie eine Ration hat, hängt vor allem am Fett, und das wechselt mit jedem Stück Fleisch.
Nutzlos ist die Prozentregel deshalb nicht. Sie ist ein Startwert, wie es auch die Fütterungstabelle auf einem Sack Trockenfutter ist. Die eigentliche Messung ist die Waage: Wer den Hund alle zwei Wochen wiegt und die Menge anpasst, wenn er zu- oder abnimmt, macht dasselbe, was die FEDIAF für jede Fütterung empfiehlt. Wer die Energie seiner Ration kennt, weil sie berechnet wurde, kann die Menge von vornherein bestimmen.
Wie man den Energiebedarf eines Hundes nach der Leitlinie ausrechnet, mit Formel, Rechner und fünf durchgerechneten Beispielhunden, steht auf der Seite Futtermenge beim Hund berechnen. Für eine Rohration gilt dieselbe Rechnung; es fehlt nur die Angabe auf der Packung.
Barf Hund: welche Zusammensetzung, welche Aufteilung?
Eine Aufteilung, die für jeden Hund stimmt, gibt es nicht. Die Anteile, die BARF-Ratgeber nennen, etwa für Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und Obst, sind Rezepte; ob die Ration ausgewogen ist, entscheidet sich an den Nährstoffen, nicht an den Anteilen.
Derselbe Versicherer-Ratgeber nennt eine Tabelle mit Anteilen, darin etwa 15 Prozent Innereien und 15 bis 20 Prozent Knochen und Knorpel, und einen Fettgehalt einer Portion von 15 bis 25 Prozent. Eine Quelle für diese Werte nennt er nicht. Solche Tabellen sind in BARF-Ratgebern weit verbreitet, und sie unterscheiden sich von Ratgeber zu Ratgeber. Die deutsche Studie mit 95 Rationen zeigt, warum sie nicht genügen: Die untersuchten Rationen bestanden aus den üblichen Zutaten, und trotzdem hatten 60 Prozent einen Mangel.
Der Grund liegt in den Zutaten selbst. Welche Vitamine und Spurenelemente eine Ration liefert, hängt davon ab, welches Organ und welcher Knochen genau im Napf liegt, und eine Prozentangabe für „Innereien“ oder „Knochen“ unterscheidet das nicht. Die Studie fand bei einem Teil der Rationen zu wenig, bei einem anderen zu viel Calcium aus Knochen, und bei der Hälfte zu wenig Jod, obwohl alle aus den üblichen Bestandteilen bestanden.
Eine Aufteilung nach Prozent sagt über diese Nährstoffe nichts. Sie sagt, wie viel Gramm Leber in den Napf kommen, nicht, wie viel Vitamin A damit hineinkommt. Deshalb rechnen Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Tierernährung nicht mit Anteilen, sondern mit Nährstoffgehalten je Zutat, wie es auch die deutsche Studie getan hat, und sie gleichen die Lücken gezielt aus statt mit einem Mineralpulver nach Gefühl.
Wer die Aufteilung trotzdem als Startpunkt nimmt, sollte zwei Dinge wissen: Sie ersetzt keine Berechnung, und sie ändert sich mit dem Hund. Ein junger, ein alter, ein sehr aktiver oder ein übergewichtiger Hund braucht andere Mengen, und Rationen für wachsende Hunde stellt die FEDIAF-Leitlinie unter eigene, strengere Empfehlungen.
Barf Hund Vitamine und Mineral: was einer Ration ohne Zusatz fehlt
In der deutschen Studie mit 95 Rationen fehlte am häufigsten Jod, gefolgt von Calcium, Zink, Kupfer, Vitamin A und Vitamin D. Welche Zusätze eine Ration braucht, hängt aber an ihrer Zusammensetzung, und das lässt sich nur durch Nachrechnen feststellen.
Am besten lässt sich das Problem am Calcium zeigen, weil es zwei Seiten hat. Calcium kommt in einer BARF-Ration meist aus Knochen, und die FEDIAF-Leitlinie gibt für ausgewachsene Hunde nicht nur eine Mindestmenge vor, sondern auch ein Verhältnis zu Phosphor: mindestens ein Teil Calcium auf einen Teil Phosphor, höchstens zwei zu eins. Wie nah eine Ration an diesen Grenzen liegt, hängt davon ab, wie viel Knochen und welche Knochen sie enthält.
- FEDIAF 2025, ausgewachsene Hunde: 1 bis 2 Teile Calcium je Teil Phosphor
- jede 10. BARF-Ration: 0,6 Teile Calcium je Teil Phosphor — außerhalb des Korridors, unter 0,6 zu 1
- bosch Mini Adult: 1,26 Teile Calcium je Teil Phosphor — im Korridor
- Josera Mini Huhn & Reis: 1,3 Teile Calcium je Teil Phosphor — im Korridor
Die Grafik zeigt den Abstand. Ein handelsübliches Alleinfutter liegt mit seinen ausgewiesenen Werten mitten im Korridor, weil der Hersteller es so mischt. In der deutschen Studie lag jede zehnte Ration unter 0,6 zu 1 und lieferte zugleich weniger als ein Viertel des empfohlenen Calciums. Das ist ein Verhältnis, bei dem der Hund mehr Phosphor als Calcium aufnimmt, und zwar jeden Tag, solange die Ration so bleibt.
Die übrigen Lücken sind schwerer zu sehen, weil sie nicht an einer einzigen Zutat hängen. Jod fehlte in der Hälfte der Rationen, Zink und Kupfer in vielen, Vitamin A lag bei einem Viertel bei höchstens 70 Prozent der Empfehlung, Vitamin D bei den calciumarmen Rationen ebenfalls darunter. Ein Halter, der eine Ration nach Gefühl ergänzt, kann eine Lücke schließen und eine andere übersehen, oder er gibt zu viel, und auch das ist nicht harmlos: Die FEDIAF-Leitlinie nennt nicht nur Mindest-, sondern für einen Teil der Nährstoffe auch Höchstwerte.
Die Folgerung ist schlicht. Ein Mineralpulver oder Vitaminzusatz ist kein Ersatz für die Berechnung, sondern ihr Ergebnis. Erst wenn feststeht, was der Ration fehlt, lässt sich sagen, welcher Zusatz in welcher Menge dazugehört.
Barf Hund Zusätze, Öl und Pulver: was auf der Packung stehen muss
Ein Mineralpulver, ein Öl oder eine Vitaminmischung für BARF ist rechtlich in der Regel ein Ergänzungsfuttermittel. Die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 beschreibt es als Mischfuttermittel, das nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration ausreicht.
Für den Halter ist eine Vorschrift aus derselben Verordnung besonders nützlich. Enthält ein Ergänzungsfuttermittel mehr Zusatzstoffe, als für ein Alleinfuttermittel zulässig wären, muss die Packung in den Hinweisen zur Verwendung eine Höchstmenge nennen, in Gramm je Tier und Tag, als Anteil der täglichen Ration oder je Kilogramm Alleinfutter. Diese Höchstmenge ist die Zahl, an der sich eine Dosierung ausrichtet; wer mehr gibt, liegt außerhalb dessen, wofür der Hersteller einsteht.
Was die Packung darüber hinaus tragen muss, gilt für jedes Mischfuttermittel: die Futtermittelart, also „Ergänzungsfuttermittel“, die Tierart, Hinweise zur Verwendung und die Zusammensetzung. Die Zusatzstoffe stehen mit Bezeichnung und Menge auf dem Etikett. Wer zwei Pulver kombiniert, addiert die Mengen der Zusatzstoffe, und dabei entsteht leicht eine Überversorgung, die keiner der beiden Hersteller vorgesehen hat. Wer unsicher ist, fragt beim Hersteller nach: Die Verordnung verlangt auf dem Etikett von Heimtierfutter eine kostenfreie Telefonnummer oder ein anderes geeignetes Kommunikationsmittel, über das Käufer mehr über die Zusatzstoffe und Einzelfuttermittel erfahren können.
Öle sind ein eigener Fall. Ein reines Öl ist meist ein Einzelfuttermittel und kein Ergänzungsfutter; es liefert Fett und damit Energie, und je nach Sorte bestimmte Fettsäuren. Die FEDIAF-Leitlinie setzt für Fett 9,4 Kilokalorien Bruttoenergie je Gramm an; zehn Gramm Öl bringen damit rund 94 Kilokalorien in die Ration, verwertbar ist etwas weniger. Bei einem Hund mit 4 Kilogramm und rund 300 Kilokalorien Tagesbedarf ist das fast ein Drittel. Wer Öl zugibt, rechnet es in die Tagesenergie ein, wie die Leckerli auch.
Wie Zusatzstoffe auf der Packung bezeichnet werden, was eine offene von einer geschlossenen Deklaration unterscheidet und welche Werbeworte keine rechtliche Grundlage haben, steht ausführlich auf der Seite Hundefutter-Deklaration lesen. Für BARF-Zusätze gelten dieselben Regeln wie für jedes andere Futtermittel.
Barf Komplettmenü: Alleinfutter oder Ergänzungsfutter?
Das entscheidet nicht der Name „Komplettmenü“, sondern die Angabe der Futtermittelart auf der Packung. Steht dort „Alleinfuttermittel“, muss das Menü nach der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 für sich allein für die tägliche Ration ausreichen; steht dort „Ergänzungsfuttermittel“, braucht es etwas dazu.
Die Leitlinie der FEDIAF beschreibt den Anspruch an ein Alleinfutter so: Wird es über einen längeren Zeitraum als einzige Nährstoffquelle gefüttert, soll es alle Nährstoffbedürfnisse der Tiere decken, für die es bestimmt ist. Der Unterschied ist für BARF entscheidend, weil er die Verantwortung für die Nährstoffe verschiebt. Bei einem Alleinfutter steht der Hersteller dafür ein, dass Calcium, Jod, Zink und die Vitamine in der Tagesmenge stecken. Die Mängel, die die deutsche Studie in selbst zusammengestellten Rationen fand, sind bei einem korrekt gemischten Alleinfutter nicht zu erwarten, und wenn doch, liegt der Fehler beim Hersteller und nicht beim Halter.
Bei einem Ergänzungsfutter ist es umgekehrt. Ein „Komplettmenü“ aus Fleisch, Innereien und Gemüse ohne Mineralien kann als Ergänzungsfutter gekennzeichnet sein, und dann muss der Halter die fehlenden Nährstoffe selbst ergänzen, mit genau der Berechnung, die er durch das Fertigmenü vermeiden wollte. Wer ein Komplettmenü kauft, liest deshalb zuerst die Zeile mit der Futtermittelart, und erst dann die Zutaten. Bei diesen hilft eine weitere Vorschrift derselben Verordnung: Wird eine Zutat durch Worte, Bilder oder Grafiken hervorgehoben, etwa „mit Rind“ im Namen, muss ihr Gewichtsanteil angegeben sein. Ein Menü „Rind“, das überwiegend aus Geflügel besteht, ist damit nicht verboten, aber erkennbar.
Am Erregerrisiko ändert die Kennzeichnung nichts. Die 35 Produkte der niederländischen Untersuchung waren handelsübliche, tiefgefrorene Rohfutter von acht Marken, also genau die Sorte Ware, die als Komplettmenü verkauft wird. Ein Alleinfutter kann nährstoffseitig vollständig und trotzdem mit Salmonellen belastet sein; das eine ist eine Frage der Rezeptur, das andere eine der Rohware.
Wer ein fertiges Rohfutter als Alleinfutter füttert, hat damit die Hälfte der Risiken in die Hand des Herstellers gelegt. Die andere Hälfte, die Hygiene, bleibt in der eigenen Küche, und die folgenden zwei Fragen handeln von ihr.
Barf Hund TK: was das Einfrieren abtötet und was nicht
Das Einfrieren macht Rohfutter nicht keimfrei. Die niederländische Untersuchung fand in 35 tiefgefrorenen Rohfutterprodukten Bakterien in hoher Zahl: ESBL-bildende E. coli in 80 Prozent, Listeria monocytogenes in 54 Prozent, Salmonellen in 20 Prozent.
Die Werte als Liste
- ESBL-bildende E. coli: 80 % (28 von 35) %
- Listeria monocytogenes: 54 % (19 von 35) %
- andere Listerien: 43 % (15 von 35) %
- E. coli O157:H7: 23 % (8 von 35) %
- Salmonellen: 20 % (7 von 35) %
- Toxoplasma gondii: 6 % (2 von 35) %
Dazu kamen Parasiten: Sarcocystis cruzi und Sarcocystis tenella in je vier Produkten, Toxoplasma gondii in zwei. Die Autoren schreiben, wer nicht gefrorenes Fleisch füttere, müsse zusätzlich mit Parasiteninfektionen rechnen. Das Einfrieren spielt also bei Parasiten eine Rolle, bei Bakterien wie Salmonellen, Listerien und E. coli nach diesen Befunden nicht in einem Maß, auf das sich ein Halter verlassen könnte.
Die Zürcher Untersuchung von 2021 bestätigt das für eine besonders heikle Gruppe. In 59 Proben von Rohfutter waren bei 59 Prozent die Gene für Shiga-Toxine nachweisbar, aus 41 Prozent ließen sich die Bakterien selbst anzüchten. Von 28 untersuchten Stämmen trugen 29 Prozent die Toxinvarianten stx2a oder stx2d, die mit einem hohen Krankheitspotenzial verbunden sind. Das Robert Koch-Institut schreibt, schwere Erkrankungen beim Menschen würden fast ausschließlich von stx2-positiven Stämmen mit dem Subtyp stx2a und seltener stx2c oder stx2d hervorgerufen.
Für die Küche heißt das: Rohfutter ist zu behandeln wie rohes Hackfleisch. Aufgetaut wird es abgedeckt, damit Tauwasser nichts anderes erreicht, es liegt nicht neben Lebensmitteln, die roh gegessen werden, und alles, was mit dem Futter in Berührung kam, wird gewaschen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt beim Umgang mit rohem Fleisch genau dieses Waschen von Händen, Gerätschaften und Arbeitsflächen zwischendurch.
Wird ein Rohfutter wegen Salmonellen oder anderer Erreger vom Markt genommen, erfährt der Halter das nicht automatisch. Wie Rücknahme und Rückruf bei Futtermitteln ablaufen, wo Meldungen veröffentlicht werden und warum die Partienummer auf der Packung dabei die wichtigste Angabe ist, steht auf der Seite Hundefutter-Rückruf.
Barf Hund und Familie: wer im Haushalt besonders gefährdet ist
Nach dem RKI-Ratgeber zu EHEC erkranken Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und abwehrgeschwächte Personen häufiger schwer. Kinder unter drei Jahren sind die Altersgruppe mit der höchsten Meldeinzidenz für EHEC- und HUS-Erkrankungen.
Für einen Haushalt mit Hund heißt das nicht, dass ein Kleinkind und rohes Hundefutter sich ausschließen. Es heißt, dass die Hygiene in diesem Haushalt mehr leisten muss. Die Erreger aus der niederländischen und der Zürcher Untersuchung stecken im Futter, auf dem Brett, im Napf und auf den Händen dessen, der füttert; ein Kleinkind, das am Napf spielt oder den Hund nach dem Fressen im Gesicht berührt, kommt mit allem davon in Kontakt.
Der RKI-Ratgeber rät allgemein, nach Tier- oder Bodenkontakt die Finger nicht in den Mund zu stecken und die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Bei roher Fütterung kommt der Napf dazu, der nach jeder Mahlzeit gespült werden sollte, und der Futterplatz, der nicht dort liegen sollte, wo kleine Kinder spielen. Das RKI zählt zu den besonders empfindlichen Gruppen ausdrücklich auch Schwangere; wer schwanger ist oder mit einer Erkrankung lebt, die die Abwehr schwächt, überlässt das Zubereiten besser anderen oder bespricht es mit der eigenen Ärztin oder dem eigenen Arzt.
Eine Abwägung gehört dazu. Wie ernst die Erkrankung genommen wird, zeigen zwei Zahlen aus demselben Ratgeber: EHEC sind nach Campylobacter und Salmonellen die dritthäufigsten gemeldeten bakteriellen Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen, und das hämolytisch-urämische Syndrom, die gefürchtete Komplikation vor allem bei Kindern, endet in der Akutphase in ungefähr zwei Prozent der Fälle tödlich. Das RKI schreibt aber auch, dass Hunde und Katzen EHEC nur vereinzelt ausscheiden und die Bedeutung solcher Tiere für Infektionen beim Menschen als gering eingeschätzt wird; das Hauptreservoir sind Wiederkäuer. Das Risiko liegt also weniger beim Hund selbst als beim rohen Fleisch, das durch die Küche geht. Wer das Futter nicht roh, sondern gegart oder als Fertigfutter gibt, nimmt dieses Risiko aus dem Haushalt.
Für Haushalte, in denen das Risiko schwerer wiegt als die Wahlfreiheit, führen die Vergleiche dieser Website erhitzte Fertigfutter. Was Trocken- und Nassfutter tatsächlich unterscheidet und welche Aussagen über beide sich belegen lassen, steht auf der Seite Trockenfutter oder Nassfutter.
Barf Hund gekocht: ist das noch BARF?
Nach dem Wort nicht, denn das R steht für roh. Gegartes Fleisch mit Knochenmehl, Gemüse und Zusätzen ist eine selbst gekochte Ration. Für die Nährstoffe gilt dasselbe wie bei BARF: Ohne Berechnung bleibt offen, ob sie reichen.
Der Unterschied liegt bei den Erregern. Das RKI rät, Speisen und insbesondere Fleisch gut durchzugaren, auf mindestens 72 °C Kerntemperatur für mindestens zwei Minuten. Ein so gegartes Hundefutter nimmt das Erregerrisiko aus dem rohen Fleisch weitgehend aus der Ration, das Nährstoffrisiko nicht.
Wer kocht, muss das Calcium, das bei BARF meist aus rohen Knochen kommt, auf anderem Weg zuführen. Welche Quelle und welche Menge, ist wieder eine Frage der Berechnung, und die Gefahr, die die deutsche Studie bei rohen Rationen fand, zu wenig Calcium im Verhältnis zum Phosphor, besteht bei einer gekochten Ration ohne berechnete Calciumquelle ebenso.
Für gegartes Fertigfutter, das mit BARF wirbt, gilt dasselbe wie für jedes Fertigfutter: Die Zeile mit der Futtermittelart entscheidet, ob es allein reicht. Ein gegartes Alleinfutter in Schalen ist ein Nassfutter wie jedes andere, auch wenn der Name an BARF erinnert, und lässt sich mit denselben Maßstäben prüfen.
Wie sich Nassfutter zwischen Angebot und Herstellerunterlage unterscheidet und welche Angaben dort oft fehlen, zeigt der Vergleich der Nassfutter für Hunde. Für einen kleinen Hund, der weder roh noch trocken gefüttert werden soll, steht dort auch, wie man die Energie einer Schale auf die Tagesmenge umrechnet.
Barf Hund Welpe: warum das Wachstum die Rechnung verschärft
Weil die Grenzen enger werden. Für wachsende Hunde setzt die FEDIAF-Leitlinie eigene Mindest- und Höchstwerte an, vor allem beim Calcium, und ein Fehler wirkt sich auf das Skelett aus, das gerade entsteht.
Die Leitlinie empfiehlt für die frühe Wachstumsphase mindestens 1 Gramm Calcium je 100 Gramm Trockenmasse. Welpen großer und sehr großer Rassen sollen dieses Niveau bis etwa zum sechsten Lebensmonat behalten; Futter für Welpen kleiner und mittelgroßer Rassen darf in der späteren Wachstumsphase weniger enthalten, mindestens 0,8 Prozent der Trockenmasse, bei einem Verhältnis von Calcium zu Phosphor bis 1,8 zu 1. Nach oben setzt die Leitlinie ebenfalls Grenzen: Eine hohe Calciumaufnahme wirkt sich nach den dort zitierten Studien bei großen Rassen ungünstig auf die Skelettentwicklung aus, besonders früh im Wachstum.
Beim Vitamin D ist der Spielraum ähnlich schmal. Die Leitlinie nennt für wachsende Hunde sehr großer Rassen 320 Internationale Einheiten je 100 Gramm Trockenmasse als ernährungsphysiologisches Maximum und für Welpen kleiner Rassen 425. Eine selbst zusammengestellte Ration mit Lebertran nach Gefühl kann diese Grenze überschreiten, eine ohne jeden Zusatz die Mindestmenge verfehlen, wie die deutsche Studie es für die calciumarmen Rationen ausgewachsener Hunde beschrieben hat.
Hinzu kommt die Menge. Die Leitlinie schreibt, eine Überfütterung von Welpen führe nachweislich zu beschleunigtem Wachstum und könne vor allem bei großen und sehr großen Rassen zu Skelettfehlbildungen führen; Welpen sollten deshalb nie zur freien Verfügung gefüttert werden. Bei einer Rohration, deren Energie niemand kennt, ist diese Vorgabe schwer einzuhalten.
Die deutsche Studie hat ausschließlich ausgewachsene Hunde untersucht; über BARF bei Welpen sagt sie nichts. Aus der Leitlinie folgt aber, dass eine Rohration für einen wachsenden Hund noch mehr von der Berechnung abhängt als eine für einen ausgewachsenen. Welche fertigen Welpenfutter Calcium und Phosphor ausweisen und wie sie sich zur Leitlinie verhalten, prüft der Vergleich der Welpenfutter.
Barf alter Hund: geht Rohfütterung im Alter?
Möglich ist es, aber die Rechnung wird enger. Die FEDIAF-Leitlinie nennt für Hunde über sieben Jahre einen um 10 bis 15 Prozent geringeren Energiebedarf als zwischen drei und sieben Jahren; dieselben Nährstoffe müssen also in weniger Futter stecken.
Für eine Rohration heißt das, dass ihre Mängel im Alter schwerer wiegen. Eine Ration, die einem jungen Hund mit viel Bewegung knapp genug Calcium oder Jod liefert, liefert einem alten, ruhigen Hund, der weniger frisst, zu wenig. Umgekehrt steigt bei einer Ration, die viel Fett enthält, die Gefahr, dass der alte Hund zunimmt. Beides lässt sich nur durch eine neue Berechnung lösen, nicht durch weniger vom Gleichen.
Die deutsche Studie mit 95 Rationen hat ausgewachsene Hunde untersucht und nicht nach dem Alter getrennt. Über BARF bei alten Hunden im Besonderen sagen die Quellen dieser Seite deshalb nichts. Was sie sagen, ist allgemein: Die Leitlinie setzt für ältere Hunde eigene Energiewerte an, und ältere Hunde haben häufiger Erkrankungen, bei denen das Futter Teil der Behandlung ist.
Bei einem alten Hund mit einer Erkrankung der Nieren, der Leber oder der Bauchspeicheldrüse ist die Ration keine Frage der Fütterungsmethode mehr, sondern eine der Behandlung. Dann gehören Futter und Zusätze in die Hand der Tierarztpraxis, gleich ob roh, gekocht oder fertig.
Was Seniorenfutter tatsächlich anders macht als Futter für ausgewachsene Hunde, welchen Maßstab es dafür gibt und welche Angaben in den Angeboten fehlen, prüft der Vergleich der Seniorenfutter. Für einen alten Hund, dessen Halter die Rohfütterung aufgeben will, ist das der naheliegende Ausgangspunkt.
Barf Hund Allergie: hilft rohes Futter bei Unverträglichkeit?
Belegt ist das in den Quellen dieser Seite nicht. Was BARF bei einer Unverträglichkeit leisten kann, ist die Kontrolle über die Zutaten: Der Halter weiß, welche Tierart im Napf liegt. Das hilft bei einer Ausschlussdiät, ersetzt aber keine Diagnose.
Der Vorteil der Selbstzusammenstellung zeigt sich am Gegenbeispiel. Fertigfutter tragen oft eine Tierart im Namen, die nicht die Hauptzutat ist; in einem Vergleich dieser Website besteht ein Futter „mit Lamm“ überwiegend aus Geflügel, eine Schale „Ente & Gans“ zu 35 Prozent aus Huhn. Wer selbst zusammenstellt, hat solche Überraschungen nicht.
Der Nachteil liegt in den Zusätzen. Auch ein Mineralpulver oder Vitaminpräparat hat eine Zusammensetzung, die zu lesen ist, und eine Ration aus einer einzigen Fleischsorte braucht Zusätze, weil sie sonst die Lücken hat, die die deutsche Studie beschreibt. Eine Ausschlussdiät, die über Wochen läuft, ist deshalb kein Fall für eine BARF-Faustregel, sondern für eine berechnete Ration unter tierärztlicher Begleitung.
Hinzu kommt, dass Juckreiz, weicher Kot oder ein empfindlicher Magen viele Ursachen haben und eine Futtermittelunverträglichkeit nur eine davon ist. Wer auf Rohfutter umstellt, weil der Hund kratzt, ändert viel auf einmal und weiß danach nicht, was gewirkt hat. Die Reihenfolge ist umgekehrt: erst die Diagnose, dann das Futter.
Wie man bei einem Verdacht vorgeht, was „hypoallergen“, „sensitiv“ und „Monoprotein“ auf der Packung bedeuten und welche Fertigfutter ihre Tierarten vollständig nennen, steht im Vergleich der hypoallergenen Hundefutter.
Barf Hund abnehmen oder zunehmen: wo die Energie steckt
Im Fett. Fett liefert je Gramm deutlich mehr Energie als Eiweiß oder Kohlenhydrate; die FEDIAF-Leitlinie setzt für die Bruttoenergie 9,4 Kilokalorien je Gramm Fett an, 5,7 für Eiweiß und 4,1 für Kohlenhydrate und Rohfaser. Wer einen Hund mit BARF abnehmen lassen will, ändert deshalb zuerst den Fettanteil.
Das erklärt eine verbreitete Erfahrung: Ein Hund, der roh gefüttert wird, nimmt zu oder ab, obwohl die Grammzahl gleich bleibt. Ein fetteres Stück Fleisch, mehr Innereien oder ein großzügiger Schuss Öl verschieben die Energie der Ration, ohne dass es auf der Küchenwaage auffällt. Bei Fertigfutter steht die Energie, wenn überhaupt, auf der Packung; bei einer Rohration muss man sie kennen oder durch Wiegen des Hundes nachsteuern.
Übergewicht ist dabei kein Randthema. Die FEDIAF-Leitlinie schreibt, etwa ein Drittel der Hunde und Katzen über einem Jahr, die in tierärztlichen Praxen in den USA vorgestellt wurden, sei übergewichtig oder adipös, zwischen sechs und elf Jahren fast die Hälfte, und in Europa sei die Lage sehr ähnlich. Eine Rohration, deren Energie niemand kennt, macht es nicht leichter, auf der richtigen Seite dieser Zahlen zu bleiben. Ein Hund, der „immer Hunger hat“, ist damit nicht automatisch unterversorgt. Rohrationen haben je nach Zusammensetzung eine andere Energiedichte als Trockenfutter, und das Sättigungsgefühl hängt nicht nur an der Energie. Ob er zu wenig bekommt, zeigt die Waage über Wochen, nicht der Blick in den leeren Napf. Die FEDIAF empfiehlt für jede Fütterung, die Menge anzupassen, wenn ein Tier zu- oder abnimmt.
Für einen Hund, der zu dünn ist, gilt die Rechnung umgekehrt, mit einer Einschränkung. Ein deutlicher Gewichtsverlust trotz unveränderter Fütterung ist kein Fall für mehr Fett in der Ration, sondern für die Tierarztpraxis, weil er eine Ursache haben kann, die mit dem Futter nichts zu tun hat.
Wie viel Energie ein Hund nach der Leitlinie braucht und wie man Leckerli in die Tagesmenge einrechnet, steht mit Rechner und Beispielen auf der Seite Futtermenge beim Hund berechnen. Für kleine Hunde, bei denen schon wenige Gramm Fett viel ausmachen, zeigt der Vergleich Hundefutter für kleine Hunde, wie stark die Energie je 100 Gramm zwischen Futtern schwankt.
Barf Hund Rechner und Ernährungsplan: was ein Rechner leisten kann
Ein BARF-Rechner, der eine Tagesmenge nach Prozentanteilen auf Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse verteilt, rechnet mit Anteilen, nicht mit Nährstoffen, und kann deshalb die Lücken nicht erkennen, die die deutsche Studie in 60 Prozent der Rationen fand.
Das ist kein Vorwurf an die Rechner, sondern eine Folge ihrer Bauart, und es gilt für jeden Rechner, der nur Gewicht und Anteile abfragt. Um Calcium, Jod oder Vitamin A einer Ration auszurechnen, braucht ein Programm die Nährstoffgehalte jeder einzelnen Zutat, und es muss wissen, welche Zutat genau gemeint ist: Rinderherz oder Rinderleber, Hühnerhals oder Rinderbrustbein. Die Studie hat ihre Rationen mit einer solchen Rationsberechnungssoftware ausgewertet, auf der Grundlage der Angaben der Halter. Ein Rechner, der nur „Innereien“ und „Knochen“ kennt, kann das nicht.
Der Assistent unten ist kein Rationsrechner. Er fragt drei Dinge ab, die nach den Quellen dieser Seite über das Risiko entscheiden, und nennt für jede Kombination, worauf es ankommt.
Drei Fragen zur Rohfütterung im eigenen Haushalt
Die Antworten richten sich nach den drei Untersuchungen, der FEDIAF-Leitlinie, der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 und dem RKI-Ratgeber EHEC. Die erste passende Regel gilt.
Ergebnis
Das Profil mit den meisten Mängeln
In der deutschen Studie hatten 60 Prozent der selbst zusammengestellten Rationen mindestens einen Mangel, am häufigsten bei Jod, Calcium, Zink, Kupfer und Vitamin A. Eine einmalige Berechnung durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Tierernährung schließt diese Lücke.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Haushalt: Ja, dann Hygiene zuerst klären. In handelsüblichem Rohfutter wurden Salmonellen, Listerien und Shiga-Toxin-bildende E. coli gefunden, und nach dem RKI erkranken Säuglinge, Kleinkinder, alte und abwehrgeschwächte Menschen häufiger schwer. Wer roh füttert, braucht hier eine strikte Trennung von Futter und Familienküche; wer das Risiko nicht tragen will, füttert erhitzt. Trockenfutter oder Nassfutter
- Wenn Alter: Nein, er wächst noch, dann Nur mit berechneter Ration. Für wachsende Hunde setzt die FEDIAF-Leitlinie eigene, strengere Empfehlungen an, etwa für Calcium. Eine Rohration für einen Welpen gehört in die Hand einer Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes; ein Welpenfutter als Alleinfutter nimmt diese Rechnung ab. Vergleich der Welpenfutter
- Wenn Haushalt: Nein und Ration: Selbst zusammengestellt, nicht nachgerechnet und Alter: Ja, ausgewachsen, dann Das Profil mit den meisten Mängeln. In der deutschen Studie hatten 60 Prozent der selbst zusammengestellten Rationen mindestens einen Mangel, am häufigsten bei Jod, Calcium, Zink, Kupfer und Vitamin A. Eine einmalige Berechnung durch eine Fachtierärztin oder einen Fachtierarzt für Tierernährung schließt diese Lücke.
- Wenn Haushalt: Nein und Ration: Selbst zusammengestellt, von einer Fachtierärztin oder einem Fachtierarzt berechnet und Alter: Ja, ausgewachsen, dann Nährstoffe gesichert, Hygiene bleibt. Eine berechnete Ration löst das Problem, das die deutsche Studie beschreibt. Das Erregerrisiko aus dem rohen Fleisch bleibt und verlangt die Küchenhygiene, die das RKI für rohes Fleisch empfiehlt.
- Wenn Haushalt: Nein und Ration: Fertiges Rohfutter, als Alleinfuttermittel gekennzeichnet und Alter: Ja, ausgewachsen, dann Nährstoffe beim Hersteller, Hygiene im Haus. Ein Alleinfuttermittel muss nach der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 für die tägliche Ration ausreichen. Am Erregerrisiko ändert die Kennzeichnung nichts: Die untersuchten tiefgefrorenen Produkte waren genau solche Fertigware.
- Wenn Haushalt: Nein und Ration: Fertiges Rohfutter, als Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet und Alter: Ja, ausgewachsen, dann Es fehlt etwas. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht nach der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 nur zusammen mit anderen Futtermitteln für die tägliche Ration. Was fehlt, muss berechnet und ergänzt werden, wie bei einer selbst zusammengestellten Ration.
- In jedem anderen Fall: Nicht hinterlegt. Für diese Kombination enthält der Assistent keine Regel.
Dillitzer et al., Br J Nutr 2011; van Bree et al., Vet Rec 2018; Treier et al., Microorganisms 2021; RKI-Ratgeber EHEC; FEDIAF Nutritional Guidelines 2025; Verordnung (EG) Nr. 767/2009. Abgerufen 05.10.2026.
Ein Ernährungsplan im eigentlichen Sinn, also eine Ration mit Mengen je Zutat und den nötigen Zusätzen, entsteht aus einer Berechnung für den einzelnen Hund. Er hängt am Gewicht, an der Bewegung, am Alter und an den Zutaten, die tatsächlich gekauft werden, und er muss neu gerechnet werden, wenn sich eines davon ändert.
Für Welpen gilt das besonders, weil die Leitlinie für wachsende Hunde eigene Mengen an Calcium und Phosphor ansetzt. Welche fertigen Welpenfutter diese Werte ausweisen, zeigt der Vergleich der Welpenfutter.
Barf Hund Ernährungsberatung: wann eine Fachtierärztin rechnen sollte
Spätestens dann, wenn die Ration selbst zusammengestellt ist. Die Mängel, die die deutsche Studie fand, entstehen genau dort, wo niemand nachgerechnet hat, und eine Berechnung ist die einzige Maßnahme, die sie verlässlich erkennt.
Die Erstautorin der Studie mit 95 Rationen ist selbst Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik. Dieser Titel bezeichnet in Deutschland eine tierärztliche Weiterbildung in Tierernährung; wer eine Rohration berechnen lässt, sucht nach dieser Bezeichnung. Eine Ernährungsberatung durch einen Futterhändler oder einen Shop kann hilfreich sein, ist aber nicht dasselbe, weil der Berater zugleich verkauft.
Eine Berechnung braucht Angaben, die der Halter vorbereiten kann: Gewicht und Alter des Hundes, Körperzustand, Bewegung, die Zutaten, die er tatsächlich füttern will, mit Bezugsquelle und möglichst genauer Bezeichnung, und alle Zusätze mit ihrem Etikett. Je genauer diese Angaben sind, desto genauer wird die Ration; ein „Rindfleisch, gemischt“ lässt sich schlechter rechnen als „Rindermuskelfleisch, mager“.
Eine Berechnung ist nicht einmalig. Ändert sich das Gewicht, die Bewegung, das Alter oder die Bezugsquelle, ändert sich die Ration. Es lohnt sich deshalb, die Ration bei jeder solchen Änderung neu rechnen zu lassen und die Ergebnisse einer Blutuntersuchung mitzugeben, wenn der Hund ohnehin in der Praxis war.
Wer die Berechnung scheut, hat zwei Wege. Er füttert ein Rohfutter, das als Alleinfutter gekennzeichnet ist, und übernimmt damit nur die Hygiene; oder er füttert ein erhitztes Fertigfutter und übernimmt keines der beiden Risiken. Welche Angaben ein solches Futter auf der Packung tragen muss, zeigt die Übersichtsseite zum Hundefutter.
Barf Hund mit Nierenproblemen oder Epilepsie: wann es keine Futterfrage mehr ist
Bei einer Erkrankung wird das Futter Teil der Behandlung, und dann gehört die Ration in die Tierarztpraxis. Für Erkrankungen wie die der Nieren gibt es Diätfuttermittel mit eigenen Kennzeichnungsregeln, die diese Website bewusst nicht vergleicht.
Unter den Suchanfragen zu „barf hund“ stehen „nierenprobleme“, „epilepsie“, „empfindlicher magen“ und „diät“. Hinter jeder steht ein Hund, bei dem eine Rohration mehr verändern kann als bei einem gesunden, im Guten wie im Schlechten. Bei einem Hund mit einer Nierenerkrankung wird das Futter nach tierärztlicher Vorgabe zusammengesetzt, und die Werte, auf die es dabei ankommt, schwanken in einer Rohration mit jedem Stück Fleisch und Knochen.
Die Quellen dieser Seite sagen über BARF bei kranken Hunden nichts, und deshalb sagt diese Seite es auch nicht. Was sie sagen kann: Die Mängel und Überschüsse, die die deutsche Studie bei gesunden Hunden beschreibt, wiegen bei einem kranken Hund schwerer, und eine Rohration ohne Berechnung ist bei einem kranken Hund kein vertretbarer Versuch.
Warum Diätfuttermittel auf dieser Website nicht verglichen werden und wo die Grenze zwischen einem gewöhnlichen Alleinfutter und einem Diätfuttermittel verläuft, erklärt die Übersichtsseite zum Hundefutter. Für den kranken Hund ist der Weg dorthin kürzer als jede Suche nach der richtigen Rohration.
Barf Hund und Katze: taugt dieselbe Ration für beide?
Nein. Die FEDIAF-Leitlinie behandelt Hunde und Katzen in getrennten Tabellen, mit eigenen Mindestwerten und einer eigenen Energieformel: für Katzen etwa 100 Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht hoch 0,67 statt 110 je Kilogramm hoch 0,75 beim Hund.
Für einen Haushalt mit beiden Tieren heißt das: zwei Rationen, zwei Berechnungen. Eine Rohration, die für den Hund ausgewogen ist, ist es für die Katze nicht automatisch, und umgekehrt. Fertiges Rohfutter trägt auf der Packung die Tierart, für die es bestimmt ist; die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 verlangt diese Angabe bei jedem Mischfuttermittel, und ein Futter für Hunde ist nicht für Katzen gekennzeichnet.
Beim Erregerrisiko gibt es dagegen keinen Unterschied. Die niederländische Untersuchung trägt Katzen und Hunde im Titel, weil Rohfutter für beide verkauft wird und dieselben Bakterien enthalten kann. In einem Haushalt, in dem Hund und Katze roh gefüttert werden, gehen doppelt so viele Näpfe durch die Küche, und die Hygiene muss entsprechend doppelt so oft greifen.
Barf Hund Studie: wie belastbar sind die drei Untersuchungen?
Belastbar genug, um die beiden Risiken ernst zu nehmen, nicht genug, um sie zu beziffern. Jede der drei Arbeiten hat Grenzen, die in ihrer eigenen Zusammenfassung stehen und die man kennen sollte, bevor man ihre Zahlen weitergibt.
Die deutsche Studie von 2011 hat die 95 Rationen nicht im Labor analysiert, sondern aus den Angaben der Halter berechnet, mit Durchschnittswerten für die einzelnen Zutaten. Weicht ein Stück Fleisch oder eine Leber vom Durchschnitt ab, weicht auch die tatsächliche Ration von der berechneten ab, nach oben wie nach unten. Dazu kommt, dass Halter, die einen Fragebogen ausfüllen, nicht unbedingt für alle Halter stehen, die roh füttern. Die Richtung des Befundes, dass viele Rationen Lücken haben, wird davon nicht berührt; die genaue Zahl von 60 Prozent ist eine Schätzung für diese Gruppe.
Die niederländische Studie von 2018 hat 35 Produkte von acht Marken untersucht, alle aus den Niederlanden und alle tiefgefroren. Für andere Marken, andere Länder oder frisches Rohfutter gelten ihre Zahlen nicht unmittelbar. Die Autoren nennen ihre Befunde einen Hinweis auf eine mögliche Infektionsquelle für Tiere und, bei Übertragung, ein Risiko für Menschen; Erkrankungen haben sie nicht untersucht.
Die Zürcher Studie von 2021 hat 59 Proben auf eine einzige Erregergruppe untersucht, Shiga-Toxin-bildende E. coli, und dabei 20 verschiedene Serotypen gefunden. Dass ein Bakterium im Futter nachweisbar ist, heißt nicht, dass jeder, der dieses Futter anfasst, erkrankt; es heißt, dass die Gelegenheit besteht. Wie oft daraus tatsächlich Erkrankungen werden, lässt sich aus keiner der drei Arbeiten ablesen.
Was die drei zusammen leisten, ist eine Richtung, die in dieselbe Richtung zeigt: Nährstofflücken bei selbst gemischten Rationen und Erreger in handelsüblichem Rohfutter sind keine Einzelfälle, sondern in mehreren Ländern und über ein Jahrzehnt hinweg gefunden worden. Neuere oder größere Untersuchungen könnten die Zahlen verschieben; dass beide Risiken bestehen, würden sie nach dem Stand dieser Quellen kaum aufheben.
Was spricht trotz allem für BARF?
Das stärkste Argument gegen die Linie dieser Seite steht in ihren eigenen Quellen. 40 Prozent der 95 Rationen in der deutschen Studie hatten nur kleinere Probleme oder waren ausgewogen, und das RKI schätzt die Bedeutung von Hunden für EHEC-Infektionen beim Menschen als gering ein.
Ausformuliert lautet die Gegenprobe so: Rohfütterung ist nicht das Risiko, sondern schlecht gemachte Rohfütterung. Wer eine berechnete Ration füttert, sie mit Sorgfalt zubereitet und die Küche wie bei rohem Hackfleisch behandelt, hat die beiden belegten Risiken weitgehend im Griff, und er hat dafür eine Kontrolle über die Zutaten, die kein Fertigfutter bietet. Für einen Hund mit einer bestätigten Unverträglichkeit kann genau diese Kontrolle der Grund sein, roh zu füttern.
Dazu kommt, dass die Untersuchungen dieser Seite Momentaufnahmen sind. Die deutsche Studie ist von 2011, die niederländische von 2018, die Zürcher von 2021. Die Erregerfunde betreffen handelsübliche Produkte bestimmter Marken zu bestimmten Zeiten in zwei Ländern, nicht jedes Rohfutter überall. Und Erreger finden sich auch in rohem Fleisch, das für Menschen verkauft wird; der Unterschied liegt darin, dass Menschen es meist erhitzen.
Was die Gegenprobe nicht entkräftet, sind zwei Befunde. Ohne Berechnung bleibt bei einer selbst zusammengestellten Ration offen, ob sie ausreicht, und die Mehrheit der untersuchten Rationen tat es nicht. Und die Erreger in tiefgefrorenem Rohfutter verschwinden nicht durch das Einfrieren. Wer beides ernst nimmt, kann roh füttern; wer eines davon übergeht, geht ein Risiko ein, das sich vermeiden ließe.
Der eine Satz, den diese Seite nach allen Fragen stehen lassen würde, ist der unbequemste: BARF ist so gut wie die Berechnung und so sicher wie die Küche, in der es zubereitet wird. Beides liegt beim Halter, und beides lässt sich prüfen.
- Dillitzer, Becker, Kienzle: Intake of minerals, trace elements and vitamins in bone and raw food rations in adult dogs, British Journal of Nutrition 2011, abgerufen am 05.10.2026.
- van Bree et al.: Zoonotic bacteria and parasites found in raw meat-based diets for cats and dogs, Veterinary Record 2018, abgerufen am 05.10.2026.
- Treier et al.: High Occurrence of Shiga Toxin-Producing Escherichia coli in Raw Meat-Based Diets for Companion Animals, Microorganisms 2021, abgerufen am 05.10.2026.
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber EHEC-Erkrankung, abgerufen am 05.10.2026.
- FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, September 2025, abgerufen am 05.10.2026.
- Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln, abgerufen am 05.10.2026.
Nicht verwendet: die Verordnung (EU) Nr. 142/2011 mit den Anforderungen an rohes Heimtierfutter, weil der Text am Prüftag nicht abrufbar war; die Seite nennt deshalb keine Einzelheiten daraus. Gelesen, aber nur als Beleg für eine verbreitete Faustregel verwendet: der BARF-Ratgeber eines Tierkrankenversicherers aus der Trefferliste.

