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Trockenfutter oder Nassfutter: was belegt ist und was nur behauptet wird

Datenbasiert · kein Hands-on-Test

Trockenfutter oder Nassfutter? Die Feuchte muss nur über 14 Prozent deklariert werden. So rechnen Sie Dose und Sack auf Trockenmasse und auf 1.000 kcal um.

Redaktionell geprüft
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Aktualisiert 13.09.2026
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Autor & Redaktion
Clara Busch
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Clara Busch

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Stand des Artikels
Veröffentlicht
13.09.2026
Aktualisiert
13.09.2026

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Soweit im Beitrag nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, handelt es sich um eine redaktionelle Einordnung und nicht automatisch um einen eigenen Praxistest jedes Produkts.

Sätze gegen Quellen gehalten · kein eigener Test · Datenstand 13.09.2026

Die Zahl, die den Vergleich erst möglich machen würde, fehlt ausgerechnet auf der trockenen Seite. Ein Nassfutter muss seinen Feuchtegehalt angeben, weil er über 14 Prozent liegt. Ein Trockenfutter muss ihn nicht angeben, weil er darunter liegt. Beide Pflichten stehen in derselben Zeile der Verordnung, Anhang I Nummer 6. Wer eine Dose und einen Sack ehrlich vergleichen will, braucht beide Werte und bekommt nur einen.

Worum es hier geht: Diese Seite nimmt sich die Sätze vor, die über Trockenfutter und Nassfutter im Umlauf sind, und hält jeden einzelnen gegen eine nachprüfbare Quelle. Manche halten, manche halten nicht, und bei einigen ergibt die Recherche schlicht nichts. Grundlage sind der amtliche Wortlaut der Verordnung (EG) Nr. 767/2009, die FEDIAF-Ernährungsleitlinien in der Ausgabe September 2025, der frei zugängliche Ratgeberteil der Stiftung Warentest vom 28.01.2026 und die Unterlagen des Veterinary Oral Health Council. Welches der beiden Produkte am Ende im Napf landet, entscheidet diese Seite nicht; sie liefert die Rechnung, mit der sich die Frage überhaupt erst beantworten lässt. Diese Darstellung des Rechts ist kein Rechtsrat und enthält keine tierärztliche Empfehlung. Bei Verdacht auf eine Erkrankung, eine Unverträglichkeit oder eine Futtermittelallergie gehört das Tier in eine Praxis und nicht auf eine Ratgeberseite.

„Trockenfutter“ und „Nassfutter“ sind feste Begriffe

Sie sind es nicht. Im gesamten Text der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 kommt weder das Wort Trockenfutter noch das Wort Nassfutter vor. Was die Verordnung kennt, sind Futtermittelarten: Einzelfuttermittel, Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel, aufgezählt in Artikel 15 Buchstabe a. Diese drei Begriffe sagen etwas darüber, ob ein Erzeugnis den Bedarf allein deckt oder nicht. Über den Wassergehalt sagen sie nichts.

Wo die beiden Wörter definiert sind, ist im Glossar der FEDIAF-Ernährungsleitlinien, und dort stehen sie ausdrücklich als das, was sie sind. Trockenfutter ist danach Heimtierfutter mit einem Feuchtegehalt von 14 Prozent oder weniger, Nassfutter Heimtierfutter mit einem Feuchtegehalt von 60 Prozent oder mehr. Hinter beiden Einträgen steht im Original derselbe Zusatz: seit Langem gebräuchliche Branchendefinition. Das ist keine Rechtsnorm, und der Verband schreibt das selbst dazu.

Interessanter als die beiden Zahlen ist der Raum dazwischen. Zwischen 14 und 60 Prozent Feuchte liegt eine breite Zone ohne Namen. Halbfeuchte Erzeugnisse, weiche Brocken im Beutel, manche Wurstformen fallen dorthin. Sie sind weder das eine noch das andere, und wer sie über eine der beiden Schubladen einsortiert, rechnet mit der falschen Grundlage. Wer wissen will, was auf einer konkreten Packung wirklich steht und was daraus folgt, findet die Systematik im Bereichsüberblick zum Thema Hundefutter und die Kennzeichnungspflichten Artikel für Artikel unter Hundefutter-Deklaration lesen.

Dass die Branchendefinition ausgerechnet bei 14 Prozent verläuft, ist kein Zufall. Genau dort liegt auch die Schwelle, ab der die Verordnung die Angabe des Feuchtegehalts verlangt. Die Branche hat ihre Sprachregelung an die Deklarationspflicht angelehnt. Wer also ein Futter kauft, auf dem kein Feuchtegehalt steht, hält mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit etwas in der Hand, das die Branche Trockenfutter nennt. Das ist nützlich zu wissen und trotzdem kein Ersatz für die fehlende Zahl.

Warum das mehr ist als eine Wortklauberei, zeigt sich beim Vergleich zweier Angebote im Netz. Weil die Begriffe nicht rechtlich belegt sind, gibt es auch keine Schwelle, ab der ein Anbieter sein Erzeugnis so oder so nennen müsste. Ein Hersteller kann ein Produkt mit 20 Prozent Feuchte als weiches Trockenfutter bewerben, ein anderer dasselbe als halbfeuchte Mahlzeit. Beide verstoßen gegen nichts. Die einzige Angabe, die in solchen Fällen weiterhilft, ist der Feuchtegehalt selbst, und den muss ein Erzeugnis mit 20 Prozent Feuchte angeben.

„Auf der Packung steht, wie viel Wasser drin ist“

Auf der Dose steht es fast immer. Auf dem Sack fast nie. Der Grund steht in Anhang I Nummer 6 der Verordnung und ist eine einzige Bedingung: Der Feuchtegehalt muss angegeben werden, falls er bestimmte Werte übersteigt. Für gewöhnliches Hundefutter ist der maßgebliche Wert der letzte der vier dort genannten, nämlich 14 Prozent. Darunter besteht keine Pflicht. Ein Trockenfutter mit acht, neun oder zwölf Prozent Feuchte darf schweigen, und es schweigt in aller Regel auch.

Die praktische Folge ist unangenehm konkret. Für die fünf Nassfutter, die in diesem Bereich unter Nassfutter für Hunde einzeln ausgewertet wurden, liegt der deklarierte Feuchtegehalt zwischen 78 und 82 Prozent. Fünf von fünf nennen die Zahl. Für die fünf Trockenfutter unter Trockenfutter im Deklarations-Check steht in keinem einzigen Angebot ein Feuchtewert. Null von fünf. Nicht, weil die Anbieter etwas verbergen, sondern weil die Angabe schlicht nicht verlangt wird.

Damit ist die Ausgangslage für jeden Vergleich zwischen den beiden Formen asymmetrisch. Die Seite, die viel Wasser enthält, legt es offen. Die Seite, die wenig Wasser enthält, legt es nicht offen. Und es ist gerade die zweite Zahl, die man braucht, um die erste einzuordnen. Wer trotzdem rechnen will, muss den fehlenden Wert annehmen. Das ist zulässig, solange man die Annahme benennt und ihre Spannweite mitliefert.

Die Spannweite ist dabei erfreulich schmal. Nach oben begrenzt sie die Branchendefinition selbst: mehr als 14 Prozent kann ein Erzeugnis nicht haben, ohne entweder den Wert angeben zu müssen oder aufzuhören, Trockenfutter zu heißen. Nach unten setzen die üblichen Herstellungsverfahren eine Grenze bei ungefähr acht Prozent. Wer also mit neun Prozent rechnet und zusätzlich mit 14 Prozent gegenrechnet, hat den plausiblen Bereich abgesteckt. Wie weit die beiden Ergebnisse auseinanderliegen, zeigt die Tabelle weiter unten: um weniger, als die meisten befürchten.

Eine zweite Folge dieser Asymmetrie betrifft die Reihenfolge der Zutaten. Sie richtet sich nach Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe e nach dem Gewicht im fertigen Mischfuttermittel, und in einem Nassfutter wiegt jede wasserreiche Zutat entsprechend schwer. Frisches Fleisch bringt nach dem von der Kommission gebilligten Kennzeichnungskodex für Heimtierfutter rund 75 Prozent Wasser mit. Nach dem Trocknen verschiebt sich die Rangfolge deshalb regelmäßig, und zwar in beiden Warengruppen. Das ist kein Vorwurf an die Anbieter, sondern eine Eigenschaft der vorgeschriebenen Rechenweise.

„Nassfutter ist gesünder als Trockenfutter“

Die Stiftung Warentest beantwortet genau diese Frage in ihrem Ratgeberteil und fällt dabei ein bemerkenswert nüchternes Urteil. Werden beide als Alleinfutter verkauft, müssen beide den Hund rundum versorgen; sie seien damit gleichwertig. Studien zeigten, dass ein optimal zusammengesetztes Alleinfutter keine Nachteile für die Gesundheit des Hundes habe. Tendenziell, so die Einschränkung, vertrage die Mehrzahl der Hunde Trockenfutter leichter, Nassfutter liefere dafür mehr Feuchtigkeit.

Das ist die einzige Stelle in den für diese Seite ausgewerteten Unterlagen, an der eine unabhängige Prüfstelle die Frage direkt beantwortet, und sie beantwortet sie zugunsten von beidem. Die Entscheidung zwischen Dose und Sack ist danach keine Gesundheitsfrage, sondern eine Frage der Handhabung, der Kosten und dessen, was der einzelne Hund annimmt. Das entwertet die Frage nicht, aber es verschiebt sie: von einer Frage, auf die es eine richtige Antwort gäbe, zu einer, bei der zwei Antworten richtig sein können.

Wichtig ist die Bedingung im ersten Halbsatz. Gleichwertig sind die beiden Formen, wenn beide als Alleinfuttermittel verkauft werden. Ein Ergänzungsfuttermittel deckt den Bedarf ausdrücklich nicht, und genau diese Zeile steht auf vielen Dosen so klein, dass sie übersehen wird. Welche Futtermittelart ein Erzeugnis trägt, ist deshalb die erste Zeile, die man liest, und nicht die letzte. Die Systematik der fünf Arten steht im Überblick über die Futtermittelarten.

Die zweite Einschränkung wiegt schwerer, als sie klingt: optimal zusammengesetzt. Ob eine konkrete Packung das ist, lässt sich aus den vier Pflichtwerten nicht ablesen. Die Stiftung Warentest schreibt dazu an anderer Stelle, es sei so gut wie unmöglich, anhand der Zutatenliste zu berechnen, ob ein Hund alle Nährstoffe bekommt; die Listen seien in der Regel nicht detailliert genug. Wer diesen Satz ernst nimmt, hört auf, aus Etiketten Qualitätsurteile abzuleiten, und fängt an, sie auf Vollständigkeit zu prüfen.

Bemerkenswert ist auch, was die Stiftung Warentest an dieser Stelle nicht tut: Sie nennt keine Bedingung, unter der eine der beiden Formen der anderen vorzuziehen wäre, und sie nennt keine Hundegruppe, für die das eine ausschiede. Wer im Netz Gegenteiliges liest, sollte prüfen, worauf es sich stützt. In den für diese Seite ausgewerteten Unterlagen einer unabhängigen Prüfstelle, eines Fachverbands und des Verordnungsgebers steht eine solche Einschränkung nicht.

„Am Rohprotein sieht man, welches Futter mehr Eiweiß liefert“

Dieser Satz ist der folgenreichste Irrtum des ganzen Feldes, und er ist rein rechnerischer Natur. Auf einer Dose stehen vielleicht 10 Prozent Rohprotein, auf einem Sack 26 Prozent. Der naheliegende Schluss lautet: Der Sack liefert zweieinhalb Mal so viel Eiweiß. Der richtige Schluss lautet: Die Dose liefert in der Trockenmasse deutlich mehr.

Der Grund steht in Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe e und gilt für alle Angaben gleichermaßen. Die Gehalte beziehen sich auf das Erzeugnis, wie es in der Packung liegt, einschließlich seines Wassers. Wer 10 Prozent Rohprotein bei 82 Prozent Feuchte liest, liest 10 Gramm Protein in 100 Gramm Ware, von denen 82 Gramm Wasser sind. Die eigentliche Nahrung sind die verbleibenden 18 Gramm. In diesen 18 Gramm stecken die 10 Gramm Protein, und das sind 55,6 Prozent.

Die Umrechnung ist eine einzige Division. Der Gehalt in der Trockenmasse ergibt sich als deklarierter Wert geteilt durch die Trockenmasse in Prozent, mal 100. Die Trockenmasse ist dabei nichts anderes als 100 minus Feuchtegehalt. Für die Dose: 10 geteilt durch 18, mal 100, ergibt 55,6. Für den Sack bei angenommenen 9 Prozent Feuchte: 26 geteilt durch 91, mal 100, ergibt 28,6. Dieselbe Rechnung funktioniert für Rohfett, Rohfaser und Rohasche, und sie ist die Grundlage jedes ehrlichen Vergleichs zwischen den beiden Formen.

Dass diese Umrechnung nicht exotisch, sondern der Normalfall ist, zeigt ein Blick in die FEDIAF-Leitlinien selbst. Die Nährstofftabellen dort sind in Einheiten je 100 Gramm Trockenmasse angegeben, daneben je 1.000 Kilokalorien und je Megajoule. Auf die Ware im Zustand des Verkaufs bezieht sich keine einzige Spalte. Der Verband, der den Herstellern die Zielwerte vorgibt, rechnet also ausschließlich in der Größe, die auf keiner Packung steht.

Dieselbe Rechnung gilt für die übrigen drei Pflichtwerte. Rohfett auf einer Dose mit 6,5 Prozent bei 79 Prozent Feuchte sind 31,0 Prozent in der Trockenmasse; ein Trockenfutter mit 16 Prozent Rohfett bei angenommenen 9 Prozent Feuchte kommt auf 17,6 Prozent. Rohasche mit 2,5 Prozent bei 80 Prozent Feuchte sind 12,5 Prozent in der Trockenmasse, während 7 Prozent auf dem Sack bei 9 Prozent Feuchte 7,7 Prozent ergeben. Die Rohasche ist dabei die aufschlussreichste der vier Zahlen, weil sie den mineralischen Anteil abbildet und damit indirekt etwas über Knochenmehl und Mineralstoffzusätze verrät.

Wichtig ist eine Grenze dieser Umrechnung: Sie macht Zahlen vergleichbar, sie macht sie nicht richtig. Die Toleranzen aus Anhang IV gelten auf den deklarierten Wert und wandern durch die Division unverändert mit. Wer 10 Prozent Rohprotein liest, muss nach Anhang IV Nummer 2 Buchstabe a mit einer zulässigen Unterschreitung von einer Einheit rechnen, weil der Wert unter 10 Prozent liegt beziehungsweise mit 10 Prozent des Gehalts, sobald er darüber liegt. Nach der Umrechnung auf Trockenmasse wird aus dieser Toleranz ein entsprechend größerer Prozentpunktebetrag. Das Ergebnis ist also eine Größenordnung und keine Messung.

So rechnen Sie eine Dose und einen Sack auf dieselbe Grundlage um

Die folgende Tabelle führt die Rechnung an sechs Beispielen vor. Die Werte in der ersten Spalte sind Beispielwerte in der Größenordnung, die in dieser Warengruppe üblich ist; sie stehen für keine bestimmte Packung. Was die Tabelle zeigt, ist nicht ein Produkturteil, sondern die Richtung, in die sich Zahlen bei der Umrechnung bewegen. Sie kehrt sich um.

DeklariertFeuchteTrockenmasseIn der TrockenmasseWas daran auffällt
10,0 % Rohprotein82 %18 %55,6 %Nassfutter mit hoher Feuchte. Die kleinste Zahl auf der Dose wird nach der Umrechnung zur größten im Feld.
10,5 % Rohprotein79 %21 %50,0 %Eine Größenordnung, wie sie in dieser Warengruppe häufig deklariert wird.
8,0 % Rohprotein80 %20 %40,0 %Auch ein niedrig wirkender Dosenwert liegt in der Trockenmasse noch über vielen Trockenfuttern.
26,0 % Rohprotein9 % (angenommen)91 %28,6 %Trockenfutter. Der Feuchtewert ist hier nicht deklariert, sondern angenommen. Genau das ist die Schwachstelle dieser Rechnung.
26,0 % Rohprotein14 % (Obergrenze)86 %30,2 %Dieselbe Packung, gerechnet mit dem höchsten Feuchtegehalt, den ein Futter tragen kann, ohne ihn angeben zu müssen. Die Unsicherheit beträgt 1,6 Prozentpunkte.
30,0 % Rohprotein9 % (angenommen)91 %33,0 %Ein proteinreich beworbenes Trockenfutter liegt in der Trockenmasse immer noch unter dem Dosenfutter aus der ersten Zeile.

Die beiden mittleren Zeilen sind der eigentliche Befund dieser Seite. Dieselbe Packung Trockenfutter kommt auf 28,6 Prozent, wenn man mit neun Prozent Feuchte rechnet, und auf 30,2 Prozent, wenn man den höchstzulässigen Wert von 14 Prozent einsetzt. Die gesamte Unsicherheit, die aus der fehlenden Deklaration folgt, beträgt also 1,6 Prozentpunkte. Das ist weniger, als die amtliche Toleranz auf den deklarierten Proteinwert selbst hergibt. Anders gesagt: Die fehlende Feuchteangabe beim Trockenfutter macht den Vergleich unbequemer, aber nicht unmöglich.

Wer die Rechnung auf die eigene Packung anwenden will, braucht nur zwei Zahlen und einen Taschenrechner. Bei der Dose stehen beide darauf. Bei dem Sack setzt man 9 Prozent an und prüft mit 14 Prozent gegen. Wie die vier Pflichtwerte im Einzelnen zustande kommen und welche Toleranz auf welchem von ihnen liegt, steht ausführlich unter Deklaration lesen.

Ein häufiger Einwand lautet, die Umrechnung sei müßig, weil ohnehin niemand Dose und Sack gegeneinander abwägt, sondern innerhalb einer Warengruppe kauft. Das trifft für den Regalfall zu und für den Wechselfall nicht. Wer von der einen Form auf die andere umstellt, vergleicht zwangsläufig, und zwar an der Stelle, an der es am meisten kostet, wenn man sich verrechnet: bei der Tagesmenge. Ohne diese Umrechnung lässt sich die neue Ration nicht aus der alten ableiten, und die Fütterungsempfehlungen der beiden Packungen sind dafür keine Brücke.

„Der Preis je Kilogramm zeigt, was das Futter kostet“

Er zeigt, was ein Kilogramm Ware kostet. Was ein Tag Fütterung kostet, zeigt er nicht, und zwischen beiden liegt bei diesem Vergleich ein Faktor von ungefähr vier. Der Grund ist die Energiedichte: Ein Kilogramm Trockenfutter trägt ein Vielfaches der Kilokalorien eines Kilogramms Nassfutter, weil im Nassfutter vier Fünftel des Gewichts Wasser sind und Wasser keine Energie liefert.

Konkret lässt sich das an den Werten zeigen, die in diesem Bereich am 23.08.2026 ermittelt wurden. Für die fünf Nassfutter liegen die Energiedichten zwischen 76,4 und 119,5 Kilokalorien je 100 Gramm. Bei den fünf Trockenfuttern nennt genau ein Angebot einen Wert, und der liegt bei 364,4 Kilokalorien je 100 Gramm. Rechnet man beides auf die Menge um, die 1.000 Kilokalorien liefert, ergeben sich 274 Gramm Trockenfutter und zwischen 837 und 1.309 Gramm Nassfutter. Für dieselbe Energie wandern also drei- bis fünfmal so viele Gramm in den Napf.

Die vergleichbare Größe heißt Preis je 1.000 Kilokalorien. Man teilt den Packungspreis durch die Packungsmenge in Gramm, multipliziert mit 100 und teilt durch die Energiedichte je 100 Gramm, dann mal 1.000. Ergebnis ist ein Betrag, der sich zwischen Dose und Sack direkt vergleichen lässt, weil er nicht mehr vom Wasseranteil abhängt. Alle Preise ändern sich laufend; deshalb steht hier der Rechenweg und keine Preistabelle.

Die Schwierigkeit dabei ist nicht die Rechnung, sondern die Beschaffung der Energiedichte. Sie ist nach Anhang VII Kapitel II keine Pflichtangabe, und im Bestand dieses Bereichs nannte sie je nach Warengruppe nur null bis einer von fünf Anbietern. Wo sie fehlt, lässt sie sich aus den analytischen Bestandteilen abschätzen; der Rechenweg dafür samt der Gleichung aus den FEDIAF-Leitlinien steht unter Futtermenge für den Hund berechnen.

Die Größenordnung des Unterschieds lohnt eine Zeile für sich. Ein Kilogramm Trockenfutter mit 364,4 Kilokalorien je 100 Gramm trägt 3.644 Kilokalorien. Ein Kilogramm Nassfutter mit dem Mittelwert der fünf ausgewerteten Erzeugnisse von rund 94,6 Kilokalorien je 100 Gramm trägt 946. Das Verhältnis liegt bei 3,9 zu 1. Ein Nassfutter müsste also je Kilogramm knapp ein Viertel des Trockenfutterpreises kosten, um gleich teuer zu sein. Wer die beiden Kilopreise nebeneinanderlegt, vergleicht nicht zwei Preise, sondern einen Preis mit einem Viertelpreis.

Auf dieser Grundlage lässt sich auch die Frage nach den Preisklassen sauber stellen. Der Sprung von der günstigen in die mittlere Klasse bringt beim Trockenfutter in aller Regel eine höhere Energiedichte mit sich, weil der Fettanteil steigt; die Tagesmenge in Gramm sinkt dadurch, und ein Teil des höheren Kilopreises holt sich der Käufer über die kleinere Portion zurück. Rechnet man in Preis je 1.000 Kilokalorien statt in Preis je Kilogramm, schrumpft der Abstand zwischen den Klassen also regelmäßig zusammen.

Der Sprung von der mittleren in die teure Klasse bringt nach der zugänglichen Befundlage am wenigsten. Die Stiftung Warentest hält für Sensitiv-Futter fest, die Mehrausgaben lohnten sich oft nicht, und für den Nassfutter-Test, dass eines der besten Erzeugnisse zugleich das günstigste war. Was in der teuren Klasse zuverlässig zunimmt, sind Angaben: offene Deklaration, genannte Tierarten, bezifferte Energiedichte. Das ist ein echter Gegenwert, aber er liegt in der Nachvollziehbarkeit und nicht zwingend im Napf.

„Trockenfutter reinigt die Zähne“

Dieser Satz gehört zu den wenigen im Feld, bei denen sich sehr genau sagen lässt, was belegt ist und was nicht. Es gibt eine Stelle, die Produkte nach festen Vorgaben auf Plaque- und Zahnsteinminderung prüfen lässt, und sie führt eine öffentliche Liste. Das ist der Veterinary Oral Health Council. Auf dieser Liste stehen mit Stand 13.09.2026 in der Rubrik der zahnpflegenden Alleinfutter für Hunde 14 Erzeugnisse. Jedes einzelne davon ist ein eigens dafür entwickeltes Produkt, sieben von ihnen sind ausdrücklich als nur über tierärztliche Praxen erhältlich gekennzeichnet.

Entscheidend ist aber nicht die Zahl 14, sondern der Aufbau der Prüfungen, die zu diesem Zeichen führen. In den Protokollen des Rates ist die Vergleichsgruppe, gegen die ein Erzeugnis antreten muss, an mehreren Stellen wörtlich als Kontrollgruppe beschrieben, die ausschließlich das Kontrollfutter bekommt, trocken gefüttert. Die Zahnpflegewirkung wird also gegen gewöhnliches Trockenfutter gemessen, nicht gegen dessen Abwesenheit. Und der Maßstab ist anspruchsvoll: verlangt werden mindestens 15 Prozent Minderung in jedem der beiden Versuche und im Mittel mindestens 20 Prozent über beide.

Daraus folgt eine präzise Aussage. Nicht das Trockene wirkt, sondern eine bestimmte Machart: Größe, Struktur und Bruchverhalten der Brocken, teils zusätzlich ein Wirkstoff. Ein gewöhnliches Trockenfutter ist in diesen Versuchen genau das, was übertroffen werden muss. Wer Zahnpflege über die Fütterung betreiben will, kauft also kein Trockenfutter, sondern ein für diesen Zweck gebautes Erzeugnis, oder er greift zu den Mitteln, die dafür gedacht sind. Was dort geprüft und was nur behauptet wird, steht unter Anti-Zahnstein-Mittel für Hunde.

Umgekehrt lässt sich aus derselben Liste nicht ableiten, dass Nassfutter den Zähnen schadet. Dazu enthält sie keine Aussage, und eine belastbare Quelle dafür ist in den für diese Seite ausgewerteten Unterlagen nicht aufgetaucht. Der ehrliche Stand ist damit: Für eine zahnpflegende Wirkung gewöhnlichen Trockenfutters gibt es keinen Beleg, für eine schädigende Wirkung gewöhnlichen Nassfutters ebenso wenig.

Ein Wort zur Reichweite dieser Aussage: Die Liste des Rates ist international und führt Erzeugnisse mehrerer Hersteller aus Nordamerika und Europa. Sie ist damit nicht die Liste aller wirksamen Futter, sondern die Liste derjenigen, für die jemand die vorgesehenen Versuche hat durchführen und bewerten lassen. Ein deutsches Standardtrockenfutter aus dem Supermarktregal steht dort nicht, und niemand behauptet, es sei geprüft und durchgefallen. Es ist ungeprüft, und das ist der Unterschied, auf den es ankommt.

Was hinter dem Zeichen steht, mit dem hier argumentiert wird

Weil der vorige Abschnitt sein Gewicht aus einem Siegel bezieht, gehört dazu, wer dieses Siegel vergibt. Der Veterinary Oral Health Council ist keine Behörde und kein Prüflaboratorium. Er beschreibt sich selbst mit einem Satz, der in dieser Deutlichkeit selten ist: Er prüfe Produkte nicht selbst. Vergeben wird das Zeichen nach Durchsicht von Daten aus Versuchen, die nach seinen Vorgaben durchgeführt wurden und die der Anbieter einreicht. Das Zeichen selbst ist eine eingetragene Gewährleistungsmarke.

Das ist weder ein Makel noch ein Freibrief, sondern eine Einordnung. Wer die Unterlagen einreicht, entscheidet auch, ob er sie einreicht. Ein Erzeugnis ohne Zeichen kann wirksam sein und die Prüfung nur nie durchlaufen haben. Umgekehrt heißt das Zeichen genau das, was in den Vorgaben steht, und nicht mehr: eine nachgewiesene Minderung von Plaque oder Zahnstein gegenüber einer Kontrollgruppe, in der festgelegten Größenordnung.

Diese Unterscheidung lohnt sich bei jedem Zeichen auf einer Futterpackung. Verbandslogos, Vereinszeichen und Qualitätssiegel unterscheiden sich erheblich darin, wer sie vergibt, wofür sie stehen und ob für sie gezahlt wird. Ein Zeichen ist ein Beleg, wenn sich das Prüfverfahren dahinter nachlesen lässt; ansonsten ist es ein Gestaltungselement. Beim hier verwendeten Zeichen ist das Verfahren öffentlich, und genau deshalb steht es auf dieser Seite.

„Bei Nassfutter trinkt der Hund weniger“

Dass Nassfutter mehr Wasser mitbringt, ist keine Meinung, sondern Arithmetik. Rechnet man mit dem mittleren Wert der fünf in diesem Bereich ausgewerteten Nassfutter von rund 94,6 Kilokalorien je 100 Gramm, entsprechen 1.000 Kilokalorien etwa 1.057 Gramm Ware. Bei 80 Prozent Feuchte sind darin rund 846 Gramm Wasser. Dieselben 1.000 Kilokalorien als Trockenfutter sind 274 Gramm Ware, bei angenommenen 9 Prozent Feuchte also rund 25 Gramm Wasser. Der Unterschied liegt bei gut 0,8 Litern je 1.000 Kilokalorien.

Das ist eine Mengenangabe und keine gesundheitliche Aussage. Ob ein Hund, der Nassfutter bekommt, entsprechend weniger aus dem Napf trinkt, ob seine Gesamtaufnahme dadurch gleich bleibt und was das im Einzelfall bedeutet, sind Fragen, die diese Seite nicht beantworten kann und nicht beantworten soll. Die FEDIAF-Leitlinien halten für beide Fütterungsformen denselben Satz bereit: Trinkwasser muss jederzeit zur Verfügung stehen. Das gilt unabhängig davon, wie viel Wasser im Futter steckt.

Wer den Eindruck hat, sein Hund trinke auffällig viel oder auffällig wenig, hat damit keinen Futterfall, sondern einen Fall für eine Tierarztpraxis. Veränderte Trinkmengen können viele Ursachen haben, und keine davon lässt sich über die Wahl zwischen Dose und Sack klären. Wenn es dagegen nur um die Zugänglichkeit von Wasser geht, ist das eine Frage der Ausstattung; dazu steht Belegtes unter Trinkbrunnen für Hunde.

Für die Kaufentscheidung bleibt daraus eine nüchterne Größe übrig: Wer Nassfutter füttert, trägt je 1.000 Kilokalorien rund 0,8 Kilogramm Wasser nach Hause, bezahlt es mit und entsorgt die Verpackung dafür. Über ein Jahr mit 1.000 Kilokalorien am Tag sind das rund 300 Kilogramm Wasser. Das ist der ehrlichste Weg, den Aufpreis von Nassfutter zu erklären: Ein erheblicher Teil des Kilopreises ist Wasser, das aus der Leitung fast nichts kostet. Ob einem die Handhabung diesen Aufpreis wert ist, ist eine Entscheidung und kein Rechenfehler.

„Trockenfutter hält sich ewig“

Ungeöffnet hält es lange; das Mindesthaltbarkeitsdatum nach Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe d weist darauf hin. Geöffnet gilt etwas anderes, und dazu gibt es eine erstaunlich konkrete Empfehlung. Die Stiftung Warentest rät, bei großen Gebinden von 15 Kilogramm eine Ration für drei Tage zu entnehmen und in einen gut schließenden Behälter umzufüllen, weil das Futter durch häufiges Öffnen und den Luftzutritt Schaden nehmen kann. Und sie nennt eine Frist: Der Sack sollte innerhalb von sechs Wochen aufgebraucht werden.

Diese sechs Wochen sind die nützlichste Zahl dieses Abschnitts, weil sie sich in eine Kaufentscheidung übersetzen lässt. Multipliziert man die Tagesration mit 42, erhält man die größte Packung, die ein Haushalt sinnvoll kauft. Alles darüber ist Vorrat, der offen steht. Damit wird aus einer vagen Empfehlung eine Zahl, die vor dem Regal trägt.

Der Hintergrund ist das Fett. Die Stiftung Warentest hat in einer benachbarten Untersuchung, nämlich der zu naturbelassenen Kauartikeln vom 28.01.2026, in knapp der Hälfte der Erzeugnisse ranziges Fett gefunden und hält fest, verdorbenes Fett könne die Leber schädigen. Das betraf getrocknete Schlachtnebenprodukte und nicht Trockenfutter, zeigt aber, worum es bei der Lagerung geht. Was in jener Untersuchung sonst noch gefunden wurde, steht unter Hundesnacks und Kauartikel.

Beim Nassfutter stellt sich die Lagerfrage anders und in mancher Hinsicht einfacher. Ungeöffnete Dosen und Beutel sind bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum haltbar und brauchen keinen besonderen Ort. Der kritische Moment ist das Öffnen, und er betrifft nur die angebrochene Packung, nicht den Vorrat. Wer also viel Platz und wenig Disziplin beim Nachfüllen hat, ist mit Dosen besser bedient; wer wenig Platz hat und den Sack ohnehin in Wochenportionen umfüllt, mit dem Sack.

Welche Sackgröße zu welcher Tagesration passt

Die folgende Tabelle rechnet die Sechs-Wochen-Regel für fünf typische Tagesrationen durch. Die mittlere Spalte ist die Tagesration mal 42 und damit die größte Menge, die in diesem Zeitraum überhaupt aufgebraucht wird. Alles, was darüber im Regal steht, ist nicht günstiger, sondern nur länger offen.

Tagesration TrockenfutterIn sechs WochenWas das für das Gebinde heißt
60 Gramm am Tag2,5 kgEin Gebinde von einem Kilogramm reicht gut zwei Wochen. Ein Drei-Kilogramm-Sack steht am Ende der sechs Wochen noch zu einem Sechstel voll.
100 Gramm am Tag4,2 kgDer Vier-Kilogramm-Sack geht fast auf den Tag genau auf. Der Zwölf-Kilogramm-Sack ist nach sechs Wochen noch zu zwei Dritteln gefüllt.
200 Gramm am Tag8,4 kgHier liegt der Bruch zwischen den üblichen Gebinden: acht Kilogramm gehen auf, zwölf Kilogramm nicht mehr.
300 Gramm am Tag12,6 kgDer Zwölf-Kilogramm-Sack ist aufgebraucht, bevor die sechs Wochen um sind. Der Fünfzehn-Kilogramm-Sack knapp nicht.
400 Gramm am Tag16,8 kgErst ab dieser Ration trägt der große Sack die Rechnung. Darunter kauft man Vorrat, der offen steht.

Die Zeile mit 200 Gramm ist die aufschlussreichste, weil dort der übliche Sprung im Regal liegt. Zwischen dem Acht-Kilogramm-Gebinde und dem Zwölf-Kilogramm-Gebinde verläuft für viele mittelgroße Hunde die Grenze, an der der günstigere Kilopreis aufhört, ein Vorteil zu sein. Wer dort zum größeren Sack greift, kauft rund vier Kilogramm, die die empfohlene Frist überschreiten.

Die Tagesration selbst ist dabei die Größe, die man zuerst braucht und am seltensten kennt. Sie hängt von Energiebedarf und Energiedichte ab und nicht vom Körpergewicht allein; die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist ein Startwert und kein Ergebnis. Der vollständige Rechenweg samt der Faktoren, die die FEDIAF-Leitlinien dafür nennen, steht unter Futtermenge berechnen.

Ein Hinweis zum Umfüllen, den die Empfehlung mitliefert: Die Stiftung Warentest rät ausdrücklich dazu, aus großen Gebinden eine Ration für drei Tage zu entnehmen und in einen gut schließenden Behälter umzufüllen, statt den Sack täglich zu öffnen. Das verlängert die Frist nicht, verringert aber den Luftzutritt zum Vorrat. Wer beides tut, also passend kaufen und portionsweise umfüllen, hat die Lagerfrage nach der zugänglichen Quellenlage so gut gelöst, wie es ohne weitere Untersuchungen geht.

„Eine angebrochene Dose hält ein paar Tage“

Die Stiftung Warentest formuliert dazu knapp und ohne Tagesangabe. Eine Dose enthalte im Schnitt 400 Gramm und werde meist vollständig verfüttert; bleibe doch etwas übrig, gehöre die Dose bis zur nächsten Fütterung in den Kühlschrank, und vor der nächsten Mahlzeit solle das Futter rechtzeitig wieder auf Zimmertemperatur gebracht werden, weil es so bekömmlicher sei. Bemerkenswert ist, was dort nicht steht: eine Zahl in Tagen.

Diese Lücke ist kein Versehen der Redaktion, sondern spiegelt die Quellenlage. Die Verordnung verlangt nach Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe d ein Mindesthaltbarkeitsdatum für die ungeöffnete Packung. Eine Pflichtangabe zur Haltbarkeit nach dem Öffnen kennt sie nicht. Anbieter dürfen dazu freiwillig etwas sagen, und viele tun es nicht. Bei der Auswertung der fünf Nassfutter in diesem Bereich fiel genau das auf: Wo eine Angabe zur gekühlten Haltbarkeit fehlte, war das die auffälligste Lücke im Umgang mit dem Erzeugnis nach dem Öffnen.

Für die Kaufentscheidung folgt daraus ein handfestes Kriterium, das mit Ernährung nichts zu tun hat: die Portionsgröße. Eine 800-Gramm-Dose für einen Hund, der 300 Gramm am Tag frisst, bedeutet zweimal Kühlschrank je Dose. Dieselbe Menge in 400-Gramm-Gebinden bedeutet einmal. Kleine Schalen lösen das Problem ganz und kosten dafür deutlich mehr je Kilogramm. Das ist eine Abwägung, die jeder Haushalt anders trifft, aber sie sollte bewusst getroffen werden und nicht aus dem Angebot heraus.

„Mischfütterung schadet der Verdauung“

Hier endet die Belegbarkeit. In den für diese Seite ausgewerteten Unterlagen, also im Verordnungstext, in den FEDIAF-Leitlinien und im frei zugänglichen Ratgeberteil der Stiftung Warentest, findet sich keine Aussage, die vor der Kombination von Trocken- und Nassfutter warnt. Es findet sich allerdings auch keine, die sie empfiehlt. Der Satz ist weit verbreitet, und für diese Seite war er nicht zu belegen. Das ist das Ergebnis, und es wird hier so stehen gelassen, statt es in die eine oder andere Richtung zu drehen.

Was sich sagen lässt, ist rechnerischer Natur. Wer beides füttert, verteilt eine Tagesration auf zwei Erzeugnisse mit sehr verschiedener Energiedichte. Die Fütterungsempfehlungen auf beiden Packungen sind für die jeweils alleinige Fütterung gedacht und dürfen deshalb nicht addiert werden. Der saubere Weg führt über die Energie: Man bestimmt den Tagesbedarf in Kilokalorien, legt fest, welcher Anteil aus welcher Form kommen soll, und rechnet jeden Anteil über dessen Energiedichte in Gramm um.

Ein Beispiel mit den oben verwendeten Werten: Sollen von 1.000 Kilokalorien 60 Prozent aus Trockenfutter kommen, sind das 600 Kilokalorien, bei 364,4 je 100 Gramm also 165 Gramm. Die übrigen 400 Kilokalorien als Nassfutter mit 94,6 je 100 Gramm sind 423 Gramm. Zusammen 588 Gramm für einen Tag. Wer stattdessen beide Packungsempfehlungen halbiert, kommt auf eine andere Zahl, und keine der beiden Packungen hat ihn davor gewarnt. Die Voraussetzung, die dabei nie entfällt: Beide Erzeugnisse müssen als Alleinfuttermittel deklariert sein.

Eine praktische Anmerkung zur Hygiene, die unabhängig von der Verdauungsfrage gilt: Wer zwei Erzeugnisse in einem Napf mischt, hat danach einen Napf mit feuchten Resten. Die Stiftung Warentest verweist im Zusammenhang mit getrockneten Schlachtnebenprodukten darauf, dass Salmonellen auch die im Haushalt lebenden Menschen gefährden, und das Bundesinstitut für Risikobewertung ordnet Salmonellen ausdrücklich als Haushaltsthema ein. Für den Umgang mit Näpfen, Löffeln und Händen folgt daraus dasselbe wie beim Umgang mit rohen Lebensmitteln in der Küche.

„Nassfutter macht länger satt“

Für diesen Satz gilt Ähnliches wie für den vorigen: Eine Quelle, die ihn trägt, ist in den ausgewerteten Unterlagen nicht zu finden. Was sich belegen lässt, ist allein der Mengenunterschied. Dieselbe Energie erscheint als Nassfutter in drei- bis fünfmal so vielen Gramm und damit in einem deutlich größeren Napfvolumen. Dass ein volleres Napf auch länger sättigt, ist eine Vermutung, keine Feststellung, und sie wird hier nicht als Feststellung ausgegeben.

Umgekehrt hat der Mengenunterschied eine Folge, die sich sehr wohl beziffern lässt: das Gewicht dessen, was ein Haushalt im Jahr trägt und entsorgt. Bei 1.000 Kilokalorien am Tag sind das als Trockenfutter rund 100 Kilogramm Ware im Jahr, als Nassfutter rund 386 Kilogramm, dazu die entsprechende Zahl an Dosen oder Schalen. Die Stiftung Warentest hat die Verwertbarkeit der Verpackungen in ihrem jüngsten Feuchtfutter-Test erstmals geprüft und berichtet von großen Unterschieden zwischen Weißblechdose und Kunststoffbeutel.

Wer beim Fressverhalten ein Problem sieht, sollte zwischen zwei Dingen unterscheiden. Ein Hund, der zu hastig frisst, hat ein Verhaltensthema, für das es Ausstattung gibt; was davon belegbar ist, steht unter Anti-Schling-Näpfe. Ein Hund, der ständig hungrig wirkt oder auffällig zu- oder abnimmt, hat kein Ausstattungsthema. Das gehört in eine Tierarztpraxis, und zwar bevor die Ration verändert wird.

„Alleinfuttermittel heißt, dass das Futter gut ist“

Das ist der wichtigste Satz dieser Seite, und er ist falsch. Alleinfuttermittel ist eine Futtermittelart im Sinne der Verordnung und bedeutet, dass das Erzeugnis dafür bestimmt ist, die Tagesration allein zu bilden. Es ist eine Aussage über den vorgesehenen Verwendungszweck, die der Anbieter selbst trifft und für die er nach Artikel 5 verantwortlich ist. Es ist keine Prüfplakette, keine Freigabe und kein Qualitätsurteil.

Der Unterschied zwischen dem Satz „ist als Alleinfutter für ausgewachsene Hunde deklariert“ und dem Satz „ist gut für Ihren Hund“ ist genau die Strecke, die diese Seite nicht zurücklegen kann. Der erste Satz steht auf der Packung und ist überprüfbar. Der zweite verlangt zu wissen, was dieses Tier braucht, und das weiß eine Ratgeberseite nicht. Die Stiftung Warentest hat zu beiden Warengruppen Laborwerte erhoben und kommt regelmäßig zu dem Ergebnis, dass die Fütterungsempfehlungen nicht immer stimmen. Deklariert und geprüft sind zwei verschiedene Dinge.

Praktisch heißt das: Die Futtermittelart ist die erste Zeile, die man liest, und der Anfang der Prüfung, nicht ihr Ende. Danach kommen die vier analytischen Bestandteile, die Zusammensetzung in ihrer Reihenfolge und die Frage, welche Zahlen fehlen. Welche das in den einzelnen Warengruppen sind, ist in diesem Bereich mehrfach ausgezählt worden, unter anderem bei Welpenfutter und bei Seniorenfutter.

Eine Zahl macht den Abstand zwischen Deklaration und Eignung besonders greifbar. Die Stiftung Warentest hat für ihre Untersuchung der Hunde-Nassfutter die Fütterungsempfehlungen von 22 Erzeugnissen geprüft und kommt zu dem Ergebnis, dass acht dieser Empfehlungen mangelhaft sind. Es geht dabei nicht um die Futter selbst, sondern um die Anleitung, wie viel davon zu geben ist. Ein Erzeugnis kann also als Alleinfuttermittel richtig deklariert und in seiner Zusammensetzung unauffällig sein, und trotzdem steht auf der Packung eine Mengenangabe, die in die Irre führt.

„Bei Unverträglichkeit nimmt man Sensitiv-Futter“

Sensitiv ist ein Werbewort ohne rechtliche Definition. Die Stiftung Warentest stellt dazu fest, es handle sich rechtlich um Alleinfuttermittel, also dieselbe Kategorie wie bei den gewöhnlichen Futtern, und für die Bezeichnung sensitiv fehle eine rechtliche Definition; die so beworbenen Erzeugnisse seien entsprechend ganz unterschiedlich zusammengesetzt. Teils, so die Einschätzung, weckten die Anbieter zu hohe Erwartungen. Dasselbe gilt für hypoallergen, das im Verordnungstext überhaupt nicht vorkommt.

Für die Frage dieser Seite bedeutet das: Die Wahl zwischen trocken und feucht ist keine Antwort auf eine vermutete Unverträglichkeit. Beide Formen gibt es mit einer Proteinquelle und mit vielen, mit Getreide und ohne. Die Darreichungsform sagt über die Zutaten nichts aus. Was die einzelnen Werbeworte belegen und was nicht, ist in diesem Bereich für die entsprechende Warengruppe eigens ausgewertet worden, unter hypoallergenes Hundefutter und unter getreidefreies Hundefutter.

Und die Abgrenzung, die hier zwingend dazugehört: Eine Futtermittelallergie oder eine Unverträglichkeit ist eine Diagnose. Sie wird in einer Tierarztpraxis gestellt, nicht im Regal und nicht auf dieser Seite. Futtermittel für besondere Ernährungszwecke, umgangs­sprachlich Diätfuttermittel, sind ein eigener Rechtsbegriff mit eigenen Kennzeichnungspflichten nach Artikel 9 und Artikel 18; sie gehören in eine tierärztliche Entscheidung und nicht in eine Kaufberatung. Aus diesem Grund steht in diesem Bereich bewusst kein einziges davon.

Auch das Wort Bio führt in diesem Zusammenhang seltener weiter, als sein Ruf vermuten lässt. Heimtierfutter kann nach der EU-Ökoverordnung zertifiziert werden; mindestens 95 Prozent der Zutaten müssen dann nach den Kriterien des ökologischen Landbaus erzeugt und die Hersteller von Ökokontrollstellen überprüft worden sein. Über die Zusammensetzung im Sinne der Nährstoffversorgung sagt das nichts. Die Stiftung Warentest merkt an, Bio-Futter seien in ihren Tests in der Vergangenheit öfter durchgefallen.

„In beiden landen dieselben Schlachtabfälle“

Dieser Satz ist zweigeteilt, und beide Hälften verdienen eine eigene Antwort. Dass in beiden Formen dieselben Rohstoffe verarbeitet werden, ist im Kern richtig und kein Vorwurf. Dass es sich dabei um Abfälle handelt, ist es nicht. Die Stiftung Warentest hält zu dieser Frage fest, sie habe weder in den Trockenfutter-Tests noch in den Feuchtfutter-Tests im Labor Hinweise auf minderwertige Abfälle gefunden. Sie prüfe mikroskopisch auf Bestandteile wie Federn oder Horn, und bisher seien alle Erzeugnisse unauffällig gewesen.

Was rechtlich zulässig ist, lässt sich am Verordnungstext ablesen. Anhang III Kapitel 1 der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 führt die verbotenen Materialien auf, und gleich an erster Stelle stehen Kot, Urin sowie der durch Entleerung oder Entfernung abgetrennte Inhalt des Verdauungstraktes. Der weit verbreitete Satz, im Futter lande der Mageninhalt, trifft damit auf ein ausdrückliches Verbot. Zulässig sind dagegen Teile gesunder Tiere, die für die menschliche Ernährung nicht in Betracht kommen, etwa Zunge oder Euter, sowie vermahlene Knochen als Knochenmehl.

Inhaltlich ist das sogar ein Argument gegen die Gleichsetzung von Muskelfleisch mit Qualität. Die Stiftung Warentest formuliert es so, dass nicht die Fleischmenge oder die Tierart entscheidend sei, sondern die Zusammensetzung insgesamt; selbst edles Filet liefere nicht alle erforderlichen Nährstoffe, und diese steckten oft in Organen und Schlachtnebenprodukten. Leber liefere Vitamin A, Knochenmehl Calcium, Pansen Eiweiß. Wer also einen hohen Anteil reinen Muskelfleischs sucht, sucht nicht zwangsläufig das vollständigere Futter.

Der zweite Teil des Satzes zielt meist auf Getreide, und auch dazu gibt es eine klare Aussage. Die Stiftung Warentest hält fest, Hunde könnten die enthaltene Stärke im Gegensatz zum Wolf durchaus verdauen, und bezeichnet Getreide wegen seiner Ballaststoffe und Mineralstoffe als guten Energielieferanten. Sie ergänzt, gerade bei älteren Tieren oder bei Nierenproblemen entlaste es die Nieren, nicht alle Energie aus Proteinen zu beziehen. Das ist keine Ernährungsempfehlung für ein erkranktes Tier, sondern eine Einordnung des Rohstoffs.

Für die Wahl zwischen Dose und Sack folgt daraus wenig, und genau das ist der Befund: Die Rohstofffrage verläuft quer zur Frage nach der Darreichungsform. Ein Nassfutter kann getreidefrei sein und ein Trockenfutter ebenso; beide können Sammelkategorien führen oder die Tierart offenlegen. Was die Begriffe getreidefrei und Fleischanteil tatsächlich belegen, ist in diesem Bereich für die jeweilige Warengruppe eigens ausgezählt worden, etwa unter getreidefreies Hundefutter.

Zu den Schadstoffen schließlich fällt das Urteil ähnlich unaufgeregt aus. Die Stiftung Warentest gibt an, weder im jüngsten Trockenfutter-Test noch im Feuchtfutter-Test bedenkliche Schadstoffmengen nachgewiesen zu haben; in früheren Untersuchungen habe es vereinzelt Erzeugnisse mit vergleichsweise viel Cadmium oder mit hohen Acrylamidgehalten gegeben, das seien jedoch Ausnahmen gewesen. Eine der beiden Formen als systematisch belasteter darzustellen, gibt diese Befundlage nicht her.

Acht weitere Sätze, kurz gegen die Quelle gehalten

Die folgenden Sätze begegnen einem im Zusammenhang mit dieser Entscheidung regelmäßig, tragen aber keinen eigenen Abschnitt. Jeder steht hier mit dem, was die Unterlagen dazu hergeben, und mit der Fundstelle, an der es nachzulesen ist. Wo das Urteil offen bleibt, steht das ausdrücklich da.

Nassfutter enthält mehr Fleisch als Trockenfutter.

So, wie beide Zahlen dastehen, sind sie nicht vergleichbar.

Die Zusammensetzung wird nach Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe e in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben, und dieses Gewicht bezieht sich ausdrücklich auf den Feuchtegehalt im fertigen Mischfuttermittel. Bei einem Futter mit 80 Prozent Wasser ist jede Prozentangabe damit auf ein Erzeugnis bezogen, das zu vier Fünfteln aus Wasser besteht. Bei einem Trockenfutter bezieht sich dieselbe Angabe auf ein fast wasserfreies Erzeugnis. Zwei Zahlen mit demselben Wort davor messen hier zwei verschiedene Dinge.

Fundstelle: Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Artikel 17 Absatz 1 Buchstabe e

Der Kaloriengehalt steht doch auf jeder Packung.

Er muss nirgends stehen, und meistens steht er auch nicht da.

Anhang VII Kapitel II zählt für Alleinfuttermittel für Katzen, Hunde und Pelztiere genau vier analytische Bestandteile auf: Rohprotein, Rohfaser, Rohöle und -fette, Rohasche. Der Energiegehalt gehört nicht dazu. Nummer 3 desselben Kapitels regelt lediglich, nach welcher Methode er zu bestimmen ist, falls ein Anbieter ihn freiwillig angibt.

Fundstelle: Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Anhang VII Kapitel II Nummern 1 und 3

Calcium und Phosphor stehen auf jedem Sack.

Bei Alleinfutter für Hunde nicht.

Dieselbe Tabelle in Anhang VII Kapitel II führt Calcium, Natrium und Phosphor ausschließlich in der Zeile für Mineralergänzungsfuttermittel. Ein Alleinfuttermittel für Hunde muss keinen dieser drei Werte nennen, gleichgültig ob es trocken oder feucht ist. Wer sie sucht, sucht sie in beiden Warengruppen vergeblich.

Fundstelle: Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Anhang VII Kapitel II Nummer 1

Was auf der Packung steht, ist genau so drin.

Es gelten amtliche Toleranzen, und sie sind größer, als die meisten erwarten.

Anhang IV lässt bei Rohprotein zwischen 10 und unter 30 Prozent eine Abweichung von 10 Prozent des angegebenen Gehalts zu, bei Rohfaser und Rohfett ab 15 Prozent 2,2 Einheiten und bei Feuchte ab 15 Prozent 1,5 Einheiten. Diese Toleranzen gelten für Abweichungen, die den Wert des Futters mindern. Ein mit 80 Prozent Feuchte deklariertes Nassfutter darf danach bis zu 81,5 Prozent Wasser enthalten.

Fundstelle: Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Anhang IV Nummer 2 Buchstaben a bis c

Nassfutter und Feuchtfutter sind zwei verschiedene Warengruppen.

Beide Wörter meinen dasselbe, und keines von beiden ist rechtlich definiert.

Die Verordnung kennt weder Trockenfutter noch Nassfutter noch Feuchtfutter. Sie unterscheidet nach Artikel 15 Buchstabe a Einzelfuttermittel, Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel. Die Stiftung Warentest verwendet Feuchtfutter und Nassfutter in ein und demselben Ratgeber nebeneinander für dieselbe Warengruppe.

Fundstelle: Verordnung (EG) Nr. 767/2009, Artikel 3 und Artikel 15 Buchstabe a

Ein teures Futter ist ein besseres Futter.

Dafür findet sich in den zugänglichen Untersuchungen keine Stütze.

Die Stiftung Warentest fasst ihren Trockenfutter-Test vom 24.07.2025 mit dem Befund zusammen, dass gutes Futter günstig zu haben ist und sich Mehrausgaben für Sensitiv-Futter oft nicht lohnen. Zum Nassfutter-Test hält sie fest, dass eines der besten Produkte zugleich das günstigste war.

Fundstelle: Stiftung Warentest, Trockenfutter 24.07.2025 und Nassfutter

Im Futter stecken Lockstoffe, damit das Tier bei der Marke bleibt.

Dem widerspricht die einzige frei zugängliche Untersuchung dazu.

Die Stiftung Warentest hält im Ratgeberteil vom 28.01.2026 fest, Aromen oder Geschmacksverstärker seien weder üblich noch nötig, und führt die Bindung an eine Sorte auf die Prägung durch jenes Futter zurück, mit dem ein Hund aufgewachsen ist. Zutaten wie Sellerie oder Karotte nennt sie als Mittel, den Geruch zu verbessern.

Fundstelle: Stiftung Warentest, Ratgeberteil vom 28.01.2026

In Nassfutter steckt mehr Zucker als in Trockenfutter.

In den zugänglichen Messungen war der Gehalt in beiden Gruppen gering.

Die Stiftung Warentest gibt an, die Zuckergehalte seien in den Nassfuttern wie in den Trockenfuttern immer gering gewesen und hätten meist unterhalb der Bestimmungsgrenze von 2 Gramm je 100 Gramm gelegen. Das eine Produkt mit auffällig hohem Zuckergehalt, das sie nennt, stammt ausdrücklich aus einer dritten Gruppe.

Fundstelle: Stiftung Warentest, Ratgeberteil vom 28.01.2026

Vier Haushalte, vier verschiedene richtige Antworten

Weil die Gesundheitsfrage nach der Quellenlage zugunsten beider Formen ausgeht, entscheidet der Rest: Platz, Ration, Gewohnheit, Geldbeutel. Die folgenden vier Lagen sind nicht erfunden, sondern die, aus denen die Frage üblicherweise gestellt wird. Sie führen zu vier verschiedenen Antworten, und keine davon ist die beste.

Ein Hund von fünf Kilogramm, ein Haushalt ohne Keller

Welches Gebinde und welche Darreichungsform?

Bei einer Ration um 60 bis 80 Gramm Trockenfutter am Tag ist jeder Sack über drei Kilogramm nach der Sechs-Wochen-Regel zu groß. Nassfutter in kleinen Schalen löst das Vorratsproblem, verlagert es aber in den Kühlschrank: Angebrochenes gehört dorthin und wird vor der nächsten Mahlzeit wieder auf Zimmertemperatur gebracht. Wer weder Vorratsplatz noch Kühlschrankplatz hat, kauft kleine Gebinde und zahlt dafür den höheren Preis je Kilogramm.

Zwei Hunde über dreißig Kilogramm, Fütterung zweimal täglich

Wo liegt der Unterschied in der Handhabung?

Bei zusammen rund 800 Gramm Trockenfutter am Tag geht selbst ein Fünfzehn-Kilogramm-Sack in gut zweieinhalb Wochen auf. Hier trägt das große Gebinde. Dieselbe Energiemenge als Nassfutter bedeutet nach der Rechnung weiter unten das Drei- bis Vierfache an Gewicht, das transportiert, gelagert und entsorgt werden muss. Das ist kein Ernährungsargument, sondern ein logistisches.

Ein Hund, der bekanntermaßen wenig trinkt

Löst Nassfutter das?

Die Rechnung weiter unten zeigt, dass Nassfutter je 1.000 Kilokalorien rund 0,8 Liter mehr Wasser mitbringt als Trockenfutter. Das ist eine Mengenangabe und keine Empfehlung. Ob ein Hund zu wenig trinkt, ob das an der Fütterung liegt und was daraus folgt, ist eine Frage an eine Tierarztpraxis. Trinkwasser muss nach den FEDIAF-Leitlinien ohnehin jederzeit zur Verfügung stehen, unabhängig von der Futterform.

Ein Haushalt, der beides füttern möchte

Trocken morgens, feucht abends: geht das?

Rechnerisch ja, solange beide Anteile zusammen die Tagesration ergeben und beide Produkte als Alleinfuttermittel deklariert sind. Der Rechenweg dafür steht im Abschnitt zur Mischfütterung. Eine Quelle, die von der Kombination abrät, ist in den für diese Seite ausgewerteten Unterlagen nicht zu finden; eine, die sie ausdrücklich empfiehlt, allerdings auch nicht.

Was in allen vier Lagen gleich bleibt, ist die Reihenfolge der Prüfung. Zuerst die Futtermittelart, dann die Energiedichte, dann der Preis je 1.000 Kilokalorien, dann das Gebinde. Erst danach kommen Geschmacksrichtung, Marke und die Frage, was der Hund bisher bekommen hat. Diese Reihenfolge ist deshalb wichtig, weil die letzten drei Punkte im Angebot am auffälligsten dargestellt werden und die ersten vier am unauffälligsten.

Die eine Angabe, bei der die Entscheidung kippt

Wenn diese Seite auf eine einzige Zahl zugespitzt werden müsste, wäre es die Energiedichte in Kilokalorien je 100 Gramm. Sie entscheidet, wie viel Gramm in den Napf gehören, was ein Tag Fütterung kostet, wie schnell eine Packung leer ist und ob ein Gebinde zur Sechs-Wochen-Regel passt. Steht sie im Angebot, lässt sich alles andere ausrechnen. Fehlt sie, ist jeder Preisvergleich zwischen Dose und Sack ein Ratespiel.

Genau diese Zahl ist keine Pflichtangabe. Sie steht nicht in der abschließenden Liste des Anhangs VII Kapitel II, und in den Auszählungen dieses Bereichs nannten sie je nach Warengruppe null bis einer von fünf Anbietern. Das ist der eigentliche Missstand des Feldes: Die gesetzlich vorgeschriebenen Werte sind die, mit denen man am wenigsten anfangen kann, und der Wert, der die Kaufentscheidung trägt, ist freiwillig.

Daraus folgt eine Empfehlung, die sich ohne Produktkenntnis aussprechen lässt: Ein Angebot, das die Energiedichte nennt, ist für den Vergleich brauchbar; eines, das sie verschweigt, zwingt zur Schätzung. Das ist kein Qualitätsurteil über das Futter, aber es ist ein handfester Unterschied in dem, was ein Käufer vor dem Kauf wissen kann. Wer die Angabe nicht findet, kann sie nach Artikel 19 beim Kennzeichnungsverantwortlichen erfragen, denn für Heimtierfutter ist ein kostenfreier Rückfrageweg vorgeschrieben.

Der Rückfrageweg nach Artikel 19 ist dabei enger, als viele annehmen. Er verpflichtet den Kennzeichnungsverantwortlichen, unter einer Telefonnummer oder einem anderen geeigneten Kommunikationsmittel für Anfragen erreichbar zu sein, und er gilt ausdrücklich für Heimtierfutter. Was er nicht begründet, ist ein Anspruch auf die genauen Mengenanteile der Zutaten. Diese Auskunftspflicht beschränkt Artikel 17 Absatz 2 Buchstabe b dem Wortlaut nach auf Futter für der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere. Man darf also fragen, und man bekommt nicht zwingend eine Zahl.

Gegenprobe: Gibt es einen Fall, in dem die Energiedichte nicht kippt, sondern etwas anderes? Ja, und zwar genau einen. Wenn der Hund eine der beiden Formen nicht annimmt, sind alle Rechnungen hinfällig. Ein Futter, das im Napf liegen bleibt, hat keine Energiedichte, die zählt. Dieser Fall lässt sich vorher nicht berechnen, und er ist der einzige gute Grund, eine kleine Packung zu kaufen, obwohl die große rechnerisch günstiger wäre.

Woran Sie vor dem Kauf merken, dass eine Packung ausscheidet

Es gibt vier Merkmale, die sich im Angebot prüfen lassen und die eine Packung für einen bestimmten Haushalt ausschließen, bevor irgendetwas über ihren Inhalt gesagt ist. Das erste ist die Futtermittelart: Steht dort Ergänzungsfuttermittel, ist das Erzeugnis nicht dafür gebaut, allein gefüttert zu werden, und scheidet als Hauptmahlzeit aus. Das zweite ist die Tierkategorie, denn ein Futter für Welpen ist etwas anderes als eines für ausgewachsene Hunde.

Das dritte ist die Gebindegröße im Verhältnis zur Tagesration. Nach der Tabelle weiter oben scheidet für einen Hund mit 60 Gramm Tagesration jeder Sack über 2,5 Kilogramm aus, unabhängig davon, wie günstig das Kilogramm dort ist. Das vierte ist die Portionsgröße bei Nassfutter: Wer keinen Kühlschrankplatz für angebrochene Dosen hat, scheidet große Gebinde aus und zahlt den Aufpreis für kleine.

Was sich auf diesem Weg ausdrücklich nicht ausschließen lässt, ist die Eignung für ein bestimmtes Tier. Ob ein Hund ein Futter verträgt, ob er es annimmt und ob es zu seinem Bedarf passt, zeigt sich erst in der Anwendung und gehört bei jedem Zweifel in eine Tierarztpraxis. Wie ein Wechsel praktisch abläuft, was dabei neu gerechnet werden muss und woran man merkt, dass er nicht funktioniert, steht unter Futterumstellung beim Hund.

Was sich aus den Packungsangaben nicht klären lässt

Eine ehrliche Bilanz dieser Seite muss aufzählen, was offen bleibt. Erstens die Verdaulichkeit: Zwei Futter mit identischen analytischen Bestandteilen können sich darin erheblich unterscheiden, und keine Pflichtangabe erfasst sie. Die FEDIAF-Leitlinien setzen für ihre Empfehlungen eine Proteinverdaulichkeit von mindestens 80 Prozent voraus und verlangen, die Werte anzuheben, falls sie nicht gewährleistet ist. Ob eine konkrete Packung diese Voraussetzung erfüllt, steht nirgends.

Zweitens die Tierart hinter den Sammelbezeichnungen. Artikel 17 Absatz 2 Buchstabe c lässt bei Heimtierfutter die Kategoriebezeichnung anstelle der einzelnen Zutat zu, und Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse ist eine solche Kategorie. Drittens die Mengen: Eine Auskunftspflicht über die genauen Anteile besteht für Hundefutter nicht, weil Artikel 17 Absatz 2 Buchstabe b sie dem Wortlaut nach auf Futter für der Lebensmittelgewinnung dienende Tiere beschränkt.

Viertens und für diese Seite am wichtigsten: der Feuchtegehalt des Trockenfutters. Er ist die einzige Zahl, die für den Vergleich zwischen den beiden Formen fehlt, und sie fehlt systematisch, nicht zufällig. Die hier vorgeschlagene Lösung, mit 9 Prozent zu rechnen und mit 14 Prozent gegenzurechnen, ist eine Behelfskonstruktion. Sie ist gut genug für eine Kaufentscheidung und nicht gut genug für eine Nährstoffberechnung.

Fünftens bleibt offen, was die Zahlen über die Zeit tun. Alle Angaben auf einer Packung beziehen sich auf den Zustand bei der Herstellung. Wie sich Fettqualität und Vitamingehalt über die Haltbarkeitsdauer und nach dem Öffnen entwickeln, geht aus keiner Pflichtangabe hervor; die Empfehlung, einen Sack binnen sechs Wochen aufzubrauchen, ist die einzige zugängliche Aussage dazu und stammt nicht vom Gesetzgeber, sondern von einer Verbraucherorganisation.

Eine Dose gegen einen Sack in fünf Schritten

Zum Mitnehmen, in der Reihenfolge, in der die Angaben im Angebot auftauchen. Der ganze Vorgang dauert mit einem Taschenrechner wenige Minuten und ersetzt jede Faustregel über teuer und günstig.

  • Erstens die Futtermittelart lesen. Nur Alleinfuttermittel sind untereinander vergleichbar. Steht dort Ergänzungsfuttermittel, endet der Vergleich hier, weil das Erzeugnis nicht für die alleinige Fütterung bestimmt ist.
  • Zweitens die Energiedichte suchen. Sie steht als Kilokalorien je 100 Gramm oder je Kilogramm, manchmal auf der Herstellerseite statt im Angebot. Fehlt sie bei beiden Kandidaten, ist ein sauberer Preisvergleich nicht möglich.
  • Drittens den Preis je 1.000 Kilokalorien bilden. Packungspreis geteilt durch Packungsgramm, mal 100, geteilt durch die Energiedichte je 100 Gramm, mal 1.000. Diese Zahl ist zwischen Dose und Sack vergleichbar, der Kilopreis ist es nicht.
  • Viertens die Nährwerte auf Trockenmasse umrechnen. Deklarierter Wert geteilt durch die Trockenmasse in Prozent, mal 100. Bei der Dose steht die Feuchte auf der Packung, beim Sack rechnet man mit 9 Prozent und prüft mit 14 Prozent gegen.
  • Fünftens das Gebinde gegen die Ration halten. Tagesration mal 42 ergibt die größte Packung, die innerhalb der empfohlenen sechs Wochen aufgebraucht wird. Bei Nassfutter tritt an diese Stelle die Frage, wie oft eine angebrochene Dose in den Kühlschrank muss.

Wer diese fünf Schritte einmal an der eigenen Packung durchgeführt hat, wird feststellen, dass die Frage trocken oder nass am Ende selten an der Ernährung hängt und fast immer an Platz, Preis und Handhabung. Genau das ist das Ergebnis, zu dem auch die Stiftung Warentest kommt, wenn sie beide Formen als gleichwertig bezeichnet, sofern sie als Alleinfutter verkauft werden.

Die Frage, die diese Seite offenlassen muss

Am Ende bleibt eine Frage stehen, die sich mit Packungsangaben nicht beantworten lässt: Warum muss ein Anbieter vier Werte nennen, die für die Kaufentscheidung fast nichts hergeben, und darf den einen verschweigen, der sie tragen würde? Die vier analytischen Bestandteile stammen aus einer Systematik, die ursprünglich für Nutztierfutter gebaut wurde, wo Rohprotein und Rohfaser tatsächlich die Rechengrößen sind. Für einen Hund im Haushalt sind es Energiedichte, Calcium und Phosphor, und keiner der drei steht auf der Packung.

Was unsere Einschätzung ändern würde: eine Deklarationspflicht für die Energiedichte, wie sie für Lebensmittel längst selbstverständlich ist. Sie würde die Rechnung aus diesem Text überflüssig machen und den Preisvergleich zwischen Dose und Sack in eine Zeile verwandeln. Solange es sie nicht gibt, bleibt der Umweg über die Trockenmasse und über die 1.000 Kilokalorien der einzige Weg, zwei Packungen ehrlich nebeneinanderzustellen.

Clara Busch

Verantwortlich für diesen Beitrag

Clara Busch

Fachredakteurin Familie & Haustiere

Familien-Praxis mit zwei Kindern, Fokus Sicherheit & Kindertauglichkeit

Fachfokus: Familie · Kinder & Haustiere · GPS-Tracker · Kindersicherheit · Pet-Tech

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Aktualisierung und Quellenanzeigen
Veröffentlicht
13.09.2026
Zuletzt aktualisiert
13.09.2026
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Was zuletzt geändert wurde

  • 13.09.2026: Ersterstellung. Zwanzig verbreitete Aussagen über Trocken- und Nassfutter wurden einzeln gegen den amtlichen Wortlaut der Verordnung (EG) Nr. 767/2009 gehalten, abgerufen am 13.09.2026: Artikel 3, 5, 15, 17 und 19 sowie die Anhänge I Nummer 6, II, III Kapitel 1, IV und VII Kapitel II.
  • 13.09.2026: Anhang I Nummer 6 als tragende Fundstelle aufgenommen. Der Feuchtegehalt ist erst über 14 Prozent anzugeben. Daraus folgt die Asymmetrie, auf der die ganze Seite beruht: Die feuchte Warengruppe legt ihren Wassergehalt offen, die trockene nicht.
  • 13.09.2026: Die Begriffsbestimmungen für trockenes und feuchtes Heimtierfutter aus dem Glossar der FEDIAF-Ernährungsleitlinien in der Ausgabe September 2025 aufgenommen und ausdrücklich als seit Langem gebräuchliche Branchendefinition gekennzeichnet, nicht als Rechtsnorm. Der Bereich zwischen den beiden Schwellen trägt keine Bezeichnung.
4 ältere Änderungen anzeigen
  • 13.09.2026: Die Umrechnung auf Trockenmasse als eigene Herleitung mit offengelegten Annahmen aufgenommen, dazu eine Gegenrechnung mit dem höchsten Feuchtewert, den ein Erzeugnis ohne Angabepflicht tragen kann. Die daraus folgende Unsicherheit ist kleiner als die amtliche Toleranz auf den deklarierten Proteinwert selbst.
  • 13.09.2026: Die Frage der Zahnpflege an den Unterlagen des Veterinary Oral Health Council geprüft. Die Stelle prüft nach eigener Angabe nicht selbst, sondern sichtet eingereichte Daten aus Versuchen nach ihren Vorgaben. In den Vorgaben ist die Vergleichsgruppe mehrfach als trocken gefütterte Kontrollgruppe beschrieben; verlangt werden mindestens 15 Prozent Minderung je Versuch und im Mittel 20 Prozent über zwei Versuche.
  • 13.09.2026: Zwei verbreitete Aussagen blieben ohne Beleg und stehen als unbelegt im Text, statt in eine Richtung gedreht zu werden: die Warnung vor der Kombination beider Fütterungsformen und die längere Sättigung durch feuchtes Futter. In den ausgewerteten Unterlagen findet sich weder eine Stütze noch ein Widerspruch.
  • 13.09.2026: Für die Lagerung die Sechs-Wochen-Empfehlung der Stiftung Warentest übernommen und in eine Tabelle übersetzt, die aus der Tagesration die größte sinnvolle Gebindegröße ableitet.

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