Schongarer oder Schnellkochtopf?
Wer tagsüber aus dem Haus ist und abends essen will, nimmt den Schongarer. Wer nach der Arbeit in einer Stunde essen will, getrocknete Bohnen kocht oder beim Kochen in der Küche steht, nimmt den Schnellkochtopf. Wer beides selten braucht, kommt mit Topf und Backofen aus.
Was ist besser, Schnellkochtopf oder Slow Cooker? Die Frage, oft auch als Schongarer vs. Schnellkochtopf gestellt, hat keine allgemeine Antwort, weil der Unterschied zwischen Slow Cooker und Schnellkochtopf im Verfahren liegt, nicht in der Qualität. Hinter der Antwort oben stehen zwei Verfahren, die fast spiegelbildlich arbeiten. Der Schongarer heizt einen Keramik- oder Metalltopf unter einem losen Deckel langsam auf und hält ihn stundenlang unterhalb des Siedens oder knapp daran; die US-Lebensmittelbehörde FSIS nennt für Slow Cooker einen Arbeitsbereich von 170 bis 280 °F, umgerechnet 77 bis 138 °C. Der Schnellkochtopf verriegelt den Deckel, baut Überdruck auf und gart dadurch über 100 °C, nach der Anleitung des WMF Perfect bei ca. 110 °C auf dem ersten und ca. 119 °C auf dem zweiten Kochring.
Daraus folgen die Unterschiede, die im Alltag zählen. Ein Rindergulasch braucht im Schnellkochtopf nach der WMF-Garzeitentabelle 15 bis 20 Minuten, im Schongarer nach dem Rezeptheft des Crockpot SCCPBPP605 acht bis zehn Stunden auf niedriger Stufe. Den Schongarer darf man nach der FSIS allein lassen, den Schnellkochtopf nach WMF niemals. Und bei getrockneten Bohnen ist der Schnellkochtopf das Verfahren, das die Temperatur erreicht, die das Bundesinstitut für Risikobewertung verlangt.
Diese Seite geht die Entscheidung als Weg mit vier Gabelungen: ob Sie beim Kochen dabei sind, was in den Topf kommt, wie viel Sie auf einmal kochen und was schon in Ihrer Küche steht. Am Ende steht, was es kostet, gar nichts zu kaufen, und wann das die bessere Wahl ist. Welche Schongarer in Frage kommen, vergleichen die Seiten zu kleinen Slow Cookern und zu großen Slow Cookern; einen Schnellkochtopf haben wir nicht verglichen.
Vier Verfahren, sechs Merkmale: die Übersicht vorab
Die Tabelle stellt die beiden Verfahren aus der Frage nebeneinander und dazu zwei, die oft als Ausweg genannt werden: den elektrischen Multikocher, der Druckgaren und Schongaren in einem Gerät verbindet, und den Bräter im Backofen. Jede Zelle stammt aus einer Herstelleranleitung oder einer Behördenquelle; wo keine Quelle etwas sagt, steht das so in der Tabelle.
| Verfahren | Temperatur | Zeit für ein Schmorgericht | Aufsicht | Füllung | Getrocknete Hülsenfrüchte | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schongarer (Slow Cooker) | Arbeitsbereich 77 bis 138 °C laut FSIS; niedrige Stufe nach der Rosenstein-Tabelle nach sechs Stunden 95 °C | Rindfleischtopf 8 bis 10 Stunden auf niedriger Stufe (Crockpot) | nicht nötig; laut FSIS sicher, während man arbeitet | mindestens halb, höchstens drei Viertel voll (Crockpot) | Trockenbohnen vorher mindestens 10 Minuten kochen (Russell Hobbs) | FSIS, Anleitungen Crockpot, Russell Hobbs, Rosenstein & Söhne |
| Schnellkochtopf auf dem Herd | ca. 110 °C (1. Ring) oder ca. 119 °C (2. Ring) | Rindergulasch 15 bis 20 Minuten ab sichtbarem Kochring | „niemals ohne Aufsicht“; Herdstufe nachregeln | höchstens zwei Drittel, bei Hülsenfrüchten die Hälfte; mindestens ¼ l Flüssigkeit | eingeweicht 10 bis 15 Minuten beim 2. Ring | Anleitung WMF Perfect |
| Elektrischer Multikocher mit Druck | keine Temperatur genannt; Druck 45 bis 70 kPa (hoch) oder 23 bis 45 kPa (niedrig) | Programm Fleisch/Eintopf 35 Minuten, dazu etwa 13 bis 14 Minuten Vorheizen | in der Anleitung nicht geregelt; Zeitvorwahl vorhanden | höchstens zwei Drittel; mindestens 240 ml Flüssigkeit | Programm Bohnen/Chili, Voreinstellung 20 Minuten | Anleitung Crockpot Express CSC051X |
| Bräter im Backofen | beim Braten von Fleisch nicht unter 325 °F (rund 163 °C) laut FSIS | Ofenrezept mit 60 bis 180 Minuten entspricht 8 bis 12 Stunden niedrig im Schongarer (Russell Hobbs) | keine Vorgabe in den Quellen | keine Vorgabe in den Quellen | keine Vorgabe in den Quellen | FSIS, Anleitung Russell Hobbs 28270-56 |
Drei Spalten entscheiden die meisten Fälle. Die Zeit trennt die Verfahren um den Faktor zwanzig und mehr: Minuten gegen Stunden. Die Aufsicht trennt sie grundsätzlich, denn der Schongarer ist dafür gebaut, allein zu arbeiten, der Schnellkochtopf auf dem Herd nicht. Und die Spalte zu den Hülsenfrüchten zeigt, wo der Schongarer an eine Grenze kommt, die nicht der Hersteller, sondern die Lebensmittelsicherheit zieht.
Die Füllung wirkt auf den ersten Blick wie ein Detail, ist aber für kleine Haushalte oft der Ausschlag. Ein Schongarer will mindestens halb voll sein, ein Schnellkochtopf höchstens zwei Drittel. Wer allein lebt und einen großen Schongarer kauft, muss für mehrere Tage kochen; wer einen großen Schnellkochtopf hat, kann auch kleine Mengen garen, solange der Viertelliter Flüssigkeit drin ist.
Unter 100 Grad oder 119 Grad: was unter dem Deckel passiert
Der Schnellkochtopf ist ein Druckbehälter. WMF beschreibt das Prinzip in einem Satz: Im Schnelltopf garen die Speisen unter Druck, also mit Temperaturen über 100 °C, und dadurch verkürzen sich die Garzeiten um bis zu 70 Prozent. Der erste Kochring steht für ca. 110 °C bei 45 Kilopascal Betriebsdruck und ist für empfindliche Speisen wie Fisch oder Kompott gedacht, der zweite für ca. 119 °C bei 95 Kilopascal und für alles andere. Die Garzeit beginnt laut Anleitung erst, wenn der gewünschte Ring ganz sichtbar ist.
Der Schongarer arbeitet ohne Druck und unter einem Deckel, der nicht verriegelt. Wie heiß er wird, schreiben die meisten Hersteller nicht; die einzige Temperaturtabelle in den Anleitungen unseres Clusters stammt von Rosenstein & Söhne. Danach erreicht der Inhalt auf niedriger Stufe nach zwei Stunden 63 °C, nach vier 86 °C und nach sechs 95 °C, auf hoher Stufe nach vier Stunden 100 °C. Rosenstein nennt die Werte ausdrücklich nur eine grobe Orientierung.
Der Unterschied liegt also weniger in der Endtemperatur als im Weg dorthin. Ein Schmorgericht im Schongarer verbringt Stunden im Bereich zwischen 60 und 95 °C, eines im Schnellkochtopf ist nach wenigen Minuten Ankochen bei 119 °C. Für zähes Fleisch mit viel Bindegewebe sind beide Wege gedacht; für alles, was eine Mindesttemperatur braucht, ist der zweite der sicherere. Das BfR schreibt in seinen Verbrauchertipps, Keime könnten sich zwischen 10 und 60 °C vermehren, und verlangt beim Erhitzen mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen. Der Schongarer durchläuft den Bereich bis 60 °C nach der Rosenstein-Tabelle auf niedriger Stufe in den ersten zwei Stunden, der Schnellkochtopf in der Ankochphase.
Der elektrische Multikocher mit Druck liegt dazwischen. Crockpot nennt für den Express in der englischen Fassung der Anleitung 45 bis 70 Kilopascal auf hoher und 23 bis 45 Kilopascal auf niedriger Druckstufe, aber keine Temperatur. Legt man die WMF-Angaben daneben, liegt die hohe Stufe des Express zwischen den beiden Kochringen des Herdtopfs; ausrechnen lässt sich die Temperatur daraus nicht, weil Crockpot nur eine Spanne nennt. Wie die Stufen eines Schongarers gemessen werden und was die Anleitungen dazu sagen, steht auf unserer Seite zur Temperatur im Slow Cooker.
Erste Gabelung: Stehen Sie beim Kochen in der Küche?
Die erste Frage trennt die beiden Verfahren am schärfsten. WMF schreibt in den Sicherheitshinweisen: Sie sollten den Schnelltopf niemals ohne Aufsicht lassen. Der Grund steht im selben Absatz. Wer die Energiezufuhr nicht verringert, wenn der Kochring erreicht ist, lässt Dampf über das Ventil entweichen; die Garzeiten verändern sich, und der Flüssigkeitsverlust kann zu Funktionsstörungen führen. Fehlt die Flüssigkeit ganz, warnt WMF vor angebranntem Kochgut, geschmolzenen Kunststoffteilen und einem beschädigten Topfboden.
Beim Schongarer sagt die FSIS das Gegenteil. Es sei sicher, den Slow Cooker die ganze Zeit auf niedriger Stufe laufen zu lassen, auch wenn man zur Arbeit gehe; solange das Gerät arbeite, bleibe das Essen sicher. Die Behörde knüpft das an Bedingungen: aufgetaute, bis zur Zubereitung gekühlte Zutaten, ein geschlossener Deckel und ein Topf, der nach den Regeln des Herstellers gefüllt ist. Den Sonderfall Stromausfall behandelt sie gesondert.
Dieser Sonderfall ist der Preis der Abwesenheit. Fällt der Strom aus, während niemand da ist, soll das Essen nach der FSIS in den Müll, selbst wenn es fertig aussieht. Wer zu Hause ist, gart auf anderem Weg zu Ende. Ein Schnellkochtopf hat dieses Problem nicht in derselben Form, weil jemand danebensteht und den Ausfall bemerkt; den Schongarer wählt man gerade, damit niemand danebensteht.
Die Wege als Liste
- Wann und wie soll das Essen fertig werden?
- Abends, nachdem es tagsüber allein gegart hat → Schongarer: 8 bis 10 Stunden niedrig, ohne Aufsicht (FSIS)
- In unter einer Stunde, Sie stehen dabei → Schnellkochtopf: Rindergulasch 15 bis 20 Minuten (WMF)
- Getrocknete Bohnen kommen in den Topf → Schnellkochtopf oder Bohnen vorkochen (BfR, Russell Hobbs)
- Selten, Backofen und Bräter sind da → Nichts kaufen: Ofenrezept mit 60 bis 180 Minuten
Zwischen den beiden Polen liegt eine Gruppe, die oft übersehen wird: Haushalte, in denen tagsüber jemand zu Hause ist, aber nicht am Herd stehen will. Für sie entscheidet nicht die Abwesenheit, sondern die Aufmerksamkeit. Ein Schnellkochtopf auf dem Herd verlangt, dass jemand nach dem Ankochen die Hitze zurückdreht und den Ring im Blick behält, bis die Garzeit um ist, also 15 bis 45 Minuten bei einem Schmorgericht. Ein Schongarer verlangt nur, dass er am Morgen gefüllt wird.
Der elektrische Multikocher mit Druck nimmt dem Herdtopf das Nachregeln ab, weil er Druck und Zeit selbst steuert. Ob man ihn deshalb unbeaufsichtigt lassen darf, regelt die Anleitung des Crockpot Express nicht ausdrücklich; sie bietet eine Zeitvorwahl, warnt aber davor, den Deckel unter Druck mit Gewalt zu öffnen, und verlangt, das Dampfventil vor jedem Gebrauch zu prüfen. Wer die Frage für sich mit Nein beantwortet, weil niemand in der Küche ist, landet nach den Quellen beim Schongarer.
Acht Stunden oder zwanzig Minuten: die Garzeiten nebeneinander
Die Garzeiten aus den Anleitungen zeigen, wie weit die Verfahren auseinanderliegen; die vollständige Tabelle mit den Garzeiten des Schnellkochtopfs steht bei WMF am Ende der Anleitung. Die Grafik nimmt jeweils die obere Angabe für ein Schmorgericht aus Rindfleisch, so wie sie in den Unterlagen steht; Vorheizen, Ankochen und Druckablassen sind nicht eingerechnet.
Die Werte als Liste
- Schnellkochtopf WMF Perfect, Rindergulasch, 2. Ring: 15–20 Minuten
- Crockpot Express, Programm Fleisch/Eintopf (Voreinstellung): 35 Minuten
- Crockpot Express, Schongaren hoch: 120–240 Minuten
- Crockpot SCCPBPP605, Rindfleischtopf niedrig: 480–600 Minuten
- Russell Hobbs, Ofenrezept 60–180 min umgerechnet auf niedrig: 480–720 Minuten
Was die Grafik nicht zeigt, gehört zur ehrlichen Rechnung dazu. Beim Crockpot Express kommen nach der Anleitung bei den Druckprogrammen etwa 13 bis 14 Minuten Vorheizen hinzu, bei vollem Topf oder kaltem Inhalt mehr; danach baut sich der Druck entweder von selbst ab, oder man lässt ihn über das Ventil ab, was Crockpot bei Eintöpfen, Suppen und Brühen in der deutschen Fassung ausdrücklich untersagt. Aus 35 Minuten Programmzeit wird so leicht eine Stunde. Crockpot selbst wirbt auf der Produktseite mit zartem Pulled Pork in 75 Minuten.
Beim Herdtopf von WMF ist es ähnlich. Die Garzeit beginnt erst, wenn der Kochring sichtbar ist; davor liegt das Ankochen auf höchster Stufe, dessen Dauer WMF nicht beziffert, weil sie von Menge, Herd und Ausgangstemperatur abhängt. Danach muss der Topf drucklos werden, bevor er sich öffnen lässt. Bei schäumenden und quellenden Speisen wie Hülsenfrüchten, Fleischbrühe oder Getreide soll man ihn dafür abkühlen lassen und nicht über den Kochschieber oder unter fließendem Wasser abdampfen.
Selbst mit diesen Zuschlägen bleibt der Abstand groß. Ein Schmorgericht aus dem Schnellkochtopf ist nach einer knappen Stunde auf dem Tisch, eines aus dem Schongarer nach einem Arbeitstag. Für die Entscheidung heißt das nicht, dass der Schnellkochtopf besser ist, sondern dass beide verschiedene Tagesabläufe bedienen: der eine den Abend, an dem man spontan kocht, der andere den Morgen, an dem man vorausplant.
Zweite Gabelung: Was kommt in den Topf?
Die zweite Frage ist die nach dem Gericht, und mit ihr die Suchfrage, was man alles im Slow Cooker kochen kann. Für Schmorfleisch, Gulasch, Rouladen und Eintöpfe sind beide Verfahren gemacht; die Garzeitentabelle von WMF beginnt mit genau diesen Gerichten, und Crockpot empfiehlt die niedrige Schongarstufe in der englischen Fassung der Express-Anleitung für weniger zarte Fleischstücke, Schmorgerichte, Suppen und Eintöpfe. Wer vor allem das kocht, kann die Entscheidung nach der ersten Gabelung treffen.
Anders sieht es bei Gerichten mit kurzer Garzeit aus. WMF nennt für zartes Gemüse wie Blumenkohl, Paprika oder Karotten drei bis acht Minuten auf dem ersten Ring, für Kohl, Rote Bete und Kartoffeln mehr auf dem zweiten, für Salzkartoffeln sechs bis acht, für Fischfilets zwei bis drei und für Langkornreis sechs bis acht. Der Schnellkochtopf deckt damit auch den Alltag ab, in dem es nicht um Schmorgerichte geht. Beim Schongarer ist es umgekehrt: Die Garzeittabellen der Hersteller beginnen bei mehreren Stunden, und die Umrechnung von Russell Hobbs setzt selbst für ein Ofenrezept von 15 bis 30 Minuten vier bis sechs Stunden auf niedriger Stufe an.
Ein Detail aus den Anleitungen erklärt, warum Gemüse im Schongarer anders behandelt wird als Fleisch. Crockpot schreibt in der Anleitung zum SCCPBPP605, Gemüse gare im Slow Cooker gewöhnlich langsamer als Fleisch; es gehöre vor dem Fleisch in den Topf, an die Seiten oder auf den Boden. Tower rät ebenfalls, Gemüse klein zu schneiden und unten in den Topf zu legen, und in der englischen Fassung der Express-Anleitung empfiehlt Crockpot, alles Gemüse auf eine ähnlich kleine Größe zu schneiden.
Für die Gabelung heißt das: Wer fast nur Schmorgerichte kocht, ist bei beiden Verfahren richtig und entscheidet nach der Zeit. Wer gemischt kocht, mit Beilagen, Gemüse und Fisch, bekommt mit dem Schnellkochtopf ein Gerät für viele Gerichte; der Schongarer bleibt ein Gerät für eine Gattung. Die eine Ausnahme, bei der das Gericht allein entscheidet, sind getrocknete Hülsenfrüchte.
Bohnen aus dem Trockenvorrat: wo der Schongarer nicht reicht
Rohe Bohnen enthalten Phasin, ein Eiweiß, das nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung schon in kleinen Mengen gesundheitsschädlich sein kann und erst durch hohe Temperaturen zerstört wird. Das BfR schreibt in seiner Presseinformation von 2021 ausdrücklich: Schonende Garmethoden wie sanftes Dünsten oder Dämpfen eignen sich nicht für Bohnen. Die Beschwerden beginnen nach dem BfR meist zwei bis drei Stunden nach dem Essen, Kinder sind wegen ihres geringen Körpergewichts besonders gefährdet.
Der Schongarer ist ein schonendes Garverfahren, schon dem Namen nach. Die Hersteller ziehen daraus die Konsequenz, die das BfR nahelegt: Russell Hobbs schreibt in der Anleitung zum Good to Go, Trockenbohnen wie rote Kidneybohnen oder Cannellini-Bohnen sollten mindestens acht Stunden eingeweicht und mindestens zehn Minuten gekocht werden, bevor sie in den Schongarer kommen; roh oder halbgar seien sie giftig. Die Bohnen brauchen also einen Topf auf dem Herd, bevor der Schongarer anfängt.
Der Schnellkochtopf erledigt beides in einem Schritt. WMF nennt für eingeweichte Erbsen, Bohnen und Linsen zehn bis fünfzehn Minuten auf dem zweiten Ring, also bei ca. 119 °C, für dicke Bohnen zehn Minuten mehr. Einweichen ist nach WMF nicht mehr unbedingt nötig, die Garzeit verlängert sich dann um etwa die Hälfte. Dazu kommen Regeln für die Menge: mindestens ein Viertelliter Flüssigkeit, auf einen Teil Hülsenfrüchte mindestens zwei Teile Flüssigkeit, und der Topf darf nur zur Hälfte gefüllt werden, weil Hülsenfrüchte schäumen und quellen.
Auffällig ist, wie unterschiedlich die Unterlagen dieselbe Frage behandeln. In der englischen Fassung der Crockpot-Express-Anleitung steht in der Übersicht zum Schongaren, die niedrige Stufe sei gut geeignet für getrocknete Bohnen; in der deutschen Fassung derselben Anleitung fehlt diese Übersicht, und die Bohnen kommen dort nicht vor. Auch ein Ratgeberportal, das am Prüftag bei der Suche nach Schongarer oder Schnellkochtopf weit oben stand, nennt Hülsenfrüchte als gut geeignet für den Slow Cooker, ohne das Vorkochen zu erwähnen.
Für die Entscheidung ist das die klarste Gabelung der Seite. Wer regelmäßig Bohnen, Kichererbsen oder Linsen aus dem Trockenvorrat kocht, braucht einen Topf, der sie richtig erhitzt, und das ist nach den Quellen der Schnellkochtopf oder der normale Topf auf dem Herd. Der Schongarer kann danach weiterschmoren, aber er ersetzt den ersten Schritt nicht. Was die Behörden zu Temperaturen im Schongarer sonst noch sagen, haben wir auf der Seite zur Temperatur im Slow Cooker gesammelt, auch die Frage, wie lange Bohnen vorgekocht werden müssen.
Gefroren hinein, warm heraus: Anfang und Ende des Garens
Die beiden Verfahren gehen mit gefrorenen Zutaten gegensätzlich um. WMF schreibt, Tiefkühlkost könne direkt aus dem Gefriergerät in den Schnellkochtopf gegeben werden; nur Fleisch, das angebraten werden soll, solle etwas antauen. Die Ankochzeiten verlängern sich, die Garzeiten bleiben gleich. Für den Schongarer verlangt die FSIS das Gegenteil: Fleisch und Geflügel immer vorher auftauen, damit das Gericht nicht zu lange im Temperaturbereich bleibt, in dem sich Keime vermehren.
Ganz einig sind sich die Unterlagen dabei nicht. Crockpot beschreibt in der Anleitung zum SCCPBPP605 einen Weg für gefrorenes Fleisch im Schongarer, mit einer Tasse warmer Flüssigkeit als Polster und zusätzlich etwa vier Stunden auf niedriger oder zwei auf hoher Stufe, bei größeren Stücken noch länger. Die FSIS rät davon ab. Beim Crockpot Express heißt es nur, die Vorheizzeit der Druckprogramme werde länger, wenn der Topf sehr voll oder der Inhalt sehr kalt sei; gefrorene Zutaten unter Druck sind dort kein eigenes Thema.
Am Ende des Garens unterscheiden sich die Verfahren ebenfalls. Der Schnellkochtopf hört auf zu garen, wenn er von der Herdplatte genommen wird; WMF rät sogar, die Heizquelle schon vor dem Ende der Garzeit auszuschalten, weil die gespeicherte Wärme den Garprozess beendet. Warmhalten ist nicht vorgesehen. Der Schongarer schaltet bei den meisten Timer-Geräten auf eine Warmhaltestufe, der Crockpot Express nach der Anleitung für bis zu vier Stunden, danach in Bereitschaft.
Für Reste gilt bei beiden dieselbe Regel, und sie spricht gegen den Schongarer als Aufwärmgerät. Die FSIS empfiehlt, Reste nicht im Slow Cooker aufzuwärmen, sondern auf dem Herd, in der Mikrowelle oder im Backofen. Wer im Schongarer für mehrere Tage vorkocht, braucht für den zweiten und dritten Tag also ein anderes Gerät; wie die Mikrowelle dabei im Vergleich zum Dampfgarer abschneidet, beschreibt unsere Seite Dampfgarer oder Mikrowelle.
Gulasch, Suppe, Linsen, Fisch: vier Gerichte durch beide Verfahren
Wie sich die Verfahren im Alltag unterscheiden, zeigt sich am deutlichsten an einzelnen Gerichten. Gulasch im Schnellkochtopf, ja oder nein, und wie lange? Ja, und nach WMF 15 bis 20 Minuten auf dem zweiten Ring mit mindestens einem Viertelliter Flüssigkeit. Der Schongarer braucht für einen Rindfleischtopf nach dem Rezeptheft des Crockpot SCCPBPP605 acht bis zehn Stunden auf niedriger Stufe; das Gerät schlägt für die niedrige Stufe von sich aus zehn Stunden vor, für die hohe sechs. Beide Verfahren liefern dasselbe Gericht, der eine Weg dauert so lange wie eine Folge einer Fernsehserie, der andere einen Arbeitstag.
Bei der Suppe ist der Unterschied die Flüssigkeit. Für Hühnersuppe im Schnellkochtopf nennt WMF 20 bis 25 Minuten, für Fleischbrühe 25 bis 30, und erlaubt bei Suppen höchstens den halben Topf, weil sie schäumen. Crockpot rät im Schongarer, die anderen Suppenzutaten zuerst in den Topf zu geben und nur so viel Wasser, dass sie bedeckt sind; wer die Suppe dünner will, gibt kurz vor dem Servieren Flüssigkeit dazu. Der Grund steht in der Anleitung zum CSC063X: Die Flüssigkeit nimmt beim Schongaren eher zu als ab.
Bei Linsen und Erbsen ist die Lage weniger streng als bei Bohnen. Für Erbsen- und Linsensuppe im Schnellkochtopf nennt WMF aus eingeweichten Hülsenfrüchten zwölf bis fünfzehn Minuten. Für den Schongarer fanden wir in keiner Quelle eine Vorkochpflicht für Linsen; das BfR spricht in seiner Presseinformation von Gartenbohnen und anderen Bohnenarten, Russell Hobbs von Kidney- und Cannellini-Bohnen. Wer Linsen im Schongarer gart, verlässt also keine ausdrückliche Regel, wer Bohnen ohne Vorkochen hineingibt, schon.
Beim Fisch drehen sich die Verhältnisse um. Im Schnellkochtopf ist ein Fischfilet nach WMF in zwei bis drei Minuten auf dem ersten Ring gar, ein ganzer Fisch in drei bis vier. Im Schongarer soll Fisch nach Crockpot erst in den letzten 15 bis 60 Minuten dazukommen, weil er schnell gar ist, und Russell Hobbs schreibt, er solle nicht sehr lange gekocht werden. Ähnlich behandelt Crockpot Milch, Sahne und saure Sahne, die bei langen Garzeiten zerfallen und erst in der letzten Viertel- bis halben Stunde hineingehören. Der Schongarer ist damit ein Gerät für das, was lange garen will; was schnell gar ist, kommt am Ende dazu oder gehört in einen anderen Topf.
Dritte Gabelung: Wie viel kochen Sie auf einmal?
Die dritte Frage ist die nach der Menge, und hier geben die Anleitungen klare Grenzen vor. Beim Schnellkochtopf ist es eine Obergrenze: WMF erlaubt höchstens zwei Drittel des Fassungsvermögens, bei Speisen, die sich ausdehnen, wie Reis oder getrocknetem Gemüse, und bei schäumenden wie Hülsenfrüchten oder Brühe nur die Hälfte. Crockpot nennt für den Express dieselben Grenzen, zwei Drittel und die Hälfte, und hat sie nach der Anleitung im Kochtopf markiert. Nach unten begrenzt nur die Flüssigkeit: ein Viertelliter bei WMF, 240 Milliliter beim Express.
Beim Schongarer ist es eine Untergrenze. Crockpot verlangt, den Topf mindestens zur Hälfte und höchstens zu drei Vierteln zu füllen, damit die Speisen nicht zu lange oder zu kurz garen; Bestron und Tower begründen dieselbe Regel ähnlich. Ein Schongarer mit sechs Litern will damit mindestens drei Liter Inhalt, und das ist für einen Einpersonenhaushalt eine Menge für mehrere Tage.
Daraus folgt eine Asymmetrie, die beim Kauf zählt. Ein großer Schnellkochtopf gart auch eine kleine Portion, solange die Mindestflüssigkeit drin ist. Ein großer Schongarer gart eine kleine Portion nicht zuverlässig, weil die Hersteller die Garzeiten für einen gut gefüllten Topf angeben und unterhalb der Hälfte keine Zusage machen. Wer wenig kocht, braucht deshalb einen kleinen Schongarer oder einen Schnellkochtopf beliebiger Größe. In Litern sieht das so aus: Der Crockpot Express mit 5,6 Litern fasst nach der Zweidrittelregel rund 3,7 Liter, bei Hülsenfrüchten rund 2,8. Der Crockpot SCCPBPP605 mit 5,7 Litern will nach der Füllregel mindestens rund 2,9 und höchstens rund 4,3 Liter. Bei fast gleich großem Topf überschneiden sich die nutzbaren Mengen damit nur zwischen rund 2,9 und 3,7 Litern.
Wer viel kocht, für eine Familie oder auf Vorrat, kann beide Verfahren nutzen, muss aber beim Schnellkochtopf die Zweidrittelgrenze im Blick haben, bei Eintöpfen mit Hülsenfrüchten sogar die Hälfte. Welche Schongarer für welche Haushaltsgröße passen und wie viel nach der Füllregel tatsächlich hineinpasst, rechnet unsere Seite zu großen Slow Cookern für Töpfe ab 5,7 Litern nach.
Energie sparen: was sich über den Verbrauch sagen lässt
Beim Energieverbrauch berufen sich beide Seiten auf Prozentzahlen. WMF schreibt, die um bis zu 70 Prozent kürzeren Garzeiten bedeuteten eine deutliche Energieeinsparung, und rät, die Restwärme zu nutzen. Der Stromspiegel nennt unter seinen Spartipps fürs Kochen: Ein Schnellkochtopf spare bis zu 50 Prozent Energie und Zeit. Crockpot wirbt für den Express mit einer um bis zu 70 Prozent schnelleren Zubereitung als im Ofen oder auf dem Herd. Alle drei Angaben vergleichen mit einem normalen Topf oder Ofen, keine mit einem Schongarer.
Für den Schongarer gibt es eine Obergrenze aus der Nennleistung. Der Crockpot SCCPBPP605 mit 230 Watt verbraucht in acht Stunden höchstens 1,84 Kilowattstunden, mit dem Haushaltsstrompreis des BDEW von 37,0 Cent höchstens 68 Cent für den Rindfleischtopf aus dem Rezeptheft. Die FSIS schreibt, ein Slow Cooker brauche weniger Strom als ein Backofen, nennt aber keine Zahl. Was der Schnellkochtopf auf dem Herd für dasselbe Gericht verbraucht, hängt an Kochfeld und Ankochzeit, und dazu fanden wir keine Messung. Auch für den elektrischen Crockpot Express lässt sich keine Obergrenze rechnen: Eine Leistungsangabe in Watt enthält seine Anleitung nicht. Wer mit Gas kocht, hat dabei einen Vorteil, den der Schongarer nicht bieten kann: Der Stromspiegel nennt Gas die kostengünstigste Art zu kochen, wenn auch nicht überall verfügbar.
Ein direkter Vergleich beider Verfahren unter gleichen Bedingungen fehlt damit. Belegt ist nur die Richtung jeweils gegenüber dem normalen Kochen: Der Schnellkochtopf spart nach dem Stromspiegel bis zur Hälfte, der Schongarer nach drei Russell-Hobbs-Anleitungen ein Viertel gegenüber einer kleinen Kochplatte. Wer daraus ableitet, der Schnellkochtopf sei sparsamer, liegt nach diesen beiden Zahlen nicht falsch, verlässt sich aber auf zwei Werbeangaben ohne Messprotokoll.
Für die Entscheidung ist der Energieverbrauch deshalb ein schwaches Argument. Ein Schongarer, der einmal pro Woche den Rindfleischtopf gart, kostet nach der Obergrenze aus der Nennleistung höchstens rund 35 Euro im Jahr; Kochen und Backen insgesamt machen nach dem Stromspiegel in einem durchschnittlichen Haushalt knapp ein Zehntel des Stromverbrauchs aus. Ein Schmorgericht kostet in beiden Verfahren Cent, nicht Euro, und der Unterschied zwischen ihnen ist kleiner als der zwischen einem passend und einem schlecht gefüllten Topf. Wie sich der Stromverbrauch eines Schongarers je Garvorgang, je Portion und im Jahr zusammensetzt, steht auf unserer Seite zum Stromverbrauch des Slow Cookers.
Flüssigkeit, Aroma, Vitamine: was die Hersteller versprechen
Beide Verfahren werben mit dem Geschmack, und beide begründen ihn mit der Flüssigkeit. WMF schreibt, durch das kurze Garen im Dampf blieben Aroma, Geschmack und Vitamine weitgehend erhalten. Crockpot schreibt in der englischen Fassung der Express-Anleitung über das Schongaren, es verringere die Verdunstung, Aromen und Säfte blieben erhalten, und man brauche weniger Flüssigkeit als bei anderen Verfahren. Eine Messung legt keiner der beiden vor.
Belegbar ist die Folge für die Rezepte. Crockpot schreibt in der Anleitung zum CSC063X, die hinzugefügte Flüssigkeit verdopple sich beim Schongaren nahezu; wer ein herkömmliches Rezept umstellt, solle weniger Flüssigkeit nehmen. Beim Schnellkochtopf gilt das Gegenteil als Untergrenze: Ohne den Viertelliter entsteht kein Dampf, und wer zwischendurch öffnet, um Einsätze nachzulegen, soll nach WMF etwas mehr Flüssigkeit einplanen, weil Dampf entweicht.
Was die Konsistenz angeht, sind die Unterlagen vorsichtig. WMF empfiehlt, lieber kürzere Garzeiten zu wählen, weil jederzeit nachgegart werden könne, und weist darauf hin, dass Pellkartoffeln platzen, wenn der Topf schnell abgedampft wird. Die Schongarer-Hersteller warnen vor zu langer oder zu kurzer Garzeit bei falscher Füllung. Ob ein Gulasch aus dem Schnellkochtopf anders schmeckt als eines aus dem Schongarer, beantwortet keine der Quellen; das bleibt eine Frage des eigenen Geschmacks.
Dichtung, Ventil, Keramik: was die Geräte an Pflege verlangen
Ein Druckbehälter braucht Sicherheitseinrichtungen, und die wollen gepflegt werden, allen voran der Dichtungsring des Schnellkochtopfs. WMF verlangt, vor jedem Gebrauch Dichtungsring und Deckelrand zu prüfen, die Kugel im Sicherheitsventil zu kontrollieren und das Hauptventil auf Beweglichkeit zu testen. Dichtungsring, Sicherheitsventil und Kochsignaldichtung sind nach WMF Verschleißteile und von der Garantie von drei Jahren ausgenommen; für Ersatzteile gibt WMF eine Liefergarantie von zehn Jahren.
Die Störungstabelle der Anleitung zeigt, wo es im Alltag hakt. Steigt das Kochsignal nicht oder dauert das Ankochen zu lange, nennt WMF als Ursachen eine Kochstelle mit unpassendem Durchmesser, eine ungeeignete Energiestufe, einen falsch aufgesetzten Deckel oder fehlende Flüssigkeit, mindestens ein Viertelliter. Fehlt Flüssigkeit, soll man den Topf drucklos machen, öffnen und nachfüllen. Ein Schongarer kennt diese Fehler nicht, weil er keinen Druck aufbauen muss.
Beim Crockpot Express ist es ähnlich. Der Dichtungsring muss nach der Anleitung je nach Häufigkeit der Verwendung alle ein bis zwei Jahre ersetzt werden, das Dampfventil soll vor jedem Gebrauch auf Verschmutzung geprüft werden, und den Deckel darf man nicht mit Gewalt öffnen; lässt er sich nicht leicht abnehmen, steht der Topf noch unter Druck. Crockpot gibt auf das Gerät eine Garantie von zwei Jahren.
Der Schongarer kommt ohne diese Teile aus, hat aber seine eigene Schwachstelle: den Keramiktopf. Tower schreibt, der Topf vertrage keine plötzlichen Temperaturwechsel, er solle Raumtemperatur haben, bevor heiße Speisen hineinkommen, und in einen heißen Topf gehöre nichts Kaltes. Elite Gourmet warnt, kaltes Wasser in einem sehr heißen Gerät könne den Topf reißen lassen. Im Alltag heißt das: Der Schnellkochtopf verlangt Wartung, der Schongarer Vorsicht beim Spülen.
Vierte Gabelung: Was steht schon in Ihrer Küche?
Die letzte Frage ist die, die am häufigsten übersprungen wird. Wer einen Backofen und einen Bräter mit Deckel hat, kann schmoren, ohne ein neues Gerät zu kaufen. Wer einen Schnellkochtopf im Schrank hat, besitzt bereits das schnellere der beiden Verfahren. Und wer einen Herd mit Deckeltopf hat, kann jedes Schmorgericht so kochen, wie es die Rezepte vor dem Schongarer vorgesehen haben.
Die Anleitungen der Schongarer-Hersteller bestätigen das indirekt, denn sie rechnen vom Herd und vom Ofen aus. Russell Hobbs liefert in der Anleitung zum Good to Go eine Tabelle, mit der sich Gerichte aus dem herkömmlichen Backofen übertragen lassen: Was im Ofen 15 bis 30 Minuten braucht, braucht im Schongarer vier bis sechs Stunden auf niedriger und ein bis zwei Stunden auf hoher Stufe; 30 bis 60 Minuten im Ofen werden zu sechs bis acht oder zwei bis vier Stunden, 60 bis 180 Minuten zu acht bis zwölf oder vier bis sieben. Tower hat eine ähnliche Tabelle für reguläre Garzeiten, bei der aus 50 Minuten bis drei Stunden acht bis 18 Stunden auf niedriger Stufe werden.
Der Schongarer ist damit kein Verfahren, das neue Gerichte möglich macht, sondern eines, das bekannte Gerichte zeitlich verschiebt. Was er bringt, ist die Freiheit, morgens zu kochen und abends zu essen. Wer diese Freiheit nicht braucht, weil er abends ohnehin Zeit hat, gewinnt mit dem Gerät wenig, was Ofen oder Herd nicht schon können.
Beim Schnellkochtopf gilt dasselbe in die andere Richtung. Er macht nichts möglich, was der normale Topf nicht auch könnte; seine Zeitersparnis beziffert WMF mit bis zu 70 Prozent. Wer abends regelmäßig unter Zeitdruck kocht, gewinnt damit jeden Tag; wer am Wochenende in Ruhe schmort, kaum. Wie die vier Antworten zusammenspielen, zeigt das Entscheidungswerkzeug weiter unten.
Der Multikocher mit Druck: beides in einem Gerät, mit Abstrichen
Elektrische Multikocher versprechen, die Frage überflüssig zu machen. Der Crockpot Express ist ein Beispiel: Crockpot nennt ihn auf der Produktseite einen 12-in-1-Multikocher mit 5,6 Litern, mit acht Druckprogrammen, Schongaren, Dämpfen, Anbraten und Warmhalten. Die Schongarfunktion arbeitet nach der Anleitung ohne Druck, mit dem Dampfventil in der Stellung „Entriegelt“, und gart die Speisen ähnlich wie ein gewöhnlicher Schongarer bei niedrigen Temperaturen und langen Garzeiten.
Beim Lesen fällt eine sprachliche Falle auf. Die deutsche Produktseite und die deutsche Anleitung nennen das Garen unter Druck „Dampfgaren“ und das Garen im Dampfeinsatz „Dämpfen“. Wer im Angebot eines Multikochers „Dampfgaren“ liest, sollte also nachsehen, ob Druckgaren gemeint ist oder ein Dampfeinsatz ohne Druck.
Die Anleitung des Express widerspricht sich zudem zwischen den Sprachen. In der deutschen Fassung werden für die niedrige Schongarstufe sechs bis acht Stunden empfohlen, für die hohe zwei bis vier. In der englischen Fassung steht die hohe Stufe für Rezepte mit allgemein vier bis sechs Stunden, die niedrige für Rezepte, die gewöhnlich mehr als acht Stunden brauchen. Wer ein Rezept für einen herkömmlichen Schongarer übernimmt, hat damit je nach Sprache zwei verschiedene Ausgangspunkte. Die Gartabelle am Ende der Anleitung nennt die Voreinstellungen der übrigen Programme: Geflügel 15 Minuten und Suppe 30 Minuten bei hohem Druck, Reis und Risotto zwölf und Nachtisch zehn Minuten bei niedrigem Druck, Joghurt acht Stunden bei niedriger Temperatur, Schongaren vier Stunden auf hoher Stufe, einstellbar von 30 Minuten bis 20 Stunden.
Auf Englisch heißt die Frage slow cooker vs pressure cooker, bei elektrischen Geräten slow cooker vs electric pressure cooker oder slow cooker vs Instant Pot, bei Geräten ohne Druck slow cooker vs multi cooker. Die Abstriche liegen dort, wo die beiden Verfahren verschiedene Töpfe brauchen. Ein Schongarer hat meist einen Keramik- oder Metalltopf unter einem losen Glasdeckel, ein Druckgerät einen beschichteten Innentopf unter einem verriegelten Deckel mit Dichtungsring. Der Express nutzt für beide Verfahren denselben Topf und denselben Deckel; ob das Ergebnis beim Schongaren dem eines reinen Schongarers gleicht, belegt keine Unterlage, die wir gefunden haben.
Multikocher ohne Druck, aber mit eigener Anbratheizung, haben wir für den Cluster verglichen, darunter Geräte von Instant, Ninja und Russell Hobbs. Was dort Anbraten, Sautieren oder Sizzle heißt und welche Temperaturen die Hersteller dafür nennen, steht auf unserer Seite zu Slow Cookern mit Anbratfunktion; einen Multikocher mit Druck enthält der Vergleich nicht.
Schongaren ohne Schongarer: Bräter und Backofen
Die naheliegende Alternative zum Schongarer ist der Bräter im Backofen, und die Umrechnungstabelle von Russell Hobbs zeigt, wie die Zeiten zusammenhängen; wer auf Englisch nach slow cooker vs oven times sucht, findet dort genau diese Übersetzung zwischen Slow Cooker und Ofen. Ein Schmorgericht, das im Ofen eine bis drei Stunden braucht, entspricht acht bis zwölf Stunden auf niedriger Stufe im Schongarer. Wer abends zwei Stunden Zeit hat, kocht im Ofen also dasselbe, nur zu einer anderen Tageszeit.
Für das langsame Garen im Ofen bei sehr niedriger Temperatur gibt es eine Grenze, die man kennen sollte. Die FSIS schreibt auf ihrer Seite zur Gefahrenzone zwischen 40 und 140 °F, beim Braten von Fleisch und Geflügel solle die Ofentemperatur nicht unter 325 °F liegen, umgerechnet rund 163 °C. Das Bundesinstitut für Risikobewertung verlangt in seinen Verbrauchertipps, dass Speisen an allen Stellen mindestens zwei Minuten lang 70 °C erreichen. Ein Ofen, der über viele Stunden bei 80 oder 90 °C läuft, ist nicht dasselbe wie ein Schongarer, dessen Sicherheit die FSIS mit dem Dampf im geschlossenen Topf begründet.
Beim Strom gibt der Stromspiegel einen Anhaltspunkt für den Ofen, aber keinen Vergleich. Er nennt als Beispiel einen Backofen der Effizienzklasse A mit 0,97 Kilowattstunden je Zyklus bei Ober- und Unterhitze und 0,81 bei Umluft, nach Herstellerangabe. Dazu kommen zwei Spartipps: Restwärme nutzen und auf Vorheizen verzichten spare 26 Euro im Jahr, Umluft bis zu 40 Prozent Energie. Für ein Schmorgericht, das zwei Stunden im Ofen steht, ist der genormte Zyklus nur ein grober Anhalt.
Wer den Ofen für das Schmorgericht nutzt, hat also schon ein vollwertiges Verfahren, nur eines, das zu Hause betreut werden will. Ob sich für kleinere Mengen ein anderes Gerät mit kurzer Laufzeit eher lohnt als der große Ofen, vergleicht unsere Seite Heißluftfritteuse oder Backofen, und was beim Ofen selbst zählt, die Seite Einbaubackofen oder Standherd.
Langsam auf dem Herd: der normale Topf mit Deckel
Schnellkochtopf oder normaler Topf, slow cooker vs normal pot oder slow cooker vs stove top: Das älteste Verfahren für ein Schmorgericht ist der Topf auf dem Herd, und Tower rechnet in seiner Anleitung ausdrücklich davon aus: Was regulär 50 Minuten bis drei Stunden braucht, braucht im Schongarer acht bis 18 Stunden auf niedriger und vier bis sechs auf hoher Stufe. Der Herdtopf ist damit schneller als der Schongarer und langsamer als der Schnellkochtopf, und er braucht wie dieser jemanden in der Nähe.
Für den Verbrauch nennt der Stromspiegel drei Hebel, die beim langen Köcheln besonders zählen. Immer mit passendem Deckel kochen spare 27 Euro Stromkosten im Jahr, Töpfe sollten zur Plattengröße passen, und die höchste Stufe sei nur zum Aufheizen gedacht, danach solle man auf eine mittlere Stufe herunterregeln. Das Induktionskochfeld nennt der Stromspiegel das energiesparendste Kochfeld, die gusseiserne Kochplatte das mit dem höchsten Verbrauch.
Wer keinen Herd hat oder einen zweiten Platz zum Köcheln braucht, etwa in einer kleinen Wohnung, findet auf unseren Seiten zur energiesparenden Induktionsplatte und zur elektrischen Pfanne ohne Herd zwei Wege, die einen Schnellkochtopf oder einen Schmortopf tragen können; ob der eigene Schnellkochtopf auf Induktion funktioniert, steht in seiner Anleitung, bei WMF etwa für den Allherdboden des Perfect.
Dampfgarer, Küchenmaschine, Sous-vide: die Nachbarn
Neben Schongarer und Schnellkochtopf tauchen in der Suche drei weitere Verfahren auf, und jedes beantwortet eine etwas andere Frage. Der Dampfgarer gart mit Wasserdampf ohne Überdruck. Crockpot nennt das Dämpfen auf der Produktseite des Express eine großartige Methode, um den Nährwert zu erhalten, und empfiehlt es für zarten Fisch und Gemüse. Für Bohnen ist es nach dem BfR gerade deshalb ungeeignet: Das Institut nennt Dämpfen ausdrücklich unter den schonenden Garmethoden, die sich für Bohnen nicht eignen.
Was ist besser, Schnellkochtopf oder Dampfgarer? Wer zwischen beiden schwankt, sollte sich zuerst fragen, ob er Hülsenfrüchte kocht. Ähnlich bei Reiskocher oder Schongarer: Für Reis nennt WMF im Schnellkochtopf sechs bis acht Minuten, der Crockpot Express hat ein eigenes Reisprogramm; einen Reiskocher haben wir nicht untersucht. Der Unterschied zwischen Slow Cooker, also Schongarer, und Dampfgarer ist noch größer, auf Englisch slow cooker vs steamer: Der eine gart stundenlang im eigenen Saft, der andere minutenlang im Dampf. Ohne sie überschneiden sich die beiden Geräte bei Gemüse, Fisch und Kartoffeln stark; mit ihnen ist nur der Schnellkochtopf ein Verfahren für den ganzen Weg. Welche Dampfgarer es gibt und wofür sie sich eignen, steht auf unserer Übersichtsseite zum Dampfgarer.
Oft gefragt wird auch nach dem Unterschied zwischen Slow Cooker und Thermomix oder Sous-vide. Küchenmaschinen mit Kochfunktion und Sous-vide-Garer stehen in einer anderen Klasse: Die einen rühren und erhitzen in einem Gefäß, die anderen garen vakuumierte Lebensmittel im Wasserbad bei genau eingestellter Temperatur. Für beide gilt die Grundregel des BfR, nach der Speisen an allen Stellen zwei Minuten lang 70 °C erreichen sollen, wenn Keime sicher abgetötet werden sollen. Wie die Geräte selbst arbeiten, behandeln unsere Seiten zur Küchenmaschine mit Kochfunktion und zum Vakuumierer für Sous-vide.
Fünf Fragen, ein Verfahren: der Weg zum Ergebnis
Die vier Gabelungen lassen sich zu einem Entscheidungsweg verbinden, ergänzt um die Frage nach der Haushaltsgröße, die beim Schongarer über die Topfgröße entscheidet. Das Werkzeug unten fragt alle fünf ab und gibt aus, welches Verfahren die Quellen für diese Kombination stützen. Die Regeln sind sichtbar, damit nachvollziehbar bleibt, warum welches Ergebnis erscheint.
Schongarer, Schnellkochtopf oder nichts Neues?
Fünf Fragen zu Alltag, Gerichten und Küche. Die erste passende Regel bestimmt das Ergebnis.
Ergebnis
Schnellkochtopf oder der normale Topf
Wer beim Kochen da ist, braucht den Schongarer nicht für die Sicherheit, sondern höchstens für die Bequemlichkeit. Der Schnellkochtopf verkürzt Schmorgerichte nach WMF auf 10 bis 45 Minuten Garzeit, der normale Topf mit Deckel spart nach dem Stromspiegel 27 Euro im Jahr gegenüber dem Kochen ohne Deckel.
Alle Wege dieses Assistenten im Klartext
- Wenn Gericht: Bohnen, Kichererbsen, Linsen aus dem Trockenvorrat, dann Schnellkochtopf, oder Bohnen getrennt vorkochen. Phasin wird nach dem BfR erst durch hohe Temperaturen zerstört, schonende Verfahren eignen sich nicht. Der Schnellkochtopf gart eingeweichte Hülsenfrüchte nach WMF in 10 bis 15 Minuten bei ca. 119 °C; im Schongarer müssen Trockenbohnen nach Russell Hobbs vorher mindestens 10 Minuten kochen. Temperatur im Slow Cooker
- Wenn Häufigkeit: Seltener als einmal im Monat und Vorhanden: Backofen und Bräter mit Deckel, dann Nichts kaufen: Bräter und Backofen reichen. Wer selten schmort, kocht dasselbe Gericht im Ofen; nach der Umrechnung von Russell Hobbs entsprechen 60 bis 180 Minuten im Ofen 8 bis 12 Stunden im Schongarer. Die FSIS nennt für das Braten von Fleisch mindestens 325 °F, rund 163 °C.
- Wenn Vorhanden: Ein Schnellkochtopf, dann Nichts kaufen, wenn Sie dabei sind; sonst ein Schongarer. Ein Schnellkochtopf ist schon da. Er darf nach WMF nie unbeaufsichtigt bleiben; wer das Essen tagsüber allein garen lassen will, ergänzt ihn um einen Schongarer, sonst reicht er.
- Wenn Dabei: Nein, das Essen soll tagsüber allein garen und Personen: Eine bis zwei, dann Kleiner Schongarer. Die FSIS hält das Garen auf niedriger Stufe während der Arbeit für sicher. Für ein bis zwei Personen passt ein kleiner Topf, weil Schongarer mindestens halb gefüllt sein wollen. Kleine Slow Cooker im Vergleich
- Wenn Dabei: Nein, das Essen soll tagsüber allein garen und Personen: Drei und mehr, dann Großer Schongarer. Garen ohne Aufsicht ist nach der FSIS auf niedriger Stufe sicher. Für drei und mehr Personen passt ein großer Topf ab 5,7 Litern, sofern er mindestens halb gefüllt wird. Große Slow Cooker im Vergleich
- Wenn Dabei: Ja, ich koche, wenn ich zu Hause bin und Gericht: Gemischt, auch Gemüse, Kartoffeln, Fisch, dann Schnellkochtopf. Wer dabei ist und gemischt kocht, deckt mit dem Schnellkochtopf Schmorgerichte, Gemüse, Kartoffeln, Reis und Fisch ab; WMF nennt dafür Garzeiten von zwei Minuten bis zu einer Stunde.
- Wenn Dabei: Ja, ich koche, wenn ich zu Hause bin, dann Schnellkochtopf oder der normale Topf. Wer beim Kochen da ist, braucht den Schongarer nicht für die Sicherheit, sondern höchstens für die Bequemlichkeit. Der Schnellkochtopf verkürzt Schmorgerichte nach WMF auf 10 bis 45 Minuten Garzeit, der normale Topf mit Deckel spart nach dem Stromspiegel 27 Euro im Jahr gegenüber dem Kochen ohne Deckel.
- In jedem anderen Fall: Beide Verfahren passen. Für diese Kombination spricht nichts eindeutig für eines der Verfahren. Entscheiden Sie nach der Tageszeit, zu der Sie kochen wollen: morgens für abends der Schongarer, abends für sofort der Schnellkochtopf.
FSIS Slow Cookers and Food Safety und Danger Zone; BfR-Presseinformation 32/2021; Bedienungsanleitung WMF Perfect; Anleitungen Russell Hobbs 28270-56 und Crockpot SCCPBPP605; Stromspiegel Herd und Backofen; Stand 06.10.2026.
Die Reihenfolge der Regeln folgt der Stärke der Belege. Die Hülsenfrüchte stehen vorn, weil dort eine Behörde eine Grenze zieht und nicht ein Hersteller eine Vorliebe äußert. Danach kommt, was schon da ist, weil ein vorhandenes Gerät jede Kaufentscheidung verändert. Erst dann entscheiden Anwesenheit, Haushaltsgröße und Gerichte, und für die Fälle, die keine Regel trifft, nennt das Werkzeug die einfachste Unterscheidung: die Tageszeit. Jede Regel stützt sich auf eine der Quellen dieser Seite: die Hülsenfrüchte auf das BfR und die Garzeitentabelle von WMF, das Garen ohne Aufsicht auf die FSIS, die Topfgröße auf die Füllregeln der Hersteller, der Ofen auf die Umrechnungstabelle von Russell Hobbs. Wo sie keine Antwort geben, gibt auch das Werkzeug keine vor.
Wann der Schongarer die bessere Wahl ist
Für wen lohnt sich ein Slow Cooker? Die Vorteile des Schongarers liegen in der Zeitplanung. Er ist die bessere Wahl für Haushalte, in denen tagsüber niemand am Herd steht und abends ein warmes Schmorgericht auf dem Tisch stehen soll. Das ist der Fall, für den die FSIS das Garen ohne Aufsicht ausdrücklich für sicher hält, und der Fall, für den die Hersteller ihre Zeitvorwahl und Warmhaltefunktion bauen. Er ist auch die bessere Wahl für Menschen, die mit dem Druck eines Schnellkochtopfs nicht umgehen wollen; der Schongarer hat kein Ventil, keinen Dichtungsring und keinen verriegelten Deckel.
Er verlangt dafür Planung. Die Zutaten müssen am Morgen bereitstehen, aufgetaut und gekühlt, wie es die FSIS verlangt; getrocknete Bohnen müssen vorgekocht sein; und der Topf muss zur Haushaltsgröße passen, weil er mindestens halb gefüllt sein will. Wer allein lebt und ungern mehrere Tage dasselbe isst, fährt mit einem kleinen Topf besser als mit einem großen, den er nicht füllen kann. Wie selbstverständlich die Hersteller von langen Abwesenheiten ausgehen, zeigen die Voreinstellungen: Der Crockpot SCCPBPP605 schlägt zehn Stunden auf niedriger Stufe vor und für das Warmhalten sechs.
Was der Schongarer nicht leistet, ist das spontane Abendessen. Seine kürzeste sinnvolle Garzeit liegt nach den Umrechnungstabellen bei ein bis zwei Stunden auf hoher Stufe, und das nur für Gerichte, die im Ofen eine Viertel- bis halbe Stunde brauchen würden. Wer abends entscheidet, was es gibt, hat mit ihm wenig gewonnen.
Wann der Schnellkochtopf die bessere Wahl ist
Die Vorteile des Schnellkochtopfs und seine Nachteile stehen beide in der Anleitung, und daraus ergibt sich, für wen er passt. Der Schnellkochtopf ist die bessere Wahl für Haushalte, die abends spontan und schnell kochen, die Hülsenfrüchte aus dem Trockenvorrat verwenden oder die ein Gerät für viele Gerichte wollen. Seine Garzeitentabelle reicht bei WMF von zwei Minuten für Putenschnitzel bis 45 bis 60 Minuten für Rinderzunge, und er gart Tiefkühlkost direkt aus dem Gefriergerät, was der Schongarer nach der FSIS nicht soll. Mit Einsätzen gart er sogar ein ganzes Essen in Etappen: WMF beschreibt einen Braten, der zwölf Minuten gart, bevor der Topf geöffnet wird und Kartoffeln und Gemüse in Einsätzen für weitere acht Minuten dazukommen.
Was sind die Nachteile eines Schnellkochtopfs? Er verlangt Aufmerksamkeit. WMF lässt keinen Zweifel daran, dass der Topf nicht unbeaufsichtigt bleiben soll, dass vor jedem Gebrauch die Sicherheitseinrichtungen zu prüfen sind und dass die Flüssigkeit nie ganz verdampfen darf. Dazu kommen Verschleißteile wie der Dichtungsring, die nach WMF nicht unter die Garantie fallen und beim Crockpot Express alle ein bis zwei Jahre zu tauschen sind.
Was der Schnellkochtopf nicht leistet, ist das Kochen in Abwesenheit. Ein elektrischer Multikocher mit Druck nimmt das Nachregeln ab und hat eine Zeitvorwahl, aber seine Anleitung sagt nicht, dass man ihn allein lassen darf; wer das will, nutzt bei solchen Geräten die Schongarfunktion ohne Druck und ist damit wieder beim Verfahren des Schongarers.
Nichts kaufen: was der Verzicht kostet und wann er richtig ist
Die Frage nach Schongarer oder Schnellkochtopf hat eine dritte Antwort, die selten gegeben wird: keines von beiden. Was der Verzicht kostet, lässt sich aus den Quellen dieser Seite abschätzen. Ein Schmorgericht im Ofen oder auf dem Herd braucht nach den Umrechnungstabellen von Russell Hobbs und Tower eine bis drei Stunden, in denen jemand zu Hause ist. Der Ofen verbraucht dabei Strom in einer Größenordnung, die der Stromspiegel für einen genormten Zyklus mit 0,81 bis 0,97 Kilowattstunden angibt, ein Schongarer mit 230 Watt in acht Stunden höchstens 1,84.
In Cent heißt das mit dem Haushaltsstrompreis des BDEW von 37,0 Cent: 30 bis 36 Cent für den genormten Ofenzyklus, höchstens 68 Cent für acht Stunden Schongarer. Ein Schmorgericht, das zwei oder drei Stunden im Ofen steht, kann mehr verbrauchen als ein Zyklus; wie viel, misst niemand, den wir gefunden haben. Für die Entscheidung reicht die Größenordnung: Der Strom spricht weder deutlich für noch deutlich gegen den Kauf.
Beim Strom ist der Verzicht damit kein klarer Verlust, und beim Platz ist er ein Gewinn: Ein Schongarer mit fünf bis acht Litern oder ein Multikocher braucht einen Platz im Schrank oder auf der Arbeitsplatte, ein Schnellkochtopf ebenfalls. Was der Verzicht tatsächlich kostet, ist Zeit am Herd an den Abenden, an denen man schmoren will, und die Möglichkeit, morgens zu kochen und abends zu essen.
Richtig ist der Verzicht in drei Fällen. Wer seltener als einmal im Monat schmort und einen Backofen mit Bräter hat, kocht dasselbe Gericht ohne neues Gerät. Wer bereits einen Schnellkochtopf besitzt und abends zu Hause ist, hat das schnellere Verfahren schon. Und wer getrocknete Bohnen kocht und sonst wenig schmort, braucht vor allem einen Topf, in dem sie richtig kochen, und den hat jede Küche.
Falsch ist der Verzicht für Haushalte, in denen tagsüber niemand zu Hause ist und abends trotzdem ein Schmorgericht gegessen werden soll. Für sie ist der Schongarer das einzige der hier beschriebenen Verfahren, das eine Behörde ausdrücklich für das Garen ohne Aufsicht freigibt. Und für Haushalte, die jeden Abend unter Zeitdruck kochen, ist der Verzicht auf den Schnellkochtopf eine Entscheidung für längere Garzeiten an jedem dieser Abende; nach WMF verkürzt er sie um bis zu 70 Prozent.
Wer nach diesen Fällen beim Schongarer landet, findet die Geräte in unseren Vergleichen nach Topfgröße und Bauart, von den kleinen Slow Cookern für ein bis zwei Personen bis zu den Geräten mit Anbratfunktion; wer beim Schnellkochtopf landet, sollte vor dem Kauf die Anleitung lesen, denn bei WMF stehen dort Garzeiten, Füllgrenzen und Pflichten vollständiger als in jedem Angebot. Und wer beim Verzicht landet, hat nach den Quellen dieser Seite nichts falsch gemacht.

