„Im Freien“ und „gut belüfteter Raum“: zwei Begriffe, fünf Anleitungen
Eine Kochplatte ohne Strom ist fast immer ein Gaskocher mit Kartusche. Ob er auf den Balkon darf oder in die Küche, entscheiden zwei Begriffe aus seiner Anleitung. „Im Freien“ heißt unter freiem Himmel, ohne Dach und Wände ringsum. „Gut belüfteter Raum“ heißt: ein Raum mit Wänden, in den so viel Luft nachströmt, dass die Flamme genug Sauerstoff hat und sich kein Kohlenmonoxid sammelt. Das sind zwei verschiedene Freigaben, und die Hersteller vergeben sie verschieden.
Gelesen wurden die Bedienungsanleitungen von fünf Kartuschenkochern: drei von Campingaz, einer von Enders, einer von Primus. Der Befund: Nur Enders sagt mit einer Zahl, was „gut belüftet“ heißt, nämlich mindestens 25 Prozent der Wandflächen offen. Primus erlaubt gut ventilierte Räume ohne Zahl, schreibt aber zwei Absätze davor in Großbuchstaben „ausschließlich zum Gebrauch im Freien“. Beim Campingaz Bleuet 206 verbietet nur der deutsche Text jeden Raum; die französische, englische und fünf weitere Fassungen derselben Anleitung lassen ihn bei mindestens 2 Kubikmetern Luft je Stunde und Kilowatt zu. Eine Mindesttemperatur für Butan und eine Zündsicherung nennt keine der fünf.
Der zweite Begriff, der durcheinandergeht, steht auf der Kartusche: Butan oder Propan. Beide sind Flüssiggas, aber reines Butan verdampft unter etwa minus 3 Grad nicht mehr, eine Butan-Propan-Mischung bis etwa minus 23 Grad. Was das für den Winter heißt, steht weiter unten. Wie diese Seite zu den elektrischen Platten passt, zeigt die Übersicht über Kochplatten und Induktionsplatten; hier geht es nur um die Fälle, in denen keine Steckdose da ist oder der Strom ausfällt.
Wer keinen Gaskocher kaufen sollte
Zuerst die Fälle, in denen ein Gaskocher die schlechtere Wahl ist. Es sind mehr, als die Suche nach „Kochplatte ohne Strom“ vermuten lässt.
Wer eine Steckdose hat, braucht kein Gas. Auf dem Campingplatz mit Landstrom, im Gartenhaus mit Außensteckdose und in der Ferienwohnung ist eine elektrische Platte sicherer, weil sie kein Kohlenmonoxid erzeugt und in Räumen stehen darf. Für den Platz mit Stromanschluss steht der Vergleich Induktionsplatte fürs Camping bereit, für normale Töpfe ohne Induktionsboden der Vergleich der Massekochplatten.
Wer im Zelt, im Wohnwagen oder im Auto kochen will, darf keinen der fünf Kocher dafür nehmen. Alle drei Campingaz-Anleitungen schließen genau diese Orte aus, wörtlich. Enders und Primus verlangen gut belüftete Räume, und ein geschlossenes Zelt oder Auto ist das nicht. Wer im Wohnmobil an der Bordsteckdose kocht, findet Geräte mit wenig Watt im Vergleich elektrische Pfanne fürs Camping.
Wer beim Stromausfall in der Wohnung kochen will, ist bei einem Kartuschenkocher falsch, jedenfalls nach dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Es zählt Camping-Kocher mit Gaskartusche zu den Geräten, mit denen man nur im Freien kochen sollte. In Räumen nennt es ein Stövchen mit Teelicht zum Aufwärmen und ein Fondue-Set mit Brennpaste für kleine Mengen. Wie ein Fondue-Rechaud arbeitet und was es leistet, steht im Ratgeber Raclette mit Fondue.
Und wer einen dauerhaften Herdersatz für die Küche sucht, weil der Herd fehlt oder die Küche umgebaut wird, kauft besser eine elektrische Platte mit zwei Zonen. Ein Gaskocher in der Küche widerspricht drei der fünf Anleitungen sofort und den anderen beiden, sobald das Fenster zu ist. Die Platten dafür stehen im Vergleich mobiles Kochfeld.
Fünf Kartuschenkocher nebeneinander: Leistung, Kartusche, Raumvorgabe
Für alle anderen: Balkon, Terrasse, Garten, Laube ohne Stromanschluss und die Kiste für den Stromausfall. Die Tabelle zeigt, was jede Anleitung zu Leistung, Verbrauch, Kartusche und Raum sagt. Die Brenndauer ist aus Kartuscheninhalt und Verbrauch gerechnet, bei voller Flamme.
| Kocher | Flammen und Leistung | Verbrauch | Kartusche laut Anleitung | Brenndauer gerechnet | Raum laut Anleitung | Dafür und dagegen | Kaufen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 · 2,2 kW | 160 g/h | nur Campingaz CP250 / CP250 SP (220 g) | rund 82 min | nein, nur im Freien | + zwei Vorrichtungen gegen Überdruck in der Kartusche− nur im Freien erlaubt | Zum Angebot | |
| 2 · 4 kW zusammen | 291 g/h | laut Anleitung nur CV 470 Plus (450 g) | rund 93 min mit beiden Flammen | nein, nur im Freien | + zwei Brenner, zusammen 4 kW− nur im Freien erlaubt | Zum Angebot | |
| 1 · 1,4 kW | 102 g/h | nur Enders-Stechkartusche 190 g (Typ 200 oder CG 190 TS) | rund 112 min | ja, wenn mindestens 25 % der Wandflächen offen sind | + als einzige Anleitung mit Zahl für „gut belüftet“− Topf höchstens 17 cm und 2 kg | Zum Angebot | |
| 1 · 1,23 kW | 90 g/h | nur Campingaz C 206 (190 g) | rund 127 min, laut Campingaz über 2 h 05 min | deutsche Fassung: nein; sieben andere Sprachen: ja, ab 2 m³ Luft je Stunde und kW | + sparsamster Verbrauch: 90 g/h− deutsche Anleitung erlaubt nur das Freie | Zum Angebot | |
| 1 · 2,82 kW | 205 g/h | Primus Power Gas empfohlen, andere Schraubkartuschen nach Test | rund 67 min mit 230 g | widersprüchlich: „ausschließlich im Freien“ und „nur in gut ventilierten Räumen“ | + höchste Leistung der Einflammer: 2,82 kW− Anleitung widerspricht sich beim Innenraum | Zum Angebot |
Der Kocher ist das eine, der Ort das andere. Ob auf dem Balkon überhaupt eine offene Flamme brennen darf, regelt nicht der Hersteller, sondern Mietvertrag, Hausordnung oder ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Wie diese Ebenen zusammenspielen, prüft der Ratgeber Grillen auf dem Balkon: was erlaubt ist am Beispiel des Elektrogrills; für die Gasflamme gilt die Hausordnung erst recht.
Butan oder Propan: was in der Kartusche steckt
Kartuschengas ist Flüssiggas. In der Kartusche ist es flüssig, weil es unter Druck steht; am Ventil verdampft es und brennt. Damit es verdampft, muss die Flüssigkeit wärmer sein als ihr Siedepunkt. Das Sicherheitsdatenblatt von Application des Gaz, dem Hersteller der Campingaz-Kartuschen, nennt für Butan einen Siedepunkt von etwa minus 3 Grad, für Super-Butan minus 18, für die Butan-Propan-Mischung minus 23 und für die Sorten Hyperformance und Extrem minus 27 Grad.
Vier der fünf Anleitungen ordnen ihren Kocher der Kategorie Direktdruck zu: „Direktdruck Butan“ bei Camp'Bistro 3 und Bleuet, „direkter Druck – Butangas“ beim Camping Kitchen 2, „unter direktem Druck“ beim OLYMP. Primus gibt Verbrauch und Leistung bei einem Druck von 1 bar an. Gemeint ist der Dampfdruck in der Kartusche, und der hängt an der Temperatur: Das Sicherheitsdatenblatt nennt für Butan 2,05 bar bei 15 Grad und 6,9 bar bei 50 Grad. Je kälter die Kartusche, desto kleiner die Flamme.
Welche Mischung in welcher Kartusche steckt, ist von Kartusche zu Kartusche verschieden. Enders nennt für den OLYMP zwei Sorten: Typ 200 mit Butan und CG 190 TS mit Butan-Propan-Gemisch. Campingaz beschreibt die CV 470 Plus als Butan-Propan-Mischung, Primus seine Power-Gas-Kartuschen als Propan-Isobutan-Butan-Mix. Wer im Winter kochen will, liest also das Etikett, nicht den Kocher.
- reines Butan verdampft: -3 bis 20 °C
- Butan: -3 °C — im Korridor
- Super-Butan: -18 °C — außerhalb des Korridors
- Butan-Propan: -23 °C — außerhalb des Korridors
- Hyperformance: -27 °C — außerhalb des Korridors
MSF-1a, CP250, CV 470, Stechkartusche: welche Kartusche passt
Im Handel heißt die flache Kartusche mit Bajonett oft MSF-1a. Keine der fünf Anleitungen verwendet diesen Namen. Jede bindet ihren Kocher an Kartuschen der eigenen Marke: der Camp'Bistro 3 an die CP250 und CP250 SP, der Camping Kitchen 2 an die CV 470 Plus, der Bleuet 206 an die C 206, der OLYMP an die 190-Gramm-Stechkartuschen von Enders. Primus empfiehlt seine Power-Gas-Kartuschen und erlaubt andere Schraubkartuschen nur nach einem Aufbau- und Dichtheitstest.
| Begriff | Was er bedeutet | Bei welchem der fünf |
|---|---|---|
| Ventilkartusche | hat ein Ventil, darf halb voll abgenommen werden | CP250 (Camp'Bistro 3), CV 470 Plus (Camping Kitchen 2), Schraubkartusche (Mimer Duo) |
| Stechkartusche | wird beim Aufsetzen angestochen, darf erst leer herunter | C 206 (Bleuet 206 Plus), Enders 190 g (OLYMP) |
| Direktdruck | das Gas kommt mit dem Dampfdruck der Kartusche, der mit der Temperatur fällt | als Kategorie bei vier der fünf; Primus gibt 1 bar an |
| Im Freien | kein Raum, kein Dach mit Wänden | einzige Freigabe bei Camp'Bistro 3, Camping Kitchen 2 und im deutschen Bleuet-Text |
| Gut belüfteter Raum | Raum mit ausreichender Luftzufuhr | OLYMP (25 % der Wandfläche offen), Mimer Duo (ohne Zahl), Bleuet in sieben Fremdsprachen (2 m³/h je kW) |
| Zündsicherung | sperrt das Gas, wenn die Flamme erlischt | bei keinem genannt |
Die Norm für die Kartuschen selbst ist DIN EN 417, zuletzt in der Ausgabe 2012-05. Sie gilt für metallische Einwegkartuschen für Flüssiggas mit oder ohne Entnahmeventil zum Betrieb tragbarer Geräte. Laut Normbeschreibung bei DIN Media kam mit dieser Ausgabe eine innere Einrichtung zur Begrenzung von Gasaustritt dazu, vorgeschrieben für Anstechkartuschen. Enders schreibt genau das über seine Stechkartusche: Sie ist mit einer integrierten Gasaustrittsbegrenzung versehen.
Warum die Hersteller trotzdem auf eigenen Kartuschen bestehen, sagen sie nicht. Campingaz lehnt bei fremden Kartuschen jede Haftung ab, Enders nennt es gefährlich, andere Behälter anzuschließen. Für den Käufer heißt das: Der Kocher legt die Kartuschenmarke fest, und mit ihr, wo Nachschub zu bekommen ist. Wer im Baumarkt um die Ecke nur eine Sorte findet, sollte den Kocher danach wählen.
Gaskocher in der Wohnung benutzen: was die fünf Anleitungen erlauben
Drei der fünf Kocher dürfen laut deutscher Anleitung in keinen Raum. Der Camp'Bistro 3 und der Camping Kitchen 2 haben dafür denselben Satz, der Wohnwagen, Fahrzeuge, Zelte, Hütten und kleine geschlossene Bereiche ausschließt, und beide sagen ausdrücklich: nur im Freien. Der Bleuet 206 sagt auf Deutsch dasselbe.
Auf Französisch sagt er etwas anderes. Dort darf er nur in ausreichend belüfteten Räumen benutzt werden, mindestens 2 Kubikmeter je Stunde und Kilowatt, und ein eigener Absatz beschreibt, dass ein Raum, in dem man das Gerät benutzt, die Luft für die Verbrennung liefern und ein gefährliches Gemisch aus unverbranntem Gas verhindern muss. Englisch, Niederländisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Finnisch folgen dem französischen Text. Wer in Deutschland kauft, hält sich an die deutsche Fassung, und die ist die strengere.
Enders und Primus lassen Räume zu. Der OLYMP darf in gut belüfteten Räumen laufen, und Enders definiert das: mindestens 25 Prozent der Umschließungsfläche offen, gerechnet als Summe aller Wandflächen. Primus schreibt „nur in gut ventilierten Räumen“ und empfiehlt den Gebrauch im Freien, nachdem es eine Seite vorher „ausschließlich zum Gebrauch im Freien“ verlangt hat. Ein Zahlenwert fehlt.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist strenger als jede Anleitung. In seinem Ratgeber für Krisen und Katastrophen steht der Camping-Kocher mit Gaskartusche in der Spalte „Damit sollten Sie nur im Freien kochen“. Ein Gaskocher in Räumen sei nur dann geeignet, wenn er für die Nutzung in Innenräumen zugelassen ist. Keine der fünf Anleitungen nennt eine solche Zulassung; die Freigaben von Enders und Primus beziehen sich auf gut belüftete Räume, nicht auf die Wohnung mit geschlossenem Fenster.
Wie viel Luft braucht ein Gaskocher?
Eine Zahl dafür steht in einer einzigen der fünf Unterlagen, in den fremdsprachigen Teilen der Bleuet-Anleitung: mindestens 2 Kubikmeter Luft je Stunde und Kilowatt. Auf die anderen Kocher übertragen ist das eine Rechnung, keine Herstellerangabe. Der Bleuet mit 1,23 Kilowatt käme auf knapp 2,5 Kubikmeter je Stunde, der OLYMP mit 1,4 Kilowatt auf 2,8, der Camp'Bistro 3 mit 2,2 Kilowatt auf 4,4, der Mimer Duo mit 2,82 Kilowatt auf rund 5,6 und der Camping Kitchen 2 mit beiden Flammen auf 8 Kubikmeter je Stunde.
Das klingt wenig. Ein Raum mit zwei mal zwei Metern Grundfläche und 2,5 Metern Höhe hat 10 Kubikmeter Luft. Aber die Zahl meint Luft, die nachströmt, nicht Luft, die im Raum steht, und genau das leistet ein geschlossener Raum nicht. Jede Stunde Kochen verbraucht Sauerstoff, und die Abgase bleiben.
Die 25-Prozent-Regel von Enders lässt sich nachrechnen, an einer Loggia als Beispiel mit angenommenen Maßen: 3 Meter breit, 1,5 Meter tief, 2,5 Meter hoch. Die vier Wandflächen ergeben zusammen 22,5 Quadratmeter. Ist die Front ganz offen, sind das 7,5 Quadratmeter oder ein Drittel, die Regel ist erfüllt. Steht vorn eine geschlossene Brüstung von einem Meter Höhe, bleiben 4,5 Quadratmeter offen, das sind 20 Prozent und zu wenig. Ein offener Balkon ohne Seitenwände liegt weit darüber.
Kohlenmonoxid: warum Zelt, Wohnwagen und Hütte ausgeschlossen sind
Die drei Campingaz-Anleitungen erklären den Grund in denselben Worten. Alle Geräte, die mit Gasverbrennung arbeiten, verbrauchen Sauerstoff und geben Verbrennungsrückstände ab, darunter Kohlenmonoxid. Kohlenmonoxid ist geruch- und farblos. Es kann grippeähnliche Beschwerden und Übelkeit auslösen und zum Tod führen, wenn das Gerät in einem umschlossenen Bereich ohne ausreichende Belüftung läuft.
Gefährlich wird es, wenn zu wenig Sauerstoff an die Flamme kommt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz schreibt, dass dann bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehen kann, und rät zu geprüften Kohlenmonoxid-Meldern, die bei kritischer Konzentration Alarm geben. Ein Rauchmelder ersetzt ihn nicht, er reagiert auf Rauch, nicht auf ein farbloses Gas.
Die Anleitungen ergänzen zwei Regeln, die mit dem Ort nichts zu tun haben: nicht im Schlaf benutzen und nicht unbeaufsichtigt lassen. Eine Gasflamme hat keinen Timer und keine Abschaltung nach Zeit. Was elektrische Platten dagegen von selbst abschalten und nach wie vielen Stunden, steht im Ratgeber Herdplatte angelassen.
Hat ein Kartuschenkocher eine Zündsicherung?
Keiner der fünf. Eine Zündsicherung sperrt das Gas, wenn die Flamme ausgeht, etwa weil ein Windstoß sie löscht oder Nudelwasser überkocht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nennt auf seiner Seite Vorsorge und Handeln bei Stromausfall Sauerstoffmangel- und Zündsicherung als Sicherheitsvorkehrung für gasbetriebene Heizquellen. In den fünf Kocheranleitungen kommt das Wort nicht vor, und keine beschreibt eine Flammenüberwachung.
Was sie haben, ist ein Schutz gegen Überdruck. Der Camp'Bistro 3 trägt zwei: Die erste Vorrichtung unterbricht das Gas, wenn der Druck in der Kartusche zu hoch wird, die zweite trennt die Kartusche, falls die erste versagt. Danach muss die Kartusche abkühlen, bevor sie wieder eingesetzt wird; wird sie automatisch ausgeworfen, gar nicht mehr. Der OLYMP verlässt sich auf die Gasaustrittsbegrenzung in der Enders-Kartusche. Camping Kitchen 2, Bleuet 206 und Mimer Duo nennen keine Schutzvorrichtung dieser Art.
Was der Markt in dieser Klasse also nicht liefert, ist genau das, was man für die Wohnung bräuchte. Daraus folgt eine einfache Regel: Wer kocht, bleibt dabei. Ist die Flamme aus, wird zuerst der Regler zugedreht und erst dann neu gezündet.
Gaskocher auf dem Balkon: Abstand, Untergrund, Wind
Die Abstände stehen in jeder Anleitung, nur nicht überall gleich. Camp'Bistro 3 und Camping Kitchen 2 verlangen 20 Zentimeter zu Wand oder Gegenstand und einen Meter zur Decke. Der Bleuet will 25 Zentimeter zur Wand, der Mimer Duo 500 Millimeter seitlich und oben, der OLYMP einen Meter zu einer entzündbaren Wand. Unter einem Balkon darüber, einer Markise oder einem Sonnenschirm ist der Meter zur Decke schnell unterschritten.
Beim Untergrund ist der Camping Kitchen 2 am deutlichsten. Die Fläche unter dem Kocher kann sich erheblich erwärmen, deshalb nicht auf Kunststoff, Tischtuch oder anderen brennbaren Unterlagen, besser auf Beton, Stein, Ziegel oder direkt auf dem Boden. Ein Kunststoff-Balkontisch fällt damit aus. Mehr zu Unterlagen und Abständen bei elektrischen Platten steht im Ratgeber mobiles Kochfeld sicher verwenden.
Wind ist der zweite Feind. Der Bleuet 206 Plus hat einen abnehmbaren Windschutz, den die Anleitung im Abschnitt F beschreibt. Bei OLYMP und Mimer Duo ist ein Windschutz rund um den Kocher dagegen verboten: Er staut Hitze an der Kartusche, und Primus nennt eine solche Überhitzung lebensgefährlich. Auf einem windigen Balkon heißt das: Kocher in den Windschatten stellen, nicht einpacken.
Gaskocher bei Kälte: warum die Flamme im Winter klein wird
Eine Mindesttemperatur nennt keine der fünf Anleitungen. Die Grenze steckt in der Kartusche: Reines Butan siedet bei etwa minus 3 Grad. Darunter steht der Druck in der Kartusche bei null, und der Kocher gibt keine Flamme mehr, auch wenn die Kartusche voll ist. Schon über dem Siedepunkt sinkt der Druck mit der Temperatur, und mit ihm die Leistung.
Dazu kommt ein Effekt, den man spürt: Verdampfendes Gas nimmt Wärme auf, die Kartusche kühlt sich beim Kochen selbst ab. Bei einem Kocher mit hohem Verbrauch wie dem Mimer Duo ist das stärker als beim sparsamen Bleuet. Was dagegen hilft, ist nicht Erwärmen mit einer Flamme oder auf der Heizung, das verbietet das Sicherheitsdatenblatt mit seiner Grenze von 50 Grad. Es hilft eine Kartusche mit Propan-Anteil und eine Kartusche, die bis zum Kochen im Haus lagert.
Die Camping-Kitchen-2-Anleitung warnt vor einem zweiten Kältefehler: Steht die Kartusche nicht senkrecht, kann flüssiges statt gasförmiges Butan an den Brenner kommen und auflodern. Der Bleuet nennt dasselbe für den Fall, dass man ihn während des Betriebs bewegt.
Wie lange hält eine Gaskartusche?
Gerechnet aus Kartuscheninhalt und Verbrauch laut Anleitung, bei voller Flamme: beim Camp'Bistro 3 rund 82 Minuten mit 220 Gramm, beim Camping Kitchen 2 rund 93 Minuten mit 450 Gramm und beiden Brennern, beim OLYMP rund 112 Minuten mit 190 Gramm, beim Bleuet 206 rund 127 Minuten mit 190 Gramm und beim Mimer Duo rund 67 Minuten mit einer 230-Gramm-Kartusche. Enders nennt für den OLYMP selbst 112 Minuten, Campingaz für den Bleuet 206 Plus über zwei Stunden und fünf Minuten. Beide Herstellerangaben decken sich mit der Rechnung.
Im Alltag läuft kaum ein Kocher dauernd auf voller Flamme. Wer Wasser aufkocht und dann köcheln lässt, kommt deutlich weiter. Kälte verkürzt die Zeit dagegen, weil die Kartusche nicht mehr leer brennt, wenn der Druck vorher fällt.
Die Werte als Liste
- Bleuet 206 Plus: 127 min
- OLYMP 6510: 112 min
- Camping Kitchen 2:93 min
- Camp'Bistro 3:82 min
- Mimer Duo: 67 min
Was der Betrieb kostet: Gramm Gas statt Kilowattstunden
Ein Gaskocher hat keine Stromrechnung, sein Betrieb wird in Gramm Gas gemessen. Die Anleitungen geben den Verbrauch bei voller Flamme an: 90 Gramm je Stunde beim Bleuet, 102 beim OLYMP, 160 beim Camp'Bistro 3, 205 beim Mimer Duo und 291 beim Camping Kitchen 2 mit beiden Flammen. Was eine Kartusche kostet, schwankt mit Händler und Packungsgröße; die Rechnung hier bleibt deshalb bei Gramm und Kartuschen.
Der Rechner unten nimmt die Minuten, die am Tag gekocht wird, und gibt den Gasbedarf für zehn Tage aus, die Zeitspanne, für die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz einen Vorrat empfiehlt. Die untere Grenze gilt für den sparsamsten Kocher, den Bleuet mit 90 Gramm je Stunde; die obere für den Mimer Duo mit 205 Gramm. Gerechnet ist mit voller Flamme, also eher zu viel als zu wenig.
Wie viel Gas zehn Tage Kochen brauchen
Eingabe: Minuten am Tag mit voller Flamme. Ausgabe: Gramm Gas für zehn Tage, vom sparsamsten Einflammer (Bleuet 206, 90 g/h) bis zum stärksten (Mimer Duo, 205 g/h).
Gasbedarf für zehn Tage: 450 bis 1.026 Gramm
Grundlage: Kochzeit am Tag 30 Minuten.
| Kochzeit am Tag (Minuten) | Gasbedarf für zehn Tage (Gramm) | Anmerkung |
|---|---|---|
| 10 bis 20 | 150 bis 684 | eine C 206 bis drei Kartuschen mit 230 g |
| 21 bis 40 | 315 bis 1.368 | zwei C 206 bis sechs Kartuschen mit 230 g |
| 41 bis 60 | 615 bis 2.052 | vier C 206 bis neun Kartuschen mit 230 g |
| 61 bis 90 | 915 bis 3.078 | fünf C 206 bis vierzehn Kartuschen mit 230 g |
Faktor je Minute und zehn Tage: 90 g/h (Bleuet 206) bzw. 205 g/h (Mimer Duo) geteilt durch 60, mal 10; Verbrauch laut Bedienungsanleitungen von Campingaz und Primus. Zehn Tage nach dem BBK-Ratgeber Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (11/2025). Kochminuten als Annahme, im Feld veränderbar. Stand 04.11.2026.
Vorrat für einen Stromausfall: eine Musterrechnung für zehn Tage
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können, und nennt einen Vorrat für drei Tage als Einstieg. In seiner Checkliste stehen eine alternative Kochgelegenheit wie ein Camping-Kocher oder Gasgrill und die Brennstoffe dafür. Wie viel Gas das ist, sagt es nicht. Eine Rechnung mit benannten Annahmen schon.
- Haushalt mit zwei Personen, Kocher Bleuet 206 Plus mit 90 Gramm je Stunde, Kartusche C 206 mit 190 Gramm.
- Wasser: Campingaz nennt für einen Liter 5 Minuten und 20 Sekunden. Das sind rund 8 Gramm Gas je Liter.
- Annahme: zwei Liter am Tag aufkochen, für Tee, Kaffee, Fertigsuppe und Nudeln. Ergibt rund 16 Gramm.
- Annahme: 20 Minuten Köcheln am Tag für eine warme Mahlzeit, gerechnet mit voller Flamme. Ergibt 30 Gramm.
- Tagesbedarf: rund 46 Gramm. Zehn Tage: rund 460 Gramm.
- Das sind zweieinhalb Kartuschen C 206; mit Reserve für Kälte und Wind drei bis vier.
Mit dem Camp'Bistro 3 und 160 Gramm je Stunde liegt derselbe Tag bei gleichen Kochminuten bei gut 80 Gramm, zehn Tage bei rund 820 Gramm oder knapp vier Kartuschen CP250. Die Rechnung zeigt vor allem eines: Der Vorrat an Kartuschen ist billiger als der zweite Kocher, und er entscheidet mehr. Das Bundesamt nennt dazu ein Auswahlkriterium für die Lebensmittel, das direkt Gas spart: Essen mit kurzer Kochzeit.
Wasser gehört in dieselbe Rechnung. Das Bundesamt rechnet mit mindestens 1,5 Litern Flüssigkeit je Person und Tag und 0,5 Litern zusätzlich zum Kochen. Wer das Kochwasser im Auto mit 12 Volt heiß machen kann, entlastet den Gasvorrat; welche Geräte dafür gebaut sind, zeigt der Vergleich Wasserkocher mit 12 Volt.
Gaskartuschen lagern: Keller, Auto, Sonne
Das Sicherheitsdatenblatt ist hier deutlicher als die Anleitungen. Kartuschen nicht über 50 Grad erwärmen, vor Sonne schützen, kühl und gut belüftet lagern. Nicht unter dem Erdboden, also nicht im Keller oder Untergeschoss, und nicht an tiefen Stellen, an denen sich Dämpfe sammeln können. Nicht im Fahrzeug, weil die Sonne es aufheizt. Der Grund für den Keller steht im selben Datenblatt: Das Gas ist mit einer relativen Dichte von 1,8 bis 2,0 fast doppelt so schwer wie Luft und sinkt nach unten.
Die Anleitungen sagen dasselbe in Ausschnitten. Camp'Bistro 3, Camping Kitchen 2 und Bleuet: kühl, trocken, belüftet, für Kinder unzugänglich, nie im Keller. Der Camp'Bistro 3 verlangt zusätzlich, die Kartusche bei Lagerung und Transport immer herauszunehmen. Der OLYMP darf nie mit angestochener Kartusche gelagert werden, sie wird vorher ausgebrannt. Primus will die Kartusche abgeschraubt, wenn der Kocher nicht benutzt wird.
Für den Vorrat heißt das: Ein Regal im Flur, in der Abstellkammer mit Fenster oder auf dem Balkon im Schatten ist der bessere Platz als der Kellerraum. Der Kofferraum ist es im Sommer nicht.
Gasgeruch, Stichflamme, ausgeworfene Kartusche
Riecht es nach Gas, bevor der Regler offen ist, ist der Kocher undicht. Vier der fünf Anleitungen sagen dasselbe: sofort ins Freie an einen belüfteten Ort ohne Zündquelle, dort das Leck suchen, aber nie mit einer Flamme, sondern mit Seifenwasser oder Lecksuchspray. Primus sagt: nicht anzünden, im Freien mit Seifenwasser prüfen, und hört die Undichtigkeit nicht auf, passt die Kartusche nicht. Ein Kocher mit fehlender oder beschädigter Dichtung wird nicht benutzt; Campingaz schickt ihn zum Händler, Enders lässt Defekte direkt beim Hersteller reklamieren.
Lodert die Flamme auf, weil flüssiges Gas verbrennt, Regler zu und Kocher gerade stellen. Wirft der Camp'Bistro 3 die Kartusche aus, kommt diese Kartusche nicht wieder hinein; der Kocher kühlt vollständig ab, bevor eine neue eingesetzt wird. Zündet es unter dem Brennerdeckel, schreibt Campingaz: ausschalten, rund fünf Minuten abkühlen lassen, neu zünden, und wenn es wieder passiert, zum Kundendienst.
Bei einem Fettbrand im Topf gilt auch auf dem Balkon: kein Wasser, Gas zudrehen, Deckel drauf. Wann Fett sich entzündet und warum Wasser es schlimmer macht, beschreibt der Ratgeber zur vergessenen Herdplatte.
Die fünf Anleitungen im Einzelnen
Jedes Profil beginnt mit dem, was die Anleitung zum Ort sagt, dann ein Satz wörtlich, dann die Einordnung. Wo eine Angabe fehlt, steht im Herstellerkasten, wo gesucht wurde.
Campingaz Camp'Bistro 3
Campingaz Camp'Bistro 3, einflammiger Tischkocher mit Piezozündung für CP-250-Kartuschen, Ausführung mit Antihaft-Grillplatte (Artikel 2214202)
Preislage: Mittelfeld · Tischkocher, Kartusche im Gehäuse · Flammen: 1
Leistung: 2,2 kW · Verbrauch: 160 g/h · Brenndauer: rund 82 min
Kartusche: nur Campingaz CP250 / CP250 SP (220 g) · Topf: 12 bis 26 cm
Abstand: 20 cm zur Wand, 1 m zur Decke · Sicherung: zwei Vorrichtungen gegen Überdruck, keine Zündsicherung
Was die Anleitung zum Ort sagt: Die Anleitung erlaubt nur den Betrieb im Freien und nennt ausdrücklich Wohnwagen, Autos, Zelte, Hütten, Schuppen und kleine umschlossene Bereiche als verboten. Sie warnt vor Kohlenmonoxid, verbietet den Betrieb im Schlaf und ohne Aufsicht. Für die Lagerung gilt: Kartusche heraus, kühl, trocken und belüftet, nie im Keller oder Untergeschoss.
„Es ist wichtig, dass Sie den Campingkocher NICHT in Wohnwagen, Autos, Zelten, Hütten, Schuppen oder kleinen umschlossenen Bereichen verwenden.“
Einordnung: Als einzige der fünf Anleitungen beschreibt diese zwei getrennte Vorrichtungen für zu hohen Kartuschendruck: Die erste sperrt das Gas, die zweite wirft die Kartusche aus, und der Hebel springt auf UNLOCK. Die CP250 hat ein Ventil, sie darf also halb voll heraus. Topfgrößen von 12 bis 26 Zentimetern decken den normalen Küchentopf ab. Die Ausführung unter dieser ASIN kommt mit Campingaz-Grillplatte; andere Grillplatten, Roste und Steine schließt die Anleitung aus.
Passt für: Wer auf Balkon, Terrasse oder im Garten mit normalen Töpfen kochen will und den Kocher danach mitsamt Kartusche verstauen möchte.
Passt nicht für: Wer den Kocher in einen Raum stellen will; dafür gibt die Anleitung keinen Spielraum, auch keinen gut belüfteten.
- zwei Vorrichtungen gegen Überdruck in der Kartusche
- Töpfe von 12 bis 26 cm
- Ventilkartusche auch halb voll entnehmbar
- Piezozündung
- Kartusche verschwindet im Gehäuse
- nur im Freien erlaubt
- nur Campingaz-Kartuschen CP250
- rund 82 Minuten je Kartusche bei voller Flamme
- keine Zündsicherung
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Kennzeichnung
| Unternehmen | Application des Gaz (Marke Campingaz, Teil von The Coleman Company) |
| Anschrift | 219, Route de Brignais, BP 55, 69563 Saint-Genis-Laval, Frankreich, laut Bedienungsanleitung |
| Gegründet | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung, Händlerbereich von campingaz.com und Sicherheitsdatenblatt |
| Kontakt | Telefon +33 4 78 86 88 94, info@campingaz.de laut Sicherheitsdatenblatt; die Anleitung verweist an den Händler |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Sicherheitsdatenblatt |
| Garantie | Nicht genannt; die Bedienungsanleitung beziffert keine Garantie |
| Gasart, Norm, Kennung | Kategorie Direktdruck Butan, Nennbelastung 2,2 kW; die Anleitung nennt keine Norm |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Händlerbereich von campingaz.com |
| Gewicht | Nicht genannt in der Bedienungsanleitung |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung trägt die Kennung NWL0001299259 (ECN0038060-A) |
Unsere Empfehlung für Balkon und Stromausfall: Der Camp'Bistro 3 trägt als einziger der fünf zwei Schutzvorrichtungen gegen Überdruck, nimmt Töpfe von 12 bis 26 Zentimetern und lässt die Ventilkartusche auch halb voll entnehmen.
Campingaz Camping Kitchen 2 CV PZ
Campingaz Camping Kitchen 2 CV PZ, zweiflammiger Kocher mit Deckel, Piezozündung, Schlauch und Regler für CV-470-Plus-Ventilkartuschen (Artikel 167012)
Preislage: oberes Segment · Koffer-Kocher mit Schlauch und Regler · Flammen: 2
Leistung: 4 kW zusammen · Verbrauch: 291 g/h · Brenndauer: rund 93 min mit beiden Flammen
Kartusche: laut Anleitung nur CV 470 Plus (450 g) · Topf: 12 bis 24 cm
Abstand: 20 cm zur Wand, 1 m zur Decke · Sicherung: keine Zündsicherung genannt
Was die Anleitung zum Ort sagt: Auch diese Anleitung erlaubt nur den Betrieb im Freien und schließt Wohnwagen, Fahrzeuge, Zelte, Schutzdächer, Hütten und kleine geschlossene Bereiche aus. Neu ist die Unterlage: Der Kocher darf nicht auf Kunststoff oder Tischtuch stehen, empfohlen werden Beton, Stein, Ziegel oder der Boden. Die Kartusche steht neben dem Gerät und muss senkrecht stehen.
„Eine Gesamtinspektion und Prüfung auf undichte Stellen muss mindestens jährlich und immer nach Auswechseln der Kartusche vorgenommen werden.“
Einordnung: Zwei Brenner, zusammen 4 kW, dazu ein Deckel mit Sicherheitshebel: Das ist der einzige der fünf, auf dem Nudelwasser und Soße gleichzeitig stehen. Dafür hängt die Kartusche am Schlauch, und die Anleitung verlangt eine jährliche Dichtheitsprüfung sowie eine nach jedem Kartuschenwechsel. Die Produktdaten nennen auch die kleinere CV300 Plus, die vorliegende Anleitung nur die CV 470 Plus.
Passt für: Wer im Garten, in der Laube oder auf einer großen Terrasse für zwei bis vier Personen kocht und zwei Töpfe gleichzeitig braucht.
Passt nicht für: Wer wenig Platz auf dem Balkontisch hat oder keine feuerfeste Unterlage; Kunststofftische und Tischdecken schließt die Anleitung aus.
- zwei Brenner, zusammen 4 kW
- Deckel mit Sicherheitshebel gegen Zuklappen
- größte Kartusche der fünf (450 g)
- Piezozündung je Brenner
- nur im Freien erlaubt
- braucht feuerfeste Unterlage
- Dichtheitsprüfung jährlich und nach jedem Kartuschenwechsel
- keine Zündsicherung genannt
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Kennzeichnung
| Unternehmen | Application des Gaz (Marke Campingaz, Teil von The Coleman Company) |
| Anschrift | 219, Route de Brignais, BP 55, 69563 Saint-Genis-Laval, Frankreich, laut Bedienungsanleitung |
| Gegründet | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung, Händlerbereich von campingaz.com und Sicherheitsdatenblatt |
| Kontakt | Telefon +33 4 78 86 88 94, info@campingaz.de laut Sicherheitsdatenblatt; die Anleitung verweist auf ein beiliegendes Blatt mit Kontaktdaten |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Sicherheitsdatenblatt |
| Garantie | Nicht genannt; die Bedienungsanleitung beziffert keine Garantie |
| Gasart, Norm, Kennung | Kategorie Direktdruck Butan, 291 g/h, 4 kW, Düse Nr. 70; die Anleitung nennt keine Norm |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Händlerbereich von campingaz.com |
| Gewicht | Nicht genannt in der Bedienungsanleitung |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung trägt die Kennung 4010064730 (ECN20070828-B) |
Auszeichnung für zwei Töpfe: Der Camping Kitchen 2 CV PZ ist der einzige zweiflammige Kocher der fünf, mit 4 kW Nennleistung und Piezozündung an beiden Brennern. Er verlangt den beiliegenden Schlauch und Regler und eine feuerfeste Unterlage.
Enders OLYMP 6510
Enders OLYMP, Kartuschen-Gaskocher für 190-g-Anstechkartuschen, Gehäuse aus Kunststoff (Artikel 6510)
Preislage: unteres Segment · Aufsatzkocher auf Stechkartusche · Flammen: 1
Leistung: 1,4 kW · Verbrauch: 102 g/h · Brenndauer: rund 112 min
Kartusche: nur Enders-Stechkartusche 190 g (Typ 200 oder CG 190 TS) · Topf: bis 17 cm und 2 kg
Abstand: 1 m zu entzündbarer Wand · Sicherung: Gasaustrittsbegrenzung in der Kartusche, keine Zündsicherung
Was die Anleitung zum Ort sagt: Die Anleitung beginnt mit zwei Sätzen, die zusammen gelesen werden müssen: „Nur im Freien verwenden! Nur in gut belüfteten Räumen betreiben!“ Danach folgt, was andere nicht liefern, eine Zahl. Gut belüftet ist ein Raum, wenn mindestens 25 Prozent der Umschließungsfläche offen sind, und Umschließungsfläche ist die Summe aller Wandflächen.
„Bei einem gut belüftetem Raum müssen mindestens 25 % der Umschließungsfläche offen sein.“
Einordnung: Der günstigste Weg zu einer Flamme ohne Strom, nach dem Bleuet mit der längsten Brenndauer der fünf; Enders selbst nennt 112 Minuten je Kartusche bei Volllast. Der Topf darf höchstens 17 Zentimeter messen und zwei Kilogramm wiegen, ein Windschutz ist verboten, weil er Hitze staut. Die Kartusche wird angestochen und darf erst leer heraus.
Passt für: Wer für den Stromausfall einen kleinen Kocher für Wasser und Suppe in der Schublade haben will und einen Platz mit freier Luft hat.
Passt nicht für: Wer große Töpfe oder Pfannen nutzt oder den Kocher zwischendurch mit halb voller Kartusche verstauen will.
- als einzige Anleitung mit Zahl für „gut belüftet“
- rund 112 Minuten je Kartusche
- 1,4 kW, sparsamster Verbrauch nach dem Bleuet
- 2 Jahre Garantie auf Funktion laut Anleitung
- Topf höchstens 17 cm und 2 kg
- Kartusche darf erst leer heraus
- nur Enders-Kartuschen
- kein Windschutz erlaubt, manuelle Zündung
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Kennzeichnung
| Unternehmen | Enders Colsman AG |
| Anschrift | Brauck 1, 58791 Werdohl, laut Bedienungsanleitung |
| Gegründet | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Produktseite auf enders-germany.com |
| Kontakt | Serviceformular auf enders-germany.com laut Anleitung; Telefon +49 2392 97 83 30 laut Enders-Anleitung zum Kocher NELSON |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Produktseite |
| Garantie | 2 Jahre auf Funktion mit Kaufnachweis; Reklamation direkt bei Enders statt beim Händler, laut Anleitung |
| Gasart, Norm, Kennung | Produkt-Identnummer 0085CT0478; Butan (G30) oder Butan-Propan-Gemisch (G30/G31) unter direktem Druck, Düse 0,25 mm |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Produktseite |
| Gewicht | 510 g laut Produktseite auf enders-germany.com |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung trägt den Stand 201007 |
Campingaz Bleuet 206 Plus
Campingaz Bleuet 206 Plus, Stechkartuschenkocher für C206 GLS mit Windschutz und Stabilisierungsfuß (Artikel 2000010439)
Preislage: unteres Segment · Aufsatzkocher auf Stechkartusche · Flammen: 1
Leistung: 1,23 kW · Verbrauch: 90 g/h · Brenndauer: rund 127 min, laut Campingaz über 2 h 05 min
Kartusche: nur Campingaz C 206 (190 g) · Topf: keine Angabe
Abstand: 25 cm zur Wand · Sicherung: keine Zündsicherung genannt
Was die Anleitung zum Ort sagt: Der deutsche Text lässt den Kocher nur im Freien zu und schließt Wohnwagen, Fahrzeuge, Zelte, Schutzdächer und Hütten aus. Dieselbe Anleitung erlaubt in Französisch, Englisch, Niederländisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Finnisch ausreichend belüftete Räume, mit mindestens 2 Kubikmetern Luft je Stunde und Kilowatt. Der Absatz, der auf Französisch und Englisch die Lüftung eines Raums beschreibt, fehlt im deutschen Teil.
„Das Gerät darf nur im Freien und weit entfernt von brennbaren Materialien betrieben werden.“
Einordnung: Mit 90 Gramm je Stunde ist er der sparsamste der fünf, und Campingaz nennt eine Brenndauer von über zwei Stunden je Kartusche, dazu fünf Minuten und 20 Sekunden für einen Liter Wasser und 370 Gramm Gewicht. Er brennt auf einer Stechkartusche, die erst leer abgenommen wird. Die Zündung geht nur mit Feuerzeug oder Streichholz.
Passt für: Wer einen leichten Notfallkocher fürs Wasserkochen will und mit kleinen Töpfen auskommt.
Passt nicht für: Wer ihn mit halb voller Kartusche wegpacken möchte oder einen Kocher mit Piezozündung erwartet.
- sparsamster Verbrauch: 90 g/h
- längste Brenndauer der fünf
- 1 l Wasser in 5 min 20 s laut Campingaz
- 370 g leicht
- deutsche Anleitung erlaubt nur das Freie
- Kartusche erst leer abnehmen
- Zündung mit Feuerzeug oder Streichholz
- keine Topfgröße genannt
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Kennzeichnung
| Unternehmen | Application des Gaz (Marke Campingaz, Teil von The Coleman Company) |
| Anschrift | 219, Route de Brignais, BP 55, 69563 Saint-Genis-Laval, Frankreich, laut Sicherheitsdatenblatt |
| Gegründet | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung, Händlerbereich von campingaz.com und Sicherheitsdatenblatt |
| Kontakt | Telefon +33 4 78 86 88 94, info@campingaz.de laut Sicherheitsdatenblatt; die Anleitung verweist an den Händler |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Sicherheitsdatenblatt |
| Garantie | Nicht genannt; die Bedienungsanleitung beziffert keine Garantie |
| Gasart, Norm, Kennung | Kategorie Direktdruck Butan, 90 g/h (1,23 kW), Düse Nr. 008505; die Anleitung nennt keine Norm |
| Herkunft | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Händlerbereich von campingaz.com |
| Gewicht | 370 g laut Händlerbereich von campingaz.com |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und Händlerbereich |
Primus Mimer Duo
Primus Mimer Stove Duo, Aufschraubkocher mit integriertem Windschutz für Schraubkartuschen (Modelle 2243-44/45)
Preislage: Mittelfeld · Aufschraubkocher auf Schraubkartusche · Flammen: 1
Leistung: 2,82 kW · Verbrauch: 205 g/h · Brenndauer: rund 67 min mit 230 g
Kartusche: Primus Power Gas empfohlen, andere Schraubkartuschen nach Test · Topf: keine Angabe
Abstand: 500 mm seitlich und oben · Sicherung: keine Zündsicherung genannt
Was die Anleitung zum Ort sagt: Über allem steht in Großbuchstaben: ausschließlich zum Gebrauch im Freien. Unter Punkt 2.2 steht dann, das Gerät nur in gut ventilierten Räumen zu benutzen, mit dem Zusatz, der Gebrauch im Freien werde empfohlen. Was gut ventiliert heißt, sagt die Anleitung nicht. Als einzige der fünf nennt sie eine Norm: EN 521.
„Benutzen Sie diesen Gasapparat nur in gut ventilierten Räumen. ACHTUNG! Für diesen Gasapparat wird der Gebrauch im Freien empfohlen.“
Einordnung: Die höchste Leistung der Einflammer, 2,82 Kilowatt, dafür auch der höchste Verbrauch: 205 Gramm je Stunde. Eine 230-Gramm-Kartusche ist bei voller Flamme nach rund 67 Minuten leer. Der Kocher wird auf die Kartusche geschraubt und steht damit hoch; ein Windschutz um den Kocher ist laut Anleitung lebensgefährlich, weil er die Kartusche überhitzt.
Passt für: Wer schnell Wasser kochen will, wenig Gepäck hat und Schraubkartuschen verschiedener Marken nutzen möchte.
Passt nicht für: Wer breite Töpfe oder Pfannen aufsetzt; ein Aufschraubkocher steht auf der Kartusche und kippt leichter als ein Tischkocher.
- höchste Leistung der Einflammer: 2,82 kW
- als einzige Anleitung mit Norm: EN 521
- Kartuschen verschiedener Marken nach Test erlaubt
- Kartusche abschraubbar
- Anleitung widerspricht sich beim Innenraum
- höchster Verbrauch: 205 g/h
- kein Windschutz erlaubt
- steht hoch auf der Kartusche
Hersteller, Anschrift, Erreichbarkeit und Kennzeichnung
| Unternehmen | Primus AB |
| Anschrift | Schweden laut Bedienungsanleitung; eine Postanschrift nennt sie nicht |
| Gegründet | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und primusequipment.com |
| Kontakt | Telefon +46 8 564 842 30, www.primusequipment.com laut Anleitung |
| Zeiten | Nicht genannt; geprüft wurden Bedienungsanleitung und primusequipment.com |
| Garantie | Nicht genannt; die Bedienungsanleitung beziffert keine Garantie |
| Gasart, Norm, Kennung | EN 521 laut Anleitung; Kennung 2531CT-0124; 205 g/h, 2,82 kW bei 1 bar, Düse 0,37 mm |
| Herkunft | Nicht genannt; die Anleitung schreibt „Design and Quality Primus AB Sweden“ |
| Gewicht | 255 g laut Händlerangabe von Bergfreunde, nicht in der Anleitung |
| Seit wann im Handel | Nicht genannt; die Anleitung gilt für die Modelle 2243-44 und 2243-45 |
EN 521: welche Norm für den Kocher gilt
Für die Kartusche gilt EN 417, für den Kocher EN 521. Die aktuelle Ausgabe ist DIN EN 521:2020-05, Festlegungen für Flüssiggasgeräte, tragbare, mit Dampfdruck betriebene Flüssiggasgeräte. Nach der Beschreibung bei DIN Media legt sie Konstruktions- und Leistungsmerkmale für Sicherheit und Energienutzung fest, dazu Prüfverfahren, Kennzeichnung und die Informationen, die in die Gebrauchsanweisung gehören. Sie bezieht sich auf Geräte, die mit Kartuschen nach EN 417 oder anderen Gasbehältern betrieben werden, und betrifft nur die Baumusterprüfung.
In den fünf Anleitungen nennt nur Primus diese Norm: Der Mimer Duo erfülle die Anforderungen gemäß EN 521. Enders druckt eine Produkt-Identnummer mit der Kennnummer 0085 ab, Primus die Kennung 2531CT-0124. Die drei Campingaz-Anleitungen nennen weder Norm noch Kennung; sie geben Kategorie, Durchsatz und Düse an. Das heißt nicht, dass sie die Norm verfehlen. Es heißt, dass man es aus der Unterlage nicht erfährt.
Bemerkenswert ist, was die Norm laut ihrer Beschreibung regelt: auch die Informationen der Gebrauchsanweisung. Dass dieselbe Bleuet-Anleitung den Innenraum in sieben Sprachen erlaubt und in der achten nicht, und dass die Primus-Anleitung beides schreibt, ist deshalb mehr als eine Übersetzungsfrage. Welche Fassung im Streitfall gilt, sagt keine der beiden.
Einflammig oder zweiflammig?
Vier der fünf sind Einflammer. Für eine Person, für Wasser und eine Mahlzeit aus einem Topf reicht das. Zwei Töpfe gleichzeitig gehen nur auf dem Camping Kitchen 2: zwei Brenner, zusammen 4 Kilowatt und 291 Gramm je Stunde, wenn beide auf voller Flamme laufen. Der Preis dafür ist Platz, ein Schlauch zwischen Kartusche und Kocher und eine Dichtheitsprüfung nach jedem Kartuschenwechsel.
Wer zwischen Leistungsangaben in Kilowatt und Watt bei elektrischen Platten vergleichen will: 2,2 Kilowatt sind 2.200 Watt, so viel wie eine elektrische Einzelplatte in der oberen Leistungsklasse. Wie viel Leistung eine Steckdose hergibt und wie die Platten sie aufteilen, erklärt der Ratgeber Induktionsplatte und Watt. Bei Gas kommt ein Teil der Wärme allerdings nicht im Topf an, sondern streicht an ihm vorbei; die Zahlen sind nicht eins zu eins vergleichbar.
Bauform zählt mehr als Flammenzahl. Der Camp'Bistro 3 und der Camping Kitchen 2 sind Tischkocher: flach, breit, stabil. OLYMP, Bleuet und Mimer Duo sitzen auf der Kartusche, der Topf steht hoch. Für einen Wasserkessel ist das unerheblich, für eine Pfanne mit Rührei nicht.
Welche Töpfe passen auf einen Gaskocher?
Die Anleitungen geben Grenzen, wo sie es tun. Camp'Bistro 3:12 bis 26 Zentimeter, keine gewölbten Böden, keine fremden Roste, Grillplatten oder Steine. Camping Kitchen 2:12 bis 24 Zentimeter. OLYMP: höchstens 17 Zentimeter und zwei Kilogramm. Bleuet und Mimer Duo nennen keine Größe. Die Grenze nach oben hat einen Grund: Ein zu großer Topf deckt die Kartusche ab oder staut Hitze unter sich, und beides kann die Kartusche überhitzen.
Anders als bei Induktion ist das Material egal: Edelstahl, Aluminium, Emaille und Gusseisen funktionieren auf der Gasflamme alle. Wer seine Töpfe ohnehin für eine Induktionsplatte gekauft hat, kann sie mitnehmen; welche Böden dort nötig sind und warum, steht im Vergleich Kochgeschirr für Induktionsplatten.
Die Flamme soll nicht über den Topfrand züngeln, schreibt Campingaz. Das spart Gas und schont Griffe. Eine Grillplatte gehört nur dann auf den Camp'Bistro 3, wenn sie von Campingaz stammt, wie die, die in der Ausführung unter dieser ASIN beiliegt.
Woran man nach zwei Wochen merkt, dass es der falsche Kocher war
Erstens: Die Flamme ist an kühlen Abenden schon nach wenigen Minuten klein, obwohl die Kartusche schwer ist. Dann steckt reines Butan darin, und es ist zu kalt. Abhilfe ist eine Kartusche mit Propan-Anteil, wenn der Kocher sie zulässt; der Camp'Bistro 3 lässt nur CP250 zu, der OLYMP immerhin das Butan-Propan-Gemisch CG 190 TS.
Zweitens: Der Topf wackelt, oder die Pfanne kippt, sobald man rührt. Das passiert vor allem auf den Aufsatzkochern, deren Topfauflage auf der Kartusche sitzt. Wer das nach zwei Wochen merkt, ist mit einem Tischkocher besser bedient. Beim Onlinekauf läuft das Widerrufsrecht von 14 Tagen; ein benutzter Gaskocher sollte vor der Rücksendung ohne Kartusche und abgekühlt verpackt werden.
Drittens: Im Baumarkt gibt es die passende Kartusche nicht. Dann bindet die Anleitung den Kocher an eine Sorte, die man nur bestellen kann. Für den Stromausfall ist das der schlechteste Fall, denn dann sind auch die Lieferungen langsam.
Billiger kochen ohne Strom: Stövchen, Fondue, Grill
Wer nur aufwärmen will, braucht keinen Gaskocher. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz nennt für Räume ein Stövchen mit Teelicht, das etwa eine Fertigsuppe warm macht, und ein Fondue-Set mit Brennpaste, das kleine Mengen zum Kochen bringt. Beides steht in vielen Haushalten ohnehin im Schrank.
Wer einen Gasgrill auf dem Balkon oder im Garten hat, hat eine Kochstelle. Hat er einen Seitenbrenner, steht der Topf dort; sonst auf dem Rost, so weit die Anleitung des Grills das erlaubt. Das Bundesamt zählt den Gas- oder Holzkohlegrill zu den Möglichkeiten fürs Freie und warnt davor, in Wohnung oder Haus zu grillen. Wann ein Gasgrill und wann ein Elektrogrill die bessere Wahl ist, vergleicht der Ratgeber Elektrogrill oder Gasgrill.
Und wer einen Kocher will, aber möglichst wenig ausgeben, nimmt den OLYMP oder den Bleuet 206 Plus, beide im unteren Segment. Sie reichen für Wasser und einen Topf, unter einer Bedingung: Der Topf ist klein, und es gibt einen Platz mit freier Luft. Für die Kiste im Flurschrank ist das die billigere Lösung, die es auch tut.
Prüfliste vor dem Kauf eines Gaskochers
- Ort festlegen: Balkon, Terrasse, Garten oder nur der Notfall im Freien.
- Mietvertrag und Hausordnung auf offenes Feuer und Grillen auf dem Balkon prüfen.
- In der Anleitung nachlesen, ob „nur im Freien“ oder „gut belüftete Räume“ steht, und in welcher Sprachfassung.
- Abstand messen: 20 Zentimeter bis 1 Meter zur Wand, 1 Meter zur Decke, je nach Anleitung.
- Unterlage klären: Stein, Beton oder Ziegel statt Kunststofftisch und Tischdecke.
- Kartuschentyp aus der Anleitung notieren und prüfen, wo er in der Nähe zu bekommen ist.
- Für den Winter eine Kartusche mit Propan-Anteil wählen, wenn der Kocher sie zulässt.
- Topfgröße mit der Grenze der Anleitung vergleichen.
- Gasbedarf für zehn Tage rechnen und entsprechend viele Kartuschen dazulegen.
- Lagerplatz suchen: kühl, belüftet, nicht im Keller, nicht im Auto.
- Seifenwasser oder Lecksuchspray für die Dichtheitsprüfung bereitlegen.
- Einen Kohlenmonoxid-Melder erwägen, wenn der Kocher in die Nähe von Räumen kommt.
Wann kaufen: vor dem ersten Frost, nicht nach dem Stromausfall
Ein Gaskocher für den Notfall wird im Herbst gekauft, nicht im Januar und nicht am Tag des Stromausfalls. Drei Gründe sprechen dafür, und alle drei kommen aus den Unterlagen. Reines Butan verdampft unter etwa minus 3 Grad nicht mehr; wer im Winter kochen muss, braucht Kartuschen mit Propan-Anteil, und die sind in der kalten Jahreszeit nicht überall vorrätig. Die Anleitung von Campingaz verlangt eine Dichtheitsprüfung nach jedem Kartuschenwechsel, und die macht man besser bei Tageslicht im Garten als bei Kerzenlicht. Und der Vorrat ist eine Rechnung über zehn Tage, die man vorher aufstellt.
Wer jetzt kauft, legt die Kartuschen dazu und zündet den Kocher einmal draußen an. Das zeigt, ob Dichtung und Zündung funktionieren und wie lange ein Liter Wasser wirklich braucht. Danach kommt die Kartusche heraus, bei Stechkartuschen erst wenn sie leer ist, und alles wandert an einen kühlen, belüfteten Platz außerhalb des Kellers.
Warten lohnt sich nur in einem Fall: Wer mit dem Gedanken spielt, in der Wohnung zu kochen, wartet besser, bis ein Hersteller für sein Gerät die Zulassung für Innenräume nennt, die das Bundesamt verlangt. Unter diesen fünf tut das keiner. Bis dahin bleibt der Kartuschenkocher ein Gerät für den Balkon, die Terrasse und den Garten, und für alles, was drinnen passiert, gibt es Steckdose, Stövchen oder Fondue. Welche elektrischen Platten es für drinnen gibt, zeigt der Vergleich elektrischer Kochplatten.

